Lebenszeichen oder so

Eigentlich sollte ich hier schon lange der Monatsrückblick für Februar stehen. Bald auch der für März. Aber irgendwie bekomme ich es nicht wirklich auf die Reihe.

Mein Wunschaufenthalt in der Psychiatrie war Thema für sich. Es blieb bei den geplanten 10 Tagen, die ich schlussendlich Wunderärztin und Frau Sonnenschein zuliebe durch gezogen habe. Ich war mehrfach gedanklich dabei meine Koffer zu packen.

Ausschlaggebend für den Aufenthalt war für mich vor allem der Hinweis, dass ich dann ja jemand zum Reden hätte. Die Illusion wurde mir recht bald genommen. Es gab pro Woche ein Gespräch mit der Therapeutin von 25 Minuten. Was ich für verschwindend gering halte. Ich kam schon beim ersten Termin nicht hin. Denn bis ich auf die gestellte Frage geantwortet hatte, waren wir bei 50 Minuten.

Bezugspflegegespräche waren auch nur jeweils 25 Minuten. Eines pro Woche. In Krisensituationen wären die Gespräche auf mit der Bezugspflege auf 10 Minuten begrenzt gewesen. Das habe ich mir dann gleich geschenkt, weil ich es nicht schaffe, mein Gefühlschaos in 10 Minuten zu erklären. Wobei bei den Gesprächen wahrscheinlich nach 5 Minuten die Skillsschublade aufgezogen worden wäre. Sprich mir wäre geraten worden, was ich nun an Skills machen kann. Mich ablenken hilft mir aber nicht dabei meine Probleme zu lösen.

Ich habe sowohl bei der Therapeutin, wie auch bei der Bezugsschwester klar angesprochen, dass mir das nicht reicht. Ja das sei halt so. Und das sei alles bei jedem so. Nur doof, wenn andere Patienten anderen Patienten erklären, dass es ein Therapeutengespräch von 50 Minuten pro Woche gibt. Doof ist auch, wenn Mitpatienten erzählen, dass sie gerade eine Stunde mit einer Schwester geplaudert haben.

Von der Therapeutin gab es die Hausaufgabe, dass ich aufschreiben sollte, welche Bedürfnisse ich an eine neue Betreuerin hätte. Ich frage mich und das leider bis heute, warum ich Bedürfnisse formulieren soll, wenn gerade Menschen aus dem professionellen Bereich genau entgegengesetzt handeln. Damit habe ich den Aufsatz auch eingeleitet. Das wäre auch der Punkt gewesen, an dem man hätte arbeiten müssen. Statt dem wurde auf die Uhr gesehen, dass wir auch ja die 25 Minuten nicht überschreiten und dann wurde mir gesagt, wie toll ich doch meine Bedürfnisse formuliert hätte.

Ich weiß, wie es war, als ich im letzten Jahr gegenüber meiner Betreuerin mehrfach mein Bedürfnis geäußert habe, dass ich mit der Situation nicht umgehen kann, dass sie mir helfen soll. Was hat sie gemacht? Sachen, die ich ihr anvertraut habe, gegen mich verwendet. Ich weiß noch, wie es war, als ich dem Chef der betreuenden Organisation gegenüber meine Bedürfnisse geäußert habe und er mir versprach, dass er sich darum kümmert und mir am nächsten Tag mitteilte, dass er genau das Gegenteil macht und noch dazu behauptet, ich hätte das so verlangt. Komisch nur, dass Frau Sonnenschein, die bei dem gemeinsamen Gespräch dabei war, es genauso gehört hat, wie ich mich erinnere. Und ich weiß, wie die Klinik damit umging und noch umgeht, dass es mein Bedürfnis ist, zu verstehen, was bei dem Klinikaufenthalt 2009/2010 gelaufen ist. Dazu habe ich bis heute keine Auskunft, beziehungsweise ich darf darüber nicht mehr sprechen.

Wie kann man erwarten, dass ich Bedürfnisse formuliere, wenn man selbst meine Bedürfnisse mit Füßen tritt? Ich hatte ja der Therapeutin gegenüber das Bedürfnis geäußert, dass ich eindeutig mehr Gespräche bräuchte. Beziehungsweise mir eben 10 Minuten Krisengespräche nicht reichen.

Der Arztbericht war dann der Hammer. Meine Mutter ist ein Jahr und einen Monat später gestorben. Faszinierend das argumentiert wurde, man habe alte Dinge nur kopiert. Bei Copy und Paste stünde da was anderes. Ganz klar war auch, dass ich dabei bin Pflegestufe zu beantragen, um damit die Haushaltshilfe zu finanzieren. Im Arztbericht stand dann, dass ICH 3 Stunden die Woche als Haushaltshilfe arbeite. Hat man mir eigentlich zugehört? Wenn man die Zeiten schon so limitiert, dann würde ich mir zumindest wünschen, dass man mir zuhört.

Die Bezugspflegegespräche sollten an sich darum gehen, dass ich einen Plan für den Haushalt erstelle. Mit meiner Haushaltshilfe klappt das nämlich nicht wirklich. Das sie 3 Stunden dazu braucht, zwei Böden zu kehren, die beiden Böden zu saugen, in zwei Zimmern vorne herum ein wenig zu saugen, den Flur zu saugen, in Badewanne und Waschbecken massig Reinigungsmittel zu kippen und oberflächlich sauber zu machen und dann noch Küchenboden, Badboden und Hausflur zu putzen – das kann es nicht sein. Und das riss leider immer mehr ein.

Im ersten Gespräch kamen wir dazu nicht. Im zweiten Gespräch klärte mich die Schwester umfangreich darüber auf, was sie machen würde und erläuterte mir umfangreich den Stand vor dem Aufenthalt. Ich war aber schon weiter, da ich auch hier die Hausaufgabe, die lautete, machen Sie mal einen groben Plan, gemacht hatte. Und ihr Monolog durfte auch nicht unterbrochen werden. Bei jedem Versuch kam nur, ich soll sie ausreden lassen.

Mit den Mitpatienten war es auch eher Thema für sich. Einer, der ein Problem mit mir hatte, dem ich aber immer gut genug war, wenn er mich brauchte, argumentierte mir gegenüber, man würde sich an dem und dem stören – das würden die anderen auch sagen. Ich fragte mich innerlich, warum man mir das nie gesagt hat. Habe mich dann aber eben distanziert.

Ach ja, mit der Pflege gab es im Vorfeld die Absprache, wenn ich mich abkapsle, dann soll man mich ansprechen. Fiel noch nicht mal auf, dass ich auf einmal nur noch alleine war.

Ich für mich kann mittlerweile benennen, wann ich angefangen habe dicht zu machen und warum. Was für mich ein großer Fortschritt ist. Trotzdem weiß ich nun, dass das Setting, dass die Klinik anbietet, eben nicht mein Ding ist.

Seit kurz vorm dem Aufenthalt ist Persönliches Budget Thema. Der Kostenträger gibt grundsätzlich sein Ok. Allerdings muss ich vor Antragsstellung erst mal eine Betreuerin finden. Was sich als mehr als schwierig erweist. Es gibt keine offizielle Liste. Auf der inoffiziellen Liste stehen vor allem Männer drauf. Die Frauen nehmen zum Teil niemanden oder haben mich abgelehnt oder ich habe sie abgelehnt.

Ich suche nun natürlich nach Möglichkeiten. Laufe dazu von Pontius zu Pilatus. Keiner weiß was, keiner kennt jemand und so weiter. Psychosoziale Betreuung für psychisch Kranke kennt man hier kaum. Es sei denn, man geht über eine Organisation, was ich ja nicht mehr möchte.

Mit meiner neuen Betreuerin werde ich auch nicht warm. Sie macht mir Angst und ich vertraue ihr nicht. Ich sitze im Endeffekt meine Zeit bei ihr ab, bzw. habe die eben auch minimiert. Wichtige Dinge erledige ich alleine. Mehr schlecht als recht. Hauptsache ich muss mich ihr nicht anvertrauen.

Pflegestufe ist bewilligt worden, was mir zu denken gibt. Ohne Probleme beim ersten Anlauf. Die Haushaltshilfe kann ich darüber nicht finanzieren, sagte die Gutachterin. Der Kostenträger vom Betreuten Wohnen, der die Kosten zur Zeit trägt, sagt aber, dass das geht und er das einfach macht.

Momentan ist mir das alles zu viel. Vieles hätte früher meine Betreuerin aufgefangen. Die vorletzte. Die letzte hätte mich wohl nur ausgelacht?

Die Gedanken drehen sich wieder viel um Anna. Und um die letzte Betreuerin. Beide haben den selben Vornamen. Ich habe mal gesagt, ich würde mir ein T-Shirt bedrucken lassen, auf dem vorne drauf steht: Annas Spielzeug und auf der Rückseite ein Mülleimer zu sehen ist, in den man mich rein schmeißt mit den Worten: Mist kaputt – Ach egal! Denn das würde es einfach treffen.

Momentan würde ich mir einfach wünschen, dass mal was klappt. Aber irgendwie klappt gerade mal wieder nichts. Noch dazu gehe ich beim kleinsten an die Decke. Momentan ist es mein Vater.

