Es ist so weit

Ich plane ja einen Klinikaufenthalt. In der Klinik stehe ich seit März/April auf der Warteliste. Der Versuch da drauf zu kommen startete bereits im Februar. Und man nimmt mich trotz Medikamentenabhängigkeit.

Nun habe ich es letzte Woche endlich mal geschafft, mir die Klinik mal anzusehen. Dort kann man sich jederzeit einfach die Klinik ansehen. Ich war gespannt und dachte mir, mehr als weg schicken, kann mir nicht passieren.

Ich war sehr angenehm überrascht. Das Personal war mehr als sehr nett. Das kenne ich aus der Klinik vor Ort gar nicht. Mich hat ein Ex-Mitpatient begleitet, der ebenfalls sehr angetan war.

An sich wäre es mir wichtig gewesen, dass ich halbwegs einen Termin bekomme. Denn es hieß im Frühjahr nur, ab Juli/August und ich bekomme etwa eine Woche vorher telefonisch Bescheid. Die Dame meinte letzten Woche, dass es eher Ende Juli/Anfang August werden könnte.

Ende letzter Woche klingelte dann das Telefon, man könnte mich nächste Woche aufnehmen. Es machte sich leichte Panik breit und man beruhigte mich, ich soll mir das eine Stunde überlegen und dann noch mal anrufen.

Ich habe mich dann dafür entschieden. Denn die Entscheidung wird mir auch Ende Juli nicht leichter fallen. Und ich möchte ja auch die Sommerhitze in meiner Dachgeschosswohnung umgehen. Somit habe ich zugesagt.

Ich schwanke zwischen Panik, Panik, Panik. Habe natürlich auch Angst. Wobei klar das Thema DBT und Skills auch dabei sein wird und ich mit Beidem eher wenig anfangen kann. Der Hauptbestandteil aber eine andere Therapieform ist.

Nun saß ich da und musste Koffer packen. Kein wirklich einfaches unterfangen. Dort gibt es aber immerhin eine Waschmaschine. Aber ich kenne mich ja. Ich mache das anderswo nicht soo gerne. Ich werde aber definitiv zu viel Sachen dabei haben. Und ich wäre froh, das Zeug wäre aus dem 4.Stock schon unten und vor allem in 8 Wochen wieder hier oben.

In dem Rahmen habe ich dann auch diverse Listen ausgedruckt. Welche Medikamente ich bisher genommen habe, wer mich wann wo behandelt hat usw. Die Listen führe ich schon länger und sie sind immer hilfreich. Die habe ich damals von meinem alten PC auf einer externen Festplatte gespeichert und irgendwann auf meinen jetzigen PC gezogen. Beim Sortieren stellte ich fest, dass ich ja auch irgendwann Tagebuchkarten selbst gemacht hatte. Die Vordrucke fand ich immer doof. Die Klinik vor Ort arbeitete mit meinen Vordrucken.

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich die Dinger noch mal brauchen werde. Ich habe sie aber nun gesucht und ausgedruckt. Besonders erfreut bin ich nicht darüber, sie evt. wieder nutzen zu müssen. Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, wenn ich konstant darüber nachdenke, ob es mir schlecht geht oder gut geht, dann geht es mir eher schlechter. Manchesmal möchte ich einfach nicht hinterfragen, wie es mir geht.

Somit werde ich die nächste Zeit mit Sicherheit hier nicht schreiben. Ok so viel schreibe ich eh nicht mehr – sorry. Hat aber jemand Interesse an einem Erfahrungsbericht?

Anmeldungswirrwarr

Ich bin ja mittlerweile einer stationären Therapie gegenüber nicht abgeneigt. Die Horrorklinik legte mir vor Jahren nahe, mich für ein spezielles Therapieverfahren zu bewerben, welches nicht ganz so weit entfernt stationär angeboten wird.

Ich habe mich damals auch beworben. Was damals sehr umständlich war und die besagte Klinik mehr über mich wusste, als die Horrorklinik. Anders kam ich an keinerlei Infos ran. An die kam ich aber dann auch nicht dran. Ich kam immerhin zum Vorgespräch. Dort fiel dann auf, dass ich ja Zopiclon nehme und das regelmäßig und seit Jahren. Ich habe es sowohl in einer Medikamentenliste angegeben, wie auch im Fragebogen. Und hätten die vorher mal gesagt, dass sie Benzos ausschließen, hätte ich erst nachgefragt, wie es mit Benzoderivaten aussieht.

Schlussendlich war das der Ablehnungsgrund. Der mir aber erst mitgeteilt wurde, als ich dem Arzt vom Vorgespräch hinterher telefoniert hatte. Der Arzt, der beim Vorgespräch nicht wusste, ob es auf der Ausschlussliste steht. Das sollte man an sich schon wissen, denn damals lief die Therapie als Studie und die Studienbedingungen sollte man kennen.

Der Arztbericht dazu las sich auch super. Mein damaliger Arzt/Therapeut drückte mir den grinsend in die Finger und meinte, er will mal wissen, ob mir was auffällt. Oder sagte er mir das nach meinem Lesen? Am Anfang stand, ich habe keinerlei Suchterkrankungen und das sehr ausdrücklich. Am Ende riet man zu einer Entzugsbehandlung.

Faszinierend war außerdem, dass ich, wenn ich mein Zopiclon abgesetzt habe, erst noch zu einer Testung soll. Die Testung durfte ich aber nicht vorher machen.

Nun sind die aus der Studienphase raus. Mich interessiert das Konzept, weil es sich mehr in der Vergangenheit bewegt. Der Arzt, der damals wollte, dass ich das unbedingt mache, fand genau den Punkt doof. Ach ja, genau der Punkt ist der einzige Unterschied zur reinen DBT. Er, der mich für die DBT ungeeignet fand.

Nun soll man da an bestimmten Tagen zu einer bestimmten Uhrzeit anrufen. Da gibt man seine grobe Daten an und dann ruft einen irgendwann die Stationstherapeutin an. Das kann aber drei Wochen dauern. Wenn dann keiner angerufen hat, noch mal melden. Ich habe da vor Wochen angerufen. Nach vier Wochen noch mal. Am letzten Freitag wären die nächsten 3 Wochen um gewesen. Am Mittwoch riefen sie an, als ich arbeiten war. Ich bat um einen Anruf am nächsten Tag. Der mir auch versprochen wurde. Der aber nicht kam. Was ich ärgerlich empfinde.

Heute rief wieder jemand an. Der wusste vom Anruf letzte Woche nichts. Leider wusste er auch sonst nichts. Ok ich saß gerade bei Frau Sonnenschein. Aber ich sprach mit ihm. Er wollte aktuelle Probleme wissen. Welche Erkrankungen. Alles sehr oberflächlich und eigenartig. Meinte dann, ja dann würde ich nun auf die Warteliste kommen. Das könnte aber locker 3 Monate dauern.

Ich fragte dann mal, ob es keine Ausschlusskriterien gibt. Ok ich gebe zu, ich war bereits andersweitig wegen dem Zopiclon vorgewarnt. Ja, druckste er eher rum – so ala trifft auf mich ja nicht zu – keine Ahnung woher er das wissen wollte. Aber nun ja. Also Alkohol, Drogen, laber,laber, und Medikamente. Da rückte ich dann mal mit dem Zopiclon raus.

Ja, das ginge dann wohl nicht. Ich sagte gleich, was ich schon alles als Ersatz durch habe. Ob ich mir einen Entzug bei ihnen vorstellen könnte. Ich habe mal ja gesagt. Wie das denn abläuft. Naja man würde halt langsam reduzieren und durch was anderes unterstützen. Dauer so 3-4 Wochen. Ich nehme das Zeug nun seit 9 Jahren regelmäßig – ich wäre echt gespannt, wie die das schaffen würden.

Ich wollte von ihm auch wissen, wie eine Krisenintervention über Warteliste ablaufen würde. Das die Klinik mich akut nicht nimmt, weiß ich nämlich schon. Mir ging es hauptsächlich um den Zeitraum der Therapeutengespräche. Er schwallte irgendwie rum. Im Endeffekt wusste er es nicht. Aber beim Entzug wären es mindestens 50 Minuten in der Woche. Ich weiß rein zufällig, dass man in der Horrorklinik beim reinen Entzug nur mit Glück überhaupt mal längere Gespräche mit einem Therapeuten hat.

