Es ist so weit

Ich plane ja einen Klinikaufenthalt. In der Klinik stehe ich seit März/April auf der Warteliste. Der Versuch da drauf zu kommen startete bereits im Februar. Und man nimmt mich trotz Medikamentenabhängigkeit.

Nun habe ich es letzte Woche endlich mal geschafft, mir die Klinik mal anzusehen. Dort kann man sich jederzeit einfach die Klinik ansehen. Ich war gespannt und dachte mir, mehr als weg schicken, kann mir nicht passieren.

Ich war sehr angenehm überrascht. Das Personal war mehr als sehr nett. Das kenne ich aus der Klinik vor Ort gar nicht. Mich hat ein Ex-Mitpatient begleitet, der ebenfalls sehr angetan war.

An sich wäre es mir wichtig gewesen, dass ich halbwegs einen Termin bekomme. Denn es hieß im Frühjahr nur, ab Juli/August und ich bekomme etwa eine Woche vorher telefonisch Bescheid. Die Dame meinte letzten Woche, dass es eher Ende Juli/Anfang August werden könnte.

Ende letzter Woche klingelte dann das Telefon, man könnte mich nächste Woche aufnehmen. Es machte sich leichte Panik breit und man beruhigte mich, ich soll mir das eine Stunde überlegen und dann noch mal anrufen.

Ich habe mich dann dafür entschieden. Denn die Entscheidung wird mir auch Ende Juli nicht leichter fallen. Und ich möchte ja auch die Sommerhitze in meiner Dachgeschosswohnung umgehen. Somit habe ich zugesagt.

Ich schwanke zwischen Panik, Panik, Panik. Habe natürlich auch Angst. Wobei klar das Thema DBT und Skills auch dabei sein wird und ich mit Beidem eher wenig anfangen kann. Der Hauptbestandteil aber eine andere Therapieform ist.

Nun saß ich da und musste Koffer packen. Kein wirklich einfaches unterfangen. Dort gibt es aber immerhin eine Waschmaschine. Aber ich kenne mich ja. Ich mache das anderswo nicht soo gerne. Ich werde aber definitiv zu viel Sachen dabei haben. Und ich wäre froh, das Zeug wäre aus dem 4.Stock schon unten und vor allem in 8 Wochen wieder hier oben.

In dem Rahmen habe ich dann auch diverse Listen ausgedruckt. Welche Medikamente ich bisher genommen habe, wer mich wann wo behandelt hat usw. Die Listen führe ich schon länger und sie sind immer hilfreich. Die habe ich damals von meinem alten PC auf einer externen Festplatte gespeichert und irgendwann auf meinen jetzigen PC gezogen. Beim Sortieren stellte ich fest, dass ich ja auch irgendwann Tagebuchkarten selbst gemacht hatte. Die Vordrucke fand ich immer doof. Die Klinik vor Ort arbeitete mit meinen Vordrucken.

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich die Dinger noch mal brauchen werde. Ich habe sie aber nun gesucht und ausgedruckt. Besonders erfreut bin ich nicht darüber, sie evt. wieder nutzen zu müssen. Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, wenn ich konstant darüber nachdenke, ob es mir schlecht geht oder gut geht, dann geht es mir eher schlechter. Manchesmal möchte ich einfach nicht hinterfragen, wie es mir geht.

Somit werde ich die nächste Zeit mit Sicherheit hier nicht schreiben. Ok so viel schreibe ich eh nicht mehr – sorry. Hat aber jemand Interesse an einem Erfahrungsbericht?

Lebenszeichen

Irgendwie bin ich hier nachlässig geworden. Sorry.

Das Betreuungschaos zieht sich noch. Ich habe nun Persönliches Budget beantragt. Was äußerst schwierig war. Denn vor Ort ist es total schwer an eine Betreuerin zu kommen, die nicht an eine Organisation gebunden ist. Ich habe nun jemand, bei der ich hoffe, dass es klappt. Sie ist anders als meine bisherigen Betreuerinnen. Allerdings könnte das ja auch andere Sichtweisen bringen. Allerdings warten wir nun auf ein Gespräch mit dem Kostenträger, welches Anfang August statt finden soll.

Ich hatte zwischenzeitlich Geburtstag. War enttäuschend, wie fast jedes Jahr. Bruderherz im Urlaub und mein Vater wollte mit mir essen gehen. Ich soll was aussuchen. Als ich ihm meine Wahl mitteilte, kam mal wieder eine ellenlange Liste mit Vorschläge die er besser fand und dem Hinweis, ich soll noch mal darüber nachdenken. Als er das nächste Mal fragte, sagte ich ihm, dass er entscheiden soll, weil ich es Leid bin, dass er mir jedes Jahr wieder sagt, was wir doch besseres machen könnten. Er war sauer, ich war sauer. Schlussendlich sollte es dann doch dorthin gehen, wo ich zuerst hin wollte. Die hatten dann Ruhetag. Ich entschied mich für was anderes, was er vorher aufgezählt hatte und in dem Moment in dem wir los gingen, kam er wieder damit, dass wir doch auch da und da hin gehen könnten.

Ich habe für mich nun entschieden, dass ich das nicht mehr will. Das Spiel spielen wir nämlich seit Jahren. Ich lade zum Essen ein und er erzählt mir, dass wir doch besser essen gehen sollten. Als ich fragte wo er denn hin will, nannte er ein Lokal, welches ich gar nicht mehr mag. Als ich das, zum wiederholten Male, ansprach kam nur: Aber er geht da gerne hin. Ich habe dann halt ja gesagt und dann gings rund. Ich soll einen Tisch bestellen. Nein Papa. Ja aber. So hat er mich dann tagelang terrorisiert. Ich soll einen Tisch bestellen.

Am Tag vor meinem Geburtstag rief er dann an, er muss mir nun unbedingt was bringen. Ja ok. Da fing er dann wieder an. Ich soll einen Tisch bestellen. Nein Papa. Er nur: Ich soll endlich mal sagen, was ich denn will. Ich nur so, dass ich das doch klar gesagt hätte und zum Essen eingeladen hätte. Großes Schweigen… dann die Frage ob man das jetzt noch ändern kann.Samstag Abend kurz vor Ladenschluss – nein kann man nicht.