 

 

 

 

 

 

 

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Es geschehen Zeichen und Wunder

Ich habe demnächst endlich ein Bett. Ein wenig anders als erwartet und geplant und irgendwie bin ich immer noch sprachlos.

Die Woche klingelte mein Telefon. Wunderärztin. Ich könnte ab nächsten Mittwoch ein Bett haben. Sie haben sich überlegt, dass es sinnvoll sei, sich vorher mal mit den Behandlern zusammen zu setzen. Also sie, Behandler der Station und ich. Um abzuklären, was voneinander erwartet wird. Und damit keine alten Sachen aufgekocht werden.

Ich selbst war innerlich darauf eingestellt, dass ich eine Art Neuanfang will. Also kein wühlen meinerseits in den alten und schlechten Erfahrungen. Wobei das eindeutig auch ein Zeichen dafür ist, dass es mir nicht gut geht und ich Hilfe brauche. Wobei ich mich ansonsten gerade irgendwie ok finde? Wohl auch mit dem innerlichen Wissen, da kommt bald Hilfe? Ok und ich gehe meiner neuen Betreuerin aus dem Weg.

Klar habe ich Angst. Oder Sorge? Eher Angst. Was wenn ich dem Oberarzt über den Weg laufe? Wobei der so radikal abgenommen haben soll, dass ich ihn wohl nicht erkennen werde? Wie mit den teilweise wirklich zickigen Schwestern umgehen? Wobei ich da gerade ein wenig locker dran gehe – ich habe schweigen mittlerweile gelernt. Lesestoff habe ich auch genug. Beschäftigt wäre ich also im Zweifelsfall.

Das gemeinsame Gespräch wird am Montag statt finden. Zwischen Sozialen Kompetenztraining (hat dieses Jahr wieder begonnen – Montag das letzte Mal, dann ist erst mal 4 Woche Pause) und meinem Termin mit Frau Sonnenschein. Da habe ich eigentlich 1,5 bis 2 Stunden Pause. Was natürlich dann sehr viel sein wird am Montag. Aber das ist es mir Wert.

So eine Behandlung habe ich mir seit Jahren gewünscht. Das man gemeinsam schaut, wie was laufen könnte. Also zumindest hoffe ich noch, dass wir gemeinsame Wege gehen. Es gibt wenig, was ich wirklich ablehnen würde. Ok eines der Dinge wäre ein Entzug meines Schlafmittels. Wäre das nicht gewesen, würde ich heute wohl nicht mehr leben, weil ich mich heulend im Bett gewendet hätte und irgendwann wohl den letzten Schritt getan hätte.

Irgendwie habe ich mir das die letzten Jahre immer anders vorgestellt. Wie ich im Falle einer Aufnahme reagieren würde. Bockig passt ganz gut. Aber die Gedanken sind alle Weg. Denn ich will was ändern. Keine Ahnung wie und was. Aber so wie die letzten Monate geht es nicht weiter.

Horrorklinik wird zur Wunschklinik

Ich habe beschlossen, mich stationär aufnehmen zu lassen. Da ich nun mal in Hessen lebe und deshalb unter die hessichen Regelungen falle, ist ja nur die Klinik vor Ort im Krisenfall zuständig. Wie ich dank Wunderärztin weiß, würde mich die andere Klinik wohl auch nicht einfach so mal aufnehmen. Evt. über Warteliste. Im Akutfall aber wohl nur über die Polizei. Die hier nicht ins Haus kommt, weil die Haustür ja ganztägig abgeschlossen ist. Was mich gerade ziemlich ankotzt. Und im Ernstfall dann auch die Vermieter informiert wäre. Ich stelle es mir weniger lustig vor, wenn die Polizei hier war, die dann wohl einen RTW kommen lässt und wenn die mich abholen, mich mein Vermieter im Hausflur anhält, um mir mitzuteilen, dass er ja das Recht hat, Zugang zu meiner Wohnung zu bekommen, falls sie auf den Speicher wollen.

Außerdem komme ich sehr schlecht in die andere Klinik. Irgendwie fährt da zwar ein Bus. Da muss man aber umsteigen und das ist alles sehr kompliziert und so. Und vor allem komme ich da nicht weg. Somit also Horrorklinik. Wobei es mir mies genug geht, dass ich den Weg überhaupt gehe. Ok den Weg einer geplanten Aufnahme und ich sitze nun hier und warte auf den Anruf, dass ich am nächsten Tag aufgenommen werden kann.

Wunderärztin hat gesagt, sie ist mir dankbar, dass ich den Weg gehe. Das ich den Weg freiwillig gehe. Wobei sie darauf geachtet hat, dass ich dem Oberarzt nicht in die Finger falle. Der hat mittlerweile nur noch eine offene Station. Und er macht auf den zwei Stationen, für die ich nun auf der Warteliste stehe, auch keine Vertretung.

Leider musste ich zustimmen, mich auf die Station aufnehmen zu lassen, auf der ich 2009/2010 war. Damals hatte ich mich verzweifelt bemüht, mit dem Team warm zu werden, was letztendlich gescheitert ist. Was leider aber nicht nur an mir lag. Gut aufgehoben fühlte ich mich dort nicht.

Ich sehe es aber als neue Chance. Wobei meine Ziele auch andere sind. Ein wenig aufpäppeln. Länger als 7-10 Tage will ich auf keinen Fall bleiben. Also reine Krisenintervention. Wobei das „Programm“ eher mau sein wird. Denn die Pflege dort ist unterbesetzt und die arbeiten teilweise alleine. Sprich eine Krankenschwester für mindestens 20 Patienten. Somit finden wohl auch nicht wirklich viele Gespräche statt.

Auf der einen Seite hat sich mit der Entscheidung für den Klinikaufenthalt eine Art Erleichterung eingestellt. Auf der anderen Seite macht es mir enorm viel Angst. Werde ich mit dem Team zurecht kommen? Werde ich aufgefangen werden oder wieder mir selbst überlassen werden? Auf was muss ich achten, damit man mich nicht wegsperrt? Immerhin kannte man mich früher. Heute kennt mich dort kaum noch einer. Oder es werden alte Geschichten aufgewärmt.

Ganz schwer war es, meinem Umfeld davon zu erzählen. Der Kollegin, die ich so mag. Meiner Oberchefin, die mich gebeten hat, was für sie zu machen. Was aber eben gerade nicht geht. Und meiner Chefin. Mal abgesehen von meinem Bruder und meinem Vater.

Wie ich Der Neuen das erzählen soll, weiß ich auch nicht so recht. An sich will ich nicht, dass sie es weiß. Oder will ich es doch, weil es zeigt, wie mies es mir geht? Wobei sie mich zu wenig kennt, um den Ernst der Lage erkennen zu können. Momentan tendiere ich dazu, im Büro einfach am Abend vor der Aufnahme auf den Anrufbeantworter zu quatschen. Das ich eben den nächsten Termin nicht wahrnehmen kann, weil ich vorerst stationär untergebracht bin.

Momentan geht es mir ein wenig besser. Wobei ich auch alles mögliche ausblende. Und den letzten Termin mit meiner Neuen Betreuerin auch abgesagt hatte. Wobei ich bis heute nicht weiß, wie ich die Termine mit ihr dauerhaft auf die Reihe bekommen soll. Denn ich lebe nun mal einen verschobenen Tagesrhythmus, der mir auch gut tut, der aber nicht mit ihren Arbeitszeiten kompatibel ist. Sie schlug mir für diese Woche Termine um 8 Uhr morgens vor. Da ich morgens auch Zeit zum Anlaufen brauche, heißt das für mich zwischen 5.30 Uhr und 6 Uhr aufstehen. Was ich auf Dauer nicht schaffen werde.

Ansonsten bin ich generell ziemlich durcheinander. Ich versuche seit Samstag meinen Koffer zu packen. Passend für 10 Tage. Immerhin habe ich mittlerweile einen kleineren Koffer. Bisher benutzte ich einen riesigen Koffer. Nur bringe ich alles in den kleineren Koffer rein? Und wie werde ich den aus dem 4. Stock nach unten bringen?

Und ich habe konstant ein Angstgefühl. Bitte lieber Gott lass den Aufenthalt gut verlaufen lassen!

Rückblicke oder so

Eigentlich sollte seit Anfang Dezember hier ein Monatsrückblick für November stehen. Eigentlich sollte seit Anfang Januar ein Monatsrückblick für Dezember stehen. Eigentlich fehlt auch noch ein Jahresrückblick.

Zumindest den Jahresrückblick könnte ich in wenigen Worten wieder geben. Ich habe alles verloren, für was ich 2015 gekämpft habe. Ich hatte nach fast 10 Jahren Psychokarriere das erste Mal eine Phase die halbwegs gut und mit Perspektiven behaftet war. Mittlerweile bin ich psychisch in einem schlechteren Zustand, als nach dem letzten Klinikaufenthalt. Ich hätte nie gedacht, dass das möglich ist.