Auf alle Fälle könnte ich eben 3-4 Wochen Entzug und dann direkt in das Programm rein. Wobei er das auch nicht weiß. Aber das klärt er ab und ruft mich morgen noch mal an. Wobei das Programm 8-12 Wochen läuft. Das wären also bis zu 16 Wochen Klinik.

Will ich das wirklich? Momentan kommt mir alles sehr chaotisch vor. Da wurde nichts wirklich besprochen noch sonst was. Und zumindest mal Sucht abklären, wäre schon wichtig oder nicht? Also das man die Bewerber danach fragt.

Ich vermute ja mal stark, dass ist ein Therapeut in Ausbildung, der noch nicht lange da ist. Ich glaube ich frage den morgen mal danach.

Es geschehen Zeichen und Wunder

Ich habe demnächst endlich ein Bett. Ein wenig anders als erwartet und geplant und irgendwie bin ich immer noch sprachlos.

Die Woche klingelte mein Telefon. Wunderärztin. Ich könnte ab nächsten Mittwoch ein Bett haben. Sie haben sich überlegt, dass es sinnvoll sei, sich vorher mal mit den Behandlern zusammen zu setzen. Also sie, Behandler der Station und ich. Um abzuklären, was voneinander erwartet wird. Und damit keine alten Sachen aufgekocht werden.

Ich selbst war innerlich darauf eingestellt, dass ich eine Art Neuanfang will. Also kein wühlen meinerseits in den alten und schlechten Erfahrungen. Wobei das eindeutig auch ein Zeichen dafür ist, dass es mir nicht gut geht und ich Hilfe brauche. Wobei ich mich ansonsten gerade irgendwie ok finde? Wohl auch mit dem innerlichen Wissen, da kommt bald Hilfe? Ok und ich gehe meiner neuen Betreuerin aus dem Weg.

Klar habe ich Angst. Oder Sorge? Eher Angst. Was wenn ich dem Oberarzt über den Weg laufe? Wobei der so radikal abgenommen haben soll, dass ich ihn wohl nicht erkennen werde? Wie mit den teilweise wirklich zickigen Schwestern umgehen? Wobei ich da gerade ein wenig locker dran gehe – ich habe schweigen mittlerweile gelernt. Lesestoff habe ich auch genug. Beschäftigt wäre ich also im Zweifelsfall.

Das gemeinsame Gespräch wird am Montag statt finden. Zwischen Sozialen Kompetenztraining (hat dieses Jahr wieder begonnen – Montag das letzte Mal, dann ist erst mal 4 Woche Pause) und meinem Termin mit Frau Sonnenschein. Da habe ich eigentlich 1,5 bis 2 Stunden Pause. Was natürlich dann sehr viel sein wird am Montag. Aber das ist es mir Wert.

So eine Behandlung habe ich mir seit Jahren gewünscht. Das man gemeinsam schaut, wie was laufen könnte. Also zumindest hoffe ich noch, dass wir gemeinsame Wege gehen. Es gibt wenig, was ich wirklich ablehnen würde. Ok eines der Dinge wäre ein Entzug meines Schlafmittels. Wäre das nicht gewesen, würde ich heute wohl nicht mehr leben, weil ich mich heulend im Bett gewendet hätte und irgendwann wohl den letzten Schritt getan hätte.

Irgendwie habe ich mir das die letzten Jahre immer anders vorgestellt. Wie ich im Falle einer Aufnahme reagieren würde. Bockig passt ganz gut. Aber die Gedanken sind alle Weg. Denn ich will was ändern. Keine Ahnung wie und was. Aber so wie die letzten Monate geht es nicht weiter.

Vertrauen – Der Feind!

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, weil es gerade sooo viel ist. So viel was mich belastet, was mir durch den Kopf geht.

Im Juni gab es ja einen Betreuerwechsel. Ich wollte da an sich ja gar nicht. Die Organisation, die eben mein betreutes Wohnen macht, sagt aber mittlerweile, sie wollen keine langjährigen Betreuungen mehr. Neuer Wind und so.

Die Beziehung zu meiner letzten Betreuerin war, nach anfänglichen Schwierigkeiten (ok die hielten länger an) ziemlich gut. Richtig gut wurde sie an sich nach dem letzten Klinikaufenthalt. Sie teilte mir das an sich auch früh genug mit, wir konnten den Wechsel verschieben und sie hat mir halt klar gesagt, ich soll es als Chance sehen. Sie hat sich auch richtig viel Mühe gegeben, jemand passendes für mich zu finden. Was nicht ganz einfach ist, weil keine Mann, 2 andere Betreuer hatte ich schon, eine schließe ich grundsätzlich aus usw.

Die neue? Ich versuchte mit ihr warm zu werden. Vom Typ her ist sie generell schon mein Ding. Wenn so vieles anderes nicht gewesen wäre. Zumindest jetzt, im nach hinein betrachtet. Sie Betreuung begann im Juni und sie hat mich quasi zwei Wochen betreut und war dann erst mal eine Woche im Urlaub.

Im September folgten 3 Wochen Urlaub. Nun ist meine alte Betreuerin ihre Vertretung bei mir. Das erste Mal seit dem ich Betreuung habe, dass die Urlaubsvertretung kein Problem ist. Nun überschnitt sich der Urlaub der Beiden um eine Woche. In einer Woche hatte ich also meine alte Betreuerin gesehen. In der zweiten Woche war Rufbereitschaft – sprich ich hätte anrufen können. In der dritten Woche sollte ein Kollege die Vertretung machen und da hieß es klar, er ruft mich an.

Ich hatte vor Monaten, noch mit meiner alten Betreuerin, angefangen, Nachts eine Mail zu schreiben, wenn ich ins Bett gehe. Damit ich mal früher ins Bett komme. Das hat die neue übernommen. Mir wurde gesagt, dass kann ich bei der Vertretung der Vertretung auch machen, das sei abgesprochen.

In der Woche lief hier einiges schief und ich hätte einen Ansprechpartner gebraucht. Frau Sonnenschein war nämlich auch im Urlaub. Nun ja, dachte ich mir, der Betreuer wird ja irgendwann mal anrufen. Da bis Mittwoch kein Anruf kam, habe ich in der Gute Nacht Mail um ein Telefonat gebeten. Leider hat er die Mails erst Donnerstag Abends abgerufen und wir haben dann erst Freitag telefoniert.

Für mich war das keine Situation und ich wollte die für die Zukunft ändern. Was an sich auch kein Aufwand gewesen wäre. Ich sprach also meine Betreuerin an, dass das eben doof gelaufen ist und ich darum bitte, dass man für das nächste Mal, wenn klar gesagt wird, man wird mich anrufen, eben im Vorfeld ein Termin vereinbart wird.

Ich habe zwei Wochen mit ihr rum diskutiert und der Grundton war an sich, dass das alles alleine meine Schuld gewesen sei. Begreife ich bis heute nicht. Da bestand eine klare Absprache (er ruft mich an – ohne Zeitangabe) und ich muss darum betteln. Laut ihr hätte er mich nicht erreicht – was definitiv nicht stimmt. Er selbst sagte am Telefon zu mir, dass das blöd gelaufen sei und es ihm Leid tut und sie erklärt mir konstant, dass das mein Fehler gewesen ist?

Im Oktober ging es dann zur Mitte des Monats rund. Einmal war ich dauererkältet. Dann teilte mir meine Therapeutin mit, dass die Therapie nicht weiter geht, weil die Krankenkasse die Therapie ablehnt. Die Gruppentherapie wurde wieder aufgelöst. Mein Rehasport stand auch auf wackligen Beinen, weil ich dort wochenlang nicht war, weil ich ständig krank war. Das wusste meine Betreuerin, dank der nächtliche Mails, auch alles.

In der Woche stand noch ein Termin bei Wunderärztin an. Zu dem sie mitkommen sollte (wir finden so schwer einen Termin und da kam sie eben öfters mal mit). U.a. war auch geplant, Akteeinsicht für einen bestimmten Tag zu beantragen (da läuft die 10 Jahres Frist demnächst ab) und ich hatte da noch eine Frage zum Betreuungsvertrag, den ich im Beisein der Wunderärztin klären wollte.

