Lebenszeichen

Irgendwie bin ich hier nachlässig geworden. Sorry.

Das Betreuungschaos zieht sich noch. Ich habe nun Persönliches Budget beantragt. Was äußerst schwierig war. Denn vor Ort ist es total schwer an eine Betreuerin zu kommen, die nicht an eine Organisation gebunden ist. Ich habe nun jemand, bei der ich hoffe, dass es klappt. Sie ist anders als meine bisherigen Betreuerinnen. Allerdings könnte das ja auch andere Sichtweisen bringen. Allerdings warten wir nun auf ein Gespräch mit dem Kostenträger, welches Anfang August statt finden soll.

Ich hatte zwischenzeitlich Geburtstag. War enttäuschend, wie fast jedes Jahr. Bruderherz im Urlaub und mein Vater wollte mit mir essen gehen. Ich soll was aussuchen. Als ich ihm meine Wahl mitteilte, kam mal wieder eine ellenlange Liste mit Vorschläge die er besser fand und dem Hinweis, ich soll noch mal darüber nachdenken. Als er das nächste Mal fragte, sagte ich ihm, dass er entscheiden soll, weil ich es Leid bin, dass er mir jedes Jahr wieder sagt, was wir doch besseres machen könnten. Er war sauer, ich war sauer. Schlussendlich sollte es dann doch dorthin gehen, wo ich zuerst hin wollte. Die hatten dann Ruhetag. Ich entschied mich für was anderes, was er vorher aufgezählt hatte und in dem Moment in dem wir los gingen, kam er wieder damit, dass wir doch auch da und da hin gehen könnten.

Ich habe für mich nun entschieden, dass ich das nicht mehr will. Das Spiel spielen wir nämlich seit Jahren. Ich lade zum Essen ein und er erzählt mir, dass wir doch besser essen gehen sollten. Als ich fragte wo er denn hin will, nannte er ein Lokal, welches ich gar nicht mehr mag. Als ich das, zum wiederholten Male, ansprach kam nur: Aber er geht da gerne hin. Ich habe dann halt ja gesagt und dann gings rund. Ich soll einen Tisch bestellen. Nein Papa. Ja aber. So hat er mich dann tagelang terrorisiert. Ich soll einen Tisch bestellen.

Am Tag vor meinem Geburtstag rief er dann an, er muss mir nun unbedingt was bringen. Ja ok. Da fing er dann wieder an. Ich soll einen Tisch bestellen. Nein Papa. Er nur: Ich soll endlich mal sagen, was ich denn will. Ich nur so, dass ich das doch klar gesagt hätte und zum Essen eingeladen hätte. Großes Schweigen… dann die Frage ob man das jetzt noch ändern kann.Samstag Abend kurz vor Ladenschluss – nein kann man nicht.

Ich habe ihm erzählt, dass ich ein paar Tage später mit Frau Sonnenschein in mein Lieblingsrestaurant gehe. Er meinte zu meinem Geburtstag dann nur, er ruft mich später noch mal an und teilt mir mit, was wir am nächsten Tag machen. Er rief dann freudestrahlend an und teilte mir mit, dass wir in mein Lieblingslokal gehen würden. Klar welche Freude. *ironie*… er würde anrufen, wenn mein Bruder bei sich los fährt.

Was für mich an sich heißt, ich habe noch 20-30 Minuten. Ich nur so, wann das in etwa ist. Rumgedruckse, aber ich hatte eine Auskunft. Am nächsten Morgen halt aufgestanden, um ein braves Kind zu sein und zum Mittagessen da zu sein. Klingelt mein Telefon, während ich noch in Unterwäsche da sitze. Mein Vater. Er geht jetzt los. Ich nur wohin denn? Ja Bruderherz sei ja gleich bei ihm. Ich hab das schon gar nicht mehr kommentiert, hab mich angezogen und bin zum Treffpunkt los gerannt. Bruderherz und Frau stocksauer – keine Ahnung was Vatern ihnen erzählt hat. Mein Bruder meinte nur zu mir, nachdem ich ihm erzählt habe was los war, dass Vatern eben so ist.

Und das war nun nur ein Geburtstag vor Jahren. So läuft es aber seit Jahren. In den WM und EM Jahren sehe ich bereits im Dezember nach, wer an meinem Geburtstag spielt. Plane dann mit ein, wer evt. wann welches Spiel sehen möchte. Plane Freizeitaktivitäten meines Vaters, Schlafbedürfnis meines Vaters, Arbeitszeiten meines Bruders und evt. Fernsehprogramm meines Vaters mit ein, bevor ich mir Gedanken mache, was wir wann wie machen könnten. Und meistens endet es damit, dass mein Vater irgendwie mir immer sein Ding aufdrängt.

Ab sofort feiere ich an meinem Geburtstag nicht mehr. Noch wissen meine Angehörigen das nicht. Die werden richtig sauer sein. Was mir egal ist. Ich will an meinem Geburtstag machen was ich will und zu den Uhrzeiten, zu denen ich will.

Die geplante stationäre Therapie rückt auch in greifbare Nähe. Letzte Woche wollte man mich von einem Tag auf den anderen aufnehmen. Ich hatte aber im Vorfeld bereits gesagt, dass ich Vorlauf brauche. Nun stehe ich halt weiter auf der Warteliste. Es macht mir Angst. Aber ich habe auch Hoffnung auf Veränderung.

Laut Frau Sonnenschein merkt sie mir an, dass ich ein Soziales Kompetenztrainig gemacht habe. Ich hätte mich zum Vorteil verändert. Ich nehme es einfach mal als Kompliment.

Dafür klappt es an anderen Stellen gar nicht. Ich habe ja auch eine Haushaltshilfe. Die mir an sich helfen sollte. Meistens wischt sie nur kurz durch und im Bad mal dünn drüber und labert mich voll. Wenn ich nicht aufpasse, labern wir über 2 Stunden. Absolut witzig finde ich (Achtung Ironie), dass sie mir zeitweise mehr abrechnen. Eine Abrechnung habe ich gesehen, da steht eine ganze Stunde mehr drauf. Kommentierte meine Haushaltshilfe damit, dass mir ja kein Nachteil entsteht, da ich ja die Leistungen nicht aus eigener Tasche bezahle und der Kostenträger mir nicht verbrauchte Beträge ja auch nicht auszahlt.

Dafür waren meine Vermieter zugänglich, als ich erzählte, dass ich demnächst längere Zeit zur Therapie weg bin und niemand habe, der die Treppe putzt.

Es kann also nur aufwärts gehen :-)

Und apropos Grenzen setzen – eben bei meiner Familie oder meiner Haushaltshilfe, mit einer Freundin gibt es gerade auch das Problem, dass sie mir was aufdrücken möchte, was ich nicht will. Hier: Grenzen setzen finden sich ein paar wirklich gute Tipps.

 

 

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Lebenszeichen oder so

Eigentlich sollte ich hier schon lange der Monatsrückblick für Februar stehen. Bald auch der für März. Aber irgendwie bekomme ich es nicht wirklich auf die Reihe.

Mein Wunschaufenthalt in der Psychiatrie war Thema für sich. Es blieb bei den geplanten 10 Tagen, die ich schlussendlich Wunderärztin und Frau Sonnenschein zuliebe durch gezogen habe. Ich war mehrfach gedanklich dabei meine Koffer zu packen.

Ausschlaggebend für den Aufenthalt war für mich vor allem der Hinweis, dass ich dann ja jemand zum Reden hätte. Die Illusion wurde mir recht bald genommen. Es gab pro Woche ein Gespräch mit der Therapeutin von 25 Minuten. Was ich für verschwindend gering halte. Ich kam schon beim ersten Termin nicht hin. Denn bis ich auf die gestellte Frage geantwortet hatte, waren wir bei 50 Minuten.

Bezugspflegegespräche waren auch nur jeweils 25 Minuten. Eines pro Woche. In Krisensituationen wären die Gespräche auf mit der Bezugspflege auf 10 Minuten begrenzt gewesen. Das habe ich mir dann gleich geschenkt, weil ich es nicht schaffe, mein Gefühlschaos in 10 Minuten zu erklären. Wobei bei den Gesprächen wahrscheinlich nach 5 Minuten die Skillsschublade aufgezogen worden wäre. Sprich mir wäre geraten worden, was ich nun an Skills machen kann. Mich ablenken hilft mir aber nicht dabei meine Probleme zu lösen.

Ich habe sowohl bei der Therapeutin, wie auch bei der Bezugsschwester klar angesprochen, dass mir das nicht reicht. Ja das sei halt so. Und das sei alles bei jedem so. Nur doof, wenn andere Patienten anderen Patienten erklären, dass es ein Therapeutengespräch von 50 Minuten pro Woche gibt. Doof ist auch, wenn Mitpatienten erzählen, dass sie gerade eine Stunde mit einer Schwester geplaudert haben.

