Lebenszeichen

Irgendwie bin ich hier nachlässig geworden. Sorry.

Das Betreuungschaos zieht sich noch. Ich habe nun Persönliches Budget beantragt. Was äußerst schwierig war. Denn vor Ort ist es total schwer an eine Betreuerin zu kommen, die nicht an eine Organisation gebunden ist. Ich habe nun jemand, bei der ich hoffe, dass es klappt. Sie ist anders als meine bisherigen Betreuerinnen. Allerdings könnte das ja auch andere Sichtweisen bringen. Allerdings warten wir nun auf ein Gespräch mit dem Kostenträger, welches Anfang August statt finden soll.

Ich hatte zwischenzeitlich Geburtstag. War enttäuschend, wie fast jedes Jahr. Bruderherz im Urlaub und mein Vater wollte mit mir essen gehen. Ich soll was aussuchen. Als ich ihm meine Wahl mitteilte, kam mal wieder eine ellenlange Liste mit Vorschläge die er besser fand und dem Hinweis, ich soll noch mal darüber nachdenken. Als er das nächste Mal fragte, sagte ich ihm, dass er entscheiden soll, weil ich es Leid bin, dass er mir jedes Jahr wieder sagt, was wir doch besseres machen könnten. Er war sauer, ich war sauer. Schlussendlich sollte es dann doch dorthin gehen, wo ich zuerst hin wollte. Die hatten dann Ruhetag. Ich entschied mich für was anderes, was er vorher aufgezählt hatte und in dem Moment in dem wir los gingen, kam er wieder damit, dass wir doch auch da und da hin gehen könnten.

Ich habe für mich nun entschieden, dass ich das nicht mehr will. Das Spiel spielen wir nämlich seit Jahren. Ich lade zum Essen ein und er erzählt mir, dass wir doch besser essen gehen sollten. Als ich fragte wo er denn hin will, nannte er ein Lokal, welches ich gar nicht mehr mag. Als ich das, zum wiederholten Male, ansprach kam nur: Aber er geht da gerne hin. Ich habe dann halt ja gesagt und dann gings rund. Ich soll einen Tisch bestellen. Nein Papa. Ja aber. So hat er mich dann tagelang terrorisiert. Ich soll einen Tisch bestellen.

Am Tag vor meinem Geburtstag rief er dann an, er muss mir nun unbedingt was bringen. Ja ok. Da fing er dann wieder an. Ich soll einen Tisch bestellen. Nein Papa. Er nur: Ich soll endlich mal sagen, was ich denn will. Ich nur so, dass ich das doch klar gesagt hätte und zum Essen eingeladen hätte. Großes Schweigen… dann die Frage ob man das jetzt noch ändern kann.Samstag Abend kurz vor Ladenschluss – nein kann man nicht.

Ich habe ihm erzählt, dass ich ein paar Tage später mit Frau Sonnenschein in mein Lieblingsrestaurant gehe. Er meinte zu meinem Geburtstag dann nur, er ruft mich später noch mal an und teilt mir mit, was wir am nächsten Tag machen. Er rief dann freudestrahlend an und teilte mir mit, dass wir in mein Lieblingslokal gehen würden. Klar welche Freude. *ironie*… er würde anrufen, wenn mein Bruder bei sich los fährt.

Was für mich an sich heißt, ich habe noch 20-30 Minuten. Ich nur so, wann das in etwa ist. Rumgedruckse, aber ich hatte eine Auskunft. Am nächsten Morgen halt aufgestanden, um ein braves Kind zu sein und zum Mittagessen da zu sein. Klingelt mein Telefon, während ich noch in Unterwäsche da sitze. Mein Vater. Er geht jetzt los. Ich nur wohin denn? Ja Bruderherz sei ja gleich bei ihm. Ich hab das schon gar nicht mehr kommentiert, hab mich angezogen und bin zum Treffpunkt los gerannt. Bruderherz und Frau stocksauer – keine Ahnung was Vatern ihnen erzählt hat. Mein Bruder meinte nur zu mir, nachdem ich ihm erzählt habe was los war, dass Vatern eben so ist.

Und das war nun nur ein Geburtstag vor Jahren. So läuft es aber seit Jahren. In den WM und EM Jahren sehe ich bereits im Dezember nach, wer an meinem Geburtstag spielt. Plane dann mit ein, wer evt. wann welches Spiel sehen möchte. Plane Freizeitaktivitäten meines Vaters, Schlafbedürfnis meines Vaters, Arbeitszeiten meines Bruders und evt. Fernsehprogramm meines Vaters mit ein, bevor ich mir Gedanken mache, was wir wann wie machen könnten. Und meistens endet es damit, dass mein Vater irgendwie mir immer sein Ding aufdrängt.

Ab sofort feiere ich an meinem Geburtstag nicht mehr. Noch wissen meine Angehörigen das nicht. Die werden richtig sauer sein. Was mir egal ist. Ich will an meinem Geburtstag machen was ich will und zu den Uhrzeiten, zu denen ich will.

Die geplante stationäre Therapie rückt auch in greifbare Nähe. Letzte Woche wollte man mich von einem Tag auf den anderen aufnehmen. Ich hatte aber im Vorfeld bereits gesagt, dass ich Vorlauf brauche. Nun stehe ich halt weiter auf der Warteliste. Es macht mir Angst. Aber ich habe auch Hoffnung auf Veränderung.

Laut Frau Sonnenschein merkt sie mir an, dass ich ein Soziales Kompetenztrainig gemacht habe. Ich hätte mich zum Vorteil verändert. Ich nehme es einfach mal als Kompliment.

