Es ist so weit

Ich plane ja einen Klinikaufenthalt. In der Klinik stehe ich seit März/April auf der Warteliste. Der Versuch da drauf zu kommen startete bereits im Februar. Und man nimmt mich trotz Medikamentenabhängigkeit.

Nun habe ich es letzte Woche endlich mal geschafft, mir die Klinik mal anzusehen. Dort kann man sich jederzeit einfach die Klinik ansehen. Ich war gespannt und dachte mir, mehr als weg schicken, kann mir nicht passieren.

Ich war sehr angenehm überrascht. Das Personal war mehr als sehr nett. Das kenne ich aus der Klinik vor Ort gar nicht. Mich hat ein Ex-Mitpatient begleitet, der ebenfalls sehr angetan war.

An sich wäre es mir wichtig gewesen, dass ich halbwegs einen Termin bekomme. Denn es hieß im Frühjahr nur, ab Juli/August und ich bekomme etwa eine Woche vorher telefonisch Bescheid. Die Dame meinte letzten Woche, dass es eher Ende Juli/Anfang August werden könnte.

Ende letzter Woche klingelte dann das Telefon, man könnte mich nächste Woche aufnehmen. Es machte sich leichte Panik breit und man beruhigte mich, ich soll mir das eine Stunde überlegen und dann noch mal anrufen.

Ich habe mich dann dafür entschieden. Denn die Entscheidung wird mir auch Ende Juli nicht leichter fallen. Und ich möchte ja auch die Sommerhitze in meiner Dachgeschosswohnung umgehen. Somit habe ich zugesagt.

Ich schwanke zwischen Panik, Panik, Panik. Habe natürlich auch Angst. Wobei klar das Thema DBT und Skills auch dabei sein wird und ich mit Beidem eher wenig anfangen kann. Der Hauptbestandteil aber eine andere Therapieform ist.

Nun saß ich da und musste Koffer packen. Kein wirklich einfaches unterfangen. Dort gibt es aber immerhin eine Waschmaschine. Aber ich kenne mich ja. Ich mache das anderswo nicht soo gerne. Ich werde aber definitiv zu viel Sachen dabei haben. Und ich wäre froh, das Zeug wäre aus dem 4.Stock schon unten und vor allem in 8 Wochen wieder hier oben.

In dem Rahmen habe ich dann auch diverse Listen ausgedruckt. Welche Medikamente ich bisher genommen habe, wer mich wann wo behandelt hat usw. Die Listen führe ich schon länger und sie sind immer hilfreich. Die habe ich damals von meinem alten PC auf einer externen Festplatte gespeichert und irgendwann auf meinen jetzigen PC gezogen. Beim Sortieren stellte ich fest, dass ich ja auch irgendwann Tagebuchkarten selbst gemacht hatte. Die Vordrucke fand ich immer doof. Die Klinik vor Ort arbeitete mit meinen Vordrucken.

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich die Dinger noch mal brauchen werde. Ich habe sie aber nun gesucht und ausgedruckt. Besonders erfreut bin ich nicht darüber, sie evt. wieder nutzen zu müssen. Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, wenn ich konstant darüber nachdenke, ob es mir schlecht geht oder gut geht, dann geht es mir eher schlechter. Manchesmal möchte ich einfach nicht hinterfragen, wie es mir geht.

Somit werde ich die nächste Zeit mit Sicherheit hier nicht schreiben. Ok so viel schreibe ich eh nicht mehr – sorry. Hat aber jemand Interesse an einem Erfahrungsbericht?

Lebenszeichen oder so

Eigentlich sollte ich hier schon lange der Monatsrückblick für Februar stehen. Bald auch der für März. Aber irgendwie bekomme ich es nicht wirklich auf die Reihe.

Mein Wunschaufenthalt in der Psychiatrie war Thema für sich. Es blieb bei den geplanten 10 Tagen, die ich schlussendlich Wunderärztin und Frau Sonnenschein zuliebe durch gezogen habe. Ich war mehrfach gedanklich dabei meine Koffer zu packen.

Ausschlaggebend für den Aufenthalt war für mich vor allem der Hinweis, dass ich dann ja jemand zum Reden hätte. Die Illusion wurde mir recht bald genommen. Es gab pro Woche ein Gespräch mit der Therapeutin von 25 Minuten. Was ich für verschwindend gering halte. Ich kam schon beim ersten Termin nicht hin. Denn bis ich auf die gestellte Frage geantwortet hatte, waren wir bei 50 Minuten.

Bezugspflegegespräche waren auch nur jeweils 25 Minuten. Eines pro Woche. In Krisensituationen wären die Gespräche auf mit der Bezugspflege auf 10 Minuten begrenzt gewesen. Das habe ich mir dann gleich geschenkt, weil ich es nicht schaffe, mein Gefühlschaos in 10 Minuten zu erklären. Wobei bei den Gesprächen wahrscheinlich nach 5 Minuten die Skillsschublade aufgezogen worden wäre. Sprich mir wäre geraten worden, was ich nun an Skills machen kann. Mich ablenken hilft mir aber nicht dabei meine Probleme zu lösen.

Ich habe sowohl bei der Therapeutin, wie auch bei der Bezugsschwester klar angesprochen, dass mir das nicht reicht. Ja das sei halt so. Und das sei alles bei jedem so. Nur doof, wenn andere Patienten anderen Patienten erklären, dass es ein Therapeutengespräch von 50 Minuten pro Woche gibt. Doof ist auch, wenn Mitpatienten erzählen, dass sie gerade eine Stunde mit einer Schwester geplaudert haben.

Von der Therapeutin gab es die Hausaufgabe, dass ich aufschreiben sollte, welche Bedürfnisse ich an eine neue Betreuerin hätte. Ich frage mich und das leider bis heute, warum ich Bedürfnisse formulieren soll, wenn gerade Menschen aus dem professionellen Bereich genau entgegengesetzt handeln. Damit habe ich den Aufsatz auch eingeleitet. Das wäre auch der Punkt gewesen, an dem man hätte arbeiten müssen. Statt dem wurde auf die Uhr gesehen, dass wir auch ja die 25 Minuten nicht überschreiten und dann wurde mir gesagt, wie toll ich doch meine Bedürfnisse formuliert hätte.

Ich weiß, wie es war, als ich im letzten Jahr gegenüber meiner Betreuerin mehrfach mein Bedürfnis geäußert habe, dass ich mit der Situation nicht umgehen kann, dass sie mir helfen soll. Was hat sie gemacht? Sachen, die ich ihr anvertraut habe, gegen mich verwendet. Ich weiß noch, wie es war, als ich dem Chef der betreuenden Organisation gegenüber meine Bedürfnisse geäußert habe und er mir versprach, dass er sich darum kümmert und mir am nächsten Tag mitteilte, dass er genau das Gegenteil macht und noch dazu behauptet, ich hätte das so verlangt. Komisch nur, dass Frau Sonnenschein, die bei dem gemeinsamen Gespräch dabei war, es genauso gehört hat, wie ich mich erinnere. Und ich weiß, wie die Klinik damit umging und noch umgeht, dass es mein Bedürfnis ist, zu verstehen, was bei dem Klinikaufenthalt 2009/2010 gelaufen ist. Dazu habe ich bis heute keine Auskunft, beziehungsweise ich darf darüber nicht mehr sprechen.

