Lebenszeichen

Irgendwie bin ich hier nachlässig geworden. Sorry.

Das Betreuungschaos zieht sich noch. Ich habe nun Persönliches Budget beantragt. Was äußerst schwierig war. Denn vor Ort ist es total schwer an eine Betreuerin zu kommen, die nicht an eine Organisation gebunden ist. Ich habe nun jemand, bei der ich hoffe, dass es klappt. Sie ist anders als meine bisherigen Betreuerinnen. Allerdings könnte das ja auch andere Sichtweisen bringen. Allerdings warten wir nun auf ein Gespräch mit dem Kostenträger, welches Anfang August statt finden soll.

Ich hatte zwischenzeitlich Geburtstag. War enttäuschend, wie fast jedes Jahr. Bruderherz im Urlaub und mein Vater wollte mit mir essen gehen. Ich soll was aussuchen. Als ich ihm meine Wahl mitteilte, kam mal wieder eine ellenlange Liste mit Vorschläge die er besser fand und dem Hinweis, ich soll noch mal darüber nachdenken. Als er das nächste Mal fragte, sagte ich ihm, dass er entscheiden soll, weil ich es Leid bin, dass er mir jedes Jahr wieder sagt, was wir doch besseres machen könnten. Er war sauer, ich war sauer. Schlussendlich sollte es dann doch dorthin gehen, wo ich zuerst hin wollte. Die hatten dann Ruhetag. Ich entschied mich für was anderes, was er vorher aufgezählt hatte und in dem Moment in dem wir los gingen, kam er wieder damit, dass wir doch auch da und da hin gehen könnten.

Ich habe für mich nun entschieden, dass ich das nicht mehr will. Das Spiel spielen wir nämlich seit Jahren. Ich lade zum Essen ein und er erzählt mir, dass wir doch besser essen gehen sollten. Als ich fragte wo er denn hin will, nannte er ein Lokal, welches ich gar nicht mehr mag. Als ich das, zum wiederholten Male, ansprach kam nur: Aber er geht da gerne hin. Ich habe dann halt ja gesagt und dann gings rund. Ich soll einen Tisch bestellen. Nein Papa. Ja aber. So hat er mich dann tagelang terrorisiert. Ich soll einen Tisch bestellen.

Am Tag vor meinem Geburtstag rief er dann an, er muss mir nun unbedingt was bringen. Ja ok. Da fing er dann wieder an. Ich soll einen Tisch bestellen. Nein Papa. Er nur: Ich soll endlich mal sagen, was ich denn will. Ich nur so, dass ich das doch klar gesagt hätte und zum Essen eingeladen hätte. Großes Schweigen… dann die Frage ob man das jetzt noch ändern kann.Samstag Abend kurz vor Ladenschluss – nein kann man nicht.

Ich habe ihm erzählt, dass ich ein paar Tage später mit Frau Sonnenschein in mein Lieblingsrestaurant gehe. Er meinte zu meinem Geburtstag dann nur, er ruft mich später noch mal an und teilt mir mit, was wir am nächsten Tag machen. Er rief dann freudestrahlend an und teilte mir mit, dass wir in mein Lieblingslokal gehen würden. Klar welche Freude. *ironie*… er würde anrufen, wenn mein Bruder bei sich los fährt.

Was für mich an sich heißt, ich habe noch 20-30 Minuten. Ich nur so, wann das in etwa ist. Rumgedruckse, aber ich hatte eine Auskunft. Am nächsten Morgen halt aufgestanden, um ein braves Kind zu sein und zum Mittagessen da zu sein. Klingelt mein Telefon, während ich noch in Unterwäsche da sitze. Mein Vater. Er geht jetzt los. Ich nur wohin denn? Ja Bruderherz sei ja gleich bei ihm. Ich hab das schon gar nicht mehr kommentiert, hab mich angezogen und bin zum Treffpunkt los gerannt. Bruderherz und Frau stocksauer – keine Ahnung was Vatern ihnen erzählt hat. Mein Bruder meinte nur zu mir, nachdem ich ihm erzählt habe was los war, dass Vatern eben so ist.

Und das war nun nur ein Geburtstag vor Jahren. So läuft es aber seit Jahren. In den WM und EM Jahren sehe ich bereits im Dezember nach, wer an meinem Geburtstag spielt. Plane dann mit ein, wer evt. wann welches Spiel sehen möchte. Plane Freizeitaktivitäten meines Vaters, Schlafbedürfnis meines Vaters, Arbeitszeiten meines Bruders und evt. Fernsehprogramm meines Vaters mit ein, bevor ich mir Gedanken mache, was wir wann wie machen könnten. Und meistens endet es damit, dass mein Vater irgendwie mir immer sein Ding aufdrängt.

Ab sofort feiere ich an meinem Geburtstag nicht mehr. Noch wissen meine Angehörigen das nicht. Die werden richtig sauer sein. Was mir egal ist. Ich will an meinem Geburtstag machen was ich will und zu den Uhrzeiten, zu denen ich will.

Die geplante stationäre Therapie rückt auch in greifbare Nähe. Letzte Woche wollte man mich von einem Tag auf den anderen aufnehmen. Ich hatte aber im Vorfeld bereits gesagt, dass ich Vorlauf brauche. Nun stehe ich halt weiter auf der Warteliste. Es macht mir Angst. Aber ich habe auch Hoffnung auf Veränderung.

Laut Frau Sonnenschein merkt sie mir an, dass ich ein Soziales Kompetenztrainig gemacht habe. Ich hätte mich zum Vorteil verändert. Ich nehme es einfach mal als Kompliment.

Dafür klappt es an anderen Stellen gar nicht. Ich habe ja auch eine Haushaltshilfe. Die mir an sich helfen sollte. Meistens wischt sie nur kurz durch und im Bad mal dünn drüber und labert mich voll. Wenn ich nicht aufpasse, labern wir über 2 Stunden. Absolut witzig finde ich (Achtung Ironie), dass sie mir zeitweise mehr abrechnen. Eine Abrechnung habe ich gesehen, da steht eine ganze Stunde mehr drauf. Kommentierte meine Haushaltshilfe damit, dass mir ja kein Nachteil entsteht, da ich ja die Leistungen nicht aus eigener Tasche bezahle und der Kostenträger mir nicht verbrauchte Beträge ja auch nicht auszahlt.

Dafür waren meine Vermieter zugänglich, als ich erzählte, dass ich demnächst längere Zeit zur Therapie weg bin und niemand habe, der die Treppe putzt.