Dafür klappt es an anderen Stellen gar nicht. Ich habe ja auch eine Haushaltshilfe. Die mir an sich helfen sollte. Meistens wischt sie nur kurz durch und im Bad mal dünn drüber und labert mich voll. Wenn ich nicht aufpasse, labern wir über 2 Stunden. Absolut witzig finde ich (Achtung Ironie), dass sie mir zeitweise mehr abrechnen. Eine Abrechnung habe ich gesehen, da steht eine ganze Stunde mehr drauf. Kommentierte meine Haushaltshilfe damit, dass mir ja kein Nachteil entsteht, da ich ja die Leistungen nicht aus eigener Tasche bezahle und der Kostenträger mir nicht verbrauchte Beträge ja auch nicht auszahlt.

Dafür waren meine Vermieter zugänglich, als ich erzählte, dass ich demnächst längere Zeit zur Therapie weg bin und niemand habe, der die Treppe putzt.

Es kann also nur aufwärts gehen :-)

Und apropos Grenzen setzen – eben bei meiner Familie oder meiner Haushaltshilfe, mit einer Freundin gibt es gerade auch das Problem, dass sie mir was aufdrücken möchte, was ich nicht will. Hier: Grenzen setzen finden sich ein paar wirklich gute Tipps.

 

 

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Rückblicke oder so

Eigentlich sollte seit Anfang Dezember hier ein Monatsrückblick für November stehen. Eigentlich sollte seit Anfang Januar ein Monatsrückblick für Dezember stehen. Eigentlich fehlt auch noch ein Jahresrückblick.

Zumindest den Jahresrückblick könnte ich in wenigen Worten wieder geben. Ich habe alles verloren, für was ich 2015 gekämpft habe. Ich hatte nach fast 10 Jahren Psychokarriere das erste Mal eine Phase die halbwegs gut und mit Perspektiven behaftet war. Mittlerweile bin ich psychisch in einem schlechteren Zustand, als nach dem letzten Klinikaufenthalt. Ich hätte nie gedacht, dass das möglich ist.

Anfang November teilte mir meine Betreuerin ja mit, dass sie Ende Januar in den Mutterschutz geht. Begleitet von Hinweisen, dass für sie ja eine neue Kraft eingestellt wird. Eine Woche später teilte sie mir, freudestrahlend mit, dass es bereits ab Januar eine neue Betreuerin für mich gibt. Nannte mir den Namen und ich dachte nur, bitte nicht. Außerdem fühlte ich mich abgeschoben, weil sie so freudig war, mich schneller los zu werden.

Der Wechsel prägte den Rest der Betreuung. Und leider auch das Leben drum herum. Selbst meine Chefin sprach mich an, dass ich mies aussehe. Sonst kann ich das ja meistens ausblenden.

Im Laufe der restlichen Betreuung habe ich den Datenschutzrichtlinien widersprochen. Da wurde ich dann richtig zum Problem. Denn damit mache ich ja Arbeit. Und ganz wichtiger Punkt war auch die Supervision. Ich weiß bis heute nicht, was meine persönlichen Daten in der Supervision zu suchen haben. Somit war ein Gespräch mit der Leitung nötig. Dem ich auch zustimmte, in der Hoffnung, man hilft mir mit dem Betreuerwechsel, der für mich immer mehr zum Problem wurde.

Das Gespräch fand im Beisein von Frau Sonnenschein statt. Zusammengefasst musste ich den Datenschutzrichtlinien zustimmen, weil sonst keine Betreuung möglich wäre. Man fand mich misstrauisch und keine Ahnung. Auch weil ich doch tatsächlich Akteneinsicht möchte, was mir ja rein rechtlich zusteht und ebenfalls in den Datenschutzrichtlinien drin steht, die ich unterschreiben musste.

Ganz großes Problem am Betreuerwechsel war ja auch, dass ich die Neue vorher kennen lernen wollte. Was mir ja immer wieder verweigert wurde. Bzw. wurde mir gesagt, dass es ja vorher sei, wenn ich die Neue nach dem Betreuungsbeginn kennenlerne.

Der Leiter meines BeWos versprach mir dann, dass ich die Neue vor Weihnachten kennenlerne, aber die Betreuung erst ab Januar beginnt. Obwohl er nicht verstehen konnte, warum ich die Neue vorher kennenlernen möchte. Er meinte aber, zwei Meinungen können ja nebeneinander Bestand haben. Ich habe das damit kommentiert, dass er ja aber die Macht hat, seine Meinung durch zu setzen. Dem stimmte er zu.

Am selben Tag fand dann noch die Betreuung statt. Ich vertraute meiner schwangeren Betreuerin mit, dass für mich das Tempo ein ganz großes Problem wäre. Erst urplötzlich schwanger und die Ankündigung sie sei bis Ende Januar meine Betreuerin und die Woche drauf schon eine neue Betreuung für früher habe.

Was ich immer wieder klar formuliert habe, dass ich die Situation auf Weihnachten nicht wollte. Da man ja soo sehr Wert auf den fachlichen Austausch legt (deshalb sollte ich ja den Datenschutzrichtlinien zustimmen), müsste man eigentlich wissen, wie schwierig Weihnachten generell für mich ist. Das ich in der Regel zwischen Oktober und im schlimmsten Fall März zu nix zu gebrauchen bin.

Am nächsten Tag klingelte das Telefon. Der Leiter des BeWo. Man habe am Abend vorher noch zusammen gesessen und die Neue hätte die Betreuung ab dem Vorabend übernommen. Ich brach heulend am Telefon zusammen. Der Leiter konnte das gar nicht verstehen, weil das doch genau meinen Wünschen entsprechen würde. Ich hab das Gespräch beendet, weil ich kein Wort mehr durch mein Heulen verstand. Danach war er für mich nicht erreichbar und ab dem Tag danach im Urlaub.

Frau Sonnenschein und Wunderärztin, die mich dann beide nacheinander heulend am Telefon hatten, sind auch recht sauer über das was da passiert ist. Sind sie immer noch. Frau Sonnenschein wollte wohl, wie ich später erfuhr, den Leiter anrufen, weil in ihrem Beisein ja was anderes besprochen wurde. Was sie aber nicht tat. U.a. weil ich ihr mitgeteilt hatte, dass er im Urlaub ist. Was ich im nach hinein aber passend empfunden hätte, damit man auch mal sieht, dass andere es wie ich sehen.