Von der Therapeutin gab es die Hausaufgabe, dass ich aufschreiben sollte, welche Bedürfnisse ich an eine neue Betreuerin hätte. Ich frage mich und das leider bis heute, warum ich Bedürfnisse formulieren soll, wenn gerade Menschen aus dem professionellen Bereich genau entgegengesetzt handeln. Damit habe ich den Aufsatz auch eingeleitet. Das wäre auch der Punkt gewesen, an dem man hätte arbeiten müssen. Statt dem wurde auf die Uhr gesehen, dass wir auch ja die 25 Minuten nicht überschreiten und dann wurde mir gesagt, wie toll ich doch meine Bedürfnisse formuliert hätte.

Ich weiß, wie es war, als ich im letzten Jahr gegenüber meiner Betreuerin mehrfach mein Bedürfnis geäußert habe, dass ich mit der Situation nicht umgehen kann, dass sie mir helfen soll. Was hat sie gemacht? Sachen, die ich ihr anvertraut habe, gegen mich verwendet. Ich weiß noch, wie es war, als ich dem Chef der betreuenden Organisation gegenüber meine Bedürfnisse geäußert habe und er mir versprach, dass er sich darum kümmert und mir am nächsten Tag mitteilte, dass er genau das Gegenteil macht und noch dazu behauptet, ich hätte das so verlangt. Komisch nur, dass Frau Sonnenschein, die bei dem gemeinsamen Gespräch dabei war, es genauso gehört hat, wie ich mich erinnere. Und ich weiß, wie die Klinik damit umging und noch umgeht, dass es mein Bedürfnis ist, zu verstehen, was bei dem Klinikaufenthalt 2009/2010 gelaufen ist. Dazu habe ich bis heute keine Auskunft, beziehungsweise ich darf darüber nicht mehr sprechen.

Wie kann man erwarten, dass ich Bedürfnisse formuliere, wenn man selbst meine Bedürfnisse mit Füßen tritt? Ich hatte ja der Therapeutin gegenüber das Bedürfnis geäußert, dass ich eindeutig mehr Gespräche bräuchte. Beziehungsweise mir eben 10 Minuten Krisengespräche nicht reichen.

Der Arztbericht war dann der Hammer. Meine Mutter ist ein Jahr und einen Monat später gestorben. Faszinierend das argumentiert wurde, man habe alte Dinge nur kopiert. Bei Copy und Paste stünde da was anderes. Ganz klar war auch, dass ich dabei bin Pflegestufe zu beantragen, um damit die Haushaltshilfe zu finanzieren. Im Arztbericht stand dann, dass ICH 3 Stunden die Woche als Haushaltshilfe arbeite. Hat man mir eigentlich zugehört? Wenn man die Zeiten schon so limitiert, dann würde ich mir zumindest wünschen, dass man mir zuhört.

Die Bezugspflegegespräche sollten an sich darum gehen, dass ich einen Plan für den Haushalt erstelle. Mit meiner Haushaltshilfe klappt das nämlich nicht wirklich. Das sie 3 Stunden dazu braucht, zwei Böden zu kehren, die beiden Böden zu saugen, in zwei Zimmern vorne herum ein wenig zu saugen, den Flur zu saugen, in Badewanne und Waschbecken massig Reinigungsmittel zu kippen und oberflächlich sauber zu machen und dann noch Küchenboden, Badboden und Hausflur zu putzen – das kann es nicht sein. Und das riss leider immer mehr ein.

Im ersten Gespräch kamen wir dazu nicht. Im zweiten Gespräch klärte mich die Schwester umfangreich darüber auf, was sie machen würde und erläuterte mir umfangreich den Stand vor dem Aufenthalt. Ich war aber schon weiter, da ich auch hier die Hausaufgabe, die lautete, machen Sie mal einen groben Plan, gemacht hatte. Und ihr Monolog durfte auch nicht unterbrochen werden. Bei jedem Versuch kam nur, ich soll sie ausreden lassen.

Mit den Mitpatienten war es auch eher Thema für sich. Einer, der ein Problem mit mir hatte, dem ich aber immer gut genug war, wenn er mich brauchte, argumentierte mir gegenüber, man würde sich an dem und dem stören – das würden die anderen auch sagen. Ich fragte mich innerlich, warum man mir das nie gesagt hat. Habe mich dann aber eben distanziert.

Ach ja, mit der Pflege gab es im Vorfeld die Absprache, wenn ich mich abkapsle, dann soll man mich ansprechen. Fiel noch nicht mal auf, dass ich auf einmal nur noch alleine war.

Ich für mich kann mittlerweile benennen, wann ich angefangen habe dicht zu machen und warum. Was für mich ein großer Fortschritt ist. Trotzdem weiß ich nun, dass das Setting, dass die Klinik anbietet, eben nicht mein Ding ist.

Seit kurz vorm dem Aufenthalt ist Persönliches Budget Thema. Der Kostenträger gibt grundsätzlich sein Ok. Allerdings muss ich vor Antragsstellung erst mal eine Betreuerin finden. Was sich als mehr als schwierig erweist. Es gibt keine offizielle Liste. Auf der inoffiziellen Liste stehen vor allem Männer drauf. Die Frauen nehmen zum Teil niemanden oder haben mich abgelehnt oder ich habe sie abgelehnt.

Ich suche nun natürlich nach Möglichkeiten. Laufe dazu von Pontius zu Pilatus. Keiner weiß was, keiner kennt jemand und so weiter. Psychosoziale Betreuung für psychisch Kranke kennt man hier kaum. Es sei denn, man geht über eine Organisation, was ich ja nicht mehr möchte.

Mit meiner neuen Betreuerin werde ich auch nicht warm. Sie macht mir Angst und ich vertraue ihr nicht. Ich sitze im Endeffekt meine Zeit bei ihr ab, bzw. habe die eben auch minimiert. Wichtige Dinge erledige ich alleine. Mehr schlecht als recht. Hauptsache ich muss mich ihr nicht anvertrauen.

Pflegestufe ist bewilligt worden, was mir zu denken gibt. Ohne Probleme beim ersten Anlauf. Die Haushaltshilfe kann ich darüber nicht finanzieren, sagte die Gutachterin. Der Kostenträger vom Betreuten Wohnen, der die Kosten zur Zeit trägt, sagt aber, dass das geht und er das einfach macht.

Momentan ist mir das alles zu viel. Vieles hätte früher meine Betreuerin aufgefangen. Die vorletzte. Die letzte hätte mich wohl nur ausgelacht?

Die Gedanken drehen sich wieder viel um Anna. Und um die letzte Betreuerin. Beide haben den selben Vornamen. Ich habe mal gesagt, ich würde mir ein T-Shirt bedrucken lassen, auf dem vorne drauf steht: Annas Spielzeug und auf der Rückseite ein Mülleimer zu sehen ist, in den man mich rein schmeißt mit den Worten: Mist kaputt – Ach egal! Denn das würde es einfach treffen.

Momentan würde ich mir einfach wünschen, dass mal was klappt. Aber irgendwie klappt gerade mal wieder nichts. Noch dazu gehe ich beim kleinsten an die Decke. Momentan ist es mein Vater.

 

 

 

 

 

 

 

Monatsrückblick September 2015

Der September war anstrengend. Das passt wahrscheinlich recht gut.

Anfang September stand eine größere Aktion meiner ehrenamtlichen Tätigkeit an. Das klappte relativ gut und ich habe mich bereits im Vorfeld von einigen Punkten klar distanziert.

Am Abend war ich dann noch auf einer Grillfeier. Nicht wirklich freiwillig. Aber es hat mir recht gut gefallen. Und ich kam zumindest mal unter Leute.

In der Woche drauf habe ich einer Bekannten beim Umzug geholfen. Das hatte ich Wochen vorher schon angeboten. Allerdings hatten wir keine Kontaktdaten und sie hat mich zufällig getroffen. Dienstags getroffen, mit der Aussage, sie zieht am Wochenende um und es ist noch kein Stück gepackt. Kartons hatte sie auch so gut wie keine.

So stand ich dann Samstags Morgens um 8 Uhr auf der Matte. Eine Zeit, zu der man mich an sich freiwillig nirgends hin bekommt. Die Wohnung war generell Thema für sich. Es blieb uns wirklich nichts anderes übrig, als einfach alles irgendwie einzupacken. Ich befürchte meine Bekannte ist bis heute damit beschäftigt Wäsche zu waschen.