Ich habe ihm erzählt, dass ich ein paar Tage später mit Frau Sonnenschein in mein Lieblingsrestaurant gehe. Er meinte zu meinem Geburtstag dann nur, er ruft mich später noch mal an und teilt mir mit, was wir am nächsten Tag machen. Er rief dann freudestrahlend an und teilte mir mit, dass wir in mein Lieblingslokal gehen würden. Klar welche Freude. *ironie*… er würde anrufen, wenn mein Bruder bei sich los fährt.

Was für mich an sich heißt, ich habe noch 20-30 Minuten. Ich nur so, wann das in etwa ist. Rumgedruckse, aber ich hatte eine Auskunft. Am nächsten Morgen halt aufgestanden, um ein braves Kind zu sein und zum Mittagessen da zu sein. Klingelt mein Telefon, während ich noch in Unterwäsche da sitze. Mein Vater. Er geht jetzt los. Ich nur wohin denn? Ja Bruderherz sei ja gleich bei ihm. Ich hab das schon gar nicht mehr kommentiert, hab mich angezogen und bin zum Treffpunkt los gerannt. Bruderherz und Frau stocksauer – keine Ahnung was Vatern ihnen erzählt hat. Mein Bruder meinte nur zu mir, nachdem ich ihm erzählt habe was los war, dass Vatern eben so ist.

Und das war nun nur ein Geburtstag vor Jahren. So läuft es aber seit Jahren. In den WM und EM Jahren sehe ich bereits im Dezember nach, wer an meinem Geburtstag spielt. Plane dann mit ein, wer evt. wann welches Spiel sehen möchte. Plane Freizeitaktivitäten meines Vaters, Schlafbedürfnis meines Vaters, Arbeitszeiten meines Bruders und evt. Fernsehprogramm meines Vaters mit ein, bevor ich mir Gedanken mache, was wir wann wie machen könnten. Und meistens endet es damit, dass mein Vater irgendwie mir immer sein Ding aufdrängt.

Ab sofort feiere ich an meinem Geburtstag nicht mehr. Noch wissen meine Angehörigen das nicht. Die werden richtig sauer sein. Was mir egal ist. Ich will an meinem Geburtstag machen was ich will und zu den Uhrzeiten, zu denen ich will.

Die geplante stationäre Therapie rückt auch in greifbare Nähe. Letzte Woche wollte man mich von einem Tag auf den anderen aufnehmen. Ich hatte aber im Vorfeld bereits gesagt, dass ich Vorlauf brauche. Nun stehe ich halt weiter auf der Warteliste. Es macht mir Angst. Aber ich habe auch Hoffnung auf Veränderung.

Laut Frau Sonnenschein merkt sie mir an, dass ich ein Soziales Kompetenztrainig gemacht habe. Ich hätte mich zum Vorteil verändert. Ich nehme es einfach mal als Kompliment.

Dafür klappt es an anderen Stellen gar nicht. Ich habe ja auch eine Haushaltshilfe. Die mir an sich helfen sollte. Meistens wischt sie nur kurz durch und im Bad mal dünn drüber und labert mich voll. Wenn ich nicht aufpasse, labern wir über 2 Stunden. Absolut witzig finde ich (Achtung Ironie), dass sie mir zeitweise mehr abrechnen. Eine Abrechnung habe ich gesehen, da steht eine ganze Stunde mehr drauf. Kommentierte meine Haushaltshilfe damit, dass mir ja kein Nachteil entsteht, da ich ja die Leistungen nicht aus eigener Tasche bezahle und der Kostenträger mir nicht verbrauchte Beträge ja auch nicht auszahlt.

Dafür waren meine Vermieter zugänglich, als ich erzählte, dass ich demnächst längere Zeit zur Therapie weg bin und niemand habe, der die Treppe putzt.

Es kann also nur aufwärts gehen :-)

Und apropos Grenzen setzen – eben bei meiner Familie oder meiner Haushaltshilfe, mit einer Freundin gibt es gerade auch das Problem, dass sie mir was aufdrücken möchte, was ich nicht will. Hier: Grenzen setzen finden sich ein paar wirklich gute Tipps.

 

 

Horrorklinik wird zur Wunschklinik

Ich habe beschlossen, mich stationär aufnehmen zu lassen. Da ich nun mal in Hessen lebe und deshalb unter die hessichen Regelungen falle, ist ja nur die Klinik vor Ort im Krisenfall zuständig. Wie ich dank Wunderärztin weiß, würde mich die andere Klinik wohl auch nicht einfach so mal aufnehmen. Evt. über Warteliste. Im Akutfall aber wohl nur über die Polizei. Die hier nicht ins Haus kommt, weil die Haustür ja ganztägig abgeschlossen ist. Was mich gerade ziemlich ankotzt. Und im Ernstfall dann auch die Vermieter informiert wäre. Ich stelle es mir weniger lustig vor, wenn die Polizei hier war, die dann wohl einen RTW kommen lässt und wenn die mich abholen, mich mein Vermieter im Hausflur anhält, um mir mitzuteilen, dass er ja das Recht hat, Zugang zu meiner Wohnung zu bekommen, falls sie auf den Speicher wollen.

Außerdem komme ich sehr schlecht in die andere Klinik. Irgendwie fährt da zwar ein Bus. Da muss man aber umsteigen und das ist alles sehr kompliziert und so. Und vor allem komme ich da nicht weg. Somit also Horrorklinik. Wobei es mir mies genug geht, dass ich den Weg überhaupt gehe. Ok den Weg einer geplanten Aufnahme und ich sitze nun hier und warte auf den Anruf, dass ich am nächsten Tag aufgenommen werden kann.

Wunderärztin hat gesagt, sie ist mir dankbar, dass ich den Weg gehe. Das ich den Weg freiwillig gehe. Wobei sie darauf geachtet hat, dass ich dem Oberarzt nicht in die Finger falle. Der hat mittlerweile nur noch eine offene Station. Und er macht auf den zwei Stationen, für die ich nun auf der Warteliste stehe, auch keine Vertretung.

Leider musste ich zustimmen, mich auf die Station aufnehmen zu lassen, auf der ich 2009/2010 war. Damals hatte ich mich verzweifelt bemüht, mit dem Team warm zu werden, was letztendlich gescheitert ist. Was leider aber nicht nur an mir lag. Gut aufgehoben fühlte ich mich dort nicht.

