Lebenszeichen oder so

Eigentlich sollte ich hier schon lange der Monatsrückblick für Februar stehen. Bald auch der für März. Aber irgendwie bekomme ich es nicht wirklich auf die Reihe.

Mein Wunschaufenthalt in der Psychiatrie war Thema für sich. Es blieb bei den geplanten 10 Tagen, die ich schlussendlich Wunderärztin und Frau Sonnenschein zuliebe durch gezogen habe. Ich war mehrfach gedanklich dabei meine Koffer zu packen.

Ausschlaggebend für den Aufenthalt war für mich vor allem der Hinweis, dass ich dann ja jemand zum Reden hätte. Die Illusion wurde mir recht bald genommen. Es gab pro Woche ein Gespräch mit der Therapeutin von 25 Minuten. Was ich für verschwindend gering halte. Ich kam schon beim ersten Termin nicht hin. Denn bis ich auf die gestellte Frage geantwortet hatte, waren wir bei 50 Minuten.

Bezugspflegegespräche waren auch nur jeweils 25 Minuten. Eines pro Woche. In Krisensituationen wären die Gespräche auf mit der Bezugspflege auf 10 Minuten begrenzt gewesen. Das habe ich mir dann gleich geschenkt, weil ich es nicht schaffe, mein Gefühlschaos in 10 Minuten zu erklären. Wobei bei den Gesprächen wahrscheinlich nach 5 Minuten die Skillsschublade aufgezogen worden wäre. Sprich mir wäre geraten worden, was ich nun an Skills machen kann. Mich ablenken hilft mir aber nicht dabei meine Probleme zu lösen.

Ich habe sowohl bei der Therapeutin, wie auch bei der Bezugsschwester klar angesprochen, dass mir das nicht reicht. Ja das sei halt so. Und das sei alles bei jedem so. Nur doof, wenn andere Patienten anderen Patienten erklären, dass es ein Therapeutengespräch von 50 Minuten pro Woche gibt. Doof ist auch, wenn Mitpatienten erzählen, dass sie gerade eine Stunde mit einer Schwester geplaudert haben.

Von der Therapeutin gab es die Hausaufgabe, dass ich aufschreiben sollte, welche Bedürfnisse ich an eine neue Betreuerin hätte. Ich frage mich und das leider bis heute, warum ich Bedürfnisse formulieren soll, wenn gerade Menschen aus dem professionellen Bereich genau entgegengesetzt handeln. Damit habe ich den Aufsatz auch eingeleitet. Das wäre auch der Punkt gewesen, an dem man hätte arbeiten müssen. Statt dem wurde auf die Uhr gesehen, dass wir auch ja die 25 Minuten nicht überschreiten und dann wurde mir gesagt, wie toll ich doch meine Bedürfnisse formuliert hätte.

Ich weiß, wie es war, als ich im letzten Jahr gegenüber meiner Betreuerin mehrfach mein Bedürfnis geäußert habe, dass ich mit der Situation nicht umgehen kann, dass sie mir helfen soll. Was hat sie gemacht? Sachen, die ich ihr anvertraut habe, gegen mich verwendet. Ich weiß noch, wie es war, als ich dem Chef der betreuenden Organisation gegenüber meine Bedürfnisse geäußert habe und er mir versprach, dass er sich darum kümmert und mir am nächsten Tag mitteilte, dass er genau das Gegenteil macht und noch dazu behauptet, ich hätte das so verlangt. Komisch nur, dass Frau Sonnenschein, die bei dem gemeinsamen Gespräch dabei war, es genauso gehört hat, wie ich mich erinnere. Und ich weiß, wie die Klinik damit umging und noch umgeht, dass es mein Bedürfnis ist, zu verstehen, was bei dem Klinikaufenthalt 2009/2010 gelaufen ist. Dazu habe ich bis heute keine Auskunft, beziehungsweise ich darf darüber nicht mehr sprechen.

Wie kann man erwarten, dass ich Bedürfnisse formuliere, wenn man selbst meine Bedürfnisse mit Füßen tritt? Ich hatte ja der Therapeutin gegenüber das Bedürfnis geäußert, dass ich eindeutig mehr Gespräche bräuchte. Beziehungsweise mir eben 10 Minuten Krisengespräche nicht reichen.

Der Arztbericht war dann der Hammer. Meine Mutter ist ein Jahr und einen Monat später gestorben. Faszinierend das argumentiert wurde, man habe alte Dinge nur kopiert. Bei Copy und Paste stünde da was anderes. Ganz klar war auch, dass ich dabei bin Pflegestufe zu beantragen, um damit die Haushaltshilfe zu finanzieren. Im Arztbericht stand dann, dass ICH 3 Stunden die Woche als Haushaltshilfe arbeite. Hat man mir eigentlich zugehört? Wenn man die Zeiten schon so limitiert, dann würde ich mir zumindest wünschen, dass man mir zuhört.

Die Bezugspflegegespräche sollten an sich darum gehen, dass ich einen Plan für den Haushalt erstelle. Mit meiner Haushaltshilfe klappt das nämlich nicht wirklich. Das sie 3 Stunden dazu braucht, zwei Böden zu kehren, die beiden Böden zu saugen, in zwei Zimmern vorne herum ein wenig zu saugen, den Flur zu saugen, in Badewanne und Waschbecken massig Reinigungsmittel zu kippen und oberflächlich sauber zu machen und dann noch Küchenboden, Badboden und Hausflur zu putzen – das kann es nicht sein. Und das riss leider immer mehr ein.

Im ersten Gespräch kamen wir dazu nicht. Im zweiten Gespräch klärte mich die Schwester umfangreich darüber auf, was sie machen würde und erläuterte mir umfangreich den Stand vor dem Aufenthalt. Ich war aber schon weiter, da ich auch hier die Hausaufgabe, die lautete, machen Sie mal einen groben Plan, gemacht hatte. Und ihr Monolog durfte auch nicht unterbrochen werden. Bei jedem Versuch kam nur, ich soll sie ausreden lassen.

Mit den Mitpatienten war es auch eher Thema für sich. Einer, der ein Problem mit mir hatte, dem ich aber immer gut genug war, wenn er mich brauchte, argumentierte mir gegenüber, man würde sich an dem und dem stören – das würden die anderen auch sagen. Ich fragte mich innerlich, warum man mir das nie gesagt hat. Habe mich dann aber eben distanziert.

Ach ja, mit der Pflege gab es im Vorfeld die Absprache, wenn ich mich abkapsle, dann soll man mich ansprechen. Fiel noch nicht mal auf, dass ich auf einmal nur noch alleine war.

Ich für mich kann mittlerweile benennen, wann ich angefangen habe dicht zu machen und warum. Was für mich ein großer Fortschritt ist. Trotzdem weiß ich nun, dass das Setting, dass die Klinik anbietet, eben nicht mein Ding ist.

Seit kurz vorm dem Aufenthalt ist Persönliches Budget Thema. Der Kostenträger gibt grundsätzlich sein Ok. Allerdings muss ich vor Antragsstellung erst mal eine Betreuerin finden. Was sich als mehr als schwierig erweist. Es gibt keine offizielle Liste. Auf der inoffiziellen Liste stehen vor allem Männer drauf. Die Frauen nehmen zum Teil niemanden oder haben mich abgelehnt oder ich habe sie abgelehnt.

Ich suche nun natürlich nach Möglichkeiten. Laufe dazu von Pontius zu Pilatus. Keiner weiß was, keiner kennt jemand und so weiter. Psychosoziale Betreuung für psychisch Kranke kennt man hier kaum. Es sei denn, man geht über eine Organisation, was ich ja nicht mehr möchte.

Mit meiner neuen Betreuerin werde ich auch nicht warm. Sie macht mir Angst und ich vertraue ihr nicht. Ich sitze im Endeffekt meine Zeit bei ihr ab, bzw. habe die eben auch minimiert. Wichtige Dinge erledige ich alleine. Mehr schlecht als recht. Hauptsache ich muss mich ihr nicht anvertrauen.

Pflegestufe ist bewilligt worden, was mir zu denken gibt. Ohne Probleme beim ersten Anlauf. Die Haushaltshilfe kann ich darüber nicht finanzieren, sagte die Gutachterin. Der Kostenträger vom Betreuten Wohnen, der die Kosten zur Zeit trägt, sagt aber, dass das geht und er das einfach macht.

Momentan ist mir das alles zu viel. Vieles hätte früher meine Betreuerin aufgefangen. Die vorletzte. Die letzte hätte mich wohl nur ausgelacht?

Die Gedanken drehen sich wieder viel um Anna. Und um die letzte Betreuerin. Beide haben den selben Vornamen. Ich habe mal gesagt, ich würde mir ein T-Shirt bedrucken lassen, auf dem vorne drauf steht: Annas Spielzeug und auf der Rückseite ein Mülleimer zu sehen ist, in den man mich rein schmeißt mit den Worten: Mist kaputt – Ach egal! Denn das würde es einfach treffen.

Momentan würde ich mir einfach wünschen, dass mal was klappt. Aber irgendwie klappt gerade mal wieder nichts. Noch dazu gehe ich beim kleinsten an die Decke. Momentan ist es mein Vater.

 

 

 

 

 

 

 

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Es geschehen Zeichen und Wunder

Ich habe demnächst endlich ein Bett. Ein wenig anders als erwartet und geplant und irgendwie bin ich immer noch sprachlos.

Die Woche klingelte mein Telefon. Wunderärztin. Ich könnte ab nächsten Mittwoch ein Bett haben. Sie haben sich überlegt, dass es sinnvoll sei, sich vorher mal mit den Behandlern zusammen zu setzen. Also sie, Behandler der Station und ich. Um abzuklären, was voneinander erwartet wird. Und damit keine alten Sachen aufgekocht werden.