Anfang November teilte mir meine Betreuerin ja mit, dass sie Ende Januar in den Mutterschutz geht. Begleitet von Hinweisen, dass für sie ja eine neue Kraft eingestellt wird. Eine Woche später teilte sie mir, freudestrahlend mit, dass es bereits ab Januar eine neue Betreuerin für mich gibt. Nannte mir den Namen und ich dachte nur, bitte nicht. Außerdem fühlte ich mich abgeschoben, weil sie so freudig war, mich schneller los zu werden.

Der Wechsel prägte den Rest der Betreuung. Und leider auch das Leben drum herum. Selbst meine Chefin sprach mich an, dass ich mies aussehe. Sonst kann ich das ja meistens ausblenden.

Im Laufe der restlichen Betreuung habe ich den Datenschutzrichtlinien widersprochen. Da wurde ich dann richtig zum Problem. Denn damit mache ich ja Arbeit. Und ganz wichtiger Punkt war auch die Supervision. Ich weiß bis heute nicht, was meine persönlichen Daten in der Supervision zu suchen haben. Somit war ein Gespräch mit der Leitung nötig. Dem ich auch zustimmte, in der Hoffnung, man hilft mir mit dem Betreuerwechsel, der für mich immer mehr zum Problem wurde.

Das Gespräch fand im Beisein von Frau Sonnenschein statt. Zusammengefasst musste ich den Datenschutzrichtlinien zustimmen, weil sonst keine Betreuung möglich wäre. Man fand mich misstrauisch und keine Ahnung. Auch weil ich doch tatsächlich Akteneinsicht möchte, was mir ja rein rechtlich zusteht und ebenfalls in den Datenschutzrichtlinien drin steht, die ich unterschreiben musste.

Ganz großes Problem am Betreuerwechsel war ja auch, dass ich die Neue vorher kennen lernen wollte. Was mir ja immer wieder verweigert wurde. Bzw. wurde mir gesagt, dass es ja vorher sei, wenn ich die Neue nach dem Betreuungsbeginn kennenlerne.

Der Leiter meines BeWos versprach mir dann, dass ich die Neue vor Weihnachten kennenlerne, aber die Betreuung erst ab Januar beginnt. Obwohl er nicht verstehen konnte, warum ich die Neue vorher kennenlernen möchte. Er meinte aber, zwei Meinungen können ja nebeneinander Bestand haben. Ich habe das damit kommentiert, dass er ja aber die Macht hat, seine Meinung durch zu setzen. Dem stimmte er zu.

Am selben Tag fand dann noch die Betreuung statt. Ich vertraute meiner schwangeren Betreuerin mit, dass für mich das Tempo ein ganz großes Problem wäre. Erst urplötzlich schwanger und die Ankündigung sie sei bis Ende Januar meine Betreuerin und die Woche drauf schon eine neue Betreuung für früher habe.

Was ich immer wieder klar formuliert habe, dass ich die Situation auf Weihnachten nicht wollte. Da man ja soo sehr Wert auf den fachlichen Austausch legt (deshalb sollte ich ja den Datenschutzrichtlinien zustimmen), müsste man eigentlich wissen, wie schwierig Weihnachten generell für mich ist. Das ich in der Regel zwischen Oktober und im schlimmsten Fall März zu nix zu gebrauchen bin.

Am nächsten Tag klingelte das Telefon. Der Leiter des BeWo. Man habe am Abend vorher noch zusammen gesessen und die Neue hätte die Betreuung ab dem Vorabend übernommen. Ich brach heulend am Telefon zusammen. Der Leiter konnte das gar nicht verstehen, weil das doch genau meinen Wünschen entsprechen würde. Ich hab das Gespräch beendet, weil ich kein Wort mehr durch mein Heulen verstand. Danach war er für mich nicht erreichbar und ab dem Tag danach im Urlaub.

Frau Sonnenschein und Wunderärztin, die mich dann beide nacheinander heulend am Telefon hatten, sind auch recht sauer über das was da passiert ist. Sind sie immer noch. Frau Sonnenschein wollte wohl, wie ich später erfuhr, den Leiter anrufen, weil in ihrem Beisein ja was anderes besprochen wurde. Was sie aber nicht tat. U.a. weil ich ihr mitgeteilt hatte, dass er im Urlaub ist. Was ich im nach hinein aber passend empfunden hätte, damit man auch mal sieht, dass andere es wie ich sehen.

Die Neue hatte ein wenig Probleme einen Termin mit mir zu finden. Sie wollte mich anrufen. Was aber nicht klappte. Dann kam eine Mail mit einem Terminvorschlag, von dem an sich hätte bekannt sein müssen, dass ich da nicht kann.

Angeblich, so hatte mir die Leitung das am Telefon mitgeteilt, sollte dann auch eine Übergabe statt finden. Den ersten Termin mit der Neuen hatte ich Anfang Dezember. Zur Übergabe kam es dann Anfang Januar – also vier Wochen später.

Ich habe meiner alten Betreuerin einen Brief geschrieben, den ich bei der Übergabe vorlesen wollte. Auf gutes Zureden anderer und weil Frau Sonnenschein meinte, eine schwangere Frau müsste man schützen, habe ich eine freundlichere Fassung aufgesetzt. In der ich eben erklärte, wie ich mich gefühlt habe in einigen Situationen.

Die Neue fand mich unmöglich, weil ich ja nur Vorwürfe mache usw. Auch findet sie es unmöglich, dass ich versucht habe, die Schweigepflichtentbindung entzogen habe und den Datenschutzrichtlinien für das andere Team zu widersprechen. Ohne meiner Zustimmung sei keine Betreuung möglich und ich sei zu misstrauisch.

Fertig vorgelesen habe ich somit auch nicht. Meine alte Betreuerin gestaltete ihre Übergabe so, dass sie drei Punkte nannte, die man ihrer Meinung nach für 2016 erreichen müsste. Aber nichts über mich oder so. Die Neue (ich glaube das ist nun ihr Synonym) meint, sie will mich selber kennen lernen. Ich finde ja, ein paar Infos wären nicht schlecht. Aber das liegt nicht in meiner Macht.

Auf meine Frage, was sie denn mit mir in dem halben Jahr erreicht hat, konnte sie mir keine Antwort geben. Ich schlussfolgere aus ihrem Schweigen, dass wir alles was im Hilfeplan steht, erreicht haben?

Die letzten Wochen mit ihr waren geprägt durch meine Fragen. Ich habe sie verzweifelt angebettelt, dass sie mir hilft mit der Situation umzugehen. Sie hat hauptsächlich geschwiegen und mich darauf hingewiesen, dass sie selber entscheiden kann, wann sie wem wie die Schwangerschaft mitteilt. Ich hätte gerne die Entscheidung, wem ich vertraue, für mich selber entschieden. Immerhin haben sich die Bedingungen für die Betreuung im August (ich vermute eher im Juli schon – also 6-8 Wochen nach Betreuungsbeginn) geändert. Nur das ich davon nichts wusste.

Ich habe mich ihr anvertraut. Habe mein Leben transparent gehalten. Manche Dinge wurden (bewusst?) gegen mich verwendet. Man hat mich mir selbst überlassen. Im Hilfeplan steht was von psychischer Stabilität. Aber sie hat mich in allen Krisensituation während der Betreuung abgewiesen.

Ich habe teilweise heulend vor ihr gesessen und sie hat es nicht interessiert. Sie hat, bei einem Termin bei Wunderärztin, meine Selbstverletzungen gesehen und es hat sie scheinbar nicht interessiert. Ich empfinde, dass sie das wollte und das ihr Ziel war. Fehlt nur noch der Suizid.

Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter. Die Neue ist nicht mein Ding. Noch dazu hat sie Arbeitszeiten, die mit meinem Tagesrhythmus nicht zusammen passen. Ich lebe einen verschobenen Tagesrhythmus und seit dem ich den bewusst lebe und dazu stehe, geht es mir psychisch auch besser. Da ich es nicht schaffe, früher ins Bett zu gehen, wird das zum Problem werden. Und früher ins Bett gehen habe ich nun in den letzten Monaten mehrfach versucht. Es klappt einfach nicht. Ich überlege nun, meinen Tagesrhythmus noch mal komplett umzuschmeißen und eben von 15 bis 22 Uhr zu schlafen.

Ich finde es schade und auch verletzend, dass eine Organisation, die sich um psychisch kranke Menschen kümmern sollte, so handelt. Es verletzt mich, dass sich keiner mit mir auseinander setzt. Ich habe keine Wunder erwartet. Aber Schweigen, Schweigen, Schweigen und ab und an mal die Worte: Das ist nicht so ohne weitere Erklärungen, hat mir nicht geholfen.

Ich liebäugle mit einem Klinikaufenthalt. Sogar in der Horrorklinik. Auch hier überwältigen mich aber immer wieder die schlechten Erinnerungen. Was wird mit mir passieren dort? Wobei ja keiner am Ist-Zustand der Situation was ändern kann. Leider weiß ich auch, dass die personelle Situation in der Horrorklinik gerade mehr als bescheiden ist. Eine Pflegekraft pro Schicht für über 20 Patienten. Ich hätte wieder keinen Ansprechpartner.

