Monatsrückblick September 2015

Der September war anstrengend. Das passt wahrscheinlich recht gut.

Anfang September stand eine größere Aktion meiner ehrenamtlichen Tätigkeit an. Das klappte relativ gut und ich habe mich bereits im Vorfeld von einigen Punkten klar distanziert.

Am Abend war ich dann noch auf einer Grillfeier. Nicht wirklich freiwillig. Aber es hat mir recht gut gefallen. Und ich kam zumindest mal unter Leute.

In der Woche drauf habe ich einer Bekannten beim Umzug geholfen. Das hatte ich Wochen vorher schon angeboten. Allerdings hatten wir keine Kontaktdaten und sie hat mich zufällig getroffen. Dienstags getroffen, mit der Aussage, sie zieht am Wochenende um und es ist noch kein Stück gepackt. Kartons hatte sie auch so gut wie keine.

So stand ich dann Samstags Morgens um 8 Uhr auf der Matte. Eine Zeit, zu der man mich an sich freiwillig nirgends hin bekommt. Die Wohnung war generell Thema für sich. Es blieb uns wirklich nichts anderes übrig, als einfach alles irgendwie einzupacken. Ich befürchte meine Bekannte ist bis heute damit beschäftigt Wäsche zu waschen.

Dann musste sie mehrfach weg fahren, um irgendwelche Leute irgendwo zu holen und mich wohin zu bringen, zu holen und keine Ahnung. Somit habe ich mich breitschlagen lassen, auch am Sonntag noch zu helfen. Und wer war nicht da? Sie. Sie kam irgendwann und der Rest des Umzuges lief chaotisch weiter.

Allerdings kam mir vieles aus meinem Leben bekannt vor. Ich habe ihr nun angeboten, ich würde sie dabei unterstützen Hilfe zu bekommen. Sie muss das Angebot an sich nur annehmen.

Nach dem Umzug war ich dann mal wieder krank und das zieht sich an sich bis heute. Ok ich war zwischenzeitlich mal ein paar Tage halbwegs gesund.

Leider hat sich das auch umgehend auf meine Psyche ausgewirkt. Frau Sonnenschein hatte Urlaub und so fielen die Termine schon mal weg. Meine neue Betreuerin war auch im Urlaub. Meine alte Betreuerin hat Vertretung gemacht. War dann aber die letzte Urlaubswoche auch im Urlaub. Und die Vertretung der Vertretung sollte an sich anrufen und es endete schlussendlich damit, dass ich förmlich um das Gespräch gebettelt habe.

Meine Vermieter haben hier oben auch mal wieder geräumt. Der ganze Kram steht bei mir auf dem Stockwerk rum. Da stört es ja keinen. Und ich bin ja keiner. Meine Nachbarin, die alle paar Wochen mal übers Wochenende da ist. hat dann Sonntags Nachts noch irgendwas zwischen meine Wohnungstür und einem Schrank vor meiner Wohnungstür gestopft. Das würde sie vor ihrer Tür stören. Da ist massig Platz und sie ist eh nie da.

Den Dreck habe ich mittlerweile auch mehrfach weg gewischt. Dann war noch ein Handwerker in den Räumen, die meine Vermieter hier oben noch haben und der hat massig Dreck hinter lassen.

Nun haben wir einen neuen Mieter im Haus, der im Keller räumt. Ich habe schon immer den kleinsten Keller im Haus. Bzw. hatten die anderen Mieter immer einen großen Keller und einen Kohlekeller und ich eben nur so einen Kohlekeller. Die Kohlekeller will der neue Mieter, wohl in Absprache mit unseren Vermietern, die Kohlekeller abreißen, um mehr Platz zu schaffen.