Die Neue hatte ein wenig Probleme einen Termin mit mir zu finden. Sie wollte mich anrufen. Was aber nicht klappte. Dann kam eine Mail mit einem Terminvorschlag, von dem an sich hätte bekannt sein müssen, dass ich da nicht kann.

Angeblich, so hatte mir die Leitung das am Telefon mitgeteilt, sollte dann auch eine Übergabe statt finden. Den ersten Termin mit der Neuen hatte ich Anfang Dezember. Zur Übergabe kam es dann Anfang Januar – also vier Wochen später.

Ich habe meiner alten Betreuerin einen Brief geschrieben, den ich bei der Übergabe vorlesen wollte. Auf gutes Zureden anderer und weil Frau Sonnenschein meinte, eine schwangere Frau müsste man schützen, habe ich eine freundlichere Fassung aufgesetzt. In der ich eben erklärte, wie ich mich gefühlt habe in einigen Situationen.

Die Neue fand mich unmöglich, weil ich ja nur Vorwürfe mache usw. Auch findet sie es unmöglich, dass ich versucht habe, die Schweigepflichtentbindung entzogen habe und den Datenschutzrichtlinien für das andere Team zu widersprechen. Ohne meiner Zustimmung sei keine Betreuung möglich und ich sei zu misstrauisch.

Fertig vorgelesen habe ich somit auch nicht. Meine alte Betreuerin gestaltete ihre Übergabe so, dass sie drei Punkte nannte, die man ihrer Meinung nach für 2016 erreichen müsste. Aber nichts über mich oder so. Die Neue (ich glaube das ist nun ihr Synonym) meint, sie will mich selber kennen lernen. Ich finde ja, ein paar Infos wären nicht schlecht. Aber das liegt nicht in meiner Macht.

Auf meine Frage, was sie denn mit mir in dem halben Jahr erreicht hat, konnte sie mir keine Antwort geben. Ich schlussfolgere aus ihrem Schweigen, dass wir alles was im Hilfeplan steht, erreicht haben?

Die letzten Wochen mit ihr waren geprägt durch meine Fragen. Ich habe sie verzweifelt angebettelt, dass sie mir hilft mit der Situation umzugehen. Sie hat hauptsächlich geschwiegen und mich darauf hingewiesen, dass sie selber entscheiden kann, wann sie wem wie die Schwangerschaft mitteilt. Ich hätte gerne die Entscheidung, wem ich vertraue, für mich selber entschieden. Immerhin haben sich die Bedingungen für die Betreuung im August (ich vermute eher im Juli schon – also 6-8 Wochen nach Betreuungsbeginn) geändert. Nur das ich davon nichts wusste.

Ich habe mich ihr anvertraut. Habe mein Leben transparent gehalten. Manche Dinge wurden (bewusst?) gegen mich verwendet. Man hat mich mir selbst überlassen. Im Hilfeplan steht was von psychischer Stabilität. Aber sie hat mich in allen Krisensituation während der Betreuung abgewiesen.

Ich habe teilweise heulend vor ihr gesessen und sie hat es nicht interessiert. Sie hat, bei einem Termin bei Wunderärztin, meine Selbstverletzungen gesehen und es hat sie scheinbar nicht interessiert. Ich empfinde, dass sie das wollte und das ihr Ziel war. Fehlt nur noch der Suizid.

Ich kann nicht mehr und weiß nicht weiter. Die Neue ist nicht mein Ding. Noch dazu hat sie Arbeitszeiten, die mit meinem Tagesrhythmus nicht zusammen passen. Ich lebe einen verschobenen Tagesrhythmus und seit dem ich den bewusst lebe und dazu stehe, geht es mir psychisch auch besser. Da ich es nicht schaffe, früher ins Bett zu gehen, wird das zum Problem werden. Und früher ins Bett gehen habe ich nun in den letzten Monaten mehrfach versucht. Es klappt einfach nicht. Ich überlege nun, meinen Tagesrhythmus noch mal komplett umzuschmeißen und eben von 15 bis 22 Uhr zu schlafen.

Ich finde es schade und auch verletzend, dass eine Organisation, die sich um psychisch kranke Menschen kümmern sollte, so handelt. Es verletzt mich, dass sich keiner mit mir auseinander setzt. Ich habe keine Wunder erwartet. Aber Schweigen, Schweigen, Schweigen und ab und an mal die Worte: Das ist nicht so ohne weitere Erklärungen, hat mir nicht geholfen.

Ich liebäugle mit einem Klinikaufenthalt. Sogar in der Horrorklinik. Auch hier überwältigen mich aber immer wieder die schlechten Erinnerungen. Was wird mit mir passieren dort? Wobei ja keiner am Ist-Zustand der Situation was ändern kann. Leider weiß ich auch, dass die personelle Situation in der Horrorklinik gerade mehr als bescheiden ist. Eine Pflegekraft pro Schicht für über 20 Patienten. Ich hätte wieder keinen Ansprechpartner.

Wie wird der Oberarzt reagieren? Wie wird man generell reagieren? Wie werde ich reagieren? Kann ich mich davon trennen, nicht nur bockig (resultierend aus den Erfahrungen in dem Haus) zu reagieren?

Im Dezember habe ich nur durch gehalten, weil mein Bruder Geburtstag hatte und ich ihm den Geburtstag nicht verderben wollte. So ging es auch auf Weihnachten zu. Btw. eines der miesesten Weihnachtsfeste. Im Januar habe ich jemand meine Hilfe bei was versprochen. Dort war ich nach dem Übergabegespräch verabredet. Wäre das nicht gewesen, hätte ich mir umgehend nach dem Übergabegespräch das Leben genommen.

