Es geschehen Zeichen und Wunder

Ich habe demnächst endlich ein Bett. Ein wenig anders als erwartet und geplant und irgendwie bin ich immer noch sprachlos.

Die Woche klingelte mein Telefon. Wunderärztin. Ich könnte ab nächsten Mittwoch ein Bett haben. Sie haben sich überlegt, dass es sinnvoll sei, sich vorher mal mit den Behandlern zusammen zu setzen. Also sie, Behandler der Station und ich. Um abzuklären, was voneinander erwartet wird. Und damit keine alten Sachen aufgekocht werden.

Ich selbst war innerlich darauf eingestellt, dass ich eine Art Neuanfang will. Also kein wühlen meinerseits in den alten und schlechten Erfahrungen. Wobei das eindeutig auch ein Zeichen dafür ist, dass es mir nicht gut geht und ich Hilfe brauche. Wobei ich mich ansonsten gerade irgendwie ok finde? Wohl auch mit dem innerlichen Wissen, da kommt bald Hilfe? Ok und ich gehe meiner neuen Betreuerin aus dem Weg.

Klar habe ich Angst. Oder Sorge? Eher Angst. Was wenn ich dem Oberarzt über den Weg laufe? Wobei der so radikal abgenommen haben soll, dass ich ihn wohl nicht erkennen werde? Wie mit den teilweise wirklich zickigen Schwestern umgehen? Wobei ich da gerade ein wenig locker dran gehe – ich habe schweigen mittlerweile gelernt. Lesestoff habe ich auch genug. Beschäftigt wäre ich also im Zweifelsfall.

Das gemeinsame Gespräch wird am Montag statt finden. Zwischen Sozialen Kompetenztraining (hat dieses Jahr wieder begonnen – Montag das letzte Mal, dann ist erst mal 4 Woche Pause) und meinem Termin mit Frau Sonnenschein. Da habe ich eigentlich 1,5 bis 2 Stunden Pause. Was natürlich dann sehr viel sein wird am Montag. Aber das ist es mir Wert.

So eine Behandlung habe ich mir seit Jahren gewünscht. Das man gemeinsam schaut, wie was laufen könnte. Also zumindest hoffe ich noch, dass wir gemeinsame Wege gehen. Es gibt wenig, was ich wirklich ablehnen würde. Ok eines der Dinge wäre ein Entzug meines Schlafmittels. Wäre das nicht gewesen, würde ich heute wohl nicht mehr leben, weil ich mich heulend im Bett gewendet hätte und irgendwann wohl den letzten Schritt getan hätte.

Irgendwie habe ich mir das die letzten Jahre immer anders vorgestellt. Wie ich im Falle einer Aufnahme reagieren würde. Bockig passt ganz gut. Aber die Gedanken sind alle Weg. Denn ich will was ändern. Keine Ahnung wie und was. Aber so wie die letzten Monate geht es nicht weiter.

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Wohnungschaos 15

Seit gestern blogge ich hier genau ein Jahr. Ok als ich hier anfing zu bloggen, dachte ich nicht, dass ich dieses Jahr noch erlebe. Aber gut, gerade heute denke ich auch nicht, dass ich meinen nächsten Geburtstag noch erleben werde.

Ich war heute mit meiner Betreuerin bei meinem Vermieter, damit ich die Unterschrift endlich bekomme. Ja er dachte, das würde man in den Mietvertrag aufnehmen. Ich hätte das aber gerne getrennt. Er findet mich kleinlich. Immerhin würden sie ja mehr machen, als da drin steht. Das habe ich ja gar nicht gefordert (erst recht nicht erwartet). Großes Blabla wie viel das kostet und wie toll sie mir alles machen usw. Ich hab immerhin mal eingewendet, dass er will das ich da hoch ziehe und nicht ich. Und es waren auch alle Punkte genau so abgesprochen, wie sie da drin stehen.

Nun haben wir noch mal einen Termin bei meinen Vermietern. Ich bin gespannt. Rechne aber mittlerweile mit dem Schlimmsten. Irgendwie kam noch was ala sie wollen abgeklärt haben von wegen Abwohnung, weil sie da ja gerade sooo viel Geld rein stecken. Aber das kam richtig komisch. Meine Betreuerin meinte nachher zu mir, ob die mir evt. das Rauchen in der neuen Wohnung untersagen wollen? Ich bin gespannt. Aber ich habe klar auch Sorge. Immerhin liegt da dann Dielenboden. Ich überlege gerade, ob ich die Wohnung komplett mit Vorlegeteppichen auslege, damit ich auch ja nichts kaputt mache. Ob ich mich nur wie ein Elfchen in einem Porzellanladen bewegen darf?