Dann musste sie mehrfach weg fahren, um irgendwelche Leute irgendwo zu holen und mich wohin zu bringen, zu holen und keine Ahnung. Somit habe ich mich breitschlagen lassen, auch am Sonntag noch zu helfen. Und wer war nicht da? Sie. Sie kam irgendwann und der Rest des Umzuges lief chaotisch weiter.

Allerdings kam mir vieles aus meinem Leben bekannt vor. Ich habe ihr nun angeboten, ich würde sie dabei unterstützen Hilfe zu bekommen. Sie muss das Angebot an sich nur annehmen.

Nach dem Umzug war ich dann mal wieder krank und das zieht sich an sich bis heute. Ok ich war zwischenzeitlich mal ein paar Tage halbwegs gesund.

Leider hat sich das auch umgehend auf meine Psyche ausgewirkt. Frau Sonnenschein hatte Urlaub und so fielen die Termine schon mal weg. Meine neue Betreuerin war auch im Urlaub. Meine alte Betreuerin hat Vertretung gemacht. War dann aber die letzte Urlaubswoche auch im Urlaub. Und die Vertretung der Vertretung sollte an sich anrufen und es endete schlussendlich damit, dass ich förmlich um das Gespräch gebettelt habe.

Meine Vermieter haben hier oben auch mal wieder geräumt. Der ganze Kram steht bei mir auf dem Stockwerk rum. Da stört es ja keinen. Und ich bin ja keiner. Meine Nachbarin, die alle paar Wochen mal übers Wochenende da ist. hat dann Sonntags Nachts noch irgendwas zwischen meine Wohnungstür und einem Schrank vor meiner Wohnungstür gestopft. Das würde sie vor ihrer Tür stören. Da ist massig Platz und sie ist eh nie da.

Den Dreck habe ich mittlerweile auch mehrfach weg gewischt. Dann war noch ein Handwerker in den Räumen, die meine Vermieter hier oben noch haben und der hat massig Dreck hinter lassen.

Nun haben wir einen neuen Mieter im Haus, der im Keller räumt. Ich habe schon immer den kleinsten Keller im Haus. Bzw. hatten die anderen Mieter immer einen großen Keller und einen Kohlekeller und ich eben nur so einen Kohlekeller. Die Kohlekeller will der neue Mieter, wohl in Absprache mit unseren Vermietern, die Kohlekeller abreißen, um mehr Platz zu schaffen.

Nun räumt der eben den alten Kram raus, der noch von alten Mietern ist. Kam nun auf mich zu, dass er meinen Keller auch abreißen will. Evt. kann ich einen großen Keller bekommen. Letzter Stand war nun, dass ich aus meinem Verschlag umziehen soll und dann irgendwann später noch mal umziehen soll. Warum ich nun zweimal umziehen soll? Man könne meinen Vermietern nicht zumuten, die großen Keller nun durch zu sehen.

Ich hatte große Schwierigkeit an ihm nicht den Zorn auf meine Vermieter auszulassen. Ich habe mir ein: Ich bin ja eh nur geduldet! nicht verkneifen. Alleine schaffe ich es eh nicht den Keller auszuräumen. Ich warte nur drauf, dass meine Vermieter mir mitteilen, dass ich ja keinen Keller brauche, weil ich ja den Speicher nutzen kann. Ich brauche den Keller aber, weil ich einen Teil meiner Getränke dort lagere, da ich nicht alles auf einmal hier hoch schaffen kann. Und dort sind eben auch Sachen, die ich noch brauche, aber eben in meiner jetzigen Wohnung nicht stellen kann.

Während ich krank war, stellte sich auch raus, dass mein Bruderherz zu Lebzeiten meiner Mutter in meinem Handyvertrag rum gepfuscht hat. Ich zahle nämlich fleißig 50 Cent die Einheit. Laut Anbieter läuft das Handy aber auf meinen Bruder und ich kann da nichts dran ändern. Wir haben es bisher nicht geschafft, da mal zusammen hin zu gehen. Der Umstand ist seit 2 Jahren bekannt. Nun habe ich eine SMS bekommen, dass die mir den Vertrag kündigen. Als ich bei ihm nachfragte, meinte er, er hat da was Schriftlich bekommen und da fiel ihm eben ein, dass da irgendwas war. Er meinte nun locker flockig, ich soll entweder aufladen oder das Ding eben auslaufen lassen.

Da ist aber noch Guthaben drauf. Ich habe zwar mittlerweile ein neues Handy mit neuer Karte, aber es ärgert mich doch. Außerdem kamen viele Erinnerungen hoch. Als meine Mutter krank war, durfte ich vor allem die Dreckarbeit machen. Als sie ein neues Handy wollte, freute ich mich darauf, das Handy kaufen zu dürfen und dann durfte mein Bruder das machen.

Ich komme mir mittlerweile nur noch vor wie ein Stiefkind. Egal in welcher Situation. Wenn mein Vater und mein Bruder irgendwas ausmachen und ich übergangen werde. Bei Erinnerungen an meine Mutter. In Situationen mit meinen Vermietern.

Monatsrückblick Juni

Der Juni trieb teilweise nur vor sich hin. Keine Ahnung warum. Auch Dinge, die sonst eine andere Wichtigkeit haben, verpufften eher neben mir.

Ich habe (endlich) einen Therapieplatz. Wobei die Therapeutin mich nur alle zwei Wochen sehen will. Ich bin mir noch nicht sicher, ob mir ihre Erklärung gefällt. Da ich aber eh Probleme habe, meine Termine unter einen Hut zu bekommen, ist das vielleicht ganz sinnvoll.

Was ich von meiner neuen Betreuerin halten soll, weiß ich auch noch nicht so wirklich. Bisher war sie nur zum Kennenlerngespräch bei mir zu Hause, zusammen mit meiner alten Betreuerin. Ansonsten verlege ich die Termine eher außer Haus. Ok der erste Termin war einfacher und Anreiz diverses zu erledigen. Inkl. Stadtführung, da sie ebenfalls nicht von hier ist. Und ich kann richtig gute Stadtführungen machen. Dann war sie im Juni eine Woche im Urlaub. Ein weiteres Mal war sie mit bei der Wunderärztin und beim letzten Termin war es so heiß und da ich in meiner Wohnung über 30 Grad habe, waren wir ebenfalls unterwegs.

Es gestaltet sich schwierig Termine zu finden. Gut ich bin Spätaufsteherin. Ich kann Montags eher nicht, weil ich da den festen Termin mit Frau Sonnenschein habe. Zwei Psychotermine am Tag sind mir zu viel. Dienstags habe ich Reha-Sort – und an sich haben die Betreuer da Teamsitzungen. Freitags ist Vormittags meine Haushaltshilfe da. Donnerstag geht an sich, aber da gehe ich eben einmal im Monat zur Wunderärztin und einmal zur Schreibwerkstatt. Somit bleibt Mittwoch übrig. Da gehe ich aber ehrenamtlich arbeiten. Wir fangen meistens um 10 Uhr an. In der Regel hören wir zwischen 13 und 13.30 Uhr auf. Ich bin dann frühestens um 14 Uhr daheim. Bei dem Wetter würde ich dann gerne duschen und ich brauche einen Moment für mich. Somit geht frühestens ab 15 Uhr. Sie drängt nun nonstop auf 14.30 Uhr. Was aber für mich heißt, ich muss nur hetzen etc.

Ansonsten sagt sie halt, sie arbeitet eher früh. Ich hab da nun mal drüber nachgedacht. Montag, Mittwoch und Freitag scheidet aus. Dienstag könnte sie Vormittags gar nicht. Und ich drehe am Rad, wenn ich Mittwoch und Freitag schon früh raus muss, wenn ich dann auch Donnerstags noch früh aufstehen muss. Ich kenne da ja leider meine Grenzen. Mal sehen wie das weiter geht.

Bei Wunderärztin waren wir im Juni auch. Ich habe ein neues Medikament versucht. An sich zum Schlafen. Gebracht hat es nicht wirklich was. Da aber eben noch hinzukommt, dass ich zu der Jahreszeit schlecht schlafe, weil eben Dachgeschoss und warm, wollte ich die Einnahme absetzen und auf den Herbst schieben. Bzw. würde ich vielleicht eine höhere Dosierung den Schlaf besser regulieren? Als ich nun wissen wollte, wie weit und in welchen Abständen ich das hoch dosieren kann, kamen eher schwammige Antworten ala das ich das doch alles weiß. Ich hätte gerne das Wissen, was man da von mir erwartet und es nervt.

Mittlerweile ist es so, dass ich meine letzte Periode Ende Mai hatte. Ich überlege nun, ob ich mir mit dem Zeug meinen Zyklus zerschossen habe. Nun habe ich die Woche Frau Sonnenschein gebeten Wunderärztin deswegen zu fragen. Auch hier ist die Antwort sehr schwammig. Als ich was hinter fragt habe, bat mich Frau Sonnenschein, das doch bitte mit Wunderärztin selbst zu klären.