Und ganz schwer ist es zu ertragen, dass sowohl Frau Sonnenschein, wie auch Wunderärztin und mein ambulanter Kontakt bei der Telefonseelsorge gerade nicht weiter wissen. So oft wie die letzten Wochen habe ich auch noch nie mit der Telefonseelsorge telefoniert. Die mir ebenfalls sagen, dass das was in mir vorgeht, auch für Gesunde schwierig wäre.

Monatsrückblick September 2015

Der September war anstrengend. Das passt wahrscheinlich recht gut.

Anfang September stand eine größere Aktion meiner ehrenamtlichen Tätigkeit an. Das klappte relativ gut und ich habe mich bereits im Vorfeld von einigen Punkten klar distanziert.

Am Abend war ich dann noch auf einer Grillfeier. Nicht wirklich freiwillig. Aber es hat mir recht gut gefallen. Und ich kam zumindest mal unter Leute.

In der Woche drauf habe ich einer Bekannten beim Umzug geholfen. Das hatte ich Wochen vorher schon angeboten. Allerdings hatten wir keine Kontaktdaten und sie hat mich zufällig getroffen. Dienstags getroffen, mit der Aussage, sie zieht am Wochenende um und es ist noch kein Stück gepackt. Kartons hatte sie auch so gut wie keine.

So stand ich dann Samstags Morgens um 8 Uhr auf der Matte. Eine Zeit, zu der man mich an sich freiwillig nirgends hin bekommt. Die Wohnung war generell Thema für sich. Es blieb uns wirklich nichts anderes übrig, als einfach alles irgendwie einzupacken. Ich befürchte meine Bekannte ist bis heute damit beschäftigt Wäsche zu waschen.

Dann musste sie mehrfach weg fahren, um irgendwelche Leute irgendwo zu holen und mich wohin zu bringen, zu holen und keine Ahnung. Somit habe ich mich breitschlagen lassen, auch am Sonntag noch zu helfen. Und wer war nicht da? Sie. Sie kam irgendwann und der Rest des Umzuges lief chaotisch weiter.

Allerdings kam mir vieles aus meinem Leben bekannt vor. Ich habe ihr nun angeboten, ich würde sie dabei unterstützen Hilfe zu bekommen. Sie muss das Angebot an sich nur annehmen.

Nach dem Umzug war ich dann mal wieder krank und das zieht sich an sich bis heute. Ok ich war zwischenzeitlich mal ein paar Tage halbwegs gesund.

Leider hat sich das auch umgehend auf meine Psyche ausgewirkt. Frau Sonnenschein hatte Urlaub und so fielen die Termine schon mal weg. Meine neue Betreuerin war auch im Urlaub. Meine alte Betreuerin hat Vertretung gemacht. War dann aber die letzte Urlaubswoche auch im Urlaub. Und die Vertretung der Vertretung sollte an sich anrufen und es endete schlussendlich damit, dass ich förmlich um das Gespräch gebettelt habe.

Meine Vermieter haben hier oben auch mal wieder geräumt. Der ganze Kram steht bei mir auf dem Stockwerk rum. Da stört es ja keinen. Und ich bin ja keiner. Meine Nachbarin, die alle paar Wochen mal übers Wochenende da ist. hat dann Sonntags Nachts noch irgendwas zwischen meine Wohnungstür und einem Schrank vor meiner Wohnungstür gestopft. Das würde sie vor ihrer Tür stören. Da ist massig Platz und sie ist eh nie da.

Den Dreck habe ich mittlerweile auch mehrfach weg gewischt. Dann war noch ein Handwerker in den Räumen, die meine Vermieter hier oben noch haben und der hat massig Dreck hinter lassen.

Nun haben wir einen neuen Mieter im Haus, der im Keller räumt. Ich habe schon immer den kleinsten Keller im Haus. Bzw. hatten die anderen Mieter immer einen großen Keller und einen Kohlekeller und ich eben nur so einen Kohlekeller. Die Kohlekeller will der neue Mieter, wohl in Absprache mit unseren Vermietern, die Kohlekeller abreißen, um mehr Platz zu schaffen.

Nun räumt der eben den alten Kram raus, der noch von alten Mietern ist. Kam nun auf mich zu, dass er meinen Keller auch abreißen will. Evt. kann ich einen großen Keller bekommen. Letzter Stand war nun, dass ich aus meinem Verschlag umziehen soll und dann irgendwann später noch mal umziehen soll. Warum ich nun zweimal umziehen soll? Man könne meinen Vermietern nicht zumuten, die großen Keller nun durch zu sehen.

Ich hatte große Schwierigkeit an ihm nicht den Zorn auf meine Vermieter auszulassen. Ich habe mir ein: Ich bin ja eh nur geduldet! nicht verkneifen. Alleine schaffe ich es eh nicht den Keller auszuräumen. Ich warte nur drauf, dass meine Vermieter mir mitteilen, dass ich ja keinen Keller brauche, weil ich ja den Speicher nutzen kann. Ich brauche den Keller aber, weil ich einen Teil meiner Getränke dort lagere, da ich nicht alles auf einmal hier hoch schaffen kann. Und dort sind eben auch Sachen, die ich noch brauche, aber eben in meiner jetzigen Wohnung nicht stellen kann.

Während ich krank war, stellte sich auch raus, dass mein Bruderherz zu Lebzeiten meiner Mutter in meinem Handyvertrag rum gepfuscht hat. Ich zahle nämlich fleißig 50 Cent die Einheit. Laut Anbieter läuft das Handy aber auf meinen Bruder und ich kann da nichts dran ändern. Wir haben es bisher nicht geschafft, da mal zusammen hin zu gehen. Der Umstand ist seit 2 Jahren bekannt. Nun habe ich eine SMS bekommen, dass die mir den Vertrag kündigen. Als ich bei ihm nachfragte, meinte er, er hat da was Schriftlich bekommen und da fiel ihm eben ein, dass da irgendwas war. Er meinte nun locker flockig, ich soll entweder aufladen oder das Ding eben auslaufen lassen.

