Lebenszeichen

Irgendwie bin ich hier nachlässig geworden. Sorry.

Das Betreuungschaos zieht sich noch. Ich habe nun Persönliches Budget beantragt. Was äußerst schwierig war. Denn vor Ort ist es total schwer an eine Betreuerin zu kommen, die nicht an eine Organisation gebunden ist. Ich habe nun jemand, bei der ich hoffe, dass es klappt. Sie ist anders als meine bisherigen Betreuerinnen. Allerdings könnte das ja auch andere Sichtweisen bringen. Allerdings warten wir nun auf ein Gespräch mit dem Kostenträger, welches Anfang August statt finden soll.

Ich hatte zwischenzeitlich Geburtstag. War enttäuschend, wie fast jedes Jahr. Bruderherz im Urlaub und mein Vater wollte mit mir essen gehen. Ich soll was aussuchen. Als ich ihm meine Wahl mitteilte, kam mal wieder eine ellenlange Liste mit Vorschläge die er besser fand und dem Hinweis, ich soll noch mal darüber nachdenken. Als er das nächste Mal fragte, sagte ich ihm, dass er entscheiden soll, weil ich es Leid bin, dass er mir jedes Jahr wieder sagt, was wir doch besseres machen könnten. Er war sauer, ich war sauer. Schlussendlich sollte es dann doch dorthin gehen, wo ich zuerst hin wollte. Die hatten dann Ruhetag. Ich entschied mich für was anderes, was er vorher aufgezählt hatte und in dem Moment in dem wir los gingen, kam er wieder damit, dass wir doch auch da und da hin gehen könnten.

Ich habe für mich nun entschieden, dass ich das nicht mehr will. Das Spiel spielen wir nämlich seit Jahren. Ich lade zum Essen ein und er erzählt mir, dass wir doch besser essen gehen sollten. Als ich fragte wo er denn hin will, nannte er ein Lokal, welches ich gar nicht mehr mag. Als ich das, zum wiederholten Male, ansprach kam nur: Aber er geht da gerne hin. Ich habe dann halt ja gesagt und dann gings rund. Ich soll einen Tisch bestellen. Nein Papa. Ja aber. So hat er mich dann tagelang terrorisiert. Ich soll einen Tisch bestellen.

Am Tag vor meinem Geburtstag rief er dann an, er muss mir nun unbedingt was bringen. Ja ok. Da fing er dann wieder an. Ich soll einen Tisch bestellen. Nein Papa. Er nur: Ich soll endlich mal sagen, was ich denn will. Ich nur so, dass ich das doch klar gesagt hätte und zum Essen eingeladen hätte. Großes Schweigen… dann die Frage ob man das jetzt noch ändern kann.Samstag Abend kurz vor Ladenschluss – nein kann man nicht.

Ich habe ihm erzählt, dass ich ein paar Tage später mit Frau Sonnenschein in mein Lieblingsrestaurant gehe. Er meinte zu meinem Geburtstag dann nur, er ruft mich später noch mal an und teilt mir mit, was wir am nächsten Tag machen. Er rief dann freudestrahlend an und teilte mir mit, dass wir in mein Lieblingslokal gehen würden. Klar welche Freude. *ironie*… er würde anrufen, wenn mein Bruder bei sich los fährt.

Was für mich an sich heißt, ich habe noch 20-30 Minuten. Ich nur so, wann das in etwa ist. Rumgedruckse, aber ich hatte eine Auskunft. Am nächsten Morgen halt aufgestanden, um ein braves Kind zu sein und zum Mittagessen da zu sein. Klingelt mein Telefon, während ich noch in Unterwäsche da sitze. Mein Vater. Er geht jetzt los. Ich nur wohin denn? Ja Bruderherz sei ja gleich bei ihm. Ich hab das schon gar nicht mehr kommentiert, hab mich angezogen und bin zum Treffpunkt los gerannt. Bruderherz und Frau stocksauer – keine Ahnung was Vatern ihnen erzählt hat. Mein Bruder meinte nur zu mir, nachdem ich ihm erzählt habe was los war, dass Vatern eben so ist.

Und das war nun nur ein Geburtstag vor Jahren. So läuft es aber seit Jahren. In den WM und EM Jahren sehe ich bereits im Dezember nach, wer an meinem Geburtstag spielt. Plane dann mit ein, wer evt. wann welches Spiel sehen möchte. Plane Freizeitaktivitäten meines Vaters, Schlafbedürfnis meines Vaters, Arbeitszeiten meines Bruders und evt. Fernsehprogramm meines Vaters mit ein, bevor ich mir Gedanken mache, was wir wann wie machen könnten. Und meistens endet es damit, dass mein Vater irgendwie mir immer sein Ding aufdrängt.