Es kann also nur aufwärts gehen :-)

Und apropos Grenzen setzen – eben bei meiner Familie oder meiner Haushaltshilfe, mit einer Freundin gibt es gerade auch das Problem, dass sie mir was aufdrücken möchte, was ich nicht will. Hier: Grenzen setzen finden sich ein paar wirklich gute Tipps.

 

 

Horrorklinik wird zur Wunschklinik

Ich habe beschlossen, mich stationär aufnehmen zu lassen. Da ich nun mal in Hessen lebe und deshalb unter die hessichen Regelungen falle, ist ja nur die Klinik vor Ort im Krisenfall zuständig. Wie ich dank Wunderärztin weiß, würde mich die andere Klinik wohl auch nicht einfach so mal aufnehmen. Evt. über Warteliste. Im Akutfall aber wohl nur über die Polizei. Die hier nicht ins Haus kommt, weil die Haustür ja ganztägig abgeschlossen ist. Was mich gerade ziemlich ankotzt. Und im Ernstfall dann auch die Vermieter informiert wäre. Ich stelle es mir weniger lustig vor, wenn die Polizei hier war, die dann wohl einen RTW kommen lässt und wenn die mich abholen, mich mein Vermieter im Hausflur anhält, um mir mitzuteilen, dass er ja das Recht hat, Zugang zu meiner Wohnung zu bekommen, falls sie auf den Speicher wollen.

Außerdem komme ich sehr schlecht in die andere Klinik. Irgendwie fährt da zwar ein Bus. Da muss man aber umsteigen und das ist alles sehr kompliziert und so. Und vor allem komme ich da nicht weg. Somit also Horrorklinik. Wobei es mir mies genug geht, dass ich den Weg überhaupt gehe. Ok den Weg einer geplanten Aufnahme und ich sitze nun hier und warte auf den Anruf, dass ich am nächsten Tag aufgenommen werden kann.

Wunderärztin hat gesagt, sie ist mir dankbar, dass ich den Weg gehe. Das ich den Weg freiwillig gehe. Wobei sie darauf geachtet hat, dass ich dem Oberarzt nicht in die Finger falle. Der hat mittlerweile nur noch eine offene Station. Und er macht auf den zwei Stationen, für die ich nun auf der Warteliste stehe, auch keine Vertretung.

Leider musste ich zustimmen, mich auf die Station aufnehmen zu lassen, auf der ich 2009/2010 war. Damals hatte ich mich verzweifelt bemüht, mit dem Team warm zu werden, was letztendlich gescheitert ist. Was leider aber nicht nur an mir lag. Gut aufgehoben fühlte ich mich dort nicht.

Ich sehe es aber als neue Chance. Wobei meine Ziele auch andere sind. Ein wenig aufpäppeln. Länger als 7-10 Tage will ich auf keinen Fall bleiben. Also reine Krisenintervention. Wobei das „Programm“ eher mau sein wird. Denn die Pflege dort ist unterbesetzt und die arbeiten teilweise alleine. Sprich eine Krankenschwester für mindestens 20 Patienten. Somit finden wohl auch nicht wirklich viele Gespräche statt.

Auf der einen Seite hat sich mit der Entscheidung für den Klinikaufenthalt eine Art Erleichterung eingestellt. Auf der anderen Seite macht es mir enorm viel Angst. Werde ich mit dem Team zurecht kommen? Werde ich aufgefangen werden oder wieder mir selbst überlassen werden? Auf was muss ich achten, damit man mich nicht wegsperrt? Immerhin kannte man mich früher. Heute kennt mich dort kaum noch einer. Oder es werden alte Geschichten aufgewärmt.

Ganz schwer war es, meinem Umfeld davon zu erzählen. Der Kollegin, die ich so mag. Meiner Oberchefin, die mich gebeten hat, was für sie zu machen. Was aber eben gerade nicht geht. Und meiner Chefin. Mal abgesehen von meinem Bruder und meinem Vater.

Wie ich Der Neuen das erzählen soll, weiß ich auch nicht so recht. An sich will ich nicht, dass sie es weiß. Oder will ich es doch, weil es zeigt, wie mies es mir geht? Wobei sie mich zu wenig kennt, um den Ernst der Lage erkennen zu können. Momentan tendiere ich dazu, im Büro einfach am Abend vor der Aufnahme auf den Anrufbeantworter zu quatschen. Das ich eben den nächsten Termin nicht wahrnehmen kann, weil ich vorerst stationär untergebracht bin.

Momentan geht es mir ein wenig besser. Wobei ich auch alles mögliche ausblende. Und den letzten Termin mit meiner Neuen Betreuerin auch abgesagt hatte. Wobei ich bis heute nicht weiß, wie ich die Termine mit ihr dauerhaft auf die Reihe bekommen soll. Denn ich lebe nun mal einen verschobenen Tagesrhythmus, der mir auch gut tut, der aber nicht mit ihren Arbeitszeiten kompatibel ist. Sie schlug mir für diese Woche Termine um 8 Uhr morgens vor. Da ich morgens auch Zeit zum Anlaufen brauche, heißt das für mich zwischen 5.30 Uhr und 6 Uhr aufstehen. Was ich auf Dauer nicht schaffen werde.

Ansonsten bin ich generell ziemlich durcheinander. Ich versuche seit Samstag meinen Koffer zu packen. Passend für 10 Tage. Immerhin habe ich mittlerweile einen kleineren Koffer. Bisher benutzte ich einen riesigen Koffer. Nur bringe ich alles in den kleineren Koffer rein? Und wie werde ich den aus dem 4. Stock nach unten bringen?

Und ich habe konstant ein Angstgefühl. Bitte lieber Gott lass den Aufenthalt gut verlaufen lassen!

Monatsrückblick September 2015

Der September war anstrengend. Das passt wahrscheinlich recht gut.

Anfang September stand eine größere Aktion meiner ehrenamtlichen Tätigkeit an. Das klappte relativ gut und ich habe mich bereits im Vorfeld von einigen Punkten klar distanziert.

Am Abend war ich dann noch auf einer Grillfeier. Nicht wirklich freiwillig. Aber es hat mir recht gut gefallen. Und ich kam zumindest mal unter Leute.

In der Woche drauf habe ich einer Bekannten beim Umzug geholfen. Das hatte ich Wochen vorher schon angeboten. Allerdings hatten wir keine Kontaktdaten und sie hat mich zufällig getroffen. Dienstags getroffen, mit der Aussage, sie zieht am Wochenende um und es ist noch kein Stück gepackt. Kartons hatte sie auch so gut wie keine.