Nun räumt der eben den alten Kram raus, der noch von alten Mietern ist. Kam nun auf mich zu, dass er meinen Keller auch abreißen will. Evt. kann ich einen großen Keller bekommen. Letzter Stand war nun, dass ich aus meinem Verschlag umziehen soll und dann irgendwann später noch mal umziehen soll. Warum ich nun zweimal umziehen soll? Man könne meinen Vermietern nicht zumuten, die großen Keller nun durch zu sehen.

Ich hatte große Schwierigkeit an ihm nicht den Zorn auf meine Vermieter auszulassen. Ich habe mir ein: Ich bin ja eh nur geduldet! nicht verkneifen. Alleine schaffe ich es eh nicht den Keller auszuräumen. Ich warte nur drauf, dass meine Vermieter mir mitteilen, dass ich ja keinen Keller brauche, weil ich ja den Speicher nutzen kann. Ich brauche den Keller aber, weil ich einen Teil meiner Getränke dort lagere, da ich nicht alles auf einmal hier hoch schaffen kann. Und dort sind eben auch Sachen, die ich noch brauche, aber eben in meiner jetzigen Wohnung nicht stellen kann.

Während ich krank war, stellte sich auch raus, dass mein Bruderherz zu Lebzeiten meiner Mutter in meinem Handyvertrag rum gepfuscht hat. Ich zahle nämlich fleißig 50 Cent die Einheit. Laut Anbieter läuft das Handy aber auf meinen Bruder und ich kann da nichts dran ändern. Wir haben es bisher nicht geschafft, da mal zusammen hin zu gehen. Der Umstand ist seit 2 Jahren bekannt. Nun habe ich eine SMS bekommen, dass die mir den Vertrag kündigen. Als ich bei ihm nachfragte, meinte er, er hat da was Schriftlich bekommen und da fiel ihm eben ein, dass da irgendwas war. Er meinte nun locker flockig, ich soll entweder aufladen oder das Ding eben auslaufen lassen.

Da ist aber noch Guthaben drauf. Ich habe zwar mittlerweile ein neues Handy mit neuer Karte, aber es ärgert mich doch. Außerdem kamen viele Erinnerungen hoch. Als meine Mutter krank war, durfte ich vor allem die Dreckarbeit machen. Als sie ein neues Handy wollte, freute ich mich darauf, das Handy kaufen zu dürfen und dann durfte mein Bruder das machen.

Ich komme mir mittlerweile nur noch vor wie ein Stiefkind. Egal in welcher Situation. Wenn mein Vater und mein Bruder irgendwas ausmachen und ich übergangen werde. Bei Erinnerungen an meine Mutter. In Situationen mit meinen Vermietern.

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Monatsrückblick Mai

Der Mai hatte es in sich und ich habe so ziemlich alles durch. Aber daraus resultierend habe ich nun angefangen neue Wege zu gehen.

Ich war am Anfang des Monats eher überdreht. Sehr überdreht. Aber es hat sich gut angefühlt. Richtig gut sogar. Davon ist relativ wenig übrig, denn Hochmut kommt nun mal vor dem Fall.

Ich habe ja bereits berichtet, dass ich ehrenamtlich arbeite. An sich macht mir das total viel Spaß. Allerdings fällt es mir zeitweise schwer den Anweisungen meiner Chefin zu folgen. Einfach weil ich manche Dinge nicht wirklich nachvollziehen kann und weil sie ständig widersprüchliche Anweisungen gibt. Teilweise auch fünf verschiedene und sich widersprechende Anweisungen zu einem Thema in dreißig Minuten.

Dann ist das Ding generell recht groß geworden. Sie hat teilweise nicht mehr wirklich den Überblick. Möchte aber über alles die Kontrolle haben. Da andere Helfer aber der Meinung sind, man kann auch mal selbst was entscheiden, gibt es immer wieder Ärger. Leider ist sie aber nicht immer greifbar um sie zu fragen.