Heute Nachmittag war ich am überlegen, ob ich meine Möbel nicht irgendwo einlagere und meinen Vater frage, ob ich 4-8 Wochen bei ihm wohnen kann. Hängt nur so viel mit dran. Unter anderem würden dann wohl die Sozialleistungen weg fallen, was ja auch richtig ist. Aber die ganze Beantragerei und so. Wohnung suchen muss ich dann auch. Und dann eben nehmen, was ich bekommen kann.

Momentan ist mir somit eher nach sterben zu mute. Und wir kamen vom Gespräch mit meinen Vermietern hoch, Betreuerin ist ins Wohnzimmer und ich war erst mal mich selbst verletzen. Auch nicht wirklich Sinn der Sache.

Wohnungschaos 14

Montag Vormittag. Ich hatte gerade das Blätterteiggebäck für meine Schwägerin fertig, welches sie statt Kuchen zum Geburtstag bekommen sollte. Küche habe ich ausnahmsweise auch gleich aufgeräumt. Da klingelt mein Vermieter. Der Elektriker sei da, man wolle mal nach meiner Küche schauen wegen der Anschlüsse. Also war mein Vermieter erst mal bei mir und wir sind dann hoch in die Wohnung.

Bei jeder Steckdose die ich mehr anregte, wurde komisch geschaut. Verstehe ich ja nicht wirklich. Wenn das eh gemacht wird, kommt es auf ein paar mehr Steckdosen auch nicht an. Aber ok. Die Steckdosen sind teilweise nicht wirklich sinnvoll geplant. Aber ok.

Badezimmer wird richtig „lustig“. Riesiges Badezimmer. Statt dem man die Einrichtung auf beide Seiten verteilt, ist bisher geplant, dass alles auf eine Seite soll. Also Badewanne, dann Toilette (ok das geht sicherlich nicht anders wegen dem Abfluss), dann Waschbecken und dann soll da noch die Waschmaschine hin. Der Trockner dann wohl auch. Auf die andere Seite werden dann nur die Thermen hin gehängt.

Dann die Ankündigung, am Dienstag sei der Installateur da. Wäre sinnvoll, wenn der auch in meine Wohnung könnte, wegen der Wasseranschlüsse für die Küche. Ich fragte ab wann der kommt. Irgendwas zwischen 9 und 10 Uhr. Ja ich würde da sein.

Später klingelte der Elektriker. Wir sahen uns das dann an. Gingen hoch. Sahen uns das dort auch an. Ok. Ich sprach an, ob es nicht sinnvoller sei, den Telefonanschluss wo anders hin zu machen. Der ist bisher zwischen Bad und Küche geplant. Hinstellen kann man dort aber kein Telefon. Ich weiß, dass ich das Telefon auf der anderen Seite im Schlafzimmer haben möchte. Wohnzimmer liegt ebenfalls auf der anderen Seite. Und wäre auch die einzige Möglichkeit eventuell im Flur was zu stellen. Er verwies darauf, dass das auch Mehrkosten sind.

Ich will sicherlich keine Luxusausführung, aber sinnig sollten die Installationen schon sein. Nun ja. Mittlerweile sehe ich zu, dass ich beim Packen dann alle Steckdosenleisten und Verlängerungskabel griffbereit habe. Neu sanierte Wohnung und ich kann von vorne herein mit Kabel quer durch die Wohnung legen planen.

Die Wohnung oben löste in mir gestern nur Angst aus. Ein Druck auf der Brust und das Gefühl, ich schaffe das nie. Ich finde die Wohnung weiterhin nicht schön. Die Fenster in den Wohnräumen sind schlimmer als die Fenster, die hier vor zwei Jahren ausgetauscht wurden.

Die Nacht war dann weniger toll. Ich saß hier und hatte richtig Schneidedruck. Wusste genau, wenn ich jetzt ins Bett gehe, endet das blutig. So wurde es später und später. Bis ich dann irgendwann ins Bett bin.

Somit heute morgen um 8.30 Uhr nur schwer aus dem Bett gekommen. Da ich aber die Klingel eben nicht höre wenn ich schlafe, musste ich raus. Bis 14.30 Uhr habe ich nun gewartet. War dann bei meinen Vermietern. Der sieht mich groß an was ich denn will. Ich nur so, ich dachte die Handwerker wollten kommen? Ja der war da. Aber man hat mich vergessen. Es sei ja soooo chaotisch gewesen. Boah ich hätte platzen können.

