Betreuungswirrwarr

Wie ich bereits in einem anderen Beitrag erwähnte, habe ich ja bei der Organisation, die mich ambulant betreut, Akteneinsicht gewollt. Die ganz alten Sachen sind nicht auffindbar. Von den aktuelleren Sachen auch nur was den jetzigen Betreuungszeitraum betrifft.

Ich fand das, was ich lesen konnte, recht interessant. Mal eine andere Seite lesen und so. Mittlerweile habe ich also durchaus ein gesteigertes Interesse an meiner Akte. Leider interessiert mich noch eine Sache aus dem letzten Betreuungszeitraum interessiert mich extrem.

Im Laufe des letzten Termins vor drei Wochen, sprach ich auch an, dass ich meiner Betreuerin nicht vertraue und sie mir Angst macht. Im Laufe des Gespräches meinte sie, dass sie es gut findet, dass ich so ehrlich bin. Sie versprach mir mehrfach, dass sie sich darum kümmert und das mein „Geständnis“ nun nicht das Ende meiner Betreuung bedeuten würde. Das hat sie, zumindest sinngemäß, mehrfach gesagt.

So trat ich dann heute meinen Termin an. Mittlerweile war ich selbst innerlich zur Selbstaufgabe bereit. Die Diskussionspunkte waren für mich konstant die selben: Es war ein großes Problem, dass ich tatsächlich einen Wochenrhythmus habe, an dem ihre Vorgängerinnen zum Teil hart gearbeitet hatten, der aber mit ihrem Dienstplan nicht kompatibel war…. und ein weiteres Problem war, mein Wunsch nach Akteneinsicht. Bzw. auch, dass ich Sachen und Abläufe, die ich nicht verstanden habe, hinter fragt habe. Somit war mir nur wichtig zu erfahren, ob eine weitere Akteneinsicht möglich ist und ansonsten hätte ich die Terminplanung in ihre Hände gegeben und hätte halt andere Termine dafür abgesagt.

Schlussendlich – nun ja – sie möchte meine Betreuung gerne abgeben, weil sie wenig Sinn darin sieht, wenn ich meine Zeit weiter nur bei ihr absitze. Im Austausch mit ihrem Chef, seien sie oder er – keine Ahnung mehr – der Meinung, eine weitere Zusammenarbeit mit ihrer Organisation sei nicht möglich, weil ich ja eindeutig kein Vertrauen mehr hätte und zu misstrauisch sei.

Eine weitere Akteneinsicht sei auch nicht möglich, teilte man mir vorher mit, weil die Teile doch tatsächlich verschwunden seien. Wisst ihr, da verlangt jemand, dass ich meine Daten freigebe, mir wird Null erklärt wieso, warum und an wen in welchem Umfang Daten weiter gegeben werden, man teilte mir mit dem selben Schriftstück, dass ich unbedingt unterschreiben muss mit, dass ich jederzeit Akteneinsicht haben kann und dann sind Teile meiner Akte verschollen. Findet ihr das vertrauenswürdig?

Ganz großes Problem vor Ort ist, dass es zwei Organisationen gibt, die betreuen. Zumindest was psychisch kranke Menschen betrifft. Meine Schlafmittelabhängigkeit reicht leider! nicht aus, um eine Betreuung über die Suchthilfe zu bekommen. Die dort wirkten nämlich nett und interessiert und vor allem bemüht.

Die Organisationen arbeiten nach Stadtgebieten. Die Organisation, die mich bisher betreute, hat noch einen anderen Standort. Nur ist die Entfernung zu mir eigentlich zu groß. Und die andere hat generell einen schlechten Ruf. Was mich außerdem sehr verwundert, dass mir mal klar gesagt wurde, es wird streng nach Einzugsgebiet betreut.

Ich werde nun seit über 10 Jahren – sorry ich wurde…. durch die Organisation betreut. Es gab beim Wechsel von Betreuerin 1 zu Betreuerin 2 Probleme. Die Zeit mit Betreuerin 3 lief sicherlich nicht immer gut, aber sie hielt über 7 Jahre. Die wurde beendet, weil man keine Langzeitbetreuungen mehr machen wollte. Mit der 4. war es nun ja Thema für sich und mich hat die Art des Betreungsende ein riesiges Problem gemacht. Ok kombiniert damit, dass sie mich in Krisensituationen, in denen ich klar um Hilfe gebeten habe, mir selbst überlassen hat und ihre Bedürfnisse in den Vordergrund stellte. Und Betreuerin 5 mehr als nur Thema für sich war. Wir sind so gegensätzlich, dass sich das schon nicht mehr ergänzte.

Und es an sich erst seit dem Thema letzter Betreuerwechsel Unstimmigkeiten gibt. Die bisher mit so Sätzen wie: Sie sind aber misstrauisch etc pp niedergemacht wurden. Es ist also das erste Mal das es im Endeffekt mit mir richtig Probleme gibt. Statt aber nach gemeinsamen Lösungen zu suchen, teilt man mir eben mit, dass die Betreuung mit sofortiger Wirkung beendet ist.

So wünsche ich mir den Umgang mit psychisch kranken Menschen  *ironie*.

Lebenszeichen oder so

Eigentlich sollte ich hier schon lange der Monatsrückblick für Februar stehen. Bald auch der für März. Aber irgendwie bekomme ich es nicht wirklich auf die Reihe.

Mein Wunschaufenthalt in der Psychiatrie war Thema für sich. Es blieb bei den geplanten 10 Tagen, die ich schlussendlich Wunderärztin und Frau Sonnenschein zuliebe durch gezogen habe. Ich war mehrfach gedanklich dabei meine Koffer zu packen.

Ausschlaggebend für den Aufenthalt war für mich vor allem der Hinweis, dass ich dann ja jemand zum Reden hätte. Die Illusion wurde mir recht bald genommen. Es gab pro Woche ein Gespräch mit der Therapeutin von 25 Minuten. Was ich für verschwindend gering halte. Ich kam schon beim ersten Termin nicht hin. Denn bis ich auf die gestellte Frage geantwortet hatte, waren wir bei 50 Minuten.

