Lebenszeichen oder so

Eigentlich sollte ich hier schon lange der Monatsrückblick für Februar stehen. Bald auch der für März. Aber irgendwie bekomme ich es nicht wirklich auf die Reihe.

Mein Wunschaufenthalt in der Psychiatrie war Thema für sich. Es blieb bei den geplanten 10 Tagen, die ich schlussendlich Wunderärztin und Frau Sonnenschein zuliebe durch gezogen habe. Ich war mehrfach gedanklich dabei meine Koffer zu packen.

Ausschlaggebend für den Aufenthalt war für mich vor allem der Hinweis, dass ich dann ja jemand zum Reden hätte. Die Illusion wurde mir recht bald genommen. Es gab pro Woche ein Gespräch mit der Therapeutin von 25 Minuten. Was ich für verschwindend gering halte. Ich kam schon beim ersten Termin nicht hin. Denn bis ich auf die gestellte Frage geantwortet hatte, waren wir bei 50 Minuten.

Bezugspflegegespräche waren auch nur jeweils 25 Minuten. Eines pro Woche. In Krisensituationen wären die Gespräche auf mit der Bezugspflege auf 10 Minuten begrenzt gewesen. Das habe ich mir dann gleich geschenkt, weil ich es nicht schaffe, mein Gefühlschaos in 10 Minuten zu erklären. Wobei bei den Gesprächen wahrscheinlich nach 5 Minuten die Skillsschublade aufgezogen worden wäre. Sprich mir wäre geraten worden, was ich nun an Skills machen kann. Mich ablenken hilft mir aber nicht dabei meine Probleme zu lösen.

Ich habe sowohl bei der Therapeutin, wie auch bei der Bezugsschwester klar angesprochen, dass mir das nicht reicht. Ja das sei halt so. Und das sei alles bei jedem so. Nur doof, wenn andere Patienten anderen Patienten erklären, dass es ein Therapeutengespräch von 50 Minuten pro Woche gibt. Doof ist auch, wenn Mitpatienten erzählen, dass sie gerade eine Stunde mit einer Schwester geplaudert haben.

Von der Therapeutin gab es die Hausaufgabe, dass ich aufschreiben sollte, welche Bedürfnisse ich an eine neue Betreuerin hätte. Ich frage mich und das leider bis heute, warum ich Bedürfnisse formulieren soll, wenn gerade Menschen aus dem professionellen Bereich genau entgegengesetzt handeln. Damit habe ich den Aufsatz auch eingeleitet. Das wäre auch der Punkt gewesen, an dem man hätte arbeiten müssen. Statt dem wurde auf die Uhr gesehen, dass wir auch ja die 25 Minuten nicht überschreiten und dann wurde mir gesagt, wie toll ich doch meine Bedürfnisse formuliert hätte.

Ich weiß, wie es war, als ich im letzten Jahr gegenüber meiner Betreuerin mehrfach mein Bedürfnis geäußert habe, dass ich mit der Situation nicht umgehen kann, dass sie mir helfen soll. Was hat sie gemacht? Sachen, die ich ihr anvertraut habe, gegen mich verwendet. Ich weiß noch, wie es war, als ich dem Chef der betreuenden Organisation gegenüber meine Bedürfnisse geäußert habe und er mir versprach, dass er sich darum kümmert und mir am nächsten Tag mitteilte, dass er genau das Gegenteil macht und noch dazu behauptet, ich hätte das so verlangt. Komisch nur, dass Frau Sonnenschein, die bei dem gemeinsamen Gespräch dabei war, es genauso gehört hat, wie ich mich erinnere. Und ich weiß, wie die Klinik damit umging und noch umgeht, dass es mein Bedürfnis ist, zu verstehen, was bei dem Klinikaufenthalt 2009/2010 gelaufen ist. Dazu habe ich bis heute keine Auskunft, beziehungsweise ich darf darüber nicht mehr sprechen.

Wie kann man erwarten, dass ich Bedürfnisse formuliere, wenn man selbst meine Bedürfnisse mit Füßen tritt? Ich hatte ja der Therapeutin gegenüber das Bedürfnis geäußert, dass ich eindeutig mehr Gespräche bräuchte. Beziehungsweise mir eben 10 Minuten Krisengespräche nicht reichen.

Der Arztbericht war dann der Hammer. Meine Mutter ist ein Jahr und einen Monat später gestorben. Faszinierend das argumentiert wurde, man habe alte Dinge nur kopiert. Bei Copy und Paste stünde da was anderes. Ganz klar war auch, dass ich dabei bin Pflegestufe zu beantragen, um damit die Haushaltshilfe zu finanzieren. Im Arztbericht stand dann, dass ICH 3 Stunden die Woche als Haushaltshilfe arbeite. Hat man mir eigentlich zugehört? Wenn man die Zeiten schon so limitiert, dann würde ich mir zumindest wünschen, dass man mir zuhört.

