Es ist so weit

Ich plane ja einen Klinikaufenthalt. In der Klinik stehe ich seit März/April auf der Warteliste. Der Versuch da drauf zu kommen startete bereits im Februar. Und man nimmt mich trotz Medikamentenabhängigkeit.

Nun habe ich es letzte Woche endlich mal geschafft, mir die Klinik mal anzusehen. Dort kann man sich jederzeit einfach die Klinik ansehen. Ich war gespannt und dachte mir, mehr als weg schicken, kann mir nicht passieren.

Ich war sehr angenehm überrascht. Das Personal war mehr als sehr nett. Das kenne ich aus der Klinik vor Ort gar nicht. Mich hat ein Ex-Mitpatient begleitet, der ebenfalls sehr angetan war.

An sich wäre es mir wichtig gewesen, dass ich halbwegs einen Termin bekomme. Denn es hieß im Frühjahr nur, ab Juli/August und ich bekomme etwa eine Woche vorher telefonisch Bescheid. Die Dame meinte letzten Woche, dass es eher Ende Juli/Anfang August werden könnte.

Ende letzter Woche klingelte dann das Telefon, man könnte mich nächste Woche aufnehmen. Es machte sich leichte Panik breit und man beruhigte mich, ich soll mir das eine Stunde überlegen und dann noch mal anrufen.

Ich habe mich dann dafür entschieden. Denn die Entscheidung wird mir auch Ende Juli nicht leichter fallen. Und ich möchte ja auch die Sommerhitze in meiner Dachgeschosswohnung umgehen. Somit habe ich zugesagt.

Ich schwanke zwischen Panik, Panik, Panik. Habe natürlich auch Angst. Wobei klar das Thema DBT und Skills auch dabei sein wird und ich mit Beidem eher wenig anfangen kann. Der Hauptbestandteil aber eine andere Therapieform ist.

Nun saß ich da und musste Koffer packen. Kein wirklich einfaches unterfangen. Dort gibt es aber immerhin eine Waschmaschine. Aber ich kenne mich ja. Ich mache das anderswo nicht soo gerne. Ich werde aber definitiv zu viel Sachen dabei haben. Und ich wäre froh, das Zeug wäre aus dem 4.Stock schon unten und vor allem in 8 Wochen wieder hier oben.

In dem Rahmen habe ich dann auch diverse Listen ausgedruckt. Welche Medikamente ich bisher genommen habe, wer mich wann wo behandelt hat usw. Die Listen führe ich schon länger und sie sind immer hilfreich. Die habe ich damals von meinem alten PC auf einer externen Festplatte gespeichert und irgendwann auf meinen jetzigen PC gezogen. Beim Sortieren stellte ich fest, dass ich ja auch irgendwann Tagebuchkarten selbst gemacht hatte. Die Vordrucke fand ich immer doof. Die Klinik vor Ort arbeitete mit meinen Vordrucken.

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich die Dinger noch mal brauchen werde. Ich habe sie aber nun gesucht und ausgedruckt. Besonders erfreut bin ich nicht darüber, sie evt. wieder nutzen zu müssen. Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, wenn ich konstant darüber nachdenke, ob es mir schlecht geht oder gut geht, dann geht es mir eher schlechter. Manchesmal möchte ich einfach nicht hinterfragen, wie es mir geht.

Somit werde ich die nächste Zeit mit Sicherheit hier nicht schreiben. Ok so viel schreibe ich eh nicht mehr – sorry. Hat aber jemand Interesse an einem Erfahrungsbericht?

Horrorklinik wird zur Wunschklinik

Ich habe beschlossen, mich stationär aufnehmen zu lassen. Da ich nun mal in Hessen lebe und deshalb unter die hessichen Regelungen falle, ist ja nur die Klinik vor Ort im Krisenfall zuständig. Wie ich dank Wunderärztin weiß, würde mich die andere Klinik wohl auch nicht einfach so mal aufnehmen. Evt. über Warteliste. Im Akutfall aber wohl nur über die Polizei. Die hier nicht ins Haus kommt, weil die Haustür ja ganztägig abgeschlossen ist. Was mich gerade ziemlich ankotzt. Und im Ernstfall dann auch die Vermieter informiert wäre. Ich stelle es mir weniger lustig vor, wenn die Polizei hier war, die dann wohl einen RTW kommen lässt und wenn die mich abholen, mich mein Vermieter im Hausflur anhält, um mir mitzuteilen, dass er ja das Recht hat, Zugang zu meiner Wohnung zu bekommen, falls sie auf den Speicher wollen.

