Monatsrückblick Oktober 2015

Der Monat Oktober fing an sich ereignisreich an. Ich habe die Feierlichkeiten rund um den 3. Oktober in Frankfurt besucht. Einmal bereits am Freitag, mit meiner Familie und dann noch mal am Sonntag alleine.

Mit meiner Familie war eher stressig, da das ganze sehr von den Wünschen und Vorstellungen meines Vaters geprägt war, der seinen Kopf durch setzen wollte und es teilweise eben auch getan hat. Was aber halt nicht immer geht, wenn man als Gruppe unterwegs ist.

Sonntag war dann irgendwie ganz nett. Ok ich wusste vorher, wo ich in etwa hin wollte. Habe mir auch Sachen angesehen, für die am Freitag eben keine Zeit war, bzw. eben kein Interesse meiner Familie bestand.

Immerhin war ich an den Tagen mal halbwegs wieder gesund gewesen und lag danach wieder flach. Was äußerst anstrengend war und sich an sich auch bis die Woche zieht. Ok momentan bin ich körperlich relativ fit und die Husterei hält sich in Grenzen.

Somit lag dann auch fast alles wieder brach. Immerhin „durfte“ ich meine Therapeutin sehen. Heute denke ich, ich durfte nur kommen, weil sie mich möglichst schnell los werden wollte? Wir haben darüber gesprochen, dass der Gutachter eben die Therapie abgelehnt hat. Als Gründe wurden genannt, dass eben die Prognosen zu schlecht seien. Und das der stationäre und ambulante Rahmen ausgeschöpft seien.

Für die Erkrankung, für die die Therapie beantragt wurde, habe ich weder stationär noch ambulant bisher eine Therapie gemacht. Deshalb verstehe ich den Punkt nicht wirklich. Der Gutachter rät wohl zu einer Psychoanalyse. Bisher konnte mir aber keiner wirklich erklären, welchen Sinn diese hat. Man hat 3-4 Termine in der Woche und erzählt dann einem Therapeuten irgendwas. Ein Dialog findet aber nicht statt. Und genau den brauche ich.

Mich frustriert das enorm. Ich habe versucht bei der Krankenkasse was zu erreichen, wurde aber im Endeffekt damit abgespeist, nur meine Therapeutin kann einen Widerspruch einreichen. Meine Therapeutin findet aber nun wohl die Psychoanalyse am Besten für mich. Will sie mich los werden?

Btw. ich habe die Krankenkasse gefragt, wo ich im Akutfall hin kann, wenn die Klinik vor Ort ausscheidet. Die haben mir allen Ernstes eine Tagesklinik empfohlen (ach ja, natürlich in der Horrorklinik). Nur darf mich eine Tagesklinik mit akuter Suizidalität nicht behandeln. Ist ja eine Haftungssache. Und die Erfahrung habe ich bereits hinter mir.

Mein erster Klinikaufenthalt, wenn auch nur teilstationär. Damals als alles begann. Man drohte mir regelrecht, dass ich ja nicht über Suizidalität sprechen darf. Noch nicht mal im allgemeinen. Man malte mir aus, wie schlimm dann alles sei usw. Ich habe damals schweigen gelernt. Etwas, was ich mittlerweile nicht mehr könnte. Bzw. sehe ich wenig Sinn in einer Behandlung, die im Endeffekt auf Lügen beruht.

Zehn Jahre, zehn verdammte Jahre – Teil 1

Ich dachte eigentlich, damit hätte ich abgeschlossen. Ein Ding das erledigt ist. Aus meinem Gedächtnis und vor allem aus meiner Seele verschwunden. Oder zumindest nicht mehr so verdammt weh tut. Leider ist dem nicht so. Ob es mal wieder an einer Erkältung liegt, die mich nun seit über einen Monat die meiste Zeit aus dem Verkehr gezogen hat? Oder das ganze drumherum gerade?

Vor genau 10 Jahren war mein letzter Arbeitstag. Damals hatte ich nicht geahnt, dass ich zum letzten Mal hinter der Theke stehe. Heute wundert es mich, wie ich so lange durch gehalten habe.

Anfang 2005 fing ich eine neue Stelle an. War vorher länger arbeitslos gewesen und musste die Stelle an sich nehmen. Schon am Probearbeitstag sagte man mir, dass ich ein schlechter Mensch bin, weil ich das falsche Sternzeichen habe. Das zog sich an sich bis zum Schluss. Andere Dinge kamen hinzu, je nach Laune der Kolleginnen.

In der Woche vor meinem letzten Arbeitstag war es eher eigenartig. Die Kollegin, die mir an sich zu arbeiten sollte (also Sachen richten etc pp), machte Dinge, für die ich später runter geputzt wurde. Ich habe sie mehrfach gebeten das zu lassen.

Am Tag vor meinem letzten Arbeitstag – sie fing wieder damit an, ich bat sie weiter es zu lassen. Ich sprach die Erstverkäuferin an, wie ich mich verhalten kann/soll. Wies ausdrücklich daraufhin, dass sie die Frau bitte nicht ansprechen soll. Sie tat es doch.

Es kam, wie es kommen musste, ich wurde wieder runter gemacht, weil da Arbeiten gemacht worden sind, die nicht hätten gemacht werden sollen. Ich sagte nur knapp, ich war das nicht. Da ging die Tür zur Küche auf und besagte Dame schoss raus und putzte mich mitten im Laden vor Kundschaft runter.

Eine einzige Kollegin sagte später zu mir, dass sie das nicht gut fand. Ich habe mehrfach versucht mit besagter Kollegin das Gespräch zu suchen, was in bitteren Beleidigungen ihrerseits anfing und nicht fortgeführt wurde. Die Kollegin wollte auch nicht vermitteln, bzw. hat sie es versucht, kam aber auch nicht weiter.

Ich bin Abends zu meinem Auto gelaufen. Heulend. Dachte nur daran, dass Mama auf mich wartet. Dachte konstant darüber nach, wie toll es wäre, mit meinem Auto gegen einen Brückenpfeiler zu fahren. Dachte nur daran, wie schade es um mein Auto wäre. War kurz davor meinen Vater anzurufen, dass er mich holt. Wusste aber auch, dass er sagen würde, ich soll den Bus nehmen.

Saß heulend bei meiner Mutter. Erzählte ihr was los war. Fragte sie immer wieder, warum Menschen so was machen. Mein Vater kam dazu und meinte nur, ich solle mich nicht so anstellen.

Keine Ahnung wie ich den Abend rum bekommen habe. Wäre der nächste Tag nicht ein Samstag gewesen, hätte ich mich krank gemeldet. Aber wie wäre ich zu einer Krankmeldung gekommen? Außerdem waren wir knapp besetzt. Ich kann doch meine Kolleginnen nicht hängen lassen.

Selbstverletzung. Heulen. Zur Arbeit kämpfen.

Der Tag war die Hölle. Ich war auf die Kollegin an sich Samstags angewiesen und sie tat keinen Handschlag. Lachte mich aus. Die Kolleginnen halfen auch nicht. Und ich hatte die ganze Zeit Sorge, dass die Wunden doch durch den Kittel durch bluten. Wie hätte ich das erklären sollen?