Nun machte ich einen Vorschlag zu etwas. Machte mich dann auch kundig, ob es Möglichkeiten gibt und teilte ihr mit, es gäbe Möglichkeiten. Ja ich soll ihr das mal aufschreiben. Da ich es persönlich doof finde, wenn man Links von einem Zettel abschreiben muss, habe ich ihr alle Links per Mail geschickt. Die kann man dann anklicken oder schnell kopieren.

Ich habe weder geschrieben man muss das machen. Es waren auch aufwendigere Dinge mit dabei, die aber in anderen Bereichen bisher hoch bejubelt wurden. Ich stehe dem kritisch gegenüber, habe sie aber wegen der Vollständigkeit eben mit dazu gepackt. Also eine reine Liste.

Nun ja, dann bekam mich ihr Mann, den ich als Chef ansehe, in die Finger. Was mir einfallen würde, ihm so ein Pamphlet zu schicken. Ich hatte ihre Mailadresse benutzt. Das die Mails alle bei ihm landen wusste ich nicht. Machte mich runter ala ich hätte ja so viel Zeit usw und ich soll das doch dann machen. Ob ich der Meinung sei, sie hätten nicht genug zu tun und ihnen sei langweilig usw.

Alles vor den anderen Kolleginnen. In einem Ton der sich gewaschen hatte. Ich würde alles an mich reißen wollen usw. Warum ich das noch nicht in die Wege geleitet habe. etc pp. Ich kann doch nirgends anrufen und sagen ich bin von Organisation X und wollte das und das. Doch doch hätte ich machen können. Vorher war noch das Thema, weil jemand was hinter dem Rücken der Chefin gemacht hat. Also wieder ein Widerspruch.

Auf der Arbeit sei die Arbeit seit Wochen vergiftet und das nur wegen mir, ob mir das nie aufgefallen sei. Da fiel ich aus allen Wolken. Wendete mich an die Kolleginnen von wegen ob das stimmt, denn ich hatte einen ganz anderen Eindruck. Er unterbrach mich, ich wendete ein, dass ich gerade nicht ihn gefragt habe. Die Kolleginnen sahen alle sehr ungläubig aus und meinten dann auch, dass sie wunderbar mit mir zurecht kommen. Falls ich mal nervig sei, stellen sie eben auf Durchzug.

Eine Kollegin hatte sich vorher schon hinter mich gestellt. Sie fände gut was ich mache. Ich hätte immer so tolle Ideen usw. Was allerdings eben auch anstrengend ist, da meine Chefin ständig nach Ideen fragt, um mir dann zu sagen, dass das ja alles nicht geht.

Generell ist es schon öfters so gewesen, wenn Chef schlecht gelaunt ist, dann lässt er es an mir aus. Und mich kotzt das nun endgültig an. Weil es teilweise eben auch sehr persönlich wird und ihn das nichts angeht. Über mein Privatleben rede ich generell eh selten. Somit hat er auch keine Ahnung, wie viel Zeit ich habe und so weiter.

Abends kam dann eine SMS, dass man ein gemeinsames ruhiges Gespräch möchte. Mir graute es davor, weil das eine 2 gegen 1 Situation gewesen wäre. Ich hab nur am nächsten Tag mit einem kurzen Ok geantwortet, denn mir ging es halt wirklich richtig schlecht. Inkl. heulendes Telefonat mit meiner Betreuerin und SVV.

Da ich ihr nicht aus dem Weg gehen kann, weil wir automatisch wo zusammen treffen, habe ich mich für die kurz gefasste SMS entschuldigt. Sie war froh, dass ich mich überhaupt gemeldet habe. Wir hätten vielleicht früher mal reden sollen, meinte sie. Ich habe ihr halt auch gesagt, dass es mir darum ging, für die Organisation das möglichst beste raus zu holen usw. und ich es nicht böse meinte. Bat auch ein Gespräch mit meiner Betreuerin an.