Ich selbst war innerlich darauf eingestellt, dass ich eine Art Neuanfang will. Also kein wühlen meinerseits in den alten und schlechten Erfahrungen. Wobei das eindeutig auch ein Zeichen dafür ist, dass es mir nicht gut geht und ich Hilfe brauche. Wobei ich mich ansonsten gerade irgendwie ok finde? Wohl auch mit dem innerlichen Wissen, da kommt bald Hilfe? Ok und ich gehe meiner neuen Betreuerin aus dem Weg.

Klar habe ich Angst. Oder Sorge? Eher Angst. Was wenn ich dem Oberarzt über den Weg laufe? Wobei der so radikal abgenommen haben soll, dass ich ihn wohl nicht erkennen werde? Wie mit den teilweise wirklich zickigen Schwestern umgehen? Wobei ich da gerade ein wenig locker dran gehe – ich habe schweigen mittlerweile gelernt. Lesestoff habe ich auch genug. Beschäftigt wäre ich also im Zweifelsfall.

Das gemeinsame Gespräch wird am Montag statt finden. Zwischen Sozialen Kompetenztraining (hat dieses Jahr wieder begonnen – Montag das letzte Mal, dann ist erst mal 4 Woche Pause) und meinem Termin mit Frau Sonnenschein. Da habe ich eigentlich 1,5 bis 2 Stunden Pause. Was natürlich dann sehr viel sein wird am Montag. Aber das ist es mir Wert.

So eine Behandlung habe ich mir seit Jahren gewünscht. Das man gemeinsam schaut, wie was laufen könnte. Also zumindest hoffe ich noch, dass wir gemeinsame Wege gehen. Es gibt wenig, was ich wirklich ablehnen würde. Ok eines der Dinge wäre ein Entzug meines Schlafmittels. Wäre das nicht gewesen, würde ich heute wohl nicht mehr leben, weil ich mich heulend im Bett gewendet hätte und irgendwann wohl den letzten Schritt getan hätte.

Irgendwie habe ich mir das die letzten Jahre immer anders vorgestellt. Wie ich im Falle einer Aufnahme reagieren würde. Bockig passt ganz gut. Aber die Gedanken sind alle Weg. Denn ich will was ändern. Keine Ahnung wie und was. Aber so wie die letzten Monate geht es nicht weiter.

Horrorklinik wird zur Wunschklinik

Ich habe beschlossen, mich stationär aufnehmen zu lassen. Da ich nun mal in Hessen lebe und deshalb unter die hessichen Regelungen falle, ist ja nur die Klinik vor Ort im Krisenfall zuständig. Wie ich dank Wunderärztin weiß, würde mich die andere Klinik wohl auch nicht einfach so mal aufnehmen. Evt. über Warteliste. Im Akutfall aber wohl nur über die Polizei. Die hier nicht ins Haus kommt, weil die Haustür ja ganztägig abgeschlossen ist. Was mich gerade ziemlich ankotzt. Und im Ernstfall dann auch die Vermieter informiert wäre. Ich stelle es mir weniger lustig vor, wenn die Polizei hier war, die dann wohl einen RTW kommen lässt und wenn die mich abholen, mich mein Vermieter im Hausflur anhält, um mir mitzuteilen, dass er ja das Recht hat, Zugang zu meiner Wohnung zu bekommen, falls sie auf den Speicher wollen.

Außerdem komme ich sehr schlecht in die andere Klinik. Irgendwie fährt da zwar ein Bus. Da muss man aber umsteigen und das ist alles sehr kompliziert und so. Und vor allem komme ich da nicht weg. Somit also Horrorklinik. Wobei es mir mies genug geht, dass ich den Weg überhaupt gehe. Ok den Weg einer geplanten Aufnahme und ich sitze nun hier und warte auf den Anruf, dass ich am nächsten Tag aufgenommen werden kann.

Wunderärztin hat gesagt, sie ist mir dankbar, dass ich den Weg gehe. Das ich den Weg freiwillig gehe. Wobei sie darauf geachtet hat, dass ich dem Oberarzt nicht in die Finger falle. Der hat mittlerweile nur noch eine offene Station. Und er macht auf den zwei Stationen, für die ich nun auf der Warteliste stehe, auch keine Vertretung.

Leider musste ich zustimmen, mich auf die Station aufnehmen zu lassen, auf der ich 2009/2010 war. Damals hatte ich mich verzweifelt bemüht, mit dem Team warm zu werden, was letztendlich gescheitert ist. Was leider aber nicht nur an mir lag. Gut aufgehoben fühlte ich mich dort nicht.

Ich sehe es aber als neue Chance. Wobei meine Ziele auch andere sind. Ein wenig aufpäppeln. Länger als 7-10 Tage will ich auf keinen Fall bleiben. Also reine Krisenintervention. Wobei das „Programm“ eher mau sein wird. Denn die Pflege dort ist unterbesetzt und die arbeiten teilweise alleine. Sprich eine Krankenschwester für mindestens 20 Patienten. Somit finden wohl auch nicht wirklich viele Gespräche statt.

Auf der einen Seite hat sich mit der Entscheidung für den Klinikaufenthalt eine Art Erleichterung eingestellt. Auf der anderen Seite macht es mir enorm viel Angst. Werde ich mit dem Team zurecht kommen? Werde ich aufgefangen werden oder wieder mir selbst überlassen werden? Auf was muss ich achten, damit man mich nicht wegsperrt? Immerhin kannte man mich früher. Heute kennt mich dort kaum noch einer. Oder es werden alte Geschichten aufgewärmt.

Ganz schwer war es, meinem Umfeld davon zu erzählen. Der Kollegin, die ich so mag. Meiner Oberchefin, die mich gebeten hat, was für sie zu machen. Was aber eben gerade nicht geht. Und meiner Chefin. Mal abgesehen von meinem Bruder und meinem Vater.

Wie ich Der Neuen das erzählen soll, weiß ich auch nicht so recht. An sich will ich nicht, dass sie es weiß. Oder will ich es doch, weil es zeigt, wie mies es mir geht? Wobei sie mich zu wenig kennt, um den Ernst der Lage erkennen zu können. Momentan tendiere ich dazu, im Büro einfach am Abend vor der Aufnahme auf den Anrufbeantworter zu quatschen. Das ich eben den nächsten Termin nicht wahrnehmen kann, weil ich vorerst stationär untergebracht bin.

Momentan geht es mir ein wenig besser. Wobei ich auch alles mögliche ausblende. Und den letzten Termin mit meiner Neuen Betreuerin auch abgesagt hatte. Wobei ich bis heute nicht weiß, wie ich die Termine mit ihr dauerhaft auf die Reihe bekommen soll. Denn ich lebe nun mal einen verschobenen Tagesrhythmus, der mir auch gut tut, der aber nicht mit ihren Arbeitszeiten kompatibel ist. Sie schlug mir für diese Woche Termine um 8 Uhr morgens vor. Da ich morgens auch Zeit zum Anlaufen brauche, heißt das für mich zwischen 5.30 Uhr und 6 Uhr aufstehen. Was ich auf Dauer nicht schaffen werde.

Ansonsten bin ich generell ziemlich durcheinander. Ich versuche seit Samstag meinen Koffer zu packen. Passend für 10 Tage. Immerhin habe ich mittlerweile einen kleineren Koffer. Bisher benutzte ich einen riesigen Koffer. Nur bringe ich alles in den kleineren Koffer rein? Und wie werde ich den aus dem 4. Stock nach unten bringen?

Und ich habe konstant ein Angstgefühl. Bitte lieber Gott lass den Aufenthalt gut verlaufen lassen!

Rückblicke oder so

Eigentlich sollte seit Anfang Dezember hier ein Monatsrückblick für November stehen. Eigentlich sollte seit Anfang Januar ein Monatsrückblick für Dezember stehen. Eigentlich fehlt auch noch ein Jahresrückblick.

Zumindest den Jahresrückblick könnte ich in wenigen Worten wieder geben. Ich habe alles verloren, für was ich 2015 gekämpft habe. Ich hatte nach fast 10 Jahren Psychokarriere das erste Mal eine Phase die halbwegs gut und mit Perspektiven behaftet war. Mittlerweile bin ich psychisch in einem schlechteren Zustand, als nach dem letzten Klinikaufenthalt. Ich hätte nie gedacht, dass das möglich ist.

Anfang November teilte mir meine Betreuerin ja mit, dass sie Ende Januar in den Mutterschutz geht. Begleitet von Hinweisen, dass für sie ja eine neue Kraft eingestellt wird. Eine Woche später teilte sie mir, freudestrahlend mit, dass es bereits ab Januar eine neue Betreuerin für mich gibt. Nannte mir den Namen und ich dachte nur, bitte nicht. Außerdem fühlte ich mich abgeschoben, weil sie so freudig war, mich schneller los zu werden.

Der Wechsel prägte den Rest der Betreuung. Und leider auch das Leben drum herum. Selbst meine Chefin sprach mich an, dass ich mies aussehe. Sonst kann ich das ja meistens ausblenden.

Im Laufe der restlichen Betreuung habe ich den Datenschutzrichtlinien widersprochen. Da wurde ich dann richtig zum Problem. Denn damit mache ich ja Arbeit. Und ganz wichtiger Punkt war auch die Supervision. Ich weiß bis heute nicht, was meine persönlichen Daten in der Supervision zu suchen haben. Somit war ein Gespräch mit der Leitung nötig. Dem ich auch zustimmte, in der Hoffnung, man hilft mir mit dem Betreuerwechsel, der für mich immer mehr zum Problem wurde.

Das Gespräch fand im Beisein von Frau Sonnenschein statt. Zusammengefasst musste ich den Datenschutzrichtlinien zustimmen, weil sonst keine Betreuung möglich wäre. Man fand mich misstrauisch und keine Ahnung. Auch weil ich doch tatsächlich Akteneinsicht möchte, was mir ja rein rechtlich zusteht und ebenfalls in den Datenschutzrichtlinien drin steht, die ich unterschreiben musste.