Die Bezugspflegegespräche sollten an sich darum gehen, dass ich einen Plan für den Haushalt erstelle. Mit meiner Haushaltshilfe klappt das nämlich nicht wirklich. Das sie 3 Stunden dazu braucht, zwei Böden zu kehren, die beiden Böden zu saugen, in zwei Zimmern vorne herum ein wenig zu saugen, den Flur zu saugen, in Badewanne und Waschbecken massig Reinigungsmittel zu kippen und oberflächlich sauber zu machen und dann noch Küchenboden, Badboden und Hausflur zu putzen – das kann es nicht sein. Und das riss leider immer mehr ein.

Im ersten Gespräch kamen wir dazu nicht. Im zweiten Gespräch klärte mich die Schwester umfangreich darüber auf, was sie machen würde und erläuterte mir umfangreich den Stand vor dem Aufenthalt. Ich war aber schon weiter, da ich auch hier die Hausaufgabe, die lautete, machen Sie mal einen groben Plan, gemacht hatte. Und ihr Monolog durfte auch nicht unterbrochen werden. Bei jedem Versuch kam nur, ich soll sie ausreden lassen.

Mit den Mitpatienten war es auch eher Thema für sich. Einer, der ein Problem mit mir hatte, dem ich aber immer gut genug war, wenn er mich brauchte, argumentierte mir gegenüber, man würde sich an dem und dem stören – das würden die anderen auch sagen. Ich fragte mich innerlich, warum man mir das nie gesagt hat. Habe mich dann aber eben distanziert.

Ach ja, mit der Pflege gab es im Vorfeld die Absprache, wenn ich mich abkapsle, dann soll man mich ansprechen. Fiel noch nicht mal auf, dass ich auf einmal nur noch alleine war.

Ich für mich kann mittlerweile benennen, wann ich angefangen habe dicht zu machen und warum. Was für mich ein großer Fortschritt ist. Trotzdem weiß ich nun, dass das Setting, dass die Klinik anbietet, eben nicht mein Ding ist.

Seit kurz vorm dem Aufenthalt ist Persönliches Budget Thema. Der Kostenträger gibt grundsätzlich sein Ok. Allerdings muss ich vor Antragsstellung erst mal eine Betreuerin finden. Was sich als mehr als schwierig erweist. Es gibt keine offizielle Liste. Auf der inoffiziellen Liste stehen vor allem Männer drauf. Die Frauen nehmen zum Teil niemanden oder haben mich abgelehnt oder ich habe sie abgelehnt.

Ich suche nun natürlich nach Möglichkeiten. Laufe dazu von Pontius zu Pilatus. Keiner weiß was, keiner kennt jemand und so weiter. Psychosoziale Betreuung für psychisch Kranke kennt man hier kaum. Es sei denn, man geht über eine Organisation, was ich ja nicht mehr möchte.

Mit meiner neuen Betreuerin werde ich auch nicht warm. Sie macht mir Angst und ich vertraue ihr nicht. Ich sitze im Endeffekt meine Zeit bei ihr ab, bzw. habe die eben auch minimiert. Wichtige Dinge erledige ich alleine. Mehr schlecht als recht. Hauptsache ich muss mich ihr nicht anvertrauen.

Pflegestufe ist bewilligt worden, was mir zu denken gibt. Ohne Probleme beim ersten Anlauf. Die Haushaltshilfe kann ich darüber nicht finanzieren, sagte die Gutachterin. Der Kostenträger vom Betreuten Wohnen, der die Kosten zur Zeit trägt, sagt aber, dass das geht und er das einfach macht.

Momentan ist mir das alles zu viel. Vieles hätte früher meine Betreuerin aufgefangen. Die vorletzte. Die letzte hätte mich wohl nur ausgelacht?

Die Gedanken drehen sich wieder viel um Anna. Und um die letzte Betreuerin. Beide haben den selben Vornamen. Ich habe mal gesagt, ich würde mir ein T-Shirt bedrucken lassen, auf dem vorne drauf steht: Annas Spielzeug und auf der Rückseite ein Mülleimer zu sehen ist, in den man mich rein schmeißt mit den Worten: Mist kaputt – Ach egal! Denn das würde es einfach treffen.

