Lebenszeichen oder so

Eigentlich sollte ich hier schon lange der Monatsrückblick für Februar stehen. Bald auch der für März. Aber irgendwie bekomme ich es nicht wirklich auf die Reihe.

Mein Wunschaufenthalt in der Psychiatrie war Thema für sich. Es blieb bei den geplanten 10 Tagen, die ich schlussendlich Wunderärztin und Frau Sonnenschein zuliebe durch gezogen habe. Ich war mehrfach gedanklich dabei meine Koffer zu packen.

Ausschlaggebend für den Aufenthalt war für mich vor allem der Hinweis, dass ich dann ja jemand zum Reden hätte. Die Illusion wurde mir recht bald genommen. Es gab pro Woche ein Gespräch mit der Therapeutin von 25 Minuten. Was ich für verschwindend gering halte. Ich kam schon beim ersten Termin nicht hin. Denn bis ich auf die gestellte Frage geantwortet hatte, waren wir bei 50 Minuten.

Bezugspflegegespräche waren auch nur jeweils 25 Minuten. Eines pro Woche. In Krisensituationen wären die Gespräche auf mit der Bezugspflege auf 10 Minuten begrenzt gewesen. Das habe ich mir dann gleich geschenkt, weil ich es nicht schaffe, mein Gefühlschaos in 10 Minuten zu erklären. Wobei bei den Gesprächen wahrscheinlich nach 5 Minuten die Skillsschublade aufgezogen worden wäre. Sprich mir wäre geraten worden, was ich nun an Skills machen kann. Mich ablenken hilft mir aber nicht dabei meine Probleme zu lösen.

Ich habe sowohl bei der Therapeutin, wie auch bei der Bezugsschwester klar angesprochen, dass mir das nicht reicht. Ja das sei halt so. Und das sei alles bei jedem so. Nur doof, wenn andere Patienten anderen Patienten erklären, dass es ein Therapeutengespräch von 50 Minuten pro Woche gibt. Doof ist auch, wenn Mitpatienten erzählen, dass sie gerade eine Stunde mit einer Schwester geplaudert haben.

Von der Therapeutin gab es die Hausaufgabe, dass ich aufschreiben sollte, welche Bedürfnisse ich an eine neue Betreuerin hätte. Ich frage mich und das leider bis heute, warum ich Bedürfnisse formulieren soll, wenn gerade Menschen aus dem professionellen Bereich genau entgegengesetzt handeln. Damit habe ich den Aufsatz auch eingeleitet. Das wäre auch der Punkt gewesen, an dem man hätte arbeiten müssen. Statt dem wurde auf die Uhr gesehen, dass wir auch ja die 25 Minuten nicht überschreiten und dann wurde mir gesagt, wie toll ich doch meine Bedürfnisse formuliert hätte.

Ich weiß, wie es war, als ich im letzten Jahr gegenüber meiner Betreuerin mehrfach mein Bedürfnis geäußert habe, dass ich mit der Situation nicht umgehen kann, dass sie mir helfen soll. Was hat sie gemacht? Sachen, die ich ihr anvertraut habe, gegen mich verwendet. Ich weiß noch, wie es war, als ich dem Chef der betreuenden Organisation gegenüber meine Bedürfnisse geäußert habe und er mir versprach, dass er sich darum kümmert und mir am nächsten Tag mitteilte, dass er genau das Gegenteil macht und noch dazu behauptet, ich hätte das so verlangt. Komisch nur, dass Frau Sonnenschein, die bei dem gemeinsamen Gespräch dabei war, es genauso gehört hat, wie ich mich erinnere. Und ich weiß, wie die Klinik damit umging und noch umgeht, dass es mein Bedürfnis ist, zu verstehen, was bei dem Klinikaufenthalt 2009/2010 gelaufen ist. Dazu habe ich bis heute keine Auskunft, beziehungsweise ich darf darüber nicht mehr sprechen.