Am Tag vor dem Termin hätte man mich an die Wand klatschen können. Ich war total neben der Spur und rief eben meine Betreuerin an. Die mir via Mail schon mitgeteilt hatte, dass sie zu dem Termin nicht mitkommen möchte, wenn ich so erkältet bin. Ich habe am Telefon die meiste Zeit geheult. Habe sie mehrfach um Hilfe gebeten. Wollte das sie mich aufmuntert. Ihr Hauptaugenmerk galt dem Punkt, sie möchte zu dem Termin nicht mit komme. Ich gehe da an sich sehr vorsichtig mit um: Ich gebe keinem die Hand, halte Abstand etc pp. Sie fährt jeden Tag eine längere Strecke mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Deshalb verstehe ich bis heute nicht, warum sie zu dem Termin nicht mit gegangen ist. Ich hätte das verstanden, wenn sie hätte zu mir nach Hause kommen müssen. Aber so? Genügend Abstand wäre gewesen, das Zimmer meiner Wunderärztin ist ja keine Besenkammer.

Ich verwies darauf, dass ich eben was wegen dem Betreuungsvertrag und so. Sie betonte mehrfach, sie hat Angst sich anzustecken. Und ich würde ja auch nicht gut klingen. (ja ich klang ziemlich verheult). Das mit der Akteneinsicht hatte ich schon gar nicht mehr auf dem Schirm, weil ich total fertig war. Schlussendlich haben wir Donnerstag telefoniert und sie hat mich dann abgewürgt, weil sie zum nächsten Termin (der seltsamerweise zu der Zeit war, zu der sie an sich mit mir einen Termin hatte) musste.

Die Woche drauf war ich gesundheitlich noch angeschlagen. Teilte ihr das halt auch mit. Die Vertretung meiner Hausärztin, bei der ich mich nun mal blicken ließ (die kann ja eh nicht mehr machen, außer mir Medikamente zu nennen, zum Inhalieren zu raten usw – und das kann ich alleine), hat mir ein Antibiotika verschrieben, sagte aber gleich, dass das wenig bringen wird. Meine Betreuerin war der Meinung, ich sei ja dank Antibiotika nicht mehr ansteckend. Und außerdem sei ich ja nun schon seit über einer Woche krank und da sei die Ansteckungsgefahr ja nicht mehr so groß. Ach ja, zum Termin mit Wunderärztin war ich genau eine Woche wieder richtig krank – was meine Betreuerin ebenfalls wusste.

Und was mich an sich am meisten trifft – sie sagte zum Thema Therapieende, Ende der Gruppentherapie das das alles ja gerade ein wenig viel sei und sagte fast im gleichen Atemzug, dass sie mich die Woche auch nicht sehen will. Und da wundert sich jemand, dass ich nicht rund laufe?

Vor drei Wochen redeten wir locker flockig über meine Geburtstag nächstes Jahr und sie meinte, sie notiert sich das Datum. Ich erwähnte, dass ich es toll finde, an meinem Geburtstag mit Familie, Frau Sonnenschein und Betreuerin Kaffee zu trinken. Das kam von ihr, ohne das ich es in irgendeiner Form eingefordert hätte.

Ich habe ihr allerdings auch klar gesagt, wie doof ich das fand und in Kombination mit der Aktion der Urlaubsvertretung das Vertrauen ziemlich weg ist und ich es halt doof finde, wenn ich da endlos lange meine Bedürfnisse formulieren muss und sie mir nonstop sagt ich sei im Unrecht, obwohl mir der Kollege was anderes gesagt hat. Immerhin gab sie mittlerweile zu, dass das doof gelaufen ist.

Letzte Woche meinte sie dann zu mir, dass sich bei ihnen personell nächstes Jahr was ändern wird. Sie geht ab Ende Januar in den Mutterschutz. Ende März kommt das Baby und mit Resturlaub und so.

Ich selber wäre an was langfristigem interessiert gewesen. Habe ehrlich gesagt auch keine Lust, mich nun schon wieder auf jemand einzulassen. Das meine Betreuerin schwanger wird, war bei meiner alten Betreuerin schon meine größte Sorge. Das war auch immer wieder Thema.

So nach und nach koche ich innerlich immer mehr. Klar das ihr die Vetretungssituation relativ egal war, denn da muss sie schon gewusst haben, dass sie schwanger ist. Im August war sie zu einem Termin mit der Therapeutin mit dabei. Da erzählte sie, ebenfalls von sich aus, dass wir noch in der Kennelernphase sind. Da lache ich heute bitter drüber – denn da wusste sie ja bereits, dass sie mich in wenigen Monaten nicht mehr betreuen wird.

Ich habe mich ihr anvertraut. Habe verzweifelt darum gekämpft, eine Beziehung aufzubauen – was absolut sinnlos war.

Ich hatte vor der letzten Betreuerin einen absolut miesen Betreuerwechsel. Der mich heute noch beschäftigt. Bei dem man mir vorher versprach, wenn es nicht klappt, sucht man nach einer anderen Lösung und schlussendlich lief es so, dass mich meine damalige Betreuerin von einem Tag auf den anderen fallen ließ, ich mit der Nachfolgerin gar nicht konnte und man mir konstant gesagt hat, wie schwierig es ist jemand zu finden (ich hatte damals einen sehr hohen Betreuungsschlüssel – so viele Stunden bekommt nur schwer jemand unter) und das es eben nicht anders geht. Kein Wort mehr davon, dass man eine Lösung sucht. Die damalige neue Betreuerin auch nur übergriffig war und schlussendlich von sich aus die Betreuung beendete. Ich hab nur irgendwann eingesehen, dass das auch nicht geht und Frau Sonnenschein hat sich da enorm für mich eingesetzt.

Außerdem habe ich nun in noch nicht mal 10 Jahren dann die 5. Betreuerin – da fragt keiner mehr warum und wieso, da heißt es nur: Frau Verstoert Sie haben aber viele Betreuerwechsel gehabt! Da fragt keiner, wie lange ich vom wem betreut wurde.

Ich weiß, dass ich in der Vorweihnachtszeit bis mindestens Februar, teilweise bis März nicht ansprechbar bin. Dieses Jahr bin ich, bedingt durch Therapie- und Gruppentherapieabbruch, damit sehr früh dran. Mich in dem Zustand auf jemand neues einlassen und gleichzeitig wissen, dass ich nicht damit rechnen brauche, dass meine Betreuerin ihre Termine alle einhalten wird… ich noch dazu in den letzten Jahren im Winter immer! über Wochen hinweg erkältet war (Bus fahren geht, aber mich betreuen geht ja nicht  – sie muss ja nun nicht nur sich schützen).

Diese Woche erzählte sie mir dann, sie hat mit ihrem Chef wegen einer neuen Betreuung gesprochen. Sie nannte mir die Kollegin auch, die ich dem Namen nach kenne. Passt rein vom Alter her gar nicht. Und die übernimmt mich ab Januar. Ob ich sie vorher kennen lernen kann, war meine Frage und das wäre mir enorm wichtig gewesen. Ich lerne sie irgendwann Anfang Januar kennen und das sei ja vorher. Für mich ist das nicht vorher, wenn jemand zum 1.1. die Betreuung übernimmt und ich sie dann kennen lerne.

Ich habe ihr ein wenig vom dem miesen Betreuerwechsel erzählt. Sie ist der Meinung, dazu wird es nicht mehr kommen. Ich habe klar auch gefragt, was ist, wenn ich mit ihrer Nachfolgerin nicht kann. Eine Antwort habe ich nicht wirklich bekommen. Sie ist auch der Meinung, man kann beim ersten Kennenlernen nicht entscheiden, ob es passt oder nicht. Leider kann ich genau das. Ich kann beim ersten Kennenlernen sagen: Passt, ist einen Versuch Wert oder passt eben nicht. Mich kotzt es an, dass ich zwar klare versuche einen Teil meiner Bedürfnisse zu formulieren, aber mir irgendwas eingeredet wird. Erinnert mich an meinen Oberarzt, der mir meine Gefühle ja auch abgesprochen hat.

Mir auch klar ist, dass ich nicht die einzige Klientin bin. Noch dazu eben nicht die einzige Klientin, die man nun relativ panikartig unterbringen muss – in einem Team, dass eh schon unterbesetzt ist.

Mein Leben besteht seit einer Woche aus Selbstverletzung. Nun kam es irgendwie zustande, dass meine Betreuerin heute mit mir bei Wunderärztin war. Seit Mittwoch Abend habe ich ein Ganzkörpercutting (heißt bei mir von überm Knie bis unter den Hals). SVV in der Klinik vorm Termin. U.a. auch im Gesicht. Die Hände habe ich gestern Abend schon erwischt (mache ich sonst nie). Endete schlussendlich damit, dass Wunderärztin das alles sehen wollte. Betreuerin fragte ob sie raus gehen soll und mir es einfach nur scheißegal war.