Mittlerweile scheint alles vergessen? Ich sehe zu, dass ich ihm aus dem Weg gehe. Meine Ideen mehr für mich behalte und wenn sie konkret fragt, eben auch mal sage, wie doof das ist, wenn nachher ja doch alles (angeblich) nicht geht.

Mir ging es an sich damit richtig mies was war. So mies, dass ich ernsthaft über einen Klinikaufenthalt nach dachte. Ich, die seit Jahren jeglichen stationären Rahmen ablehne. Mich hat vor allem die Art verletzt. Und das persönliche. Und ich stand da leider auch nicht alleine da mit dem Gefühl, nicht zu wissen, was nun eigentlich los ist.

Allerdings wurde ich danach von alle Kollegen in irgendeiner Form angesprochen. Ich glaube die haben das alle nicht gut gefunden.

Daraus resultierend ist mir aber auch bewusst geworden, dass mir eindeutig Soziale Kompetenzen fehlen. Also suche ich derzeit nach einer Möglichkeit ein Soziales Kompetenztraining zu machen. Bieten hier aber nur die PIAs an. An eine bin ich angebunden, somit nimmt mich die andere nicht. Und meine PIA – nun ja mit der Gruppenleiterin gabs bisher auch Probleme und ich kann sie leider auch nicht wirklich ernst nehmen.

Ich habe aber nun beschlossen, für mich mitzunehmen was geht. Alles andere auszublenden. Wobei es noch drin ist, dass die Gruppenleiterin mich ablehnt. Wobei ich hier ja auf persönlicher Gründe tippe. Mal sehen wie sie das umschiffen wird.

Ansonsten habe ich ab Juni eine neue Betreuerin, die ich bereits im Mai endlich mal kennen lernte. Wirklich wohl ist mir dabei nicht. Allerdings ist sie nett. Meine alte Betreuerin hat mich nun aber über 7 Jahre betreut und mir fällt das klar schwer, weil sie eben auch ein Teil meiner Geschichte ist und ich gerade das Gefühl habe, da verschwindet ein Stück von mir.

Suizidale Pause oder?

Wie sollte es anders sein, meine Suizidalität stieg und stieg. Aufstehen und schon denken, ich wäre gerne tot. Inkl. meiner Betreuerin versprechen müssen, dass sie mich wieder sieht. Ich hasse das. Aber irgendwie tut es gut zu wissen, dass sie da ist.

Irgendwie scheint die Phase aber gerade mal vorbei zu sein. Ich bin zwar nicht wirklich happy, aber nicht mehr mit so einer Todessehnsucht behaftet. Wohlwissend das auch das bald wieder rum sein wird.

Die Woche war ich mal wieder für mein Ehrenamt unterwegs. Ok da gehe ich jede Woche hin und alle paar Wochen eben auch zu größeren Aktionen. Meine Chefs waren bis vor zwei Wochen im Urlaub und irgendwie war es ohne sie richtig angenehm. Wir anderen konnten mal ohne Kontrolle und ständig wechselnden Anweisungen arbeiten.

Ich kann mit dem Chaos so gar nicht mehr umgehen. Einfach weil mir nicht klar ist, was von mir erwartet wird. Und sich eben die Anweisungen so widersprechen. Ansprechen bringt wenig, denn ihr (Chefin) ist das ja alles klar.

Letzte Woche stand ich wie verabredet am Treffpunkt. Überpünktlich. Rauchte noch eine, da kamen Chefs schon. Er sagte noch nicht mal Guten Morgen, sondern sagte mir als erstes, dass Rauchen ja ungesund ist. Später kam noch ein kurzer Vortrag das Cola-Light nicht gesund ist. Ich schätze solche Einmischungen in mein Leben nicht. Und ich habe keinen behindert. Geraucht habe ich im Freien und mein Cola-Light bringe ich mit und nehme auch mein Leergut wieder mit.