Ich sehe es aber als neue Chance. Wobei meine Ziele auch andere sind. Ein wenig aufpäppeln. Länger als 7-10 Tage will ich auf keinen Fall bleiben. Also reine Krisenintervention. Wobei das „Programm“ eher mau sein wird. Denn die Pflege dort ist unterbesetzt und die arbeiten teilweise alleine. Sprich eine Krankenschwester für mindestens 20 Patienten. Somit finden wohl auch nicht wirklich viele Gespräche statt.

Auf der einen Seite hat sich mit der Entscheidung für den Klinikaufenthalt eine Art Erleichterung eingestellt. Auf der anderen Seite macht es mir enorm viel Angst. Werde ich mit dem Team zurecht kommen? Werde ich aufgefangen werden oder wieder mir selbst überlassen werden? Auf was muss ich achten, damit man mich nicht wegsperrt? Immerhin kannte man mich früher. Heute kennt mich dort kaum noch einer. Oder es werden alte Geschichten aufgewärmt.

Ganz schwer war es, meinem Umfeld davon zu erzählen. Der Kollegin, die ich so mag. Meiner Oberchefin, die mich gebeten hat, was für sie zu machen. Was aber eben gerade nicht geht. Und meiner Chefin. Mal abgesehen von meinem Bruder und meinem Vater.

Wie ich Der Neuen das erzählen soll, weiß ich auch nicht so recht. An sich will ich nicht, dass sie es weiß. Oder will ich es doch, weil es zeigt, wie mies es mir geht? Wobei sie mich zu wenig kennt, um den Ernst der Lage erkennen zu können. Momentan tendiere ich dazu, im Büro einfach am Abend vor der Aufnahme auf den Anrufbeantworter zu quatschen. Das ich eben den nächsten Termin nicht wahrnehmen kann, weil ich vorerst stationär untergebracht bin.

Momentan geht es mir ein wenig besser. Wobei ich auch alles mögliche ausblende. Und den letzten Termin mit meiner Neuen Betreuerin auch abgesagt hatte. Wobei ich bis heute nicht weiß, wie ich die Termine mit ihr dauerhaft auf die Reihe bekommen soll. Denn ich lebe nun mal einen verschobenen Tagesrhythmus, der mir auch gut tut, der aber nicht mit ihren Arbeitszeiten kompatibel ist. Sie schlug mir für diese Woche Termine um 8 Uhr morgens vor. Da ich morgens auch Zeit zum Anlaufen brauche, heißt das für mich zwischen 5.30 Uhr und 6 Uhr aufstehen. Was ich auf Dauer nicht schaffen werde.

Ansonsten bin ich generell ziemlich durcheinander. Ich versuche seit Samstag meinen Koffer zu packen. Passend für 10 Tage. Immerhin habe ich mittlerweile einen kleineren Koffer. Bisher benutzte ich einen riesigen Koffer. Nur bringe ich alles in den kleineren Koffer rein? Und wie werde ich den aus dem 4. Stock nach unten bringen?

Und ich habe konstant ein Angstgefühl. Bitte lieber Gott lass den Aufenthalt gut verlaufen lassen!

Monatsrückblick April

Die Zeit rast weiter. Und schon wieder ist ein Monat rum.

Ostern war ehrlich gesagt weniger berauschend. Am Ostersonntag war ich mit meinen Angehörigen Essen. Wieder mal so eine Aktion meines Vaters. Ich meinte vorher zu ihm, sie könnten am Ostersamstag zu mir kommen, aber erst gegen 19 Uhr. Weil unklar war, wie der Ablauf bei der Tafel sein wird, zu der ich Samstags als Abholer gehe. Er meinte nur so, ach wir können doch auch am Sonntag in Lokal X gehen, da gehst du doch auch gerne hin Kind.

Das Essen ist ok. Ich bekomme mein Cordon Bleu mit Pommes. Ansonsten ist es nur Aufwand. Das ist außerhalb, da fährt zweimal die Stunde ein Bus. Dann wird dort an Feiertagen in Etappen gegessen. Vorletzte Weihnachten saßen wir gemütlich und wurden fast raus geschmissen, weil Vatern davon nichts wusste.

Nun hatte er den Tisch für 12 Uhr bestellt, aber um 13.30 Uhr müssen wir weg sein. Der eine Bus ist um kurz nach halb schon da und der nächste da wäre ich erst um viertel nach da. Was dann zeitlich doch eng werden könnte. Dazu meinte er nur, ja er sagt meinem Bruder er soll um viertel vor schon da sein, dann gehen wir früher rein und es wird zeitlich nicht so eng.

Für mich heißt das aber, ich muss um 11 rum aus dem Haus. Mit meinem verschobenen Tagesrhythmus ein Problem. Den Tisch später bestellen wollte Vatern nicht. Offizielle Begründung, es wäre ja doof, wenn wir dann da wären und da sitzen noch Leute und man muss warten. Ich persönlich finde es genauso doof, wenn wir schnell essen müssen und fluchtartig den Tisch verlassen müssen.

Aber egal, ich fahr da nur noch den Funktionieren-Modus. Ist eindeutig entspannter. Nun ja nicht wirklich entspannt, aber ich bürde mir den Kampf nicht mehr auf.

Er läuft in das Lokal. Ist eine gute Stunde strammer Fußmarsch. Wenn er meint das machen zu müssen, sein Ding. Mittlerweile fährt er mit mir zurück im Bus. An Ostern war bis Ostersonntagmorgen unklar, ob er mit dem Bus hin fährt, wegen dem Wetter. Als er mich anrief, um mich zu wecken, wusste auch mein Bruder noch nicht, dass er ne Viertelstunde eher da sein soll.  Aber nun ja.

Nun legt er ja Wert darauf ein Bier zu trinken. Da müssen auch alle für Verständnis haben. Mein Bruder trinkt auch eins. Nur wird mein Bruder nach einem Bier nicht anders. Mein Vater aber. Vielleicht empfinde ich das auch nur extrem?

Auf alle Fälle sind wir an den Bus und er erzählte mir alles mögliche. Von mir aus. Im Bus setzte ich mich ans Fenster oder er ließ mich da sitzen. Nun ist an meinem Vater nicht wirklich viel dran, ich bin ein wenig umfangreicher. Aber an sich ist da echt genug Platz auf den Sitzen, wenn beide sich ordentlich hinsetzen.