Heute weiß ich, ich hätte es nie so weit kommen lassen dürfen. Seit Wochen verletzte ich mich Donnerstag, spätestens Freitag selbst, um das Freitags- und Samstagsgeschäft überstehen zu können. Versorgte noch dazu eben meine Mutter. Ich hatte zwischenzeitlich mal damit geliebäugelt auf 30 Stunden runter zu gehen, um mehr Zeit für meine Mutter (und für mich) zu haben. Nur von dem Gehalt hätte ich nicht leben können. Als ich das im Familienkreis ansprach, wurde ich als faul hin gestellt. Dabei ging es um läppischen 150-200 Euro im Monat.

Faszinierend an dem Datum ist auch noch, dass Anna Geburtstag hat. Anna, von der ich dachte, ich habe endlich Abstand. Habe ich nicht.

Und gerade eh alles richtig mies läuft. Das Thema Therapie hat sich vor erst erledigt, weil die Therapie vom Gutachter der Krankenkasse abgelehnt wurde. Das Soziale Kompetenztraining, welches letzte Woche begonnen hat, wird wahrscheinlich auch wieder aufgelöst, mangels Teilnehmer. Meine Betreuerin möchte mich nicht sehen, weil ich ja krank bin. Mir wäre es ganz recht gewesen, wenn sie morgen mit zur Wunderärztin gegangen wäre. U.a. um zu klären wer was wie im Notfall macht. Wäre noch dazu die letzte Möglichkeit, weil Wunderärztin nur Donnerstags Nachmittags Sprechstunde hat und ich die Morgentermine nicht schaffe und meine Betreuerin nun eine Klientin hat, die absolut nur Donnerstags Nachmittags kann.

Monatsrückblick September 2015

Der September war anstrengend. Das passt wahrscheinlich recht gut.

Anfang September stand eine größere Aktion meiner ehrenamtlichen Tätigkeit an. Das klappte relativ gut und ich habe mich bereits im Vorfeld von einigen Punkten klar distanziert.

Am Abend war ich dann noch auf einer Grillfeier. Nicht wirklich freiwillig. Aber es hat mir recht gut gefallen. Und ich kam zumindest mal unter Leute.

In der Woche drauf habe ich einer Bekannten beim Umzug geholfen. Das hatte ich Wochen vorher schon angeboten. Allerdings hatten wir keine Kontaktdaten und sie hat mich zufällig getroffen. Dienstags getroffen, mit der Aussage, sie zieht am Wochenende um und es ist noch kein Stück gepackt. Kartons hatte sie auch so gut wie keine.

So stand ich dann Samstags Morgens um 8 Uhr auf der Matte. Eine Zeit, zu der man mich an sich freiwillig nirgends hin bekommt. Die Wohnung war generell Thema für sich. Es blieb uns wirklich nichts anderes übrig, als einfach alles irgendwie einzupacken. Ich befürchte meine Bekannte ist bis heute damit beschäftigt Wäsche zu waschen.

Dann musste sie mehrfach weg fahren, um irgendwelche Leute irgendwo zu holen und mich wohin zu bringen, zu holen und keine Ahnung. Somit habe ich mich breitschlagen lassen, auch am Sonntag noch zu helfen. Und wer war nicht da? Sie. Sie kam irgendwann und der Rest des Umzuges lief chaotisch weiter.

Allerdings kam mir vieles aus meinem Leben bekannt vor. Ich habe ihr nun angeboten, ich würde sie dabei unterstützen Hilfe zu bekommen. Sie muss das Angebot an sich nur annehmen.

Nach dem Umzug war ich dann mal wieder krank und das zieht sich an sich bis heute. Ok ich war zwischenzeitlich mal ein paar Tage halbwegs gesund.

Leider hat sich das auch umgehend auf meine Psyche ausgewirkt. Frau Sonnenschein hatte Urlaub und so fielen die Termine schon mal weg. Meine neue Betreuerin war auch im Urlaub. Meine alte Betreuerin hat Vertretung gemacht. War dann aber die letzte Urlaubswoche auch im Urlaub. Und die Vertretung der Vertretung sollte an sich anrufen und es endete schlussendlich damit, dass ich förmlich um das Gespräch gebettelt habe.

Meine Vermieter haben hier oben auch mal wieder geräumt. Der ganze Kram steht bei mir auf dem Stockwerk rum. Da stört es ja keinen. Und ich bin ja keiner. Meine Nachbarin, die alle paar Wochen mal übers Wochenende da ist. hat dann Sonntags Nachts noch irgendwas zwischen meine Wohnungstür und einem Schrank vor meiner Wohnungstür gestopft. Das würde sie vor ihrer Tür stören. Da ist massig Platz und sie ist eh nie da.

Den Dreck habe ich mittlerweile auch mehrfach weg gewischt. Dann war noch ein Handwerker in den Räumen, die meine Vermieter hier oben noch haben und der hat massig Dreck hinter lassen.

Nun haben wir einen neuen Mieter im Haus, der im Keller räumt. Ich habe schon immer den kleinsten Keller im Haus. Bzw. hatten die anderen Mieter immer einen großen Keller und einen Kohlekeller und ich eben nur so einen Kohlekeller. Die Kohlekeller will der neue Mieter, wohl in Absprache mit unseren Vermietern, die Kohlekeller abreißen, um mehr Platz zu schaffen.

Nun räumt der eben den alten Kram raus, der noch von alten Mietern ist. Kam nun auf mich zu, dass er meinen Keller auch abreißen will. Evt. kann ich einen großen Keller bekommen. Letzter Stand war nun, dass ich aus meinem Verschlag umziehen soll und dann irgendwann später noch mal umziehen soll. Warum ich nun zweimal umziehen soll? Man könne meinen Vermietern nicht zumuten, die großen Keller nun durch zu sehen.

Ich hatte große Schwierigkeit an ihm nicht den Zorn auf meine Vermieter auszulassen. Ich habe mir ein: Ich bin ja eh nur geduldet! nicht verkneifen. Alleine schaffe ich es eh nicht den Keller auszuräumen. Ich warte nur drauf, dass meine Vermieter mir mitteilen, dass ich ja keinen Keller brauche, weil ich ja den Speicher nutzen kann. Ich brauche den Keller aber, weil ich einen Teil meiner Getränke dort lagere, da ich nicht alles auf einmal hier hoch schaffen kann. Und dort sind eben auch Sachen, die ich noch brauche, aber eben in meiner jetzigen Wohnung nicht stellen kann.

Während ich krank war, stellte sich auch raus, dass mein Bruderherz zu Lebzeiten meiner Mutter in meinem Handyvertrag rum gepfuscht hat. Ich zahle nämlich fleißig 50 Cent die Einheit. Laut Anbieter läuft das Handy aber auf meinen Bruder und ich kann da nichts dran ändern. Wir haben es bisher nicht geschafft, da mal zusammen hin zu gehen. Der Umstand ist seit 2 Jahren bekannt. Nun habe ich eine SMS bekommen, dass die mir den Vertrag kündigen. Als ich bei ihm nachfragte, meinte er, er hat da was Schriftlich bekommen und da fiel ihm eben ein, dass da irgendwas war. Er meinte nun locker flockig, ich soll entweder aufladen oder das Ding eben auslaufen lassen.