Ich mit Wunderärztin generell ein Gespräch geführt habe zu dem Thema stationärer Aufenthalt. Nur will ich eben nicht in „ihre“ Klinik (Horrorklinik). Mich die zweite Klinik im Einzugsgebiet auch nicht wirklich aufnehmen wird (ich wohne nicht in deren Einzugsgebiet). Im Akutfall die Klinik vor Ort zuständig ist. Schlussendlich, wenn ich in die andere Klinik will, dann eben über Warteliste (relativ sinnlos, wenn ich eine Krisenintervention will) oder ich rufe die Polizei an, „vermelde“ quasi Selbstgefährung und bettel die Herren, die dann hier auftauchen werden, dass ich nicht in die Klinik im Einzugsgebiet will. Mit viel Glück komme ich dann in die andere Klinik.

Wunderärztin meinte zum Thema wie läuft Krisenintervention ab u.a. das man in der Regel Tavor gibt, damit die Patienten ruhiger werden. Nur wirkt Tavor bei mir Null. Wie ich selber weiß, wird Tavor heute gerne durch Seroquel ersetzt – mit Seroquel war/wurde ich hochsuizidal mit nicht ganz freiwilliger Verlegung auf eine Geschlossene usw. Ich habe keine Kraft, da irgendjemand zu erklären, welche Medis ich bereits genommen habe und was alles nicht wirkt. Vor allem wenn ich bereits aus bitterer Erfahrung weiß, dass man zwar darauf pocht, dass ich doch wissen muss, was mir gut tut und was nicht – aber auf der anderen Seite wird mir doch nur gesagt, dass ich ja keine Ahnung habe.

Und als absolutes Highlight für Donnerstag – meine neue Betreuerin ist in einem anderem Team. Teamübergreifende Urlaubsvertretungen werden nicht gemacht. Somit ist das Thema Urlaubsvertretung nun auch wieder ein Problem (meine momentane Betreuerin wird auch das Abstreiten).

Ich habe nun innerhalb von einem Monat 4! Beziehungsabbrüche – und ich warte nur drauf, wann es mir jemand zum Vorwurf macht, dass ich nicht rund laufe.

Ich habe keine Lust mehr Verständnis zu haben. Ich habe auch keine Lust mehr, mir die Mühe zu machen, Bedürfnisse zu formulieren, die mir dann eh abgesprochen werden.

Und ich frage mich, warum ich eigentlich noch um mich kämpfe.

Btw. hätte ich gewusst, dass meine Betreuerin einen so dringenden Kinderwunsch hat, hätte ich mich da nie drauf eingelassen. Hätte ich im September geahnt, dass sie schwanger ist…. dann hätte ich damals gar nicht erst rum diskutiert. Und vor allem habe ich ganz sicher nicht innerhalb eines Jahres zwei Betreuerwechsel gewollt.

Und was mich ebenfalls ankotzt, dass es nicht mehr darum geht mit mir eine Lösung zu finden. Ist ja auch viel einfacher, wenn man mir mich selbst erklärt.

Monatsrückblick Juni

Der Juni trieb teilweise nur vor sich hin. Keine Ahnung warum. Auch Dinge, die sonst eine andere Wichtigkeit haben, verpufften eher neben mir.

Ich habe (endlich) einen Therapieplatz. Wobei die Therapeutin mich nur alle zwei Wochen sehen will. Ich bin mir noch nicht sicher, ob mir ihre Erklärung gefällt. Da ich aber eh Probleme habe, meine Termine unter einen Hut zu bekommen, ist das vielleicht ganz sinnvoll.

Was ich von meiner neuen Betreuerin halten soll, weiß ich auch noch nicht so wirklich. Bisher war sie nur zum Kennenlerngespräch bei mir zu Hause, zusammen mit meiner alten Betreuerin. Ansonsten verlege ich die Termine eher außer Haus. Ok der erste Termin war einfacher und Anreiz diverses zu erledigen. Inkl. Stadtführung, da sie ebenfalls nicht von hier ist. Und ich kann richtig gute Stadtführungen machen. Dann war sie im Juni eine Woche im Urlaub. Ein weiteres Mal war sie mit bei der Wunderärztin und beim letzten Termin war es so heiß und da ich in meiner Wohnung über 30 Grad habe, waren wir ebenfalls unterwegs.

Es gestaltet sich schwierig Termine zu finden. Gut ich bin Spätaufsteherin. Ich kann Montags eher nicht, weil ich da den festen Termin mit Frau Sonnenschein habe. Zwei Psychotermine am Tag sind mir zu viel. Dienstags habe ich Reha-Sort – und an sich haben die Betreuer da Teamsitzungen. Freitags ist Vormittags meine Haushaltshilfe da. Donnerstag geht an sich, aber da gehe ich eben einmal im Monat zur Wunderärztin und einmal zur Schreibwerkstatt. Somit bleibt Mittwoch übrig. Da gehe ich aber ehrenamtlich arbeiten. Wir fangen meistens um 10 Uhr an. In der Regel hören wir zwischen 13 und 13.30 Uhr auf. Ich bin dann frühestens um 14 Uhr daheim. Bei dem Wetter würde ich dann gerne duschen und ich brauche einen Moment für mich. Somit geht frühestens ab 15 Uhr. Sie drängt nun nonstop auf 14.30 Uhr. Was aber für mich heißt, ich muss nur hetzen etc.

Ansonsten sagt sie halt, sie arbeitet eher früh. Ich hab da nun mal drüber nachgedacht. Montag, Mittwoch und Freitag scheidet aus. Dienstag könnte sie Vormittags gar nicht. Und ich drehe am Rad, wenn ich Mittwoch und Freitag schon früh raus muss, wenn ich dann auch Donnerstags noch früh aufstehen muss. Ich kenne da ja leider meine Grenzen. Mal sehen wie das weiter geht.

Bei Wunderärztin waren wir im Juni auch. Ich habe ein neues Medikament versucht. An sich zum Schlafen. Gebracht hat es nicht wirklich was. Da aber eben noch hinzukommt, dass ich zu der Jahreszeit schlecht schlafe, weil eben Dachgeschoss und warm, wollte ich die Einnahme absetzen und auf den Herbst schieben. Bzw. würde ich vielleicht eine höhere Dosierung den Schlaf besser regulieren? Als ich nun wissen wollte, wie weit und in welchen Abständen ich das hoch dosieren kann, kamen eher schwammige Antworten ala das ich das doch alles weiß. Ich hätte gerne das Wissen, was man da von mir erwartet und es nervt.

Mittlerweile ist es so, dass ich meine letzte Periode Ende Mai hatte. Ich überlege nun, ob ich mir mit dem Zeug meinen Zyklus zerschossen habe. Nun habe ich die Woche Frau Sonnenschein gebeten Wunderärztin deswegen zu fragen. Auch hier ist die Antwort sehr schwammig. Als ich was hinter fragt habe, bat mich Frau Sonnenschein, das doch bitte mit Wunderärztin selbst zu klären.

Mit meiner alten Betreuerin war ich bei der Rentenversicherung in der Nachbarstadt. Hier vor Ort war ich ja schon mal vor dem Umzug, um Informationen zu bekommen, welche beruflichen Perspektiven ich habe. Die Auskunft lautete, ich muss einen Antrag auf Rehabilitation stellen, um überhaupt Fragen stellen zu dürfen. Das schien mir zu viel Aufwand. Und wenn dem Antrag statt gegeben wird, muss ich eh in die Nachbarstadt, weil es vor Ort keinen Reha-Sachbearbeiter gibt.

Damals rief ich eben in der Nachbarstadt an. Dort sagte man mir, dass das wirklich übertrieben sei mit dem Antrag, ich soll mal zur offenen Sprechstunde vorbei kommen. Dann kam der Umzug dazwischen und so schob sich das bis dieses Jahr. Und dann war es schwierig einen Termin zu bekommen.

Die Sachbearbeiterin war eher lustlos. Bei einem Reha-Sachbearbeiter einen Termin zu bekommen war unmöglich. Das geht nur nach Antrag. Auch die Sachbearbeiterin erzählte mir eben, dass ich einen Antrag stellen muss. Irgendwann telefonierte sie im Haus rum, ob noch ein Reha-Sachbearbeiter im Haus ist. Und wurde fündig und ich durfte dort hin.