Wie wird der Oberarzt reagieren? Wie wird man generell reagieren? Wie werde ich reagieren? Kann ich mich davon trennen, nicht nur bockig (resultierend aus den Erfahrungen in dem Haus) zu reagieren?

Im Dezember habe ich nur durch gehalten, weil mein Bruder Geburtstag hatte und ich ihm den Geburtstag nicht verderben wollte. So ging es auch auf Weihnachten zu. Btw. eines der miesesten Weihnachtsfeste. Im Januar habe ich jemand meine Hilfe bei was versprochen. Dort war ich nach dem Übergabegespräch verabredet. Wäre das nicht gewesen, hätte ich mir umgehend nach dem Übergabegespräch das Leben genommen.

Und ganz schwer ist es zu ertragen, dass sowohl Frau Sonnenschein, wie auch Wunderärztin und mein ambulanter Kontakt bei der Telefonseelsorge gerade nicht weiter wissen. So oft wie die letzten Wochen habe ich auch noch nie mit der Telefonseelsorge telefoniert. Die mir ebenfalls sagen, dass das was in mir vorgeht, auch für Gesunde schwierig wäre.

Vertrauen – Der Feind!

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, weil es gerade sooo viel ist. So viel was mich belastet, was mir durch den Kopf geht.

Im Juni gab es ja einen Betreuerwechsel. Ich wollte da an sich ja gar nicht. Die Organisation, die eben mein betreutes Wohnen macht, sagt aber mittlerweile, sie wollen keine langjährigen Betreuungen mehr. Neuer Wind und so.

Die Beziehung zu meiner letzten Betreuerin war, nach anfänglichen Schwierigkeiten (ok die hielten länger an) ziemlich gut. Richtig gut wurde sie an sich nach dem letzten Klinikaufenthalt. Sie teilte mir das an sich auch früh genug mit, wir konnten den Wechsel verschieben und sie hat mir halt klar gesagt, ich soll es als Chance sehen. Sie hat sich auch richtig viel Mühe gegeben, jemand passendes für mich zu finden. Was nicht ganz einfach ist, weil keine Mann, 2 andere Betreuer hatte ich schon, eine schließe ich grundsätzlich aus usw.

Die neue? Ich versuchte mit ihr warm zu werden. Vom Typ her ist sie generell schon mein Ding. Wenn so vieles anderes nicht gewesen wäre. Zumindest jetzt, im nach hinein betrachtet. Sie Betreuung begann im Juni und sie hat mich quasi zwei Wochen betreut und war dann erst mal eine Woche im Urlaub.

Im September folgten 3 Wochen Urlaub. Nun ist meine alte Betreuerin ihre Vertretung bei mir. Das erste Mal seit dem ich Betreuung habe, dass die Urlaubsvertretung kein Problem ist. Nun überschnitt sich der Urlaub der Beiden um eine Woche. In einer Woche hatte ich also meine alte Betreuerin gesehen. In der zweiten Woche war Rufbereitschaft – sprich ich hätte anrufen können. In der dritten Woche sollte ein Kollege die Vertretung machen und da hieß es klar, er ruft mich an.

Ich hatte vor Monaten, noch mit meiner alten Betreuerin, angefangen, Nachts eine Mail zu schreiben, wenn ich ins Bett gehe. Damit ich mal früher ins Bett komme. Das hat die neue übernommen. Mir wurde gesagt, dass kann ich bei der Vertretung der Vertretung auch machen, das sei abgesprochen.

In der Woche lief hier einiges schief und ich hätte einen Ansprechpartner gebraucht. Frau Sonnenschein war nämlich auch im Urlaub. Nun ja, dachte ich mir, der Betreuer wird ja irgendwann mal anrufen. Da bis Mittwoch kein Anruf kam, habe ich in der Gute Nacht Mail um ein Telefonat gebeten. Leider hat er die Mails erst Donnerstag Abends abgerufen und wir haben dann erst Freitag telefoniert.

Für mich war das keine Situation und ich wollte die für die Zukunft ändern. Was an sich auch kein Aufwand gewesen wäre. Ich sprach also meine Betreuerin an, dass das eben doof gelaufen ist und ich darum bitte, dass man für das nächste Mal, wenn klar gesagt wird, man wird mich anrufen, eben im Vorfeld ein Termin vereinbart wird.

Ich habe zwei Wochen mit ihr rum diskutiert und der Grundton war an sich, dass das alles alleine meine Schuld gewesen sei. Begreife ich bis heute nicht. Da bestand eine klare Absprache (er ruft mich an – ohne Zeitangabe) und ich muss darum betteln. Laut ihr hätte er mich nicht erreicht – was definitiv nicht stimmt. Er selbst sagte am Telefon zu mir, dass das blöd gelaufen sei und es ihm Leid tut und sie erklärt mir konstant, dass das mein Fehler gewesen ist?

Im Oktober ging es dann zur Mitte des Monats rund. Einmal war ich dauererkältet. Dann teilte mir meine Therapeutin mit, dass die Therapie nicht weiter geht, weil die Krankenkasse die Therapie ablehnt. Die Gruppentherapie wurde wieder aufgelöst. Mein Rehasport stand auch auf wackligen Beinen, weil ich dort wochenlang nicht war, weil ich ständig krank war. Das wusste meine Betreuerin, dank der nächtliche Mails, auch alles.

In der Woche stand noch ein Termin bei Wunderärztin an. Zu dem sie mitkommen sollte (wir finden so schwer einen Termin und da kam sie eben öfters mal mit). U.a. war auch geplant, Akteeinsicht für einen bestimmten Tag zu beantragen (da läuft die 10 Jahres Frist demnächst ab) und ich hatte da noch eine Frage zum Betreuungsvertrag, den ich im Beisein der Wunderärztin klären wollte.

Am Tag vor dem Termin hätte man mich an die Wand klatschen können. Ich war total neben der Spur und rief eben meine Betreuerin an. Die mir via Mail schon mitgeteilt hatte, dass sie zu dem Termin nicht mitkommen möchte, wenn ich so erkältet bin. Ich habe am Telefon die meiste Zeit geheult. Habe sie mehrfach um Hilfe gebeten. Wollte das sie mich aufmuntert. Ihr Hauptaugenmerk galt dem Punkt, sie möchte zu dem Termin nicht mit komme. Ich gehe da an sich sehr vorsichtig mit um: Ich gebe keinem die Hand, halte Abstand etc pp. Sie fährt jeden Tag eine längere Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Deshalb verstehe ich bis heute nicht, warum sie zu dem Termin nicht mit gegangen ist. Ich hätte das verstanden, wenn sie hätte zu mir nach Hause kommen müssen. Aber so? Genügend Abstand wäre gewesen, das Zimmer meiner Wunderärztin ist ja keine Besenkammer.

Ich verwies darauf, dass ich eben was wegen dem Betreuungsvertrag und so. Sie betonte mehrfach, sie hat Angst sich anzustecken. Und ich würde ja auch nicht gut klingen. (ja ich klang ziemlich verheult). Das mit der Akteneinsicht hatte ich schon gar nicht mehr auf dem Schirm, weil ich total fertig war. Schlussendlich haben wir Donnerstag telefoniert und sie hat mich dann abgewürgt, weil sie zum nächsten Termin (der seltsamerweise zu der Zeit war, zu der sie an sich mit mir einen Termin hatte) musste.

Die Woche drauf war ich gesundheitlich noch angeschlagen. Teilte ihr das halt auch mit. Die Vertretung meiner Hausärztin, bei der ich mich nun mal blicken ließ (die kann ja eh nicht mehr machen, außer mir Medikamente zu nennen, zum Inhalieren zu raten usw – und das kann ich alleine), hat mir ein Antibiotika verschrieben, sagte aber gleich, dass das wenig bringen wird. Meine Betreuerin war der Meinung, ich sei ja dank Antibiotika nicht mehr ansteckend. Und außerdem sei ich ja nun schon seit über einer Woche krank und da sei die Ansteckungsgefahr ja nicht mehr so groß. Ach ja, zum Termin mit Wunderärztin war ich genau eine Woche wieder richtig krank – was meine Betreuerin ebenfalls wusste.

Und was mich an sich am meisten trifft – sie sagte zum Thema Therapieende, Ende der Gruppentherapie das das alles ja gerade ein wenig viel sei und sagte fast im gleichen Atemzug, dass sie mich die Woche auch nicht sehen will. Und da wundert sich jemand, dass ich nicht rund laufe?

Vor drei Wochen redeten wir locker flockig über meine Geburtstag nächstes Jahr und sie meinte, sie notiert sich das Datum. Ich erwähnte, dass ich es toll finde, an meinem Geburtstag mit Familie, Frau Sonnenschein und Betreuerin Kaffee zu trinken. Das kam von ihr, ohne das ich es in irgendeiner Form eingefordert hätte.

Ich habe ihr allerdings auch klar gesagt, wie doof ich das fand und in Kombination mit der Aktion der Urlaubsvertretung das Vertrauen ziemlich weg ist und ich es halt doof finde, wenn ich da endlos lange meine Bedürfnisse formulieren muss und sie mir nonstop sagt ich sei im Unrecht, obwohl mir der Kollege was anderes gesagt hat. Immerhin gab sie mittlerweile zu, dass das doof gelaufen ist.