Da ist aber noch Guthaben drauf. Ich habe zwar mittlerweile ein neues Handy mit neuer Karte, aber es ärgert mich doch. Außerdem kamen viele Erinnerungen hoch. Als meine Mutter krank war, durfte ich vor allem die Dreckarbeit machen. Als sie ein neues Handy wollte, freute ich mich darauf, das Handy kaufen zu dürfen und dann durfte mein Bruder das machen.

Ich komme mir mittlerweile nur noch vor wie ein Stiefkind. Egal in welcher Situation. Wenn mein Vater und mein Bruder irgendwas ausmachen und ich übergangen werde. Bei Erinnerungen an meine Mutter. In Situationen mit meinen Vermietern.

Monatsrückblick August 2015

Lieber spät als nie, könnte mein neues Motto werden? Der Monatsrückblick für den August fehlt noch. An sich wäre ja der 10.9. recht passend gewesen, da am 10.9. auch Welttag der Suizidprävention ist. Aber dafür ist am 11.9. mein dritter Bloggeburtstag.

Der August war ähnlich heiß wie der Juli. Allerdings dank ein wenig Gewöhnungseffekt ein wenig erträglicher. Aber auf Dauer ist das im vierten Stock keine Lösung.

Die ehrenamtliche Tätigkeit ist weiterhin Thema für sich. Ich habe Angst vor meinem „Chef“. Bin allerdings auch so weit, dass er mich zumindest teilweise so nehmen muss, wie ich bin. Ich gehe ihm aus dem Weg und zurzeit ist er eh weniger dabei.

Meine neue Betreuerin ist nett, aber weiter eben nicht meine alte Betreuerin. Allerdings fragt sie durchaus nach. So wusste sie auch vor meinen Ängsten vor einem Termin bei meiner Therapeutin und bat an, mit zu gehen.

Ich schwankte hier ein wenig. Denn an sich kennt sie mich nicht gut genug. Auf der anderen Seite, rechnete ich ja damit, dass meine Therapeutin die Therapie beendet. Da die Horrorklinik ja der Meinung ist, meine Betreuerin wird das schon regeln….. nun ja, generell Thema für sich…. dachte ich mir, einen Versuch ist es Wert.

Meinen Therapieplatz habe ich noch, falls wir endlich die Bewilligung bekommen. Meine Therapeutin ist irgendwie der Typ, der genau das was Andere machen nicht macht. Und da mich ja bisher Andere eben nicht wirklich behandelt haben und sie spürt, wie viel Ablehnung ich bisher erfahren habe, ist sie der Meinung, sie kann es anders/besser machen. Ich bin gespannt.

Die Krankenkasse hingegen ist „witzig“. Die schickten mir nun endlich mal ein Schreiben, dass da ja eine Psychotherapie für mich beantragt wurde, aber alles noch zum Gutachter muss. Dabei lagen dann Vordrucke, auf denen was in der Art Stand: Stellungnahme des Gutachters. Bögen zum Ausfüllen – allerdings ohne was ausgefülltes. Und dann lag ein schicker roter Umschlag dabei. Den ich auch beinahe aufgerissen hätte. Ich entdeckte dann, dass da dick drauf steht, nur vom Gutachter zu öffnen.

Das war der Befundbericht der Therapeutin – und wer sich ein wenig auskennt, das war etwas, was eine Patientin NIE in die Finger bekommen sollte. Es fiel mir ziemlich schwer den Umschlag nicht zu öffnen. Und ich habe die Unterlagen dann auch lieber persönlich bei der Krankenkasse zurück gebracht. Obwohl man mir angeboten hat, ich soll alles unfrei zurück schicken. Aber wenn einmal der Wurm drin ist und so – ich kenne ja mein Glück und die Post verliert das dann alles.

Also harre ich weiter der Dinge. Die Therapeutin fühlt sich irgendwie schon gut an. Aber ich frage mich auch, ob ich das wirklich alles will? Es kocht doch einiges wieder hoch, was ich lieber vergessen würde.

Monatsrückblick Juli 2015

Für den Juli gibt es ein passendes Wort: Heiß! Dank Dachgeschosswohnung zeitweise kaum zum Aushalten. Ich hoffe, ab September wird es besser werden.

Mit meiner Therapeutin hatte ich noch einen Termin bisher. Sie will mich ja eh nur alle zwei Wochen sehen. Es lagen aber drei Wochen dazwischen und ich habe alle Gedanken so lange mit mir rum getragen. Aber immerhin beschlossen, ich kläre sie auf, warum ich bei Suizidalität professionellen Leuten gegenüber so reagiere, wie ich reagiere.

Ich habe mir Stichworte machen wollen. Weil das mittlerweile eine Zeitspanne von fast zehn Jahren umfasst. Nun ja der letzte Abschnitt, der eben den letzten Klinikaufenthalt betraf, war dann doch sehr lang. Und endete mit vielen Tränen und Selbstverletzung.

Der Termin war generell weniger toll. Ich habe ja generell die Angewohnheit, jeden zu bebacken. Die meisten sind auch begeistert. Zum Backen war es mir zu heiß. Ich hatte aber genäht. Und da ich gerade jeden der greifbar war, mit einem dieser Werke beglückt habe (damit ich endlich Zeug hier raus bekomme), sollte sie auch eins bekommen.

Sie nimmt generell keine Geschenke an. Nie. Meinte aber, dass sie es erst mal behält und mir dann bei Beendigung der Therapie aber wieder gibt. War alles ein wenig merkwürdig. Ich könnte das ja noch verstehen, wenn ich daran irgendwelche Bedingungen geknüpft hätte oder das Werk teuer gewesen wäre. Materialeinsatz war vielleicht ein Euro, wenn überhaupt. Waren eher Reste, die ich da verarbeitet habe.

Ich hab dann halt erzählt. Sie war wenig begeistert. Und ja sie denkt wohl darüber nach, ob sie mich weiter behandelt. Aber wir würden uns auf alle Fälle noch mal sehen. Und ganz zum Abschluss gab sie mir meine Näharbeit wieder. Wie würdet ihr das interpretieren?

Ich war dieses Mal nicht ganz so fertig, wie bei der Stunde vorher. Oder doch schon fertiger, aber das hielt nicht ganz so lange an. Vielleicht auch weil ich damit abgeschlossen habe? Mir klar ist, das wars?

Ich bin ein wenig enttäuscht mittlerweile. Ich hatte das Thema bei der ersten Probesitzung angesprochen. Da kam was ala, wer sich das Leben nehmen will, der macht es. Nur wesentlich besser verpackt. Kein dann behandel ich Sie nicht oder ähnliches.