Da ist aber noch Guthaben drauf. Ich habe zwar mittlerweile ein neues Handy mit neuer Karte, aber es ärgert mich doch. Außerdem kamen viele Erinnerungen hoch. Als meine Mutter krank war, durfte ich vor allem die Dreckarbeit machen. Als sie ein neues Handy wollte, freute ich mich darauf, das Handy kaufen zu dürfen und dann durfte mein Bruder das machen.

Ich komme mir mittlerweile nur noch vor wie ein Stiefkind. Egal in welcher Situation. Wenn mein Vater und mein Bruder irgendwas ausmachen und ich übergangen werde. Bei Erinnerungen an meine Mutter. In Situationen mit meinen Vermietern.

Väterliche Ignoranz oder das Eindringen in meine Welt

Das Verhältnis zwischen mir und meinem Vater ist nicht einfach. War es sicherlich auch nie. Er hat seine eigene Art, die nicht ganz einfach ist. Ich habe (leider) auch meine eigene Art und irgendwie prallen immer wieder zwei Welten aufeinander.

Meine Eltern mussten vor über zehn Jahren nicht ganz freiwillig umziehen. Mein Vater hat die neue Wohnung nicht wirklich gefallen und ich frage mich bis Heute, warum er damals nichts zu seiner Frau gesagt hat. Allerdings ist die Wohnung recht groß. Vor und bei dem Umzug hieß es aber immer wieder, man könne nicht alles mitnehmen. Was klar war, da die vorherige Wohnung größer war, beziehungsweise es damals eben noch eine zweite Wohnung und einen Speicher gab. Daraufhin trennte sich meine Mutter von vielem was ihr lieb geworden ist. Mein Vater hingegen hat alles mögliche mit genommen.

Meine Mutter erkrankte da wohnten sie noch keine 2 Jahre dort. Schon im Jahr nach dem Umzug kam es zum großen Erwachen, als die Nebenkostenabrechnung kam und mein Vater wollte umziehen. Kind such mal eine Wohnung für uns. Nichts war recht usw. Bis dahin waren auch noch lange nicht alle Umzugskartons ausgepackt.

Dann erkrankte meine Mutter. Da kam mein Vater irgendwann, wir müssen umziehen, die Wohnung ist zu teuer. Wie er bitte mit einer krebskranken Frau umziehen will – interessierte ihn recht wenig. Ich war dazu nicht bereit. U.a. weil ich den Umzug vorher gemacht habe, dafür fast meinen ganzen Jahresurlaub geopfert habe und im Endeffekt nur Vorwürfe gemacht bekam. Somit wurde das Thema erst mal zu den Akten gelegt.

Nach dem Tod meiner Mutter sprachen sowohl mein Bruder, wie auch ich einen Umzug an. Ich bekam so was in der Art zu hören, dass er sich den Umzug nicht leisten kann. Das eine neue Wohnung wesentlich günstiger ist und er die Umzugskosten innerhalb weniger Monate raus hat, interessierte ihn nicht.

Ganz großer Kritikpunkt meines Vaters ist immer, was Mama alles angeschafft hat und vieles xfach vorhanden ist. Er ist genau so. Da wird nicht ein Teil gekauft, sondern x. War ja so günstig, kann man sicherlich mal brauchen.

Als meine Mutter Fasching 2007 ins Krankenhaus kam und absehbar war, sie kommt nie wieder heim….. naja sie konnte Monate vorher schon nicht mehr wirklich. Mein Vater war immer ein Mensch, der alles fallen ließ und es blieb liegen. Meiner Mutter mal Hausarbeit abnehmen? Nein er doch nicht. Auch hier baten wir beiden Kinder an, wir helfen ihm nach dem Tod unserer Mutter. Nein braucht er nicht.

Nun ist er seit Jahren in Rente. Ich war seit Jahren nicht in der Wohnung. Die sah beim letzten Mal schon schlimm aus. Ich habe einmal zusammen mit ihm die Küche gemacht, was sich so gestaltet hat, dass er sagte wir machen das gemeinsam und mich dann alleine machen ließ, mir aber xfach sagte, ich solle ja nicht an seine Zeitschriften gehen. Die sich im Wohnzimmer bis sonst wohin stapeln. Das war wenige Monate nach dem Tod meiner Mutter und da lag immer noch die Tischdecke auf dem Esstisch, die meine Mutter aufgelegt hatte. Die entsprechend aussah.

Vor vielen Jahren äußerte mein Vater mehrfach den Wunsch nach Internet. Ich besorgte einen gebrauchten PC, kaufte mit Mamas Geld einen Drucker, besorgte sonst noch alles mögliche. Der PC wurde nie aufgebaut, stand bei mir, ich hab ihn entsorgt, weil der eindeutig irgendwann zu alt war. Mein Bruder besorgte zwischenzeitlich dann einen PC, der ebenfalls nie aufgebaut wurde, aber immerhin im elterlichen Haushalt steht.

Vor kurzem rief mein Vater an. Er kommt nun vorbei und holt irgendwas. Und er habe da noch Teile von dem PC, den ich ihm geschenkt habe, das bringt er mir auch, ich kann es ja sicherlich besser gebrauchen. Ich war soooo sauer. Er brachte den Kram auch. Wahllos irgendwelche einzelnen Stecker, ein uraltes Modem usw. Gut das man keine Modems in dem Sinne mehr benutzt, kann er nicht wissen. Aber die lieblose Art…. WIR haben uns da Gedanken gemacht. Ich war in x Geschäften wegen dem Drucker (der PC hatte ein altes Betriebssystem und die Drucker alle nur auf neuere PCs ausgelegt). Und er knallt mir die Sachen einfach hin. Zum letzten Geburtstag habe ich ihm einen Receiver besorgt, den er dringend brauchte. Angeblich geht der nicht. Meint er zu mir, er bringt mir den vorbei, dann kann ich den zurück geben, dann hat er keine Arbeit mit dem Entsorgen. Ich nur so: Dann muss ICH den entsorgen. War ihm egal, Hauptsache er hat keine Arbeit damit. Btw. derjenige, der mir den verkauft hat, der hätte den auch bei meinem Vater angeschlossen. Dazu hätten wir aber wissen müssen, dass der nicht geht.