Ganz großes Problem am Betreuerwechsel war ja auch, dass ich die Neue vorher kennen lernen wollte. Was mir ja immer wieder verweigert wurde. Bzw. wurde mir gesagt, dass es ja vorher sei, wenn ich die Neue nach dem Betreuungsbeginn kennenlerne.

Der Leiter meines BeWos versprach mir dann, dass ich die Neue vor Weihnachten kennenlerne, aber die Betreuung erst ab Januar beginnt. Obwohl er nicht verstehen konnte, warum ich die Neue vorher kennenlernen möchte. Er meinte aber, zwei Meinungen können ja nebeneinander Bestand haben. Ich habe das damit kommentiert, dass er ja aber die Macht hat, seine Meinung durch zu setzen. Dem stimmte er zu.

Am selben Tag fand dann noch die Betreuung statt. Ich vertraute meiner schwangeren Betreuerin mit, dass für mich das Tempo ein ganz großes Problem wäre. Erst urplötzlich schwanger und die Ankündigung sie sei bis Ende Januar meine Betreuerin und die Woche drauf schon eine neue Betreuung für früher habe.

Was ich immer wieder klar formuliert habe, dass ich die Situation auf Weihnachten nicht wollte. Da man ja soo sehr Wert auf den fachlichen Austausch legt (deshalb sollte ich ja den Datenschutzrichtlinien zustimmen), müsste man eigentlich wissen, wie schwierig Weihnachten generell für mich ist. Das ich in der Regel zwischen Oktober und im schlimmsten Fall März zu nix zu gebrauchen bin.

Am nächsten Tag klingelte das Telefon. Der Leiter des BeWo. Man habe am Abend vorher noch zusammen gesessen und die Neue hätte die Betreuung ab dem Vorabend übernommen. Ich brach heulend am Telefon zusammen. Der Leiter konnte das gar nicht verstehen, weil das doch genau meinen Wünschen entsprechen würde. Ich hab das Gespräch beendet, weil ich kein Wort mehr durch mein Heulen verstand. Danach war er für mich nicht erreichbar und ab dem Tag danach im Urlaub.

Frau Sonnenschein und Wunderärztin, die mich dann beide nacheinander heulend am Telefon hatten, sind auch recht sauer über das was da passiert ist. Sind sie immer noch. Frau Sonnenschein wollte wohl, wie ich später erfuhr, den Leiter anrufen, weil in ihrem Beisein ja was anderes besprochen wurde. Was sie aber nicht tat. U.a. weil ich ihr mitgeteilt hatte, dass er im Urlaub ist. Was ich im nach hinein aber passend empfunden hätte, damit man auch mal sieht, dass andere es wie ich sehen.

Die Neue hatte ein wenig Probleme einen Termin mit mir zu finden. Sie wollte mich anrufen. Was aber nicht klappte. Dann kam eine Mail mit einem Terminvorschlag, von dem an sich hätte bekannt sein müssen, dass ich da nicht kann.

Angeblich, so hatte mir die Leitung das am Telefon mitgeteilt, sollte dann auch eine Übergabe statt finden. Den ersten Termin mit der Neuen hatte ich Anfang Dezember. Zur Übergabe kam es dann Anfang Januar – also vier Wochen später.

Ich habe meiner alten Betreuerin einen Brief geschrieben, den ich bei der Übergabe vorlesen wollte. Auf gutes Zureden anderer und weil Frau Sonnenschein meinte, eine schwangere Frau müsste man schützen, habe ich eine freundlichere Fassung aufgesetzt. In der ich eben erklärte, wie ich mich gefühlt habe in einigen Situationen.

Die Neue fand mich unmöglich, weil ich ja nur Vorwürfe mache usw. Auch findet sie es unmöglich, dass ich versucht habe, die Schweigepflichtentbindung entzogen habe und den Datenschutzrichtlinien für das andere Team zu widersprechen. Ohne meiner Zustimmung sei keine Betreuung möglich und ich sei zu misstrauisch.

Fertig vorgelesen habe ich somit auch nicht. Meine alte Betreuerin gestaltete ihre Übergabe so, dass sie drei Punkte nannte, die man ihrer Meinung nach für 2016 erreichen müsste. Aber nichts über mich oder so. Die Neue (ich glaube das ist nun ihr Synonym) meint, sie will mich selber kennen lernen. Ich finde ja, ein paar Infos wären nicht schlecht. Aber das liegt nicht in meiner Macht.

Auf meine Frage, was sie denn mit mir in dem halben Jahr erreicht hat, konnte sie mir keine Antwort geben. Ich schlussfolgere aus ihrem Schweigen, dass wir alles was im Hilfeplan steht, erreicht haben?

Die letzten Wochen mit ihr waren geprägt durch meine Fragen. Ich habe sie verzweifelt angebettelt, dass sie mir hilft mit der Situation umzugehen. Sie hat hauptsächlich geschwiegen und mich darauf hingewiesen, dass sie selber entscheiden kann, wann sie wem wie die Schwangerschaft mitteilt. Ich hätte gerne die Entscheidung, wem ich vertraue, für mich selber entschieden. Immerhin haben sich die Bedingungen für die Betreuung im August (ich vermute eher im Juli schon – also 6-8 Wochen nach Betreuungsbeginn) geändert. Nur das ich davon nichts wusste.

Ich habe mich ihr anvertraut. Habe mein Leben transparent gehalten. Manche Dinge wurden (bewusst?) gegen mich verwendet. Man hat mich mir selbst überlassen. Im Hilfeplan steht was von psychischer Stabilität. Aber sie hat mich in allen Krisensituation während der Betreuung abgewiesen.

Ich habe teilweise heulend vor ihr gesessen und sie hat es nicht interessiert. Sie hat, bei einem Termin bei Wunderärztin, meine Selbstverletzungen gesehen und es hat sie scheinbar nicht interessiert. Ich empfinde, dass sie das wollte und das ihr Ziel war. Fehlt nur noch der Suizid.

Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter. Die Neue ist nicht mein Ding. Noch dazu hat sie Arbeitszeiten, die mit meinem Tagesrhythmus nicht zusammen passen. Ich lebe einen verschobenen Tagesrhythmus und seit dem ich den bewusst lebe und dazu stehe, geht es mir psychisch auch besser. Da ich es nicht schaffe, früher ins Bett zu gehen, wird das zum Problem werden. Und früher ins Bett gehen habe ich nun in den letzten Monaten mehrfach versucht. Es klappt einfach nicht. Ich überlege nun, meinen Tagesrhythmus noch mal komplett umzuschmeißen und eben von 15 bis 22 Uhr zu schlafen.

Ich finde es schade und auch verletzend, dass eine Organisation, die sich um psychisch kranke Menschen kümmern sollte, so handelt. Es verletzt mich, dass sich keiner mit mir auseinander setzt. Ich habe keine Wunder erwartet. Aber Schweigen, Schweigen, Schweigen und ab und an mal die Worte: Das ist nicht so ohne weitere Erklärungen, hat mir nicht geholfen.

Ich liebäugle mit einem Klinikaufenthalt. Sogar in der Horrorklinik. Auch hier überwältigen mich aber immer wieder die schlechten Erinnerungen. Was wird mit mir passieren dort? Wobei ja keiner am Ist-Zustand der Situation was ändern kann. Leider weiß ich auch, dass die personelle Situation in der Horrorklinik gerade mehr als bescheiden ist. Eine Pflegekraft pro Schicht für über 20 Patienten. Ich hätte wieder keinen Ansprechpartner.

Wie wird der Oberarzt reagieren? Wie wird man generell reagieren? Wie werde ich reagieren? Kann ich mich davon trennen, nicht nur bockig (resultierend aus den Erfahrungen in dem Haus) zu reagieren?

Im Dezember habe ich nur durch gehalten, weil mein Bruder Geburtstag hatte und ich ihm den Geburtstag nicht verderben wollte. So ging es auch auf Weihnachten zu. Btw. eines der miesesten Weihnachtsfeste. Im Januar habe ich jemand meine Hilfe bei was versprochen. Dort war ich nach dem Übergabegespräch verabredet. Wäre das nicht gewesen, hätte ich mir umgehend nach dem Übergabegespräch das Leben genommen.

Und ganz schwer ist es zu ertragen, dass sowohl Frau Sonnenschein, wie auch Wunderärztin und mein ambulanter Kontakt bei der Telefonseelsorge gerade nicht weiter wissen. So oft wie die letzten Wochen habe ich auch noch nie mit der Telefonseelsorge telefoniert. Die mir ebenfalls sagen, dass das was in mir vorgeht, auch für Gesunde schwierig wäre.

Vertrauen – Der Feind!

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, weil es gerade sooo viel ist. So viel was mich belastet, was mir durch den Kopf geht.

Im Juni gab es ja einen Betreuerwechsel. Ich wollte da an sich ja gar nicht. Die Organisation, die eben mein betreutes Wohnen macht, sagt aber mittlerweile, sie wollen keine langjährigen Betreuungen mehr. Neuer Wind und so.

Die Beziehung zu meiner letzten Betreuerin war, nach anfänglichen Schwierigkeiten (ok die hielten länger an) ziemlich gut. Richtig gut wurde sie an sich nach dem letzten Klinikaufenthalt. Sie teilte mir das an sich auch früh genug mit, wir konnten den Wechsel verschieben und sie hat mir halt klar gesagt, ich soll es als Chance sehen. Sie hat sich auch richtig viel Mühe gegeben, jemand passendes für mich zu finden. Was nicht ganz einfach ist, weil keine Mann, 2 andere Betreuer hatte ich schon, eine schließe ich grundsätzlich aus usw.