Mit meiner alten Betreuerin war ich bei der Rentenversicherung in der Nachbarstadt. Hier vor Ort war ich ja schon mal vor dem Umzug, um Informationen zu bekommen, welche beruflichen Perspektiven ich habe. Die Auskunft lautete, ich muss einen Antrag auf Rehabilitation stellen, um überhaupt Fragen stellen zu dürfen. Das schien mir zu viel Aufwand. Und wenn dem Antrag statt gegeben wird, muss ich eh in die Nachbarstadt, weil es vor Ort keinen Reha-Sachbearbeiter gibt.

Damals rief ich eben in der Nachbarstadt an. Dort sagte man mir, dass das wirklich übertrieben sei mit dem Antrag, ich soll mal zur offenen Sprechstunde vorbei kommen. Dann kam der Umzug dazwischen und so schob sich das bis dieses Jahr. Und dann war es schwierig einen Termin zu bekommen.

Die Sachbearbeiterin war eher lustlos. Bei einem Reha-Sachbearbeiter einen Termin zu bekommen war unmöglich. Das geht nur nach Antrag. Auch die Sachbearbeiterin erzählte mir eben, dass ich einen Antrag stellen muss. Irgendwann telefonierte sie im Haus rum, ob noch ein Reha-Sachbearbeiter im Haus ist. Und wurde fündig und ich durfte dort hin.

Ein wenig Licht im Dunkel. Aber sollte ich wirklich noch eine Ausbildung anstreben, sollte ich mir das wohl bald überlegen. Der „Spaß“ dauert mich über die Rentenversicherung locker 5 Jahre. Faszinierend ist, falls ich in einer Behindertenwerkstatt arbeiten möchte, dann muss ich dafür auch einen Antrag stellen.

Im Juni war vor Ort ein großes Straßenfest, welches ich an sich immer besuche. Meisten treffe ich mich dort dann auch mit meinen Angehörigen. Nun war mein Bruder dieses Jahr im Urlaub und ich ging halt alleine. Dort traf ich auf meinen Vater, der her verwahrlost aussah. Das T-Shirt stand schon bald vor Dreck. Was mir nun so langsam Sorge bereitet. Das er es mit der Sauberkeit nicht so genau nimmt, war bekannt. Aber in dem Rahmen und so weiter? Als ich ihn darauf ansprach redete er sich damit raus, dass er gerade erst geschwitzt hat. Nur hatte das T-Shirt Schweißränder, die nicht frisch waren und die allen möglichen Alterstufen hatten.

Die Woche drauf bin ich spontan bei ihm daheim vorbei. Weder mein Bruder, noch ich, waren seit Jahren in der Wohnung. Es war nicht ganz so schlimm wie befürchtet, aber schlimm genug. Die Unordnung ist Thema für sich. Aber die Hygiene spricht Bände. Wenn wir da jemals ausräumen müssen, werden wir wohl einen Container kommen lassen müssen. Und die Kaution können wir auch vergessen. Wobei wir das schon gedanklich abgeheftet hatten. Ich hoffe sehr, wir müssen da nie was drauf legen.

Ansonsten hatte ich dann auch noch Geburtstag. Dann war mein Bruder krank. Ich selbst hatte da kein Problem damit, dass wir uns eben nicht sehen. Ihm tat es Leid. Dafür war ich bereit mit Vatern Essen zu gehen. Was dann zum Staatsakt ausartete. Erst erwartete er doch, dass mein Bruder doch kann. Dann versuchte er mir konstant sein Lieblingslokal schmackhaft zu machen. Dann ein weiteres Lokal, in welches ich nicht gehen mag, was ich ihm schon mehrfach erklärt habe. Ich hatte zu Anfang schon ein Lokal vorgeschlagen.

Dann wollte er an meinem Geburtstag um 18 Uhr anrufen und nachfragen, für welches Lokal ich mich entschieden habe. So saß ich dann daheim und wartete. Er rief auch pünktlich an. War dann zwar nicht begeistert. Dann meinte er, er muss nun erst Duschen. Er ruft mir an, wenn er los geht, ich sei ja eh daheim. Wie sehr ich das hasse. Ich habe ihn dann mit Mühe und Not auf halbwegs eine Uhrzeit fest genagelt.

Die Zusage für das Soziale Komeptenztraining habe ich auch. Beginn im September. Gestaltete sich wesentlich einfacher als erwartet. Allerdings wurde das Vorgespräch im Büro meines alten Arztes/Therapeuten gehalten. So ganz kann ich das immer noch nicht ablegen.

Ansonsten rauscht echt alles an mir vorbei. Ich bin gespannt, wie sich das noch entwickeln wird. Allerdings hat das auch gerade den Vorteil, dass Anna nicht mehr so viel Raum einnimmt.

Monatsrückblick Februar 2015

Ich habe beschlossen, dass ein Monatsrückblick vielleicht ganz sinnvoll ist. Vielleicht auch, weil der Februar wirklich heftig war?

Der Februar war eindeutig durch PMS geprägt. Wobei PMS sicherlich ein weitreichender Begriff ist. Alle paar Monate bin ich vor, während und/oder nach meiner Periode nur angespannt, gereizt, explosiv, zerstörerisch und depressiv. Diesen Februar hatte ich gute drei Wochen Spaß daran.

Auslöser war sicherlich u.a. der Versuch mit der Klinik eine Behandlungsvereinbarung aufzusetzen. Das zog mich bereits im Januar ziemlich runter. Viele Gedanken dazu, wie es gewesen wäre wenn und so weiter. Ich vieles einfach immer noch nicht verstehe.

Geprägt war alles auch noch durch Selbstzweifel. Was hätte ich besser machen können? Was muss ich sagen, damit ich Hilfe bekomme?

Der Fragebogen für die Therapeutin gab mir dann wohl den Rest. Ich schäme mich dafür, dass ich nichts wirklich positives über meine Eltern schreiben konnte. Generell zu meinem Leben? Was sicherlich auch aufgrund meiner Gefühlslage geschehen ist. Ich in dem Moment generell alles kritisch gesehen habe?

Der Versuch bei Wunderärztin Hilfe zu finden. Ich habe mittlerweile fest gestellt, dass es schwer ist zu sagen Hilf mir, wenn ich ausklammern muss, dass ich am liebsten tot wäre. Was darf ich sagen und was nicht? Wie kann es etwas formulieren, ohne das etwas für mich schlimmes geschieht?

Mir auch bewusst ist, wie schwer es für Behandler ist, mich einzuschätzen, weil klar ist, dass ich zu viel verschweige. Aber wie soll ich es ändern? Wäre ich die letzten fünf Jahre zu dem Thema Suizidalität immer ehrlich gewesen, hätte ich mehr Zeit in der Psychiatrie zugebracht als zu Hause.

Ich habe auch fest gestellt, dass es nichts gibt, wofür ich dankbar bin, dass man mich am „Leben erhalten“ hat. Die was wäre wenn Schleife – hätte ich damals meinen Mund gehalten, dann wäre ich zwar jetzt eventuell/wahrscheinlich tot. Aber es wäre mir auch viel erspart geblieben.

Ich habe außerdem fest gestellt, dass ich nichts weiß, wofür sich Leben noch lohnt. Ich habe keinen Job. In meinen erlernten Beruf kann ich nicht zurück. Meine Rente ist zu niedrig um davon auf Dauer leben zu können. Die ergänzenden Sozialleistungen gerade so hoch, dass sich Arbeiten rein logisch gesehen nicht wirklich lohnen würde. Ich aber auch weiß, ich würde arbeiten gar nicht mehr hinbekommen.

Frau Sonnenschein meinte letzte Woche, dass Handlungen eben auch Konsequenzen bringen. Oder man eben für seine Handlungen auch die Konsequenzen tragen muss. Ich frage mich, warum ich dann für Handlungen, die ich nicht begannen habe, die Konsequenzen tragen muss? Ich habe den Oberarzt nie ein Schwein genannt, aber muss die Konsequenzen dafür tragen? Ich habe eine sachliche Frage gestellt und muss mich als paranoid beschimpfen lassen?

Frau Sonnenschein auch sagte, ich habe ja immer dazu gestanden, dass ich eine Suizidankündigung gemacht habe. Ja habe ich. Im Arztbericht steht aber, ich hätte das abgestritten?

Frau Sonnenschein erklärte mir, dass ich doch weiß, wenn Fremd- oder Eigengefährdung vorliegt, dann wird eben auf eine Geschlossene verlegt. Nur doof, dass ich auch weiß, dass in der Klinik eben auch anders gehandelt wird. Nur doof, dass es im Vorfeld mit mir andere Absprachen gab. Wozu gibt es Absprachen, wenn sich andere nicht daran halten brauchen, aber ich schon?