Wie kann man erwarten, dass ich Bedürfnisse formuliere, wenn man selbst meine Bedürfnisse mit Füßen tritt? Ich hatte ja der Therapeutin gegenüber das Bedürfnis geäußert, dass ich eindeutig mehr Gespräche bräuchte. Beziehungsweise mir eben 10 Minuten Krisengespräche nicht reichen.

Der Arztbericht war dann der Hammer. Meine Mutter ist ein Jahr und einen Monat später gestorben. Faszinierend das argumentiert wurde, man habe alte Dinge nur kopiert. Bei Copy und Paste stünde da was anderes. Ganz klar war auch, dass ich dabei bin Pflegestufe zu beantragen, um damit die Haushaltshilfe zu finanzieren. Im Arztbericht stand dann, dass ICH 3 Stunden die Woche als Haushaltshilfe arbeite. Hat man mir eigentlich zugehört? Wenn man die Zeiten schon so limitiert, dann würde ich mir zumindest wünschen, dass man mir zuhört.

Die Bezugspflegegespräche sollten an sich darum gehen, dass ich einen Plan für den Haushalt erstelle. Mit meiner Haushaltshilfe klappt das nämlich nicht wirklich. Das sie 3 Stunden dazu braucht, zwei Böden zu kehren, die beiden Böden zu saugen, in zwei Zimmern vorne herum ein wenig zu saugen, den Flur zu saugen, in Badewanne und Waschbecken massig Reinigungsmittel zu kippen und oberflächlich sauber zu machen und dann noch Küchenboden, Badboden und Hausflur zu putzen – das kann es nicht sein. Und das riss leider immer mehr ein.

Im ersten Gespräch kamen wir dazu nicht. Im zweiten Gespräch klärte mich die Schwester umfangreich darüber auf, was sie machen würde und erläuterte mir umfangreich den Stand vor dem Aufenthalt. Ich war aber schon weiter, da ich auch hier die Hausaufgabe, die lautete, machen Sie mal einen groben Plan, gemacht hatte. Und ihr Monolog durfte auch nicht unterbrochen werden. Bei jedem Versuch kam nur, ich soll sie ausreden lassen.

Mit den Mitpatienten war es auch eher Thema für sich. Einer, der ein Problem mit mir hatte, dem ich aber immer gut genug war, wenn er mich brauchte, argumentierte mir gegenüber, man würde sich an dem und dem stören – das würden die anderen auch sagen. Ich fragte mich innerlich, warum man mir das nie gesagt hat. Habe mich dann aber eben distanziert.

Ach ja, mit der Pflege gab es im Vorfeld die Absprache, wenn ich mich abkapsle, dann soll man mich ansprechen. Fiel noch nicht mal auf, dass ich auf einmal nur noch alleine war.

Ich für mich kann mittlerweile benennen, wann ich angefangen habe dicht zu machen und warum. Was für mich ein großer Fortschritt ist. Trotzdem weiß ich nun, dass das Setting, dass die Klinik anbietet, eben nicht mein Ding ist.

Seit kurz vorm dem Aufenthalt ist Persönliches Budget Thema. Der Kostenträger gibt grundsätzlich sein Ok. Allerdings muss ich vor Antragsstellung erst mal eine Betreuerin finden. Was sich als mehr als schwierig erweist. Es gibt keine offizielle Liste. Auf der inoffiziellen Liste stehen vor allem Männer drauf. Die Frauen nehmen zum Teil niemanden oder haben mich abgelehnt oder ich habe sie abgelehnt.

Ich suche nun natürlich nach Möglichkeiten. Laufe dazu von Pontius zu Pilatus. Keiner weiß was, keiner kennt jemand und so weiter. Psychosoziale Betreuung für psychisch Kranke kennt man hier kaum. Es sei denn, man geht über eine Organisation, was ich ja nicht mehr möchte.

Mit meiner neuen Betreuerin werde ich auch nicht warm. Sie macht mir Angst und ich vertraue ihr nicht. Ich sitze im Endeffekt meine Zeit bei ihr ab, bzw. habe die eben auch minimiert. Wichtige Dinge erledige ich alleine. Mehr schlecht als recht. Hauptsache ich muss mich ihr nicht anvertrauen.

Pflegestufe ist bewilligt worden, was mir zu denken gibt. Ohne Probleme beim ersten Anlauf. Die Haushaltshilfe kann ich darüber nicht finanzieren, sagte die Gutachterin. Der Kostenträger vom Betreuten Wohnen, der die Kosten zur Zeit trägt, sagt aber, dass das geht und er das einfach macht.

Momentan ist mir das alles zu viel. Vieles hätte früher meine Betreuerin aufgefangen. Die vorletzte. Die letzte hätte mich wohl nur ausgelacht?

Die Gedanken drehen sich wieder viel um Anna. Und um die letzte Betreuerin. Beide haben den selben Vornamen. Ich habe mal gesagt, ich würde mir ein T-Shirt bedrucken lassen, auf dem vorne drauf steht: Annas Spielzeug und auf der Rückseite ein Mülleimer zu sehen ist, in den man mich rein schmeißt mit den Worten: Mist kaputt – Ach egal! Denn das würde es einfach treffen.

Momentan würde ich mir einfach wünschen, dass mal was klappt. Aber irgendwie klappt gerade mal wieder nichts. Noch dazu gehe ich beim kleinsten an die Decke. Momentan ist es mein Vater.

 

 

 

 

 

 

 

Es geschehen Zeichen und Wunder

Ich habe demnächst endlich ein Bett. Ein wenig anders als erwartet und geplant und irgendwie bin ich immer noch sprachlos.

Die Woche klingelte mein Telefon. Wunderärztin. Ich könnte ab nächsten Mittwoch ein Bett haben. Sie haben sich überlegt, dass es sinnvoll sei, sich vorher mal mit den Behandlern zusammen zu setzen. Also sie, Behandler der Station und ich. Um abzuklären, was voneinander erwartet wird. Und damit keine alten Sachen aufgekocht werden.

Ich selbst war innerlich darauf eingestellt, dass ich eine Art Neuanfang will. Also kein wühlen meinerseits in den alten und schlechten Erfahrungen. Wobei das eindeutig auch ein Zeichen dafür ist, dass es mir nicht gut geht und ich Hilfe brauche. Wobei ich mich ansonsten gerade irgendwie ok finde? Wohl auch mit dem innerlichen Wissen, da kommt bald Hilfe? Ok und ich gehe meiner neuen Betreuerin aus dem Weg.

Klar habe ich Angst. Oder Sorge? Eher Angst. Was wenn ich dem Oberarzt über den Weg laufe? Wobei der so radikal abgenommen haben soll, dass ich ihn wohl nicht erkennen werde? Wie mit den teilweise wirklich zickigen Schwestern umgehen? Wobei ich da gerade ein wenig locker dran gehe – ich habe schweigen mittlerweile gelernt. Lesestoff habe ich auch genug. Beschäftigt wäre ich also im Zweifelsfall.

Das gemeinsame Gespräch wird am Montag statt finden. Zwischen Sozialen Kompetenztraining (hat dieses Jahr wieder begonnen – Montag das letzte Mal, dann ist erst mal 4 Woche Pause) und meinem Termin mit Frau Sonnenschein. Da habe ich eigentlich 1,5 bis 2 Stunden Pause. Was natürlich dann sehr viel sein wird am Montag. Aber das ist es mir Wert.