Vorhin hustet es im Hausflur bei mir oben. Ich dachte so: Mein Vermieter? Dann klopft es. Ich überlegte so, was der wohl nun jetzt von mir will? Auf unangekündigt stehe ich gerade so gar nicht. War es mein Vater. Der Glück hatte, dass ich überhaupt daheim war. Aber nun ja. Während ich eine Jeans suchte, die ich für ihn geflickt hatte, packte er aus. Als erstes drückte er mir einen Adventskalender in die Finger. Den habe ich vor drei Jahren selbst gemacht in wochenlanger Kleinarbeit. An sich sammel ich die im November ein und fülle die wieder. Der ist in einem Schuhkarton für Stiefel verpackt. Nimmt also in meiner kleinen Wohnung auch richtig viel Platz weg.

Dann packte er weiter aus. Einen Reiseföhn. Super ich hab hier schon einen von ihm, der nicht geht. Ich nur so: Geht der noch? Er nur: Keine Ahnung. Wird wohl auch so eine Aktion ala Hauptsache weg gewesen sein. Dann noch Schneebesen. Ich war soooo froh mal einige los geworden zu sein und er knallt mir wieder welche hin.

Er hat gemerkt das ich sauer bin. Fragte dann auch. Ich sagte dann zu ihm, dass ich nicht weiß, warum er mir JETZT den Adventskalender bringt, ich hätte eh keinen Platz, will umziehen und zehr den nun überall mit. Er drehte sich wortlos um und ging.

Er hätte mindestens mal fragen können. Ist das zu viel verlangt? Statt dem steht er unangekündigt hier, knallt mir irgendwelchen Kram hin und ist angepisst, weil ich ihm nicht um den Hals falle.

Ich habe meinem Bruder das vor Kurzem mit dem PC erzählt. Er meinte dann, Vater hätte ihm schon gesagt, dass er ihm die Fonduetöpfe bringt. Die mein Bruder nicht brauchen kann.

Keine Ahnung, warum er nun Knall auf Fall alles mögliche los werden will. Würde er es irgendwie erklären, als einem seinen Abfall wortlos hin zu knallen, könnte ich damit evt. leben. Aber so tut es gerade nur weh.

Ich denke leider in der letzten Zeit viel über meine Kindheit und meine Beziehung zu meinen Eltern nach. Mit meinem Vater war das Verhältnis nur richtig gut, als ich im selben Beruf gearbeitet habe. Aber auch nur dann, wenn wir uns nicht ins Gehege kamen. Sprich ich seiner Ansicht war. Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Vater mich irgendwie mal richtig gelobt hat. Bis heute sagt er nie von sich aus, dass ich was gut gemacht habe. Die Jeans hat er mit einem Danke angenommen. Mehr nicht. Ich höre immer nur, was man besser machen kann. Wenn was nicht klappt wie er will, dann kann das gar nicht sein.

Letzte Woche kam er, er sucht einen Artikel aus der Zeitung. Er weiß aber nicht von wann. Ich soll im Internet schauen. Ich komme da aber gar nicht ran. Evt. kostenpflichtig. Was ich irgendwie nicht einsehe, weil er sich so Sachen auch einfach raus schneiden könnte. Er hat zwischenzeitlich schon mal nachgefragt. Kann gar nicht verstehen, dass ich mit der und der Autor und das steht in der Zeitung immer auf Seite X auf der rechten Seite nichts anfangen kann. Denn laut ihm muss das gehen. Laut ihm, der vom Internet nur das weiß, was er in irgendeiner Zeitung gelesen hat.

 

 

Lösen Asylanten psychische Probleme?

Ein ganz schön provokante Überschrift oder?

Letzte Woche traf ich mich mit Wunderärztin, Frau Sonnenschein und meiner Betreuerin, mit dem Ziel, eine Behandlungsvereinbarung aufzusetzen. Der Vordruck lag mir ja vor und hatte mich schon mehr oder wenig amüsiert. Und auch runter gezogen. Ich ließ es halt so halbwegs auf mich zukommen.

Ein paar Dinge waren recht schnell geklärt. Zumindest hatte keiner was daran auszusetzen, dass ich meine Medikamente aus dem Blister möchte. Auch wer erst mal Ansprechpartner ist. An sich wollte ich meinen Bruder fragen. Aber das wollte ich nicht am Telefon machen. Sinn dahinter war, dass er sich vielleicht auch für mich einsetzt. Also wenn er hört, ich bin auf einer Geschlossenen, dann auch darauf besteht, dass ihm das in meinem Beisein erklärt wird. Mittlerweile bin ich davon abgewichen.

Eine der Punkte war in etwa, mit wem ich keinen Kontakt will. Darüber hatte ich mir im Vorfeld viele Gedanken gemacht. Aus meinem „privaten“ Umfeld gibt es da eigentlich niemand. Aber ich hab halt so meine Probleme mit diversen Klinikmitarbeitern. So ratterte ich an dem Punkt einen Oberarzt, eine Ärztin, die Chefergotherapeutin und den Sporttherapeuten runter. Als krönenden Punkt auch gleich noch die Leitung der anderen Klinik, die eventuell im Einzugsgebiet liegt. Das die Leute natürlich von meiner Aufnahme erfahren, ist relativ klar. Frau Sonnenschein und Wunderärztin schienen ansonsten nicht erstaunt und es wurde notiert. Ob das umsetzbar sein wird, wird fraglich sein. Denn es gibt eben nur zwei leitende Oberärzte.