Wie kann man erwarten, dass ich Bedürfnisse formuliere, wenn man selbst meine Bedürfnisse mit Füßen tritt? Ich hatte ja der Therapeutin gegenüber das Bedürfnis geäußert, dass ich eindeutig mehr Gespräche bräuchte. Beziehungsweise mir eben 10 Minuten Krisengespräche nicht reichen.

Der Arztbericht war dann der Hammer. Meine Mutter ist ein Jahr und einen Monat später gestorben. Faszinierend das argumentiert wurde, man habe alte Dinge nur kopiert. Bei Copy und Paste stünde da was anderes. Ganz klar war auch, dass ich dabei bin Pflegestufe zu beantragen, um damit die Haushaltshilfe zu finanzieren. Im Arztbericht stand dann, dass ICH 3 Stunden die Woche als Haushaltshilfe arbeite. Hat man mir eigentlich zugehört? Wenn man die Zeiten schon so limitiert, dann würde ich mir zumindest wünschen, dass man mir zuhört.

Die Bezugspflegegespräche sollten an sich darum gehen, dass ich einen Plan für den Haushalt erstelle. Mit meiner Haushaltshilfe klappt das nämlich nicht wirklich. Das sie 3 Stunden dazu braucht, zwei Böden zu kehren, die beiden Böden zu saugen, in zwei Zimmern vorne herum ein wenig zu saugen, den Flur zu saugen, in Badewanne und Waschbecken massig Reinigungsmittel zu kippen und oberflächlich sauber zu machen und dann noch Küchenboden, Badboden und Hausflur zu putzen – das kann es nicht sein. Und das riss leider immer mehr ein.

Im ersten Gespräch kamen wir dazu nicht. Im zweiten Gespräch klärte mich die Schwester umfangreich darüber auf, was sie machen würde und erläuterte mir umfangreich den Stand vor dem Aufenthalt. Ich war aber schon weiter, da ich auch hier die Hausaufgabe, die lautete, machen Sie mal einen groben Plan, gemacht hatte. Und ihr Monolog durfte auch nicht unterbrochen werden. Bei jedem Versuch kam nur, ich soll sie ausreden lassen.

Mit den Mitpatienten war es auch eher Thema für sich. Einer, der ein Problem mit mir hatte, dem ich aber immer gut genug war, wenn er mich brauchte, argumentierte mir gegenüber, man würde sich an dem und dem stören – das würden die anderen auch sagen. Ich fragte mich innerlich, warum man mir das nie gesagt hat. Habe mich dann aber eben distanziert.

Ach ja, mit der Pflege gab es im Vorfeld die Absprache, wenn ich mich abkapsle, dann soll man mich ansprechen. Fiel noch nicht mal auf, dass ich auf einmal nur noch alleine war.

Ich für mich kann mittlerweile benennen, wann ich angefangen habe dicht zu machen und warum. Was für mich ein großer Fortschritt ist. Trotzdem weiß ich nun, dass das Setting, dass die Klinik anbietet, eben nicht mein Ding ist.

Seit kurz vorm dem Aufenthalt ist Persönliches Budget Thema. Der Kostenträger gibt grundsätzlich sein Ok. Allerdings muss ich vor Antragsstellung erst mal eine Betreuerin finden. Was sich als mehr als schwierig erweist. Es gibt keine offizielle Liste. Auf der inoffiziellen Liste stehen vor allem Männer drauf. Die Frauen nehmen zum Teil niemanden oder haben mich abgelehnt oder ich habe sie abgelehnt.

Ich suche nun natürlich nach Möglichkeiten. Laufe dazu von Pontius zu Pilatus. Keiner weiß was, keiner kennt jemand und so weiter. Psychosoziale Betreuung für psychisch Kranke kennt man hier kaum. Es sei denn, man geht über eine Organisation, was ich ja nicht mehr möchte.