Ein wenig Licht im Dunkel. Aber sollte ich wirklich noch eine Ausbildung anstreben, sollte ich mir das wohl bald überlegen. Der „Spaß“ dauert mich über die Rentenversicherung locker 5 Jahre. Faszinierend ist, falls ich in einer Behindertenwerkstatt arbeiten möchte, dann muss ich dafür auch einen Antrag stellen.

Im Juni war vor Ort ein großes Straßenfest, welches ich an sich immer besuche. Meisten treffe ich mich dort dann auch mit meinen Angehörigen. Nun war mein Bruder dieses Jahr im Urlaub und ich ging halt alleine. Dort traf ich auf meinen Vater, der her verwahrlost aussah. Das T-Shirt stand schon bald vor Dreck. Was mir nun so langsam Sorge bereitet. Das er es mit der Sauberkeit nicht so genau nimmt, war bekannt. Aber in dem Rahmen und so weiter? Als ich ihn darauf ansprach redete er sich damit raus, dass er gerade erst geschwitzt hat. Nur hatte das T-Shirt Schweißränder, die nicht frisch waren und die allen möglichen Alterstufen hatten.

Die Woche drauf bin ich spontan bei ihm daheim vorbei. Weder mein Bruder, noch ich, waren seit Jahren in der Wohnung. Es war nicht ganz so schlimm wie befürchtet, aber schlimm genug. Die Unordnung ist Thema für sich. Aber die Hygiene spricht Bände. Wenn wir da jemals ausräumen müssen, werden wir wohl einen Container kommen lassen müssen. Und die Kaution können wir auch vergessen. Wobei wir das schon gedanklich abgeheftet hatten. Ich hoffe sehr, wir müssen da nie was drauf legen.

Ansonsten hatte ich dann auch noch Geburtstag. Dann war mein Bruder krank. Ich selbst hatte da kein Problem damit, dass wir uns eben nicht sehen. Ihm tat es Leid. Dafür war ich bereit mit Vatern Essen zu gehen. Was dann zum Staatsakt ausartete. Erst erwartete er doch, dass mein Bruder doch kann. Dann versuchte er mir konstant sein Lieblingslokal schmackhaft zu machen. Dann ein weiteres Lokal, in welches ich nicht gehen mag, was ich ihm schon mehrfach erklärt habe. Ich hatte zu Anfang schon ein Lokal vorgeschlagen.

Dann wollte er an meinem Geburtstag um 18 Uhr anrufen und nachfragen, für welches Lokal ich mich entschieden habe. So saß ich dann daheim und wartete. Er rief auch pünktlich an. War dann zwar nicht begeistert. Dann meinte er, er muss nun erst Duschen. Er ruft mir an, wenn er los geht, ich sei ja eh daheim. Wie sehr ich das hasse. Ich habe ihn dann mit Mühe und Not auf halbwegs eine Uhrzeit fest genagelt.

Die Zusage für das Soziale Komeptenztraining habe ich auch. Beginn im September. Gestaltete sich wesentlich einfacher als erwartet. Allerdings wurde das Vorgespräch im Büro meines alten Arztes/Therapeuten gehalten. So ganz kann ich das immer noch nicht ablegen.

Ansonsten rauscht echt alles an mir vorbei. Ich bin gespannt, wie sich das noch entwickeln wird. Allerdings hat das auch gerade den Vorteil, dass Anna nicht mehr so viel Raum einnimmt.

Monatsrückblick März

Irgendwie rast die Zeit….

Ich war im März erst mal damit beschäftigt, die Scherben von März zu beseitigen. Mich an passenden Stellen zu entschuldigen und so. Ich hasse das immer mehr. Und da ich gerade wieder meine Periode habe und äußerst mies drauf bin, schwant mir Schlimmes.

Der versemmelte Termin mit Wunderärztin geht mir auch nicht aus dem Kopf. Und vor allem auch nicht der Umgang der einen Dame am Empfang mit mir. Mir der bin ich schon ein paar Mal angeeckt. Zuletzt nach Weihnachten, als sie mir mit aller Gewalt den Adventskalender zurück geben wollte.

Ich hatte für Frau Sonnenschein, Wunderärztin und den Damen am Empfang schon 2013 einen selbst gemachten Adventskalender befüllt. Das habe ich 2014 wieder holt. Sinn war u.a. das ich kein Geld für Weihnachtsgeschenke habe und das eine nette Geste sein sollte. Und 2013 war es außerdem das Ziel, Kram aus meiner Wohnung heraus zu bekommen.

Nun wollten die mir den zurück geben. Ich habe mehrfach nein gesagt. Immer wieder versuchte man mich zu überzeugen, dass ich den unbedingt mitnehmen muss. Mich hat es sooo angekotzt, dass mein NEIN nicht akzeptiert wurde. Ich befürchte, dass nimmt sie mir immer noch Übel.

Seit Mitte März bin ich mal wieder erkältet. Ich hab mich ja schon gefreut, dass die große Grippewelle an mir vorüber zog. Und nun lag ich doch flach. Mit vollem Programm, wie keine Stimme und Dauerhusten. Und weil das noch nicht reichte, konnte ich mich auch nicht bewegen. Eine Teil meiner Pläne habe ich dann mit genügend Schmerzmittel durch gezogen. Und es zum ersten Mal auch richtig übertrieben.

Nun weiß ich immerhin, welche Kombination ich sein lassen sollte. Allerdings war ich egal in welcher Kombination irgendwann total gut drauf. Was sich gut angefühlt hat. Der Fall zwar kam, aber das Gefühl trotzdem toll war. Ansonsten habe ich ja immer Angst vorm Fall.

Folglich konnte auch meine Haushaltshilfe nicht kommen. Das ist nämlich weiter ein Problem für mich. Sie ist nett, richtig nett. Aber ich befürchte die Beziehung ist zu eng geworden. Wenn die Arbeit mindestens ordentlich gemacht wäre, wäre das ja noch ok. Aber es sind so viele Dinge die gar nicht oder schlecht gemacht werden.

Während der ersten Erkrankungsphase stand auch die Hilfeplankonferenz an. Meine Betreuerin war so oder so im Urlaub. Ich habe dann versucht ihren Chef zu erreichen. Denn geplant war, ich stelle mich selber vor. Nur doof, wenn ich keinen Ton raus bekomme. Der versuchte die HPK noch zu verschieben, was aber nicht ging.

Ich hab noch versucht meinen Hilfeplan zu üben, was aber so gar nicht klappte. Nun ja dachte ich mir, dann muss eben er ran. Am Tag der HPK habe ich es dann doch selbst gemacht. Und die waren scheinbar hin und weg. Es haben sich neue Türen aufgetan. Ich müsste nur durchgehen.

Als ich im Büro meiner Betreuerin anrief, um ihren Chef zu erreichen, hatte ich die Vertretung am Telefon. Die machte an sich nur Rufbereitschaft. Das heißt, ich muss mich melden, sie meldet sich nicht. Ich schilderte die Situation und so, sie versprach es an ihren Chef weiter zu geben. Dann wollte sie wissen, wie es mir denn geht, wenn sie mich schon am Telefon hat. Ich fing an zu erzählen, sie unterbrach mich mitten im Wort. Fragte was anderes. Selbes Spiel von vorne. Und beendete das Gespräch mit: Ach Ihnen geht es ja gut! Wohlbemerkt bekam ich weiter kaum einen Ton raus, weil ich so erkältet war und war ja vorher konstant von ihr unterbrochen worden. Die gute Dame hat es somit bei mir ganz verschissen.

Während ich krank war, konnte ich mir eine Wohnung ansehen. Ich kenne die Tochter der Vormieterin über drei Ecken. Die Wohnung war bisher das Beste was ich gesehen habe. Wunschstandort. Leider in einer Altenwohnanlage. Laut Hausverwaltung wird die über das Wohnungsamt vergeben. Dort war ich dann. Ich müsste schriftlich beantragen, dass ich auch in eine Altenwohnanlage ziehen würde. ABER es sei dann nicht sicher, ob ich dann für die Wohnung vorgeschlagen werden.

Die Wohnung hat allerdings auch einige Nachteile. Ich schwanke gerade zwischen soll ich oder soll ich nicht. Soll ja an sich mein letzter Umzug sein. Will ich das wirklich durch kämpfen? Ich tendiere zeitweise zu eher nein. Dann denke ich, ich komme hier nie raus. Also ein Karussell.