Momentan würde ich mir einfach wünschen, dass mal was klappt. Aber irgendwie klappt gerade mal wieder nichts. Noch dazu gehe ich beim kleinsten an die Decke. Momentan ist es mein Vater.

 

 

 

 

 

 

 

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Zehn Jahre, zehn verdammte Jahre – Teil 1

Ich dachte eigentlich, damit hätte ich abgeschlossen. Ein Ding das erledigt ist. Aus meinem Gedächtnis und vor allem aus meiner Seele verschwunden. Oder zumindest nicht mehr so verdammt weh tut. Leider ist dem nicht so. Ob es mal wieder an einer Erkältung liegt, die mich nun seit über einen Monat die meiste Zeit aus dem Verkehr gezogen hat? Oder das ganze drumherum gerade?

Vor genau 10 Jahren war mein letzter Arbeitstag. Damals hatte ich nicht geahnt, dass ich zum letzten Mal hinter der Theke stehe. Heute wundert es mich, wie ich so lange durch gehalten habe.

Anfang 2005 fing ich eine neue Stelle an. War vorher länger arbeitslos gewesen und musste die Stelle an sich nehmen. Schon am Probearbeitstag sagte man mir, dass ich ein schlechter Mensch bin, weil ich das falsche Sternzeichen habe. Das zog sich an sich bis zum Schluss. Andere Dinge kamen hinzu, je nach Laune der Kolleginnen.

In der Woche vor meinem letzten Arbeitstag war es eher eigenartig. Die Kollegin, die mir an sich zu arbeiten sollte (also Sachen richten etc pp), machte Dinge, für die ich später runter geputzt wurde. Ich habe sie mehrfach gebeten das zu lassen.

Am Tag vor meinem letzten Arbeitstag – sie fing wieder damit an, ich bat sie weiter es zu lassen. Ich sprach die Erstverkäuferin an, wie ich mich verhalten kann/soll. Wies ausdrücklich daraufhin, dass sie die Frau bitte nicht ansprechen soll. Sie tat es doch.

Es kam, wie es kommen musste, ich wurde wieder runter gemacht, weil da Arbeiten gemacht worden sind, die nicht hätten gemacht werden sollen. Ich sagte nur knapp, ich war das nicht. Da ging die Tür zur Küche auf und besagte Dame schoss raus und putzte mich mitten im Laden vor Kundschaft runter.

Eine einzige Kollegin sagte später zu mir, dass sie das nicht gut fand. Ich habe mehrfach versucht mit besagter Kollegin das Gespräch zu suchen, was in bitteren Beleidigungen ihrerseits anfing und nicht fortgeführt wurde. Die Kollegin wollte auch nicht vermitteln, bzw. hat sie es versucht, kam aber auch nicht weiter.

Ich bin Abends zu meinem Auto gelaufen. Heulend. Dachte nur daran, dass Mama auf mich wartet. Dachte konstant darüber nach, wie toll es wäre, mit meinem Auto gegen einen Brückenpfeiler zu fahren. Dachte nur daran, wie schade es um mein Auto wäre. War kurz davor meinen Vater anzurufen, dass er mich holt. Wusste aber auch, dass er sagen würde, ich soll den Bus nehmen.

Saß heulend bei meiner Mutter. Erzählte ihr was los war. Fragte sie immer wieder, warum Menschen so was machen. Mein Vater kam dazu und meinte nur, ich solle mich nicht so anstellen.

Keine Ahnung wie ich den Abend rum bekommen habe. Wäre der nächste Tag nicht ein Samstag gewesen, hätte ich mich krank gemeldet. Aber wie wäre ich zu einer Krankmeldung gekommen? Außerdem waren wir knapp besetzt. Ich kann doch meine Kolleginnen nicht hängen lassen.

Selbstverletzung. Heulen. Zur Arbeit kämpfen.

Der Tag war die Hölle. Ich war auf die Kollegin an sich Samstags angewiesen und sie tat keinen Handschlag. Lachte mich aus. Die Kolleginnen halfen auch nicht. Und ich hatte die ganze Zeit Sorge, dass die Wunden doch durch den Kittel durch bluten. Wie hätte ich das erklären sollen?

Heute weiß ich, ich hätte es nie so weit kommen lassen dürfen. Seit Wochen verletzte ich mich Donnerstag, spätestens Freitag selbst, um das Freitags- und Samstagsgeschäft überstehen zu können. Versorgte noch dazu eben meine Mutter. Ich hatte zwischenzeitlich mal damit geliebäugelt auf 30 Stunden runter zu gehen, um mehr Zeit für meine Mutter (und für mich) zu haben. Nur von dem Gehalt hätte ich nicht leben können. Als ich das im Familienkreis ansprach, wurde ich als faul hin gestellt. Dabei ging es um läppischen 150-200 Euro im Monat.