Der Installateur fängt wohl am 23. an. Ich dachte nur so, gut das ich das auch mal erfahre und dachte auch, ahja, dauert nun doch. Warum dann die Eile vorher? Ich meine, dafür das mal geplant war, dass ich Ende August bereits aus meiner Wohnung sein sollte und nun wird es wohl November. Tolle Sache. Hätte ich das gewusst, hätte ich anders gepackt!

Meine Betreuerin habe ich die Nacht geschrieben, ob ich einen Telefonjoker haben kann. Sie schrieb zurück, sie haben nach ihrem Urlaub so viel Arbeit und seien außerdem im Büro unterbesetzt und das geht nicht. Tolle Sache, dachte ich. Ich bitte um Hilfe und muss mal wieder Rücksicht auf Dinge nehmen, die mich nicht wirklich betreffen.

Vorhin dachte ich, geh erst zum Vermieter, dann kannst du Klingen suchen. Danach dachte ich, ich versuche doch meine Betreuerin erst zu erreichen, dann kann ich Klingen suchen. Klappt alles nicht wirklich. Neben mir die Schlaftabletten und ich denke nur, es wäre ein soooo kleiner Schritt und alle Probleme wären für alle gelöst.

Und bevor jemand auf dumme Gedanken kommt, ich kann mich glaubhaft von Suizidalität distanzieren!

Es gibt auch nette Psychiaterinnen

Gestern stand ja der zweite Termin bei meiner neuen Ärztin in der PIA an. Davor hatte ich ziemlich Angst. Aus vielerlei Gründen, hauptsächlich auch aus den schlechten Erfahrungen heraus, die ich in dem Haus bisher sammeln durfte. Wobei das Thema ja zumindest schon vorgegeben war. Immerhin wurde mir ja gesagt, die Ärztin würde mit mir über weitere Therapieangebote der Klinik sprechen.

Dem Wunsch mich selbst zu verletzen bin ich schon die Nacht vorher nachgekommen. Auch vor dem Termin noch. Aber irgendwie gerade alles nicht wirklich befriedigend. Klingt so doof- klar ist SVV doof und so und das weiß ich an sich auch. Da bringt das Wissen, ich schneide eh nicht tief, auch nichts mehr.

Dann stand ich vor der Klinik und wartete auf meine Betreuerin. Die ist nie pünktlich. Hatte ihr aber schon gesagt, dass sie doch um 13 Uhr da sein sollte, wenn um 13.15 Uhr der Termin ist. Und sie kam nicht und kam nicht und ich war immer aufgelöster. Angst mal wieder allein gelassen zu werden. Da tauchte sie dann doch noch auf.

Keine Ahnung, welche Erwartungen an sie mich hat. Ich halte es für relativ sinnlos, 5 Minuten vor dem Gespräch mit mir noch besprechen zu wollen, was der Inhalt des Termins sein soll.

Der Termin war wundersamer Weise relativ ok. Trotz Redeverbot über den letzten Klinikaufenthalt, durfte ich darüber sprechen. Oder nicht direkt, aber es bleibt nun mal nicht aus, dass ich darüber spreche. Diente an manchen Stellen sicherlich auch eher der Erklärung, warum ich so rum zicke. Wobei sie sehr viel Verständnis zeigte. Irgendwie scheinen ihr ein paar Sachen an der Klinik auch komisch zu sein.

Da sie aber auch erst seit ein paar Monaten da arbeitet, bleibt ihr nur übrig, sich zu wundern. Das Therapieangebot ist auch nicht wirklich der Bringer. Depressionsgruppe. Ich gleich, ich hab ja keine Depressionen. Sie meint aber, ich hab Depressionen. Immerhin etwas. Auch wenn Diagnosesammeln doof ist, finde ich es sinnvoll, alle „Kinder“ beim Namen zu nennen und die sich einzeln vorzunehmen. Ach ja die Gruppe machen Psychologen im Praktikum. Was für mich auch heißt, da wird ein ständiger Wechsel drin sein. Etwas was ich nicht möchte- ich brauche gleiche Ansprechpartner. Noch dazu sind meine Erfahrungen mit PiP ein Thema für sich. Klar müssen die lernen usw. Aber ich habe ebenfalls keine Lust mehr dazu, als Übungsobjekt zu dienen. Die Fehler die gemacht werden, die bügelt dann nämlich keiner aus.