Bezugspflegegespräche waren auch nur jeweils 25 Minuten. Eines pro Woche. In Krisensituationen wären die Gespräche auf mit der Bezugspflege auf 10 Minuten begrenzt gewesen. Das habe ich mir dann gleich geschenkt, weil ich es nicht schaffe, mein Gefühlschaos in 10 Minuten zu erklären. Wobei bei den Gesprächen wahrscheinlich nach 5 Minuten die Skillsschublade aufgezogen worden wäre. Sprich mir wäre geraten worden, was ich nun an Skills machen kann. Mich ablenken hilft mir aber nicht dabei meine Probleme zu lösen.

Ich habe sowohl bei der Therapeutin, wie auch bei der Bezugsschwester klar angesprochen, dass mir das nicht reicht. Ja das sei halt so. Und das sei alles bei jedem so. Nur doof, wenn andere Patienten anderen Patienten erklären, dass es ein Therapeutengespräch von 50 Minuten pro Woche gibt. Doof ist auch, wenn Mitpatienten erzählen, dass sie gerade eine Stunde mit einer Schwester geplaudert haben.

Von der Therapeutin gab es die Hausaufgabe, dass ich aufschreiben sollte, welche Bedürfnisse ich an eine neue Betreuerin hätte. Ich frage mich und das leider bis heute, warum ich Bedürfnisse formulieren soll, wenn gerade Menschen aus dem professionellen Bereich genau entgegengesetzt handeln. Damit habe ich den Aufsatz auch eingeleitet. Das wäre auch der Punkt gewesen, an dem man hätte arbeiten müssen. Statt dem wurde auf die Uhr gesehen, dass wir auch ja die 25 Minuten nicht überschreiten und dann wurde mir gesagt, wie toll ich doch meine Bedürfnisse formuliert hätte.

Ich weiß, wie es war, als ich im letzten Jahr gegenüber meiner Betreuerin mehrfach mein Bedürfnis geäußert habe, dass ich mit der Situation nicht umgehen kann, dass sie mir helfen soll. Was hat sie gemacht? Sachen, die ich ihr anvertraut habe, gegen mich verwendet. Ich weiß noch, wie es war, als ich dem Chef der betreuenden Organisation gegenüber meine Bedürfnisse geäußert habe und er mir versprach, dass er sich darum kümmert und mir am nächsten Tag mitteilte, dass er genau das Gegenteil macht und noch dazu behauptet, ich hätte das so verlangt. Komisch nur, dass Frau Sonnenschein, die bei dem gemeinsamen Gespräch dabei war, es genauso gehört hat, wie ich mich erinnere. Und ich weiß, wie die Klinik damit umging und noch umgeht, dass es mein Bedürfnis ist, zu verstehen, was bei dem Klinikaufenthalt 2009/2010 gelaufen ist. Dazu habe ich bis heute keine Auskunft, beziehungsweise ich darf darüber nicht mehr sprechen.

Wie kann man erwarten, dass ich Bedürfnisse formuliere, wenn man selbst meine Bedürfnisse mit Füßen tritt? Ich hatte ja der Therapeutin gegenüber das Bedürfnis geäußert, dass ich eindeutig mehr Gespräche bräuchte. Beziehungsweise mir eben 10 Minuten Krisengespräche nicht reichen.

Der Arztbericht war dann der Hammer. Meine Mutter ist ein Jahr und einen Monat später gestorben. Faszinierend das argumentiert wurde, man habe alte Dinge nur kopiert. Bei Copy und Paste stünde da was anderes. Ganz klar war auch, dass ich dabei bin Pflegestufe zu beantragen, um damit die Haushaltshilfe zu finanzieren. Im Arztbericht stand dann, dass ICH 3 Stunden die Woche als Haushaltshilfe arbeite. Hat man mir eigentlich zugehört? Wenn man die Zeiten schon so limitiert, dann würde ich mir zumindest wünschen, dass man mir zuhört.

Die Bezugspflegegespräche sollten an sich darum gehen, dass ich einen Plan für den Haushalt erstelle. Mit meiner Haushaltshilfe klappt das nämlich nicht wirklich. Das sie 3 Stunden dazu braucht, zwei Böden zu kehren, die beiden Böden zu saugen, in zwei Zimmern vorne herum ein wenig zu saugen, den Flur zu saugen, in Badewanne und Waschbecken massig Reinigungsmittel zu kippen und oberflächlich sauber zu machen und dann noch Küchenboden, Badboden und Hausflur zu putzen – das kann es nicht sein. Und das riss leider immer mehr ein.

Im ersten Gespräch kamen wir dazu nicht. Im zweiten Gespräch klärte mich die Schwester umfangreich darüber auf, was sie machen würde und erläuterte mir umfangreich den Stand vor dem Aufenthalt. Ich war aber schon weiter, da ich auch hier die Hausaufgabe, die lautete, machen Sie mal einen groben Plan, gemacht hatte. Und ihr Monolog durfte auch nicht unterbrochen werden. Bei jedem Versuch kam nur, ich soll sie ausreden lassen.

Mit den Mitpatienten war es auch eher Thema für sich. Einer, der ein Problem mit mir hatte, dem ich aber immer gut genug war, wenn er mich brauchte, argumentierte mir gegenüber, man würde sich an dem und dem stören – das würden die anderen auch sagen. Ich fragte mich innerlich, warum man mir das nie gesagt hat. Habe mich dann aber eben distanziert.

Ach ja, mit der Pflege gab es im Vorfeld die Absprache, wenn ich mich abkapsle, dann soll man mich ansprechen. Fiel noch nicht mal auf, dass ich auf einmal nur noch alleine war.

Ich für mich kann mittlerweile benennen, wann ich angefangen habe dicht zu machen und warum. Was für mich ein großer Fortschritt ist. Trotzdem weiß ich nun, dass das Setting, dass die Klinik anbietet, eben nicht mein Ding ist.

Seit kurz vorm dem Aufenthalt ist Persönliches Budget Thema. Der Kostenträger gibt grundsätzlich sein Ok. Allerdings muss ich vor Antragsstellung erst mal eine Betreuerin finden. Was sich als mehr als schwierig erweist. Es gibt keine offizielle Liste. Auf der inoffiziellen Liste stehen vor allem Männer drauf. Die Frauen nehmen zum Teil niemanden oder haben mich abgelehnt oder ich habe sie abgelehnt.