Faszinierend an dem Datum ist auch noch, dass Anna Geburtstag hat. Anna, von der ich dachte, ich habe endlich Abstand. Habe ich nicht.

Und gerade eh alles richtig mies läuft. Das Thema Therapie hat sich vor erst erledigt, weil die Therapie vom Gutachter der Krankenkasse abgelehnt wurde. Das Soziale Kompetenztraining, welches letzte Woche begonnen hat, wird wahrscheinlich auch wieder aufgelöst, mangels Teilnehmer. Meine Betreuerin möchte mich nicht sehen, weil ich ja krank bin. Mir wäre es ganz recht gewesen, wenn sie morgen mit zur Wunderärztin gegangen wäre. U.a. um zu klären wer was wie im Notfall macht. Wäre noch dazu die letzte Möglichkeit, weil Wunderärztin nur Donnerstags Nachmittags Sprechstunde hat und ich die Morgentermine nicht schaffe und meine Betreuerin nun eine Klientin hat, die absolut nur Donnerstags Nachmittags kann.

Wie gewonnen, so zeronnen?

Irgendwie dachte ich, die Ereignisse rund um meinen letzten stationären Aufenthalt wären rum. Oder zumindest würden sich die Gedanken nicht mehr dauerhaft darum drehen und ich nicht mehr zeitweise wie ferngesteuert von den Ereignissen handeln. Es war ein wenig Abstand drin. Klar bin ich immer noch sauer und wütend über das was passiert ist. Aber es bestimmte eben nicht mehr mein Handeln so sehr, wie es eben in den letzten Jahren beeinflusst wurde. Leider holt mich die ganze Sache gerade wieder ein und mir fällt der Kram mal wieder auf die Füße.

Letzte Woche bei einem Termin bei meiner Therapeutin. Suizidalität war beim Erstgespräch schon Thema. Da sagte sie, dass sie es an sich so sieht, wer sich was antun möchte, der macht es auch. So ganz grob zumindest. Zumindest schien es da kein Punkt gegen eine Therapie zu sein.

Irgendwie kam das Gespräch nun von ihr aus auf, ob ich weiß, dass ich in die Horrorklinik muss, wenn es mir schlecht geht? Oder die Frage von ihr tendierte in die Richtung. Und sie weiß an sich, dass es dort enorm viele Probleme gab. Und ich ihr halt sagte, dass ich dort im Krisenfall eben nicht hingehen würde. Da wir aber an bestimmte Psychiatriegesetze gebunden sind, darf mich eben im Krisenfall auch nur diese Klinik behandeln.

Im weiteren Verlauf meinte sie, dass sie von mir eine Zusicherung braucht. Auch wegen der Haftungsgründe. Und das auch noch zwei Jahre über das Therapieende hinaus. Ich habe ihr zwar gesagt, dass in einem Abschiedsbrief höchstwahrscheinlich etwas in der Art drin stehen würde, dass der letzte Klinikaufenthalt der Grund ist, aber das brachte irgendwie wenig.

Ich sagte ihr, dass ich es gewohnt bin zu sagen: Tag war gut. Mir geht es gut. Das Leben ist schön. Ich kann mich glaubhaft von Suizidgedanken distanzieren!. Ich das eben auch mache, wenn sie das erwarten würde. Sie wollte dann wissen, ob ich ihr das auch schriftlich unterschreiben würde. Klar, Papier ist geduldig, meinte ich.

Irgendwie kämpfte ich in dem Moment, da ich ja an sich weiß, was passiert wenn usw. Bzw. mir eben klar ist, wenn ich suizidal bin, bleibt ihr nichts anderes übrig, als eben die Polizei zu benachrichtigen.

In dem Moment, in dem ich das sagte, meinte ich das an sich auch so. Ich versichere es eben. Gerne auch immer wieder. Bisher mache ich das ja nun seit über 5 Jahren auch in der behandelnden Klinik so. Und ich kann es sagen usw.

Nach dem Termin ging es mir damit nicht mehr so gut. Denn das ist genau das, was ich nicht mehr wollte. Ich sehe es gegenüber der Klinik nicht als Lüge an. Für mich ist es in dem Fall einfach die Wünsche anderer erfüllen. Oder die Antwort geben, die erwartet wird.