So eine Behandlung habe ich mir seit Jahren gewünscht. Das man gemeinsam schaut, wie was laufen könnte. Also zumindest hoffe ich noch, dass wir gemeinsame Wege gehen. Es gibt wenig, was ich wirklich ablehnen würde. Ok eines der Dinge wäre ein Entzug meines Schlafmittels. Wäre das nicht gewesen, würde ich heute wohl nicht mehr leben, weil ich mich heulend im Bett gewendet hätte und irgendwann wohl den letzten Schritt getan hätte.

Irgendwie habe ich mir das die letzten Jahre immer anders vorgestellt. Wie ich im Falle einer Aufnahme reagieren würde. Bockig passt ganz gut. Aber die Gedanken sind alle Weg. Denn ich will was ändern. Keine Ahnung wie und was. Aber so wie die letzten Monate geht es nicht weiter.

Horrorklinik wird zur Wunschklinik

Ich habe beschlossen, mich stationär aufnehmen zu lassen. Da ich nun mal in Hessen lebe und deshalb unter die hessichen Regelungen falle, ist ja nur die Klinik vor Ort im Krisenfall zuständig. Wie ich dank Wunderärztin weiß, würde mich die andere Klinik wohl auch nicht einfach so mal aufnehmen. Evt. über Warteliste. Im Akutfall aber wohl nur über die Polizei. Die hier nicht ins Haus kommt, weil die Haustür ja ganztägig abgeschlossen ist. Was mich gerade ziemlich ankotzt. Und im Ernstfall dann auch die Vermieter informiert wäre. Ich stelle es mir weniger lustig vor, wenn die Polizei hier war, die dann wohl einen RTW kommen lässt und wenn die mich abholen, mich mein Vermieter im Hausflur anhält, um mir mitzuteilen, dass er ja das Recht hat, Zugang zu meiner Wohnung zu bekommen, falls sie auf den Speicher wollen.

Außerdem komme ich sehr schlecht in die andere Klinik. Irgendwie fährt da zwar ein Bus. Da muss man aber umsteigen und das ist alles sehr kompliziert und so. Und vor allem komme ich da nicht weg. Somit also Horrorklinik. Wobei es mir mies genug geht, dass ich den Weg überhaupt gehe. Ok den Weg einer geplanten Aufnahme und ich sitze nun hier und warte auf den Anruf, dass ich am nächsten Tag aufgenommen werden kann.

Wunderärztin hat gesagt, sie ist mir dankbar, dass ich den Weg gehe. Das ich den Weg freiwillig gehe. Wobei sie darauf geachtet hat, dass ich dem Oberarzt nicht in die Finger falle. Der hat mittlerweile nur noch eine offene Station. Und er macht auf den zwei Stationen, für die ich nun auf der Warteliste stehe, auch keine Vertretung.

Leider musste ich zustimmen, mich auf die Station aufnehmen zu lassen, auf der ich 2009/2010 war. Damals hatte ich mich verzweifelt bemüht, mit dem Team warm zu werden, was letztendlich gescheitert ist. Was leider aber nicht nur an mir lag. Gut aufgehoben fühlte ich mich dort nicht.

Ich sehe es aber als neue Chance. Wobei meine Ziele auch andere sind. Ein wenig aufpäppeln. Länger als 7-10 Tage will ich auf keinen Fall bleiben. Also reine Krisenintervention. Wobei das „Programm“ eher mau sein wird. Denn die Pflege dort ist unterbesetzt und die arbeiten teilweise alleine. Sprich eine Krankenschwester für mindestens 20 Patienten. Somit finden wohl auch nicht wirklich viele Gespräche statt.

Auf der einen Seite hat sich mit der Entscheidung für den Klinikaufenthalt eine Art Erleichterung eingestellt. Auf der anderen Seite macht es mir enorm viel Angst. Werde ich mit dem Team zurecht kommen? Werde ich aufgefangen werden oder wieder mir selbst überlassen werden? Auf was muss ich achten, damit man mich nicht wegsperrt? Immerhin kannte man mich früher. Heute kennt mich dort kaum noch einer. Oder es werden alte Geschichten aufgewärmt.

Ganz schwer war es, meinem Umfeld davon zu erzählen. Der Kollegin, die ich so mag. Meiner Oberchefin, die mich gebeten hat, was für sie zu machen. Was aber eben gerade nicht geht. Und meiner Chefin. Mal abgesehen von meinem Bruder und meinem Vater.

Wie ich Der Neuen das erzählen soll, weiß ich auch nicht so recht. An sich will ich nicht, dass sie es weiß. Oder will ich es doch, weil es zeigt, wie mies es mir geht? Wobei sie mich zu wenig kennt, um den Ernst der Lage erkennen zu können. Momentan tendiere ich dazu, im Büro einfach am Abend vor der Aufnahme auf den Anrufbeantworter zu quatschen. Das ich eben den nächsten Termin nicht wahrnehmen kann, weil ich vorerst stationär untergebracht bin.

Momentan geht es mir ein wenig besser. Wobei ich auch alles mögliche ausblende. Und den letzten Termin mit meiner Neuen Betreuerin auch abgesagt hatte. Wobei ich bis heute nicht weiß, wie ich die Termine mit ihr dauerhaft auf die Reihe bekommen soll. Denn ich lebe nun mal einen verschobenen Tagesrhythmus, der mir auch gut tut, der aber nicht mit ihren Arbeitszeiten kompatibel ist. Sie schlug mir für diese Woche Termine um 8 Uhr morgens vor. Da ich morgens auch Zeit zum Anlaufen brauche, heißt das für mich zwischen 5.30 Uhr und 6 Uhr aufstehen. Was ich auf Dauer nicht schaffen werde.

Ansonsten bin ich generell ziemlich durcheinander. Ich versuche seit Samstag meinen Koffer zu packen. Passend für 10 Tage. Immerhin habe ich mittlerweile einen kleineren Koffer. Bisher benutzte ich einen riesigen Koffer. Nur bringe ich alles in den kleineren Koffer rein? Und wie werde ich den aus dem 4. Stock nach unten bringen?

Und ich habe konstant ein Angstgefühl. Bitte lieber Gott lass den Aufenthalt gut verlaufen lassen!

Rückblicke oder so

Eigentlich sollte seit Anfang Dezember hier ein Monatsrückblick für November stehen. Eigentlich sollte seit Anfang Januar ein Monatsrückblick für Dezember stehen. Eigentlich fehlt auch noch ein Jahresrückblick.

Zumindest den Jahresrückblick könnte ich in wenigen Worten wieder geben. Ich habe alles verloren, für was ich 2015 gekämpft habe. Ich hatte nach fast 10 Jahren Psychokarriere das erste Mal eine Phase die halbwegs gut und mit Perspektiven behaftet war. Mittlerweile bin ich psychisch in einem schlechteren Zustand, als nach dem letzten Klinikaufenthalt. Ich hätte nie gedacht, dass das möglich ist.

Anfang November teilte mir meine Betreuerin ja mit, dass sie Ende Januar in den Mutterschutz geht. Begleitet von Hinweisen, dass für sie ja eine neue Kraft eingestellt wird. Eine Woche später teilte sie mir, freudestrahlend mit, dass es bereits ab Januar eine neue Betreuerin für mich gibt. Nannte mir den Namen und ich dachte nur, bitte nicht. Außerdem fühlte ich mich abgeschoben, weil sie so freudig war, mich schneller los zu werden.

Der Wechsel prägte den Rest der Betreuung. Und leider auch das Leben drum herum. Selbst meine Chefin sprach mich an, dass ich mies aussehe. Sonst kann ich das ja meistens ausblenden.