Ich verstehe nicht, warum man mir auf der einen Seite sagt, ich soll formulieren was ich brauche, bzw. wie man mit mir umgehen soll/kann, wenn es nachher doch nur darum geht, aus einer handvoll Angeboten das auszuwählen, was am wenigsten schlimm ist? Bzw. ich jetzt schon weiß, dass besagter Oberarzt doch wieder an der Behandlung beteiligt sein wird und er generell die Schiene fährt: Wir breiten kein Behandlungsangebot vor Ihnen aus und Sie suchen aus was sie wollen und was nicht. Aber nun soll ich genau das machen? Bekomme ich gerade nicht hin. Den Gedankengang ansprechen brauche ich wohl auch nicht mehr, weil es anstrengend ist, wenn ich etwas hinterfrage?

Immerhin habe ich auch halbwegs positive Erfahrungen machen können.

Meine Chefin bei meinem Ehrenamt scheint gerade von mir angetan zu sein. Mal sehen wie lange es anhält.

Und der Kontakt mit der Therapeutin. Die mir offen und ehrlich gesagt hat, dass sie mich nicht behandeln kann. Das erste Mal in fast 10 Jahren Borderline das mir jemand offen sagt, er schafft das nicht. Ohne das ich mich schlecht damit fühle! Hochachtung an die Frau.

Und schlussendlich bin ich letzte Woche aktiver in die Wohnungssuche eingestiegen und habe Flyer aufgehängt. Der erste Anruf kam als der erste Zettel noch keine 30 Minuten hing. Mit der Frage, ob ich auch Sex will. Nein will ich nicht.

Zwischenzeitlich gab es einen zweiten Anruf und einen dritten. Beides Mal die selbe Person, denke ich. Die wollte wissen, ob ich eine Wohnung anbieten kann. Nein kann ich nicht.

Absturz, Filmriss und Chaos

Die Geschichte mit meinem Vater nun ja, wir konnten sie bisher nicht bereinigen. Ich fragte ihn am Samstag, warum er nun urplötzlich ausmistet und bekam was in der Art zur Antwort, dass es bei ihm wie gebrannt aussieht. Er meinte, er meldet sich – da warte ich noch drauf.

Den vermuteten Reiseföhn wollte ich zumindest mal prüfen. Packte ihn Samstag Morgens aus und stellte fest, es ist ein Lockenstab. Noch dazu klebte das Ding so sehr, dass ich es lieber nicht in die Steckdose steckte. Ich habe das meinem Vater mitgeteilt und ich darf das Ding weg schmeißen. Ich hab ihm aber gesagt, dass er doch weiß, dass ich keinen Lockenstab benutze.

In der Woche drauf ging es leider ähnlich mies weiter. Ok ich kam erst gar nicht wieder auf die Beine und mich zog dann einfach noch mehr runter.

Termin bei der Wunderärztin. Laut Frau Sonnenschein, sollte ja Wunderärztin mit mir die Patientenvereinbarung besprechen. Die wieder rum war der Meinung Frau Sonnenschein macht das. Habe ich aber irgendwie erwartet.

Wunderärztin stellte aber klar, dass das Ding mehr oder weniger kein Wunschkonzert ist (und eben auch nicht dazu dienen soll der Klinik eins auszuwischen – was eh nicht meine Absicht war). Die Klinik könnte mir das anbieten, was im Vordruck steht. Ich kanns nehmen und wählen oder sein lassen. So ganz grob gesagt. Von ihrer Aussage zu Asylanten wusste sie nichts mehr. Nur doof, dass mich genau diese Aussage am meisten runter gezogen hat.

Es ging auch um den ITP (Hilfeplan für die Betreuung), den ich mit meiner Betreuerin fertig gestellt hatte. Da tauchten nämlich Fragen zur Diagnose auf. Meine Betreuerin hat die Diagnose schädlicher Gebrauch von Benzos raus gelassen, weil wir beide der Meinung sind, es besteht in dem Sinn keine Suchtproblematik.

Irgendwie war der ganze Termin „komisch“. Wunderärztin hat ein paar Sachen gesagt, die ich nicht nachvollziehen kann. U.a. das sie eben ein Problem mit meinem Zopiclon hat. Das Zopiclon Thema für sich ist, war mir vorher bewusst. Bisher hat sie mir aber gegenüber sich eher in die Richtung geäußert, sie findet es generell nicht gut, sieht aber, dass ich da bewusst mit umgehe. Ich es nicht auf Dauer missbrauche und so weiter.

Auf einmal hat sie nun ein riesiges Problem damit. Sie hätte mir das ja nur weiter verschrieben aus Respekt vor dem Kollegen, der es mir vorher verschrieben hat. Bla Bla Bla usw. Irgendwann kam auch Respekt vor mir – verstehe ich zwar nicht, aber gut. Sie hätte keinen Überblick wie viel ich daheim habe usw. Genau dafür gab es mit ihr eine Absprache, wie viel ich bekommen kann. Und ich habe ihr IMMER gesagt, wenn ich mehr genommen habe. Und ich kann schon irgendwie verstehen, wenn ihr das Bauchweh macht, da sie mich eben nicht einschätzen kann, weil ich wenig Auskunft darüber gebe, wie es mir geht. Aus Angst vor dem was passieren könnte. Ich kann es ja ein wenig verstehen, aber sie war generell so unfreundlich/unwirsch – keine Ahnung wie ich es nennen soll.

Es ist nun nicht so, dass ich es in den letzten Jahren nicht versucht habe abzusetzen. Mit mässigem Erfolg. Ich aber weiß, wenn ich nicht schlafen kann, werden die Suizidgedanken so drückend…. Sie ist der Meinung, eine Nacht ohne Schlaf macht nichts. Das es bei mir dann aber mehr Nächte werden und ich phasenweise über Wochen hinweg kaum, nicht oder sehr schlecht geschlafen habe… nun ja. Sie meinte irgendwas von wenn man die eine Nacht nicht schläft, schläft man die nächste Nacht. Ich weiß aber leider, dass dem nicht so ist. Und ich weiß, dass ich ihr schon erzählt habe, was schlechter/kaum Schlaf mit mir macht.

Ich fragte sie zum Abschluss, was es für Möglichkeiten an Bedarfmedikamenten gibt. Seroquel lehne ich mittlerweile ab. Alle anderen hatte ich an sich schon und teilweise mit unschönen Wirkungen und Nichtwirkungen. Mir war es aber gerade einfach egal, weil ich nur aus dem Loch raus wollte. Ich hätte fast alles noch mal versucht. Ach ja Atosil, was mal geholfen hat, lehnt die Klinik ab. Würde ich gerade auch nicht drauf bestehen.

Sie meinte dann, sie hat in Prüfungszeiten Tee getrunken gegen gesteigerte Anspannung und pflanzliche Sachen hätten auch geholfen. Näher geraten hat sie nichts. Ich erzählte in dem Zusammenhang, dass man im stationären Bereich schon versucht hat, ob ich mit so einem Einschlaftee schlafen kann. Ok ein paar Mal wurde ich genötigt das Zeug zu trinken. Ich habs halt gemacht, damit Ruhe war. Auch mit der Hoffnung das Zeug hilft. Egal – sie erwähnte nicht, welche Tees ich trinken soll.

Am Vortag hatte mir die Therapeutin geschrieben, bei der ich in der Woche noch einen Kennenlerntermin haben sollte. Von der Stelle, die mich an sich vermittelt hatte, hatte ich einen Fragebogen, von dem ich aber nicht wusste, ob ich den zu ihr mitbringen soll. Ich hatte extra gefragt, ob ich was mitbringen soll. So fragte ich via Mail halt nach dem Fragebogen und schrieb an sich auch klar, dass ich damit gerade überfordert wäre.

Sie hat mir geantwortet, dass sie den Fragebogen braucht und ich den ausfüllen soll, so weit es geht. Sehr sinnig wenige Tage vor dem Termin. Endete auch mit Betreuerin hat mich heulend am Telefon. Die dann zu mir meinte, ich muss ja nicht alles machen und so weiter. Schlussendlich hab ich den Fragebogen fertig gemacht. Jede Frage abgetippt und am PC ausgefüllt. 14 Seiten. Und meiner Betreuerin geschickt.

Der Fragebogen hat mich auch noch mal runter gerissen (ok das war vor Wunderärztin). Ich habe mit erschrecken fest gestellt, dass mir keine guten Worte zu meinen Eltern einfielen. Auf die Frage zur Beziehung zu meiner Mutter habe ich nur schwierig geschrieben. So viele Sachen kochten hoch.