Die neue? Ich versuchte mit ihr warm zu werden. Vom Typ her ist sie generell schon mein Ding. Wenn so vieles anderes nicht gewesen wäre. Zumindest jetzt, im nach hinein betrachtet. Sie Betreuung begann im Juni und sie hat mich quasi zwei Wochen betreut und war dann erst mal eine Woche im Urlaub.

Im September folgten 3 Wochen Urlaub. Nun ist meine alte Betreuerin ihre Vertretung bei mir. Das erste Mal seit dem ich Betreuung habe, dass die Urlaubsvertretung kein Problem ist. Nun überschnitt sich der Urlaub der Beiden um eine Woche. In einer Woche hatte ich also meine alte Betreuerin gesehen. In der zweiten Woche war Rufbereitschaft – sprich ich hätte anrufen können. In der dritten Woche sollte ein Kollege die Vertretung machen und da hieß es klar, er ruft mich an.

Ich hatte vor Monaten, noch mit meiner alten Betreuerin, angefangen, Nachts eine Mail zu schreiben, wenn ich ins Bett gehe. Damit ich mal früher ins Bett komme. Das hat die neue übernommen. Mir wurde gesagt, dass kann ich bei der Vertretung der Vertretung auch machen, das sei abgesprochen.

In der Woche lief hier einiges schief und ich hätte einen Ansprechpartner gebraucht. Frau Sonnenschein war nämlich auch im Urlaub. Nun ja, dachte ich mir, der Betreuer wird ja irgendwann mal anrufen. Da bis Mittwoch kein Anruf kam, habe ich in der Gute Nacht Mail um ein Telefonat gebeten. Leider hat er die Mails erst Donnerstag Abends abgerufen und wir haben dann erst Freitag telefoniert.

Für mich war das keine Situation und ich wollte die für die Zukunft ändern. Was an sich auch kein Aufwand gewesen wäre. Ich sprach also meine Betreuerin an, dass das eben doof gelaufen ist und ich darum bitte, dass man für das nächste Mal, wenn klar gesagt wird, man wird mich anrufen, eben im Vorfeld ein Termin vereinbart wird.

Ich habe zwei Wochen mit ihr rum diskutiert und der Grundton war an sich, dass das alles alleine meine Schuld gewesen sei. Begreife ich bis heute nicht. Da bestand eine klare Absprache (er ruft mich an – ohne Zeitangabe) und ich muss darum betteln. Laut ihr hätte er mich nicht erreicht – was definitiv nicht stimmt. Er selbst sagte am Telefon zu mir, dass das blöd gelaufen sei und es ihm Leid tut und sie erklärt mir konstant, dass das mein Fehler gewesen ist?

Im Oktober ging es dann zur Mitte des Monats rund. Einmal war ich dauererkältet. Dann teilte mir meine Therapeutin mit, dass die Therapie nicht weiter geht, weil die Krankenkasse die Therapie ablehnt. Die Gruppentherapie wurde wieder aufgelöst. Mein Rehasport stand auch auf wackligen Beinen, weil ich dort wochenlang nicht war, weil ich ständig krank war. Das wusste meine Betreuerin, dank der nächtliche Mails, auch alles.

In der Woche stand noch ein Termin bei Wunderärztin an. Zu dem sie mitkommen sollte (wir finden so schwer einen Termin und da kam sie eben öfters mal mit). U.a. war auch geplant, Akteeinsicht für einen bestimmten Tag zu beantragen (da läuft die 10 Jahres Frist demnächst ab) und ich hatte da noch eine Frage zum Betreuungsvertrag, den ich im Beisein der Wunderärztin klären wollte.

Am Tag vor dem Termin hätte man mich an die Wand klatschen können. Ich war total neben der Spur und rief eben meine Betreuerin an. Die mir via Mail schon mitgeteilt hatte, dass sie zu dem Termin nicht mitkommen möchte, wenn ich so erkältet bin. Ich habe am Telefon die meiste Zeit geheult. Habe sie mehrfach um Hilfe gebeten. Wollte das sie mich aufmuntert. Ihr Hauptaugenmerk galt dem Punkt, sie möchte zu dem Termin nicht mit komme. Ich gehe da an sich sehr vorsichtig mit um: Ich gebe keinem die Hand, halte Abstand etc pp. Sie fährt jeden Tag eine längere Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Deshalb verstehe ich bis heute nicht, warum sie zu dem Termin nicht mit gegangen ist. Ich hätte das verstanden, wenn sie hätte zu mir nach Hause kommen müssen. Aber so? Genügend Abstand wäre gewesen, das Zimmer meiner Wunderärztin ist ja keine Besenkammer.

Ich verwies darauf, dass ich eben was wegen dem Betreuungsvertrag und so. Sie betonte mehrfach, sie hat Angst sich anzustecken. Und ich würde ja auch nicht gut klingen. (ja ich klang ziemlich verheult). Das mit der Akteneinsicht hatte ich schon gar nicht mehr auf dem Schirm, weil ich total fertig war. Schlussendlich haben wir Donnerstag telefoniert und sie hat mich dann abgewürgt, weil sie zum nächsten Termin (der seltsamerweise zu der Zeit war, zu der sie an sich mit mir einen Termin hatte) musste.

Die Woche drauf war ich gesundheitlich noch angeschlagen. Teilte ihr das halt auch mit. Die Vertretung meiner Hausärztin, bei der ich mich nun mal blicken ließ (die kann ja eh nicht mehr machen, außer mir Medikamente zu nennen, zum Inhalieren zu raten usw – und das kann ich alleine), hat mir ein Antibiotika verschrieben, sagte aber gleich, dass das wenig bringen wird. Meine Betreuerin war der Meinung, ich sei ja dank Antibiotika nicht mehr ansteckend. Und außerdem sei ich ja nun schon seit über einer Woche krank und da sei die Ansteckungsgefahr ja nicht mehr so groß. Ach ja, zum Termin mit Wunderärztin war ich genau eine Woche wieder richtig krank – was meine Betreuerin ebenfalls wusste.

Und was mich an sich am meisten trifft – sie sagte zum Thema Therapieende, Ende der Gruppentherapie das das alles ja gerade ein wenig viel sei und sagte fast im gleichen Atemzug, dass sie mich die Woche auch nicht sehen will. Und da wundert sich jemand, dass ich nicht rund laufe?

Vor drei Wochen redeten wir locker flockig über meine Geburtstag nächstes Jahr und sie meinte, sie notiert sich das Datum. Ich erwähnte, dass ich es toll finde, an meinem Geburtstag mit Familie, Frau Sonnenschein und Betreuerin Kaffee zu trinken. Das kam von ihr, ohne das ich es in irgendeiner Form eingefordert hätte.

Ich habe ihr allerdings auch klar gesagt, wie doof ich das fand und in Kombination mit der Aktion der Urlaubsvertretung das Vertrauen ziemlich weg ist und ich es halt doof finde, wenn ich da endlos lange meine Bedürfnisse formulieren muss und sie mir nonstop sagt ich sei im Unrecht, obwohl mir der Kollege was anderes gesagt hat. Immerhin gab sie mittlerweile zu, dass das doof gelaufen ist.

Letzte Woche meinte sie dann zu mir, dass sich bei ihnen personell nächstes Jahr was ändern wird. Sie geht ab Ende Januar in den Mutterschutz. Ende März kommt das Baby und mit Resturlaub und so.

Ich selber wäre an was langfristigem interessiert gewesen. Habe ehrlich gesagt auch keine Lust, mich nun schon wieder auf jemand einzulassen. Das meine Betreuerin schwanger wird, war bei meiner alten Betreuerin schon meine größte Sorge. Das war auch immer wieder Thema.

So nach und nach koche ich innerlich immer mehr. Klar das ihr die Vetretungssituation relativ egal war, denn da muss sie schon gewusst haben, dass sie schwanger ist. Im August war sie zu einem Termin mit der Therapeutin mit dabei. Da erzählte sie, ebenfalls von sich aus, dass wir noch in der Kennelernphase sind. Da lache ich heute bitter drüber – denn da wusste sie ja bereits, dass sie mich in wenigen Monaten nicht mehr betreuen wird.

Ich habe mich ihr anvertraut. Habe verzweifelt darum gekämpft, eine Beziehung aufzubauen – was absolut sinnlos war.

Ich hatte vor der letzten Betreuerin einen absolut miesen Betreuerwechsel. Der mich heute noch beschäftigt. Bei dem man mir vorher versprach, wenn es nicht klappt, sucht man nach einer anderen Lösung und schlussendlich lief es so, dass mich meine damalige Betreuerin von einem Tag auf den anderen fallen ließ, ich mit der Nachfolgerin gar nicht konnte und man mir konstant gesagt hat, wie schwierig es ist jemand zu finden (ich hatte damals einen sehr hohen Betreuungsschlüssel – so viele Stunden bekommt nur schwer jemand unter) und das es eben nicht anders geht. Kein Wort mehr davon, dass man eine Lösung sucht. Die damalige neue Betreuerin auch nur übergriffig war und schlussendlich von sich aus die Betreuung beendete. Ich hab nur irgendwann eingesehen, dass das auch nicht geht und Frau Sonnenschein hat sich da enorm für mich eingesetzt.

Außerdem habe ich nun in noch nicht mal 10 Jahren dann die 5. Betreuerin – da fragt keiner mehr warum und wieso, da heißt es nur: Frau Verstoert Sie haben aber viele Betreuerwechsel gehabt! Da fragt keiner, wie lange ich vom wem betreut wurde.