Im Laufe der restlichen Betreuung habe ich den Datenschutzrichtlinien widersprochen. Da wurde ich dann richtig zum Problem. Denn damit mache ich ja Arbeit. Und ganz wichtiger Punkt war auch die Supervision. Ich weiß bis heute nicht, was meine persönlichen Daten in der Supervision zu suchen haben. Somit war ein Gespräch mit der Leitung nötig. Dem ich auch zustimmte, in der Hoffnung, man hilft mir mit dem Betreuerwechsel, der für mich immer mehr zum Problem wurde.

Das Gespräch fand im Beisein von Frau Sonnenschein statt. Zusammengefasst musste ich den Datenschutzrichtlinien zustimmen, weil sonst keine Betreuung möglich wäre. Man fand mich misstrauisch und keine Ahnung. Auch weil ich doch tatsächlich Akteneinsicht möchte, was mir ja rein rechtlich zusteht und ebenfalls in den Datenschutzrichtlinien drin steht, die ich unterschreiben musste.

Ganz großes Problem am Betreuerwechsel war ja auch, dass ich die Neue vorher kennen lernen wollte. Was mir ja immer wieder verweigert wurde. Bzw. wurde mir gesagt, dass es ja vorher sei, wenn ich die Neue nach dem Betreuungsbeginn kennenlerne.

Der Leiter meines BeWos versprach mir dann, dass ich die Neue vor Weihnachten kennenlerne, aber die Betreuung erst ab Januar beginnt. Obwohl er nicht verstehen konnte, warum ich die Neue vorher kennenlernen möchte. Er meinte aber, zwei Meinungen können ja nebeneinander Bestand haben. Ich habe das damit kommentiert, dass er ja aber die Macht hat, seine Meinung durch zu setzen. Dem stimmte er zu.

Am selben Tag fand dann noch die Betreuung statt. Ich vertraute meiner schwangeren Betreuerin mit, dass für mich das Tempo ein ganz großes Problem wäre. Erst urplötzlich schwanger und die Ankündigung sie sei bis Ende Januar meine Betreuerin und die Woche drauf schon eine neue Betreuung für früher habe.

Was ich immer wieder klar formuliert habe, dass ich die Situation auf Weihnachten nicht wollte. Da man ja soo sehr Wert auf den fachlichen Austausch legt (deshalb sollte ich ja den Datenschutzrichtlinien zustimmen), müsste man eigentlich wissen, wie schwierig Weihnachten generell für mich ist. Das ich in der Regel zwischen Oktober und im schlimmsten Fall März zu nix zu gebrauchen bin.

Am nächsten Tag klingelte das Telefon. Der Leiter des BeWo. Man habe am Abend vorher noch zusammen gesessen und die Neue hätte die Betreuung ab dem Vorabend übernommen. Ich brach heulend am Telefon zusammen. Der Leiter konnte das gar nicht verstehen, weil das doch genau meinen Wünschen entsprechen würde. Ich hab das Gespräch beendet, weil ich kein Wort mehr durch mein Heulen verstand. Danach war er für mich nicht erreichbar und ab dem Tag danach im Urlaub.

Frau Sonnenschein und Wunderärztin, die mich dann beide nacheinander heulend am Telefon hatten, sind auch recht sauer über das was da passiert ist. Sind sie immer noch. Frau Sonnenschein wollte wohl, wie ich später erfuhr, den Leiter anrufen, weil in ihrem Beisein ja was anderes besprochen wurde. Was sie aber nicht tat. U.a. weil ich ihr mitgeteilt hatte, dass er im Urlaub ist. Was ich im nach hinein aber passend empfunden hätte, damit man auch mal sieht, dass andere es wie ich sehen.

Die Neue hatte ein wenig Probleme einen Termin mit mir zu finden. Sie wollte mich anrufen. Was aber nicht klappte. Dann kam eine Mail mit einem Terminvorschlag, von dem an sich hätte bekannt sein müssen, dass ich da nicht kann.

Angeblich, so hatte mir die Leitung das am Telefon mitgeteilt, sollte dann auch eine Übergabe statt finden. Den ersten Termin mit der Neuen hatte ich Anfang Dezember. Zur Übergabe kam es dann Anfang Januar – also vier Wochen später.

Ich habe meiner alten Betreuerin einen Brief geschrieben, den ich bei der Übergabe vorlesen wollte. Auf gutes Zureden anderer und weil Frau Sonnenschein meinte, eine schwangere Frau müsste man schützen, habe ich eine freundlichere Fassung aufgesetzt. In der ich eben erklärte, wie ich mich gefühlt habe in einigen Situationen.

Die Neue fand mich unmöglich, weil ich ja nur Vorwürfe mache usw. Auch findet sie es unmöglich, dass ich versucht habe, die Schweigepflichtentbindung entzogen habe und den Datenschutzrichtlinien für das andere Team zu widersprechen. Ohne meiner Zustimmung sei keine Betreuung möglich und ich sei zu misstrauisch.

Fertig vorgelesen habe ich somit auch nicht. Meine alte Betreuerin gestaltete ihre Übergabe so, dass sie drei Punkte nannte, die man ihrer Meinung nach für 2016 erreichen müsste. Aber nichts über mich oder so. Die Neue (ich glaube das ist nun ihr Synonym) meint, sie will mich selber kennen lernen. Ich finde ja, ein paar Infos wären nicht schlecht. Aber das liegt nicht in meiner Macht.

Auf meine Frage, was sie denn mit mir in dem halben Jahr erreicht hat, konnte sie mir keine Antwort geben. Ich schlussfolgere aus ihrem Schweigen, dass wir alles was im Hilfeplan steht, erreicht haben?

Die letzten Wochen mit ihr waren geprägt durch meine Fragen. Ich habe sie verzweifelt angebettelt, dass sie mir hilft mit der Situation umzugehen. Sie hat hauptsächlich geschwiegen und mich darauf hingewiesen, dass sie selber entscheiden kann, wann sie wem wie die Schwangerschaft mitteilt. Ich hätte gerne die Entscheidung, wem ich vertraue, für mich selber entschieden. Immerhin haben sich die Bedingungen für die Betreuung im August (ich vermute eher im Juli schon – also 6-8 Wochen nach Betreuungsbeginn) geändert. Nur das ich davon nichts wusste.

Ich habe mich ihr anvertraut. Habe mein Leben transparent gehalten. Manche Dinge wurden (bewusst?) gegen mich verwendet. Man hat mich mir selbst überlassen. Im Hilfeplan steht was von psychischer Stabilität. Aber sie hat mich in allen Krisensituation während der Betreuung abgewiesen.

Ich habe teilweise heulend vor ihr gesessen und sie hat es nicht interessiert. Sie hat, bei einem Termin bei Wunderärztin, meine Selbstverletzungen gesehen und es hat sie scheinbar nicht interessiert. Ich empfinde, dass sie das wollte und das ihr Ziel war. Fehlt nur noch der Suizid.

Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter. Die Neue ist nicht mein Ding. Noch dazu hat sie Arbeitszeiten, die mit meinem Tagesrhythmus nicht zusammen passen. Ich lebe einen verschobenen Tagesrhythmus und seit dem ich den bewusst lebe und dazu stehe, geht es mir psychisch auch besser. Da ich es nicht schaffe, früher ins Bett zu gehen, wird das zum Problem werden. Und früher ins Bett gehen habe ich nun in den letzten Monaten mehrfach versucht. Es klappt einfach nicht. Ich überlege nun, meinen Tagesrhythmus noch mal komplett umzuschmeißen und eben von 15 bis 22 Uhr zu schlafen.