So stand ich dann Samstags Morgens um 8 Uhr auf der Matte. Eine Zeit, zu der man mich an sich freiwillig nirgends hin bekommt. Die Wohnung war generell Thema für sich. Es blieb uns wirklich nichts anderes übrig, als einfach alles irgendwie einzupacken. Ich befürchte meine Bekannte ist bis heute damit beschäftigt Wäsche zu waschen.

Dann musste sie mehrfach weg fahren, um irgendwelche Leute irgendwo zu holen und mich wohin zu bringen, zu holen und keine Ahnung. Somit habe ich mich breitschlagen lassen, auch am Sonntag noch zu helfen. Und wer war nicht da? Sie. Sie kam irgendwann und der Rest des Umzuges lief chaotisch weiter.

Allerdings kam mir vieles aus meinem Leben bekannt vor. Ich habe ihr nun angeboten, ich würde sie dabei unterstützen Hilfe zu bekommen. Sie muss das Angebot an sich nur annehmen.

Nach dem Umzug war ich dann mal wieder krank und das zieht sich an sich bis heute. Ok ich war zwischenzeitlich mal ein paar Tage halbwegs gesund.

Leider hat sich das auch umgehend auf meine Psyche ausgewirkt. Frau Sonnenschein hatte Urlaub und so fielen die Termine schon mal weg. Meine neue Betreuerin war auch im Urlaub. Meine alte Betreuerin hat Vertretung gemacht. War dann aber die letzte Urlaubswoche auch im Urlaub. Und die Vertretung der Vertretung sollte an sich anrufen und es endete schlussendlich damit, dass ich förmlich um das Gespräch gebettelt habe.

Meine Vermieter haben hier oben auch mal wieder geräumt. Der ganze Kram steht bei mir auf dem Stockwerk rum. Da stört es ja keinen. Und ich bin ja keiner. Meine Nachbarin, die alle paar Wochen mal übers Wochenende da ist. hat dann Sonntags Nachts noch irgendwas zwischen meine Wohnungstür und einem Schrank vor meiner Wohnungstür gestopft. Das würde sie vor ihrer Tür stören. Da ist massig Platz und sie ist eh nie da.

Den Dreck habe ich mittlerweile auch mehrfach weg gewischt. Dann war noch ein Handwerker in den Räumen, die meine Vermieter hier oben noch haben und der hat massig Dreck hinter lassen.

Nun haben wir einen neuen Mieter im Haus, der im Keller räumt. Ich habe schon immer den kleinsten Keller im Haus. Bzw. hatten die anderen Mieter immer einen großen Keller und einen Kohlekeller und ich eben nur so einen Kohlekeller. Die Kohlekeller will der neue Mieter, wohl in Absprache mit unseren Vermietern, die Kohlekeller abreißen, um mehr Platz zu schaffen.

Nun räumt der eben den alten Kram raus, der noch von alten Mietern ist. Kam nun auf mich zu, dass er meinen Keller auch abreißen will. Evt. kann ich einen großen Keller bekommen. Letzter Stand war nun, dass ich aus meinem Verschlag umziehen soll und dann irgendwann später noch mal umziehen soll. Warum ich nun zweimal umziehen soll? Man könne meinen Vermietern nicht zumuten, die großen Keller nun durch zu sehen.

Ich hatte große Schwierigkeit an ihm nicht den Zorn auf meine Vermieter auszulassen. Ich habe mir ein: Ich bin ja eh nur geduldet! nicht verkneifen. Alleine schaffe ich es eh nicht den Keller auszuräumen. Ich warte nur drauf, dass meine Vermieter mir mitteilen, dass ich ja keinen Keller brauche, weil ich ja den Speicher nutzen kann. Ich brauche den Keller aber, weil ich einen Teil meiner Getränke dort lagere, da ich nicht alles auf einmal hier hoch schaffen kann. Und dort sind eben auch Sachen, die ich noch brauche, aber eben in meiner jetzigen Wohnung nicht stellen kann.

Während ich krank war, stellte sich auch raus, dass mein Bruderherz zu Lebzeiten meiner Mutter in meinem Handyvertrag rum gepfuscht hat. Ich zahle nämlich fleißig 50 Cent die Einheit. Laut Anbieter läuft das Handy aber auf meinen Bruder und ich kann da nichts dran ändern. Wir haben es bisher nicht geschafft, da mal zusammen hin zu gehen. Der Umstand ist seit 2 Jahren bekannt. Nun habe ich eine SMS bekommen, dass die mir den Vertrag kündigen. Als ich bei ihm nachfragte, meinte er, er hat da was Schriftlich bekommen und da fiel ihm eben ein, dass da irgendwas war. Er meinte nun locker flockig, ich soll entweder aufladen oder das Ding eben auslaufen lassen.

Da ist aber noch Guthaben drauf. Ich habe zwar mittlerweile ein neues Handy mit neuer Karte, aber es ärgert mich doch. Außerdem kamen viele Erinnerungen hoch. Als meine Mutter krank war, durfte ich vor allem die Dreckarbeit machen. Als sie ein neues Handy wollte, freute ich mich darauf, das Handy kaufen zu dürfen und dann durfte mein Bruder das machen.

Ich komme mir mittlerweile nur noch vor wie ein Stiefkind. Egal in welcher Situation. Wenn mein Vater und mein Bruder irgendwas ausmachen und ich übergangen werde. Bei Erinnerungen an meine Mutter. In Situationen mit meinen Vermietern.

Monatsrückblick April

Die Zeit rast weiter. Und schon wieder ist ein Monat rum.

Ostern war ehrlich gesagt weniger berauschend. Am Ostersonntag war ich mit meinen Angehörigen Essen. Wieder mal so eine Aktion meines Vaters. Ich meinte vorher zu ihm, sie könnten am Ostersamstag zu mir kommen, aber erst gegen 19 Uhr. Weil unklar war, wie der Ablauf bei der Tafel sein wird, zu der ich Samstags als Abholer gehe. Er meinte nur so, ach wir können doch auch am Sonntag in Lokal X gehen, da gehst du doch auch gerne hin Kind.

Das Essen ist ok. Ich bekomme mein Cordon Bleu mit Pommes. Ansonsten ist es nur Aufwand. Das ist außerhalb, da fährt zweimal die Stunde ein Bus. Dann wird dort an Feiertagen in Etappen gegessen. Vorletzte Weihnachten saßen wir gemütlich und wurden fast raus geschmissen, weil Vatern davon nichts wusste.

Nun hatte er den Tisch für 12 Uhr bestellt, aber um 13.30 Uhr müssen wir weg sein. Der eine Bus ist um kurz nach halb schon da und der nächste da wäre ich erst um viertel nach da. Was dann zeitlich doch eng werden könnte. Dazu meinte er nur, ja er sagt meinem Bruder er soll um viertel vor schon da sein, dann gehen wir früher rein und es wird zeitlich nicht so eng.