Letzte Woche meinte sie dann zu mir, dass sich bei ihnen personell nächstes Jahr was ändern wird. Sie geht ab Ende Januar in den Mutterschutz. Ende März kommt das Baby und mit Resturlaub und so.

Ich selber wäre an was langfristigem interessiert gewesen. Habe ehrlich gesagt auch keine Lust, mich nun schon wieder auf jemand einzulassen. Das meine Betreuerin schwanger wird, war bei meiner alten Betreuerin schon meine größte Sorge. Das war auch immer wieder Thema.

So nach und nach koche ich innerlich immer mehr. Klar das ihr die Vetretungssituation relativ egal war, denn da muss sie schon gewusst haben, dass sie schwanger ist. Im August war sie zu einem Termin mit der Therapeutin mit dabei. Da erzählte sie, ebenfalls von sich aus, dass wir noch in der Kennelernphase sind. Da lache ich heute bitter drüber – denn da wusste sie ja bereits, dass sie mich in wenigen Monaten nicht mehr betreuen wird.

Ich habe mich ihr anvertraut. Habe verzweifelt darum gekämpft, eine Beziehung aufzubauen – was absolut sinnlos war.

Ich hatte vor der letzten Betreuerin einen absolut miesen Betreuerwechsel. Der mich heute noch beschäftigt. Bei dem man mir vorher versprach, wenn es nicht klappt, sucht man nach einer anderen Lösung und schlussendlich lief es so, dass mich meine damalige Betreuerin von einem Tag auf den anderen fallen ließ, ich mit der Nachfolgerin gar nicht konnte und man mir konstant gesagt hat, wie schwierig es ist jemand zu finden (ich hatte damals einen sehr hohen Betreuungsschlüssel – so viele Stunden bekommt nur schwer jemand unter) und das es eben nicht anders geht. Kein Wort mehr davon, dass man eine Lösung sucht. Die damalige neue Betreuerin auch nur übergriffig war und schlussendlich von sich aus die Betreuung beendete. Ich hab nur irgendwann eingesehen, dass das auch nicht geht und Frau Sonnenschein hat sich da enorm für mich eingesetzt.

Außerdem habe ich nun in noch nicht mal 10 Jahren dann die 5. Betreuerin – da fragt keiner mehr warum und wieso, da heißt es nur: Frau Verstoert Sie haben aber viele Betreuerwechsel gehabt! Da fragt keiner, wie lange ich vom wem betreut wurde.

Ich weiß, dass ich in der Vorweihnachtszeit bis mindestens Februar, teilweise bis März nicht ansprechbar bin. Dieses Jahr bin ich, bedingt durch Therapie- und Gruppentherapieabbruch, damit sehr früh dran. Mich in dem Zustand auf jemand neues einlassen und gleichzeitig wissen, dass ich nicht damit rechnen brauche, dass meine Betreuerin ihre Termine alle einhalten wird… ich noch dazu in den letzten Jahren im Winter immer! über Wochen hinweg erkältet war (Bus fahren geht, aber mich betreuen geht ja nicht  – sie muss ja nun nicht nur sich schützen).

Diese Woche erzählte sie mir dann, sie hat mit ihrem Chef wegen einer neuen Betreuung gesprochen. Sie nannte mir die Kollegin auch, die ich dem Namen nach kenne. Passt rein vom Alter her gar nicht. Und die übernimmt mich ab Januar. Ob ich sie vorher kennen lernen kann, war meine Frage und das wäre mir enorm wichtig gewesen. Ich lerne sie irgendwann Anfang Januar kennen und das sei ja vorher. Für mich ist das nicht vorher, wenn jemand zum 1.1. die Betreuung übernimmt und ich sie dann kennen lerne.

Ich habe ihr ein wenig vom dem miesen Betreuerwechsel erzählt. Sie ist der Meinung, dazu wird es nicht mehr kommen. Ich habe klar auch gefragt, was ist, wenn ich mit ihrer Nachfolgerin nicht kann. Eine Antwort habe ich nicht wirklich bekommen. Sie ist auch der Meinung, man kann beim ersten Kennenlernen nicht entscheiden, ob es passt oder nicht. Leider kann ich genau das. Ich kann beim ersten Kennenlernen sagen: Passt, ist einen Versuch Wert oder passt eben nicht. Mich kotzt es an, dass ich zwar klare versuche einen Teil meiner Bedürfnisse zu formulieren, aber mir irgendwas eingeredet wird. Erinnert mich an meinen Oberarzt, der mir meine Gefühle ja auch abgesprochen hat.

Mir auch klar ist, dass ich nicht die einzige Klientin bin. Noch dazu eben nicht die einzige Klientin, die man nun relativ panikartig unterbringen muss – in einem Team, dass eh schon unterbesetzt ist.

Mein Leben besteht seit einer Woche aus Selbstverletzung. Nun kam es irgendwie zustande, dass meine Betreuerin heute mit mir bei Wunderärztin war. Seit Mittwoch Abend habe ich ein Ganzkörpercutting (heißt bei mir von überm Knie bis unter den Hals). SVV in der Klinik vorm Termin. U.a. auch im Gesicht. Die Hände habe ich gestern Abend schon erwischt (mache ich sonst nie). Endete schlussendlich damit, dass Wunderärztin das alles sehen wollte. Betreuerin fragte ob sie raus gehen soll und mir es einfach nur scheißegal war.

Ich mit Wunderärztin generell ein Gespräch geführt habe zu dem Thema stationärer Aufenthalt. Nur will ich eben nicht in „ihre“ Klinik (Horrorklinik). Mich die zweite Klinik im Einzugsgebiet auch nicht wirklich aufnehmen wird (ich wohne nicht in deren Einzugsgebiet). Im Akutfall die Klinik vor Ort zuständig ist. Schlussendlich, wenn ich in die andere Klinik will, dann eben über Warteliste (relativ sinnlos, wenn ich eine Krisenintervention will) oder ich rufe die Polizei an, „vermelde“ quasi Selbstgefährung und bettel die Herren, die dann hier auftauchen werden, dass ich nicht in die Klinik im Einzugsgebiet will. Mit viel Glück komme ich dann in die andere Klinik.

Wunderärztin meinte zum Thema wie läuft Krisenintervention ab u.a. das man in der Regel Tavor gibt, damit die Patienten ruhiger werden. Nur wirkt Tavor bei mir Null. Wie ich selber weiß, wird Tavor heute gerne durch Seroquel ersetzt – mit Seroquel war/wurde ich hochsuizidal mit nicht ganz freiwilliger Verlegung auf eine Geschlossene usw. Ich habe keine Kraft, da irgendjemand zu erklären, welche Medis ich bereits genommen habe und was alles nicht wirkt. Vor allem wenn ich bereits aus bitterer Erfahrung weiß, dass man zwar darauf pocht, dass ich doch wissen muss, was mir gut tut und was nicht – aber auf der anderen Seite wird mir doch nur gesagt, dass ich ja keine Ahnung habe.

Und als absolutes Highlight für Donnerstag – meine neue Betreuerin ist in einem anderem Team. Teamübergreifende Urlaubsvertretungen werden nicht gemacht. Somit ist das Thema Urlaubsvertretung nun auch wieder ein Problem (meine momentane Betreuerin wird auch das Abstreiten).

Ich habe nun innerhalb von einem Monat 4! Beziehungsabbrüche – und ich warte nur drauf, wann es mir jemand zum Vorwurf macht, dass ich nicht rund laufe.

Ich habe keine Lust mehr Verständnis zu haben. Ich habe auch keine Lust mehr, mir die Mühe zu machen, Bedürfnisse zu formulieren, die mir dann eh abgesprochen werden.

Und ich frage mich, warum ich eigentlich noch um mich kämpfe.

Btw. hätte ich gewusst, dass meine Betreuerin einen so dringenden Kinderwunsch hat, hätte ich mich da nie drauf eingelassen. Hätte ich im September geahnt, dass sie schwanger ist…. dann hätte ich damals gar nicht erst rum diskutiert. Und vor allem habe ich ganz sicher nicht innerhalb eines Jahres zwei Betreuerwechsel gewollt.

Und was mich ebenfalls ankotzt, dass es nicht mehr darum geht mit mir eine Lösung zu finden. Ist ja auch viel einfacher, wenn man mir mich selbst erklärt.

Zehn Jahre, zehn verdammte Jahre – Teil 1

Ich dachte eigentlich, damit hätte ich abgeschlossen. Ein Ding das erledigt ist. Aus meinem Gedächtnis und vor allem aus meiner Seele verschwunden. Oder zumindest nicht mehr so verdammt weh tut. Leider ist dem nicht so. Ob es mal wieder an einer Erkältung liegt, die mich nun seit über einen Monat die meiste Zeit aus dem Verkehr gezogen hat? Oder das ganze drumherum gerade?

Vor genau 10 Jahren war mein letzter Arbeitstag. Damals hatte ich nicht geahnt, dass ich zum letzten Mal hinter der Theke stehe. Heute wundert es mich, wie ich so lange durch gehalten habe.