Außerdem komme ich sehr schlecht in die andere Klinik. Irgendwie fährt da zwar ein Bus. Da muss man aber umsteigen und das ist alles sehr kompliziert und so. Und vor allem komme ich da nicht weg. Somit also Horrorklinik. Wobei es mir mies genug geht, dass ich den Weg überhaupt gehe. Ok den Weg einer geplanten Aufnahme und ich sitze nun hier und warte auf den Anruf, dass ich am nächsten Tag aufgenommen werden kann.

Wunderärztin hat gesagt, sie ist mir dankbar, dass ich den Weg gehe. Das ich den Weg freiwillig gehe. Wobei sie darauf geachtet hat, dass ich dem Oberarzt nicht in die Finger falle. Der hat mittlerweile nur noch eine offene Station. Und er macht auf den zwei Stationen, für die ich nun auf der Warteliste stehe, auch keine Vertretung.

Leider musste ich zustimmen, mich auf die Station aufnehmen zu lassen, auf der ich 2009/2010 war. Damals hatte ich mich verzweifelt bemüht, mit dem Team warm zu werden, was letztendlich gescheitert ist. Was leider aber nicht nur an mir lag. Gut aufgehoben fühlte ich mich dort nicht.

Ich sehe es aber als neue Chance. Wobei meine Ziele auch andere sind. Ein wenig aufpäppeln. Länger als 7-10 Tage will ich auf keinen Fall bleiben. Also reine Krisenintervention. Wobei das „Programm“ eher mau sein wird. Denn die Pflege dort ist unterbesetzt und die arbeiten teilweise alleine. Sprich eine Krankenschwester für mindestens 20 Patienten. Somit finden wohl auch nicht wirklich viele Gespräche statt.

Auf der einen Seite hat sich mit der Entscheidung für den Klinikaufenthalt eine Art Erleichterung eingestellt. Auf der anderen Seite macht es mir enorm viel Angst. Werde ich mit dem Team zurecht kommen? Werde ich aufgefangen werden oder wieder mir selbst überlassen werden? Auf was muss ich achten, damit man mich nicht wegsperrt? Immerhin kannte man mich früher. Heute kennt mich dort kaum noch einer. Oder es werden alte Geschichten aufgewärmt.

Ganz schwer war es, meinem Umfeld davon zu erzählen. Der Kollegin, die ich so mag. Meiner Oberchefin, die mich gebeten hat, was für sie zu machen. Was aber eben gerade nicht geht. Und meiner Chefin. Mal abgesehen von meinem Bruder und meinem Vater.

Wie ich Der Neuen das erzählen soll, weiß ich auch nicht so recht. An sich will ich nicht, dass sie es weiß. Oder will ich es doch, weil es zeigt, wie mies es mir geht? Wobei sie mich zu wenig kennt, um den Ernst der Lage erkennen zu können. Momentan tendiere ich dazu, im Büro einfach am Abend vor der Aufnahme auf den Anrufbeantworter zu quatschen. Das ich eben den nächsten Termin nicht wahrnehmen kann, weil ich vorerst stationär untergebracht bin.

Momentan geht es mir ein wenig besser. Wobei ich auch alles mögliche ausblende. Und den letzten Termin mit meiner Neuen Betreuerin auch abgesagt hatte. Wobei ich bis heute nicht weiß, wie ich die Termine mit ihr dauerhaft auf die Reihe bekommen soll. Denn ich lebe nun mal einen verschobenen Tagesrhythmus, der mir auch gut tut, der aber nicht mit ihren Arbeitszeiten kompatibel ist. Sie schlug mir für diese Woche Termine um 8 Uhr morgens vor. Da ich morgens auch Zeit zum Anlaufen brauche, heißt das für mich zwischen 5.30 Uhr und 6 Uhr aufstehen. Was ich auf Dauer nicht schaffen werde.