Nun ja Betreuerin rief dann nach dem Termin bei Wunderärztin an, hatte mich total verstoert und hat den Fragebogen kurz besprochen. Ich war zeitweise wohl kaum mehr zu beruhigen und war mehr am Heulen, als am Reden. Noch während des Telefonats habe ich mich selbst verletzt. Nicht das erste Mal in der Woche. Aber das erste Mal seit Jahren, dass ich zumindest überlegt habe, ob ich zum Nähen gehen muss. Etwas was ich bisher vermieden habe.

Den Termin bei der Therapeutin hätte ich am Liebsten abgesagt. Aber ich bin hin. Darüber erzähle ich ein anderes Mal.

In der folgenden Woche taten die letzten Wunden weh, die vorher eben nicht weh getan haben. Da ich keinen gültigen Tetanusschutz hatte, besuchte ich meine Hausärztin. Nun habe ich einen Tetanusschutz und die Wunde sei ok.

Mein linkes Auge zickte auch. Tränte seit Wochen. Die Tropfen der Augenärztin halfen nicht wirklich. Die ich dann auch im Chaos zwischen Wunderärztin und Kennenlerngespräch abgesetzt hatte, weil sie eh nichts brachten und ich es nicht auf die Reihe bekam, sie regelmäßig zu nehmen. Augenärztin hatte aber gesagt, wenn es nicht besser wird, muss ich in eine Augenklinik und den Tränenkanal spülen lassen.

Nun ja die Wunde war erst mal wichtiger. Hausärztin meinte aber, Tränenkanal wird auch ambulant gespült. Also wollte ich am nächsten Tag zur Notfallsprechstunde der Augenärztin und die noch mal fragen. Abends habe ich mit warmen Kompressen rum gemacht. Stehe am nächsten Morgen extra früh auf und bin fit wie ein Turnschuh. Augen schmerzte nicht mehr und auch psychisch fühlte ich mich wie zum Bäume ausreißen. Augenarzt gestrichen und lieber zur ehrenamtlichen Tätigkeit gefahren (die ich vorher halbwegs abgesagt hatte).

Das Hoch hält so halbwegs. Ich stelle aber mal wieder fest, dass ich zeitweise rund um meine Periode so reagiere. Dieses Mal waren es fast drei Wochen Ausnahmezustand. Und ich habe teilweise einen Filmriss – wo ich nicht weiß, was da alles gelaufen ist.

Das heutige Gespräch mit Frau Sonnenschein war auch nicht wirklich prickelnd. In mir ist nämlich der Gedanke gereift, dass ich vielleicht nicht die richtigen Worte gefunden habe, um beim letzten Klinikaufenthalten klar zu machen, dass ich Suizidgedanken/absichten habe. Ich wollte von ihr wisse, was ich sagen muss, wenn ich so bin. Erklärte es mit, ob es einen Zaubersatz gibt. An dem Wort biss sie sich leider fest. Und sie ist ziemlich angepisst, weil mal wieder der letzte Klinikaufenthalt Thema war. Und ich bin kein Stück weiter mit dem Problem: Was mache ich, wenn es mir wirklich schlecht geht?!

Väterliche Ignoranz oder das Eindringen in meine Welt

Das Verhältnis zwischen mir und meinem Vater ist nicht einfach. War es sicherlich auch nie. Er hat seine eigene Art, die nicht ganz einfach ist. Ich habe (leider) auch meine eigene Art und irgendwie prallen immer wieder zwei Welten aufeinander.

Meine Eltern mussten vor über zehn Jahren nicht ganz freiwillig umziehen. Mein Vater hat die neue Wohnung nicht wirklich gefallen und ich frage mich bis Heute, warum er damals nichts zu seiner Frau gesagt hat. Allerdings ist die Wohnung recht groß. Vor und bei dem Umzug hieß es aber immer wieder, man könne nicht alles mitnehmen. Was klar war, da die vorherige Wohnung größer war, beziehungsweise es damals eben noch eine zweite Wohnung und einen Speicher gab. Daraufhin trennte sich meine Mutter von vielem was ihr lieb geworden ist. Mein Vater hingegen hat alles mögliche mit genommen.

Meine Mutter erkrankte da wohnten sie noch keine 2 Jahre dort. Schon im Jahr nach dem Umzug kam es zum großen Erwachen, als die Nebenkostenabrechnung kam und mein Vater wollte umziehen. Kind such mal eine Wohnung für uns. Nichts war recht usw. Bis dahin waren auch noch lange nicht alle Umzugskartons ausgepackt.

Dann erkrankte meine Mutter. Da kam mein Vater irgendwann, wir müssen umziehen, die Wohnung ist zu teuer. Wie er bitte mit einer krebskranken Frau umziehen will – interessierte ihn recht wenig. Ich war dazu nicht bereit. U.a. weil ich den Umzug vorher gemacht habe, dafür fast meinen ganzen Jahresurlaub geopfert habe und im Endeffekt nur Vorwürfe gemacht bekam. Somit wurde das Thema erst mal zu den Akten gelegt.

Nach dem Tod meiner Mutter sprachen sowohl mein Bruder, wie auch ich einen Umzug an. Ich bekam so was in der Art zu hören, dass er sich den Umzug nicht leisten kann. Das eine neue Wohnung wesentlich günstiger ist und er die Umzugskosten innerhalb weniger Monate raus hat, interessierte ihn nicht.

Ganz großer Kritikpunkt meines Vaters ist immer, was Mama alles angeschafft hat und vieles xfach vorhanden ist. Er ist genau so. Da wird nicht ein Teil gekauft, sondern x. War ja so günstig, kann man sicherlich mal brauchen.

Als meine Mutter Fasching 2007 ins Krankenhaus kam und absehbar war, sie kommt nie wieder heim….. naja sie konnte Monate vorher schon nicht mehr wirklich. Mein Vater war immer ein Mensch, der alles fallen ließ und es blieb liegen. Meiner Mutter mal Hausarbeit abnehmen? Nein er doch nicht. Auch hier baten wir beiden Kinder an, wir helfen ihm nach dem Tod unserer Mutter. Nein braucht er nicht.

Nun ist er seit Jahren in Rente. Ich war seit Jahren nicht in der Wohnung. Die sah beim letzten Mal schon schlimm aus. Ich habe einmal zusammen mit ihm die Küche gemacht, was sich so gestaltet hat, dass er sagte wir machen das gemeinsam und mich dann alleine machen ließ, mir aber xfach sagte, ich solle ja nicht an seine Zeitschriften gehen. Die sich im Wohnzimmer bis sonst wohin stapeln. Das war wenige Monate nach dem Tod meiner Mutter und da lag immer noch die Tischdecke auf dem Esstisch, die meine Mutter aufgelegt hatte. Die entsprechend aussah.

Vor vielen Jahren äußerte mein Vater mehrfach den Wunsch nach Internet. Ich besorgte einen gebrauchten PC, kaufte mit Mamas Geld einen Drucker, besorgte sonst noch alles mögliche. Der PC wurde nie aufgebaut, stand bei mir, ich hab ihn entsorgt, weil der eindeutig irgendwann zu alt war. Mein Bruder besorgte zwischenzeitlich dann einen PC, der ebenfalls nie aufgebaut wurde, aber immerhin im elterlichen Haushalt steht.

Vor kurzem rief mein Vater an. Er kommt nun vorbei und holt irgendwas. Und er habe da noch Teile von dem PC, den ich ihm geschenkt habe, das bringt er mir auch, ich kann es ja sicherlich besser gebrauchen. Ich war soooo sauer. Er brachte den Kram auch. Wahllos irgendwelche einzelnen Stecker, ein uraltes Modem usw. Gut das man keine Modems in dem Sinne mehr benutzt, kann er nicht wissen. Aber die lieblose Art…. WIR haben uns da Gedanken gemacht. Ich war in x Geschäften wegen dem Drucker (der PC hatte ein altes Betriebssystem und die Drucker alle nur auf neuere PCs ausgelegt). Und er knallt mir die Sachen einfach hin. Zum letzten Geburtstag habe ich ihm einen Receiver besorgt, den er dringend brauchte. Angeblich geht der nicht. Meint er zu mir, er bringt mir den vorbei, dann kann ich den zurück geben, dann hat er keine Arbeit mit dem Entsorgen. Ich nur so: Dann muss ICH den entsorgen. War ihm egal, Hauptsache er hat keine Arbeit damit. Btw. derjenige, der mir den verkauft hat, der hätte den auch bei meinem Vater angeschlossen. Dazu hätten wir aber wissen müssen, dass der nicht geht.