Ich finde es schade und auch verletzend, dass eine Organisation, die sich um psychisch kranke Menschen kümmern sollte, so handelt. Es verletzt mich, dass sich keiner mit mir auseinander setzt. Ich habe keine Wunder erwartet. Aber Schweigen, Schweigen, Schweigen und ab und an mal die Worte: Das ist nicht so ohne weitere Erklärungen, hat mir nicht geholfen.

Ich liebäugle mit einem Klinikaufenthalt. Sogar in der Horrorklinik. Auch hier überwältigen mich aber immer wieder die schlechten Erinnerungen. Was wird mit mir passieren dort? Wobei ja keiner am Ist-Zustand der Situation was ändern kann. Leider weiß ich auch, dass die personelle Situation in der Horrorklinik gerade mehr als bescheiden ist. Eine Pflegekraft pro Schicht für über 20 Patienten. Ich hätte wieder keinen Ansprechpartner.

Wie wird der Oberarzt reagieren? Wie wird man generell reagieren? Wie werde ich reagieren? Kann ich mich davon trennen, nicht nur bockig (resultierend aus den Erfahrungen in dem Haus) zu reagieren?

Im Dezember habe ich nur durch gehalten, weil mein Bruder Geburtstag hatte und ich ihm den Geburtstag nicht verderben wollte. So ging es auch auf Weihnachten zu. Btw. eines der miesesten Weihnachtsfeste. Im Januar habe ich jemand meine Hilfe bei was versprochen. Dort war ich nach dem Übergabegespräch verabredet. Wäre das nicht gewesen, hätte ich mir umgehend nach dem Übergabegespräch das Leben genommen.

Und ganz schwer ist es zu ertragen, dass sowohl Frau Sonnenschein, wie auch Wunderärztin und mein ambulanter Kontakt bei der Telefonseelsorge gerade nicht weiter wissen. So oft wie die letzten Wochen habe ich auch noch nie mit der Telefonseelsorge telefoniert. Die mir ebenfalls sagen, dass das was in mir vorgeht, auch für Gesunde schwierig wäre.

Lösen Asylanten psychische Probleme?

Ein ganz schön provokante Überschrift oder?

Letzte Woche traf ich mich mit Wunderärztin, Frau Sonnenschein und meiner Betreuerin, mit dem Ziel, eine Behandlungsvereinbarung aufzusetzen. Der Vordruck lag mir ja vor und hatte mich schon mehr oder wenig amüsiert. Und auch runter gezogen. Ich ließ es halt so halbwegs auf mich zukommen.

Ein paar Dinge waren recht schnell geklärt. Zumindest hatte keiner was daran auszusetzen, dass ich meine Medikamente aus dem Blister möchte. Auch wer erst mal Ansprechpartner ist. An sich wollte ich meinen Bruder fragen. Aber das wollte ich nicht am Telefon machen. Sinn dahinter war, dass er sich vielleicht auch für mich einsetzt. Also wenn er hört, ich bin auf einer Geschlossenen, dann auch darauf besteht, dass ihm das in meinem Beisein erklärt wird. Mittlerweile bin ich davon abgewichen.

Eine der Punkte war in etwa, mit wem ich keinen Kontakt will. Darüber hatte ich mir im Vorfeld viele Gedanken gemacht. Aus meinem „privaten“ Umfeld gibt es da eigentlich niemand. Aber ich hab halt so meine Probleme mit diversen Klinikmitarbeitern. So ratterte ich an dem Punkt einen Oberarzt, eine Ärztin, die Chefergotherapeutin und den Sporttherapeuten runter. Als krönenden Punkt auch gleich noch die Leitung der anderen Klinik, die eventuell im Einzugsgebiet liegt. Das die Leute natürlich von meiner Aufnahme erfahren, ist relativ klar. Frau Sonnenschein und Wunderärztin schienen ansonsten nicht erstaunt und es wurde notiert. Ob das umsetzbar sein wird, wird fraglich sein. Denn es gibt eben nur zwei leitende Oberärzte.

Durchzogen war das Gespräch halt immer wieder von Erinnerungen. Ganz klar auch Ängsten. Ich bei manchen Dingen eben auch weiß, das macht die Klinik gar nicht. Zum Beispiel eben Sitzwache.

Großer Punkt war auch, was man in der Aufnahmesituation machen soll. Dort stand „zum Angebot“ eben auch Gespräche. Ich frage mich hier, wie das funktionieren soll. Während meiner Aufenthalte habe ich oft genug zu hören bekommen, dass man ja so viele Patienten hat und keine Zeit hat. Gerade auf der Geschlossenen wurde ich ja hauptsächlich mir selbst überlassen.

Bei dem Punkt, was man machen könnte, bevor man zu Zwangsmaßnahmen greift, war man sich wohl ein wenig uneinig. Was mir aber auch erst jetzt bewusst wird. Dort steht eben auch Gespräch mit der Vertrauensperson. Das wäre, wenn mein Bruder drin stehen würde, eben er. Mir wurde im nach hinein bewusst, dass ich mit ihm in der Situation nicht sprechen könnte, wollen würde? Für mich gerade DER Grund, warum ich ihm die Last doch nicht würde aufbürden wollen. Btw. ich finde es recht viel verlangt, wenn sich ein Verwandter/Bekannter – also jemand außerhalb des Fachbereichs, in einer absoluten Krisensituation um jemand kümmern soll.

Einzelbetreuung wird an dem Punkt auch angeboten. Wie soll das funktionieren? Für mich wäre sie wahrscheinlich hilfreich. Aber nun ja.

Ich denke, Wunderärztin war relativ angepisst. Zum Ende hin äußerte sie, dass sie wohl das Gefühl hat, ich nehme die Behandlungsvereinbarung nur um der Klinik eins auszuwischen. Grundlage dafür dürfte wohl sein, dass ich im Vorfeld gefragt hatte, was ich machen kann, wenn die Klinik sich nicht an die Dinge hält. In der Behandlungsvereinbarung eben auch ein Passus drin ist, in dem steht, dass die Klinik sich verpflichtet, sich daran zu halten. Sollte das nicht passieren, muss das begründet dokumentiert werden und mit mir besprochen werden. Ich stelle mir an dem Punkt klar die Frage, brauche ich eine Behandlungsvereinbarung um Aufklärung zu erhalten?

Schlussendlich meinte sie was in der Art, ich muss von alten Dingen los lassen. Denn so bringt das gar nichts. Da stimme ich ihr ja teilweise zu. Nur wie lässt man los? Wie lässt man los von Aussagen wie: Das wissen Sie doch? Wie schaffe ich es, nicht immer darüber nachzudenken, was ich wissen müsste? Wie komme ich von Aussagen los wie, ich habe dafür zu sorgen, dass es den Behandlern mit mir gut geht?

Irgendwie meinte sie dann, Asylanten schaffen es ja auch los zu lassen. Denn sonst würde ja die Welt vor lauter Leid untergehen. So was in der Art.

Erstmal hasse ich solche Vergleiche. Denn dann müsste ich auch sagen, mein Bruder ist im selben Elternhaus aufgewachsen und ist gesund. Deshalb muss ich es auch sein.

Dann bin ich der Meinung, dass es eben Menschen gibt, die mit der selben Situation vollständig anders umgehen. Den einen macht die Situation nichts aus und andere zerbrechen daran.