Für mich heißt das aber, ich muss um 11 rum aus dem Haus. Mit meinem verschobenen Tagesrhythmus ein Problem. Den Tisch später bestellen wollte Vatern nicht. Offizielle Begründung, es wäre ja doof, wenn wir dann da wären und da sitzen noch Leute und man muss warten. Ich persönlich finde es genauso doof, wenn wir schnell essen müssen und fluchtartig den Tisch verlassen müssen.

Aber egal, ich fahr da nur noch den Funktionieren-Modus. Ist eindeutig entspannter. Nun ja nicht wirklich entspannt, aber ich bürde mir den Kampf nicht mehr auf.

Er läuft in das Lokal. Ist eine gute Stunde strammer Fußmarsch. Wenn er meint das machen zu müssen, sein Ding. Mittlerweile fährt er mit mir zurück im Bus. An Ostern war bis Ostersonntagmorgen unklar, ob er mit dem Bus hin fährt, wegen dem Wetter. Als er mich anrief, um mich zu wecken, wusste auch mein Bruder noch nicht, dass er ne Viertelstunde eher da sein soll.  Aber nun ja.

Nun legt er ja Wert darauf ein Bier zu trinken. Da müssen auch alle für Verständnis haben. Mein Bruder trinkt auch eins. Nur wird mein Bruder nach einem Bier nicht anders. Mein Vater aber. Vielleicht empfinde ich das auch nur extrem?

Auf alle Fälle sind wir an den Bus und er erzählte mir alles mögliche. Von mir aus. Im Bus setzte ich mich ans Fenster oder er ließ mich da sitzen. Nun ist an meinem Vater nicht wirklich viel dran, ich bin ein wenig umfangreicher. Aber an sich ist da echt genug Platz auf den Sitzen, wenn beide sich ordentlich hinsetzen.

Er aber sitzt so breitbeinig da, dass ich mich ins Eckchen drücken muss. Was ja noch halbwegs erträglich wäre, ja wenn. Am Ostersonntag roch er extrem nach Bier. So eine richtige Bierfahne, die ich eben als eklig empfinde. Er erzählte mir ständig was und hauchte mir ständig ins Gesicht. Distanz kennt er nicht. Ich rückte als mehr weg und er kam ständig näher. Ostern war für mich damit gelaufen.

Dafür klappte der SGB 12 Antrag. Die haben mir ein ganz komisches Formular gesendet, in dem ich denen quasi eine Kontovollmacht geben sollte. Inklusive für meine Erben. Mit dem Hinweis, dass diese Vollmacht nicht widerrufen werden kann. Mein Bruder meinte auch, er würde das nicht unterschreiben.

Ich bekomme nun ja nicht wirklich viel Leistungen. Aber eben zu viel, um darauf verzichten zu können. Aber das war der Punkt für mich, an dem ich nicht mehr bereit war, mich komplett auszuziehen.

Ich meinte dann zu der Sachbearbeiterin, was diese Erklärung denn genau heißt, denn ich würde das nicht unterschreiben wollen. Ja sie hätten so Probleme, wenn jemand stirbt, an überzahlte Beträge zu kommen. Ich meinte dann nur, falls das bei mir der Fall sein sollte, soll sie das bei meinem Bruder anfordern, der wird das umgehend zurück überweisen. Ach wenn ich Angehörige habe ist das ja kein Problem.

Mich ärgert es trotzdem, dass so was einfach versucht wird. Ich möchte nicht wissen, wie viele Leute das einfach unterschreiben.

Einen Termin bei Wunderärztin hatte ich nicht. Was mich ja ein wenig ankotzt. Frau Sonnenschein auch ein wenig aus allen Wolken fiel, als ich anmerkte, dass sie ja nun den Job von Wunderärztin machen sollte. Ich für mich werden schwierigere Sachen, die ich am Empfang klären muss, mit der Sprechstundenhilfe nicht mehr machen. Ich hoffe, das lässt sich umsetzen.

Ansonsten gab es im April nicht wirklich viel. Ich war krank, war wieder gesund, seit Mai wieder krank. Mit meiner Betreuerin habe ich einen Deal laufen, dass ich bis zum 15. Mai 100 Sachen los werde. Das Ziel habe ich bereits erreicht. Und dann bis Mitte Juni noch mal 50 Sachen. Leider war mir da noch nicht bewusst, dass ich ab Juni eine neue Betreuerin habe. Was mir meine jetzige Betreuerin auch erst Ende April mal wieder klar machte. Wobei im ITP eben Juli steht. Sie aber nun auf Juni drängt, weil das ja ein Schreibfehler sei. Was mir aber gerade schwer fällt.

Außerdem muss sich an meinem Schlafrhythmus was ändern. Es hat sich immer mehr eingebürgert, dass ich erst gegen 4 und später ins Bett bin. Ziel ist nun 2 Uhr und ich schicke ihr jede Nacht vor dem ins Bett gehen eine Mail. Klappt ganz gut.

In dem Haus, in dem ich wohne, wurde die Treppe renoviert. Ganz komische Aktion, die für mich mit vielen Ängsten verbunden war. Schlussendlich hat man nur die Treppenabsätze bis in den zweiten Stock gemacht, aber keine Stufen. Und hier oben löst sich der Boden auf.

Man hat außerdem versucht ins Haus einzubrechen. Ich vermute, ich habe die Einbrecher versucht rein zu lassen? Hinterlässt alles ein ungutes Gefühl, da ich hier oben ja weder eine Klingel an der Wohnungstür habe noch einen Spion. Wenn jemand klopft, mache ich auf.

Weiterhin sprachlos

Ich bin immer noch ziemlich heiser. So langsam nervt es.

Eine neue Waschmaschine habe ich nun auch endlich. Was mir aber an sich nur Ärger brachte. Das Altgerät sollte ja mitgenommen werden, an der Hotline sagten sie, sie buchen das für mich, dann rief ich da noch mal an, weil ich keine Bestätigung hatte – die Dame war so nett und hat sich dafür eingesetzt, dass die alte Maschine mit genommen wird. Die kamen dann, nein Altgerätmitnahme machen sie nicht.

Wieder mit der Firma telefoniert. Sie kümmern sich drum. Dann boten sie mir an, sie holen die neue Maschine wieder ab, ich bestell sie neu, bestell dann auch die Altgerätmitnahme und hätte dann eben eine neue Maschine und das Altgerät weg. Ich finde es ziemlich unsinnig, eine funktionierende Maschine zurückgehen zu lassen. Schlussendlich entsorge ich sie nun selbst.