Mit meiner neuen Betreuerin werde ich auch nicht warm. Sie macht mir Angst und ich vertraue ihr nicht. Ich sitze im Endeffekt meine Zeit bei ihr ab, bzw. habe die eben auch minimiert. Wichtige Dinge erledige ich alleine. Mehr schlecht als recht. Hauptsache ich muss mich ihr nicht anvertrauen.

Pflegestufe ist bewilligt worden, was mir zu denken gibt. Ohne Probleme beim ersten Anlauf. Die Haushaltshilfe kann ich darüber nicht finanzieren, sagte die Gutachterin. Der Kostenträger vom Betreuten Wohnen, der die Kosten zur Zeit trägt, sagt aber, dass das geht und er das einfach macht.

Momentan ist mir das alles zu viel. Vieles hätte früher meine Betreuerin aufgefangen. Die vorletzte. Die letzte hätte mich wohl nur ausgelacht?

Die Gedanken drehen sich wieder viel um Anna. Und um die letzte Betreuerin. Beide haben den selben Vornamen. Ich habe mal gesagt, ich würde mir ein T-Shirt bedrucken lassen, auf dem vorne drauf steht: Annas Spielzeug und auf der Rückseite ein Mülleimer zu sehen ist, in den man mich rein schmeißt mit den Worten: Mist kaputt – Ach egal! Denn das würde es einfach treffen.

Momentan würde ich mir einfach wünschen, dass mal was klappt. Aber irgendwie klappt gerade mal wieder nichts. Noch dazu gehe ich beim kleinsten an die Decke. Momentan ist es mein Vater.

 

 

 

 

 

 

 

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Monatsrückblick August 2015

Lieber spät als nie, könnte mein neues Motto werden? Der Monatsrückblick für den August fehlt noch. An sich wäre ja der 10.9. recht passend gewesen, da am 10.9. auch Welttag der Suizidprävention ist. Aber dafür ist am 11.9. mein dritter Bloggeburtstag.

Der August war ähnlich heiß wie der Juli. Allerdings dank ein wenig Gewöhnungseffekt ein wenig erträglicher. Aber auf Dauer ist das im vierten Stock keine Lösung.

Die ehrenamtliche Tätigkeit ist weiterhin Thema für sich. Ich habe Angst vor meinem „Chef“. Bin allerdings auch so weit, dass er mich zumindest teilweise so nehmen muss, wie ich bin. Ich gehe ihm aus dem Weg und zurzeit ist er eh weniger dabei.

Meine neue Betreuerin ist nett, aber weiter eben nicht meine alte Betreuerin. Allerdings fragt sie durchaus nach. So wusste sie auch vor meinen Ängsten vor einem Termin bei meiner Therapeutin und bat an, mit zu gehen.

Ich schwankte hier ein wenig. Denn an sich kennt sie mich nicht gut genug. Auf der anderen Seite, rechnete ich ja damit, dass meine Therapeutin die Therapie beendet. Da die Horrorklinik ja der Meinung ist, meine Betreuerin wird das schon regeln….. nun ja, generell Thema für sich…. dachte ich mir, einen Versuch ist es Wert.

Meinen Therapieplatz habe ich noch, falls wir endlich die Bewilligung bekommen. Meine Therapeutin ist irgendwie der Typ, der genau das was Andere machen nicht macht. Und da mich ja bisher Andere eben nicht wirklich behandelt haben und sie spürt, wie viel Ablehnung ich bisher erfahren habe, ist sie der Meinung, sie kann es anders/besser machen. Ich bin gespannt.

Die Krankenkasse hingegen ist „witzig“. Die schickten mir nun endlich mal ein Schreiben, dass da ja eine Psychotherapie für mich beantragt wurde, aber alles noch zum Gutachter muss. Dabei lagen dann Vordrucke, auf denen was in der Art Stand: Stellungnahme des Gutachters. Bögen zum Ausfüllen – allerdings ohne was ausgefülltes. Und dann lag ein schicker roter Umschlag dabei. Den ich auch beinahe aufgerissen hätte. Ich entdeckte dann, dass da dick drauf steht, nur vom Gutachter zu öffnen.