Generell merke ich aber, dass ich viele Dinge gar nicht mehr gemeistert bekomme. Ich habe immer noch kaltes Wasser in der Küche. Das Untertischgerät ist seit Ende letzten Jahres kaputt. Leider mein Gerät und ich kann es nicht schon wieder ersetzen. Leider lecken die Dinger, wenn sie kaputt sind.

Wäre eine betreute Wohngemeinschaft die Lösung? Betreuerin sagt ich bin zu fit. Ich denke manches Mal, vieles wäre einfacher. Aber will ich das wirklich? Ich weiß aber, dass ich enorme Angst habe, dass alles nicht mehr zu packen.

Auf ein Neues im April. Es steht erst mal ein Verlängerungsantrag für SGB 12 an, der mich gerade ein wenig um den Verstand bringt. Ostersonntag war ich mit meiner Familie Essen. Aber dazu evt. ein neuer Beitrag.

Tee statt Pillchen

Heute stand in meinem Kalender ein Termin mit Wunderärztin. Meine Betreuerin wollte mitkommen. Kam dort hin, wollte mich anmelden, sagen die zu mir, der Termin wäre letzte Woche gewesen. Ich bin an sich sehr gewissenhaft beim Eintragen meiner Termine. Und warum hat mich keiner angerufen, dachte ich so.

Nun ja… ich durfte warten und man sah was man machen kann.

Dann ging es um neue Termine. Grundlage ist, dass mir gesagt wurde, ich hätte da einmal im Monat anzutreten. Wunderärztin hat aber nur eine halbe Stelle und arbeitet nur einen Nachmittag. Da ich morgens nicht kann, bleibt nur der Nachmittag. Den nächsten Termin konnte man mir für Ende Mai anbieten! Und wir haben dann auch gleich die Termine für das ganze Jahr gemacht. Irgendwann ist Wunderärztin im Urlaub und statt mir eben einen Termin nach drei Wochen zu geben, haben wir da wieder sechs oder sieben Wochen dazwischen. Kommentar der Dame am Empfang: Ich hätte ja noch regelmäßige Termine mit Frau Sonnenschein. So ala deswegen brauche ich nicht so oft Arzttermine. Nur doof, dass Frau Sonnenschein nur Sozialarbeiterin ist. Ich hasse dieses weiter geschiebe.

Nun ja Wunderärztin nahm mich dran, sonst wäre ich eben wieder gegangen. Mir war es aber wichtig, in Erfahrung zu bringen, warum sie beim letzten Termin so „heftig“ war. Ich sagte ihr, dass ich total verunsichert war und mir unklar war, ob sie irgendwie ein Problem mit mir hat, ihre persönlichen Probleme mit einflossen oder sie einfach ausgesprochen hatte, was sie seit langem dachte.

Sie war der Meinung, es ginge um die Behandlungsvereinbarung, die mir im momentan relativ egal ist. Oder ich verdränge den Gedanken daran. Und so ritt sie darauf wieder rum. Ich denke mittlerweile so: Die Klinik sagt zwar, ich soll meine Bedürfnisse formulieren – aber schlussendlich kann ich aus einer handvoll Behandlungsvarianten die wählen, die am wenigsten schlimm sind. Und Fakt ist (leider!), dass eben nur die Akutsituation und die Aufnahmesituation geklärt wird, aber eben nicht wie ein Aufenthalt generell abläuft/ablaufen sollte.

Ich sprach die Zopiclonsache dann konkreter an. Schlussendlich bin ich die einzige ihrer Patienten die Zopiclon nimmt, weil sie generell nichts verschreibt, was abhängig macht. Es kam wieder was ala Respekt vor dem Kollegen usw.

Ich hab dann halt gefragt, was sie denn u.a. statt Bedarf an Tees empfehlen könnte. Ich habs mal notiert. Lavendel sei gut bei Angst. Ich reagiere auf Lavendel zwar mit Heuschnupfen… aber wenn es die Angst nimmt, nehme ich auch das in Kauf. Vielleicht wirkt es bei Tees auch anders?

Im stationären Bereich schwören die meisten auf so einen komischen Gute-Nacht-Tee. Mir wurde der auch oft genug angeboten. Gewirkt haben sie nie. Und noch dazu war der wirklich eklig. Ich glaube da auch nicht wirklich dran. Man könnte nun sagen, wenn du nicht dran glaubst, dann wirkt es auch nicht…. so dachte ich beim ersten Psychopharmaka ja auch und ich hatte damit die beste Zeit meines Lebens.

Laut Wunderärztin muss es ja auch nicht sein, dass ich bei zu wenig Schlaf suizidal reagiere. Machen andere ja auch nicht. Mich kotzt es ein wenig an, dass mir da ja irgendwie mal wieder meine Erfahrung abgesprochen wird. In über 90 Prozent solcher Situationen war es so oder ist es so – kann keiner verstehen, dass ich da wirklich Angst davor habe?

Außerdem riet sie dazu, eine Entzug stationär zu machen, weil ambulant ja viel zu heikel. Ich kann mich an Medikamente absetzen im stationären Bereich erinnern, bei denen es keinen interessierte, wie es mir damit ging und ob ich Nebenwirkungen hatte. Und ich leider auch weiß, dass stationäre Situationen eh schon zu schlechtem Schlaf führen.

Wunderärztin sprach von ablenken und erzählte von einer Patientin aus der Skillsgruppe, die sich aus Langweile selbst verletzt. Hab ich nie getan, keine Ahnung was der Vergleich sollte. Aber nun ja. Wenn man nicht schlafen kann, macht man eben was anderes. Bügeln, Kochen (geht nicht, weil Kinderzimmer unter meiner Küche) und so weiter. So schlau war ich leider auch schon – ohne wirklichen Erfolg.

Ich habe festgestellt, dass ich eindeutig nicht wirklich erklären kann, was ich eigentlich will. Meine Bedürfnisse nicht passend formulieren kann. Egal bei wem.

Morgen kommt meine Perle. Läuft gerade auch nicht wirklich gut. Sie ist ständig mit ihrem Smartphone abgelenkt. Ich habs letzte Woche mal angesprochen, da hat sie recht pissig reagiert. Wenn mindestens was geschafft werden würde. Dem ist aber leider auch nicht wirklich so. Letzten haben wir drei Stunden gemacht. 3 Stunden sind bewilligt. Wir haben in der Zeit ein paar Sachen gespült (war nicht wirklich viel). Zusammen. Dann hat sie gesaugt, hat Küche und Hausflur geputzt und ich glaube wir haben noch zusammen das Bett bezogen. Eindeutig zu wenig für 3 Stunden.

Letztens habe ich fest gestellt, dass der Kasten der Toilettenspülung gelbe Schlieren hat. Das der gelb wird, weil ich rauche, kann sein – ok ist so. Aber wenn da gelbe Schlieren drauf sind, ist eindeutig mal nicht richtig geputzt worden. Toilette macht fast immer sie. Ich habe auch keine Lust jedes Mal hinter ihr her zu kontrollieren. Ist irgendwie ja auch nicht der Sinn. Der Kasten ist nagelneu und mich ärgert das schon.

Und wirklich was dabei lernen tue ich eben auch nicht. So wie es aussieht, wird mir die Haushaltshilfe noch einen Bewilligungszeitraum bewilligt. Die Hilfeplankonferenz ist nächste Woche. Ohne meine Betreuerin, die im Urlaub ist.

Absturz, Filmriss und Chaos

Die Geschichte mit meinem Vater nun ja, wir konnten sie bisher nicht bereinigen. Ich fragte ihn am Samstag, warum er nun urplötzlich ausmistet und bekam was in der Art zur Antwort, dass es bei ihm wie gebrannt aussieht. Er meinte, er meldet sich – da warte ich noch drauf.

Den vermuteten Reiseföhn wollte ich zumindest mal prüfen. Packte ihn Samstag Morgens aus und stellte fest, es ist ein Lockenstab. Noch dazu klebte das Ding so sehr, dass ich es lieber nicht in die Steckdose steckte. Ich habe das meinem Vater mitgeteilt und ich darf das Ding weg schmeißen. Ich hab ihm aber gesagt, dass er doch weiß, dass ich keinen Lockenstab benutze.

In der Woche drauf ging es leider ähnlich mies weiter. Ok ich kam erst gar nicht wieder auf die Beine und mich zog dann einfach noch mehr runter.

Termin bei der Wunderärztin. Laut Frau Sonnenschein, sollte ja Wunderärztin mit mir die Patientenvereinbarung besprechen. Die wieder rum war der Meinung Frau Sonnenschein macht das. Habe ich aber irgendwie erwartet.