Nun muss ich nur durch das Abenteuer durch, dass ich jemand finde, der mir das Altgerät runter trägt. Ich habe nun mal meinen Chef vom Ehrenamt gefragt, ob er eine Idee hat. Er würde das mit jemand machen. Irgendwie ist mir das nicht wirklich recht, aber irgendwie muss die Maschine ja nach unten. Momentan sind die Nachbarn nicht da, da kann ich sie dort vor der Tür stehen lassen. Falls die aber demnächst kommen sollten…. und unten in den Hausflur kann ich sie auch schlecht stellen, denn da steht alles voll.

Irgendwie war das aus dem zweiten Stockwerk leichter zu händeln. Vier Stockwerke sind da doch eine andere Hausnummer. Aber wenn es nicht anders geht, steht die eben ein paar Tage unten im Hausflur. Falls meine Vermieter was sagen, kann ich immer noch sagen, aus dem zweiten Stockwerk wäre das alles einfacher gewesen. Ok ich vermute eh, die alte Maschine hat beim Umzug einen Knall bekommen. Aber das kann ich nicht beweisen.

Meine Betreuerin kam aber letzte Woche, was ganz gut tat. Ok die meiste Zeit habe ich wegen der Waschmaschine telefoniert oder es krächzend versucht.

Sie sprach den neuen ITP an. Mit dem neuen ITP steht nämlich auch ein Betreuerwechsel an, was mir gerade sehr viel Angst macht. Darüber blogge ich aber wohl die Tage mal ausführlicher.

Power Woche

Geplant war Montag Geld organisieren, um eine Waschmaschine zu bestellen. Montag Abend die Waschmaschine zu bestellen und die eventuell die Woche noch zu bekommen. Dienstag Haushaltshilfe, weil ja der Freitag weg fiel und Donnerstag Handwerker angesagt waren. Mittwoch Ehrenamt. Nachmittags Betreuerin und an sich wollte ich dann noch einen Kuchen machen. Donnerstag in aller Frühe Heizungswartung und Nachmittags Schreibwerkstatt. Freitag Extraaktion Ehrenamt, ebenfalls in aller Frühe. Was somit hieß drei Tage hintereinander früh aufstehen, was mir ja wirklich Probleme macht. In der Regel kann man mich am dritten Tag zu nichts mehr gebrauchen.

Daraus wurde:

Montag Vormittag festgestellt, dass Amazon meine Waschmaschine nicht mehr im Sortiment hat. Da war guter Rat teuer. Ich habe mich Nachmittags mal bei Saturn umgesehen, die waren aber alle teurer. Außerdem ist Amazon für Lieferung, Anschließen und Altgerätmitnahme am günstigsten. Also weiter durch geklickt, welche ich sonst bei Amazon bestellen könnte.

Montag Nacht war sie dann wieder drin. Also wollte ich Dienstag bestellen. Allerdings war mir wichtig, eine Garantieverlängerung dazu zu nehmen. Nun stellte ich fest, auf meine Waschmaschine gibt es vier Jahre Herstellergarantie und ich war mir unsicher, ob die Garantieverlängerung dann dran gehängt wird. Also beschlossen, ich warte bis Mittwoch meine Betreuerin da ist.

Ehrenamt war relativ ok. Danach hetzte ich heim, weil ich den Termin mit meiner Betreuerin so früh gelegt hatte. Sie konnte später leider nicht. Ich war gerade daheim, da klingelt das Telefon. Kollege meiner Betreuerin, die sei krank. Also ihn befragt wegen der Garantieverlängerung. Ich war ganz stolz, dass ich klar formuliert habe, ich brauche Hilfe. Er wusste aber auch nicht weiter.

Also rief ich bei Amazon an. Die sagten mir was von, dass ich dann in der Zeit die Wahl habe, ob ich die Maschine vom Hersteller reparieren lasse oder ob ich die Versicherung in Anspruch nehme. Ich könnte aber ja mal bei der Versicherung anrufen oder beim Hersteller der Maschine.

Dann rief ich bei Baukneckt an, schilderte die Situation. Die meinten zu mir, dann brauche ich keine Garantieverlängerung. Dann rief ich noch bei der Versicherung an und selbst die meinten, die Versicherung sei unnötig. Denn der Mitarbeiter las das auch so, dass die Versicherung 2 Jahre nach Kauf in Kraft tritt und ich dann zwar insgesamt 5 Jahre Garantie habe, aber Bauknecht ja noch zwei Jahre länger Herstellergarantie gibt. Ich könnte ja nach knapp zwei Jahren noch mal anrufen und nachfragen, ob die Garantieverlängerung an die Herstellergarantie dran gehängt wird.

So startete ich dann das Abenteuer Waschmaschine bestellen. Als ich vor wenigen Jahren einen Trockner über Amazon kaufte, war das irgendwie einfacher. Ich brauchte ewig, bis ich den Installationservice und die Altgerätmitnahme fand. Dann stand bei der Altgerätmitnahme, dass die das Altgerät nur mitnehmen, wenn es vom Strom getrennt ist (was ja kein Problem ist) und wenn das Gerät von den anderen Anschlüssen getrennt ist. Und genau das ist ein Problem. Ich traue mich nicht da irgendwas zu entfernen. Laut den Richtlinien könnte es mir aber passieren, dass die mir die Waschmaschine nicht mitnehmen.

Also ein weiteres Telefonat mit Amazon. Der Mensch am Telefon meinte dann, er bucht mir das dazu. Soll ICH das nun nicht anklicken? Nehmen die mir dann auch das Altgerät mit? Irgendwie machte es mir Bauchweh, wenn ich das nicht anklicke. Der Mitarbeiter meinte aber immer wieder, er bucht mir das dazu. Aber ich soll das nicht anklicken. Somit habe ich nur den Installationsservice gebucht. Laut dem Herrn am Telefon schickt er mir eine Bestätigung. Die aber nicht wirklich ankam.

Auch in der Mail, in der nun mitgeteilt wurde, die Maschine ist auf dem Weg, steht da nichts von drin. Die Mail kam aber auch erst Samstag, da ist bei Amazon wahrscheinlich eh nur Notbesetzung. Die Maschine soll ja eh erst Freitag geliefert werden. Ich bin gespannt. Bzw. werde ich wohl Morgen mal bei Amazon anrufen /bzw. die anrufen lassen.

Der geplante Kuchen ist auch nichts geworden. Bzw. sollte es ein kalter Hund mit weißer Schokolade werden und mir ist der Kram gleich angebrannt.