Das war der Befundbericht der Therapeutin – und wer sich ein wenig auskennt, das war etwas, was eine Patientin NIE in die Finger bekommen sollte. Es fiel mir ziemlich schwer den Umschlag nicht zu öffnen. Und ich habe die Unterlagen dann auch lieber persönlich bei der Krankenkasse zurück gebracht. Obwohl man mir angeboten hat, ich soll alles unfrei zurück schicken. Aber wenn einmal der Wurm drin ist und so – ich kenne ja mein Glück und die Post verliert das dann alles.

Also harre ich weiter der Dinge. Die Therapeutin fühlt sich irgendwie schon gut an. Aber ich frage mich auch, ob ich das wirklich alles will? Es kocht doch einiges wieder hoch, was ich lieber vergessen würde.

Chancen auf einen Therapieplatz

Meine Hausärztin, die ich dann Donnerstag doch mal aufgesucht habe, weil immer noch heiser, hat mir ein Antiobiotika verpasst. Ich hoffe ich kann dann die Woche wieder Bäume ausreißen :-)

Die Wochen war mal wieder ein Termin bei meiner Wunderärztin. An sich mit meiner Betreuerin, die zu spät kam. Wunderärztin meinte gleich, dass wir wohl mit der Diagnostik fertig werden. Und sie meinte dann zu mir, dass mir wohl klar sei, dass sie mir dann wieder sagen wird, dass ich eine Therapie machen muss.

Statt das gleich mal wieder abzulehnen, habe ich meine Taktik geändert. Ich meinte zu ihr, ob sie mit denn einen Therapeuten empfehlen kann. Eigentlich weiß ich, dass die Klinik/PIA eben keine Therapeuten empfiehlt und eben die Wartelisten überall lang sind.

Nun ja Wunderärztin hatte am Vormittag mit jemand telefoniert, die hier bei einer Organisation arbeitet, die eben Therapeuten hat und Therapien anbietet. Da sucht gerade jemand noch Patienten für eine tiefenpsychologische Therapie. Ich glaube die ist in der Weiterbildung oder so.

Ich hab das kurz gegenüber meiner Betreuerin angesprochen. Die ja eigentlich gegen was tiefenpsychologisches ist, ich aber mit dem Hier und Jetzt der Verhaltenstherapie nicht wirklich was anfangen kann. Und DBT möchte ich ja auf keinen Fall mehr machen. Nun ja schlussendlich rief Wunderärztin da an. Sagte halt, sie hat da eine Patientin, mit einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, die eine Therapie machen will. Beschrieb mich auch charmant als nicht einfach (ich hätte sie killen können) und erzählte halt grob das es im Haus Probleme gab, sie mich übernommen hat, weil der letzte Arzt mich nicht mehr wollte und so.

Ich kann mich dort melden. Zu einem Erstgespräch oder quasi den 5 Probesitzungen. Donnerstag habe ich da keinen mehr erreicht und Freitag war ich nicht wirklich daheim. Also werde ich da morgen noch mal anrufen und mein Glück versuchen. Ansehen kann ich mir das mal, denn ich habe nichts zu verlieren.

Ich bin mittlerweile auch nicht mehr ganz gegen eine Therapie eingestellt. Wollte allerdings an sich nicht, dass die Klinik das weiß. Wobei ich der Wunderärztin ja vertraue. Aber keine Ahnung wer sonst noch regelmäßig in meine Akte sieht. Die Therapeutin will wohl auch Arztberichte und das will ich an sich nicht. Und meine Erfahrungen mit einer Therapeutin in Ausbildung ist auch Thema für sich.