Die Probesitzungen sind rum, der Antrag bei der Krankenkasse ist gestellt und bei den ersten Stunden, die als offizielle Stunden laufen, fängt sie davon an. Und ich stehe nun ein wenig doof da, da ich ja nun schlecht abbrechen kann. Jemand zu finden, der mich behandelt, ist eh nicht einfach. Aber dann noch jemand zu finden, der eine angefangene Therapie weiter führt……

Ansonsten gibt es nicht wirklich viel zu berichten. Ich verschwinde zeitweise lieber im Park zum Lesen. Mit meiner Betreuerin – sagen wir es so, es klappt, aber ich vermisse meine alte Betreuerin.

Wie gewonnen, so zeronnen?

Irgendwie dachte ich, die Ereignisse rund um meinen letzten stationären Aufenthalt wären rum. Oder zumindest würden sich die Gedanken nicht mehr dauerhaft darum drehen und ich nicht mehr zeitweise wie ferngesteuert von den Ereignissen handeln. Es war ein wenig Abstand drin. Klar bin ich immer noch sauer und wütend über das was passiert ist. Aber es bestimmte eben nicht mehr mein Handeln so sehr, wie es eben in den letzten Jahren beeinflusst wurde. Leider holt mich die ganze Sache gerade wieder ein und mir fällt der Kram mal wieder auf die Füße.

Letzte Woche bei einem Termin bei meiner Therapeutin. Suizidalität war beim Erstgespräch schon Thema. Da sagte sie, dass sie es an sich so sieht, wer sich was antun möchte, der macht es auch. So ganz grob zumindest. Zumindest schien es da kein Punkt gegen eine Therapie zu sein.

Irgendwie kam das Gespräch nun von ihr aus auf, ob ich weiß, dass ich in die Horrorklinik muss, wenn es mir schlecht geht? Oder die Frage von ihr tendierte in die Richtung. Und sie weiß an sich, dass es dort enorm viele Probleme gab. Und ich ihr halt sagte, dass ich dort im Krisenfall eben nicht hingehen würde. Da wir aber an bestimmte Psychiatriegesetze gebunden sind, darf mich eben im Krisenfall auch nur diese Klinik behandeln.

Im weiteren Verlauf meinte sie, dass sie von mir eine Zusicherung braucht. Auch wegen der Haftungsgründe. Und das auch noch zwei Jahre über das Therapieende hinaus. Ich habe ihr zwar gesagt, dass in einem Abschiedsbrief höchstwahrscheinlich etwas in der Art drin stehen würde, dass der letzte Klinikaufenthalt der Grund ist, aber das brachte irgendwie wenig.

Ich sagte ihr, dass ich es gewohnt bin zu sagen: Tag war gut. Mir geht es gut. Das Leben ist schön. Ich kann mich glaubhaft von Suizidgedanken distanzieren!. Ich das eben auch mache, wenn sie das erwarten würde. Sie wollte dann wissen, ob ich ihr das auch schriftlich unterschreiben würde. Klar, Papier ist geduldig, meinte ich.

Irgendwie kämpfte ich in dem Moment, da ich ja an sich weiß, was passiert wenn usw. Bzw. mir eben klar ist, wenn ich suizidal bin, bleibt ihr nichts anderes übrig, als eben die Polizei zu benachrichtigen.

In dem Moment, in dem ich das sagte, meinte ich das an sich auch so. Ich versichere es eben. Gerne auch immer wieder. Bisher mache ich das ja nun seit über 5 Jahren auch in der behandelnden Klinik so. Und ich kann es sagen usw.

Nach dem Termin ging es mir damit nicht mehr so gut. Denn das ist genau das, was ich nicht mehr wollte. Ich sehe es gegenüber der Klinik nicht als Lüge an. Für mich ist es in dem Fall einfach die Wünsche anderer erfüllen. Oder die Antwort geben, die erwartet wird.

Mir ist klar, dass jeder handeln muss, wenn ich es eben nicht zusichere. Und genau das ist der Punkt. Mir wurde seit dem letzten Klinikaufenthalt ja an sich gesagt, ich habe die beste Behandlung bekommen, die die Klinik zu bieten hat. Ich fühle mich aber mit: Ich muss nach meinen Dauermedikamenten betteln, keiner redet mit mir, ich muss das abgelutschte Essen anderer essen oder aufs Essen verzichten, ständige Vorwürfe, wie ich so was nur sagen konnte usw. nicht wirklich wohl. Mir hat das kein Stück geholfen.

Untermauert wird die Erfahrung von Aussagen wie: Das wissen Sie doch (auf meine Frage, was da gerade abläuft, weil ich gar nicht mehr in der Lage war das zu verstehen)! , Das hätten Sie nie sagen dürfen! (dann wäre ich nun tot oder das „Spiel“ hätte eine knappe Woche später nach einem misslungenen Suizidversuch begonnen). Wir sind aus allen Wolken gefallen, dass Sie von jetzt auf gleich Suizidabsichten hatten  (ich habe bereits mehrfach im Vorfeld davon gesprochen. Die Aussage die zur Verlegung führte, war bereits die zweite und die erste war über 48 Stunden her – warum also die Eile? Und wie man mittlerweile auch der Doku entnehmen konnte, war jedem klar, dass mit mir was nicht stimmt).

Ich werde das alles gerade nicht los. Ich würde mich gerne anvertrauen können. Aber weil ich ja alles weiß, weiß ich auch, dann erfolgt eine Unterbringung. In einer Klinik, in der man mir umgehend vorwerfen wird, was alles war und mir gleichzeitig vorwerfen wird, dass ich ja so sehr in dem was war verharren würde. Warum darf ein Oberarzt Jahre nach dem ersten Gespräch noch sagen, wie doof ich seiner Meinung nach im ersten Gespräch war und ich darf mich auf Ereignisse, die mein Leben so derart beeinflusst haben, nci beziehen? Und gleichzeitig erwartet man von mir das ich alles weiß.

Und ich weiß, dass es für mich zum Problem wird, wenn ich ständig aus Angst vor dem was kommen könnte eben das versichere, was man hören möchte. Das fällt mir zeitweise bei Wunderärztin schon schwer. Da kann ich mich selbst meistens damit beruhigen, dass die Horrorklinik ihr Gehalt bezahlt.

Ich bin die letzten Jahre teilweise ziemlich darunter gelitten, dass es eben nur die Option Horrorklinik gibt. Immer wieder denke ich darüber nach, was ich falsch gemacht habe. Hätte ich wirklich damals lügen sollen? Heim gehen sollen und zur Tat schreiten sollen?

Ich habe Angst, dass mich die Therapeutin nun doch ablehnt. Auf der anderen Seite bin ich am überlegen, ob die Therapie Sinn macht. Welchen Sinn hat es, wenn ich in den entscheidenden Punkten doch das sagen muss, was erwartet wird?

Bisher waren die Termine Freitags. Ich empfand es als Wochenabschluss als angenehm. Seit letzten Freitag geht es mir aber nicht gut damit. Noch dazu ist der nächste Termin erst in drei Wochen. Was heißt, dass ich nun alles drei Wochen mit mir rum schleppen werde.

Monatsrückblick Juni

Der Juni trieb teilweise nur vor sich hin. Keine Ahnung warum. Auch Dinge, die sonst eine andere Wichtigkeit haben, verpufften eher neben mir.