Durchzogen war das Gespräch halt immer wieder von Erinnerungen. Ganz klar auch Ängsten. Ich bei manchen Dingen eben auch weiß, das macht die Klinik gar nicht. Zum Beispiel eben Sitzwache.

Großer Punkt war auch, was man in der Aufnahmesituation machen soll. Dort stand „zum Angebot“ eben auch Gespräche. Ich frage mich hier, wie das funktionieren soll. Während meiner Aufenthalte habe ich oft genug zu hören bekommen, dass man ja so viele Patienten hat und keine Zeit hat. Gerade auf der Geschlossenen wurde ich ja hauptsächlich mir selbst überlassen.

Bei dem Punkt, was man machen könnte, bevor man zu Zwangsmaßnahmen greift, war man sich wohl ein wenig uneinig. Was mir aber auch erst jetzt bewusst wird. Dort steht eben auch Gespräch mit der Vertrauensperson. Das wäre, wenn mein Bruder drin stehen würde, eben er. Mir wurde im nach hinein bewusst, dass ich mit ihm in der Situation nicht sprechen könnte, wollen würde? Für mich gerade DER Grund, warum ich ihm die Last doch nicht würde aufbürden wollen. Btw. ich finde es recht viel verlangt, wenn sich ein Verwandter/Bekannter – also jemand außerhalb des Fachbereichs, in einer absoluten Krisensituation um jemand kümmern soll.

Einzelbetreuung wird an dem Punkt auch angeboten. Wie soll das funktionieren? Für mich wäre sie wahrscheinlich hilfreich. Aber nun ja.

Ich denke, Wunderärztin war relativ angepisst. Zum Ende hin äußerte sie, dass sie wohl das Gefühl hat, ich nehme die Behandlungsvereinbarung nur um der Klinik eins auszuwischen. Grundlage dafür dürfte wohl sein, dass ich im Vorfeld gefragt hatte, was ich machen kann, wenn die Klinik sich nicht an die Dinge hält. In der Behandlungsvereinbarung eben auch ein Passus drin ist, in dem steht, dass die Klinik sich verpflichtet, sich daran zu halten. Sollte das nicht passieren, muss das begründet dokumentiert werden und mit mir besprochen werden. Ich stelle mir an dem Punkt klar die Frage, brauche ich eine Behandlungsvereinbarung um Aufklärung zu erhalten?

Schlussendlich meinte sie was in der Art, ich muss von alten Dingen los lassen. Denn so bringt das gar nichts. Da stimme ich ihr ja teilweise zu. Nur wie lässt man los? Wie lässt man los von Aussagen wie: Das wissen Sie doch? Wie schaffe ich es, nicht immer darüber nachzudenken, was ich wissen müsste? Wie komme ich von Aussagen los wie, ich habe dafür zu sorgen, dass es den Behandlern mit mir gut geht?

Irgendwie meinte sie dann, Asylanten schaffen es ja auch los zu lassen. Denn sonst würde ja die Welt vor lauter Leid untergehen. So was in der Art.

Erstmal hasse ich solche Vergleiche. Denn dann müsste ich auch sagen, mein Bruder ist im selben Elternhaus aufgewachsen und ist gesund. Deshalb muss ich es auch sein.

Dann bin ich der Meinung, dass es eben Menschen gibt, die mit der selben Situation vollständig anders umgehen. Den einen macht die Situation nichts aus und andere zerbrechen daran.

Und schlussendlich glaube ich ja nicht, dass Asylanten wirklich keine Probleme mit ihrer Vergangenheit haben. Ich denke, die Geschichte jedes Asylanten ist ihnen immer bewusst.

Ich sollte also vielleicht mal Asylanten besuchen und sie befragen, wie sie es geschafft haben, ihre Vergangenheit psychisch hinter sich zu lassen.

 

Jubel, die Stimme kehrt zurück

In ganz langsamen Schritten kommt meine Stimme wieder. Immerhin ein Lichtblick.

Die Woche war ansonsten eher chaotisch. Die alte Waschmaschine konnte ich zum Glück los werden und fand auch Helfer zum Runtertragen. Ich vermute dafür schulde ich jemand lebenslange Dankbarkeit. Da stehe ich ja so gar nicht drauf. Auf der anderen Seite sind die Nachbarn dieses Wochenende da und die hätten sicherlich was gesagt. Ach ja die Helfer brauchten keine 10 Minuten. Was mich doch sehr erstaunt hat.

Frau Sonnenschein sprach das Thema Betreuerwechsel noch mal an. Sie bat mir an, ob wir nicht ein Gespräch zu Dritt machen wollen. Sie meint, so wie ich, dass das gerade kein guter Zeitpunkt ist. Mit meiner Betreuerin habe ich darüber auch gesprochen.

Mein Bruder will seit Wochen sich mit uns treffen. Klappt nur irgendwie nie. So hatten wir dann mal den letzten Freitag fest gehalten. Mein Vater meinte dann am Mittwoch zu mir, ich soll erst mal mit meinem Bruder sprechen, der hat wohl Sorge, er könnte sich anstecken. Dem war dann wohl auch so. Ich hätte mich ja mit ihnen getroffen. Vor allem da ich nächsten Freitag nicht kann. Bevor mir mal wieder gesagt wird, dass ich ja nie kann.

Mein Rehasport muss zur Zeit allerdings ohne mich auskommen. Ich habe vorsorglich auch für nächste Woche abgesagt. Und ich befürchte, wirklich ganz gesund werde ich bis Dienstag eh nicht sein.

Aber es geht mir zumindest stimmlich wesentlich besser. Ich hoffe, dass der Mist nächste Woche rum ist.

 

Bleierne Traurigkeit

Mein Geburtstag ging rum. Sogar Vatern war ok. Vielleicht hat ihm Bruderherz auch was gesagt? Ich weiß es nicht.