Er aber sitzt so breitbeinig da, dass ich mich ins Eckchen drücken muss. Was ja noch halbwegs erträglich wäre, ja wenn. Am Ostersonntag roch er extrem nach Bier. So eine richtige Bierfahne, die ich eben als eklig empfinde. Er erzählte mir ständig was und hauchte mir ständig ins Gesicht. Distanz kennt er nicht. Ich rückte als mehr weg und er kam ständig näher. Ostern war für mich damit gelaufen.

Dafür klappte der SGB 12 Antrag. Die haben mir ein ganz komisches Formular gesendet, in dem ich denen quasi eine Kontovollmacht geben sollte. Inklusive für meine Erben. Mit dem Hinweis, dass diese Vollmacht nicht widerrufen werden kann. Mein Bruder meinte auch, er würde das nicht unterschreiben.

Ich bekomme nun ja nicht wirklich viel Leistungen. Aber eben zu viel, um darauf verzichten zu können. Aber das war der Punkt für mich, an dem ich nicht mehr bereit war, mich komplett auszuziehen.

Ich meinte dann zu der Sachbearbeiterin, was diese Erklärung denn genau heißt, denn ich würde das nicht unterschreiben wollen. Ja sie hätten so Probleme, wenn jemand stirbt, an überzahlte Beträge zu kommen. Ich meinte dann nur, falls das bei mir der Fall sein sollte, soll sie das bei meinem Bruder anfordern, der wird das umgehend zurück überweisen. Ach wenn ich Angehörige habe ist das ja kein Problem.

Mich ärgert es trotzdem, dass so was einfach versucht wird. Ich möchte nicht wissen, wie viele Leute das einfach unterschreiben.

Einen Termin bei Wunderärztin hatte ich nicht. Was mich ja ein wenig ankotzt. Frau Sonnenschein auch ein wenig aus allen Wolken fiel, als ich anmerkte, dass sie ja nun den Job von Wunderärztin machen sollte. Ich für mich werden schwierigere Sachen, die ich am Empfang klären muss, mit der Sprechstundenhilfe nicht mehr machen. Ich hoffe, das lässt sich umsetzen.

Ansonsten gab es im April nicht wirklich viel. Ich war krank, war wieder gesund, seit Mai wieder krank. Mit meiner Betreuerin habe ich einen Deal laufen, dass ich bis zum 15. Mai 100 Sachen los werde. Das Ziel habe ich bereits erreicht. Und dann bis Mitte Juni noch mal 50 Sachen. Leider war mir da noch nicht bewusst, dass ich ab Juni eine neue Betreuerin habe. Was mir meine jetzige Betreuerin auch erst Ende April mal wieder klar machte. Wobei im ITP eben Juli steht. Sie aber nun auf Juni drängt, weil das ja ein Schreibfehler sei. Was mir aber gerade schwer fällt.

Außerdem muss sich an meinem Schlafrhythmus was ändern. Es hat sich immer mehr eingebürgert, dass ich erst gegen 4 und später ins Bett bin. Ziel ist nun 2 Uhr und ich schicke ihr jede Nacht vor dem ins Bett gehen eine Mail. Klappt ganz gut.

In dem Haus, in dem ich wohne, wurde die Treppe renoviert. Ganz komische Aktion, die für mich mit vielen Ängsten verbunden war. Schlussendlich hat man nur die Treppenabsätze bis in den zweiten Stock gemacht, aber keine Stufen. Und hier oben löst sich der Boden auf.

Man hat außerdem versucht ins Haus einzubrechen. Ich vermute, ich habe die Einbrecher versucht rein zu lassen? Hinterlässt alles ein ungutes Gefühl, da ich hier oben ja weder eine Klingel an der Wohnungstür habe noch einen Spion. Wenn jemand klopft, mache ich auf.

Monatsrückblick März

Irgendwie rast die Zeit….

Ich war im März erst mal damit beschäftigt, die Scherben von März zu beseitigen. Mich an passenden Stellen zu entschuldigen und so. Ich hasse das immer mehr. Und da ich gerade wieder meine Periode habe und äußerst mies drauf bin, schwant mir Schlimmes.

Der versemmelte Termin mit Wunderärztin geht mir auch nicht aus dem Kopf. Und vor allem auch nicht der Umgang der einen Dame am Empfang mit mir. Mir der bin ich schon ein paar Mal angeeckt. Zuletzt nach Weihnachten, als sie mir mit aller Gewalt den Adventskalender zurück geben wollte.

Ich hatte für Frau Sonnenschein, Wunderärztin und den Damen am Empfang schon 2013 einen selbst gemachten Adventskalender befüllt. Das habe ich 2014 wieder holt. Sinn war u.a. das ich kein Geld für Weihnachtsgeschenke habe und das eine nette Geste sein sollte. Und 2013 war es außerdem das Ziel, Kram aus meiner Wohnung heraus zu bekommen.

Nun wollten die mir den zurück geben. Ich habe mehrfach nein gesagt. Immer wieder versuchte man mich zu überzeugen, dass ich den unbedingt mitnehmen muss. Mich hat es sooo angekotzt, dass mein NEIN nicht akzeptiert wurde. Ich befürchte, dass nimmt sie mir immer noch Übel.

Seit Mitte März bin ich mal wieder erkältet. Ich hab mich ja schon gefreut, dass die große Grippewelle an mir vorüber zog. Und nun lag ich doch flach. Mit vollem Programm, wie keine Stimme und Dauerhusten. Und weil das noch nicht reichte, konnte ich mich auch nicht bewegen. Eine Teil meiner Pläne habe ich dann mit genügend Schmerzmittel durch gezogen. Und es zum ersten Mal auch richtig übertrieben.

Nun weiß ich immerhin, welche Kombination ich sein lassen sollte. Allerdings war ich egal in welcher Kombination irgendwann total gut drauf. Was sich gut angefühlt hat. Der Fall zwar kam, aber das Gefühl trotzdem toll war. Ansonsten habe ich ja immer Angst vorm Fall.

Folglich konnte auch meine Haushaltshilfe nicht kommen. Das ist nämlich weiter ein Problem für mich. Sie ist nett, richtig nett. Aber ich befürchte die Beziehung ist zu eng geworden. Wenn die Arbeit mindestens ordentlich gemacht wäre, wäre das ja noch ok. Aber es sind so viele Dinge die gar nicht oder schlecht gemacht werden.