 

Bratwurst ohne Anna

Samstag stand das allsamstägliche Bratwurstessen mit Vatern an. Das machen wir an sich jeden Samstag, wenn ich nicht gerade einen unpassenden Tafeltermin habe. Heute klappte es mal wieder. Während wir da standen und aßen und plauderten schweift mein Blick durch die Gegend. Auch zur Schlange am Stand. Und da nickt mir eine junge Frau freundlich zu. ANNA.

Damit habe ich gar nicht gerechnet, gebe ich zu. Irgendwie hatte sie mich auch so lange angeschaut, bis ich geschaut habe? Bisher war ich auch der Meinung, sie ernährt sich zumindest vegetarisch, wenn nicht sogar vegan.

Komisch das ich in den letzten Tagen wieder vermehrt an sie denke. Schreib ich den Brief nun oder nicht? Gedanklich am verfassen bin. Immer wieder die Frage an mich, was ich erwarte? Ich würde ja sagen, ich hoffe auf Kontakt…. mache ich das? Irgendwie würde ich einfach gerne verstehen, warum es damals so passiert ist. Warum sie mich verlegt hat. Warum mir immer wieder gesagt wurde, man sei ja aus allen Wolken gefallen, weil ich von jetzt auf gleich Suizidgedanken geäußert habe. Warum mir niemand wirklich zugehört hat. Immerhin beweist die Dokumentation ja, dass ich im Vorfeld mehrfach darüber gesprochen habe.

Die Ehrenamtaktion klappte ganz gut. Ich kam zum Aufbauen und ging wieder und kam zum Abbauen und blieb da auch nicht bis zum Schluss. Wurde akzeptiert. Und ich bin gelobt worden. Was mir ziemlich gut tut.

Entgegen meiner Gewohnheiten bin ich vor 6 Uhr aufgestanden. Da war ich auch richtig stolz drauf. Hatte das auch wo anders gepostet. Es kamen die üblichen Hinweise, dass ja andere Menschen jeden Tag so früh aufstehen. Ich hasse das. Ich habe nun lange genug gebraucht, um einfach zu akzeptieren, dass ich eben einen anderen Tagesrhythmus habe und mich nicht zwanghaft dem anpassen muss, was andere für richtig halten. Schlussendlich habe ich für mich nun daraus gezogen, dass ich mich dort zurück ziehen werde und lieber hier anonymer schreiben werde.

Im Zusammenhang mit der Aktion des Ehrenamts habe ich aber auch gemerkt, dass mir das eindeutig zu viel war. Ich war den ganzen Tag wie erschlagen. Allerdings habe ich wegen meinem Rücken auch Schmerzmittel genommen, die eindeutig müde machen. Ich bin gespannt, wann der endlich wieder richtig gut ist. Immerhin habe ich Samstag keine Schmerzmittel mehr genommen. Da die ebenfalls abhängig machen sicherlich eine weise Entscheidung.

 

Psychischer Rücken

Auf mein Tagebuch kann ich immer noch nicht zugreifen und bekomme scheinbar auch keine Antwort, was ich irgendwie verstoerend finde. Aber noch warte ich halt mal ab.

Ich habe mit meiner Betreuerin darüber gesprochen, was ich da gelesen habe. Was mich schon beschäftigt hat und wohl immer noch beschäftigt. Mich beschäftigt aber auch die Aussage von Wunderärztin, dass die eine „Erkrankung“ schon in den ersten 6 Lebensmonaten ihren Anfang findet. Bisher dachte ich die Geburt meines Bruders brachte den Stein ins Rollen? Meine Betreuerin meinte zu mir, vielleicht hatte meine Mutter Wochenbettdepressionen. Papa brauche ich danach nicht fragen. Nun grüble ich, ob seine Schwester was bemerkt hat? Oder ob meine Patentante was weiß?