Ich habe (endlich) einen Therapieplatz. Wobei die Therapeutin mich nur alle zwei Wochen sehen will. Ich bin mir noch nicht sicher, ob mir ihre Erklärung gefällt. Da ich aber eh Probleme habe, meine Termine unter einen Hut zu bekommen, ist das vielleicht ganz sinnvoll.

Was ich von meiner neuen Betreuerin halten soll, weiß ich auch noch nicht so wirklich. Bisher war sie nur zum Kennenlerngespräch bei mir zu Hause, zusammen mit meiner alten Betreuerin. Ansonsten verlege ich die Termine eher außer Haus. Ok der erste Termin war einfacher und Anreiz diverses zu erledigen. Inkl. Stadtführung, da sie ebenfalls nicht von hier ist. Und ich kann richtig gute Stadtführungen machen. Dann war sie im Juni eine Woche im Urlaub. Ein weiteres Mal war sie mit bei der Wunderärztin und beim letzten Termin war es so heiß und da ich in meiner Wohnung über 30 Grad habe, waren wir ebenfalls unterwegs.

Es gestaltet sich schwierig Termine zu finden. Gut ich bin Spätaufsteherin. Ich kann Montags eher nicht, weil ich da den festen Termin mit Frau Sonnenschein habe. Zwei Psychotermine am Tag sind mir zu viel. Dienstags habe ich Reha-Sort – und an sich haben die Betreuer da Teamsitzungen. Freitags ist Vormittags meine Haushaltshilfe da. Donnerstag geht an sich, aber da gehe ich eben einmal im Monat zur Wunderärztin und einmal zur Schreibwerkstatt. Somit bleibt Mittwoch übrig. Da gehe ich aber ehrenamtlich arbeiten. Wir fangen meistens um 10 Uhr an. In der Regel hören wir zwischen 13 und 13.30 Uhr auf. Ich bin dann frühestens um 14 Uhr daheim. Bei dem Wetter würde ich dann gerne duschen und ich brauche einen Moment für mich. Somit geht frühestens ab 15 Uhr. Sie drängt nun nonstop auf 14.30 Uhr. Was aber für mich heißt, ich muss nur hetzen etc.

Ansonsten sagt sie halt, sie arbeitet eher früh. Ich hab da nun mal drüber nachgedacht. Montag, Mittwoch und Freitag scheidet aus. Dienstag könnte sie Vormittags gar nicht. Und ich drehe am Rad, wenn ich Mittwoch und Freitag schon früh raus muss, wenn ich dann auch Donnerstags noch früh aufstehen muss. Ich kenne da ja leider meine Grenzen. Mal sehen wie das weiter geht.

Bei Wunderärztin waren wir im Juni auch. Ich habe ein neues Medikament versucht. An sich zum Schlafen. Gebracht hat es nicht wirklich was. Da aber eben noch hinzukommt, dass ich zu der Jahreszeit schlecht schlafe, weil eben Dachgeschoss und warm, wollte ich die Einnahme absetzen und auf den Herbst schieben. Bzw. würde ich vielleicht eine höhere Dosierung den Schlaf besser regulieren? Als ich nun wissen wollte, wie weit und in welchen Abständen ich das hoch dosieren kann, kamen eher schwammige Antworten ala das ich das doch alles weiß. Ich hätte gerne das Wissen, was man da von mir erwartet und es nervt.

Mittlerweile ist es so, dass ich meine letzte Periode Ende Mai hatte. Ich überlege nun, ob ich mir mit dem Zeug meinen Zyklus zerschossen habe. Nun habe ich die Woche Frau Sonnenschein gebeten Wunderärztin deswegen zu fragen. Auch hier ist die Antwort sehr schwammig. Als ich was hinter fragt habe, bat mich Frau Sonnenschein, das doch bitte mit Wunderärztin selbst zu klären.

Mit meiner alten Betreuerin war ich bei der Rentenversicherung in der Nachbarstadt. Hier vor Ort war ich ja schon mal vor dem Umzug, um Informationen zu bekommen, welche beruflichen Perspektiven ich habe. Die Auskunft lautete, ich muss einen Antrag auf Rehabilitation stellen, um überhaupt Fragen stellen zu dürfen. Das schien mir zu viel Aufwand. Und wenn dem Antrag statt gegeben wird, muss ich eh in die Nachbarstadt, weil es vor Ort keinen Reha-Sachbearbeiter gibt.

Damals rief ich eben in der Nachbarstadt an. Dort sagte man mir, dass das wirklich übertrieben sei mit dem Antrag, ich soll mal zur offenen Sprechstunde vorbei kommen. Dann kam der Umzug dazwischen und so schob sich das bis dieses Jahr. Und dann war es schwierig einen Termin zu bekommen.

Die Sachbearbeiterin war eher lustlos. Bei einem Reha-Sachbearbeiter einen Termin zu bekommen war unmöglich. Das geht nur nach Antrag. Auch die Sachbearbeiterin erzählte mir eben, dass ich einen Antrag stellen muss. Irgendwann telefonierte sie im Haus rum, ob noch ein Reha-Sachbearbeiter im Haus ist. Und wurde fündig und ich durfte dort hin.

Ein wenig Licht im Dunkel. Aber sollte ich wirklich noch eine Ausbildung anstreben, sollte ich mir das wohl bald überlegen. Der „Spaß“ dauert mich über die Rentenversicherung locker 5 Jahre. Faszinierend ist, falls ich in einer Behindertenwerkstatt arbeiten möchte, dann muss ich dafür auch einen Antrag stellen.

Im Juni war vor Ort ein großes Straßenfest, welches ich an sich immer besuche. Meisten treffe ich mich dort dann auch mit meinen Angehörigen. Nun war mein Bruder dieses Jahr im Urlaub und ich ging halt alleine. Dort traf ich auf meinen Vater, der her verwahrlost aussah. Das T-Shirt stand schon bald vor Dreck. Was mir nun so langsam Sorge bereitet. Das er es mit der Sauberkeit nicht so genau nimmt, war bekannt. Aber in dem Rahmen und so weiter? Als ich ihn darauf ansprach redete er sich damit raus, dass er gerade erst geschwitzt hat. Nur hatte das T-Shirt Schweißränder, die nicht frisch waren und die allen möglichen Alterstufen hatten.

Die Woche drauf bin ich spontan bei ihm daheim vorbei. Weder mein Bruder, noch ich, waren seit Jahren in der Wohnung. Es war nicht ganz so schlimm wie befürchtet, aber schlimm genug. Die Unordnung ist Thema für sich. Aber die Hygiene spricht Bände. Wenn wir da jemals ausräumen müssen, werden wir wohl einen Container kommen lassen müssen. Und die Kaution können wir auch vergessen. Wobei wir das schon gedanklich abgeheftet hatten. Ich hoffe sehr, wir müssen da nie was drauf legen.

Ansonsten hatte ich dann auch noch Geburtstag. Dann war mein Bruder krank. Ich selbst hatte da kein Problem damit, dass wir uns eben nicht sehen. Ihm tat es Leid. Dafür war ich bereit mit Vatern Essen zu gehen. Was dann zum Staatsakt ausartete. Erst erwartete er doch, dass mein Bruder doch kann. Dann versuchte er mir konstant sein Lieblingslokal schmackhaft zu machen. Dann ein weiteres Lokal, in welches ich nicht gehen mag, was ich ihm schon mehrfach erklärt habe. Ich hatte zu Anfang schon ein Lokal vorgeschlagen.