Ab sofort feiere ich an meinem Geburtstag nicht mehr. Noch wissen meine Angehörigen das nicht. Die werden richtig sauer sein. Was mir egal ist. Ich will an meinem Geburtstag machen was ich will und zu den Uhrzeiten, zu denen ich will.

Die geplante stationäre Therapie rückt auch in greifbare Nähe. Letzte Woche wollte man mich von einem Tag auf den anderen aufnehmen. Ich hatte aber im Vorfeld bereits gesagt, dass ich Vorlauf brauche. Nun stehe ich halt weiter auf der Warteliste. Es macht mir Angst. Aber ich habe auch Hoffnung auf Veränderung.

Laut Frau Sonnenschein merkt sie mir an, dass ich ein Soziales Kompetenztrainig gemacht habe. Ich hätte mich zum Vorteil verändert. Ich nehme es einfach mal als Kompliment.

Dafür klappt es an anderen Stellen gar nicht. Ich habe ja auch eine Haushaltshilfe. Die mir an sich helfen sollte. Meistens wischt sie nur kurz durch und im Bad mal dünn drüber und labert mich voll. Wenn ich nicht aufpasse, labern wir über 2 Stunden. Absolut witzig finde ich (Achtung Ironie), dass sie mir zeitweise mehr abrechnen. Eine Abrechnung habe ich gesehen, da steht eine ganze Stunde mehr drauf. Kommentierte meine Haushaltshilfe damit, dass mir ja kein Nachteil entsteht, da ich ja die Leistungen nicht aus eigener Tasche bezahle und der Kostenträger mir nicht verbrauchte Beträge ja auch nicht auszahlt.

Dafür waren meine Vermieter zugänglich, als ich erzählte, dass ich demnächst längere Zeit zur Therapie weg bin und niemand habe, der die Treppe putzt.

Es kann also nur aufwärts gehen :-)

Und apropos Grenzen setzen – eben bei meiner Familie oder meiner Haushaltshilfe, mit einer Freundin gibt es gerade auch das Problem, dass sie mir was aufdrücken möchte, was ich nicht will. Hier: Grenzen setzen finden sich ein paar wirklich gute Tipps.

 

 

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Betreuungswirrwarr

Wie ich bereits in einem anderen Beitrag erwähnte, habe ich ja bei der Organisation, die mich ambulant betreut, Akteneinsicht gewollt. Die ganz alten Sachen sind nicht auffindbar. Von den aktuelleren Sachen auch nur was den jetzigen Betreuungszeitraum betrifft.

Ich fand das, was ich lesen konnte, recht interessant. Mal eine andere Seite lesen und so. Mittlerweile habe ich also durchaus ein gesteigertes Interesse an meiner Akte. Leider interessiert mich noch eine Sache aus dem letzten Betreuungszeitraum interessiert mich extrem.

Im Laufe des letzten Termins vor drei Wochen, sprach ich auch an, dass ich meiner Betreuerin nicht vertraue und sie mir Angst macht. Im Laufe des Gespräches meinte sie, dass sie es gut findet, dass ich so ehrlich bin. Sie versprach mir mehrfach, dass sie sich darum kümmert und das mein „Geständnis“ nun nicht das Ende meiner Betreuung bedeuten würde. Das hat sie, zumindest sinngemäß, mehrfach gesagt.

So trat ich dann heute meinen Termin an. Mittlerweile war ich selbst innerlich zur Selbstaufgabe bereit. Die Diskussionspunkte waren für mich konstant die selben: Es war ein großes Problem, dass ich tatsächlich einen Wochenrhythmus habe, an dem ihre Vorgängerinnen zum Teil hart gearbeitet hatten, der aber mit ihrem Dienstplan nicht kompatibel war…. und ein weiteres Problem war, mein Wunsch nach Akteneinsicht. Bzw. auch, dass ich Sachen und Abläufe, die ich nicht verstanden habe, hinter fragt habe. Somit war mir nur wichtig zu erfahren, ob eine weitere Akteneinsicht möglich ist und ansonsten hätte ich die Terminplanung in ihre Hände gegeben und hätte halt andere Termine dafür abgesagt.