Ansonsten bin ich generell ziemlich durcheinander. Ich versuche seit Samstag meinen Koffer zu packen. Passend für 10 Tage. Immerhin habe ich mittlerweile einen kleineren Koffer. Bisher benutzte ich einen riesigen Koffer. Nur bringe ich alles in den kleineren Koffer rein? Und wie werde ich den aus dem 4. Stock nach unten bringen?

Und ich habe konstant ein Angstgefühl. Bitte lieber Gott lass den Aufenthalt gut verlaufen lassen!

Schizophrenes Tourette

Die Überschrift klingt ein wenig provokant, betrifft aber ein Erlebnis heute, welches mich beschäftigt.

Ich ging heute Einkaufen. Voll beladen betrat ich den Laden, weil ich vorher noch Verpackungsmaterial organisiert hatte. Vorm Laden fiel mir schon eine Frau auf. Vielleicht so alt wie ich? Plus/Minus 5 Jahre. Irgendwie redete die vor sich hin. Wirkte aber ansonsten nicht so, wie hier fiele wirken. Leider haben wir hier in der Gegend viele Besoffene, die teilweise eben auch orientierungslos sind.

Die Frau betrat quasi mit mir den Laden. Irgendwie dachte ich da irgendwie, sie könnte Tourette haben? Keine Ahnung, an was ich das fest gemacht habe. Einfach ein Gefühl. Auch im Geschäft murmelte sie vor sich hin. Ich hatte irgendwie das Gefühl, ob ich sie mal fragen soll, ob alles ok ist. Habe mich dann aber doch nicht getraut.

Ich stand dann in einer der zwei Schlangen an der Kasse an. Irgendwann hörten wir alle nur eine Frau brüllen und mit Beschimpfungen um sich werfen. So was in der Art: Geh weg! Lass mich in Ruhe! Gesehen haben wir nichts. Aber es machte schon irgendwie Angst.

In dem Moment dachte ich, dass könnte die Frau sein? Das ist nicht zwingend nur Tourette, dachte ich. Schizophrenie evt? Oder beides zusammen? Geht das? Und ja sie machte auch mir Angst. Ich hatte keine Angst vor ihr, sondern Angst davor, auch mal so hilflos zu sein.

Das Verkaufspersonal muss sich wohl in irgendeiner Form um sie gekümmert haben? Der Securitymensch tauchte zumindest wieder im Kassenbereich auf. Die Filialleiterin stand auch neben einer Kasse und wartete. Ich wollte mich nicht länger dort rum drücken. Auch aus Angst davor, was ich evt. zu sehen bekomme? Zu sehen, wie „Normalos“ mit ihr umgehen? Hätte ich was tun können?

Ich habe durchaus auch Momente, in denen ich komisch reagiere oder eigenartig bin. Wenn es mir ganz schlecht geht zum Beispiel. Ich kann dann zwar die einfachen Dinge befolgen. Sprich meine Ware holen, an die Kasse gehen, bezahlen…. dabei freundlich zu den Verkäuferinnen sein. Aber ich bin auch sehr leicht reizbar. Und wirke sicherlich in den Momenten auch so, als wenn ich neben mir stehe. Was ja durchaus stimmt. Alles andere ist einfach jahrelang trainiert.

Ich habe Angst, auch mal mit meinen paranoiden Gedanken laut zu werden. Damit „unangenehm“ in der Öffentlichkeit aufzufallen.

Gleichzeitig frage ich mich gerade, ob ich zu den Verkäuferinnen hätte was sagen sollen? Wobei die eher die Schiene fahren dürften, wenn sie alleine nicht einkaufen gehen kann, ist das nicht deren Problem?

Wie hättet ihr gehandelt?

Freundschaft [short stories #2]

Was Eigenes und Jolijou haben für 2014 eine neue Aktion gestartet. Jeden Monat kann ein Text zu einem vorgegebenen Thema verfasst werden. Für Februar ist es das Thema Freundschaft.