Während der ersten Erkrankungsphase stand auch die Hilfeplankonferenz an. Meine Betreuerin war so oder so im Urlaub. Ich habe dann versucht ihren Chef zu erreichen. Denn geplant war, ich stelle mich selber vor. Nur doof, wenn ich keinen Ton raus bekomme. Der versuchte die HPK noch zu verschieben, was aber nicht ging.

Ich hab noch versucht meinen Hilfeplan zu üben, was aber so gar nicht klappte. Nun ja dachte ich mir, dann muss eben er ran. Am Tag der HPK habe ich es dann doch selbst gemacht. Und die waren scheinbar hin und weg. Es haben sich neue Türen aufgetan. Ich müsste nur durchgehen.

Als ich im Büro meiner Betreuerin anrief, um ihren Chef zu erreichen, hatte ich die Vertretung am Telefon. Die machte an sich nur Rufbereitschaft. Das heißt, ich muss mich melden, sie meldet sich nicht. Ich schilderte die Situation und so, sie versprach es an ihren Chef weiter zu geben. Dann wollte sie wissen, wie es mir denn geht, wenn sie mich schon am Telefon hat. Ich fing an zu erzählen, sie unterbrach mich mitten im Wort. Fragte was anderes. Selbes Spiel von vorne. Und beendete das Gespräch mit: Ach Ihnen geht es ja gut! Wohlbemerkt bekam ich weiter kaum einen Ton raus, weil ich so erkältet war und war ja vorher konstant von ihr unterbrochen worden. Die gute Dame hat es somit bei mir ganz verschissen.

Während ich krank war, konnte ich mir eine Wohnung ansehen. Ich kenne die Tochter der Vormieterin über drei Ecken. Die Wohnung war bisher das Beste was ich gesehen habe. Wunschstandort. Leider in einer Altenwohnanlage. Laut Hausverwaltung wird die über das Wohnungsamt vergeben. Dort war ich dann. Ich müsste schriftlich beantragen, dass ich auch in eine Altenwohnanlage ziehen würde. ABER es sei dann nicht sicher, ob ich dann für die Wohnung vorgeschlagen werden.

Die Wohnung hat allerdings auch einige Nachteile. Ich schwanke gerade zwischen soll ich oder soll ich nicht. Soll ja an sich mein letzter Umzug sein. Will ich das wirklich durch kämpfen? Ich tendiere zeitweise zu eher nein. Dann denke ich, ich komme hier nie raus. Also ein Karussell.

Generell merke ich aber, dass ich viele Dinge gar nicht mehr gemeistert bekomme. Ich habe immer noch kaltes Wasser in der Küche. Das Untertischgerät ist seit Ende letzten Jahres kaputt. Leider mein Gerät und ich kann es nicht schon wieder ersetzen. Leider lecken die Dinger, wenn sie kaputt sind.

Wäre eine betreute Wohngemeinschaft die Lösung? Betreuerin sagt ich bin zu fit. Ich denke manches Mal, vieles wäre einfacher. Aber will ich das wirklich? Ich weiß aber, dass ich enorme Angst habe, dass alles nicht mehr zu packen.

Auf ein Neues im April. Es steht erst mal ein Verlängerungsantrag für SGB 12 an, der mich gerade ein wenig um den Verstand bringt. Ostersonntag war ich mit meiner Familie Essen. Aber dazu evt. ein neuer Beitrag.

Väterliche Ignoranz oder das Eindringen in meine Welt

Das Verhältnis zwischen mir und meinem Vater ist nicht einfach. War es sicherlich auch nie. Er hat seine eigene Art, die nicht ganz einfach ist. Ich habe (leider) auch meine eigene Art und irgendwie prallen immer wieder zwei Welten aufeinander.

Meine Eltern mussten vor über zehn Jahren nicht ganz freiwillig umziehen. Mein Vater hat die neue Wohnung nicht wirklich gefallen und ich frage mich bis Heute, warum er damals nichts zu seiner Frau gesagt hat. Allerdings ist die Wohnung recht groß. Vor und bei dem Umzug hieß es aber immer wieder, man könne nicht alles mitnehmen. Was klar war, da die vorherige Wohnung größer war, beziehungsweise es damals eben noch eine zweite Wohnung und einen Speicher gab. Daraufhin trennte sich meine Mutter von vielem was ihr lieb geworden ist. Mein Vater hingegen hat alles mögliche mit genommen.

Meine Mutter erkrankte da wohnten sie noch keine 2 Jahre dort. Schon im Jahr nach dem Umzug kam es zum großen Erwachen, als die Nebenkostenabrechnung kam und mein Vater wollte umziehen. Kind such mal eine Wohnung für uns. Nichts war recht usw. Bis dahin waren auch noch lange nicht alle Umzugskartons ausgepackt.

Dann erkrankte meine Mutter. Da kam mein Vater irgendwann, wir müssen umziehen, die Wohnung ist zu teuer. Wie er bitte mit einer krebskranken Frau umziehen will – interessierte ihn recht wenig. Ich war dazu nicht bereit. U.a. weil ich den Umzug vorher gemacht habe, dafür fast meinen ganzen Jahresurlaub geopfert habe und im Endeffekt nur Vorwürfe gemacht bekam. Somit wurde das Thema erst mal zu den Akten gelegt.

Nach dem Tod meiner Mutter sprachen sowohl mein Bruder, wie auch ich einen Umzug an. Ich bekam so was in der Art zu hören, dass er sich den Umzug nicht leisten kann. Das eine neue Wohnung wesentlich günstiger ist und er die Umzugskosten innerhalb weniger Monate raus hat, interessierte ihn nicht.

Ganz großer Kritikpunkt meines Vaters ist immer, was Mama alles angeschafft hat und vieles xfach vorhanden ist. Er ist genau so. Da wird nicht ein Teil gekauft, sondern x. War ja so günstig, kann man sicherlich mal brauchen.

Als meine Mutter Fasching 2007 ins Krankenhaus kam und absehbar war, sie kommt nie wieder heim….. naja sie konnte Monate vorher schon nicht mehr wirklich. Mein Vater war immer ein Mensch, der alles fallen ließ und es blieb liegen. Meiner Mutter mal Hausarbeit abnehmen? Nein er doch nicht. Auch hier baten wir beiden Kinder an, wir helfen ihm nach dem Tod unserer Mutter. Nein braucht er nicht.