Ich suche nun natürlich nach Möglichkeiten. Laufe dazu von Pontius zu Pilatus. Keiner weiß was, keiner kennt jemand und so weiter. Psychosoziale Betreuung für psychisch Kranke kennt man hier kaum. Es sei denn, man geht über eine Organisation, was ich ja nicht mehr möchte.

Mit meiner neuen Betreuerin werde ich auch nicht warm. Sie macht mir Angst und ich vertraue ihr nicht. Ich sitze im Endeffekt meine Zeit bei ihr ab, bzw. habe die eben auch minimiert. Wichtige Dinge erledige ich alleine. Mehr schlecht als recht. Hauptsache ich muss mich ihr nicht anvertrauen.

Pflegestufe ist bewilligt worden, was mir zu denken gibt. Ohne Probleme beim ersten Anlauf. Die Haushaltshilfe kann ich darüber nicht finanzieren, sagte die Gutachterin. Der Kostenträger vom Betreuten Wohnen, der die Kosten zur Zeit trägt, sagt aber, dass das geht und er das einfach macht.

Momentan ist mir das alles zu viel. Vieles hätte früher meine Betreuerin aufgefangen. Die vorletzte. Die letzte hätte mich wohl nur ausgelacht?

Die Gedanken drehen sich wieder viel um Anna. Und um die letzte Betreuerin. Beide haben den selben Vornamen. Ich habe mal gesagt, ich würde mir ein T-Shirt bedrucken lassen, auf dem vorne drauf steht: Annas Spielzeug und auf der Rückseite ein Mülleimer zu sehen ist, in den man mich rein schmeißt mit den Worten: Mist kaputt – Ach egal! Denn das würde es einfach treffen.

Momentan würde ich mir einfach wünschen, dass mal was klappt. Aber irgendwie klappt gerade mal wieder nichts. Noch dazu gehe ich beim kleinsten an die Decke. Momentan ist es mein Vater.

 

 

 

 

 

 

 

Absturz, Filmriss und Chaos

Die Geschichte mit meinem Vater nun ja, wir konnten sie bisher nicht bereinigen. Ich fragte ihn am Samstag, warum er nun urplötzlich ausmistet und bekam was in der Art zur Antwort, dass es bei ihm wie gebrannt aussieht. Er meinte, er meldet sich – da warte ich noch drauf.

Den vermuteten Reiseföhn wollte ich zumindest mal prüfen. Packte ihn Samstag Morgens aus und stellte fest, es ist ein Lockenstab. Noch dazu klebte das Ding so sehr, dass ich es lieber nicht in die Steckdose steckte. Ich habe das meinem Vater mitgeteilt und ich darf das Ding weg schmeißen. Ich hab ihm aber gesagt, dass er doch weiß, dass ich keinen Lockenstab benutze.

In der Woche drauf ging es leider ähnlich mies weiter. Ok ich kam erst gar nicht wieder auf die Beine und mich zog dann einfach noch mehr runter.

Termin bei der Wunderärztin. Laut Frau Sonnenschein, sollte ja Wunderärztin mit mir die Patientenvereinbarung besprechen. Die wieder rum war der Meinung Frau Sonnenschein macht das. Habe ich aber irgendwie erwartet.

Wunderärztin stellte aber klar, dass das Ding mehr oder weniger kein Wunschkonzert ist (und eben auch nicht dazu dienen soll der Klinik eins auszuwischen – was eh nicht meine Absicht war). Die Klinik könnte mir das anbieten, was im Vordruck steht. Ich kanns nehmen und wählen oder sein lassen. So ganz grob gesagt. Von ihrer Aussage zu Asylanten wusste sie nichts mehr. Nur doof, dass mich genau diese Aussage am meisten runter gezogen hat.

Es ging auch um den ITP (Hilfeplan für die Betreuung), den ich mit meiner Betreuerin fertig gestellt hatte. Da tauchten nämlich Fragen zur Diagnose auf. Meine Betreuerin hat die Diagnose schädlicher Gebrauch von Benzos raus gelassen, weil wir beide der Meinung sind, es besteht in dem Sinn keine Suchtproblematik.

Irgendwie war der ganze Termin „komisch“. Wunderärztin hat ein paar Sachen gesagt, die ich nicht nachvollziehen kann. U.a. das sie eben ein Problem mit meinem Zopiclon hat. Das Zopiclon Thema für sich ist, war mir vorher bewusst. Bisher hat sie mir aber gegenüber sich eher in die Richtung geäußert, sie findet es generell nicht gut, sieht aber, dass ich da bewusst mit umgehe. Ich es nicht auf Dauer missbrauche und so weiter.

Auf einmal hat sie nun ein riesiges Problem damit. Sie hätte mir das ja nur weiter verschrieben aus Respekt vor dem Kollegen, der es mir vorher verschrieben hat. Bla Bla Bla usw. Irgendwann kam auch Respekt vor mir – verstehe ich zwar nicht, aber gut. Sie hätte keinen Überblick wie viel ich daheim habe usw. Genau dafür gab es mit ihr eine Absprache, wie viel ich bekommen kann. Und ich habe ihr IMMER gesagt, wenn ich mehr genommen habe. Und ich kann schon irgendwie verstehen, wenn ihr das Bauchweh macht, da sie mich eben nicht einschätzen kann, weil ich wenig Auskunft darüber gebe, wie es mir geht. Aus Angst vor dem was passieren könnte. Ich kann es ja ein wenig verstehen, aber sie war generell so unfreundlich/unwirsch – keine Ahnung wie ich es nennen soll.

Es ist nun nicht so, dass ich es in den letzten Jahren nicht versucht habe abzusetzen. Mit mässigem Erfolg. Ich aber weiß, wenn ich nicht schlafen kann, werden die Suizidgedanken so drückend…. Sie ist der Meinung, eine Nacht ohne Schlaf macht nichts. Das es bei mir dann aber mehr Nächte werden und ich phasenweise über Wochen hinweg kaum, nicht oder sehr schlecht geschlafen habe… nun ja. Sie meinte irgendwas von wenn man die eine Nacht nicht schläft, schläft man die nächste Nacht. Ich weiß aber leider, dass dem nicht so ist. Und ich weiß, dass ich ihr schon erzählt habe, was schlechter/kaum Schlaf mit mir macht.