Dann wollte er an meinem Geburtstag um 18 Uhr anrufen und nachfragen, für welches Lokal ich mich entschieden habe. So saß ich dann daheim und wartete. Er rief auch pünktlich an. War dann zwar nicht begeistert. Dann meinte er, er muss nun erst Duschen. Er ruft mir an, wenn er los geht, ich sei ja eh daheim. Wie sehr ich das hasse. Ich habe ihn dann mit Mühe und Not auf halbwegs eine Uhrzeit fest genagelt.

Die Zusage für das Soziale Komeptenztraining habe ich auch. Beginn im September. Gestaltete sich wesentlich einfacher als erwartet. Allerdings wurde das Vorgespräch im Büro meines alten Arztes/Therapeuten gehalten. So ganz kann ich das immer noch nicht ablegen.

Ansonsten rauscht echt alles an mir vorbei. Ich bin gespannt, wie sich das noch entwickeln wird. Allerdings hat das auch gerade den Vorteil, dass Anna nicht mehr so viel Raum einnimmt.

Monatsrückblick Mai

Der Mai hatte es in sich und ich habe so ziemlich alles durch. Aber daraus resultierend habe ich nun angefangen neue Wege zu gehen.

Ich war am Anfang des Monats eher überdreht. Sehr überdreht. Aber es hat sich gut angefühlt. Richtig gut sogar. Davon ist relativ wenig übrig, denn Hochmut kommt nun mal vor dem Fall.

Ich habe ja bereits berichtet, dass ich ehrenamtlich arbeite. An sich macht mir das total viel Spaß. Allerdings fällt es mir zeitweise schwer den Anweisungen meiner Chefin zu folgen. Einfach weil ich manche Dinge nicht wirklich nachvollziehen kann und weil sie ständig widersprüchliche Anweisungen gibt. Teilweise auch fünf verschiedene und sich widersprechende Anweisungen zu einem Thema in dreißig Minuten.

Dann ist das Ding generell recht groß geworden. Sie hat teilweise nicht mehr wirklich den Überblick. Möchte aber über alles die Kontrolle haben. Da andere Helfer aber der Meinung sind, man kann auch mal selbst was entscheiden, gibt es immer wieder Ärger. Leider ist sie aber nicht immer greifbar um sie zu fragen.

Nun machte ich einen Vorschlag zu etwas. Machte mich dann auch kundig, ob es Möglichkeiten gibt und teilte ihr mit, es gäbe Möglichkeiten. Ja ich soll ihr das mal aufschreiben. Da ich es persönlich doof finde, wenn man Links von einem Zettel abschreiben muss, habe ich ihr alle Links per Mail geschickt. Die kann man dann anklicken oder schnell kopieren.

Ich habe weder geschrieben man muss das machen. Es waren auch aufwendigere Dinge mit dabei, die aber in anderen Bereichen bisher hoch bejubelt wurden. Ich stehe dem kritisch gegenüber, habe sie aber wegen der Vollständigkeit eben mit dazu gepackt. Also eine reine Liste.

Nun ja, dann bekam mich ihr Mann, den ich als Chef ansehe, in die Finger. Was mir einfallen würde, ihm so ein Pamphlet zu schicken. Ich hatte ihre Mailadresse benutzt. Das die Mails alle bei ihm landen wusste ich nicht. Machte mich runter ala ich hätte ja so viel Zeit usw und ich soll das doch dann machen. Ob ich der Meinung sei, sie hätten nicht genug zu tun und ihnen sei langweilig usw.

Alles vor den anderen Kolleginnen. In einem Ton der sich gewaschen hatte. Ich würde alles an mich reißen wollen usw. Warum ich das noch nicht in die Wege geleitet habe. etc pp. Ich kann doch nirgends anrufen und sagen ich bin von Organisation X und wollte das und das. Doch doch hätte ich machen können. Vorher war noch das Thema, weil jemand was hinter dem Rücken der Chefin gemacht hat. Also wieder ein Widerspruch.

Auf der Arbeit sei die Arbeit seit Wochen vergiftet und das nur wegen mir, ob mir das nie aufgefallen sei. Da fiel ich aus allen Wolken. Wendete mich an die Kolleginnen von wegen ob das stimmt, denn ich hatte einen ganz anderen Eindruck. Er unterbrach mich, ich wendete ein, dass ich gerade nicht ihn gefragt habe. Die Kolleginnen sahen alle sehr ungläubig aus und meinten dann auch, dass sie wunderbar mit mir zurecht kommen. Falls ich mal nervig sei, stellen sie eben auf Durchzug.

Eine Kollegin hatte sich vorher schon hinter mich gestellt. Sie fände gut was ich mache. Ich hätte immer so tolle Ideen usw. Was allerdings eben auch anstrengend ist, da meine Chefin ständig nach Ideen fragt, um mir dann zu sagen, dass das ja alles nicht geht.

Generell ist es schon öfters so gewesen, wenn Chef schlecht gelaunt ist, dann lässt er es an mir aus. Und mich kotzt das nun endgültig an. Weil es teilweise eben auch sehr persönlich wird und ihn das nichts angeht. Über mein Privatleben rede ich generell eh selten. Somit hat er auch keine Ahnung, wie viel Zeit ich habe und so weiter.

Abends kam dann eine SMS, dass man ein gemeinsames ruhiges Gespräch möchte. Mir graute es davor, weil das eine 2 gegen 1 Situation gewesen wäre. Ich hab nur am nächsten Tag mit einem kurzen Ok geantwortet, denn mir ging es halt wirklich richtig schlecht. Inkl. heulendes Telefonat mit meiner Betreuerin und SVV.

Da ich ihr nicht aus dem Weg gehen kann, weil wir automatisch wo zusammen treffen, habe ich mich für die kurz gefasste SMS entschuldigt. Sie war froh, dass ich mich überhaupt gemeldet habe. Wir hätten vielleicht früher mal reden sollen, meinte sie. Ich habe ihr halt auch gesagt, dass es mir darum ging, für die Organisation das möglichst beste raus zu holen usw. und ich es nicht böse meinte. Bat auch ein Gespräch mit meiner Betreuerin an.

Mittlerweile scheint alles vergessen? Ich sehe zu, dass ich ihm aus dem Weg gehe. Meine Ideen mehr für mich behalte und wenn sie konkret fragt, eben auch mal sage, wie doof das ist, wenn nachher ja doch alles (angeblich) nicht geht.

Mir ging es an sich damit richtig mies was war. So mies, dass ich ernsthaft über einen Klinikaufenthalt nach dachte. Ich, die seit Jahren jeglichen stationären Rahmen ablehne. Mich hat vor allem die Art verletzt. Und das persönliche. Und ich stand da leider auch nicht alleine da mit dem Gefühl, nicht zu wissen, was nun eigentlich los ist.

Allerdings wurde ich danach von alle Kollegen in irgendeiner Form angesprochen. Ich glaube die haben das alle nicht gut gefunden.