Freundschaft ist ein kostbares Gut. Etwas was man hegen und pflegen muss. Etwas, was sicherlich wichtig ist, aber irgendwie nie dauerhaft Bestandteil meines Lebens war.

Ich kann mich erinnern, dass ich im Kindergarten eine Freundin hatte. Da gibt es auch noch Bilder zu. Die Mutter zog mit meiner Freundin leider zum Schulbeginn in ihr Heimatland. Meine Mutter hat mir vorher versprochen, wir würden uns trotzdem mal sehen. Sie waren weg und meine Mutter sagte, sie hat keine Adresse und nichts. Meinte zu mir, sie dachte, die Mutter würde sich damit melden.

Ich war damals enttäuscht. Heute denke ich, meine Mutter hätte sich da auch mal drum kümmern können. Dieses andere hätten ihr ja irgendwas vor den Arsch tragen können, war noch mehrmals Thema in unserem Leben.

Es gab zwar im Kindergarten auch andere Kinder, die auch später noch einen Stück meines Weges mit mir gingen. Auch mit mir auf dieselbe Grundschule gewechselt sind. Ich erinnere mich an die erste Sportstunde. Wir Mädchen zogen uns um und ein Mädchen, mit dem ich im Kindergarten auch schon gespielt hatte, meinte nur: Die fette Verstoert ist ja auch da. Das hat wehgetan.

Ich besuchte damals einen Kinderhort. Zusammen mit drei Klassenkameraden. Die beiden Mädchen waren miteinander befreundet und der Junge und ich verstanden uns an sich schon. Mit dem einen Mädchen war die Freundschaft erst inniger, zerbrach aber dann an einer Kleinigkeit.

Ich weiß, dass sich die Erzieher und meine Mutter wünschten, dass ich unter den Kindern, die dazu kamen, als ich in die zweite Klasse kam, eine Freundin finden würde. Was aber auch nicht wirklich der Fall war. Eines der Mädchen erzählte mir ein paar Monate später, dass sie mich ja nur ausnutzt.  Und Freundschaften zu jüngeren war Thema für sich. Meine Mutter bestand darauf, dass wir zum Geburtstag nur Kinder in unserem Alter einladen. Finde ich alles ein wenig widersprüchlich. Auf der einen Seite eine Freundin finden, aus dem Kreis jüngerer Kinder und auf der anderen Seite nur Kontakt zu gleichaltrigen zu haben.

Den Hort besuchte ich bis in die 6. Klasse hinein. In der 5. Klasse wechselte ich auf eine Realschule. Da bilden sich ja eigentlich auch noch Freundschaften. Nur doof, wenn man in den Hort musste, während die anderen sich für Nachmittags verabredet haben. Die Freundschaften bildeten sich und ich war nicht Teil davon, weil ich ja in den Hort musste. Als ich dort nicht mehr hin musste, hatten sich Freundschaften schon gebildet.

Die Realschulzeit sehe ich im Nachhinein so, dass ich vielen Gruppen zugehörig war, viele Leute auch aus anderen Klassen kannte (durch die Kirchengemeinde), aber die beste Freundin gab es nicht wirklich. Sie hatten immer noch andere Freundinnen. Gegen Ende der Schulzeit war der Kontakt zu einem Mädchen enger. Ihre andere Freundin forderte dann, entweder sie oder ich. Ich hasse solche Aktionen.

Ich glaube viele Freundschaften wurden auch nie inniger, weil ich eher oberflächlich war. Ich kannte aus dem Elternhaus nur, dass man mit anderen Menschen nicht über daheim reden durfte. Ich weiß, dass ich es gelegentlich tat. Eher in kleinen Runden. Zum Beispiel bei Freizeiten im Rahmen des Firmkurses usw. Die anderen Mädchen waren meistens geschockt. Und ich hielt mein Leben immer noch für normal.

Auch später ergab sich nichts, was ich heute als beste Freundschaft oder so bezeichnen würde. Gut ich war immer eigen. Anders eben. Aber oft auch gerne gesehen, so ist es nicht. Aber eben nichts für mehr.