Ich weiß, dass ich in der Vorweihnachtszeit bis mindestens Februar, teilweise bis März nicht ansprechbar bin. Dieses Jahr bin ich, bedingt durch Therapie- und Gruppentherapieabbruch, damit sehr früh dran. Mich in dem Zustand auf jemand neues einlassen und gleichzeitig wissen, dass ich nicht damit rechnen brauche, dass meine Betreuerin ihre Termine alle einhalten wird… ich noch dazu in den letzten Jahren im Winter immer! über Wochen hinweg erkältet war (Bus fahren geht, aber mich betreuen geht ja nicht  – sie muss ja nun nicht nur sich schützen).

Diese Woche erzählte sie mir dann, sie hat mit ihrem Chef wegen einer neuen Betreuung gesprochen. Sie nannte mir die Kollegin auch, die ich dem Namen nach kenne. Passt rein vom Alter her gar nicht. Und die übernimmt mich ab Januar. Ob ich sie vorher kennen lernen kann, war meine Frage und das wäre mir enorm wichtig gewesen. Ich lerne sie irgendwann Anfang Januar kennen und das sei ja vorher. Für mich ist das nicht vorher, wenn jemand zum 1.1. die Betreuung übernimmt und ich sie dann kennen lerne.

Ich habe ihr ein wenig vom dem miesen Betreuerwechsel erzählt. Sie ist der Meinung, dazu wird es nicht mehr kommen. Ich habe klar auch gefragt, was ist, wenn ich mit ihrer Nachfolgerin nicht kann. Eine Antwort habe ich nicht wirklich bekommen. Sie ist auch der Meinung, man kann beim ersten Kennenlernen nicht entscheiden, ob es passt oder nicht. Leider kann ich genau das. Ich kann beim ersten Kennenlernen sagen: Passt, ist einen Versuch Wert oder passt eben nicht. Mich kotzt es an, dass ich zwar klare versuche einen Teil meiner Bedürfnisse zu formulieren, aber mir irgendwas eingeredet wird. Erinnert mich an meinen Oberarzt, der mir meine Gefühle ja auch abgesprochen hat.

Mir auch klar ist, dass ich nicht die einzige Klientin bin. Noch dazu eben nicht die einzige Klientin, die man nun relativ panikartig unterbringen muss – in einem Team, dass eh schon unterbesetzt ist.

Mein Leben besteht seit einer Woche aus Selbstverletzung. Nun kam es irgendwie zustande, dass meine Betreuerin heute mit mir bei Wunderärztin war. Seit Mittwoch Abend habe ich ein Ganzkörpercutting (heißt bei mir von überm Knie bis unter den Hals). SVV in der Klinik vorm Termin. U.a. auch im Gesicht. Die Hände habe ich gestern Abend schon erwischt (mache ich sonst nie). Endete schlussendlich damit, dass Wunderärztin das alles sehen wollte. Betreuerin fragte ob sie raus gehen soll und mir es einfach nur scheißegal war.

Ich mit Wunderärztin generell ein Gespräch geführt habe zu dem Thema stationärer Aufenthalt. Nur will ich eben nicht in „ihre“ Klinik (Horrorklinik). Mich die zweite Klinik im Einzugsgebiet auch nicht wirklich aufnehmen wird (ich wohne nicht in deren Einzugsgebiet). Im Akutfall die Klinik vor Ort zuständig ist. Schlussendlich, wenn ich in die andere Klinik will, dann eben über Warteliste (relativ sinnlos, wenn ich eine Krisenintervention will) oder ich rufe die Polizei an, „vermelde“ quasi Selbstgefährung und bettel die Herren, die dann hier auftauchen werden, dass ich nicht in die Klinik im Einzugsgebiet will. Mit viel Glück komme ich dann in die andere Klinik.

Wunderärztin meinte zum Thema wie läuft Krisenintervention ab u.a. das man in der Regel Tavor gibt, damit die Patienten ruhiger werden. Nur wirkt Tavor bei mir Null. Wie ich selber weiß, wird Tavor heute gerne durch Seroquel ersetzt – mit Seroquel war/wurde ich hochsuizidal mit nicht ganz freiwilliger Verlegung auf eine Geschlossene usw. Ich habe keine Kraft, da irgendjemand zu erklären, welche Medis ich bereits genommen habe und was alles nicht wirkt. Vor allem wenn ich bereits aus bitterer Erfahrung weiß, dass man zwar darauf pocht, dass ich doch wissen muss, was mir gut tut und was nicht – aber auf der anderen Seite wird mir doch nur gesagt, dass ich ja keine Ahnung habe.

Und als absolutes Highlight für Donnerstag – meine neue Betreuerin ist in einem anderem Team. Teamübergreifende Urlaubsvertretungen werden nicht gemacht. Somit ist das Thema Urlaubsvertretung nun auch wieder ein Problem (meine momentane Betreuerin wird auch das Abstreiten).

Ich habe nun innerhalb von einem Monat 4! Beziehungsabbrüche – und ich warte nur drauf, wann es mir jemand zum Vorwurf macht, dass ich nicht rund laufe.

Ich habe keine Lust mehr Verständnis zu haben. Ich habe auch keine Lust mehr, mir die Mühe zu machen, Bedürfnisse zu formulieren, die mir dann eh abgesprochen werden.

Und ich frage mich, warum ich eigentlich noch um mich kämpfe.

Btw. hätte ich gewusst, dass meine Betreuerin einen so dringenden Kinderwunsch hat, hätte ich mich da nie drauf eingelassen. Hätte ich im September geahnt, dass sie schwanger ist…. dann hätte ich damals gar nicht erst rum diskutiert. Und vor allem habe ich ganz sicher nicht innerhalb eines Jahres zwei Betreuerwechsel gewollt.

Und was mich ebenfalls ankotzt, dass es nicht mehr darum geht mit mir eine Lösung zu finden. Ist ja auch viel einfacher, wenn man mir mich selbst erklärt.

Zehn Jahre, zehn verdammte Jahre – Teil 1

Ich dachte eigentlich, damit hätte ich abgeschlossen. Ein Ding das erledigt ist. Aus meinem Gedächtnis und vor allem aus meiner Seele verschwunden. Oder zumindest nicht mehr so verdammt weh tut. Leider ist dem nicht so. Ob es mal wieder an einer Erkältung liegt, die mich nun seit über einen Monat die meiste Zeit aus dem Verkehr gezogen hat? Oder das ganze drumherum gerade?

Vor genau 10 Jahren war mein letzter Arbeitstag. Damals hatte ich nicht geahnt, dass ich zum letzten Mal hinter der Theke stehe. Heute wundert es mich, wie ich so lange durch gehalten habe.

Anfang 2005 fing ich eine neue Stelle an. War vorher länger arbeitslos gewesen und musste die Stelle an sich nehmen. Schon am Probearbeitstag sagte man mir, dass ich ein schlechter Mensch bin, weil ich das falsche Sternzeichen habe. Das zog sich an sich bis zum Schluss. Andere Dinge kamen hinzu, je nach Laune der Kolleginnen.

In der Woche vor meinem letzten Arbeitstag war es eher eigenartig. Die Kollegin, die mir an sich zu arbeiten sollte (also Sachen richten etc pp), machte Dinge, für die ich später runter geputzt wurde. Ich habe sie mehrfach gebeten das zu lassen.

Am Tag vor meinem letzten Arbeitstag – sie fing wieder damit an, ich bat sie weiter es zu lassen. Ich sprach die Erstverkäuferin an, wie ich mich verhalten kann/soll. Wies ausdrücklich daraufhin, dass sie die Frau bitte nicht ansprechen soll. Sie tat es doch.

Es kam, wie es kommen musste, ich wurde wieder runter gemacht, weil da Arbeiten gemacht worden sind, die nicht hätten gemacht werden sollen. Ich sagte nur knapp, ich war das nicht. Da ging die Tür zur Küche auf und besagte Dame schoss raus und putzte mich mitten im Laden vor Kundschaft runter.

Eine einzige Kollegin sagte später zu mir, dass sie das nicht gut fand. Ich habe mehrfach versucht mit besagter Kollegin das Gespräch zu suchen, was in bitteren Beleidigungen ihrerseits anfing und nicht fortgeführt wurde. Die Kollegin wollte auch nicht vermitteln, bzw. hat sie es versucht, kam aber auch nicht weiter.

Ich bin Abends zu meinem Auto gelaufen. Heulend. Dachte nur daran, dass Mama auf mich wartet. Dachte konstant darüber nach, wie toll es wäre, mit meinem Auto gegen einen Brückenpfeiler zu fahren. Dachte nur daran, wie schade es um mein Auto wäre. War kurz davor meinen Vater anzurufen, dass er mich holt. Wusste aber auch, dass er sagen würde, ich soll den Bus nehmen.

Saß heulend bei meiner Mutter. Erzählte ihr was los war. Fragte sie immer wieder, warum Menschen so was machen. Mein Vater kam dazu und meinte nur, ich solle mich nicht so anstellen.

Keine Ahnung wie ich den Abend rum bekommen habe. Wäre der nächste Tag nicht ein Samstag gewesen, hätte ich mich krank gemeldet. Aber wie wäre ich zu einer Krankmeldung gekommen? Außerdem waren wir knapp besetzt. Ich kann doch meine Kolleginnen nicht hängen lassen.

Selbstverletzung. Heulen. Zur Arbeit kämpfen.

Der Tag war die Hölle. Ich war auf die Kollegin an sich Samstags angewiesen und sie tat keinen Handschlag. Lachte mich aus. Die Kolleginnen halfen auch nicht. Und ich hatte die ganze Zeit Sorge, dass die Wunden doch durch den Kittel durch bluten. Wie hätte ich das erklären sollen?