Daraus resultierend ist mir aber auch bewusst geworden, dass mir eindeutig Soziale Kompetenzen fehlen. Also suche ich derzeit nach einer Möglichkeit ein Soziales Kompetenztraining zu machen. Bieten hier aber nur die PIAs an. An eine bin ich angebunden, somit nimmt mich die andere nicht. Und meine PIA – nun ja mit der Gruppenleiterin gabs bisher auch Probleme und ich kann sie leider auch nicht wirklich ernst nehmen.

Ich habe aber nun beschlossen, für mich mitzunehmen was geht. Alles andere auszublenden. Wobei es noch drin ist, dass die Gruppenleiterin mich ablehnt. Wobei ich hier ja auf persönlicher Gründe tippe. Mal sehen wie sie das umschiffen wird.

Ansonsten habe ich ab Juni eine neue Betreuerin, die ich bereits im Mai endlich mal kennen lernte. Wirklich wohl ist mir dabei nicht. Allerdings ist sie nett. Meine alte Betreuerin hat mich nun aber über 7 Jahre betreut und mir fällt das klar schwer, weil sie eben auch ein Teil meiner Geschichte ist und ich gerade das Gefühl habe, da verschwindet ein Stück von mir.

Monatsrückblick April

Die Zeit rast weiter. Und schon wieder ist ein Monat rum.

Ostern war ehrlich gesagt weniger berauschend. Am Ostersonntag war ich mit meinen Angehörigen Essen. Wieder mal so eine Aktion meines Vaters. Ich meinte vorher zu ihm, sie könnten am Ostersamstag zu mir kommen, aber erst gegen 19 Uhr. Weil unklar war, wie der Ablauf bei der Tafel sein wird, zu der ich Samstags als Abholer gehe. Er meinte nur so, ach wir können doch auch am Sonntag in Lokal X gehen, da gehst du doch auch gerne hin Kind.

Das Essen ist ok. Ich bekomme mein Cordon Bleu mit Pommes. Ansonsten ist es nur Aufwand. Das ist außerhalb, da fährt zweimal die Stunde ein Bus. Dann wird dort an Feiertagen in Etappen gegessen. Vorletzte Weihnachten saßen wir gemütlich und wurden fast raus geschmissen, weil Vatern davon nichts wusste.

Nun hatte er den Tisch für 12 Uhr bestellt, aber um 13.30 Uhr müssen wir weg sein. Der eine Bus ist um kurz nach halb schon da und der nächste da wäre ich erst um viertel nach da. Was dann zeitlich doch eng werden könnte. Dazu meinte er nur, ja er sagt meinem Bruder er soll um viertel vor schon da sein, dann gehen wir früher rein und es wird zeitlich nicht so eng.

Für mich heißt das aber, ich muss um 11 rum aus dem Haus. Mit meinem verschobenen Tagesrhythmus ein Problem. Den Tisch später bestellen wollte Vatern nicht. Offizielle Begründung, es wäre ja doof, wenn wir dann da wären und da sitzen noch Leute und man muss warten. Ich persönlich finde es genauso doof, wenn wir schnell essen müssen und fluchtartig den Tisch verlassen müssen.

Aber egal, ich fahr da nur noch den Funktionieren-Modus. Ist eindeutig entspannter. Nun ja nicht wirklich entspannt, aber ich bürde mir den Kampf nicht mehr auf.

Er läuft in das Lokal. Ist eine gute Stunde strammer Fußmarsch. Wenn er meint das machen zu müssen, sein Ding. Mittlerweile fährt er mit mir zurück im Bus. An Ostern war bis Ostersonntagmorgen unklar, ob er mit dem Bus hin fährt, wegen dem Wetter. Als er mich anrief, um mich zu wecken, wusste auch mein Bruder noch nicht, dass er ne Viertelstunde eher da sein soll.  Aber nun ja.

Nun legt er ja Wert darauf ein Bier zu trinken. Da müssen auch alle für Verständnis haben. Mein Bruder trinkt auch eins. Nur wird mein Bruder nach einem Bier nicht anders. Mein Vater aber. Vielleicht empfinde ich das auch nur extrem?

Auf alle Fälle sind wir an den Bus und er erzählte mir alles mögliche. Von mir aus. Im Bus setzte ich mich ans Fenster oder er ließ mich da sitzen. Nun ist an meinem Vater nicht wirklich viel dran, ich bin ein wenig umfangreicher. Aber an sich ist da echt genug Platz auf den Sitzen, wenn beide sich ordentlich hinsetzen.

Er aber sitzt so breitbeinig da, dass ich mich ins Eckchen drücken muss. Was ja noch halbwegs erträglich wäre, ja wenn. Am Ostersonntag roch er extrem nach Bier. So eine richtige Bierfahne, die ich eben als eklig empfinde. Er erzählte mir ständig was und hauchte mir ständig ins Gesicht. Distanz kennt er nicht. Ich rückte als mehr weg und er kam ständig näher. Ostern war für mich damit gelaufen.

Dafür klappte der SGB 12 Antrag. Die haben mir ein ganz komisches Formular gesendet, in dem ich denen quasi eine Kontovollmacht geben sollte. Inklusive für meine Erben. Mit dem Hinweis, dass diese Vollmacht nicht widerrufen werden kann. Mein Bruder meinte auch, er würde das nicht unterschreiben.

Ich bekomme nun ja nicht wirklich viel Leistungen. Aber eben zu viel, um darauf verzichten zu können. Aber das war der Punkt für mich, an dem ich nicht mehr bereit war, mich komplett auszuziehen.

Ich meinte dann zu der Sachbearbeiterin, was diese Erklärung denn genau heißt, denn ich würde das nicht unterschreiben wollen. Ja sie hätten so Probleme, wenn jemand stirbt, an überzahlte Beträge zu kommen. Ich meinte dann nur, falls das bei mir der Fall sein sollte, soll sie das bei meinem Bruder anfordern, der wird das umgehend zurück überweisen. Ach wenn ich Angehörige habe ist das ja kein Problem.

Mich ärgert es trotzdem, dass so was einfach versucht wird. Ich möchte nicht wissen, wie viele Leute das einfach unterschreiben.

Einen Termin bei Wunderärztin hatte ich nicht. Was mich ja ein wenig ankotzt. Frau Sonnenschein auch ein wenig aus allen Wolken fiel, als ich anmerkte, dass sie ja nun den Job von Wunderärztin machen sollte. Ich für mich werden schwierigere Sachen, die ich am Empfang klären muss, mit der Sprechstundenhilfe nicht mehr machen. Ich hoffe, das lässt sich umsetzen.

Ansonsten gab es im April nicht wirklich viel. Ich war krank, war wieder gesund, seit Mai wieder krank. Mit meiner Betreuerin habe ich einen Deal laufen, dass ich bis zum 15. Mai 100 Sachen los werde. Das Ziel habe ich bereits erreicht. Und dann bis Mitte Juni noch mal 50 Sachen. Leider war mir da noch nicht bewusst, dass ich ab Juni eine neue Betreuerin habe. Was mir meine jetzige Betreuerin auch erst Ende April mal wieder klar machte. Wobei im ITP eben Juli steht. Sie aber nun auf Juni drängt, weil das ja ein Schreibfehler sei. Was mir aber gerade schwer fällt.