Nun ist er seit Jahren in Rente. Ich war seit Jahren nicht in der Wohnung. Die sah beim letzten Mal schon schlimm aus. Ich habe einmal zusammen mit ihm die Küche gemacht, was sich so gestaltet hat, dass er sagte wir machen das gemeinsam und mich dann alleine machen ließ, mir aber xfach sagte, ich solle ja nicht an seine Zeitschriften gehen. Die sich im Wohnzimmer bis sonst wohin stapeln. Das war wenige Monate nach dem Tod meiner Mutter und da lag immer noch die Tischdecke auf dem Esstisch, die meine Mutter aufgelegt hatte. Die entsprechend aussah.

Vor vielen Jahren äußerte mein Vater mehrfach den Wunsch nach Internet. Ich besorgte einen gebrauchten PC, kaufte mit Mamas Geld einen Drucker, besorgte sonst noch alles mögliche. Der PC wurde nie aufgebaut, stand bei mir, ich hab ihn entsorgt, weil der eindeutig irgendwann zu alt war. Mein Bruder besorgte zwischenzeitlich dann einen PC, der ebenfalls nie aufgebaut wurde, aber immerhin im elterlichen Haushalt steht.

Vor kurzem rief mein Vater an. Er kommt nun vorbei und holt irgendwas. Und er habe da noch Teile von dem PC, den ich ihm geschenkt habe, das bringt er mir auch, ich kann es ja sicherlich besser gebrauchen. Ich war soooo sauer. Er brachte den Kram auch. Wahllos irgendwelche einzelnen Stecker, ein uraltes Modem usw. Gut das man keine Modems in dem Sinne mehr benutzt, kann er nicht wissen. Aber die lieblose Art…. WIR haben uns da Gedanken gemacht. Ich war in x Geschäften wegen dem Drucker (der PC hatte ein altes Betriebssystem und die Drucker alle nur auf neuere PCs ausgelegt). Und er knallt mir die Sachen einfach hin. Zum letzten Geburtstag habe ich ihm einen Receiver besorgt, den er dringend brauchte. Angeblich geht der nicht. Meint er zu mir, er bringt mir den vorbei, dann kann ich den zurück geben, dann hat er keine Arbeit mit dem Entsorgen. Ich nur so: Dann muss ICH den entsorgen. War ihm egal, Hauptsache er hat keine Arbeit damit. Btw. derjenige, der mir den verkauft hat, der hätte den auch bei meinem Vater angeschlossen. Dazu hätten wir aber wissen müssen, dass der nicht geht.

Vorhin hustet es im Hausflur bei mir oben. Ich dachte so: Mein Vermieter? Dann klopft es. Ich überlegte so, was der wohl nun jetzt von mir will? Auf unangekündigt stehe ich gerade so gar nicht. War es mein Vater. Der Glück hatte, dass ich überhaupt daheim war. Aber nun ja. Während ich eine Jeans suchte, die ich für ihn geflickt hatte, packte er aus. Als erstes drückte er mir einen Adventskalender in die Finger. Den habe ich vor drei Jahren selbst gemacht in wochenlanger Kleinarbeit. An sich sammel ich die im November ein und fülle die wieder. Der ist in einem Schuhkarton für Stiefel verpackt. Nimmt also in meiner kleinen Wohnung auch richtig viel Platz weg.

Dann packte er weiter aus. Einen Reiseföhn. Super ich hab hier schon einen von ihm, der nicht geht. Ich nur so: Geht der noch? Er nur: Keine Ahnung. Wird wohl auch so eine Aktion ala Hauptsache weg gewesen sein. Dann noch Schneebesen. Ich war soooo froh mal einige los geworden zu sein und er knallt mir wieder welche hin.

Er hat gemerkt das ich sauer bin. Fragte dann auch. Ich sagte dann zu ihm, dass ich nicht weiß, warum er mir JETZT den Adventskalender bringt, ich hätte eh keinen Platz, will umziehen und zehr den nun überall mit. Er drehte sich wortlos um und ging.

Er hätte mindestens mal fragen können. Ist das zu viel verlangt? Statt dem steht er unangekündigt hier, knallt mir irgendwelchen Kram hin und ist angepisst, weil ich ihm nicht um den Hals falle.

Ich habe meinem Bruder das vor Kurzem mit dem PC erzählt. Er meinte dann, Vater hätte ihm schon gesagt, dass er ihm die Fonduetöpfe bringt. Die mein Bruder nicht brauchen kann.

Keine Ahnung, warum er nun Knall auf Fall alles mögliche los werden will. Würde er es irgendwie erklären, als einem seinen Abfall wortlos hin zu knallen, könnte ich damit evt. leben. Aber so tut es gerade nur weh.

Ich denke leider in der letzten Zeit viel über meine Kindheit und meine Beziehung zu meinen Eltern nach. Mit meinem Vater war das Verhältnis nur richtig gut, als ich im selben Beruf gearbeitet habe. Aber auch nur dann, wenn wir uns nicht ins Gehege kamen. Sprich ich seiner Ansicht war. Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Vater mich irgendwie mal richtig gelobt hat. Bis heute sagt er nie von sich aus, dass ich was gut gemacht habe. Die Jeans hat er mit einem Danke angenommen. Mehr nicht. Ich höre immer nur, was man besser machen kann. Wenn was nicht klappt wie er will, dann kann das gar nicht sein.

Letzte Woche kam er, er sucht einen Artikel aus der Zeitung. Er weiß aber nicht von wann. Ich soll im Internet schauen. Ich komme da aber gar nicht ran. Evt. kostenpflichtig. Was ich irgendwie nicht einsehe, weil er sich so Sachen auch einfach raus schneiden könnte. Er hat zwischenzeitlich schon mal nachgefragt. Kann gar nicht verstehen, dass ich mit der und der Autor und das steht in der Zeitung immer auf Seite X auf der rechten Seite nichts anfangen kann. Denn laut ihm muss das gehen. Laut ihm, der vom Internet nur das weiß, was er in irgendeiner Zeitung gelesen hat.

 

 

Wenn Weihnachten naht

War ja ne nette Idee mit meinem Plan jedes Wochenende zu bloggen. Sorry.