Eine Freundin aus dem Kindergarten, also eine aus einem der Grüppchen, zu dem ich gehörte, erzählte ich mit Anfang 20 mal mehr aus meiner Kindheit. Wohlbemerkt ist sie als Kind bei uns recht oft gewesen. Kannte auch meinen Bruder und so. Sie war schockiert als sie manches hörte, denn das war ihr gar nicht bewusst.

Erst mit dem Internet lernte ich, man kann auch über Gefühle sprechen. Ich lernte einen jungen Mann kennen, mit dem es passte. Wir wurden von anderen als eines angesehen. Zerbrach, weil ich klammerte. Beziehungsweise auch zwischen Liebe und Freundschaft nicht unterscheiden konnte. Aber es gab noch einen Mann, mit dem der Kontakt enger wurde. Enger im freundschaftlichen Sinne.

Er riet mir auch dazu, wieder professionelle Hilfe zu suchen. Was ich auch irgendwann tat. Riet mir auch den elterlichen Betrieb zu verlassen und so weiter. Und er war Ansprechpartner als es darum ging, ob Klinik oder nicht. Zumindest vorm ersten Mal. Dort ja auch bald der Verdacht auf Borderline geäußert wurde. Wir Silvester eine Ewigkeit darüber sprachen. Zusammen mit seiner Freundin. Der Aufenthalt in einer Fachklinik wäre sicherlich sinnvoll. Das nahm ich dann am Jahresanfang in Angriff. Wofür ich den beiden auch dankbar bin.

Die Tagesklinik verließ ich kurz danach, mit eigentlich nicht wirklich etwas was geklärt war. Aber einer Menge Ängste. Und ich stand quasi vorm Nichts und wusste nicht, wie es weitergehen soll. Mit dem Freund mailte ich regelmäßig, der merkte, dass es mir richtig mies geht.

Knappe zwei Wochen nach Entlassung eskalierte die Situation. Frau Sonnenschein habe ich da am Telefon schon nicht mehr zusichern können, dass alles ok ist. Mein Freund meinte auch, ob ich nicht lieber in eine Klinik will? Wenn nicht mir zu Liebe, ihm zu Liebe und meiner Mutter zu Liebe. Hmmm, dachte ich. Fragte dann, ob er mich bringen würde. Ja er muss nur schnell noch seine Arbeit beenden, dann kommt er. Er wohnte zum Glück in einer Stadt in der Nähe. Zwischenzeitlich fragte er an, ob er Frau Sonnenschein anrufen darf, damit er weiß, wo wir hin müssen.

Kurze Zeit später stand auch die Polizei schon hier. Von Frau Sonnenschein, in Absprache mit den Ärzten, geschickt. Die Polizisten aber gingen, nachdem ich ihnen versichern konnte, dass mein Freund mich bringen würde.

Angekommen in der Notaufnahme. Ärztin der Tagesklinik da. Die mich erst mal weg schieben wollte. Endlich im Gespräch mit ihr. Ich hatte auf stumm gestellt. Da befragte sie den Freund. Der auch Auskunft gab. Sie ihn abwürgte und meinte, das weiß sie alles schon. Aber in einem Ton! Im Kontakt mit ihr meinte sie auch, sie würde lieber fernsehen, statt sich mit mir abgeben zu müssen. Und schob mich dann in eine andere Klinik ab, angeblich war in der Klinik vor Ort kein Platz mehr.

Danach gab es zwar Kontakt zwischen dem Freund und mir. Es gab aber bereits vorher die Absprache, wenn es ihm zu viel wird, sagt er es und das machte er. Der Kontakt wurde dünner, war aber zeitweise vorhanden. Er meinte aber auch, seit dem ich Borderline habe, weiß er nicht mehr, wie er mit mir umgehen soll. Einen Satz, den ich öfters hörte. Vor allem von Freunden, die mich an sich destruktiv kennen gelernt haben. Ein Satz, den ich bis heute nicht verstehen kann.

Mein Freund litt sehr unter dem, wie man mit mir in der Notaufnahme umgegangen ist. Schlussendlich zerbrach daran auch unsere Freundschaft, denn die bröckelte ab da ganz gewaltig. Heute besteht kein Kontakt mehr.