Ich helfe ja seit ein paar Monate ehrenamtlich. Ok es ist mittlerweile sicherlich ein Jahr. Ich habe auch endlich einen Ausweis und bin darauf total stolz. Allerdings verstoert mich vieles an der Tätigkeit. Es ist teilweise ein einzige Chaos. Teilweise werden sich widersprechende Aussagen innerhalb von 30 Minuten gemacht. Ich kann damit nicht umgehen.

Nun steht die Tage eine größere Aktion in dem Rahmen an. Bisher war ich immer die, die außer den „Chefs“ quasi zum Schluss da war und das gemacht hat, was sonst keiner machen wollte. Kein Problem für mich. Allerdings eben mit viel körperlicher Arbeit, die an sich für eine Frau zu schwer ist, verbunden. Nun ist die Aktion die Tage wesentlich größer. Mir graute es davor wieder alleine da zu stehen. Sagte nun mehrfach klar, dass sie sich darum kümmern müssen, dass da noch ein paar Leute mehr zu da sind. Ja ja weiß man alles usw. Wusste man auch bei den anderen Aktionen. Da hieß es dann, ach da kamen so viele plötzlich nicht. So viele haben sich gar nicht gemeldet usw. Irgendwie alles komisch.

Nun habe ich seit dem letzten Wochenende wieder so Rückenschmerzen, dass ich mich kaum bewegen kann. Die Arbeit kann ich also nicht machen. Hatte nun Sorge, wie ich das am besten vermittle. Rief dann die Tage an und sagte es eben und das ich eben im kleinen Rahmen helfen, aber die Abschlussarbeit auf keinen Fall machen kann. Nun bin ich gespannt.

Ich überlege aber nun, ob das die körperliche Reaktion auf meine Sorge, dass ich da wieder alleine da stehe, ist. Denn ich habe sogar davon geträumt, wie alle verschwunden sind und ich wieder mit den „Chefs“ alleine da stehe.

Dann nehme ich ja mal wieder das Antidepressiva, welches eben auch zur Rauchentwöhnung dienen soll. Hatte ich zwischenzeitlich wegen der Nebenwirkungen abgesetzt und doch wieder angesetzt. Und nun gerade geht es mir damit nicht gut. Passend eben zur Monatsblutung.

Bei Ebay verkaufe ich zur Zeit auch ein paar Sachen. Die meisten Sachen gehen für einen Euro weg. Ich sage mir halt, mindestens Platz. Aber Bücherkisten mit über 20 Büchern für einen Euro, da schlucke ich dann schon. Egal, Hauptsache weg.

Manche Punkte ärgern mich trotzdem. Ich bereichere mich nicht an den Versandkosten. So nehme ich für eine Büchersendung, die 1 Euro Porto kostet 1,30 Euro. Ich muss die Versandtasche kaufen, verpacke das Buch in einem Gefrierbeutel, die Sendung wird mit Musterbeutelklemmen verschlossen, die ich ebenfalls kaufen muss, wird noch nett mit Aufklebern verziert (ok das ist mein Bier)…. ich finde da 30 Euro nun wirklich nicht zu viel. Aber meine Bewertungen bei den Versandkosten sind nicht die Besten.

Wobei das nun natürlich nicht nur die Bewertungen für die Büchersendungen sind. Ich habe auch andere Dinge verkauft, wie eben Bücherkisten mit bis zu 26 Büchern. Da klebt teilweise eine halbe Rolle Klebeband drauf. Eine Rolle kostet 1 Euro. Ich verlange einen Aufschlag von um die 50 Cent. Dafür ist Polstermaterial im Paket, das Paket muss besorgt, wenn auch nicht gekauft werden, das Versandetikett muss gedruckt werden, ich schleppe die Pakete aus dem 4. Stock runter und so weiter. Und meine Pakete sind wirklich sehr ordentlich verpackt.