Schlussendlich – nun ja – sie möchte meine Betreuung gerne abgeben, weil sie wenig Sinn darin sieht, wenn ich meine Zeit weiter nur bei ihr absitze. Im Austausch mit ihrem Chef, seien sie oder er – keine Ahnung mehr – der Meinung, eine weitere Zusammenarbeit mit ihrer Organisation sei nicht möglich, weil ich ja eindeutig kein Vertrauen mehr hätte und zu misstrauisch sei.

Eine weitere Akteneinsicht sei auch nicht möglich, teilte man mir vorher mit, weil die Teile doch tatsächlich verschwunden seien. Wisst ihr, da verlangt jemand, dass ich meine Daten freigebe, mir wird Null erklärt wieso, warum und an wen in welchem Umfang Daten weiter gegeben werden, man teilte mir mit dem selben Schriftstück, dass ich unbedingt unterschreiben muss mit, dass ich jederzeit Akteneinsicht haben kann und dann sind Teile meiner Akte verschollen. Findet ihr das vertrauenswürdig?

Ganz großes Problem vor Ort ist, dass es zwei Organisationen gibt, die betreuen. Zumindest was psychisch kranke Menschen betrifft. Meine Schlafmittelabhängigkeit reicht leider! nicht aus, um eine Betreuung über die Suchthilfe zu bekommen. Die dort wirkten nämlich nett und interessiert und vor allem bemüht.

Die Organisationen arbeiten nach Stadtgebieten. Die Organisation, die mich bisher betreute, hat noch einen anderen Standort. Nur ist die Entfernung zu mir eigentlich zu groß. Und die andere hat generell einen schlechten Ruf. Was mich außerdem sehr verwundert, dass mir mal klar gesagt wurde, es wird streng nach Einzugsgebiet betreut.

Ich werde nun seit über 10 Jahren – sorry ich wurde…. durch die Organisation betreut. Es gab beim Wechsel von Betreuerin 1 zu Betreuerin 2 Probleme. Die Zeit mit Betreuerin 3 lief sicherlich nicht immer gut, aber sie hielt über 7 Jahre. Die wurde beendet, weil man keine Langzeitbetreuungen mehr machen wollte. Mit der 4. war es nun ja Thema für sich und mich hat die Art des Betreungsende ein riesiges Problem gemacht. Ok kombiniert damit, dass sie mich in Krisensituationen, in denen ich klar um Hilfe gebeten habe, mir selbst überlassen hat und ihre Bedürfnisse in den Vordergrund stellte. Und Betreuerin 5 mehr als nur Thema für sich war. Wir sind so gegensätzlich, dass sich das schon nicht mehr ergänzte.

Und es an sich erst seit dem Thema letzter Betreuerwechsel Unstimmigkeiten gibt. Die bisher mit so Sätzen wie: Sie sind aber misstrauisch etc pp niedergemacht wurden. Es ist also das erste Mal das es im Endeffekt mit mir richtig Probleme gibt. Statt aber nach gemeinsamen Lösungen zu suchen, teilt man mir eben mit, dass die Betreuung mit sofortiger Wirkung beendet ist.

So wünsche ich mir den Umgang mit psychisch kranken Menschen  *ironie*.

Verstoert im Betreuungschaos

Eigentlich wollte ich über meine Versuche als Normalo zu Leben berichten. Ich habe beim Schreiben aber gemerkt, dass alleine das Betreuungschaos ein abendfüllender Bericht werden würde. Deshalb nur ein Bericht über das momentane Betreuungschaos.

Ich versuche weiterhin, eine Betreuung zu finden. Mittlerweile habe ich die Versuche schon schriftlich aufgelistet, um nicht konstant antworten zu müssen, habe ich schon gemacht. Das ist mittlerweile über eine DIN A 4 Seite. Leider ohne Ergebnis.

Der Kostenträger zuckt eher mit den Schultern. Man kennt das Problem. Aber ich muss mich halt weiter drum kümmern. Und wenn ich niemanden finde, habe ich eben Pech gehabt.

Meine momentane Betreuung? Ich habe bereits Anfang Dezember angekündigt, dass ich Akteneinsicht will. Das habe ich vor ein paar Wochen dann eingefordert. Mit dem Hinweis, wir fangen bei 2006 an. BeWo habe ich seit irgendwann 2006. Meine Betreuerin war erstaunt, wusste davon auch nichts. Wie war das mit fachlichem Austausch?