Es gibt heute lose Freundschaften, aber nichts wirklich Inniges. Ich scheue davor über mich zu reden. Viele sind damit überfordert. Mein Schweigen wird aber auch nicht wirklich gerne gesehen.

Klar wünsche ich mir im innersten meines Herzens eine beste Freundin oder einen besten Freund. Jemand zu haben, den man anrufen kann, wenn es einem schlecht geht. Ich befürchte aber, das wird ein Wunschtraum bleiben.

Gute Vorsätze [short stories #1]

Hier Short Stories wurde die Aktion Short Stories gestartet. Jeden Monat Geschichten zu einem vorgegebenen Thema. Für Januar das Thema Gute Vorsätze und hier mein Beitrag dazu.

Short Stories 2014 – Gute Vorsätze

Rückblende

2009 ein Jahr welches geprägt wurde durch den Wunsch meines Vaters, seinen 65. Geburtstag mit seinen Kindern zu verbringen. Soweit an sich in Ordnung. Nur wollte er auf keinen Fall am Wohnort feiern, sondern verreisen. Ich davor nur Panik hatte, aber zumindest am Anfang noch zu Kompromissen bereit war. Also näher am Wohnort. Kommentar meines Vaters dazu: Es ist sein Geburtstag und er sucht aus! So in der Art.

Hinzukam, dass ich keinen Cent hatte. Er gleich sagte er kommt für alles auf. Ich ihn aber auch kenne. Hätte wahrscheinlich geheißen, ich schlafe mit ihm in einem Zimmer. Was ich absolut nicht wollte. Auch hatte ich wenig Lust dem zu erwartendem Besäufnis bei zu wohnen.

Je näher der Geburtstag kam, umso größer wurde der Druck. Ich war zu keinen Kompromissen mehr bereit. Er bestand weiter drauf, dass er seine Tochter an seinem Geburtstag in den Arm nehmen will. Ich kochte immer mehr innerlich, denn ich wusste, würde Mama noch leben würde er keinen Gedanken an uns Kinder verschwenden.

Schon wenige Wochen vor dem Geburtstag wurde klar, ich brauche einen stationären Aufenthalt in einer Psychiatrie. Zwangsmaßnahmen konnte ich bis da aus dem Weg gehen. Aber da ja nun Weihnachten auch nahte, Weihnachten für mich die Hölle ist, drängte es langsam. Es war dann auch absehbar, ich würde schon zum Geburtstag meines Vaters in einer Klinik sein. Was sich dann doch verschob.

Bis kurz vor seinem Geburtstag Ende November drängte er. Bis hin zu so Sprüchen: Hast du mich denn nicht mehr lieb? Da stehe ich total drauf. Klar habe ich ihn lieb, bin aber nun mal aufgrund meiner psychischen Erkrankung eben nicht mehr so flexibel. Wobei ich meine Familie aus dem Thema generell raus ließ.

Der Geburtstag war rum, ohne dass ich mit verreist war. Dafür befand ich mich kurze Zeit später auf einer offenen psychiatrischen Station und es war absehbar, beziehungsweise geplant, diese vor dem neuen Jahr auch nicht wieder zu verlassen.

Der Aufenthalt generell nicht der Hit war. Mir fiel es schwer mit dem Team warm zu werden und das Team machte mir die Arbeit auch nicht leichter. Ich generell eher schweigsamer wurde. Wir den Noro-Virus auf Station hatten, der sogar eine Zimmerquarantäne nötig machte und die Station so aber zumindest nur knapp belegt war. Mein Bruder zum Jahresende noch heiratete. Mein Vater zur Hochzeit krank war und versuchte die Grippe mit Hustenbonbons in den Griff zu bekommen und sich halt irgendwie dorthin schleppte.