Ich war ein wenig im Stress. Einmal weil mein Vater einen runden Geburtstag hatte. An einem Wochenende und auch wenn er keine Gäste einladen wollte, waren wir morgens frühstücken und Abends Essen und in seiner Stammkneipe. Was man nicht alles macht. Ab und an würde ich mir wünschen, man würde das auch sehen. Ich bin weder Frühaufsteher, noch mag ich Kneipenbesuche, noch einen betrunkenen Vater. Aber er war meinem Bruder so dankbar, weil der den Tag finanziert hat + Fresskorb. Da kann ich nicht mithalten. Aber nun ja, was solls.

An dem Wochenende war auch ein Freund zu Besuch. Also nach den Feierlichkeiten. Der Abend mit ihm war super toll, aber eben gepaart mit Vaters Geburtstag anstrengend.

Wobei ich mir gerade auch nicht wirklich klar darüber bin, wie ich die Beziehung zu diesem Freund definieren soll. Ich mag ihn, vermisse ihn auch. Will ich mehr? An sich ist er nicht mein Typ, hat auch Verhaltensweisen, die nicht meine Welt sind. Aber ich fühle mich sicher. Allerdings weiß ich mit Sicherheit, dass ich nicht bereit bin mit einem Mann zu schlafen. Wäre also unfair ihm gegenüber.

Ansonsten bin ich ein wenig im Weihnachtsstress. Da ich ja im Oktober und November so lange krank war, hinke ich hinterher. Wobei meine Familie ja eh nichts mehr bekommt, die haben einen dicken Adventskalender bekommen. Aber so Kleinigkeiten für Betreuerin, Frau Sonnenschein, Wunderärztin usw. Also habe ich noch ein paar stressige Tage vor mir.

Psychisch ging es mir relativ gut. Momentan habe ich eher einen Durchhänger. Keine Ahnung warum. Weil Weihnachten naht? Weil ich gerade mal wieder merke, wie alleine ich bin? Weil es mir irgendwie vor Weihnachten graut? Heilig Abend Mittagessen bei mir. Würstchen und Kartoffelsalat – weil es meine Familie will, ich hasse Würstchen und Kartoffelsalat. Was für mich auch heißt, ich muss früh aufstehen. Erster Feiertag gehen wir Mittag Essen. Also noch mal früh aufstehen.

Die Gedanken kreise nun natürlich wieder um Weihnachten. Um die letzten Lebensmonate meiner Mutter. Um Erinnerung an alte Weihnachtsfeste, die teilweise so schlimm waren, dass ich heulend das Elternhaus verlassen habe und heulend in meiner Wohnung saß und mir damals nur das Leben nicht genommen habe, weil ich dachte, ich brauche ein Testament. Heute denke ich oft, warum habe ich Rücksicht genommen? Warum wollte ich meiner Mutter das nicht antun? Heute denke ich, das größte Problem meiner Familie wäre gewesen, dass ihr Kind sich an Weihnachten das Leben genommen hat. Welch ungünstiger Zeitpunkt.

Ansonsten geht hier gerade alles kaputt, was sicherlich auch zu meiner schlechten Laune beiträgt. Mein Trockner, gerade mal 4 Jahre alt und ein Markengerät „trocknet“ nur noch kalt – sprich der läuft über Stunden und ich hole dann die klatschnasse Wäsche raus. Zum Glück ist mein Bad groß, der Wäscheständer stört trotzdem.

Warmes Wasser habe ich auch keines mehr in der Küche. Das Gerät dafür habe ich vor 5 Jahren ersetzen müssen. Durch einen Handwerker. Der Spaß hat mich damals 300 Euro gekostet. Wobei ich vermute, der ist nicht richtig angeschlossen worden hier oben. Aber wie beweise ich das? Nun hab ich jemand gebeten, da mal nach zu sehen und das klappt irgendwie gerade nicht. Und es nervt, Spülwasser entweder mit dem Wasserkocher heiß zu machen oder im Bad in einem kleinen Eimer zu holen.

Ich stopfe seit Jahren nur irgendwelche Löcher. Vor 5 Jahren das Warmwassergerät und mein Herd. Im Jahr drauf den Trockner. Dieses Jahr neue Waschmaschine. Letztes Jahr der Umzug und an sich suche ich weiter eine Wohnung. Mein Kühlschrank wird es auch nicht mehr lange machen.

Ich bin so weit mich zu fragen, ob ich es mir finanziell noch leisten kann, krank zu sein. Von einem Einkommen, welches mit Sozialleistungen auf Hartz 4 Niveau ist, ist das auf Dauer nicht möglich. Da Hartz 4 an sich ja auch keine Dauerleistungen sein soll, ist es eben nur für das Nötigste ausreichend.

Jubel, die Stimme kehrt zurück

In ganz langsamen Schritten kommt meine Stimme wieder. Immerhin ein Lichtblick.

Die Woche war ansonsten eher chaotisch. Die alte Waschmaschine konnte ich zum Glück los werden und fand auch Helfer zum Runtertragen. Ich vermute dafür schulde ich jemand lebenslange Dankbarkeit. Da stehe ich ja so gar nicht drauf. Auf der anderen Seite sind die Nachbarn dieses Wochenende da und die hätten sicherlich was gesagt. Ach ja die Helfer brauchten keine 10 Minuten. Was mich doch sehr erstaunt hat.

Frau Sonnenschein sprach das Thema Betreuerwechsel noch mal an. Sie bat mir an, ob wir nicht ein Gespräch zu Dritt machen wollen. Sie meint, so wie ich, dass das gerade kein guter Zeitpunkt ist. Mit meiner Betreuerin habe ich darüber auch gesprochen.

Mein Bruder will seit Wochen sich mit uns treffen. Klappt nur irgendwie nie. So hatten wir dann mal den letzten Freitag fest gehalten. Mein Vater meinte dann am Mittwoch zu mir, ich soll erst mal mit meinem Bruder sprechen, der hat wohl Sorge, er könnte sich anstecken. Dem war dann wohl auch so. Ich hätte mich ja mit ihnen getroffen. Vor allem da ich nächsten Freitag nicht kann. Bevor mir mal wieder gesagt wird, dass ich ja nie kann.

Mein Rehasport muss zur Zeit allerdings ohne mich auskommen. Ich habe vorsorglich auch für nächste Woche abgesagt. Und ich befürchte, wirklich ganz gesund werde ich bis Dienstag eh nicht sein.