Ich fragte sie zum Abschluss, was es für Möglichkeiten an Bedarfmedikamenten gibt. Seroquel lehne ich mittlerweile ab. Alle anderen hatte ich an sich schon und teilweise mit unschönen Wirkungen und Nichtwirkungen. Mir war es aber gerade einfach egal, weil ich nur aus dem Loch raus wollte. Ich hätte fast alles noch mal versucht. Ach ja Atosil, was mal geholfen hat, lehnt die Klinik ab. Würde ich gerade auch nicht drauf bestehen.

Sie meinte dann, sie hat in Prüfungszeiten Tee getrunken gegen gesteigerte Anspannung und pflanzliche Sachen hätten auch geholfen. Näher geraten hat sie nichts. Ich erzählte in dem Zusammenhang, dass man im stationären Bereich schon versucht hat, ob ich mit so einem Einschlaftee schlafen kann. Ok ein paar Mal wurde ich genötigt das Zeug zu trinken. Ich habs halt gemacht, damit Ruhe war. Auch mit der Hoffnung das Zeug hilft. Egal – sie erwähnte nicht, welche Tees ich trinken soll.

Am Vortag hatte mir die Therapeutin geschrieben, bei der ich in der Woche noch einen Kennenlerntermin haben sollte. Von der Stelle, die mich an sich vermittelt hatte, hatte ich einen Fragebogen, von dem ich aber nicht wusste, ob ich den zu ihr mitbringen soll. Ich hatte extra gefragt, ob ich was mitbringen soll. So fragte ich via Mail halt nach dem Fragebogen und schrieb an sich auch klar, dass ich damit gerade überfordert wäre.

Sie hat mir geantwortet, dass sie den Fragebogen braucht und ich den ausfüllen soll, so weit es geht. Sehr sinnig wenige Tage vor dem Termin. Endete auch mit Betreuerin hat mich heulend am Telefon. Die dann zu mir meinte, ich muss ja nicht alles machen und so weiter. Schlussendlich hab ich den Fragebogen fertig gemacht. Jede Frage abgetippt und am PC ausgefüllt. 14 Seiten. Und meiner Betreuerin geschickt.

Der Fragebogen hat mich auch noch mal runter gerissen (ok das war vor Wunderärztin). Ich habe mit erschrecken fest gestellt, dass mir keine guten Worte zu meinen Eltern einfielen. Auf die Frage zur Beziehung zu meiner Mutter habe ich nur schwierig geschrieben. So viele Sachen kochten hoch.

Nun ja Betreuerin rief dann nach dem Termin bei Wunderärztin an, hatte mich total verstoert und hat den Fragebogen kurz besprochen. Ich war zeitweise wohl kaum mehr zu beruhigen und war mehr am Heulen, als am Reden. Noch während des Telefonats habe ich mich selbst verletzt. Nicht das erste Mal in der Woche. Aber das erste Mal seit Jahren, dass ich zumindest überlegt habe, ob ich zum Nähen gehen muss. Etwas was ich bisher vermieden habe.

Den Termin bei der Therapeutin hätte ich am Liebsten abgesagt. Aber ich bin hin. Darüber erzähle ich ein anderes Mal.

In der folgenden Woche taten die letzten Wunden weh, die vorher eben nicht weh getan haben. Da ich keinen gültigen Tetanusschutz hatte, besuchte ich meine Hausärztin. Nun habe ich einen Tetanusschutz und die Wunde sei ok.

Mein linkes Auge zickte auch. Tränte seit Wochen. Die Tropfen der Augenärztin halfen nicht wirklich. Die ich dann auch im Chaos zwischen Wunderärztin und Kennenlerngespräch abgesetzt hatte, weil sie eh nichts brachten und ich es nicht auf die Reihe bekam, sie regelmäßig zu nehmen. Augenärztin hatte aber gesagt, wenn es nicht besser wird, muss ich in eine Augenklinik und den Tränenkanal spülen lassen.

Nun ja die Wunde war erst mal wichtiger. Hausärztin meinte aber, Tränenkanal wird auch ambulant gespült. Also wollte ich am nächsten Tag zur Notfallsprechstunde der Augenärztin und die noch mal fragen. Abends habe ich mit warmen Kompressen rum gemacht. Stehe am nächsten Morgen extra früh auf und bin fit wie ein Turnschuh. Augen schmerzte nicht mehr und auch psychisch fühlte ich mich wie zum Bäume ausreißen. Augenarzt gestrichen und lieber zur ehrenamtlichen Tätigkeit gefahren (die ich vorher halbwegs abgesagt hatte).

Das Hoch hält so halbwegs. Ich stelle aber mal wieder fest, dass ich zeitweise rund um meine Periode so reagiere. Dieses Mal waren es fast drei Wochen Ausnahmezustand. Und ich habe teilweise einen Filmriss – wo ich nicht weiß, was da alles gelaufen ist.

Das heutige Gespräch mit Frau Sonnenschein war auch nicht wirklich prickelnd. In mir ist nämlich der Gedanke gereift, dass ich vielleicht nicht die richtigen Worte gefunden habe, um beim letzten Klinikaufenthalten klar zu machen, dass ich Suizidgedanken/absichten habe. Ich wollte von ihr wisse, was ich sagen muss, wenn ich so bin. Erklärte es mit, ob es einen Zaubersatz gibt. An dem Wort biss sie sich leider fest. Und sie ist ziemlich angepisst, weil mal wieder der letzte Klinikaufenthalt Thema war. Und ich bin kein Stück weiter mit dem Problem: Was mache ich, wenn es mir wirklich schlecht geht?!

Gedankenchaos

Tja irgendwie…. ich blogge hier nun seit gut 2 Jahren. An sich wollte ich für mich einfach meine Gedanken los werden. Vielleicht auch Kommunikation? Fakt ist, dass ich immer weniger blogge. Leider nicht nur hier. Ich habe ja noch einen nicht ganz öffentlichen Blog, in einer Art sozialen Netzwerk. Dort habe ich viel über mich geschrieben. Mache ich so ausführlich schon lange nicht mehr. U.a. weil ich mich nicht mehr ständig rechtfertigen wollte.

Die Schweigsamkeit macht mir Angst. Ich weiß, dass es nicht gut ist, wenn ich ständig alles in mich rein fresse. Will „Normalos“ nicht ständig präsentieren, dass ich eben anders bin. Will nicht in so müsste ich sein Schubladen gepresst werden. Wünschte mir aber auch klar mehr Kommunikation. Nun ja egal.