Donnerstag war für ab 7.30 Uhr die Heizungswartung angekündigt. Ich hatte mit meiner Vermieterin besprochen, dass der nicht als erstes zu mir kommt. Trotzdem bin ich mal vorsorglich um 7 Uhr aufgestanden. Man weiß ja nie. Im letzten Jahr hatte der um 9.30 Uhr schon alle anderen Wohnungen durch.

Kurz nach 7.30 Uhr klopft es hier. Klingel habe ich ja immer noch nicht an der Wohnungstür. Er wüsste nichts davon, dass ich später dran sei. Er würde immer gerne am liebsten oben anfangen. Irgendwie hat mich das stutzig gemacht. Aber nun ja. Irgendwann meinte ich dann, wie er eigentlich ins Haus gekommen sei? Denn eigentlich klingeln die bei den Vermietern und die hätten dann schon gesagt, dass ich als letztes dran bin. Ja da sei gerade jemand aus dem Haus und er eben rein. Naja soll mir egal sein.

Später rief meine Vermieterin an und entschuldigte sich. Sie hätten um 9 Uhr in der Firma angerufen, weil der Handwerker noch nicht da war. Ich war ja wach, also kein Problem. Später fragte ich mich, ob die mir den Handwerker noch mal hoch geschickt hätten? Ich höre klopfen nämlich nicht wirklich.

Freitag Extraaktion Ehrenamt. Was im Vorfeld Thema für sich war, da man nicht in der Lage war einen Termin zu nennen. Im Endeffekt stand das erst am Mittwoch und war da dann noch vom Wetter abhängig. Aber ich stand pünktlich da und es war sogar schon jemand da. An sich bleibe ich immer nur zum Aufbau und komme eventuell zum Abbau wieder. Allerdings war ich Nachmittags zum Kaffee verabredet. Somit schied Abbau aus. Und da ich bevor ich die Verabredung getroffen hatte gefragt hatte… da kam nur ja das weiß man nicht, man plant ja nicht, kommt ja eh alles anders usw… war mir das zu blöd und ich habe meine Verabredung getroffen. Denn die anderen können eben nur Freitags.

Ich baute auf und bin nun schlauer was das zusammen packen im Vorfeld betrifft. Das hatte ich nämlich am Mittwoch gemacht und nun ja war nicht wirklich gut. In der Kürze der Zeit aber ok. Und generell fand ich es so toll, dass ich blieb, bis ich eben zu meiner Verabredung musste. Und ich bekam viel Lob. Obwohl ich eigentlich nicht so sehr viel gemacht habe?

Schon Freitag dachte ich, mein Hals fühlt sich komisch an. War aber auch generell doofes Wetter. Morgens noch kalt. Und da ich empfindlich bin hatte ich was um den Hals, was ich dann auszog, weils mir zu warm war und wieder an, weils mir zu kühl war und so weiter. Und die Tage vor der Heizungswartung saß ich hier auch im Kalten, weil ich wollte, dass erst die Heizung gewartet ist, bevor ich die Heizung anstelle.

Seit Freitag Abend bin ich nun wieder richtig krank. War Samstag auch nur bei der Tafel… ich bin auf die Sachen angewiesen, sonst wäre ich daheim geblieben … und bin dann wieder heim. Und nun hänge ich hier mehr oder weniger rum.

Vielleicht wäre es ganz nett, Frau Sonnenschein vorher zu informieren? An sich gehe ich ja konsequent zu den Terminen, egal in welchem Zustand ich bin, damit mir niemand vorwerfen kann, ich würde die Termine nicht einhalten. Hatten wir ja alles schon. Im letzten Jahr drückte sie mir irgendwann einen Apfel in die Hand und schickte mich eher panisch heim*g*.

Könnte aber auch sein, dass es mich gerade wieder so erwischt hat, weil das drei Tage hintereinander doch ein wenig viel war. So fing es nämlich letzten Jahr auch an. Nach vielen Tagen abseits meines Schlafrhythmus.

Aber ich werde es nun einfach genießen ohne schlechtes Gewissen gammeln zu können. Im Bett liegen und lesen und so Dinge eben.

 

 

Willkommen Suizidalität

Da ist sie wieder und fast kommt sie mir vor, wie eine alte Bekannte. Die Suizidalität. Gerade raubt sie mir wieder mal die Kraft und vor allem auch den Lebensmut. Und eigentlich weiß ich, das geht rum. Aber die Zeit bis es rum geht, ist so verdammt hart.

Irgendwie wird mir auch bewusst, das zieht sich gerade schon über eine Woche. Wirkliche Auslöser? Ich weiß es nicht.

Samstag zickte mal wieder meine Waschmaschine. Die Sicherung flog mal wieder raus und das zieht mich immer runter. Weil das Geld für eine Neue nicht da ist. Ich mit dem Kauf enorme Probleme hätte. Mit viel Glück war es „nur“ die Steckdose. Was nun aber auch heißt, ich muss das meinen Vermietern bei bringen, die mir so oder so wieder mal sagen werden, dass das ja gar nicht sein kann.

Wohnungssuche ist auch Thema für sich. Ich habe dazu an sich keine wirkliche Kraft. Mir graut es vorm Umzug, vor der Umstellung und so weiter. Ich weiß aber auch, dass ich hier auf Dauer nicht glücklich werde. Mir graut es regelmäßig davor, die vier Stockwerke hoch zu steigen. Ich versuche die Gänge zu vermeiden.

Die Gedanken kreise um vieles. Klar auch um den letzten Klinikaufenthalt. Auch um den Gedanken, evt. doch wieder Therapie zu machen. Traue mich nicht.

Momentan kann ich es nicht ändern. Aber es strengt an. Und es ist gerade mal wieder so eine Phase, bei der ich nicht wirklich weiß, wie lange ich es aushalten kann (aushalten muss?)

Gammelwoche

Ich habe die Woche tatsächlich nur rum gegammelt, obwohl ich ja sooo viel machen wollte. Nun ja, ist passiert. Die nächste Woche habe ich schon wieder mehr Termine und noch dazu kommt ein Handwerker der Stadtwerke, der auch in die Wohnung muss. Also ist aufräumen angesagt.

Die Woche war ich bei einer Wohnungsbesichtigung. Ich wusste zwar vorher, dass ich die Wohnung eher nicht nehmen werde, aber ich dachte mir, die Übung tut mir gut. Ich konnte mich erstaunlich gut verkaufen. Zumindest stehe ich nun auch bei der Dame auf der Liste.

Hier im Haus ist es weiter Thema für sich. Zurzeit sind die Handwerker in der Nachbarwohnung. Vor meiner Wohnungstür sieht es wüst aus. Aber macht ja nichts, denn Frau Verstoert wird den Dreck natürlich mal wieder weg machen (müssen). Vor erst bleibt er liegen!