Ich sollte wohl auch mal mit Anna abschließen, die immer noch Thema für mich ist. Ich weiter überlege, ob ich mit ihr Kontakt aufnehmen soll oder nicht. Bzw. ihr eben schreiben soll, wie es mir mit dem Ganzen ging. Reagieren wird sie eh nicht.

Wichtig wäre auch zu wissen, wie die Therapeutin eben mit Suizidalität umgeht. Wobei ich so weit bin, wenn sie was in der Art sagt, dass sie mich dann einweisen muss oder so was in der Art, dass ich ihr eben knallhart sage, dass ich es gewohnt bin, den Menschen zu dem Aspekt das zu sagen, was sie hören wollen. … aber innerlich denke ich, das kann keine Lösung sein.

Arbeiten – besser nicht

Ich sollte eindeutig öfters hier schreiben. Aber irgendwie bekomme ich das nicht wirklich auf die Reihe.

EEG ist rum. Dem Befund werde ich nach turnen können. Immerhin weiß ich mittlerweile, dass der Arzt des MVZ regelmäßig in den Teambesprechungen der PIA mit drin sitzt. Deshalb verwundert es mich immer mehr, dass man da keinen kleinen Dienstweg nehmen kann.

Meine Vermieter sind ruhig. Ok letzte Woche wurde wieder was in der Toilette vor meiner Wohnungstür gemacht und den Dreck durfte wieder ich weg machen. Und die Sachen auf dem Speicher sind nun alle gesichtet. Irgendwie wird es nicht weniger Zeug. Meine Perle versucht mich da zu beruhigen, denn es sind eben auch noch einige Bücherkisten da oben.

Seit etwa spätes Frühjahr 2012 gehe ich ja so halbwegs einer ehrenamtlichen Tätigkeit nach. Wobei ich immer noch bevorzugt gerne die Arbeiten machen, die sonst keiner machen mag. Die Arbeiten, die besonders begehrt sind, sind eh nicht meine Welt und ich weigere mich diese zu machen. Da es genügend Leute gibt, die das machen wollen, ist das auch kein Problem.

Bisher ergab sich diese Tätigkeit für einmal die Woche ein paar Stunden und alle paar Wochen mal mehr. An sich dachte ich darüber nach, ob ich nicht mehr Zeit darein investieren möchte, was aber an anderen Terminen scheiterte. Mittlerweile denke ich, mit dem einmal pro Woche reicht mir das eigentlich auch und alles andere wird mir zu viel.

Diese Tätigkeit ist an sich dadurch geprägt, dass man Ideen von mir fordert oder mir eben sagt, ich soll Ideen klar aussprechen. Oder mir Gedanken zu dem und dem machen. Ich bin da auch durchaus kreativ. Meine Ideen werden überschwänglich gelobt. Nur umgesetzt werden sie nicht. Teilweise mit fadenscheinigen Begründungen. Frau Sonnenschein meinte heute dazu, ja nichts ändern wollen. Das trifft es an sich. Man will zwar Ideen haben, um eben einiges zu verändern. Wenn aber Ideen kommen, werden diese nicht angenommen.

Letzte Woche war wieder so eine Sonderaktion. Bin ich natürlich sofort mit dabei gewesen. Nur war alles einfach nur chaotisch. Ich brauche da irgendwie klare Anweisungen. Bzw. es wird auch oft genug gesagt ich soll machen und nachher ist es doch nicht recht. Deshalb will ich Anweisungen.

Gelegentlich ist eine Frau mit dabei, die in etwa in meinem Alter sein müsste (+/-2 Jahre). Die kommt nur gelegentlich. Steht dann hauptsächlich rum. Brüstet sich aber später damit, was sie alles geleistet hat und das der Laden quasi ohne sie nicht laufen würde. Das nervt. Ich könnte Romane über sie schreiben.