Anfang 2005 fing ich eine neue Stelle an. War vorher länger arbeitslos gewesen und musste die Stelle an sich nehmen. Schon am Probearbeitstag sagte man mir, dass ich ein schlechter Mensch bin, weil ich das falsche Sternzeichen habe. Das zog sich an sich bis zum Schluss. Andere Dinge kamen hinzu, je nach Laune der Kolleginnen.

In der Woche vor meinem letzten Arbeitstag war es eher eigenartig. Die Kollegin, die mir an sich zu arbeiten sollte (also Sachen richten etc pp), machte Dinge, für die ich später runter geputzt wurde. Ich habe sie mehrfach gebeten das zu lassen.

Am Tag vor meinem letzten Arbeitstag – sie fing wieder damit an, ich bat sie weiter es zu lassen. Ich sprach die Erstverkäuferin an, wie ich mich verhalten kann/soll. Wies ausdrücklich daraufhin, dass sie die Frau bitte nicht ansprechen soll. Sie tat es doch.

Es kam, wie es kommen musste, ich wurde wieder runter gemacht, weil da Arbeiten gemacht worden sind, die nicht hätten gemacht werden sollen. Ich sagte nur knapp, ich war das nicht. Da ging die Tür zur Küche auf und besagte Dame schoss raus und putzte mich mitten im Laden vor Kundschaft runter.

Eine einzige Kollegin sagte später zu mir, dass sie das nicht gut fand. Ich habe mehrfach versucht mit besagter Kollegin das Gespräch zu suchen, was in bitteren Beleidigungen ihrerseits anfing und nicht fortgeführt wurde. Die Kollegin wollte auch nicht vermitteln, bzw. hat sie es versucht, kam aber auch nicht weiter.

Ich bin Abends zu meinem Auto gelaufen. Heulend. Dachte nur daran, dass Mama auf mich wartet. Dachte konstant darüber nach, wie toll es wäre, mit meinem Auto gegen einen Brückenpfeiler zu fahren. Dachte nur daran, wie schade es um mein Auto wäre. War kurz davor meinen Vater anzurufen, dass er mich holt. Wusste aber auch, dass er sagen würde, ich soll den Bus nehmen.

Saß heulend bei meiner Mutter. Erzählte ihr was los war. Fragte sie immer wieder, warum Menschen so was machen. Mein Vater kam dazu und meinte nur, ich solle mich nicht so anstellen.

Keine Ahnung wie ich den Abend rum bekommen habe. Wäre der nächste Tag nicht ein Samstag gewesen, hätte ich mich krank gemeldet. Aber wie wäre ich zu einer Krankmeldung gekommen? Außerdem waren wir knapp besetzt. Ich kann doch meine Kolleginnen nicht hängen lassen.

Selbstverletzung. Heulen. Zur Arbeit kämpfen.

Der Tag war die Hölle. Ich war auf die Kollegin an sich Samstags angewiesen und sie tat keinen Handschlag. Lachte mich aus. Die Kolleginnen halfen auch nicht. Und ich hatte die ganze Zeit Sorge, dass die Wunden doch durch den Kittel durch bluten. Wie hätte ich das erklären sollen?

Heute weiß ich, ich hätte es nie so weit kommen lassen dürfen. Seit Wochen verletzte ich mich Donnerstag, spätestens Freitag selbst, um das Freitags- und Samstagsgeschäft überstehen zu können. Versorgte noch dazu eben meine Mutter. Ich hatte zwischenzeitlich mal damit geliebäugelt auf 30 Stunden runter zu gehen, um mehr Zeit für meine Mutter (und für mich) zu haben. Nur von dem Gehalt hätte ich nicht leben können. Als ich das im Familienkreis ansprach, wurde ich als faul hin gestellt. Dabei ging es um läppischen 150-200 Euro im Monat.

Faszinierend an dem Datum ist auch noch, dass Anna Geburtstag hat. Anna, von der ich dachte, ich habe endlich Abstand. Habe ich nicht.

Und gerade eh alles richtig mies läuft. Das Thema Therapie hat sich vor erst erledigt, weil die Therapie vom Gutachter der Krankenkasse abgelehnt wurde. Das Soziale Kompetenztraining, welches letzte Woche begonnen hat, wird wahrscheinlich auch wieder aufgelöst, mangels Teilnehmer. Meine Betreuerin möchte mich nicht sehen, weil ich ja krank bin. Mir wäre es ganz recht gewesen, wenn sie morgen mit zur Wunderärztin gegangen wäre. U.a. um zu klären wer was wie im Notfall macht. Wäre noch dazu die letzte Möglichkeit, weil Wunderärztin nur Donnerstags Nachmittags Sprechstunde hat und ich die Morgentermine nicht schaffe und meine Betreuerin nun eine Klientin hat, die absolut nur Donnerstags Nachmittags kann.

Monatsrückblick Juli 2015

Für den Juli gibt es ein passendes Wort: Heiß! Dank Dachgeschosswohnung zeitweise kaum zum Aushalten. Ich hoffe, ab September wird es besser werden.

Mit meiner Therapeutin hatte ich noch einen Termin bisher. Sie will mich ja eh nur alle zwei Wochen sehen. Es lagen aber drei Wochen dazwischen und ich habe alle Gedanken so lange mit mir rum getragen. Aber immerhin beschlossen, ich kläre sie auf, warum ich bei Suizidalität professionellen Leuten gegenüber so reagiere, wie ich reagiere.

Ich habe mir Stichworte machen wollen. Weil das mittlerweile eine Zeitspanne von fast zehn Jahren umfasst. Nun ja der letzte Abschnitt, der eben den letzten Klinikaufenthalt betraf, war dann doch sehr lang. Und endete mit vielen Tränen und Selbstverletzung.

Der Termin war generell weniger toll. Ich habe ja generell die Angewohnheit, jeden zu bebacken. Die meisten sind auch begeistert. Zum Backen war es mir zu heiß. Ich hatte aber genäht. Und da ich gerade jeden der greifbar war, mit einem dieser Werke beglückt habe (damit ich endlich Zeug hier raus bekomme), sollte sie auch eins bekommen.

Sie nimmt generell keine Geschenke an. Nie. Meinte aber, dass sie es erst mal behält und mir dann bei Beendigung der Therapie aber wieder gibt. War alles ein wenig merkwürdig. Ich könnte das ja noch verstehen, wenn ich daran irgendwelche Bedingungen geknüpft hätte oder das Werk teuer gewesen wäre. Materialeinsatz war vielleicht ein Euro, wenn überhaupt. Waren eher Reste, die ich da verarbeitet habe.

Ich hab dann halt erzählt. Sie war wenig begeistert. Und ja sie denkt wohl darüber nach, ob sie mich weiter behandelt. Aber wir würden uns auf alle Fälle noch mal sehen. Und ganz zum Abschluss gab sie mir meine Näharbeit wieder. Wie würdet ihr das interpretieren?

Ich war dieses Mal nicht ganz so fertig, wie bei der Stunde vorher. Oder doch schon fertiger, aber das hielt nicht ganz so lange an. Vielleicht auch weil ich damit abgeschlossen habe? Mir klar ist, das wars?

Ich bin ein wenig enttäuscht mittlerweile. Ich hatte das Thema bei der ersten Probesitzung angesprochen. Da kam was ala, wer sich das Leben nehmen will, der macht es. Nur wesentlich besser verpackt. Kein dann behandel ich Sie nicht oder ähnliches.

Die Probesitzungen sind rum, der Antrag bei der Krankenkasse ist gestellt und bei den ersten Stunden, die als offizielle Stunden laufen, fängt sie davon an. Und ich stehe nun ein wenig doof da, da ich ja nun schlecht abbrechen kann. Jemand zu finden, der mich behandelt, ist eh nicht einfach. Aber dann noch jemand zu finden, der eine angefangene Therapie weiter führt……

Ansonsten gibt es nicht wirklich viel zu berichten. Ich verschwinde zeitweise lieber im Park zum Lesen. Mit meiner Betreuerin – sagen wir es so, es klappt, aber ich vermisse meine alte Betreuerin.

Monatsrückblick Mai

Der Mai hatte es in sich und ich habe so ziemlich alles durch. Aber daraus resultierend habe ich nun angefangen neue Wege zu gehen.

Ich war am Anfang des Monats eher überdreht. Sehr überdreht. Aber es hat sich gut angefühlt. Richtig gut sogar. Davon ist relativ wenig übrig, denn Hochmut kommt nun mal vor dem Fall.

Ich habe ja bereits berichtet, dass ich ehrenamtlich arbeite. An sich macht mir das total viel Spaß. Allerdings fällt es mir zeitweise schwer den Anweisungen meiner Chefin zu folgen. Einfach weil ich manche Dinge nicht wirklich nachvollziehen kann und weil sie ständig widersprüchliche Anweisungen gibt. Teilweise auch fünf verschiedene und sich widersprechende Anweisungen zu einem Thema in dreißig Minuten.

Dann ist das Ding generell recht groß geworden. Sie hat teilweise nicht mehr wirklich den Überblick. Möchte aber über alles die Kontrolle haben. Da andere Helfer aber der Meinung sind, man kann auch mal selbst was entscheiden, gibt es immer wieder Ärger. Leider ist sie aber nicht immer greifbar um sie zu fragen.