Wunderärztin stellte aber klar, dass das Ding mehr oder weniger kein Wunschkonzert ist (und eben auch nicht dazu dienen soll der Klinik eins auszuwischen – was eh nicht meine Absicht war). Die Klinik könnte mir das anbieten, was im Vordruck steht. Ich kanns nehmen und wählen oder sein lassen. So ganz grob gesagt. Von ihrer Aussage zu Asylanten wusste sie nichts mehr. Nur doof, dass mich genau diese Aussage am meisten runter gezogen hat.

Es ging auch um den ITP (Hilfeplan für die Betreuung), den ich mit meiner Betreuerin fertig gestellt hatte. Da tauchten nämlich Fragen zur Diagnose auf. Meine Betreuerin hat die Diagnose schädlicher Gebrauch von Benzos raus gelassen, weil wir beide der Meinung sind, es besteht in dem Sinn keine Suchtproblematik.

Irgendwie war der ganze Termin „komisch“. Wunderärztin hat ein paar Sachen gesagt, die ich nicht nachvollziehen kann. U.a. das sie eben ein Problem mit meinem Zopiclon hat. Das Zopiclon Thema für sich ist, war mir vorher bewusst. Bisher hat sie mir aber gegenüber sich eher in die Richtung geäußert, sie findet es generell nicht gut, sieht aber, dass ich da bewusst mit umgehe. Ich es nicht auf Dauer missbrauche und so weiter.

Auf einmal hat sie nun ein riesiges Problem damit. Sie hätte mir das ja nur weiter verschrieben aus Respekt vor dem Kollegen, der es mir vorher verschrieben hat. Bla Bla Bla usw. Irgendwann kam auch Respekt vor mir – verstehe ich zwar nicht, aber gut. Sie hätte keinen Überblick wie viel ich daheim habe usw. Genau dafür gab es mit ihr eine Absprache, wie viel ich bekommen kann. Und ich habe ihr IMMER gesagt, wenn ich mehr genommen habe. Und ich kann schon irgendwie verstehen, wenn ihr das Bauchweh macht, da sie mich eben nicht einschätzen kann, weil ich wenig Auskunft darüber gebe, wie es mir geht. Aus Angst vor dem was passieren könnte. Ich kann es ja ein wenig verstehen, aber sie war generell so unfreundlich/unwirsch – keine Ahnung wie ich es nennen soll.

Es ist nun nicht so, dass ich es in den letzten Jahren nicht versucht habe abzusetzen. Mit mässigem Erfolg. Ich aber weiß, wenn ich nicht schlafen kann, werden die Suizidgedanken so drückend…. Sie ist der Meinung, eine Nacht ohne Schlaf macht nichts. Das es bei mir dann aber mehr Nächte werden und ich phasenweise über Wochen hinweg kaum, nicht oder sehr schlecht geschlafen habe… nun ja. Sie meinte irgendwas von wenn man die eine Nacht nicht schläft, schläft man die nächste Nacht. Ich weiß aber leider, dass dem nicht so ist. Und ich weiß, dass ich ihr schon erzählt habe, was schlechter/kaum Schlaf mit mir macht.

Ich fragte sie zum Abschluss, was es für Möglichkeiten an Bedarfmedikamenten gibt. Seroquel lehne ich mittlerweile ab. Alle anderen hatte ich an sich schon und teilweise mit unschönen Wirkungen und Nichtwirkungen. Mir war es aber gerade einfach egal, weil ich nur aus dem Loch raus wollte. Ich hätte fast alles noch mal versucht. Ach ja Atosil, was mal geholfen hat, lehnt die Klinik ab. Würde ich gerade auch nicht drauf bestehen.

Sie meinte dann, sie hat in Prüfungszeiten Tee getrunken gegen gesteigerte Anspannung und pflanzliche Sachen hätten auch geholfen. Näher geraten hat sie nichts. Ich erzählte in dem Zusammenhang, dass man im stationären Bereich schon versucht hat, ob ich mit so einem Einschlaftee schlafen kann. Ok ein paar Mal wurde ich genötigt das Zeug zu trinken. Ich habs halt gemacht, damit Ruhe war. Auch mit der Hoffnung das Zeug hilft. Egal – sie erwähnte nicht, welche Tees ich trinken soll.

Am Vortag hatte mir die Therapeutin geschrieben, bei der ich in der Woche noch einen Kennenlerntermin haben sollte. Von der Stelle, die mich an sich vermittelt hatte, hatte ich einen Fragebogen, von dem ich aber nicht wusste, ob ich den zu ihr mitbringen soll. Ich hatte extra gefragt, ob ich was mitbringen soll. So fragte ich via Mail halt nach dem Fragebogen und schrieb an sich auch klar, dass ich damit gerade überfordert wäre.

Sie hat mir geantwortet, dass sie den Fragebogen braucht und ich den ausfüllen soll, so weit es geht. Sehr sinnig wenige Tage vor dem Termin. Endete auch mit Betreuerin hat mich heulend am Telefon. Die dann zu mir meinte, ich muss ja nicht alles machen und so weiter. Schlussendlich hab ich den Fragebogen fertig gemacht. Jede Frage abgetippt und am PC ausgefüllt. 14 Seiten. Und meiner Betreuerin geschickt.

Der Fragebogen hat mich auch noch mal runter gerissen (ok das war vor Wunderärztin). Ich habe mit erschrecken fest gestellt, dass mir keine guten Worte zu meinen Eltern einfielen. Auf die Frage zur Beziehung zu meiner Mutter habe ich nur schwierig geschrieben. So viele Sachen kochten hoch.

Nun ja Betreuerin rief dann nach dem Termin bei Wunderärztin an, hatte mich total verstoert und hat den Fragebogen kurz besprochen. Ich war zeitweise wohl kaum mehr zu beruhigen und war mehr am Heulen, als am Reden. Noch während des Telefonats habe ich mich selbst verletzt. Nicht das erste Mal in der Woche. Aber das erste Mal seit Jahren, dass ich zumindest überlegt habe, ob ich zum Nähen gehen muss. Etwas was ich bisher vermieden habe.

Den Termin bei der Therapeutin hätte ich am Liebsten abgesagt. Aber ich bin hin. Darüber erzähle ich ein anderes Mal.

In der folgenden Woche taten die letzten Wunden weh, die vorher eben nicht weh getan haben. Da ich keinen gültigen Tetanusschutz hatte, besuchte ich meine Hausärztin. Nun habe ich einen Tetanusschutz und die Wunde sei ok.

Mein linkes Auge zickte auch. Tränte seit Wochen. Die Tropfen der Augenärztin halfen nicht wirklich. Die ich dann auch im Chaos zwischen Wunderärztin und Kennenlerngespräch abgesetzt hatte, weil sie eh nichts brachten und ich es nicht auf die Reihe bekam, sie regelmäßig zu nehmen. Augenärztin hatte aber gesagt, wenn es nicht besser wird, muss ich in eine Augenklinik und den Tränenkanal spülen lassen.

Nun ja die Wunde war erst mal wichtiger. Hausärztin meinte aber, Tränenkanal wird auch ambulant gespült. Also wollte ich am nächsten Tag zur Notfallsprechstunde der Augenärztin und die noch mal fragen. Abends habe ich mit warmen Kompressen rum gemacht. Stehe am nächsten Morgen extra früh auf und bin fit wie ein Turnschuh. Augen schmerzte nicht mehr und auch psychisch fühlte ich mich wie zum Bäume ausreißen. Augenarzt gestrichen und lieber zur ehrenamtlichen Tätigkeit gefahren (die ich vorher halbwegs abgesagt hatte).

Das Hoch hält so halbwegs. Ich stelle aber mal wieder fest, dass ich zeitweise rund um meine Periode so reagiere. Dieses Mal waren es fast drei Wochen Ausnahmezustand. Und ich habe teilweise einen Filmriss – wo ich nicht weiß, was da alles gelaufen ist.

Das heutige Gespräch mit Frau Sonnenschein war auch nicht wirklich prickelnd. In mir ist nämlich der Gedanke gereift, dass ich vielleicht nicht die richtigen Worte gefunden habe, um beim letzten Klinikaufenthalten klar zu machen, dass ich Suizidgedanken/absichten habe. Ich wollte von ihr wisse, was ich sagen muss, wenn ich so bin. Erklärte es mit, ob es einen Zaubersatz gibt. An dem Wort biss sie sich leider fest. Und sie ist ziemlich angepisst, weil mal wieder der letzte Klinikaufenthalt Thema war. Und ich bin kein Stück weiter mit dem Problem: Was mache ich, wenn es mir wirklich schlecht geht?!