Gedanklich hänge ich sonst wo. Immerhin habe ich einen Brief an Anna angefangen. Werde ich den je beenden?

Die Tage habe ich mit zwei Frauen geskypt, die ich schon länger kenne. Naja wir haben nebenbei gespielt. Ich weiß nicht, wie man ein Gespräch beginnt und somit war eher schweigen angesagt. Irgendwie kamen wir auf das Thema Jurastudium zu sprechen. Etwas was mich schon lange wirklich reizt. Da ich aber nur die Fachhochschulreife habe, nicht so ganz einfach. Noch dazu würde ich eben wenn gerne am Wohnort studieren. Eventuell noch in der Nachbarstadt. Jura ist aber eben ein Hochschulstudium. Nächste Uni ist in der Nachbarstadt und dann eben noch mal etwa eine Stunde weg.

Ein Weg, den viele Studenten und auch Berufspendler auf sich nehmen. Ich aber weiß, dass ich das nicht lange mitmache. Deshalb lohnt der Kampf nicht, um eben an der Uni in der Stadt weiter weg studieren zu dürfen.

Gegen ein Studium spricht außerdem meine finanzielle Situation. Mit Studium bin ich aus dem Leistungsbezug raus. Klar konnte ich mich auch schon ohne Leistungen ernähren. Aber dann noch Semestergebühren bezahlen? Und so kleine Dinge, wie eben Druckerpapier etc pp sind auch nicht drin.

Würde ich ein Studium schaffen? Anna meinte mal, dass sie Probleme hatte. Deshalb hat sie mir das auch nicht zugetraut? Keine Ahnung. Aber was zählen Annas Worte noch?

Nun habe ich mal wieder den Faden verloren. Eine meiner Skypekontakte meinte, ob ich den Jura würde studieren wollen. Als ich ja sagte, meinte eine nur: OH Gott. Keine Ahnung welche von Beiden. Aber es beschäftigt mich sehr.

Familienbande

Die Woche läuft gerade mal alles irgendwie wieder schief. Pfingsten habe ich in einer kochend heißen Wohnung verbracht und habe es mal wieder bereut, dass ich dem Umzug zugestimmt habe. Dafür war ich dann eben im Park, was bei der Hitze kein angenehmer Fußmarsch ist. Aber besser als hier einzugehen.

Dienstag Abend rief dann Vatern an. Zu einer Uhrzeit, zu der er nie telefonieren mag, weil er da ja kochen muss. Ach ja ich koche da an sich auch. Er wollte nun wissen, wie der Fernbus fährt usw. Dann ging es um die Frage nach einer Unterkunft. Ich meine die Beerdigung ist schon nächste Woche Dienstag. Fällt ihm also früh ein.

Er meinte dann, er bringt mir das Geld für den Bus am Mittwoch vorbei. Da bin ich arbeiten Papa. Wie arbeiten? Ei ja, ehrenamtliche Tätigkeit. Ja wann ich den weg gehe. Dann kommt er dann vorher. Wie ich das hasse. Ich bat ihm an, ich brauche das Geld nicht schon am Mittwoch morgen und er kann es auch in den Briefkasten schmeißen. Nein er bringt mir das Geld morgens, bevor ich aus dem Haus gehe. Widerspruch war sinnlos und ich kochte.

Abgesprochen war, er kommt, wir sehen kurz nach einer Unterkunft. Mittwoch morgen klingelt es. Ich drücke auf und mache mich weiter fertig. Seiten mit Unterkünften schon geöffnet. Kein Vater in Sicht. An die Sprechanlage: Papa? Ja! Kommst du nicht hoch? Ei er dachte ich muss weg. Hätten wir auch angeblich so abgesprochen. Ich nur so, dann muss er warten. Eilte mich, schrieb von der nähsten Unterkunft die Telefonnummer auf und bin runter. Drückte ihm das in die Hand und er fängt noch ein Gespräch an, welches ich dann mit einem: Ich muss los! abwürgte.

Zwischenzeitlich teilte er mir mit, er kommt am Freitag wegen der Unterkunft. Papa, da ist meine Haushaltshilfe da. Ja das sei ja egal, er bringt auch Fisch mit. Ich noch mehrfach, dass ich da nicht kann. Doch, doch er kommt und bringt Fisch mit.

Donnerstag Abend rief ich ihn an, von wegen ob er bei der Unterkunft angerufen hat, von der ich ihm die Nummer gegeben habe. Die ich ihm gegeben hatte, weil die Preise im Internet sich auf längere Aufenthalte bezogen, er aber nur eine Nacht bleibt. Er weiß nicht wo er die Nummer hin hat. Aber wir hätten ja abgesprochen, dass er morgen kommt und wir das machen. Ich hätte am liebsten gebrüllt: DU hast das entschieden und das gegen meinen Willen. Ich habs über mich ergehen lassen. Sagte ihm, dass ich keinen Fisch will. Warum denn nicht? In einem beleidigtem Ton. Ich habe ihm vorher schon erklärt, ich will Mittags auf ein Fest und würde gerne dort was essen.

Wir haben abgesprochen, er kann um 12 Uhr kommen, weil um 13 Uhr meine Haushaltshilfe kommt. Er kam um 12.15 Uhr. Wie immer also. Ich habe da auch keine langen Diskussionen mehr geführt und war kurz angebunden. Zwischendurch teilte er mir noch mit, wann er und mein Bruder sich auf dem Fest treffen und wo. Ich gab ihm noch das Hemd, welches ich besorgt und gewaschen und gebügelt hatte. Außerdem die 2 andere Hemden, die ich nicht sauber bekommen habe, die aber unbedingt behalten wollte. Die knüllte er in seinen Rucksack und packte das gebügelte Hemd dazu. Entlockte mir dann ein: Dann hätte ich es auch nicht bügeln brauchen! Ja, wir er das denn sonst in den Rucksack packen soll. War mir dann auch egal, er muss es tragen.

Fest war so naja. Meine Schwägerin sprach mich dann an, ich soll ein wenig freundlicher zu meinem Vater sein. Dabei habe ich mich echt zusammen gerissen. Und dann auch ein Großteil dessen was los war aus mir raus brach. Ja dein Vater wird halt älter, ihre Eltern werden auch älter und damit schwieriger und das muss ich akzeptieren usw. Ich soll halt nein sagen, wenn ich was nicht will. Also zumindest was meinen Geburtstag betrifft. Was ich bisher keine Ahnung wie oft versucht habe. Und er immer seinen Kopf in irgendeiner Form durch gesetzt hat.