Nun machte ich einen Vorschlag zu etwas. Machte mich dann auch kundig, ob es Möglichkeiten gibt und teilte ihr mit, es gäbe Möglichkeiten. Ja ich soll ihr das mal aufschreiben. Da ich es persönlich doof finde, wenn man Links von einem Zettel abschreiben muss, habe ich ihr alle Links per Mail geschickt. Die kann man dann anklicken oder schnell kopieren.

Ich habe weder geschrieben man muss das machen. Es waren auch aufwendigere Dinge mit dabei, die aber in anderen Bereichen bisher hoch bejubelt wurden. Ich stehe dem kritisch gegenüber, habe sie aber wegen der Vollständigkeit eben mit dazu gepackt. Also eine reine Liste.

Nun ja, dann bekam mich ihr Mann, den ich als Chef ansehe, in die Finger. Was mir einfallen würde, ihm so ein Pamphlet zu schicken. Ich hatte ihre Mailadresse benutzt. Das die Mails alle bei ihm landen wusste ich nicht. Machte mich runter ala ich hätte ja so viel Zeit usw und ich soll das doch dann machen. Ob ich der Meinung sei, sie hätten nicht genug zu tun und ihnen sei langweilig usw.

Alles vor den anderen Kolleginnen. In einem Ton der sich gewaschen hatte. Ich würde alles an mich reißen wollen usw. Warum ich das noch nicht in die Wege geleitet habe. etc pp. Ich kann doch nirgends anrufen und sagen ich bin von Organisation X und wollte das und das. Doch doch hätte ich machen können. Vorher war noch das Thema, weil jemand was hinter dem Rücken der Chefin gemacht hat. Also wieder ein Widerspruch.

Auf der Arbeit sei die Arbeit seit Wochen vergiftet und das nur wegen mir, ob mir das nie aufgefallen sei. Da fiel ich aus allen Wolken. Wendete mich an die Kolleginnen von wegen ob das stimmt, denn ich hatte einen ganz anderen Eindruck. Er unterbrach mich, ich wendete ein, dass ich gerade nicht ihn gefragt habe. Die Kolleginnen sahen alle sehr ungläubig aus und meinten dann auch, dass sie wunderbar mit mir zurecht kommen. Falls ich mal nervig sei, stellen sie eben auf Durchzug.

Eine Kollegin hatte sich vorher schon hinter mich gestellt. Sie fände gut was ich mache. Ich hätte immer so tolle Ideen usw. Was allerdings eben auch anstrengend ist, da meine Chefin ständig nach Ideen fragt, um mir dann zu sagen, dass das ja alles nicht geht.

Generell ist es schon öfters so gewesen, wenn Chef schlecht gelaunt ist, dann lässt er es an mir aus. Und mich kotzt das nun endgültig an. Weil es teilweise eben auch sehr persönlich wird und ihn das nichts angeht. Über mein Privatleben rede ich generell eh selten. Somit hat er auch keine Ahnung, wie viel Zeit ich habe und so weiter.

Abends kam dann eine SMS, dass man ein gemeinsames ruhiges Gespräch möchte. Mir graute es davor, weil das eine 2 gegen 1 Situation gewesen wäre. Ich hab nur am nächsten Tag mit einem kurzen Ok geantwortet, denn mir ging es halt wirklich richtig schlecht. Inkl. heulendes Telefonat mit meiner Betreuerin und SVV.

Da ich ihr nicht aus dem Weg gehen kann, weil wir automatisch wo zusammen treffen, habe ich mich für die kurz gefasste SMS entschuldigt. Sie war froh, dass ich mich überhaupt gemeldet habe. Wir hätten vielleicht früher mal reden sollen, meinte sie. Ich habe ihr halt auch gesagt, dass es mir darum ging, für die Organisation das möglichst beste raus zu holen usw. und ich es nicht böse meinte. Bat auch ein Gespräch mit meiner Betreuerin an.

Mittlerweile scheint alles vergessen? Ich sehe zu, dass ich ihm aus dem Weg gehe. Meine Ideen mehr für mich behalte und wenn sie konkret fragt, eben auch mal sage, wie doof das ist, wenn nachher ja doch alles (angeblich) nicht geht.

Mir ging es an sich damit richtig mies was war. So mies, dass ich ernsthaft über einen Klinikaufenthalt nach dachte. Ich, die seit Jahren jeglichen stationären Rahmen ablehne. Mich hat vor allem die Art verletzt. Und das persönliche. Und ich stand da leider auch nicht alleine da mit dem Gefühl, nicht zu wissen, was nun eigentlich los ist.

Allerdings wurde ich danach von alle Kollegen in irgendeiner Form angesprochen. Ich glaube die haben das alle nicht gut gefunden.

Daraus resultierend ist mir aber auch bewusst geworden, dass mir eindeutig Soziale Kompetenzen fehlen. Also suche ich derzeit nach einer Möglichkeit ein Soziales Kompetenztraining zu machen. Bieten hier aber nur die PIAs an. An eine bin ich angebunden, somit nimmt mich die andere nicht. Und meine PIA – nun ja mit der Gruppenleiterin gabs bisher auch Probleme und ich kann sie leider auch nicht wirklich ernst nehmen.

Ich habe aber nun beschlossen, für mich mitzunehmen was geht. Alles andere auszublenden. Wobei es noch drin ist, dass die Gruppenleiterin mich ablehnt. Wobei ich hier ja auf persönlicher Gründe tippe. Mal sehen wie sie das umschiffen wird.

Ansonsten habe ich ab Juni eine neue Betreuerin, die ich bereits im Mai endlich mal kennen lernte. Wirklich wohl ist mir dabei nicht. Allerdings ist sie nett. Meine alte Betreuerin hat mich nun aber über 7 Jahre betreut und mir fällt das klar schwer, weil sie eben auch ein Teil meiner Geschichte ist und ich gerade das Gefühl habe, da verschwindet ein Stück von mir.

Tee statt Pillchen

Heute stand in meinem Kalender ein Termin mit Wunderärztin. Meine Betreuerin wollte mitkommen. Kam dort hin, wollte mich anmelden, sagen die zu mir, der Termin wäre letzte Woche gewesen. Ich bin an sich sehr gewissenhaft beim Eintragen meiner Termine. Und warum hat mich keiner angerufen, dachte ich so.

Nun ja… ich durfte warten und man sah was man machen kann.

Dann ging es um neue Termine. Grundlage ist, dass mir gesagt wurde, ich hätte da einmal im Monat anzutreten. Wunderärztin hat aber nur eine halbe Stelle und arbeitet nur einen Nachmittag. Da ich morgens nicht kann, bleibt nur der Nachmittag. Den nächsten Termin konnte man mir für Ende Mai anbieten! Und wir haben dann auch gleich die Termine für das ganze Jahr gemacht. Irgendwann ist Wunderärztin im Urlaub und statt mir eben einen Termin nach drei Wochen zu geben, haben wir da wieder sechs oder sieben Wochen dazwischen. Kommentar der Dame am Empfang: Ich hätte ja noch regelmäßige Termine mit Frau Sonnenschein. So ala deswegen brauche ich nicht so oft Arzttermine. Nur doof, dass Frau Sonnenschein nur Sozialarbeiterin ist. Ich hasse dieses weiter geschiebe.

Nun ja Wunderärztin nahm mich dran, sonst wäre ich eben wieder gegangen. Mir war es aber wichtig, in Erfahrung zu bringen, warum sie beim letzten Termin so „heftig“ war. Ich sagte ihr, dass ich total verunsichert war und mir unklar war, ob sie irgendwie ein Problem mit mir hat, ihre persönlichen Probleme mit einflossen oder sie einfach ausgesprochen hatte, was sie seit langem dachte.

Sie war der Meinung, es ginge um die Behandlungsvereinbarung, die mir im momentan relativ egal ist. Oder ich verdränge den Gedanken daran. Und so ritt sie darauf wieder rum. Ich denke mittlerweile so: Die Klinik sagt zwar, ich soll meine Bedürfnisse formulieren – aber schlussendlich kann ich aus einer handvoll Behandlungsvarianten die wählen, die am wenigsten schlimm sind. Und Fakt ist (leider!), dass eben nur die Akutsituation und die Aufnahmesituation geklärt wird, aber eben nicht wie ein Aufenthalt generell abläuft/ablaufen sollte.

Ich sprach die Zopiclonsache dann konkreter an. Schlussendlich bin ich die einzige ihrer Patienten die Zopiclon nimmt, weil sie generell nichts verschreibt, was abhängig macht. Es kam wieder was ala Respekt vor dem Kollegen usw.

Ich hab dann halt gefragt, was sie denn u.a. statt Bedarf an Tees empfehlen könnte. Ich habs mal notiert. Lavendel sei gut bei Angst. Ich reagiere auf Lavendel zwar mit Heuschnupfen… aber wenn es die Angst nimmt, nehme ich auch das in Kauf. Vielleicht wirkt es bei Tees auch anders?