Vorhin hustet es im Hausflur bei mir oben. Ich dachte so: Mein Vermieter? Dann klopft es. Ich überlegte so, was der wohl nun jetzt von mir will? Auf unangekündigt stehe ich gerade so gar nicht. War es mein Vater. Der Glück hatte, dass ich überhaupt daheim war. Aber nun ja. Während ich eine Jeans suchte, die ich für ihn geflickt hatte, packte er aus. Als erstes drückte er mir einen Adventskalender in die Finger. Den habe ich vor drei Jahren selbst gemacht in wochenlanger Kleinarbeit. An sich sammel ich die im November ein und fülle die wieder. Der ist in einem Schuhkarton für Stiefel verpackt. Nimmt also in meiner kleinen Wohnung auch richtig viel Platz weg.

Dann packte er weiter aus. Einen Reiseföhn. Super ich hab hier schon einen von ihm, der nicht geht. Ich nur so: Geht der noch? Er nur: Keine Ahnung. Wird wohl auch so eine Aktion ala Hauptsache weg gewesen sein. Dann noch Schneebesen. Ich war soooo froh mal einige los geworden zu sein und er knallt mir wieder welche hin.

Er hat gemerkt das ich sauer bin. Fragte dann auch. Ich sagte dann zu ihm, dass ich nicht weiß, warum er mir JETZT den Adventskalender bringt, ich hätte eh keinen Platz, will umziehen und zehr den nun überall mit. Er drehte sich wortlos um und ging.

Er hätte mindestens mal fragen können. Ist das zu viel verlangt? Statt dem steht er unangekündigt hier, knallt mir irgendwelchen Kram hin und ist angepisst, weil ich ihm nicht um den Hals falle.

Ich habe meinem Bruder das vor Kurzem mit dem PC erzählt. Er meinte dann, Vater hätte ihm schon gesagt, dass er ihm die Fonduetöpfe bringt. Die mein Bruder nicht brauchen kann.

Keine Ahnung, warum er nun Knall auf Fall alles mögliche los werden will. Würde er es irgendwie erklären, als einem seinen Abfall wortlos hin zu knallen, könnte ich damit evt. leben. Aber so tut es gerade nur weh.

Ich denke leider in der letzten Zeit viel über meine Kindheit und meine Beziehung zu meinen Eltern nach. Mit meinem Vater war das Verhältnis nur richtig gut, als ich im selben Beruf gearbeitet habe. Aber auch nur dann, wenn wir uns nicht ins Gehege kamen. Sprich ich seiner Ansicht war. Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Vater mich irgendwie mal richtig gelobt hat. Bis heute sagt er nie von sich aus, dass ich was gut gemacht habe. Die Jeans hat er mit einem Danke angenommen. Mehr nicht. Ich höre immer nur, was man besser machen kann. Wenn was nicht klappt wie er will, dann kann das gar nicht sein.

Letzte Woche kam er, er sucht einen Artikel aus der Zeitung. Er weiß aber nicht von wann. Ich soll im Internet schauen. Ich komme da aber gar nicht ran. Evt. kostenpflichtig. Was ich irgendwie nicht einsehe, weil er sich so Sachen auch einfach raus schneiden könnte. Er hat zwischenzeitlich schon mal nachgefragt. Kann gar nicht verstehen, dass ich mit der und der Autor und das steht in der Zeitung immer auf Seite X auf der rechten Seite nichts anfangen kann. Denn laut ihm muss das gehen. Laut ihm, der vom Internet nur das weiß, was er in irgendeiner Zeitung gelesen hat.

 

 

Neues Jahr, Neues Glück?

Das mit dem regelmäßigem bloggen bekomme ich scheinbar nicht hin. Asche auf mein Haupt. Aber ich werde mich bemühen oder versuche es zumindest.

Vor Weihnachten war es richtig stressig. Ich brauchte ja noch Weihnachtsgeschenke. Immerhin habe ich es geschafft, für eine Organisation vor Ort, bei der ich auch so halbwegs ehrenamtlich arbeite, Weihnachtsgeschenke zum Verteilen zu machen. Worauf ich ziemlich stolz bin.

Bei der Organisation durfte ich dann auch vor Weihnachten extra helfen, was irgendwie alles eigenartig war. Meine Kolleginnen erzählten, dass sie eben für die Verteilaktion aufbauen. Als ich meine Chefin fragte, zögerte sie, bis ich nachfragte, ob ich die Oberchefin selbst fragen soll. Gesagt, getan und die hat sofort gestrahlt und klar darf ich helfen und so. Meine Chefin hat mir nämlich vor ein paar Monaten erzählt, dass mich die Oberchefin nicht leiden kann. Was aber gar nicht zum Verhalten der Oberchefin mir gegenüber passt. Die grüßt mich immer freudestrahlend und das ist auch nicht aufgesetzt. Denn eigentlich spüre ich das ja genau, wenn mich jemand nicht mag. Mich verunsichert das sehr.

Weihnachten war ok. Heilig Abend mit der Familie zu Mittag gegessen bei mir und am ersten Feiertag waren wir Essen. Ich habe kurz entschlossen doch Geschenke für meine Familie gemacht, weil ich das Gefühl hatte, das wird erwartet. Vater war wie gewohnt generell eigen, um es nett zu umschreiben, aber im allgemeinen nicht so schwierig wie sonst.

Silvester war ich mal wieder alleine daheim. Dank Dachgeschosswohnung war es auch mal wieder nichts mit den Jahresanfang verschlafen. Wobei es dieses Jahr ruhiger war als im Jahr zuvor und ich wohl hätte schlafen können? Mich hat aber auch zum ersten Mal das Alleinsein belastet.

Im neuen Jahr wird es wohl einige Änderungen geben, die mich ebenfalls beschäftigen. Allem voran werde ich versuchen mit der Horrorklinik eine Behandlungsvereinbarung aufzusetzen. Wie sich nun raus stellte, hat die Klinik einen Vordruck. Ich selber habe mittlerweile Abstand davon genommen, den kompletten Aufenthalt durch zu planen. Im Vordruck sind einige Punkte drin, bei denen ich eigentlich weiß, dass die Klinik das nicht leisten kann. Ich bin also gespannt. Die Woche gibt es deshalb einen Termin mit Wunderärztin, Frau Sonnenschein, meiner Betreuerin und mir. Bisherige Versuche meinerseits mich damit auseinander zu setzen endeten nicht so gut.

Vor wenigen Tagen hatte ich ein Erstgespräch zur Psychotherapie. Das war relativ gut. Die Dame hat sich sehr viel Zeit genommen. Was mir vorher nicht klar war, dass die Chefin der Organisation das Gespräch macht und ich nicht von ihr therapiert werden, sondern eben von jemand anderem.

Die Organisation bildet Therapeuten aus. Keine Ahnung ob ich das will. Anna war ja auch in der Ausbildung und ich glaube, manches wäre anders gelaufen, wenn sie fertig ausgebildet gewesen wäre.

Problematisch könnte da aber auch meine Krankheitsgeschichte und vor allem die Anzahl der Therapien sein. Die Krankenkassen würden mir dort eventuell gar keine Therapie bewilligen, weil ich schon so viele Therapien hatte und bei dem Krankheitsbild und so weiter. Wobei es eigentlich gar nicht so viele offizielle Therapien waren.

Die Leiterin der Organisation schaut nun mal, ob sie intern jemand hat der passt und fragt auch mal ihre ambulanten Kontakte durch. Immerhin ein Lichtblick oder nicht? Wobei das Thema Suizidalität wohl weiter ein Problem sein wird.

Ansonsten merke ich in letzter Zeit, dass ich irgendwie aus dem schlimmsten raus bin, wenn ich es nicht gerade wieder mal aufwühle. Leider werde ich einiges aufwühlen müssen, wenn ich die Behandlungsvereinbarung möchte und auch wenn ich einen Therapieplatz möchte.

Wenn Weihnachten naht

War ja ne nette Idee mit meinem Plan jedes Wochenende zu bloggen. Sorry.

Ich war ein wenig im Stress. Einmal weil mein Vater einen runden Geburtstag hatte. An einem Wochenende und auch wenn er keine Gäste einladen wollte, waren wir morgens frühstücken und Abends Essen und in seiner Stammkneipe. Was man nicht alles macht. Ab und an würde ich mir wünschen, man würde das auch sehen. Ich bin weder Frühaufsteher, noch mag ich Kneipenbesuche, noch einen betrunkenen Vater. Aber er war meinem Bruder so dankbar, weil der den Tag finanziert hat + Fresskorb. Da kann ich nicht mithalten. Aber nun ja, was solls.

An dem Wochenende war auch ein Freund zu Besuch. Also nach den Feierlichkeiten. Der Abend mit ihm war super toll, aber eben gepaart mit Vaters Geburtstag anstrengend.