So war ich also letzte Woche dort da und es war klar am nächsten Tag noch mal. Ich eh schon genervt weil alles so chaotisch war. Aber ok, mittlerweile gewöhne ich mich da langsam dran. Zum Abschied noch mal angesprochen, was die Umsetzung einer Idee am Folgetag betraf. Auf einmal ging das dann doch nicht. U.a. weil man am nächsten Tag nicht genügend Leute sei. Ich habe aber mitbekommen, dass man zu einige gesagt hat, man bräuchte sie am nächsten Tag nicht. Und mir war klar, der Hauptjob am nächsten Tag ist mir alleine. Was nicht sehr zu meiner Freude beitrug.

Mich hat das alles enorm beschäftigt. Die Gedanken kreisen da immer wieder drum. Auch das Bewusstsein, im normalen Berufsleben würde ich das nicht schaffen. Auch wenn ich bedenke, wie viele der Termine ich absagen musste, hauptsächlich wegen meiner Vermieter. Das hätte kein Arbeitgeber mit gemacht.

Ich sehe klar, dass ich mit den einmal ein paar Stunden voll ausgelastet bin. Die paar Stunden im Monat zusätzlich sind auch kein Problem. Aber mehrmals pro Woche wäre nicht drin. Hart sich das einzugestehen.

Dann empfinde ich die Tätigkeit zwar als etwas was mir gut tut. Auf der anderen Seite kommt es mir eben so sinnlos vor, Vorschläge machen zu sollen und dann hoch gelobt zu werden und es wird doch nichts umgesetzt. Oder das es bei wenigen Sachen wirklich klare Anweisungen gibt und die auch mit Grund und sich außer mir scheinbar keiner dran hält und ich das aber zum Teil ausbaden muss ( entweder weil ich dafür dann die Kritik bekomme oder weil ich die Fehler ausbaden muss, weil sie eben meine Tätigkeit betreffen). Und mir ist unklar, welche Ziele verfolgt werden sollen. Die sind zwar an sich klar definiert, aber es kümmert sich keiner drum diese zu erreichen. Bzw. ab und kommt dann Aktionismus durch und es muss alles sofort erledigt werden und liegt aber die Zeit dazwischen sinnlos brach.

Klar brachten mich die Gedanken dazu generell zum Grübeln über meine Berufstätigkeit früher. Erinnerungen. Wie es sich heute noch anfühlt, wenn man im elterlichen Betrieb arbeitet und der Vater nicht hinter einem steht. Man nur ausgenutzt wird. Andere Tätigkeiten, die mir eindeutig nicht gut taten, die ich aber machen musste, um eben aus dem ALG 1 Bezug raus zu kommen. Erinnerung an die letzte Tätigkeit, bei der schon der Probetag eine Katastrophe war. Die sich bis zum Ende zog. Runter machen vor Kunden, Verbote bestimmte Teile des Verkaufsraums zu betreten, Desinfektion der Toilette, nach dem ich sie benutzt hatte und so weiter. Was schlussendlich zu meinem ersten Aufenthalt in einer Tagesklinik führte. Im damaligen Arztbericht steht, Patientin glaubt! gemobbt worden zu sein. In jedem Mobbingratgeber stehen so Punkte drin, die mir dort passiert sind.

Ich an dem Punkt fest gestellt habe, ich werde immer die sein, die gemobbt wird. Eben weil für mich vieles normal ist. Ich habe es nie anders gelernt. Und ich habe das Gefühl, es kommen immer mehr Baustellen dazu, die an sich mal behandelt werden müssten. Ich den Weg weiterhin scheue und auch im Kopf habe, ich bekomme maximal 80 Therapiestunden, da bekommt man nicht mal die Hälfte der Baustellen bearbeitet.

Vor allem da sich ja auch eines durchs andere ergibt oder so? In dem Zusammenhang klar wieder der letzten Klinikaufenthalt und Anna in meine Gedanken tritt und so weiter.

Eine Neverending Story und ich wäre so gerne einfach nur normal!