Warum erwartet eigentlich jeder, dass Privatverkäufer kostenlos versenden. Wenn ich nun mal rechne. Bücherkiste mit 26 Büchern. Verkaufspreis 1 Euro. Da gehen die Ebaygebühren von 10% noch runter. Meine Bank nimmt für jede Buchung Geld. Das Versandetikett druckt sich auch nicht allein. Stromkosten habe ich auch. der Karton muss besorgt werden. Das Klebeband muss bezahlt werden. Ich lege bei den Paketen immer noch was dazu. Klar das müsste ich nicht, aber ich finde dann kann man auch fair bewerten. Also wenn ich nun sagen wir eben weiter Bücherkisten mit um die 20 Bücher versteigere. Keine Versandkosten nehme. Dann lege ich noch drauf :-(. Es ärgert mich einfach.

Arbeiten – besser nicht

Ich sollte eindeutig öfters hier schreiben. Aber irgendwie bekomme ich das nicht wirklich auf die Reihe.

EEG ist rum. Dem Befund werde ich nach turnen können. Immerhin weiß ich mittlerweile, dass der Arzt des MVZ regelmäßig in den Teambesprechungen der PIA mit drin sitzt. Deshalb verwundert es mich immer mehr, dass man da keinen kleinen Dienstweg nehmen kann.

Meine Vermieter sind ruhig. Ok letzte Woche wurde wieder was in der Toilette vor meiner Wohnungstür gemacht und den Dreck durfte wieder ich weg machen. Und die Sachen auf dem Speicher sind nun alle gesichtet. Irgendwie wird es nicht weniger Zeug. Meine Perle versucht mich da zu beruhigen, denn es sind eben auch noch einige Bücherkisten da oben.

Seit etwa spätes Frühjahr 2012 gehe ich ja so halbwegs einer ehrenamtlichen Tätigkeit nach. Wobei ich immer noch bevorzugt gerne die Arbeiten machen, die sonst keiner machen mag. Die Arbeiten, die besonders begehrt sind, sind eh nicht meine Welt und ich weigere mich diese zu machen. Da es genügend Leute gibt, die das machen wollen, ist das auch kein Problem.

Bisher ergab sich diese Tätigkeit für einmal die Woche ein paar Stunden und alle paar Wochen mal mehr. An sich dachte ich darüber nach, ob ich nicht mehr Zeit darein investieren möchte, was aber an anderen Terminen scheiterte. Mittlerweile denke ich, mit dem einmal pro Woche reicht mir das eigentlich auch und alles andere wird mir zu viel.

Diese Tätigkeit ist an sich dadurch geprägt, dass man Ideen von mir fordert oder mir eben sagt, ich soll Ideen klar aussprechen. Oder mir Gedanken zu dem und dem machen. Ich bin da auch durchaus kreativ. Meine Ideen werden überschwänglich gelobt. Nur umgesetzt werden sie nicht. Teilweise mit fadenscheinigen Begründungen. Frau Sonnenschein meinte heute dazu, ja nichts ändern wollen. Das trifft es an sich. Man will zwar Ideen haben, um eben einiges zu verändern. Wenn aber Ideen kommen, werden diese nicht angenommen.

Letzte Woche war wieder so eine Sonderaktion. Bin ich natürlich sofort mit dabei gewesen. Nur war alles einfach nur chaotisch. Ich brauche da irgendwie klare Anweisungen. Bzw. es wird auch oft genug gesagt ich soll machen und nachher ist es doch nicht recht. Deshalb will ich Anweisungen.

Gelegentlich ist eine Frau mit dabei, die in etwa in meinem Alter sein müsste (+/-2 Jahre). Die kommt nur gelegentlich. Steht dann hauptsächlich rum. Brüstet sich aber später damit, was sie alles geleistet hat und das der Laden quasi ohne sie nicht laufen würde. Das nervt. Ich könnte Romane über sie schreiben.