Heute weiß ich, ich hätte es nie so weit kommen lassen dürfen. Seit Wochen verletzte ich mich Donnerstag, spätestens Freitag selbst, um das Freitags- und Samstagsgeschäft überstehen zu können. Versorgte noch dazu eben meine Mutter. Ich hatte zwischenzeitlich mal damit geliebäugelt auf 30 Stunden runter zu gehen, um mehr Zeit für meine Mutter (und für mich) zu haben. Nur von dem Gehalt hätte ich nicht leben können. Als ich das im Familienkreis ansprach, wurde ich als faul hin gestellt. Dabei ging es um läppischen 150-200 Euro im Monat.

Faszinierend an dem Datum ist auch noch, dass Anna Geburtstag hat. Anna, von der ich dachte, ich habe endlich Abstand. Habe ich nicht.

Und gerade eh alles richtig mies läuft. Das Thema Therapie hat sich vor erst erledigt, weil die Therapie vom Gutachter der Krankenkasse abgelehnt wurde. Das Soziale Kompetenztraining, welches letzte Woche begonnen hat, wird wahrscheinlich auch wieder aufgelöst, mangels Teilnehmer. Meine Betreuerin möchte mich nicht sehen, weil ich ja krank bin. Mir wäre es ganz recht gewesen, wenn sie morgen mit zur Wunderärztin gegangen wäre. U.a. um zu klären wer was wie im Notfall macht. Wäre noch dazu die letzte Möglichkeit, weil Wunderärztin nur Donnerstags Nachmittags Sprechstunde hat und ich die Morgentermine nicht schaffe und meine Betreuerin nun eine Klientin hat, die absolut nur Donnerstags Nachmittags kann.

Wie gewonnen, so zeronnen?

Irgendwie dachte ich, die Ereignisse rund um meinen letzten stationären Aufenthalt wären rum. Oder zumindest würden sich die Gedanken nicht mehr dauerhaft darum drehen und ich nicht mehr zeitweise wie ferngesteuert von den Ereignissen handeln. Es war ein wenig Abstand drin. Klar bin ich immer noch sauer und wütend über das was passiert ist. Aber es bestimmte eben nicht mehr mein Handeln so sehr, wie es eben in den letzten Jahren beeinflusst wurde. Leider holt mich die ganze Sache gerade wieder ein und mir fällt der Kram mal wieder auf die Füße.

Letzte Woche bei einem Termin bei meiner Therapeutin. Suizidalität war beim Erstgespräch schon Thema. Da sagte sie, dass sie es an sich so sieht, wer sich was antun möchte, der macht es auch. So ganz grob zumindest. Zumindest schien es da kein Punkt gegen eine Therapie zu sein.

Irgendwie kam das Gespräch nun von ihr aus auf, ob ich weiß, dass ich in die Horrorklinik muss, wenn es mir schlecht geht? Oder die Frage von ihr tendierte in die Richtung. Und sie weiß an sich, dass es dort enorm viele Probleme gab. Und ich ihr halt sagte, dass ich dort im Krisenfall eben nicht hingehen würde. Da wir aber an bestimmte Psychiatriegesetze gebunden sind, darf mich eben im Krisenfall auch nur diese Klinik behandeln.

Im weiteren Verlauf meinte sie, dass sie von mir eine Zusicherung braucht. Auch wegen der Haftungsgründe. Und das auch noch zwei Jahre über das Therapieende hinaus. Ich habe ihr zwar gesagt, dass in einem Abschiedsbrief höchstwahrscheinlich etwas in der Art drin stehen würde, dass der letzte Klinikaufenthalt der Grund ist, aber das brachte irgendwie wenig.

Ich sagte ihr, dass ich es gewohnt bin zu sagen: Tag war gut. Mir geht es gut. Das Leben ist schön. Ich kann mich glaubhaft von Suizidgedanken distanzieren!. Ich das eben auch mache, wenn sie das erwarten würde. Sie wollte dann wissen, ob ich ihr das auch schriftlich unterschreiben würde. Klar, Papier ist geduldig, meinte ich.

Irgendwie kämpfte ich in dem Moment, da ich ja an sich weiß, was passiert wenn usw. Bzw. mir eben klar ist, wenn ich suizidal bin, bleibt ihr nichts anderes übrig, als eben die Polizei zu benachrichtigen.

In dem Moment, in dem ich das sagte, meinte ich das an sich auch so. Ich versichere es eben. Gerne auch immer wieder. Bisher mache ich das ja nun seit über 5 Jahren auch in der behandelnden Klinik so. Und ich kann es sagen usw.

Nach dem Termin ging es mir damit nicht mehr so gut. Denn das ist genau das, was ich nicht mehr wollte. Ich sehe es gegenüber der Klinik nicht als Lüge an. Für mich ist es in dem Fall einfach die Wünsche anderer erfüllen. Oder die Antwort geben, die erwartet wird.

Mir ist klar, dass jeder handeln muss, wenn ich es eben nicht zusichere. Und genau das ist der Punkt. Mir wurde seit dem letzten Klinikaufenthalt ja an sich gesagt, ich habe die beste Behandlung bekommen, die die Klinik zu bieten hat. Ich fühle mich aber mit: Ich muss nach meinen Dauermedikamenten betteln, keiner redet mit mir, ich muss das abgelutschte Essen anderer essen oder aufs Essen verzichten, ständige Vorwürfe, wie ich so was nur sagen konnte usw. nicht wirklich wohl. Mir hat das kein Stück geholfen.

Untermauert wird die Erfahrung von Aussagen wie: Das wissen Sie doch (auf meine Frage, was da gerade abläuft, weil ich gar nicht mehr in der Lage war das zu verstehen)! , Das hätten Sie nie sagen dürfen! (dann wäre ich nun tot oder das „Spiel“ hätte eine knappe Woche später nach einem misslungenen Suizidversuch begonnen). Wir sind aus allen Wolken gefallen, dass Sie von jetzt auf gleich Suizidabsichten hatten  (ich habe bereits mehrfach im Vorfeld davon gesprochen. Die Aussage die zur Verlegung führte, war bereits die zweite und die erste war über 48 Stunden her – warum also die Eile? Und wie man mittlerweile auch der Doku entnehmen konnte, war jedem klar, dass mit mir was nicht stimmt).

Ich werde das alles gerade nicht los. Ich würde mich gerne anvertrauen können. Aber weil ich ja alles weiß, weiß ich auch, dann erfolgt eine Unterbringung. In einer Klinik, in der man mir umgehend vorwerfen wird, was alles war und mir gleichzeitig vorwerfen wird, dass ich ja so sehr in dem was war verharren würde. Warum darf ein Oberarzt Jahre nach dem ersten Gespräch noch sagen, wie doof ich seiner Meinung nach im ersten Gespräch war und ich darf mich auf Ereignisse, die mein Leben so derart beeinflusst haben, nci beziehen? Und gleichzeitig erwartet man von mir das ich alles weiß.

Und ich weiß, dass es für mich zum Problem wird, wenn ich ständig aus Angst vor dem was kommen könnte eben das versichere, was man hören möchte. Das fällt mir zeitweise bei Wunderärztin schon schwer. Da kann ich mich selbst meistens damit beruhigen, dass die Horrorklinik ihr Gehalt bezahlt.

Ich bin die letzten Jahre teilweise ziemlich darunter gelitten, dass es eben nur die Option Horrorklinik gibt. Immer wieder denke ich darüber nach, was ich falsch gemacht habe. Hätte ich wirklich damals lügen sollen? Heim gehen sollen und zur Tat schreiten sollen?

Ich habe Angst, dass mich die Therapeutin nun doch ablehnt. Auf der anderen Seite bin ich am überlegen, ob die Therapie Sinn macht. Welchen Sinn hat es, wenn ich in den entscheidenden Punkten doch das sagen muss, was erwartet wird?

Bisher waren die Termine Freitags. Ich empfand es als Wochenabschluss als angenehm. Seit letzten Freitag geht es mir aber nicht gut damit. Noch dazu ist der nächste Termin erst in drei Wochen. Was heißt, dass ich nun alles drei Wochen mit mir rum schleppen werde.

Monatsrückblick Juni

Der Juni trieb teilweise nur vor sich hin. Keine Ahnung warum. Auch Dinge, die sonst eine andere Wichtigkeit haben, verpufften eher neben mir.

Ich habe (endlich) einen Therapieplatz. Wobei die Therapeutin mich nur alle zwei Wochen sehen will. Ich bin mir noch nicht sicher, ob mir ihre Erklärung gefällt. Da ich aber eh Probleme habe, meine Termine unter einen Hut zu bekommen, ist das vielleicht ganz sinnvoll.

Was ich von meiner neuen Betreuerin halten soll, weiß ich auch noch nicht so wirklich. Bisher war sie nur zum Kennenlerngespräch bei mir zu Hause, zusammen mit meiner alten Betreuerin. Ansonsten verlege ich die Termine eher außer Haus. Ok der erste Termin war einfacher und Anreiz diverses zu erledigen. Inkl. Stadtführung, da sie ebenfalls nicht von hier ist. Und ich kann richtig gute Stadtführungen machen. Dann war sie im Juni eine Woche im Urlaub. Ein weiteres Mal war sie mit bei der Wunderärztin und beim letzten Termin war es so heiß und da ich in meiner Wohnung über 30 Grad habe, waren wir ebenfalls unterwegs.

Es gestaltet sich schwierig Termine zu finden. Gut ich bin Spätaufsteherin. Ich kann Montags eher nicht, weil ich da den festen Termin mit Frau Sonnenschein habe. Zwei Psychotermine am Tag sind mir zu viel. Dienstags habe ich Reha-Sort – und an sich haben die Betreuer da Teamsitzungen. Freitags ist Vormittags meine Haushaltshilfe da. Donnerstag geht an sich, aber da gehe ich eben einmal im Monat zur Wunderärztin und einmal zur Schreibwerkstatt. Somit bleibt Mittwoch übrig. Da gehe ich aber ehrenamtlich arbeiten. Wir fangen meistens um 10 Uhr an. In der Regel hören wir zwischen 13 und 13.30 Uhr auf. Ich bin dann frühestens um 14 Uhr daheim. Bei dem Wetter würde ich dann gerne duschen und ich brauche einen Moment für mich. Somit geht frühestens ab 15 Uhr. Sie drängt nun nonstop auf 14.30 Uhr. Was aber für mich heißt, ich muss nur hetzen etc.