Im stationären Bereich schwören die meisten auf so einen komischen Gute-Nacht-Tee. Mir wurde der auch oft genug angeboten. Gewirkt haben sie nie. Und noch dazu war der wirklich eklig. Ich glaube da auch nicht wirklich dran. Man könnte nun sagen, wenn du nicht dran glaubst, dann wirkt es auch nicht…. so dachte ich beim ersten Psychopharmaka ja auch und ich hatte damit die beste Zeit meines Lebens.

Laut Wunderärztin muss es ja auch nicht sein, dass ich bei zu wenig Schlaf suizidal reagiere. Machen andere ja auch nicht. Mich kotzt es ein wenig an, dass mir da ja irgendwie mal wieder meine Erfahrung abgesprochen wird. In über 90 Prozent solcher Situationen war es so oder ist es so – kann keiner verstehen, dass ich da wirklich Angst davor habe?

Außerdem riet sie dazu, eine Entzug stationär zu machen, weil ambulant ja viel zu heikel. Ich kann mich an Medikamente absetzen im stationären Bereich erinnern, bei denen es keinen interessierte, wie es mir damit ging und ob ich Nebenwirkungen hatte. Und ich leider auch weiß, dass stationäre Situationen eh schon zu schlechtem Schlaf führen.

Wunderärztin sprach von ablenken und erzählte von einer Patientin aus der Skillsgruppe, die sich aus Langweile selbst verletzt. Hab ich nie getan, keine Ahnung was der Vergleich sollte. Aber nun ja. Wenn man nicht schlafen kann, macht man eben was anderes. Bügeln, Kochen (geht nicht, weil Kinderzimmer unter meiner Küche) und so weiter. So schlau war ich leider auch schon – ohne wirklichen Erfolg.

Ich habe festgestellt, dass ich eindeutig nicht wirklich erklären kann, was ich eigentlich will. Meine Bedürfnisse nicht passend formulieren kann. Egal bei wem.

Morgen kommt meine Perle. Läuft gerade auch nicht wirklich gut. Sie ist ständig mit ihrem Smartphone abgelenkt. Ich habs letzte Woche mal angesprochen, da hat sie recht pissig reagiert. Wenn mindestens was geschafft werden würde. Dem ist aber leider auch nicht wirklich so. Letzten haben wir drei Stunden gemacht. 3 Stunden sind bewilligt. Wir haben in der Zeit ein paar Sachen gespült (war nicht wirklich viel). Zusammen. Dann hat sie gesaugt, hat Küche und Hausflur geputzt und ich glaube wir haben noch zusammen das Bett bezogen. Eindeutig zu wenig für 3 Stunden.

Letztens habe ich fest gestellt, dass der Kasten der Toilettenspülung gelbe Schlieren hat. Das der gelb wird, weil ich rauche, kann sein – ok ist so. Aber wenn da gelbe Schlieren drauf sind, ist eindeutig mal nicht richtig geputzt worden. Toilette macht fast immer sie. Ich habe auch keine Lust jedes Mal hinter ihr her zu kontrollieren. Ist irgendwie ja auch nicht der Sinn. Der Kasten ist nagelneu und mich ärgert das schon.

Und wirklich was dabei lernen tue ich eben auch nicht. So wie es aussieht, wird mir die Haushaltshilfe noch einen Bewilligungszeitraum bewilligt. Die Hilfeplankonferenz ist nächste Woche. Ohne meine Betreuerin, die im Urlaub ist.

Monatsrückblick Februar 2015

Ich habe beschlossen, dass ein Monatsrückblick vielleicht ganz sinnvoll ist. Vielleicht auch, weil der Februar wirklich heftig war?

Der Februar war eindeutig durch PMS geprägt. Wobei PMS sicherlich ein weitreichender Begriff ist. Alle paar Monate bin ich vor, während und/oder nach meiner Periode nur angespannt, gereizt, explosiv, zerstörerisch und depressiv. Diesen Februar hatte ich gute drei Wochen Spaß daran.

Auslöser war sicherlich u.a. der Versuch mit der Klinik eine Behandlungsvereinbarung aufzusetzen. Das zog mich bereits im Januar ziemlich runter. Viele Gedanken dazu, wie es gewesen wäre wenn und so weiter. Ich vieles einfach immer noch nicht verstehe.

Geprägt war alles auch noch durch Selbstzweifel. Was hätte ich besser machen können? Was muss ich sagen, damit ich Hilfe bekomme?

Der Fragebogen für die Therapeutin gab mir dann wohl den Rest. Ich schäme mich dafür, dass ich nichts wirklich positives über meine Eltern schreiben konnte. Generell zu meinem Leben? Was sicherlich auch aufgrund meiner Gefühlslage geschehen ist. Ich in dem Moment generell alles kritisch gesehen habe?

Der Versuch bei Wunderärztin Hilfe zu finden. Ich habe mittlerweile fest gestellt, dass es schwer ist zu sagen Hilf mir, wenn ich ausklammern muss, dass ich am liebsten tot wäre. Was darf ich sagen und was nicht? Wie kann es etwas formulieren, ohne das etwas für mich schlimmes geschieht?

Mir auch bewusst ist, wie schwer es für Behandler ist, mich einzuschätzen, weil klar ist, dass ich zu viel verschweige. Aber wie soll ich es ändern? Wäre ich die letzten fünf Jahre zu dem Thema Suizidalität immer ehrlich gewesen, hätte ich mehr Zeit in der Psychiatrie zugebracht als zu Hause.

Ich habe auch fest gestellt, dass es nichts gibt, wofür ich dankbar bin, dass man mich am „Leben erhalten“ hat. Die was wäre wenn Schleife – hätte ich damals meinen Mund gehalten, dann wäre ich zwar jetzt eventuell/wahrscheinlich tot. Aber es wäre mir auch viel erspart geblieben.

Ich habe außerdem fest gestellt, dass ich nichts weiß, wofür sich Leben noch lohnt. Ich habe keinen Job. In meinen erlernten Beruf kann ich nicht zurück. Meine Rente ist zu niedrig um davon auf Dauer leben zu können. Die ergänzenden Sozialleistungen gerade so hoch, dass sich Arbeiten rein logisch gesehen nicht wirklich lohnen würde. Ich aber auch weiß, ich würde arbeiten gar nicht mehr hinbekommen.

Frau Sonnenschein meinte letzte Woche, dass Handlungen eben auch Konsequenzen bringen. Oder man eben für seine Handlungen auch die Konsequenzen tragen muss. Ich frage mich, warum ich dann für Handlungen, die ich nicht begannen habe, die Konsequenzen tragen muss? Ich habe den Oberarzt nie ein Schwein genannt, aber muss die Konsequenzen dafür tragen? Ich habe eine sachliche Frage gestellt und muss mich als paranoid beschimpfen lassen?

Frau Sonnenschein auch sagte, ich habe ja immer dazu gestanden, dass ich eine Suizidankündigung gemacht habe. Ja habe ich. Im Arztbericht steht aber, ich hätte das abgestritten?

Frau Sonnenschein erklärte mir, dass ich doch weiß, wenn Fremd- oder Eigengefährdung vorliegt, dann wird eben auf eine Geschlossene verlegt. Nur doof, dass ich auch weiß, dass in der Klinik eben auch anders gehandelt wird. Nur doof, dass es im Vorfeld mit mir andere Absprachen gab. Wozu gibt es Absprachen, wenn sich andere nicht daran halten brauchen, aber ich schon?

Ich verstehe nicht, warum man mir auf der einen Seite sagt, ich soll formulieren was ich brauche, bzw. wie man mit mir umgehen soll/kann, wenn es nachher doch nur darum geht, aus einer handvoll Angeboten das auszuwählen, was am wenigsten schlimm ist? Bzw. ich jetzt schon weiß, dass besagter Oberarzt doch wieder an der Behandlung beteiligt sein wird und er generell die Schiene fährt: Wir breiten kein Behandlungsangebot vor Ihnen aus und Sie suchen aus was sie wollen und was nicht. Aber nun soll ich genau das machen? Bekomme ich gerade nicht hin. Den Gedankengang ansprechen brauche ich wohl auch nicht mehr, weil es anstrengend ist, wenn ich etwas hinterfrage?

Immerhin habe ich auch halbwegs positive Erfahrungen machen können.

Meine Chefin bei meinem Ehrenamt scheint gerade von mir angetan zu sein. Mal sehen wie lange es anhält.

Und der Kontakt mit der Therapeutin. Die mir offen und ehrlich gesagt hat, dass sie mich nicht behandeln kann. Das erste Mal in fast 10 Jahren Borderline das mir jemand offen sagt, er schafft das nicht. Ohne das ich mich schlecht damit fühle! Hochachtung an die Frau.

Und schlussendlich bin ich letzte Woche aktiver in die Wohnungssuche eingestiegen und habe Flyer aufgehängt. Der erste Anruf kam als der erste Zettel noch keine 30 Minuten hing. Mit der Frage, ob ich auch Sex will. Nein will ich nicht.

Zwischenzeitlich gab es einen zweiten Anruf und einen dritten. Beides Mal die selbe Person, denke ich. Die wollte wissen, ob ich eine Wohnung anbieten kann. Nein kann ich nicht.