Aber es geht mir zumindest stimmlich wesentlich besser. Ich hoffe, dass der Mist nächste Woche rum ist.

 

Weiterhin sprachlos

Ich bin immer noch ziemlich heiser. So langsam nervt es.

Eine neue Waschmaschine habe ich nun auch endlich. Was mir aber an sich nur Ärger brachte. Das Altgerät sollte ja mitgenommen werden, an der Hotline sagten sie, sie buchen das für mich, dann rief ich da noch mal an, weil ich keine Bestätigung hatte – die Dame war so nett und hat sich dafür eingesetzt, dass die alte Maschine mit genommen wird. Die kamen dann, nein Altgerätmitnahme machen sie nicht.

Wieder mit der Firma telefoniert. Sie kümmern sich drum. Dann boten sie mir an, sie holen die neue Maschine wieder ab, ich bestell sie neu, bestell dann auch die Altgerätmitnahme und hätte dann eben eine neue Maschine und das Altgerät weg. Ich finde es ziemlich unsinnig, eine funktionierende Maschine zurückgehen zu lassen. Schlussendlich entsorge ich sie nun selbst.

Nun muss ich nur durch das Abenteuer durch, dass ich jemand finde, der mir das Altgerät runter trägt. Ich habe nun mal meinen Chef vom Ehrenamt gefragt, ob er eine Idee hat. Er würde das mit jemand machen. Irgendwie ist mir das nicht wirklich recht, aber irgendwie muss die Maschine ja nach unten. Momentan sind die Nachbarn nicht da, da kann ich sie dort vor der Tür stehen lassen. Falls die aber demnächst kommen sollten…. und unten in den Hausflur kann ich sie auch schlecht stellen, denn da steht alles voll.

Irgendwie war das aus dem zweiten Stockwerk leichter zu händeln. Vier Stockwerke sind da doch eine andere Hausnummer. Aber wenn es nicht anders geht, steht die eben ein paar Tage unten im Hausflur. Falls meine Vermieter was sagen, kann ich immer noch sagen, aus dem zweiten Stockwerk wäre das alles einfacher gewesen. Ok ich vermute eh, die alte Maschine hat beim Umzug einen Knall bekommen. Aber das kann ich nicht beweisen.

Meine Betreuerin kam aber letzte Woche, was ganz gut tat. Ok die meiste Zeit habe ich wegen der Waschmaschine telefoniert oder es krächzend versucht.

Sie sprach den neuen ITP an. Mit dem neuen ITP steht nämlich auch ein Betreuerwechsel an, was mir gerade sehr viel Angst macht. Darüber blogge ich aber wohl die Tage mal ausführlicher.

Most Wanted: Meine Stimme

Das Wochenende war krankheitsbedingt nicht wirklich toll. Und das natürlich wenn ich mir so viel vorgenommen habe. Wie zum Beispiel mal mein Ebay Sortiment zu erweitern. Aber ich bin mittlerweile mindestens so weit, dass ich auch mal langsamer machen kann, wenn ich krank bin und nicht mehr alles durch powern muss. Früher wäre ich so zur Arbeit gegangen. Ok es hätte meinen Arbeitgeber und meine Kollegen auch nicht interessiert, obwohl ich diese mit Mama und Papa angesprochen habe.

Frau Sonnenschein hat eine nette Mail bekommen, mit der Frage, ob sie mich sehen will oder wir telefonieren wollen. Wir haben telefoniert und sie hat mich nach 5 Minuten angefangen abzuwürgen, weil ich kaum ein Wort raus bekommen habe. Wir könnten die Woche noch mal telefonieren, wenn es mir besser geht.

Gestern, gegen Abend, klingelte mein Telefon. Ich dachte so, könnte Vatern sein oder sonst jemand. Quatschte mich eine Frau voll, die mich komischerweise auch noch mit meinem Spitznamen ansprach (Abkürzung eines Vornamens, also nichts spezielles). Oder habe ich mich da verhört? Ich kannte die Frau nicht, beziehungsweise konnte sie nicht einordnen. Fragte dann auch wer dran ist. Lachen und es wurde weiter gesprochen. Was ich denn gemacht habe? Ich bin erkältet. Ja dann wäre ja mindestens jemand nettes am Telefon und Laber Laber Laber.

Mich machte es schon leicht aggressiv, dass ich nicht wusste, wer das ist. Es war niemand, mit dem ich ständig zu tun habe. Das war mir klar. Dann die Frage, ob Torsten denn noch nicht da sei? Ich nur welcher Torsten? Da wurde die Stimme am anderen Ende ein wenig zögerlich. Ich fragte noch mal nach, wer denn dran ist. Da wurde einfach aufgelegt.

Hinterlässt allerdings ein ungutes Gefühl. Ich habe mich hilflos gefühlt, weil ich nicht wirklich sprechen konnte. Ich mag diese Raterei am Telefon generell nicht, warum kann man nicht einfach mal sagen wer dran ist? Ich habe da auch gesund meine Probleme mit. Und dann einfach auflegen, obwohl ja klar war, da ist jemand dran, der krank ist? Hätte man da nicht einfach mal sagen können, Entschuldigung verwählt?

Eigentlich wollte ich Montag mit Amazon telefonieren. Ging ja nun auch nicht. Heute wohl auch nicht, obwohl ich ein wenig besser sprechen könnte. Klingt zumindest im Selbstversuch so.

Meine Betreuerin hat auch eine Mail bekommen. Ich habe es ihr frei gestellt, ob sie kommen mag oder nicht. Ihr aber auch geschrieben, dass es vielleicht ganz gut ist, wenn mal jemand über die Wohnung schaut, weil Freitag die Waschmaschine kommt und da sollte ein wenig aufgeräumt sein. Sie kommt. Vielleicht können wir dann zusammen bei Amazon anrufen? Mal sehen.

Und ich sollte mich mal um meine Wohnung kümmern. Einkaufen müsste ich auch, damit es mal Hühnersuppe gibt. Oder zumindest was zum Trinken aus dem Keller holen. In den Momenten hasse ich den vierten Stock. Ich war gestern in der Apotheke und war ziemlich fertig bis ich wieder daheim war und der vierte Stock hat mir den Rest gegeben.