Ansonsten sagt sie halt, sie arbeitet eher früh. Ich hab da nun mal drüber nachgedacht. Montag, Mittwoch und Freitag scheidet aus. Dienstag könnte sie Vormittags gar nicht. Und ich drehe am Rad, wenn ich Mittwoch und Freitag schon früh raus muss, wenn ich dann auch Donnerstags noch früh aufstehen muss. Ich kenne da ja leider meine Grenzen. Mal sehen wie das weiter geht.

Bei Wunderärztin waren wir im Juni auch. Ich habe ein neues Medikament versucht. An sich zum Schlafen. Gebracht hat es nicht wirklich was. Da aber eben noch hinzukommt, dass ich zu der Jahreszeit schlecht schlafe, weil eben Dachgeschoss und warm, wollte ich die Einnahme absetzen und auf den Herbst schieben. Bzw. würde ich vielleicht eine höhere Dosierung den Schlaf besser regulieren? Als ich nun wissen wollte, wie weit und in welchen Abständen ich das hoch dosieren kann, kamen eher schwammige Antworten ala das ich das doch alles weiß. Ich hätte gerne das Wissen, was man da von mir erwartet und es nervt.

Mittlerweile ist es so, dass ich meine letzte Periode Ende Mai hatte. Ich überlege nun, ob ich mir mit dem Zeug meinen Zyklus zerschossen habe. Nun habe ich die Woche Frau Sonnenschein gebeten Wunderärztin deswegen zu fragen. Auch hier ist die Antwort sehr schwammig. Als ich was hinter fragt habe, bat mich Frau Sonnenschein, das doch bitte mit Wunderärztin selbst zu klären.

Mit meiner alten Betreuerin war ich bei der Rentenversicherung in der Nachbarstadt. Hier vor Ort war ich ja schon mal vor dem Umzug, um Informationen zu bekommen, welche beruflichen Perspektiven ich habe. Die Auskunft lautete, ich muss einen Antrag auf Rehabilitation stellen, um überhaupt Fragen stellen zu dürfen. Das schien mir zu viel Aufwand. Und wenn dem Antrag statt gegeben wird, muss ich eh in die Nachbarstadt, weil es vor Ort keinen Reha-Sachbearbeiter gibt.

Damals rief ich eben in der Nachbarstadt an. Dort sagte man mir, dass das wirklich übertrieben sei mit dem Antrag, ich soll mal zur offenen Sprechstunde vorbei kommen. Dann kam der Umzug dazwischen und so schob sich das bis dieses Jahr. Und dann war es schwierig einen Termin zu bekommen.

Die Sachbearbeiterin war eher lustlos. Bei einem Reha-Sachbearbeiter einen Termin zu bekommen war unmöglich. Das geht nur nach Antrag. Auch die Sachbearbeiterin erzählte mir eben, dass ich einen Antrag stellen muss. Irgendwann telefonierte sie im Haus rum, ob noch ein Reha-Sachbearbeiter im Haus ist. Und wurde fündig und ich durfte dort hin.

Ein wenig Licht im Dunkel. Aber sollte ich wirklich noch eine Ausbildung anstreben, sollte ich mir das wohl bald überlegen. Der „Spaß“ dauert mich über die Rentenversicherung locker 5 Jahre. Faszinierend ist, falls ich in einer Behindertenwerkstatt arbeiten möchte, dann muss ich dafür auch einen Antrag stellen.

Im Juni war vor Ort ein großes Straßenfest, welches ich an sich immer besuche. Meisten treffe ich mich dort dann auch mit meinen Angehörigen. Nun war mein Bruder dieses Jahr im Urlaub und ich ging halt alleine. Dort traf ich auf meinen Vater, der her verwahrlost aussah. Das T-Shirt stand schon bald vor Dreck. Was mir nun so langsam Sorge bereitet. Das er es mit der Sauberkeit nicht so genau nimmt, war bekannt. Aber in dem Rahmen und so weiter? Als ich ihn darauf ansprach redete er sich damit raus, dass er gerade erst geschwitzt hat. Nur hatte das T-Shirt Schweißränder, die nicht frisch waren und die allen möglichen Alterstufen hatten.

Die Woche drauf bin ich spontan bei ihm daheim vorbei. Weder mein Bruder, noch ich, waren seit Jahren in der Wohnung. Es war nicht ganz so schlimm wie befürchtet, aber schlimm genug. Die Unordnung ist Thema für sich. Aber die Hygiene spricht Bände. Wenn wir da jemals ausräumen müssen, werden wir wohl einen Container kommen lassen müssen. Und die Kaution können wir auch vergessen. Wobei wir das schon gedanklich abgeheftet hatten. Ich hoffe sehr, wir müssen da nie was drauf legen.

Ansonsten hatte ich dann auch noch Geburtstag. Dann war mein Bruder krank. Ich selbst hatte da kein Problem damit, dass wir uns eben nicht sehen. Ihm tat es Leid. Dafür war ich bereit mit Vatern Essen zu gehen. Was dann zum Staatsakt ausartete. Erst erwartete er doch, dass mein Bruder doch kann. Dann versuchte er mir konstant sein Lieblingslokal schmackhaft zu machen. Dann ein weiteres Lokal, in welches ich nicht gehen mag, was ich ihm schon mehrfach erklärt habe. Ich hatte zu Anfang schon ein Lokal vorgeschlagen.

Dann wollte er an meinem Geburtstag um 18 Uhr anrufen und nachfragen, für welches Lokal ich mich entschieden habe. So saß ich dann daheim und wartete. Er rief auch pünktlich an. War dann zwar nicht begeistert. Dann meinte er, er muss nun erst Duschen. Er ruft mir an, wenn er los geht, ich sei ja eh daheim. Wie sehr ich das hasse. Ich habe ihn dann mit Mühe und Not auf halbwegs eine Uhrzeit fest genagelt.

Die Zusage für das Soziale Komeptenztraining habe ich auch. Beginn im September. Gestaltete sich wesentlich einfacher als erwartet. Allerdings wurde das Vorgespräch im Büro meines alten Arztes/Therapeuten gehalten. So ganz kann ich das immer noch nicht ablegen.

Ansonsten rauscht echt alles an mir vorbei. Ich bin gespannt, wie sich das noch entwickeln wird. Allerdings hat das auch gerade den Vorteil, dass Anna nicht mehr so viel Raum einnimmt.

Monatsrückblick April

Die Zeit rast weiter. Und schon wieder ist ein Monat rum.

Ostern war ehrlich gesagt weniger berauschend. Am Ostersonntag war ich mit meinen Angehörigen Essen. Wieder mal so eine Aktion meines Vaters. Ich meinte vorher zu ihm, sie könnten am Ostersamstag zu mir kommen, aber erst gegen 19 Uhr. Weil unklar war, wie der Ablauf bei der Tafel sein wird, zu der ich Samstags als Abholer gehe. Er meinte nur so, ach wir können doch auch am Sonntag in Lokal X gehen, da gehst du doch auch gerne hin Kind.

Das Essen ist ok. Ich bekomme mein Cordon Bleu mit Pommes. Ansonsten ist es nur Aufwand. Das ist außerhalb, da fährt zweimal die Stunde ein Bus. Dann wird dort an Feiertagen in Etappen gegessen. Vorletzte Weihnachten saßen wir gemütlich und wurden fast raus geschmissen, weil Vatern davon nichts wusste.

Nun hatte er den Tisch für 12 Uhr bestellt, aber um 13.30 Uhr müssen wir weg sein. Der eine Bus ist um kurz nach halb schon da und der nächste da wäre ich erst um viertel nach da. Was dann zeitlich doch eng werden könnte. Dazu meinte er nur, ja er sagt meinem Bruder er soll um viertel vor schon da sein, dann gehen wir früher rein und es wird zeitlich nicht so eng.

Für mich heißt das aber, ich muss um 11 rum aus dem Haus. Mit meinem verschobenen Tagesrhythmus ein Problem. Den Tisch später bestellen wollte Vatern nicht. Offizielle Begründung, es wäre ja doof, wenn wir dann da wären und da sitzen noch Leute und man muss warten. Ich persönlich finde es genauso doof, wenn wir schnell essen müssen und fluchtartig den Tisch verlassen müssen.

Aber egal, ich fahr da nur noch den Funktionieren-Modus. Ist eindeutig entspannter. Nun ja nicht wirklich entspannt, aber ich bürde mir den Kampf nicht mehr auf.

Er läuft in das Lokal. Ist eine gute Stunde strammer Fußmarsch. Wenn er meint das machen zu müssen, sein Ding. Mittlerweile fährt er mit mir zurück im Bus. An Ostern war bis Ostersonntagmorgen unklar, ob er mit dem Bus hin fährt, wegen dem Wetter. Als er mich anrief, um mich zu wecken, wusste auch mein Bruder noch nicht, dass er ne Viertelstunde eher da sein soll.  Aber nun ja.

Nun legt er ja Wert darauf ein Bier zu trinken. Da müssen auch alle für Verständnis haben. Mein Bruder trinkt auch eins. Nur wird mein Bruder nach einem Bier nicht anders. Mein Vater aber. Vielleicht empfinde ich das auch nur extrem?

Auf alle Fälle sind wir an den Bus und er erzählte mir alles mögliche. Von mir aus. Im Bus setzte ich mich ans Fenster oder er ließ mich da sitzen. Nun ist an meinem Vater nicht wirklich viel dran, ich bin ein wenig umfangreicher. Aber an sich ist da echt genug Platz auf den Sitzen, wenn beide sich ordentlich hinsetzen.