Trotzdem bin ich eher orientierungslos. Hänge irgendwie im Nichts? Ich weiß es nicht.

Termin bei Wunderärztin. Statt weiterer Testung haben wir geredet. Über was eigentlich? Ich weiß es nicht mehr wirklich. Zum Teil ging es auch um den letzten Klinikaufenthalt mal wieder.

Warum muss ich ehrlich sein? Jedem irgendwas versprechen? Und warum dürfen mich Behandler anlügen? Warum dürfen sie zu mir unehrlich sein?

Meine Perle wird sich nachher freuen. Denn hier sieht es mal wieder aus. Bekomme ich gerade auch nicht auf die Reihe.

Wie so viele andere Dinge auch. Wohnungssuche? Ich verzweifel schon daran, weil ich für den Mietpreis einfach nichts finde. Es sei denn, ich würde mich weiter wesentlich verschlechtern wollen.

 

Extreme Handlungsweisen

Irgendwie geht mir mein Vater und mein Geburtstag nicht aus dem Kopf. +

Eigentlich wäre es nett, ihn Montag anzurufen und ihm eine gute Reise zu wünschen. Auf der einen Seite graut es mir davor, genau das zu tun. Aus Angst, er fragt, was ich nun an meinem Geburtstag machen möchte. Auf der anderen Seite, wenn ihm was passiert, würde ich mir ständig Vorwürfe machen, weil wir an sich nicht wirklich im Guten auseinander gegangen sind.

Mein Geburtstag steht mal wieder an. Den habe ich seit 2006 an sich nie so feiern können, wie ich es wollte. Weil eben er ständig irgendwas anders machen wollte. Inkl. ein Fußballspiel anschauen, von dem er vorher sagte, er will es nicht sehen. Inkl. er lädt uns alle ein, ich darf aussuchen und er erzählt mir bis zu meinem Geburtstag, wie viel toller ein anderes Lokal wäre (zum Italiener – nur gehe ich nicht gerne italienisch essen). Inkl. ich lade alle zum Essen ein und er erklärt mir, dass Essen gehen doch viel toller ist und schlägt auch umgehend ein Lokal vor, in welches ich auf keinen Fall möchte. Begründung: Er geht da aber sooo gerne hin und wundert sich dann, dass ich mich weigere einen Tisch zu bestellen usw.

Er redet nun schon seit Wochen davon, dass er mit mir essen gehen will. Keine Frage, ob ich das will. Bisher war unklar ob Bruderherz da ist oder in den Urlaub fährt. Was ich ihm gegönnt hätte, aber dann eben gerne meinen Geburtstag so verbracht hätte, wie ich es gerne möchte und nicht unter dem Druck wann mein Vater wo essen gehen will. Da Vatern plante mal in eine größere Stadt zu fahren, so lange er noch ein Auto hat, dachte ich mir, wenn Bruderherz nicht da ist, fahren wir eben dort hin. Trennen uns, ich kann machen was ich will, er was er will und jeder ist glücklich.

Nun ist Bruderherz da. Ich erwähnte die Tage eben, dass ich das evt.! geplant hätte. Vatern nur so, können wir ja trotzdem machen, aber dann müssen wir früh fahren. Ich weiß, dass es ihm hauptsächlich darum geht, bei einem bestimmten Händler eine Bratwurst zu essen. Ich meinte 11 Uhr. Er nein, das sei zu spät. Ach ja Fahrtzeit maximal eine Stunde. Bzw. mit dem Auto müsste da schon viel Stau sein.

Nun überlege ich, ob ich das wirklich machen soll. Ich kenne ihn, der dann uns unbedingt irgendwelche Sehenswürdigkeiten zeigen muss. Wir kennen die Stadt alle. Ich vermute, er will nur so früh fahren, damit er früh daheim ist und ein Mittagsschläfchen machen kann. Sehe es eben auch kommen, dass er uns erst überall mit hin schleppt und dann essen wir eine Bratwurst, weil er die so lecker findet und dann fahren wir heim und ich war in keinem einzigem Geschäft, in welches ich wollte.

Ich rechne nun damit, dass er anfängt, wie toll es wäre, wenn wir dort eben hinfahren würden. Mir es nur davor graut, es allen recht machen zu müssen. Davon mal abgesehen, habe ich zum Shoppen an sich eh kein Geld. Und ja er meint es gut usw. Aber er wird wieder ein Nein nicht akzeptieren. Das geht mir nun den ganzen Tag schon durch den Kopf. Inkl. solcher Gedanken, ich sage halt ja und lasse sie am Bahnhof warten oder ruf kurz vor der Uhrzeit an, zu der wir uns treffen wollen und sage ich habe verschlafen, sie sollen ohne mich fahren. Oder ich teile meinem Bruder mit, dass er mit Vatern dahin fahren wird, ich klar nein gesagt hätte und er das nicht akzeptiert hat.

Meine Gedanken zu meinem Vater gehen zeitweise so weit, wenn er eben weiter über meine Grenzen hinweg über mich bestimmt, dass ich dann ja auch zu ihm ziehen könnte. Wäre, wenn ich die halbe Miete übernehme, auch nicht mehr Kosten. Er hat mich greifbar, wann immer er will usw.

Und nachher sollte ich Frau Sonnenschein anrufen. Die ich zurzeit auch eher nur anpampen würde. Sie die Probleme mit meinem Vater kennt. Sie klar sagt, er darf das nicht machen usw. und ich eben klar sagen soll, was ich will. Ich ihr aber auch antworten würde, ich hätte mir auch gewünscht, dass man mit mir über den letzten Klinikaufenthalt spricht. Das da im Endeffekt das selbe Schema lief. Eine Behandlung eingeleitet wurde, die ich immer abgelehnt habe. Mir Sachen versprochen wurden, die nie eingehalten worden sind.

Und so drehe ich mich gerade wieder mal im Kreis. Und stoße dabei sicherlich auch mal wieder ein paar Leute vor dem Kopf.