Wobei ich mir gerade auch nicht wirklich klar darüber bin, wie ich die Beziehung zu diesem Freund definieren soll. Ich mag ihn, vermisse ihn auch. Will ich mehr? An sich ist er nicht mein Typ, hat auch Verhaltensweisen, die nicht meine Welt sind. Aber ich fühle mich sicher. Allerdings weiß ich mit Sicherheit, dass ich nicht bereit bin mit einem Mann zu schlafen. Wäre also unfair ihm gegenüber.

Ansonsten bin ich ein wenig im Weihnachtsstress. Da ich ja im Oktober und November so lange krank war, hinke ich hinterher. Wobei meine Familie ja eh nichts mehr bekommt, die haben einen dicken Adventskalender bekommen. Aber so Kleinigkeiten für Betreuerin, Frau Sonnenschein, Wunderärztin usw. Also habe ich noch ein paar stressige Tage vor mir.

Psychisch ging es mir relativ gut. Momentan habe ich eher einen Durchhänger. Keine Ahnung warum. Weil Weihnachten naht? Weil ich gerade mal wieder merke, wie alleine ich bin? Weil es mir irgendwie vor Weihnachten graut? Heilig Abend Mittagessen bei mir. Würstchen und Kartoffelsalat – weil es meine Familie will, ich hasse Würstchen und Kartoffelsalat. Was für mich auch heißt, ich muss früh aufstehen. Erster Feiertag gehen wir Mittag Essen. Also noch mal früh aufstehen.

Die Gedanken kreise nun natürlich wieder um Weihnachten. Um die letzten Lebensmonate meiner Mutter. Um Erinnerung an alte Weihnachtsfeste, die teilweise so schlimm waren, dass ich heulend das Elternhaus verlassen habe und heulend in meiner Wohnung saß und mir damals nur das Leben nicht genommen habe, weil ich dachte, ich brauche ein Testament. Heute denke ich oft, warum habe ich Rücksicht genommen? Warum wollte ich meiner Mutter das nicht antun? Heute denke ich, das größte Problem meiner Familie wäre gewesen, dass ihr Kind sich an Weihnachten das Leben genommen hat. Welch ungünstiger Zeitpunkt.

Ansonsten geht hier gerade alles kaputt, was sicherlich auch zu meiner schlechten Laune beiträgt. Mein Trockner, gerade mal 4 Jahre alt und ein Markengerät „trocknet“ nur noch kalt – sprich der läuft über Stunden und ich hole dann die klatschnasse Wäsche raus. Zum Glück ist mein Bad groß, der Wäscheständer stört trotzdem.

Warmes Wasser habe ich auch keines mehr in der Küche. Das Gerät dafür habe ich vor 5 Jahren ersetzen müssen. Durch einen Handwerker. Der Spaß hat mich damals 300 Euro gekostet. Wobei ich vermute, der ist nicht richtig angeschlossen worden hier oben. Aber wie beweise ich das? Nun hab ich jemand gebeten, da mal nach zu sehen und das klappt irgendwie gerade nicht. Und es nervt, Spülwasser entweder mit dem Wasserkocher heiß zu machen oder im Bad in einem kleinen Eimer zu holen.

Ich stopfe seit Jahren nur irgendwelche Löcher. Vor 5 Jahren das Warmwassergerät und mein Herd. Im Jahr drauf den Trockner. Dieses Jahr neue Waschmaschine. Letztes Jahr der Umzug und an sich suche ich weiter eine Wohnung. Mein Kühlschrank wird es auch nicht mehr lange machen.

Ich bin so weit mich zu fragen, ob ich es mir finanziell noch leisten kann, krank zu sein. Von einem Einkommen, welches mit Sozialleistungen auf Hartz 4 Niveau ist, ist das auf Dauer nicht möglich. Da Hartz 4 an sich ja auch keine Dauerleistungen sein soll, ist es eben nur für das Nötigste ausreichend.

Extreme Handlungsweisen

Irgendwie geht mir mein Vater und mein Geburtstag nicht aus dem Kopf. +

Eigentlich wäre es nett, ihn Montag anzurufen und ihm eine gute Reise zu wünschen. Auf der einen Seite graut es mir davor, genau das zu tun. Aus Angst, er fragt, was ich nun an meinem Geburtstag machen möchte. Auf der anderen Seite, wenn ihm was passiert, würde ich mir ständig Vorwürfe machen, weil wir an sich nicht wirklich im Guten auseinander gegangen sind.

Mein Geburtstag steht mal wieder an. Den habe ich seit 2006 an sich nie so feiern können, wie ich es wollte. Weil eben er ständig irgendwas anders machen wollte. Inkl. ein Fußballspiel anschauen, von dem er vorher sagte, er will es nicht sehen. Inkl. er lädt uns alle ein, ich darf aussuchen und er erzählt mir bis zu meinem Geburtstag, wie viel toller ein anderes Lokal wäre (zum Italiener – nur gehe ich nicht gerne italienisch essen). Inkl. ich lade alle zum Essen ein und er erklärt mir, dass Essen gehen doch viel toller ist und schlägt auch umgehend ein Lokal vor, in welches ich auf keinen Fall möchte. Begründung: Er geht da aber sooo gerne hin und wundert sich dann, dass ich mich weigere einen Tisch zu bestellen usw.

Er redet nun schon seit Wochen davon, dass er mit mir essen gehen will. Keine Frage, ob ich das will. Bisher war unklar ob Bruderherz da ist oder in den Urlaub fährt. Was ich ihm gegönnt hätte, aber dann eben gerne meinen Geburtstag so verbracht hätte, wie ich es gerne möchte und nicht unter dem Druck wann mein Vater wo essen gehen will. Da Vatern plante mal in eine größere Stadt zu fahren, so lange er noch ein Auto hat, dachte ich mir, wenn Bruderherz nicht da ist, fahren wir eben dort hin. Trennen uns, ich kann machen was ich will, er was er will und jeder ist glücklich.

Nun ist Bruderherz da. Ich erwähnte die Tage eben, dass ich das evt.! geplant hätte. Vatern nur so, können wir ja trotzdem machen, aber dann müssen wir früh fahren. Ich weiß, dass es ihm hauptsächlich darum geht, bei einem bestimmten Händler eine Bratwurst zu essen. Ich meinte 11 Uhr. Er nein, das sei zu spät. Ach ja Fahrtzeit maximal eine Stunde. Bzw. mit dem Auto müsste da schon viel Stau sein.

Nun überlege ich, ob ich das wirklich machen soll. Ich kenne ihn, der dann uns unbedingt irgendwelche Sehenswürdigkeiten zeigen muss. Wir kennen die Stadt alle. Ich vermute, er will nur so früh fahren, damit er früh daheim ist und ein Mittagsschläfchen machen kann. Sehe es eben auch kommen, dass er uns erst überall mit hin schleppt und dann essen wir eine Bratwurst, weil er die so lecker findet und dann fahren wir heim und ich war in keinem einzigem Geschäft, in welches ich wollte.

Ich rechne nun damit, dass er anfängt, wie toll es wäre, wenn wir dort eben hinfahren würden. Mir es nur davor graut, es allen recht machen zu müssen. Davon mal abgesehen, habe ich zum Shoppen an sich eh kein Geld. Und ja er meint es gut usw. Aber er wird wieder ein Nein nicht akzeptieren. Das geht mir nun den ganzen Tag schon durch den Kopf. Inkl. solcher Gedanken, ich sage halt ja und lasse sie am Bahnhof warten oder ruf kurz vor der Uhrzeit an, zu der wir uns treffen wollen und sage ich habe verschlafen, sie sollen ohne mich fahren. Oder ich teile meinem Bruder mit, dass er mit Vatern dahin fahren wird, ich klar nein gesagt hätte und er das nicht akzeptiert hat.

Meine Gedanken zu meinem Vater gehen zeitweise so weit, wenn er eben weiter über meine Grenzen hinweg über mich bestimmt, dass ich dann ja auch zu ihm ziehen könnte. Wäre, wenn ich die halbe Miete übernehme, auch nicht mehr Kosten. Er hat mich greifbar, wann immer er will usw.

Und nachher sollte ich Frau Sonnenschein anrufen. Die ich zurzeit auch eher nur anpampen würde. Sie die Probleme mit meinem Vater kennt. Sie klar sagt, er darf das nicht machen usw. und ich eben klar sagen soll, was ich will. Ich ihr aber auch antworten würde, ich hätte mir auch gewünscht, dass man mit mir über den letzten Klinikaufenthalt spricht. Das da im Endeffekt das selbe Schema lief. Eine Behandlung eingeleitet wurde, die ich immer abgelehnt habe. Mir Sachen versprochen wurden, die nie eingehalten worden sind.

Und so drehe ich mich gerade wieder mal im Kreis. Und stoße dabei sicherlich auch mal wieder ein paar Leute vor dem Kopf.