Und schlussendlich glaube ich ja nicht, dass Asylanten wirklich keine Probleme mit ihrer Vergangenheit haben. Ich denke, die Geschichte jedes Asylanten ist ihnen immer bewusst.

Ich sollte also vielleicht mal Asylanten besuchen und sie befragen, wie sie es geschafft haben, ihre Vergangenheit psychisch hinter sich zu lassen.

 

Weiß nicht… keine Ahnung…

Ich habe besagtes Medikament abgesetzt. Die Nebenwirkungen haben mich nicht gerade erheitert. Seit dem es mit Sicherheit ganz draußen ist, habe ich leider auch wieder voll das Suchtverhalten was Zigaretten angeht. Dafür geht es mir zumindest zeitweise psychisch richtig gut.

Nun überlege ich, besagtes Medikament eben wieder anzusetzen. Da ich weiß, mir geht es während meiner Periode meistens psychisch schlechter, würde ich es gerne zum Ende der Monatsblutung wieder ansetzen, den Nichtraucher werden Versuch knall hart in Angriff nehmen und dran bleiben und das Medikament möglichst vor der nächsten Periode wieder absetzen. Ok evt. zwei oder drei Wochen danach, wenns nicht gleich klappt. Das Risiko ist überschaubar. Ich kann das Medikament in der niedrigsten Dosierung quasi von einem Tag auf den anderen absetzen. Aus meiner jetzigen Erfahrung weiß ich, etwa eine Woche hält es evt. noch an. Also alles überschaubar.

Zumindest überschaubarer als bei der letzten Periode, bei der ich nur dachte, wenn die rum ist, geht es mir besser und sich das zog und zog und zog. Und Nichtraucher sein ist durchaus erstrebenswert. Es nervt, kostet zu viel Geld usw.

In dem Zusammenhang wurde mir bewusst, dass es Situationen gibt, in denen man weinerlich ist oder eben nur am Heulen ist und nicht erklären kann warum das so ist. Geht zumindest mir so. Nun habe ich aber eben das Problem, dass ich immer wieder im professionellen Rahmen eben durchaus mit Keine Ahnung oder Weiß nicht geantwortet habe und an sich keiner versucht hat dem mal auf den Grund zu gehen. Ich wurde zur Frau die nicht redet. Btw. das sagen alte Behandler und das durch die Bank. Ich befürchte Wunderärztin wäre froh, sie könnte mich mal abstellen. Ich glaube wenn die sich jemals mit ihrer Chefin näher über mich austauscht werden die beiden das Gefühl haben, sie sprechen von zwei verschiedenen Menschen.

Ich meine, ich weiß woran das liegt. Weil eben Wunderärztin ein Weiß nicht nicht gleich als Gegenwehr ansieht. Ok sie sieht es als Gegenwehr an, hinterfragt aber, warum ich so reagiere.

So saß ich die Woche bei Frau Sonnenschein und meinte zu ihr, wie man den handelt, wenn man eben weinerlich ist und einem jemand fragt was los ist und man keine Antwort weiß. Sie sagte dann was eben Weiß nicht oder so. Ich nur so, aber das darf ich doch nicht sagen. Im Endeffekt wollte ich darauf hinaus, ob meine Erwartungen zu hoch sind, wenn ich erwarte, wenn es mir mies geht und jemand fragt mich und ich weiß die Gründe nicht, dass mir derjenige (wenn er aus dem professionellen Bereich) hilft die Gründe zu suchen.

Nein meine Erwartungen sind da nicht zu hoch. Ich konnte mir ein: Dann sollte man die Angestellten der Horrorklinik da vielleicht mal schulen. Typisch ich eben… aber sie fand es nicht so gut. Aber sie wird mir verzeihen.

Ach ja den 1.April habe ich voll ausgenutzt mit einem königlichem Aprilscherz. So musste auch Frau Sonnenschein dran glauben. Ihr und anderen erzählte ich, ich würde heiraten. Btw. für den Mann, den ich hätte ehelichen sollen und mich wäre der Termin so was von passend. Nachmittags rief ich sie dann mal an um das ganze aufzuklären. Schade fand ich ja, dass sie mir das ja so gut wie abgenommen hat. Ich habe damit gerechnet, dass sie entweder panikartig bei mir anruft oder zumindest bei meiner Betreuerin.

Meine Betreuerin war eingeweiht und meinte nur, sie lässt sich an dem Tag am Telefon verleugnen, falls Frau Sonnenschein anruft. Nun ja Frau Sonnenschein meinte am Telefon zu mir, sie hat das schon dokumentiert. Und sie nimmt das jetzt auch nicht mehr raus. Erst dachte ich so Oh Weia. Aber mittlerweile denke ich, da ja jeder in dem Krankenhaus auf meine Akte zugreifen kann, der Zugang zum internen PC System hat, wird da irgendwann mal jemand drüber stolpern…. und nun ja, dann weiß ich evt. wer so hinter meinem Rücken in meiner Akte schnüffelt.

Die Dose der Pandora

Die Dose der Pandora öffnen als Spruch zum Thema irgendwas öffnen, was man besser geschlossen gelassen hätte.

Aber erst einen kurzen Schwenk zu meinen Vermietern. Die wollten letzte Woche auf den Speicher. Bzw. der Elektriker, damit Sohnemann Fernsehempfang hat. Was mich nur noch bitter lächeln lässt. Ich habe zwar einen neuen! Antennenanschluss in der Wohnung, kann den aber nicht nutzen, weil an der Antenne kein Steckplatz frei ist. Aber für Sohnemann geht das. Zum Glück habe ich DVBT.

Elektriker kam mit Sohnemann meiner Vermieter im Schlepptau. Elektriker meinte dann, er kommt von oben da nicht dran, er müsste in mein Wohnzimmer. Alle anderen Räume waren aufgeräumt, aber dort sah es schlimm aus. Ich hatte am Wochenende meine Stoffe sortiert und die flogen nun überall rum. Nun gut ich kam ja nicht drum herum.

Im weiteren Verlauf stiefelte dann der Sohn meiner Vermieter mit dem Elektriker ins Wohnzimmer. Ohne zu fragen. Was war ich sauer! Vor allem wenn man bedenkt, ich sollte ja eigentlich in seine Wohnung ziehen. Als mir das angeboten wurde, durfte ich die Wohnung aber noch nicht mal sehen. Wäre zum damaligen Stand erst zwei Wochen vorm angepeilten Auszug aus meiner alten Wohnung möglich gewesen. Und nun ging er einfach so mal in meine Zimmer!

Frau Sonnenschein durfte es dann ausbaden. Diese Woche waren Vermieter noch mal hier auf dem Speicher was holen. Ich habe dieses Mal bewusst was vors Wohnzimmer gestellt. Hätte auch klar gesagt, sie sollen das eben früher ankündigen und das ich nicht möchte das Fremde meine Räume betreten. Die riefen nämlich Sonntag nach 18 Uhr an und wollten Montag hier rein. Da große Nähaktion am Wochenende, sah es im Wohnzimmer entsprechend aus. Und am Sonntag Abend hatte ich dann keine wirkliche Lust drauf nur wegen denen mein Wohnzimmer aufzuräumen.

Montag Nachmittag dann Termin bei Frau Sonnenschein. Vor vielen Monaten meinte sie mal zu mir, ich muss auch mal mit was abschließen können. Bezogen auf den letzten Klinikaufenthalt. Seit Monaten schleppe ich die Frage mit mir rum, wie man denn abschließt. Wie das funktioniert. Wissend, ich werde weiter keine Antworten bekommen. Würde da eventuell ein Thema ansprechen, über das ja nicht geredet werden darf. Was mich aufwühlen wird.