Letzte Woche Termin bei meiner Wunderärztin. Dieses Mal mit Betreuerin, da wir keinen anderen Termin fanden. An sich hätten wir dann auch die Diagnostik zur antisozialen Persönlichkeitsstörung machen können. Ich befürchte weiterhin, ich nehme da alles mit. Die beiden denken da anders. Und wir kamen dazu auch nicht.

Frau Sonnenschein hat wohl Wunderärztin gefragt, wie weit wir mit der Diagnostik sind. Warum fragt sie mich nicht? Andere aus dem Team haben wohl auch gefragt, warum sie überhaupt Diagnostik macht. Weil sie es eben wissen wollte oder so… also weil sie eben meinte, dass ist kein reines Borderline. Würde wohl auch besser sein, wenn alle Kinder einen Namen haben, wenn ich eine Therapie machen würde.

Therapie, das große Schlagwort. Keine Ahnung ob ich eine machen möchte oder nicht. Problem ist nun allerdings, dass auch ambulante Therapeuten wohl Patienten mit Suizidalität ablehnen. Super Sache oder? Stationär geht nicht, ambulant eventuell auch nicht? Ok ich kann natürlich auch weiterhin versichern, dass ich keine Suizidgedanken habe. Aber was bringt mir das?

Vielleicht fehlt mir auch manches Mal einfach die Krankheitseinsicht. Problem ist ja immer noch der letzten Klinikaufenthalt, den ich auch immer wieder in irgendeiner Form thematisiere. Wunderärztin würde wohl sagen, dass liegt an einer der vielen Persönlichkeitsstörungen. Aber kann mir mal jemand erklären, warum ein psychisch gesunder Mensch eine Behandlung hinterfragen darf und wenn ich das mache, dann ist das krank?

Weiter macht mir die Wohnungssache Probleme. Letztens stellten wir fest, dass ich eine Verlängerung meines Antrags auf eine Sozialwohnung hätten stellen müssen. Somit darf ich nun neu beantragen und fange wieder hinten auf der Liste an. Es sei denn, ich stelle einen Dringlichkeitsantrag. Ein Attest dafür zu bekommen wäre kein Problem. Aber will ich das? Ich würde ja weiterhin gerne hier in der Nähe bleiben und so müsste ich alles nehmen.

Ich müsste mich mal um eine Waschmaschine kümmern. Dazu müsste ich wissen, ob das Sozialamt eine Versicherung übernimmt. Machen die eigentlich. Trotzdem versuche ich das Geld dafür anzusparen. Das würde nun eben in die Waschmaschine fließen.

Mir macht es Sorgen, dass ich es einfach nicht auf die Reihe bekomme, mal meine Sachbearbeiterin anzurufen und nach zu fragen. Mir macht es Sorge, dass ich so wichtige Anträge vergesse. Keine Ahnung bis wann mein SGB 12 noch läuft.

Und da ich mal wieder meine Periode habe, ist meine Laune gerade mal wieder im Keller. Ich habe sogar Bedarf genommen, was ich seit Monaten nicht mehr gemacht habe. In der Hoffnung, es nimmt mir ein wenig die Angst. Fehlanzeige.

Bedarf war auch Thema bei Wunderärztin. Ganze zwei Medikamente konnte sie mir anbieten. Beide hatte ich schon. Eines habe ich daheim, weil ich das an sich als Ersatz für mein Schlafmittel wollte. Mit dem Medikament kam ich mit recht hoher Dosierung und Bedarf bis zum Anschlag ausgereizt auf die Geschlossene – kann irgendwie ja nicht wirklich helfen. Das zweite Medikament hatte ich mal als Dauermedikamentation. Wollte ich erst gar nicht nehmen, weil Suizidalität da schon bei den Nebenwirkungen stand. Habs dann genommen, weil mir nichts anderes übrig blieb. Und was passierte… nun ja. Sicherlich nicht sinnvoll mir  Medikamente rein zu hauen, bei denen ich schon suizidal reagiert habe.

Somit kann die Woche nur toll werden*ironie*

Gedankenwirrwarr

Mal wieder durcheinander und ich weiß nicht wirklich warum.

Diagnostik ging letzte Woche weiter. Zumindest habe ich (bisher) keine negativistische Persönlichkeitsstörung. Da fiel ich raus. Wobei ich einige Fragen nur so beantworten konnte, wie ich sie beantwortet habe, weil sich da meine generelle Einstellung geändert hat.

Eine Online-Bekannte hat am WE ihr drittes Kind bekommen. Ich freue mich durchaus für sie. Aber mir gehen klar auch Gedanken durch den Kopf, dass ich mir meinen Kinderwunsch abschminken kann.

Thema ist sowohl bei Frau Sonnenschein, wie auch bei Wunderärztin ansonsten Patientenvereinbarung. Vielleicht liest hier jemand mit, der bereits eine hat? Ich scheue ja noch davor. Stellte die Woche auch die Frage in den Raum, wie weit die rechtlich bindend ist. Denn es geht ja darum, so Situationen, wie beim letzten Klinikaufenthalt zu vermeiden.

Endergebnis an sich, die Klinik ist in allen Fällen fein raus, falls wieder was schief läuft. Denn die Klinik kann ja jederzeit sagen, dass das eben nicht möglich war. Also das nicht möglich war, was vorher mit ihr schriftlich vereinbart wurde.

Generell finde ich es eh nun ja zum Kotzen, dass schriftliche Dinge fest gehalten werden müssen, die selbstverständlich sein sollten. Die zum Teil auch in Psychiatrieratgebern stehen.

Und ganz besonderes Highlight: Wunderärztin und Frau Sonnenschein sollen/wollen das mit mir gemeinsam machen. Wunderärztin ist aber nur Ambulanzärztin. Nun meinte man zu mir, man setzt mit mir so ein Ding auf und dann legt man es den Stationen vor und die sollen noch ihr ok geben. Ich sehe hier kommen, dass der Oberarzt nur lacht und sagt, dass geht nicht. Mit dem Unterschied, dass aus dem Ding ja auch klar meine Ängste hervor gehen. Somit Angriffsfläche biete. Sprich, die wissen dann, mit was man mich bestrafen kann.

Frau Sonnenschein tendiert eh eher zu einem Vordruck. Ich habe mir mal Vordrucke angesehen. Das meiste würde in der Klinik vor Ort gar nicht gehen, weil die Gegebenheiten eben nicht gegeben sind.