Er aber sitzt so breitbeinig da, dass ich mich ins Eckchen drücken muss. Was ja noch halbwegs erträglich wäre, ja wenn. Am Ostersonntag roch er extrem nach Bier. So eine richtige Bierfahne, die ich eben als eklig empfinde. Er erzählte mir ständig was und hauchte mir ständig ins Gesicht. Distanz kennt er nicht. Ich rückte als mehr weg und er kam ständig näher. Ostern war für mich damit gelaufen.

Dafür klappte der SGB 12 Antrag. Die haben mir ein ganz komisches Formular gesendet, in dem ich denen quasi eine Kontovollmacht geben sollte. Inklusive für meine Erben. Mit dem Hinweis, dass diese Vollmacht nicht widerrufen werden kann. Mein Bruder meinte auch, er würde das nicht unterschreiben.

Ich bekomme nun ja nicht wirklich viel Leistungen. Aber eben zu viel, um darauf verzichten zu können. Aber das war der Punkt für mich, an dem ich nicht mehr bereit war, mich komplett auszuziehen.

Ich meinte dann zu der Sachbearbeiterin, was diese Erklärung denn genau heißt, denn ich würde das nicht unterschreiben wollen. Ja sie hätten so Probleme, wenn jemand stirbt, an überzahlte Beträge zu kommen. Ich meinte dann nur, falls das bei mir der Fall sein sollte, soll sie das bei meinem Bruder anfordern, der wird das umgehend zurück überweisen. Ach wenn ich Angehörige habe ist das ja kein Problem.

Mich ärgert es trotzdem, dass so was einfach versucht wird. Ich möchte nicht wissen, wie viele Leute das einfach unterschreiben.

Einen Termin bei Wunderärztin hatte ich nicht. Was mich ja ein wenig ankotzt. Frau Sonnenschein auch ein wenig aus allen Wolken fiel, als ich anmerkte, dass sie ja nun den Job von Wunderärztin machen sollte. Ich für mich werden schwierigere Sachen, die ich am Empfang klären muss, mit der Sprechstundenhilfe nicht mehr machen. Ich hoffe, das lässt sich umsetzen.

Ansonsten gab es im April nicht wirklich viel. Ich war krank, war wieder gesund, seit Mai wieder krank. Mit meiner Betreuerin habe ich einen Deal laufen, dass ich bis zum 15. Mai 100 Sachen los werde. Das Ziel habe ich bereits erreicht. Und dann bis Mitte Juni noch mal 50 Sachen. Leider war mir da noch nicht bewusst, dass ich ab Juni eine neue Betreuerin habe. Was mir meine jetzige Betreuerin auch erst Ende April mal wieder klar machte. Wobei im ITP eben Juli steht. Sie aber nun auf Juni drängt, weil das ja ein Schreibfehler sei. Was mir aber gerade schwer fällt.

Außerdem muss sich an meinem Schlafrhythmus was ändern. Es hat sich immer mehr eingebürgert, dass ich erst gegen 4 und später ins Bett bin. Ziel ist nun 2 Uhr und ich schicke ihr jede Nacht vor dem ins Bett gehen eine Mail. Klappt ganz gut.

In dem Haus, in dem ich wohne, wurde die Treppe renoviert. Ganz komische Aktion, die für mich mit vielen Ängsten verbunden war. Schlussendlich hat man nur die Treppenabsätze bis in den zweiten Stock gemacht, aber keine Stufen. Und hier oben löst sich der Boden auf.

Man hat außerdem versucht ins Haus einzubrechen. Ich vermute, ich habe die Einbrecher versucht rein zu lassen? Hinterlässt alles ein ungutes Gefühl, da ich hier oben ja weder eine Klingel an der Wohnungstür habe noch einen Spion. Wenn jemand klopft, mache ich auf.

Monatsrückblick März

Irgendwie rast die Zeit….

Ich war im März erst mal damit beschäftigt, die Scherben von März zu beseitigen. Mich an passenden Stellen zu entschuldigen und so. Ich hasse das immer mehr. Und da ich gerade wieder meine Periode habe und äußerst mies drauf bin, schwant mir Schlimmes.

Der versemmelte Termin mit Wunderärztin geht mir auch nicht aus dem Kopf. Und vor allem auch nicht der Umgang der einen Dame am Empfang mit mir. Mir der bin ich schon ein paar Mal angeeckt. Zuletzt nach Weihnachten, als sie mir mit aller Gewalt den Adventskalender zurück geben wollte.

Ich hatte für Frau Sonnenschein, Wunderärztin und den Damen am Empfang schon 2013 einen selbst gemachten Adventskalender befüllt. Das habe ich 2014 wieder holt. Sinn war u.a. das ich kein Geld für Weihnachtsgeschenke habe und das eine nette Geste sein sollte. Und 2013 war es außerdem das Ziel, Kram aus meiner Wohnung heraus zu bekommen.

Nun wollten die mir den zurück geben. Ich habe mehrfach nein gesagt. Immer wieder versuchte man mich zu überzeugen, dass ich den unbedingt mitnehmen muss. Mich hat es sooo angekotzt, dass mein NEIN nicht akzeptiert wurde. Ich befürchte, dass nimmt sie mir immer noch Übel.

Seit Mitte März bin ich mal wieder erkältet. Ich hab mich ja schon gefreut, dass die große Grippewelle an mir vorüber zog. Und nun lag ich doch flach. Mit vollem Programm, wie keine Stimme und Dauerhusten. Und weil das noch nicht reichte, konnte ich mich auch nicht bewegen. Eine Teil meiner Pläne habe ich dann mit genügend Schmerzmittel durch gezogen. Und es zum ersten Mal auch richtig übertrieben.

Nun weiß ich immerhin, welche Kombination ich sein lassen sollte. Allerdings war ich egal in welcher Kombination irgendwann total gut drauf. Was sich gut angefühlt hat. Der Fall zwar kam, aber das Gefühl trotzdem toll war. Ansonsten habe ich ja immer Angst vorm Fall.

Folglich konnte auch meine Haushaltshilfe nicht kommen. Das ist nämlich weiter ein Problem für mich. Sie ist nett, richtig nett. Aber ich befürchte die Beziehung ist zu eng geworden. Wenn die Arbeit mindestens ordentlich gemacht wäre, wäre das ja noch ok. Aber es sind so viele Dinge die gar nicht oder schlecht gemacht werden.

Während der ersten Erkrankungsphase stand auch die Hilfeplankonferenz an. Meine Betreuerin war so oder so im Urlaub. Ich habe dann versucht ihren Chef zu erreichen. Denn geplant war, ich stelle mich selber vor. Nur doof, wenn ich keinen Ton raus bekomme. Der versuchte die HPK noch zu verschieben, was aber nicht ging.

Ich hab noch versucht meinen Hilfeplan zu üben, was aber so gar nicht klappte. Nun ja dachte ich mir, dann muss eben er ran. Am Tag der HPK habe ich es dann doch selbst gemacht. Und die waren scheinbar hin und weg. Es haben sich neue Türen aufgetan. Ich müsste nur durchgehen.

Als ich im Büro meiner Betreuerin anrief, um ihren Chef zu erreichen, hatte ich die Vertretung am Telefon. Die machte an sich nur Rufbereitschaft. Das heißt, ich muss mich melden, sie meldet sich nicht. Ich schilderte die Situation und so, sie versprach es an ihren Chef weiter zu geben. Dann wollte sie wissen, wie es mir denn geht, wenn sie mich schon am Telefon hat. Ich fing an zu erzählen, sie unterbrach mich mitten im Wort. Fragte was anderes. Selbes Spiel von vorne. Und beendete das Gespräch mit: Ach Ihnen geht es ja gut! Wohlbemerkt bekam ich weiter kaum einen Ton raus, weil ich so erkältet war und war ja vorher konstant von ihr unterbrochen worden. Die gute Dame hat es somit bei mir ganz verschissen.

Während ich krank war, konnte ich mir eine Wohnung ansehen. Ich kenne die Tochter der Vormieterin über drei Ecken. Die Wohnung war bisher das Beste was ich gesehen habe. Wunschstandort. Leider in einer Altenwohnanlage. Laut Hausverwaltung wird die über das Wohnungsamt vergeben. Dort war ich dann. Ich müsste schriftlich beantragen, dass ich auch in eine Altenwohnanlage ziehen würde. ABER es sei dann nicht sicher, ob ich dann für die Wohnung vorgeschlagen werden.

Die Wohnung hat allerdings auch einige Nachteile. Ich schwanke gerade zwischen soll ich oder soll ich nicht. Soll ja an sich mein letzter Umzug sein. Will ich das wirklich durch kämpfen? Ich tendiere zeitweise zu eher nein. Dann denke ich, ich komme hier nie raus. Also ein Karussell.

Generell merke ich aber, dass ich viele Dinge gar nicht mehr gemeistert bekomme. Ich habe immer noch kaltes Wasser in der Küche. Das Untertischgerät ist seit Ende letzten Jahres kaputt. Leider mein Gerät und ich kann es nicht schon wieder ersetzen. Leider lecken die Dinger, wenn sie kaputt sind.

Wäre eine betreute Wohngemeinschaft die Lösung? Betreuerin sagt ich bin zu fit. Ich denke manches Mal, vieles wäre einfacher. Aber will ich das wirklich? Ich weiß aber, dass ich enorme Angst habe, dass alles nicht mehr zu packen.

Auf ein Neues im April. Es steht erst mal ein Verlängerungsantrag für SGB 12 an, der mich gerade ein wenig um den Verstand bringt. Ostersonntag war ich mit meiner Familie Essen. Aber dazu evt. ein neuer Beitrag.