Muss ich wirklich alles immer akzeptieren? Ist es wirklich zu viel verlangt, wenn ich nur erwarte oder eher erwünsche, dass er einfach mich mal akzeptiert? Auch mal ein Nein akzeptiert? Und ich bin zeitweise echt am überlegen ob ich ihm zu liebe das Problem zwischen uns an meinem Geburtstag einfach löse. Dann wäre das Theater, dass er mir ständig diktiert, wie er meinen Geburtstag mit mir verbringen mag, endlich gelöst.

 

Das Gedankenkarussell dreht sich weiter

Irgendwie habe ich es nicht geschafft, aus dem Karussell aus zusteigen. Es dreht sich munter vor sich hin.

Diagnostik haben wir allerdings gemacht. Nach dem wir über Kinderwunsch gesprochen haben. Wunderärztin hat davon angefangen… keine Ahnung. Sie ist der Meinung, Singles können invitro Befruchtung machen lassen. Wie ich mittlerweile weiß, geht das in Deutschland nicht wirklich.

Bei den Einzelinterviews zu den einzelnen Persönlichkeitsstörungen wollte ich dann mit Borderline anfangen. Hat sie auch mitgemacht. Sie stellte die ersten beiden Fragen, die ich prompt verneinte. Ich spottete schon. Sie dann nur so, ich soll sie nicht schwach machen, das wäre ja nun was, wenn nun durch die Einzelinterviews heraus kommt, dass ich gar kein Borderline habe. Da würde ja jemand drei Türen weiter ganz schön am Rädchen drehen.

Allerdings sagte sie mir auch, wie sie mich zu einem der beiden Punkte erlebte und ich musste ihr zustimmen. Ich nahm aber dann eh fast alle anderen Punkte mit und bin somit eindeutig Borderlinerin. Sicherlich kommt da aber noch was dazu.

Ich frage mich allerdings, wie es jemand mit Selbstverletzendem Verhalten schafft, keine Borderline-Diagnose zu bekommen. In dem Einzelinterview gab es etwa 15 Fragen. 5 müssen mindestens mit Ja beantwortet werden, damit die Diagnose Borderline ist. Alleine 3-4 Fragen drehen sich im Endeffekt um Selbstverletzung. Und die anderen Fragen – ich halte es für möglich, dass auch „Normalos“ die eine oder andere Frage mit Ja beantworten würden.

Ansonsten ist mal wieder alles gefühlsmäßig einfach doof. Noch dazu naht mein Geburtstag und mein Vater verplant den mal wieder nach seinen Wünschen und mich kotzt das tierisch an. Bruderherz ist eventuell im Urlaub, was ich ihm gönne und das so richtig aus ganzem Herzen. Und Vatern erklärt mich schon, dass er aber auf alle Fälle mit mir Essen gehen will. Erklärte nun auch schon mehrfach, dass ich ja eventuell ein Cordon Bleu haben will – natürlich in seinem Stammrestaurant, in dem wir Weihnachten und Ostern schon waren. Und ich da zu meinem Geburtstag gerade mal keine Lust zu habe, weil man da nur mit dem Bus hinkommt, der noch dazu zu den Zeiten maximal 2x die Stunde fährt. Und Vatern würde ja nicht mit dem Auto fahren, weil er dann ja nichts trinken kann. Und ich hasse die Trinkerei! Dann jammert er nur rum, ich würde ihm doch sein Bierchen wohl gönnen.

Ich sehe kommen, ich werde daran noch sehr meine Freude haben. Und irgendwie habe ich gerade auch keine Lust habe, da nun eine auf alle angepasste Planung zu machen. Das mache ich nämlich sonst – so das ich keinen Ärger damit habe.

Der Mann der einzigen leiblichen Schwester meiner Mutter ist verstorben. Die wohnen ziemlich weit weg und ich habe zu ihm nie wirklich einen Bezug gehabt. Ok zu ihr auch nicht wirklich, aber sie ist eben die letzte leibliche Angehörige. Zur Beerdigung mag ich nicht gehen. An sich lege ich darauf Wert, jemand den letzten Respekt zu zeigen – aber ich mochte ihn nicht und halte das nicht für nötig. Allerdings würde ich ja evt. meiner Tante zu Liebe? Aber Vatern wird fahren und macht da nun halbwegs einen Monsterwirbel drum. Bruderherz soll mit, der will aber auch nicht. Allerdings aus anderen Gründen.

Nun meldet sich meine Tante wohl nicht wegen dem Beerdigungstermin und mein Vater ist der Meinung, man will ihn nicht dabei haben. Warum kann er nicht respektieren, wenn man meinen Onkel evt. im allerengsten Familienkreis bestatten möchte? Noch dazu soll es eine Feuerbestattung sein, die wohnen eher auf dem Dorf, da wird sooft auch nicht verbrannt. Das Theater um das Thema nervt so langsam.

Vater will auf keinen Fall bei meiner Tante übernachten. Was ich in der Situation auch nicht wollen würde. Nun plant er evt. mit der Bahn eine Reise in die nächste größere Stadt zu machen für drei Tage oder so. Aber meine Tante darf nicht wissen, dass er da ein Hotelzimmer hat. Was ich nun kindisch finde. Aber nun ja. In dem Zusammenhang erzählte er, dass sie uns beiden Kinder mal zur Tante gebracht haben in den Sommerferien. Kann ich mich dunkel dran erinnern. Sie sind dann zu zweit verreist. Und sie waren wohl mehrere Tage in der besagten größeren Stadt, aber die Tante hätte das nicht wissen dürfen. Und mich hat es unheimlich verletzt, wie man uns quasi abgeschoben hat. Denn auch uns wurde erzählt, sie seien sonst wo gewesen.

Wir waren ganzen zweimal mit unseren Eltern alleine im Urlaub. Ansonsten wurden wir zu Kinderfreizeiten geschickt. Ich mit der Kirche, mein Bruder übers Jugendamt. Mein Bruder kam schon beim ersten Mal nur weinend heim. Heute frage ich mich, warum sie ihn ein zweites Mal mit geschickt hat? Ansonsten waren wir eben bei ihrer Stiefmutter oder ihrer Halbschwester. War sicherlich schön. Aber heute fühle ich mich nur abgeschoben.

Aber immerhin gehe ich mir nächste Woche eine Wohnung ansehen. Hier in der Nähe. Superschön, zumindest auf den Bildern. Zwei Zimmer ohne Dachschrägen!, Badezimmer mit Badewanne, Küche, 2 Balkone und Keller. Allerdings im dritten Stock. Aber ansehen würde ich sie schon ganz gerne mal.