Betreuerin meinte mal dazu, ich hätte nichts zu verlieren. Ich habe ganz große Sorge, dass wieder was schief läuft… und ich dann wieder falle. Woher soll denn Vertrauen kommen? Btw. warum muss ich ehrlich zu Menschen sein, die mich zum Teil offen (und nachweisbar) angelogen haben?

Heute erzählte mir die Vertretung meiner Betreuerin, dass eine Ärztin, die ich auch kannte, gestorben ist. So alt war die doch noch gar nicht. Die lernte ich bei meinem ersten Aufenthalt in der Tagesklinik kennen. Sie war für mich der erste Mensch in dem Rahmen, dem ich vertraut habe. Auch einer der Menschen, der mich bitter enttäuscht hat. Immerhin war sie der Meinung, meine ach so schlimme Essstörung, die bis dahin niemand interessiert hatte, sei schlimmer als Borderline. Btw. stellte im Endeffekt sie die Borderline-Diagnose.

Fakt ist, sie wechselte irgendwann die Klinik. Leider nur in das nächste Haus, welches mich evt!!! aufnehmen würde müssen. Ein Grund für mich, da nie Patientin sein zu wollen. Anna wechselte später auch dort hin. Anna wird wohl noch da sein. Aber immerhin hätte ich das Problem mit der Ärztin los? Öffnet sich da gerade eine neue Tür?

Heute wollte ich zum Sport und habe verschlafen. Mein Körper fordert wohl gerade alles mögliche ein. Ich bin gespannt.

Gammelwoche

Ich habe die Woche tatsächlich nur rum gegammelt, obwohl ich ja sooo viel machen wollte. Nun ja, ist passiert. Die nächste Woche habe ich schon wieder mehr Termine und noch dazu kommt ein Handwerker der Stadtwerke, der auch in die Wohnung muss. Also ist aufräumen angesagt.

Die Woche war ich bei einer Wohnungsbesichtigung. Ich wusste zwar vorher, dass ich die Wohnung eher nicht nehmen werde, aber ich dachte mir, die Übung tut mir gut. Ich konnte mich erstaunlich gut verkaufen. Zumindest stehe ich nun auch bei der Dame auf der Liste.

Hier im Haus ist es weiter Thema für sich. Zurzeit sind die Handwerker in der Nachbarwohnung. Vor meiner Wohnungstür sieht es wüst aus. Aber macht ja nichts, denn Frau Verstoert wird den Dreck natürlich mal wieder weg machen (müssen). Vor erst bleibt er liegen!

Gedanklich hänge ich sonst wo. Immerhin habe ich einen Brief an Anna angefangen. Werde ich den je beenden?

Die Tage habe ich mit zwei Frauen geskypt, die ich schon länger kenne. Naja wir haben nebenbei gespielt. Ich weiß nicht, wie man ein Gespräch beginnt und somit war eher schweigen angesagt. Irgendwie kamen wir auf das Thema Jurastudium zu sprechen. Etwas was mich schon lange wirklich reizt. Da ich aber nur die Fachhochschulreife habe, nicht so ganz einfach. Noch dazu würde ich eben wenn gerne am Wohnort studieren. Eventuell noch in der Nachbarstadt. Jura ist aber eben ein Hochschulstudium. Nächste Uni ist in der Nachbarstadt und dann eben noch mal etwa eine Stunde weg.

Ein Weg, den viele Studenten und auch Berufspendler auf sich nehmen. Ich aber weiß, dass ich das nicht lange mitmache. Deshalb lohnt der Kampf nicht, um eben an der Uni in der Stadt weiter weg studieren zu dürfen.

Gegen ein Studium spricht außerdem meine finanzielle Situation. Mit Studium bin ich aus dem Leistungsbezug raus. Klar konnte ich mich auch schon ohne Leistungen ernähren. Aber dann noch Semestergebühren bezahlen? Und so kleine Dinge, wie eben Druckerpapier etc pp sind auch nicht drin.

Würde ich ein Studium schaffen? Anna meinte mal, dass sie Probleme hatte. Deshalb hat sie mir das auch nicht zugetraut? Keine Ahnung. Aber was zählen Annas Worte noch?

Nun habe ich mal wieder den Faden verloren. Eine meiner Skypekontakte meinte, ob ich den Jura würde studieren wollen. Als ich ja sagte, meinte eine nur: OH Gott. Keine Ahnung welche von Beiden. Aber es beschäftigt mich sehr.

Schizophrenes Tourette

Die Überschrift klingt ein wenig provokant, betrifft aber ein Erlebnis heute, welches mich beschäftigt.

Ich ging heute Einkaufen. Voll beladen betrat ich den Laden, weil ich vorher noch Verpackungsmaterial organisiert hatte. Vorm Laden fiel mir schon eine Frau auf. Vielleicht so alt wie ich? Plus/Minus 5 Jahre. Irgendwie redete die vor sich hin. Wirkte aber ansonsten nicht so, wie hier fiele wirken. Leider haben wir hier in der Gegend viele Besoffene, die teilweise eben auch orientierungslos sind.

Die Frau betrat quasi mit mir den Laden. Irgendwie dachte ich da irgendwie, sie könnte Tourette haben? Keine Ahnung, an was ich das fest gemacht habe. Einfach ein Gefühl. Auch im Geschäft murmelte sie vor sich hin. Ich hatte irgendwie das Gefühl, ob ich sie mal fragen soll, ob alles ok ist. Habe mich dann aber doch nicht getraut.

Ich stand dann in einer der zwei Schlangen an der Kasse an. Irgendwann hörten wir alle nur eine Frau brüllen und mit Beschimpfungen um sich werfen. So was in der Art: Geh weg! Lass mich in Ruhe! Gesehen haben wir nichts. Aber es machte schon irgendwie Angst.

In dem Moment dachte ich, dass könnte die Frau sein? Das ist nicht zwingend nur Tourette, dachte ich. Schizophrenie evt? Oder beides zusammen? Geht das? Und ja sie machte auch mir Angst. Ich hatte keine Angst vor ihr, sondern Angst davor, auch mal so hilflos zu sein.