Eine Vorbereitungsgruppe für eine Skillsgruppe. Jubel Trubel Heiterkeit. Wenn ich Skillsgruppe höre, liege ich schon eher bitter lachend unterm Tisch. Aber irgendwie gerade keine Lust, dass ausführlicher zu erklären. Wäre vielleicht mal Thema für eine Seite oder so. Aber ich bin schon froh, dass mir die gute Ärztin keine Vortrag gehalten hat, wie toll Skillsgruppen sind. Allerdings rät sie zu einer ambulanten Psychotherapie. Die ich ja ablehne. Da ich da dann auch nur noch heulend (und nicht mehr zu beruhigen) da saß, hat meine Betreuerin den Part übernommen. Ich hab wesentlich später gesagt, dass ich zurzeit eh niemand vertrauen kann und mich auf niemand einlassen kann- da meinte selbst die Ärztin, dann würde das zurzeit nichts bringen.

Alles in Allem war das Gespräch gut. Ich glaube ich kann mit ihr reden. Sehr sinnig, wenn scheinbar genau das nicht ihre Aufgabe zu sein scheint. Aber sie meint auch, ich hätte nun alle Psychopharmaka durch. Weiterhin bleibt für mich das Problem, dass ich nicht weiß, ob ich trennen kann, dass sie nett ist, aber eben halt auch Angestellte der Klinik. Was ich ihr aber auch gesagt habe. Komischerweise scheine ich nicht die einzige Patientin zu sein, die genau das Problem hat. Sind wohl auch schon einige wieder gegangen, obwohl sie die Ärztin nett fanden, aber mit der Klinik nichts mehr zu tun haben wollten.

Bei der Telefonseelsorge, die ich an dieser Stelle nur empfehlen kann, wurde mir mal geraten, dass sie ja auch ambulante Termine anbieten. Also direkt vor Ort und so. Und ich habe nun mal das Glück, ein Büro von denen am Wohnort zu haben. Da gehe ich heute zum zweiten Gespräch hin. Ich bin gespannt.

Mein bestes Cordon Bleu

Friedhofbesuch war relativ ok. Das Essen danach war ziemlich genial. Das war wahrscheinlich das beste Cordon Bleu, welches ich je gegessen habe. Ok das von Mama ist natürlich nicht zu toppen.

Ansonsten irre ich ziemlich verstört durch die Weltgeschichte. Einen unheimlichen Druck, den ich nicht wirklich näher definieren kann. Angst, nur weiß ich nicht wirklich vor was.

Wie jeden Montag, Termin bei der Sozialarbeiterin. Ok die ist nun erst mal im Urlaub. Passenderweise meine Betreuerin auch. Also zwei Wochen ohne Ansprechpartner.

Mal wieder fast heulend im Bus sitzen. Nachdem ich im Vorfeld schon endlos überlegt habe, ob ich mich nun selbstverletzte oder nicht. Dagegen hat an sich nur gesprochen, dass es doch wieder ausarten würde. Wieder mal vor der Klinik gestanden und überlegt, SVV oder nicht. Leider helle Kleidung angehabt.

Die Sozialarbeiterin war bereits vorgewarnt. War für mich absehbar. Meine Stimmung war letzte Woche schon nicht die Beste. Die hat dann auch nachgefragt, was denn der Auslöser sei. Und ich saß da, wusste nicht was ich sagen sollte. Am liebsten hätte ich ihr meine ganze Wut entgegen geknallt. Aber es gibt ja ein Redeverbot zu dem Thema. Sie fragte irgendwann nur, ob ich gerade überlege, wie ich meine Antwort in Worte fassen soll. Als ich dann sagte, dass sei ein Thema über welches ich nicht spreche darf…. naja irgendwie wirkte sie sauer.

Glauben die echt, die Probleme sind aus dem Weg, wenn man mir verbietet darüber zu sprechen? Glauben die echt, die Probleme sind aus dem Weg, wenn man mir sagt, es sei rum, ich soll los lassen? Etwas was ich nicht kann, weil es zu viele offene Fragen gibt und Fragen, auf die ich zu viele widersprüchliche Antworten habe.

Morgen habe ich den zweiten Termin mit der Ärztin dort. Macht mir Angst. Eben weil sie Angestellte der Klinik ist. Auch wenn meine Betreuerin mit dabei ist. Die allerdings nur maximal 3x mitgehen wird. Ob ich noch mal versuchen sollte, meiner Betreuerin zu sagen, dass ich alleine nicht zu der Ärztin gehen mag? Wäre zumindest ein klar formuliertes Bedürfnis.