Nach der Hochzeit, bei der er stinknormale Paracetamol meiner Schwägerin annahm, die er von mir verweigerte hatte, rief mich mein Vater an. Es ginge ihm besser und so weiter. Für mich waren die Stunden vorher die ersten Stunden seit Jahren, in denen ich wieder Mut fasste und Vorsätze für das neue Jahr und mein Leben hatte. Vater nur so, er will im nächsten Jahr mit mir verreisen. Ich nur so, ich will das nicht. Er redete endlos auf mich ein und die Ärzte würden das sicherlich auch gut finden etc. Ich habe ihm wie oft gesagt, ich will das nicht. Er war weiter von seiner tollen Idee überzeugt.

Für mich brach die Welt zusammen. Ich war so froh das sein Geburtstag rum war und das Thema gemeinsame Reise vom Tisch war. Nun sollte das nächste Jahr wieder damit beginnen, dass er mich damit wieder pausenlos unter Druck setzt? Und das ganze über mindestens 12 Monate?

Silvester. Am Morgen Gruppenvisite. Wir, ein paar wenige Patienten, zwei Schwestern und die Stationsärztin sitzen zusammen im Aufenthaltsraum und es erzählt jeder so wie es einem geht, wie er dem neuen Jahr entgegen sieht und so weiter.

Meine Mitpatienten sind in freudiger Erwartung. Im neuen Jahr wird alles besser, alles toller, es wird sich so viel verändern. Nur ich sitze da, schweige, werfe dem Team Brocken hin. Ich mache alles um die anderen in ihrer freudigen Stimmung nicht mit runter zu ziehen. Dabei habe ich Angst vor dem neuen Jahr. Vor den Erwartungen meines Vaters, der ein Nein nicht akzeptieren kann. Habe Angst nun 12 Monate regelmäßig die Diskussion zu führen. Mir immer wieder anhören zu müssen, ob ich ihn nicht mehr lieb habe. Ich für mich da keinen Zusammenhang sehe. Immer depressiver werden würde. Mal wieder nur Suizid als Ausweg sehen werde…..

Das neue Jahr wurde keine 8 Tage alt, bis man mich nicht ganz freiwillig auf eine geschlossene Station verlegte und mir bis heute Vorwürfe macht, weil ich doch tatsächlich und absolut krankheitstypisch Suizidgedanken hatte und um Hilfe gebeten hatte.

Seit den Ereignissen gehe ich Vorsätzen für das neue Jahr aus dem Weg. Aus meinen Vorsätzen, dass sich im neuen Jahr mal was bewegt wurde erst mal wieder Angst vorm Vater, dann extreme Suizidgedanken, Tage die ich mit dem Schreiben eines Abschiedsbriefes in der angeblichen Sicherheit einer Psychiatrie zubrachte und es keiner merkte und dem Abgeschoben werden, weil ich Suizidgedanken hatte. Bis heute belasten mich die Vorwürfe. Für mich ist aus diesen Vorsätzen geworden, dass ich jedem Behandler immer wieder versichere, dass der Tag gut war, es mir gut geht und ich mich glaubhaft von Suizidalität distanzieren kann. Wie eine Schallplatte und mit meinen Suizidgedanken bleibe ich allein, wissend, dass die Klinik vor Ort mich damit ungerne behandeln wird, aber nur diese Klinik mich aufnehmen darf.

Und so beginne ich auch das Jahr 2014 wieder mit dem Wissen, ich darf nicht um Hilfe bitten.

Damit abschließen können?

Eben bin ich in einem Forum über Gedanken zu Kindheitserinnerungen gestoßen. Da ging es dann auch darum, schlechte Erlebnisse zu verarbeiten und abschließen zu können. Ist ein allgemeines Forum. Ich möchte mich da nicht wirklich äußern.

Ich frage mich aber, wie das funktioniert? Vielleicht weiß das hier jemand?

Kreativ :-)

Ich habe ja schon erwähnt, dass ich gerne kreativ tätig bin. In langen Nächten durchforste ich schon mal diverse Kreativ-Blogs. Immer auf der Suche nach neuen Ideen. Wobei das Umsetzen wohl erst mal brach liegt. Eben weil weniger Platz und eigentlich stricke ich gerade an einem Pullover.