Man hat einen Teil meiner Akte bei geschafft.Im Laufe der Jahre hat es eine Umstellung des Computersystems gegeben. Auf die alten Sachen hätte nur eine Kollegin Zugriff und die kann meine Akte nicht finden. Auch hier fragte ich mich, wie es sein kann, dass man von mir fordert, dass ich alle Daten frei gebe, mit dem Argument, JEDER muss über mich informiert sein oder die Möglichkeit haben, sich zu informieren und nun hat nur eine Person überhaupt Zugriff.

Ganz eigenartig ist, dass ein Teil der Doku ab 2008 handschriftlich ist und man dann scheinbar doch am PC dokumentiert hat. War aber teilweise ganz witzig zu lesen. Weniger witzig fand ich, dass in der Akte auch ausgedruckte Mails von mir waren. Als meine damalige Betreuerin endlich auch Mails nutzte, hatten immer zwei Mitarbeiter Zugang zu einer Mailadresse. Mir wurde aber versichert, nur SIE liest meine Mails. Das habe ich auch mehrfach hinterfragt. Und nun finde ich meine Mails in der Akte, auf die jeder Zugriff hat. Ich hätte die Mails zwar entfernen dürfen. Aber meine neue Betreuerin sagte mir auch, dass sie! jederzeit Zugriff auf die Mails hat. Und die Mailadresse wurde NIE von ihr genutzt. Aber sie hat Zugriff. Und das sei ja auch wichtig, weil sie ja über mich informiert sein müsste. Ganz ehrlich? Ich hätte manche Mail nicht geschrieben, wenn ich gewusst hätte, dass da alle Mitarbeiter meine Mails lesen können und dürfen.

Und ich habe der damaligen Betreuerin vertraut  und nun sitze ich da und mein Vertrauen fühlt sich mit Füßen getreten an. Erster Gedanke war, ich schreibe ihr eine Mail. Dann fiel mir ein, dass auch die dann in meiner Akte landen wird.

Meine Betreuerin meinte zu mir, dass ich mich in meiner Akte ja jetzt besser auskenne als sie. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Ich konnte mir ein: Nicht mein Problem! nicht verkneifen. Immerhin kann sie ja drin lesen, wenn sie das will und ich kann absolut nichts dagegen machen.

Faszinierend war dann das Thema nächster Termin. Bisher arbeitete sie nur Vormittags und an einem Tag, an dem ich Nachmittags eh nicht könnte, auch am Nachmittag. Was für mich ein ganz großes Problem war. Nun teilte sie mir mit, dass sie ihre Stunden erhöht hat und an dem einzigen Tag, an dem ich kann eben auch Nachmittags arbeitet. Nur doof, dass ich da auch meine Arzttermine hinlege und noch ein anderes Angebot einmal im Monat Nachmittags an dem Tag statt findet. Mittlerweile war ich sogar bereit in den für mich sauren Apfel zu beißen und an dem Tag mit dem zusätzlichen Angebot eben Vormittags zur Betreuung gegangen wäre. Was an sich selten dämlich ist, weil ich gegen 11 Uhr den Termin gehabt hätte, der bis 13 Uhr gegangen wäre. Ich danach nach Hause wäre, um mich kurze Zeit später wieder auf den Weg in die selbe Richtung zu machen, um den Termin um 15 Uhr wahr zu nehmen.

Nun ja, statt Vormittags arbeitet sie an dem Tag Nachmittags. Wie sie da auf eine Stundenerhöhung kommt, weiß ich nicht. Ich fühle mich da mal wieder angelogen. Im Laufe der Terminsuche wollte sie einen anderen Tag versuchen. Ich zählte, mal wieder, auf, wann ich was mache und ihr wurde klar, dass nur der Tag geht. Und dann meinte sie, sie kann sich ja nicht merken, was ihre Klienten an Terminen haben. Nur doof, dass in meiner Akte ganz vorne drauf ein Zettel hängt, auf dem meine festen Termine stehen. Und ich erwarte an sich schon, dass ich nicht bei jedem Termin von Neuem erklären muss, welche Termine ich sonst noch so habe.

Vieles erledige ich mittlerweile alleine. Nicht wirklich immer gut. Ich merke, dass ich Unterstützung und Hilfe brauchen würde. Aber ich würde auf keinen Fall meine jetzige Betreuerin fragen.

Am Liebsten würde ich die Betreuung hin schmeißen. Der Kostenträger rät gerade dazu, dass ich die Betreuung nicht hin schmeißen soll. Wohl auch, weil es scheinbar so gut wie unmöglich ist, vor Ort eine Betreuung zu finden, die nicht an eine Organisation gebunden ist.