Außerdem muss sich an meinem Schlafrhythmus was ändern. Es hat sich immer mehr eingebürgert, dass ich erst gegen 4 und später ins Bett bin. Ziel ist nun 2 Uhr und ich schicke ihr jede Nacht vor dem ins Bett gehen eine Mail. Klappt ganz gut.

In dem Haus, in dem ich wohne, wurde die Treppe renoviert. Ganz komische Aktion, die für mich mit vielen Ängsten verbunden war. Schlussendlich hat man nur die Treppenabsätze bis in den zweiten Stock gemacht, aber keine Stufen. Und hier oben löst sich der Boden auf.

Man hat außerdem versucht ins Haus einzubrechen. Ich vermute, ich habe die Einbrecher versucht rein zu lassen? Hinterlässt alles ein ungutes Gefühl, da ich hier oben ja weder eine Klingel an der Wohnungstür habe noch einen Spion. Wenn jemand klopft, mache ich auf.

Monatsrückblick März

Irgendwie rast die Zeit….

Ich war im März erst mal damit beschäftigt, die Scherben von März zu beseitigen. Mich an passenden Stellen zu entschuldigen und so. Ich hasse das immer mehr. Und da ich gerade wieder meine Periode habe und äußerst mies drauf bin, schwant mir Schlimmes.

Der versemmelte Termin mit Wunderärztin geht mir auch nicht aus dem Kopf. Und vor allem auch nicht der Umgang der einen Dame am Empfang mit mir. Mir der bin ich schon ein paar Mal angeeckt. Zuletzt nach Weihnachten, als sie mir mit aller Gewalt den Adventskalender zurück geben wollte.

Ich hatte für Frau Sonnenschein, Wunderärztin und den Damen am Empfang schon 2013 einen selbst gemachten Adventskalender befüllt. Das habe ich 2014 wieder holt. Sinn war u.a. das ich kein Geld für Weihnachtsgeschenke habe und das eine nette Geste sein sollte. Und 2013 war es außerdem das Ziel, Kram aus meiner Wohnung heraus zu bekommen.

Nun wollten die mir den zurück geben. Ich habe mehrfach nein gesagt. Immer wieder versuchte man mich zu überzeugen, dass ich den unbedingt mitnehmen muss. Mich hat es sooo angekotzt, dass mein NEIN nicht akzeptiert wurde. Ich befürchte, dass nimmt sie mir immer noch Übel.

Seit Mitte März bin ich mal wieder erkältet. Ich hab mich ja schon gefreut, dass die große Grippewelle an mir vorüber zog. Und nun lag ich doch flach. Mit vollem Programm, wie keine Stimme und Dauerhusten. Und weil das noch nicht reichte, konnte ich mich auch nicht bewegen. Eine Teil meiner Pläne habe ich dann mit genügend Schmerzmittel durch gezogen. Und es zum ersten Mal auch richtig übertrieben.

Nun weiß ich immerhin, welche Kombination ich sein lassen sollte. Allerdings war ich egal in welcher Kombination irgendwann total gut drauf. Was sich gut angefühlt hat. Der Fall zwar kam, aber das Gefühl trotzdem toll war. Ansonsten habe ich ja immer Angst vorm Fall.

Folglich konnte auch meine Haushaltshilfe nicht kommen. Das ist nämlich weiter ein Problem für mich. Sie ist nett, richtig nett. Aber ich befürchte die Beziehung ist zu eng geworden. Wenn die Arbeit mindestens ordentlich gemacht wäre, wäre das ja noch ok. Aber es sind so viele Dinge die gar nicht oder schlecht gemacht werden.

Während der ersten Erkrankungsphase stand auch die Hilfeplankonferenz an. Meine Betreuerin war so oder so im Urlaub. Ich habe dann versucht ihren Chef zu erreichen. Denn geplant war, ich stelle mich selber vor. Nur doof, wenn ich keinen Ton raus bekomme. Der versuchte die HPK noch zu verschieben, was aber nicht ging.

Ich hab noch versucht meinen Hilfeplan zu üben, was aber so gar nicht klappte. Nun ja dachte ich mir, dann muss eben er ran. Am Tag der HPK habe ich es dann doch selbst gemacht. Und die waren scheinbar hin und weg. Es haben sich neue Türen aufgetan. Ich müsste nur durchgehen.

Als ich im Büro meiner Betreuerin anrief, um ihren Chef zu erreichen, hatte ich die Vertretung am Telefon. Die machte an sich nur Rufbereitschaft. Das heißt, ich muss mich melden, sie meldet sich nicht. Ich schilderte die Situation und so, sie versprach es an ihren Chef weiter zu geben. Dann wollte sie wissen, wie es mir denn geht, wenn sie mich schon am Telefon hat. Ich fing an zu erzählen, sie unterbrach mich mitten im Wort. Fragte was anderes. Selbes Spiel von vorne. Und beendete das Gespräch mit: Ach Ihnen geht es ja gut! Wohlbemerkt bekam ich weiter kaum einen Ton raus, weil ich so erkältet war und war ja vorher konstant von ihr unterbrochen worden. Die gute Dame hat es somit bei mir ganz verschissen.

Während ich krank war, konnte ich mir eine Wohnung ansehen. Ich kenne die Tochter der Vormieterin über drei Ecken. Die Wohnung war bisher das Beste was ich gesehen habe. Wunschstandort. Leider in einer Altenwohnanlage. Laut Hausverwaltung wird die über das Wohnungsamt vergeben. Dort war ich dann. Ich müsste schriftlich beantragen, dass ich auch in eine Altenwohnanlage ziehen würde. ABER es sei dann nicht sicher, ob ich dann für die Wohnung vorgeschlagen werden.

Die Wohnung hat allerdings auch einige Nachteile. Ich schwanke gerade zwischen soll ich oder soll ich nicht. Soll ja an sich mein letzter Umzug sein. Will ich das wirklich durch kämpfen? Ich tendiere zeitweise zu eher nein. Dann denke ich, ich komme hier nie raus. Also ein Karussell.

Generell merke ich aber, dass ich viele Dinge gar nicht mehr gemeistert bekomme. Ich habe immer noch kaltes Wasser in der Küche. Das Untertischgerät ist seit Ende letzten Jahres kaputt. Leider mein Gerät und ich kann es nicht schon wieder ersetzen. Leider lecken die Dinger, wenn sie kaputt sind.

Wäre eine betreute Wohngemeinschaft die Lösung? Betreuerin sagt ich bin zu fit. Ich denke manches Mal, vieles wäre einfacher. Aber will ich das wirklich? Ich weiß aber, dass ich enorme Angst habe, dass alles nicht mehr zu packen.

Auf ein Neues im April. Es steht erst mal ein Verlängerungsantrag für SGB 12 an, der mich gerade ein wenig um den Verstand bringt. Ostersonntag war ich mit meiner Familie Essen. Aber dazu evt. ein neuer Beitrag.