Heute stieß ich beim Surfen durch diverse Blogs auf den Blog von Lila Lotta, was irgendwie ja passt, da ich den ultimativen LILAtick habe. Und irgendwie bin ich über den Blog schon mehrfach gestolpert.

Nun ja Lila Lotta macht ein Gewinnspiel und ich möchte teilnehmen. Eigentlich rechne ich mir wenig Chancen aus, aber einen Versuch ist es Wert.

Link zu der Aktion: http://lila-lotta.blogspot.de/2013/10/verlosung-blog-giveaway-4-ganz-tolle.html

Also drückt mal fleißig die Daumen.

Skaten im Rolli

Mein Umzug war relativ ok, dafür gibt es nun jede Menge Ärger und ich lebe auf einer halben Baustelle. Irgendwie habe ich aber gerade nicht wirklich den Nerv, darüber ausführlich zu schreiben.

Ich bin begeisterte Leserin von Jules Blog. Jule ist eine junge Frau, die auf dem Schulweg von einem Auto angefahren wurde und nun im Rollstuhl sitzt. Seit dem Unfall hat sich ihr Leben grundlegend verändert. Die Eltern haben sich von ihr abgewendet, Freunde von früher gibt es auch nicht mehr. Trotzdem geht sie ihren Weg.

Jule bittet zurzeit um eine Spende und ich finde die Aktion so gut, dass ich gerne auf Jules Beitrag verlinken möchte. Dort findet man auch mehr Informationen:

http://jule-stinkesocke.blogspot.de/2013/10/julius-mochte-skaten.html

Angst vor Fragen….

Ich befürchte, dass klappt alles nicht mehr diese Woche. Ich weiß aber auch, dass ich meine Vermieter danach gar nicht fragen brauche.

Es wären noch andere Dinge zu klären. Ich bräuchte nur Klingeln. Aber ich weiß gerade, dass ich damit gar nicht umgehen könnte. Die Ungewissheit macht mich aber auch kirre. Angst überwinden und in Kauf nehmen, dass es mir danach schlechter geht als jetzt? Und gerade ist da wenig Spielraum nach unten.

Und eigentlich müsste ich noch was schaffen. Keinen Plan mehr wo anfangen. Angst, alles gepackt zu haben und die schieben den Umzug noch mal.

So ich trete mir nun mal in den Arsch mindestens noch eine Kleinigkeit zu schaffen.

Wohnungschaos 16

Gestern das Gespräch mit den Vermietern. Nun sind sie wieder lockerer drauf. Ich werde nicht mehr schlau aus denen. Allerdings sind sie von zwei mir wichtigen Aussagen zurück getreten. Sie helfen nur beim Umzug. Nachdem nun klar ist, dass ich niemanden habe, der helfen kann, kümmern sie sich wohl drum? Ich weiß es nicht und ich habe Angst, dass sie einen Teil machen und mich dann stehen lassen. Und den Makler zahlen sie auch nicht ganz.

Argumentiert wurde immer wieder, dass sie ja oben so viel gemacht haben und das ja alles so teuer war und so weiter. Detailliert aufgeführt mal wieder. Aber im Endeffekt machen die das ja für sich.Die wollen die Wohnung ja nach mir noch mal Vermieten.

In die Wohnung des Sohnes zieht ein Ehepaar aus dem Haus. Sie hat Krebs, kann kaum mehr laufen. Wenn ich also nun alles abblase, habe ich wirklich alle im Haus gegen mich.

Immerhin habe ich einen Umzugstermin. Einen Sonntag. Logisch an sich, denn dann brauchen sich ihre Helfer keinen Urlaub nehmen. Eigentlich soll der Sohn meiner Vermieter auch helfen. Der hat an dem Tag einen Auftritt. Für den passiert das alles. Der hat immer Zeit, wenn sie mal wieder hier in der Wohnung sind. Aber zum Umzug wird er wohl nicht da sein?

Mir macht das alles fürchterliche Angst. Gestern war ich kurz davor den Klinikweg zu wählen. Habe aber Angst vor dem was in der Klinik passiert. Und habe auch Angst vor den Vorwürfen meiner Vermieter.

Nun wird es mit dem Packen erst mal zum Endspurt übergehen.