Am Montag habe ich es gewagt. Habe ihr halt klar gesagt, wenn sie so Sachen sagt, muss sie das auch erklären können. Sie meinte, sie habe auch schon mal ein Problem gehabt, mit dem sie hätte abschließen wollen und hätte deswegen eine Therapie gemacht. Eben mit dem Ziel mit dem Thema abzuschließen.

Ich meinte, das wäre in meinem Fall schwierig. Sie wusste eh, dass es (mal wieder) um den letzten Klinikaufenthalt ging. Ich meinte zu ihr, wenn ich einem fremden Psychologen erzählen würde was los war, wie damit umgegangen wurde und so weiter, wäre der ja noch sprachlos. Verwies auch darauf, dass meine Betreuerin meine Geschichte ja bestätigen könnte. Also nichts mit ich bilde mir da irgendwas ein.

Fragte auch, wie ich denn mit einer Behandlung abschließen soll, deren Hauptargument war: Frau Verstoert das wissen Sie doch!. Es wird ja einiges erwartet. Wie soll Personal mit mir unvoreingenommen umgehen, wenn in meiner Akte dick prangt, dass ich den Oberguru der Klinik ein Schwein genannt haben soll? usw

Sie ließ mich viel Reden. Warf ab und an ein, dass sie sich dazu nicht äußern kann. Das sie einen Teil meiner Worte versteht. Das sie auch keine Lösung weiß, wie ich damit abschließen kann.

Sie ist aber fest der Meinung, dass Klinikpersonal bei jedem neuen Aufenthalt unvoreingenommen mit den Patienten umgehen sollte und vergangenes vergangenes sein lassen sollte. Leider weiß ich, dass dem eben nicht so ist.

Ich beschrieb ihr meine Angst vor einem missglückten Suizidversuch, wie der besagte Oberarzt danach feixend an meinem Bett stehen könnte und mir wieder nur Vorwürfe machen würde. Sagen würde, hätte er mich weiter behandelt, wäre das nicht passiert. Sie fragte mich, wie ich denn darauf komme, dass der Oberarzt mir Vorwürfe machen würde? Tja weil er mir ja auch Vorwürfe für die Geschehnisse beim letzten Klinikaufenthalt machte.

Klar auch Anna irgendwie Thema. Frau Sonnenschein wollte wissen ob wir Kontakt haben oder ich den Kontakt wieder aufgenommen habe. Ich habe ihr gesagt, dass ich am überlegen bin ihr noch mal zu schreiben. Aber im Endeffekt weiß, dass sie mir keine Antworten geben wird.

Generell hat sie sich bedeckt gehalten. Es gibt ja auch die Anweisung, dass keiner mehr mit mir über den letzten Klinikaufenthalt mehr sprechen darf. Es klang zeitweise aber auch hier raus, dass das mit mir hätte aufgearbeitet werden müssen. Das sagte ja auch Wunderärztin schon. Was ja aber nicht gemacht wurde. Bzw. Oberarzt sagt er hätte es gemacht. Seine Aufarbeitung war, dass er mir meine Fragen nicht beantwortet hat, weil ihm die Art der Fragen nicht gefallen hat. Bzw. gesagt wurde, man sei aus allen Wolken gefallen, weil ich von jetzt auf gleich Suizidgedanken hatte. Ich das 1,5 Jahre lang abgestritten habe. Man dann, aus anderen Gründen, die Doku kommen ließ und man fest stellte, die Patientin hat recht.

Irgendwie beschäftigt mich das Gespräch gestern. Irgendwie so tief innen, dass ich es nicht fühle, außer einem schlechten Gefühl. Manche Teile auch so stark außen, dass es weh tut. Es mich wütend macht, dass man mich damit alleine lässt. Das Thema mit einem Redeverbot für die Klinik erledigt wurde.

Zusammengefasst weiß ich aber nun, dass so Sachen jederzeit wieder passieren können. Mir wieder keiner glauben wird. Ich absolut hilflos dem Team ausgeliefert bin. Und ich weiß, ich darf nicht vertrauen. Wenn ich vertraue werde ich bestraft.

So lange ich nicht trennen kann, dass nicht alle so sind, wird eine neue Therapie schwierig werden. Wie sehr bereue ich es, Anna und dem Oberarzt vertraut zu haben. Ich brauchte 4 Jahre um Anna (und ihn auch) an mich ran zu lassen. Die 4 Jahre sind seit dem wieder rum. Ich merke das ich (wieder) bereit wäre zu vertrauen. Habe fürchterliche Angst vor dem was passieren könnte, wenn ich es mache.

Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich bocke und blocke. Aus Angst. Teilweise unbewusst. Selten auch bewusst. Manches Mal möchte ich es auch nicht aufhalten, denn es zeigt auch wie verletzt ich bin. Besser als Lügen ist es immerhin. Auch wenn es nicht richtig sein mag.

Sarkasmus pur beim Neurologen

Ich würde gerne ein Medikament noch mal versuchen. Nebenwirkung ist, dass es zur Rauchentwöhnung genutzt wird. Ich habe das schon mal genommen, allerdings suizidal drauf reagiert. Ok das lief bei fast jedem Medikament so. Ok bei diesem extrem. Faszinierend daran war, dass mein damaliger Arzt relativ klar sagte, dass ich da sein Versuchskanninchen bin. Von der Suizidalität habe ich ihm auch nichts gesagt. Frau Sonnenschein wusste, dass es mir damit mies geht. Ich soll mit dem Arzt darüber sprechen. Musste ich ihr auch versprechen. Sie hat ihn allerdings auch noch informiert.

Ich saß bei ihm, las von einem Zettel ab, dass Frau Sonnenschein mich gebeten hat, ihm zu sagen, dass es mir damit mies geht. Er wollte wissen ob ich Suizidgedanken habe. Ich saß da, heulte, dachte nur ich will tot sein, ich will tot sein …. und sagte ihm brav, dass der Tag schön ist, es mir gut geht und ich mich von Suizidgedanken distanzieren kann. Hätte er nur ein Wort dazu gesagt, hätte ich ihm an den Kopf geknallt, dass er mit seiner Aktion meiner Verlegung auf eine Geschlossen mit allem drum und dran doch genau das wollte. Aber er sagte dazu nichts.

Mittlerweile gibt es in der Horrorklinik die Anweisung, vor der Gabe des Medikamentes ist ein EEG zu machen. Erst hieß es, dass muss bei einem ambulanten Neurologen gemacht werden. Dann hieß es, man kann mich quasi hausintern an das Medizinische Versorgungszentrum überweise und die machen das EEG. Ich dackelte also Anfang Dezember mit der Überweisung dort hin. Nein ein EEG machen sie nicht. Ich muss erst dort zu einem Neurologen. Eine anwesende Psychiaterin, die mich zumindest vom Sehen kannte, sagte mir das auch noch mal. Und wenn der Neurologe mit mir gesprochen hat, dann würde man mich zum EEG überweisen, welches allerdings nicht bei ihnen statt findet, sondern auf einer anderen Station. Weiteres Highlight, besagter Neurologe ist nur Freitags im Versorgungszentrum. Ich bekam einen Termin für Gestern.