Lichtblick im dunklen Chaos

Das Gespräch mit der Horrorklinik hat mich irgendwie dauerhaft runter gezogen. Immerhin komme ich zu der Erkenntnis, dass ich nicht wirklich los lassen kann. Somit die Klinik für mich zumindest im stationären Rahmen nicht mehr in Frage kommt. Nur doof, dass es die einzige Klinik ist, die mich im Akutfall behandeln darf. Was mich weiter ankotzt.

Ich merke auch, dass ich Schutzmechanismen habe, die andere vor den Kopf stoßen. Zum Beispiel eben das Tag ist gut, mir geht es gut, das Leben ist schön und ich kann mich glaubhaft von Suizidgedanken distanzieren. Es gibt aber mir Sicherheit. Oder auch Fragen mit eigenartigen Kommentare kommentieren. Bsp: Frau Verstoert Sie sollten eine Therapie machen. Antwort: Ja, aber ich bin doch schon vom weltbesten Therapeuten behandelt worden! Für mich eine Art des Umgangs damit. Klar stehe ich mir damit selbst im Weg. Aber sonst würde ich wohl ganz daran zerbrechen?

Frau Sonnenschein sagte letzte Woche zu mir, dass Wunderärztin das wohl weiter mit mir besprechen würde. Ich bin gespannt, denn eigentlich weiß ich, dass Wunderärztin sich da auf Frau Sonnenschein verlässt?

Immerhin gibt es wegen einer Therapie Lichtblicke. Die Chefin der Organisation, bei der ich vor Kurzem war, hat eine ambulante Therapeutin gefunden, außerhalb ihrer Organisation, die mich eventuell behandeln würde.

Dort habe ich auch schon angerufen und sie hat zurück gerufen und wir haben einen Termin für ein Erstgespräch gemacht. Sie klang sehr nett. Hatte auch kein Problem damit, dass meine Betreuerin mit kommt. Sie war an dem Punkt paranoide Persönlichkeitsstörung ein wenig komisch und bei dem „schädlichen Umgang mit Benzos“. Meine Betreuerin meinte zu dem schädlichen Umgang mit Benzos, dass ich an sich sehr verantwortungsvoll mit meinem Schlafmittel umgehe. Der Therapeutin habe ich auch gleich gesagt, dass es eben nur das Schlafmittel ist und ich Tavor und Konsorten ablehne.

Irgendwie freue ich mich darauf. Stecken sicherlich auch Hoffnungen mit drin. Problematisch wird, dass die Therapeutin keine Kassenzulassung hat. Was dann heißt, ich muss ins Kostenerstattungsverfahren. Meine Krankenkasse hat vor längerem mal signalisiert, dass man mir auch eine Therapie bei jemand ohne Kassenzulassung bewilligen würde. Ich überlege nun, ob es sinnvoller ist, erst bei der Krankenkasse nach zu fragen oder eben Therapeuten anzurufen, von denen ich weiß, dass sie mich nicht nehmen werden. Wobei ich eine Absage schon schriftlich habe.

Ganz große Sorge macht mir der Punkt Suizidalität. Wird sie mich deshalb ablehnen? Mir erst zu einer stationären Therapie raten? Immerhin wäre ich bereit weiter mein Sätzchen runter zu rattern. Was ja auch nicht immer so war.

 

Gedankenchaos

Tja irgendwie…. ich blogge hier nun seit gut 2 Jahren. An sich wollte ich für mich einfach meine Gedanken los werden. Vielleicht auch Kommunikation? Fakt ist, dass ich immer weniger blogge. Leider nicht nur hier. Ich habe ja noch einen nicht ganz öffentlichen Blog, in einer Art sozialen Netzwerk. Dort habe ich viel über mich geschrieben. Mache ich so ausführlich schon lange nicht mehr. U.a. weil ich mich nicht mehr ständig rechtfertigen wollte.

Die Schweigsamkeit macht mir Angst. Ich weiß, dass es nicht gut ist, wenn ich ständig alles in mich rein fresse. Will „Normalos“ nicht ständig präsentieren, dass ich eben anders bin. Will nicht in so müsste ich sein Schubladen gepresst werden. Wünschte mir aber auch klar mehr Kommunikation. Nun ja egal.

Letzte Woche Termin bei meiner Wunderärztin. Dieses Mal mit Betreuerin, da wir keinen anderen Termin fanden. An sich hätten wir dann auch die Diagnostik zur antisozialen Persönlichkeitsstörung machen können. Ich befürchte weiterhin, ich nehme da alles mit. Die beiden denken da anders. Und wir kamen dazu auch nicht.

Frau Sonnenschein hat wohl Wunderärztin gefragt, wie weit wir mit der Diagnostik sind. Warum fragt sie mich nicht? Andere aus dem Team haben wohl auch gefragt, warum sie überhaupt Diagnostik macht. Weil sie es eben wissen wollte oder so… also weil sie eben meinte, dass ist kein reines Borderline. Würde wohl auch besser sein, wenn alle Kinder einen Namen haben, wenn ich eine Therapie machen würde.

Therapie, das große Schlagwort. Keine Ahnung ob ich eine machen möchte oder nicht. Problem ist nun allerdings, dass auch ambulante Therapeuten wohl Patienten mit Suizidalität ablehnen. Super Sache oder? Stationär geht nicht, ambulant eventuell auch nicht? Ok ich kann natürlich auch weiterhin versichern, dass ich keine Suizidgedanken habe. Aber was bringt mir das?

Vielleicht fehlt mir auch manches Mal einfach die Krankheitseinsicht. Problem ist ja immer noch der letzten Klinikaufenthalt, den ich auch immer wieder in irgendeiner Form thematisiere. Wunderärztin würde wohl sagen, dass liegt an einer der vielen Persönlichkeitsstörungen. Aber kann mir mal jemand erklären, warum ein psychisch gesunder Mensch eine Behandlung hinterfragen darf und wenn ich das mache, dann ist das krank?

Weiter macht mir die Wohnungssache Probleme. Letztens stellten wir fest, dass ich eine Verlängerung meines Antrags auf eine Sozialwohnung hätten stellen müssen. Somit darf ich nun neu beantragen und fange wieder hinten auf der Liste an. Es sei denn, ich stelle einen Dringlichkeitsantrag. Ein Attest dafür zu bekommen wäre kein Problem. Aber will ich das? Ich würde ja weiterhin gerne hier in der Nähe bleiben und so müsste ich alles nehmen.

Ich müsste mich mal um eine Waschmaschine kümmern. Dazu müsste ich wissen, ob das Sozialamt eine Versicherung übernimmt. Machen die eigentlich. Trotzdem versuche ich das Geld dafür anzusparen. Das würde nun eben in die Waschmaschine fließen.

Mir macht es Sorgen, dass ich es einfach nicht auf die Reihe bekomme, mal meine Sachbearbeiterin anzurufen und nach zu fragen. Mir macht es Sorge, dass ich so wichtige Anträge vergesse. Keine Ahnung bis wann mein SGB 12 noch läuft.

Und da ich mal wieder meine Periode habe, ist meine Laune gerade mal wieder im Keller. Ich habe sogar Bedarf genommen, was ich seit Monaten nicht mehr gemacht habe. In der Hoffnung, es nimmt mir ein wenig die Angst. Fehlanzeige.

Bedarf war auch Thema bei Wunderärztin. Ganze zwei Medikamente konnte sie mir anbieten. Beide hatte ich schon. Eines habe ich daheim, weil ich das an sich als Ersatz für mein Schlafmittel wollte. Mit dem Medikament kam ich mit recht hoher Dosierung und Bedarf bis zum Anschlag ausgereizt auf die Geschlossene – kann irgendwie ja nicht wirklich helfen. Das zweite Medikament hatte ich mal als Dauermedikamentation. Wollte ich erst gar nicht nehmen, weil Suizidalität da schon bei den Nebenwirkungen stand. Habs dann genommen, weil mir nichts anderes übrig blieb. Und was passierte… nun ja. Sicherlich nicht sinnvoll mir  Medikamente rein zu hauen, bei denen ich schon suizidal reagiert habe.

Somit kann die Woche nur toll werden*ironie*