Das Verkaufspersonal muss sich wohl in irgendeiner Form um sie gekümmert haben? Der Securitymensch tauchte zumindest wieder im Kassenbereich auf. Die Filialleiterin stand auch neben einer Kasse und wartete. Ich wollte mich nicht länger dort rum drücken. Auch aus Angst davor, was ich evt. zu sehen bekomme? Zu sehen, wie „Normalos“ mit ihr umgehen? Hätte ich was tun können?

Ich habe durchaus auch Momente, in denen ich komisch reagiere oder eigenartig bin. Wenn es mir ganz schlecht geht zum Beispiel. Ich kann dann zwar die einfachen Dinge befolgen. Sprich meine Ware holen, an die Kasse gehen, bezahlen…. dabei freundlich zu den Verkäuferinnen sein. Aber ich bin auch sehr leicht reizbar. Und wirke sicherlich in den Momenten auch so, als wenn ich neben mir stehe. Was ja durchaus stimmt. Alles andere ist einfach jahrelang trainiert.

Ich habe Angst, auch mal mit meinen paranoiden Gedanken laut zu werden. Damit „unangenehm“ in der Öffentlichkeit aufzufallen.

Gleichzeitig frage ich mich gerade, ob ich zu den Verkäuferinnen hätte was sagen sollen? Wobei die eher die Schiene fahren dürften, wenn sie alleine nicht einkaufen gehen kann, ist das nicht deren Problem?

Wie hättet ihr gehandelt?

Silvester… Jahresende…

Zwischen den Jahren habe ich mich mal wieder als kostenlose Inventuraushilfe zur Verfügung gestellt. Immerhin tut es meinem Ego gut und ich kann jederzeit gehen. Allerdings spielt mein Rücken nicht wirklich mit.

Silvester war an sich geplant, ich treffe mich mit Bruder zum öffentlichen Feuerwerk. Nun ist seine Frau krank und ich sitze alleine daheim. Die letzten Jahre bin ich gegen 23 Uhr ins Bett und habe den Jahreswechsel verschlafen. Da ich aber nun in einer Dachgeschosswohnung lebe, noch dazu ohne Rollläden und auch noch in der Innenstadt, dachte ich mir, ist besser wach zu bleiben, da es sicherlich extrem laut wird.

Meine Erwartungen an die Lautstärke wurden weit übertroffen. Hier hörte es sich an wie im Dritten Weltkrieg. Die Dächer der Stadt verschwinden unter einem Nebel. Und ich hab es nur als unangenehm empfunden. Wäre draußen sicherlich noch schlimmer geworden.

Wehmütig hat mich die Absage meines Bruders schon gemacht. Da raffe ich mich einmal auf und dann klappt es nicht. Wobei es mir natürlich für meine Schwägerin Leid tat. Hier vors Haus gehen wollte ich nicht, die Stimmung meiner Vermieter hätte ich nicht ertragen können.

Eigentlich lasse ich immer das alte Jahr Revue passieren. Für 2013 fällt mir nicht viel ein. Ich bin umgezogen und das nicht ganz freiwillig. Meine sichere Wohnung wurde unsicher. Es ist kein Mietvertrag unterschrieben und auch das Übergabeprotokoll ist nicht unterschrieben.

Die Aktion hat klar auch alte Wunden aufgerissen. Denn sie war mal wieder ein gutes Beispiel dafür, wie schnell ich anderen unterlegen bin, obwohl ich im Recht bin. Das man mit Geld und gesundem Geist andere leicht erpressen und unter Druck setzen kann und immer am längeren Hebel sitzen wird.

Ich würde gerne sagen, es kann nur besser werden. Leider weiß ich nur zu gut, dass es immer noch schlechter gehen kann. Deshalb hantiere ich erst gar nicht mehr der Option es könnte besser werden.

In diesem Sinne ein gutes neues Jahr allen Lesern :-)

 

 

Umzugsdingens die xte

Meine Vermieter haben auf das Schreiben des Mieterschutzbundes nicht reagiert. Zweimal habe ich sie im Hausflur danach kurz gesehen und sie haben mich nur mühevoll gegrüßt.

Mieterschutzbund meinte dazu nun, er schickt nun das Schreiben als Einschreiben. Ein Übergabeprotokoll in dem Sinne gab es ja auch nicht. Ich hab eines, was aber von meinen Vermietern nicht unterschrieben wurde. Das hat er beigelegt. Wobei es mir hier darum ging, dass die Arbeiten, die zugesichert, gemacht werden oder zumindest vermerkt wird, dass sie nicht gemacht werden.

Leidiges Thema waren klar die fehlenden Rollläden. Hier ging es mir am Anfang eher darum, dass mir auf mein Nachfragen nur komische Antworten gegeben wurden. Bis hin zu, ich soll mir selbst da was hin machen. Der Umzug hat bei mir ja auch Kosten verursacht, die nicht hätten sein müssen.

Ich glaube ich versuche mich nun mal in einem Telefonat mit der Telefonseelsorge.

Nun ja seit dem sie das Einschreiben haben, habe ich ihn einmal gesehen, da hat er gar nicht gegrüßt. Heute war die Antwort im Briefkasten. Mir sei ja gar nicht an einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis gelegen. Ich hätte sie ja mal ansprechen können, nachdem meine Betreuerin unseren letzten Termin mit den Vermietern abgesagt hatte. Und die Form der Absage sei ja auch nicht ok.

Sinnlos nun alles aufzuzählen. Mir geht es damit ziemlich mies. Denn ich weiß weder ein noch aus. Wieder in allem nach geben? Den neuen Mietvertrag unterschreiben? Auf die zugesagten Leistungen verzichten? Was im schlimmsten Fall auch heißen würde, wenn ich mal ausziehe, muss ich u.a. eben anteilig einen Handwerksbetrieb bezahlen, Schäden, die ich nicht verursacht habe bezahlen usw?.

Knapp gesagt ich kann nicht mehr. Ich hab den Brief gelesen, als ich auf dem Weg zur Geburtstagsfeier meines Bruders war. Innerlich hatte ich abgeschlossen. Wie viel einfacher wäre das Leben meiner Vermieter, wenn ich nicht mehr wäre? Ich habe keine Kraft mehr zum Kämpfen. Für was auch?