Mittlerweile hatte die PIA auch rum telefoniert, ob man mich nicht direkt zum EEG schicken kann. Denn es kam allen unsinnig vor, dass es ja eine klare Anweisung vom Chef der Psychiatrie gibt, dass eben vor Gabe des Medikamentes ein EEG gemacht werden muss und ich trotzdem vorher zu einem Neurologen musste. Was aber nichts änderte.

Der Name des Arztes kam mir bekannt vor. Ein Arzt der früher auf einer der Geschlossenen gearbeitet hat. Jeder der mit ihm Kontakt hatte, berichtete nur Gutes. Auch meine Betreuerin bestätigte das. Und ich harrte der Dinge.

Erst mal durfte ich 30 Minuten warten. Zum Glück habe ich mir keinen Fahrschein geliehen, denn damit wäre ich nie pünktlich zurück gewesen. Der Arzt war sehr nett. Ich war so frei und habe in der PIA darum gebeten, mir eine Überweisung ohne Diagnosen zu geben. Die standen auf der ersten nämlich drauf. Faszinierend war allerdings, dass das reichlich Diagnosen waren, zum Teil Verdachtsdiagnosen. Alle verschlüsselt. Leider habe ich die Überweisung verloren. Ich hätte da gerne nach gegoogelt.

Der Arzt fand die Aktion und das hin und her auch doof. Sagt aber, die dürfen nur ein EEG machen, wenn ein Neurologe überwiesen hat. Ansonsten haben wir sehr nett geplaudert. Ein paar sarkastische Bemerkungen konnte ich mir auch nicht verkneifen. Diagnosen durfte ich klar auch nennen. Borderline, Depressionen, Medikamentenabhängigkeit.

Wir hatten unseren Spaß. Ich bedaure es, dass der Arzt damals nicht auf der Geschlossenen war, als ich dort war. Dann wäre manches anders gelaufen. Und irgendwie macht das wehmütig.

Wir sprachen auch darüber, warum Borderlinepatienten gerne generell erst mal abgelehnt werden. Er meinte, dass es eben so sei, dass viele im Team eben frustriert seien, weil man bestimmten Patientengruppen nicht wirklich helfen kann. Ich konnte mir kurz vor Abschluss nicht verkneifen zu sagen, dass Wunderärztin die Borderlinediagnose anzweifelt und die Klinik auch nie eine Testung gemacht hat.

Besonderen „Spaß“ hatten wir an der Medikamentenabhängigkeit. Ich nannte das Medikament und er fragte prompt nach Tavor. Der typische ungläubige Blick wenn ich sage, das Zeug hat Null Wirkung. U.a. sagte ich aber auch, dass ich Diclofenac nicht vertrage. Ich dann so, statt dem nehme ich nun Medikament X. Dieses macht ebenfalls hochgradig abhängig und das weiß ich auch. Allerdings bleibt nach Diclofenac nicht mehr viel. Und ich nehme es an sich nicht regelmäßig.

Er machte sich Sorgen von wegen macht abhängig usw. Allerdings meinte er, ich habe ja klar gesagt, dass ich das Schlafmittel nicht genommen hätte, wenn ich gewusst hätte, dass ich so abhängig davon werde. Deshalb sei die Gefahr noch mal von was anderem abhängig zu werden wahrscheinlich nicht so groß.

Ich meinte dann, er soll es mal so sehen. Die Chancen das ich einen Arzt finde, der mir dieses Schlafmittel in solchen Massen unkontrolliert verschreibt, wie mir die Horrorklinik mein Schlafmittel in unkontrollierten Mengen verschreibt, seien sehr gering. Der Blick sprach Bände ala ihm ist bewusst, wie sorglos dort Medikamente verschrieben werden. An irgendeinem Punkt meinte ich, ich könnte damit handeln*g*

Ach ja nun brauche ich nur noch den Termin fürs EEG. Ich befürchte, ich werde auch daran meine Freude habe. Ach ja der Neurologe war aber froh das ein EEG gemacht wird, da sowohl das Schlafmittel, von dem ich abhängig bin, wie auch das zur Zeit eingenommene Antidepressiva Krampfanfälle wohl vermeidet oder das Risiko minimiert.

Trauma

Vor kurzem habe ich erfahren dürfen, wie es anderen Menschen geht, die sich durch die Psychiatrie schlecht behandelt fühlen. Mal nicht auf die Klinik bezogen, die ich nun mal kenne. Geschehen in dem Fall allerdings als Jugendliche. Ein Trauma bis heute, über 35 Jahre danach.

Ich spürte die Hilflosigkeit. Hilflosigkeit, die ich auch kenne. Eine Ohnmacht, dass man absolut nichts machen kann. Unter anderem auch, weil einem keiner glaubt. Der betreffenden Person nicht, weil sie in der Familienanamnese psychische Erkrankungen hat und weil sie selbst als suizidal eingestuft wird. Und die betreffende Person schilderte auch, wie es ist, wenn man gezwungen wird, jemand zu vertrauen, den man nicht mag. Warum sieht man auf so Punkte an sich nicht mal genauer hin? Warum wird man gezwungen quasi mit jedem zu reden? Erfahrungen die ich ja auch gemacht habe.

Ich hatte Momente, in denen ich schwankte zwischen: Zum Glück blieb mir das in meiner Kindheit erspart bis hin zu, was wäre wenn.

Ich bin nicht viel jünger als die betreffende Person. Hätten sich meine Eltern nicht so sehr geschämt für psychische Erkrankungen und hätten mich nicht einfach nur als die spinnt ja abgeschoben, statt sich mal um Änderung zu kümmern, wäre ich Ende der 80er sicherlich auch in der Psychiatrie gewesen. Hätte meine Mutter mit mir nach einem Suizidversuch mal einen Arzt kontaktiert – tja dann stünde in meiner Anamnese nun ein Suizidversuch und man würde anders mit mir umgehen. Ja das klingt bescheuert. Aber Patienten, die einen oder mehrere Suizidversuch in der Anamnese haben, werden anders behandelt als Patienten, die nur von Suizidgedanken sprechen.

Ich überlege ja schon länger, ob ich wirklich nichts mehr machen kann. Mehrere Versuche das gütlich zu klären, endeten ja immer im Chaos. Denn ich bin die Böse, weil ich doch tatsächlich gewagt habe, krankheitstypisch zu reagieren. Ich bin die Böse, weil ich keine Lösungen erklärt habe. Hätte ich das gekonnt, hätte ich sicherlich nicht professionelle Hilfe im stationären Bereich gesucht.

Ich habe nur noch das Gefühl, man (egal wer) darf mit mir machen was er will. Wenn in der Psychiatrie was falsch läuft, redet man das schön. Wahlweise wird sonst was in die Dokumentation geschrieben. Ich will nie wieder heulend in der Psychiatrie am Boden liegen, die Pflege sieht es und macht null und schreibt noch dazu später in die Doku: Patientin ist freudig und ausgelassen. Mein Vater, den es recht wenig interessiert wie es mir geht, hat mich an dem Tag besucht. Ich fragte ihn fast 2,5 Jahre später, ob er mich fröhlich und ausgelassen erlebt hat. Nein ganz sicher nicht. Ich glaube auch er wird nie vergessen, wie ich ihn anflehte mich da raus zu holen und er total hilflos war, weil er nicht wusste wie.

Und so drehe ich mich weiter im Kreis und erzähl jedem der mich weg sperren könnte fleißig weiter: Tag war gut, mir geht es gut, ich kann mich glaubhaft von Suizidgedanken distanzieren!