So war ich also letzte Woche dort da und es war klar am nächsten Tag noch mal. Ich eh schon genervt weil alles so chaotisch war. Aber ok, mittlerweile gewöhne ich mich da langsam dran. Zum Abschied noch mal angesprochen, was die Umsetzung einer Idee am Folgetag betraf. Auf einmal ging das dann doch nicht. U.a. weil man am nächsten Tag nicht genügend Leute sei. Ich habe aber mitbekommen, dass man zu einige gesagt hat, man bräuchte sie am nächsten Tag nicht. Und mir war klar, der Hauptjob am nächsten Tag ist mir alleine. Was nicht sehr zu meiner Freude beitrug.

Mich hat das alles enorm beschäftigt. Die Gedanken kreisen da immer wieder drum. Auch das Bewusstsein, im normalen Berufsleben würde ich das nicht schaffen. Auch wenn ich bedenke, wie viele der Termine ich absagen musste, hauptsächlich wegen meiner Vermieter. Das hätte kein Arbeitgeber mit gemacht.

Ich sehe klar, dass ich mit den einmal ein paar Stunden voll ausgelastet bin. Die paar Stunden im Monat zusätzlich sind auch kein Problem. Aber mehrmals pro Woche wäre nicht drin. Hart sich das einzugestehen.

Dann empfinde ich die Tätigkeit zwar als etwas was mir gut tut. Auf der anderen Seite kommt es mir eben so sinnlos vor, Vorschläge machen zu sollen und dann hoch gelobt zu werden und es wird doch nichts umgesetzt. Oder das es bei wenigen Sachen wirklich klare Anweisungen gibt und die auch mit Grund und sich außer mir scheinbar keiner dran hält und ich das aber zum Teil ausbaden muss ( entweder weil ich dafür dann die Kritik bekomme oder weil ich die Fehler ausbaden muss, weil sie eben meine Tätigkeit betreffen). Und mir ist unklar, welche Ziele verfolgt werden sollen. Die sind zwar an sich klar definiert, aber es kümmert sich keiner drum diese zu erreichen. Bzw. ab und kommt dann Aktionismus durch und es muss alles sofort erledigt werden und liegt aber die Zeit dazwischen sinnlos brach.

Klar brachten mich die Gedanken dazu generell zum Grübeln über meine Berufstätigkeit früher. Erinnerungen. Wie es sich heute noch anfühlt, wenn man im elterlichen Betrieb arbeitet und der Vater nicht hinter einem steht. Man nur ausgenutzt wird. Andere Tätigkeiten, die mir eindeutig nicht gut taten, die ich aber machen musste, um eben aus dem ALG 1 Bezug raus zu kommen. Erinnerung an die letzte Tätigkeit, bei der schon der Probetag eine Katastrophe war. Die sich bis zum Ende zog. Runter machen vor Kunden, Verbote bestimmte Teile des Verkaufsraums zu betreten, Desinfektion der Toilette, nach dem ich sie benutzt hatte und so weiter. Was schlussendlich zu meinem ersten Aufenthalt in einer Tagesklinik führte. Im damaligen Arztbericht steht, Patientin glaubt! gemobbt worden zu sein. In jedem Mobbingratgeber stehen so Punkte drin, die mir dort passiert sind.

Ich an dem Punkt fest gestellt habe, ich werde immer die sein, die gemobbt wird. Eben weil für mich vieles normal ist. Ich habe es nie anders gelernt. Und ich habe das Gefühl, es kommen immer mehr Baustellen dazu, die an sich mal behandelt werden müssten. Ich den Weg weiterhin scheue und auch im Kopf habe, ich bekomme maximal 80 Therapiestunden, da bekommt man nicht mal die Hälfte der Baustellen bearbeitet.

Vor allem da sich ja auch eines durchs andere ergibt oder so? In dem Zusammenhang klar wieder der letzten Klinikaufenthalt und Anna in meine Gedanken tritt und so weiter.

Eine Neverending Story und ich wäre so gerne einfach nur normal!