Am Dienstag geht meine Betreuerin mit zur Wunderärztin. Sie hätte gerne geklärt, wohin im Notfall. Wobei die Aussagen für mich klar sind. Ich darf, dank Psychiatriegesetz, nur in die Klinik vor Ort. Davon rät Wunderärztin nach dem was war ab. Betreuerin meint, Wunderärztin kann sich doch dafür einsetzen, dass mich eine andere Klinik aufnimmt. Was diese ja bereits versucht hat, was aber nicht geht. Betreuerin meint aber, dann soll ich eben über meine Suizidgedanken schweigen. Finde ich ja weiterhin weniger sinnvoll.

ER

Irgendwie habe ich ihn verdrängt, obwohl er irgendwie auch mein Leben ein wenig geprägt hat und die Erinnerungen nicht gerade toll sind. Ich zu ihm auch ziemlich viele schräge Gedanken habe.

Mit 16 begann ich eine Ausbildung. Etwa ein halbes Jahr nach Ausbildungsbeginn begann es zwischen mir und meinen Eltern zu kriseln. Vielleicht weil ich merkte, das eben nicht alles normal war? Ich weiß es nicht. Kurze Zeit später baten mir meine Ausbilder an, ab und auch Abends auszuhelfen. Das machte mir dann an sich auch Spaß und ich fühlte mich eigentlich dort auch wohl. Außerdem brachte es ein paar Euro.

Der Betrieb lag außerhalb. Nachts fuhren zwei, manchmal drei Mal die Stunde ein Bus in die Stadt. Der fuhr noch dazu ewig, weil er überall hielt. So empfand ich es damals. Mit dem Wissen von Heute würde ich Bus fahren.

Damals war auch immer ein Freund meines Chefs anwesend. Der fuhr eh über die Stadt nach Hause und nahm mich mit. So war ich in guten 10 Minuten daheim. Meine Ausbilder waren froh das ich sicher daheim war. Nur fing ER immer an mich zu betatschen. Im Schritt. Ich wollte das gar nicht und es fühlte sich auch nicht gut an. ER selbst war auch alles andere als mein Typ.

Wobei ich eher wenig an Jungen interessiert war. Das ging irgendwie ganz an mir vorbei. Klar habe ich für Jungen geschwärmt. Aber mehr Interesse hatte ich damals nicht. Heute vermute ich, dass ich da in der Entwicklung einfach zurück war. Wobei damals nicht alle meine Altersgenossen einen Freund hatten. Also noch nicht wirklich unnormal.

Ich erzählte davon irgendwann meiner Chefin. Die war total sauer, wie ich so was von einem solchen rechtschaffenen Menschen erzählen könnte. Nie würde ER so was tun. Als ich es irgendwann noch mal erwähnte glaubte man mir. Denn ich galt als ehrlich. Was mir nur nicht viel brachte, denn mein Chef fand das eher witzig. Und weiter waren meine Arbeitgeber froh, dass ihr minderjähriges Lehrmädchen gut heim gebracht wurde.

Meine Mutter wusste davon. Gemacht hat sie nichts. Sie war eher der Meinung, ich kann ja mit dem Bus fahren oder mir eben von den paar DM die ich Abends verdiente ein Taxi leisten. Das Vatern mich holte war ein Ding der Unmöglichkeit. Dann hätte er ja auf sein Bier verzichten müssen. Damals war das alles logisch für mich. Heute denke ich darüber anders. Denn ich war nun mal noch minderjährig. Noch dazu nicht aufgeklärt usw. Kann auch hier meine Ausbilder nicht verstehen, die sonst auf ihre Fürsorgepflicht so viel Wert legten.

An sich fuhr er wie der Bus eben auch. So wusste ich an sich, ich kann jederzeit aussteigen. Was ich aber nie tat. Einmal fuhr er vollkommen anders und das hat mir total Angst gemacht. Ich hab zwar mit meiner Mutter drüber gesprochen, dass sie eben wenn nicht heim kommen würde meine Ausbilder fragen würde….. aber mehr eben nicht.

Mein erstes Mal hatte ich mit 31 Jahren. Auch nur um es hinter mich zu bringen. Mehr als Anfassen hat ER nie gemacht. Trotzdem hat es mich geprägt. Alles in allem fällt er mehr in die Kategorie fett, fettig und hässlich. Zumindest empfand ich ihn als eklig. Auch wenn ich sonst eher nicht so krass über Menschen urteile.

Als klar war, dass ich evt. doch meinen beruflichen Weg nicht weiter gehen mag, suchte sein Arbeitgeber Auszubildende. ER hätte mir geholfen eine Stelle zu bekommen. Wahrscheinlich im Austausch für sexuelle Gefälligkeiten. Ich habs damals gelassen. Ich wäre heute Beamtin. Aber der Preis war mir zu hoch.

ER begleitete meinen Weg noch eine ganze Zeit lang. Auch als ich schon volljährig war. Ich glaube ich habe es damals als normal empfunden, dass ältere Männer Frauen im Intimbereich oder an der Brust anfassen. Heute weiß ich, dass ich viel früher hätte lernen müssen, dass man sich bei so was wehren kann. Vor allem wenn man es als unangenehm empfindet. Und ich würde es heute sicherlich immer noch mit mir machen lassen?

Er ist tot, wie ich heute erfahren habe. An sich trifft es mich, wenn jemand stirbt, den ich näher kannte. Aber ich empfand nichts. Ein wenig ein Gefühl von geschieht ihm recht. Die Traueranzeige ist der reinste Hohn. Noch dazu weiß ich, dass ich nicht die Einzige war, die von ihm betatscht wurde.

Ich habe mal mit besagten Oberarzt über die Geschehnisse gesprochen. Er nannte es nur sexuell übergriffig. Reicht das wirklich? Ich finde es klingt nur niedlich. Denn es hat mich eben geprägt und auch ein wenig geformt. Und ich weiß, dass ist sicherlich für viele Missbrauchsopfer ein Schlag ins Gesicht. Ich wünsche mir manches Mal es wäre mehr passiert. Dann hätte ich was in der Hand. Dann könnte ich meine Borderline Diagnose auf sexuellem Missbrauch begründen. Aber auch hier ist es wie bei allem anderen auch, ich habe nur ein Teil von dem was wirklich alles ist. Klingt doof. Ich finde es frustrierend. Und ich kann das auch gerade nicht wirklich klar beschreiben. Ich entschuldige mich aber bei allen Opfer von sexuellem Missbrauch!