Mir ist klar, dass jeder handeln muss, wenn ich es eben nicht zusichere. Und genau das ist der Punkt. Mir wurde seit dem letzten Klinikaufenthalt ja an sich gesagt, ich habe die beste Behandlung bekommen, die die Klinik zu bieten hat. Ich fühle mich aber mit: Ich muss nach meinen Dauermedikamenten betteln, keiner redet mit mir, ich muss das abgelutschte Essen anderer essen oder aufs Essen verzichten, ständige Vorwürfe, wie ich so was nur sagen konnte usw. nicht wirklich wohl. Mir hat das kein Stück geholfen.

Untermauert wird die Erfahrung von Aussagen wie: Das wissen Sie doch (auf meine Frage, was da gerade abläuft, weil ich gar nicht mehr in der Lage war das zu verstehen)! , Das hätten Sie nie sagen dürfen! (dann wäre ich nun tot oder das „Spiel“ hätte eine knappe Woche später nach einem misslungenen Suizidversuch begonnen). Wir sind aus allen Wolken gefallen, dass Sie von jetzt auf gleich Suizidabsichten hatten  (ich habe bereits mehrfach im Vorfeld davon gesprochen. Die Aussage die zur Verlegung führte, war bereits die zweite und die erste war über 48 Stunden her – warum also die Eile? Und wie man mittlerweile auch der Doku entnehmen konnte, war jedem klar, dass mit mir was nicht stimmt).

Ich werde das alles gerade nicht los. Ich würde mich gerne anvertrauen können. Aber weil ich ja alles weiß, weiß ich auch, dann erfolgt eine Unterbringung. In einer Klinik, in der man mir umgehend vorwerfen wird, was alles war und mir gleichzeitig vorwerfen wird, dass ich ja so sehr in dem was war verharren würde. Warum darf ein Oberarzt Jahre nach dem ersten Gespräch noch sagen, wie doof ich seiner Meinung nach im ersten Gespräch war und ich darf mich auf Ereignisse, die mein Leben so derart beeinflusst haben, nci beziehen? Und gleichzeitig erwartet man von mir das ich alles weiß.

Und ich weiß, dass es für mich zum Problem wird, wenn ich ständig aus Angst vor dem was kommen könnte eben das versichere, was man hören möchte. Das fällt mir zeitweise bei Wunderärztin schon schwer. Da kann ich mich selbst meistens damit beruhigen, dass die Horrorklinik ihr Gehalt bezahlt.

Ich bin die letzten Jahre teilweise ziemlich darunter gelitten, dass es eben nur die Option Horrorklinik gibt. Immer wieder denke ich darüber nach, was ich falsch gemacht habe. Hätte ich wirklich damals lügen sollen? Heim gehen sollen und zur Tat schreiten sollen?

Ich habe Angst, dass mich die Therapeutin nun doch ablehnt. Auf der anderen Seite bin ich am überlegen, ob die Therapie Sinn macht. Welchen Sinn hat es, wenn ich in den entscheidenden Punkten doch das sagen muss, was erwartet wird?

Bisher waren die Termine Freitags. Ich empfand es als Wochenabschluss als angenehm. Seit letzten Freitag geht es mir aber nicht gut damit. Noch dazu ist der nächste Termin erst in drei Wochen. Was heißt, dass ich nun alles drei Wochen mit mir rum schleppen werde.

Neues Jahr, Neues Glück?

Das mit dem regelmäßigem bloggen bekomme ich scheinbar nicht hin. Asche auf mein Haupt. Aber ich werde mich bemühen oder versuche es zumindest.

Vor Weihnachten war es richtig stressig. Ich brauchte ja noch Weihnachtsgeschenke. Immerhin habe ich es geschafft, für eine Organisation vor Ort, bei der ich auch so halbwegs ehrenamtlich arbeite, Weihnachtsgeschenke zum Verteilen zu machen. Worauf ich ziemlich stolz bin.

Bei der Organisation durfte ich dann auch vor Weihnachten extra helfen, was irgendwie alles eigenartig war. Meine Kolleginnen erzählten, dass sie eben für die Verteilaktion aufbauen. Als ich meine Chefin fragte, zögerte sie, bis ich nachfragte, ob ich die Oberchefin selbst fragen soll. Gesagt, getan und die hat sofort gestrahlt und klar darf ich helfen und so. Meine Chefin hat mir nämlich vor ein paar Monaten erzählt, dass mich die Oberchefin nicht leiden kann. Was aber gar nicht zum Verhalten der Oberchefin mir gegenüber passt. Die grüßt mich immer freudestrahlend und das ist auch nicht aufgesetzt. Denn eigentlich spüre ich das ja genau, wenn mich jemand nicht mag. Mich verunsichert das sehr.

Weihnachten war ok. Heilig Abend mit der Familie zu Mittag gegessen bei mir und am ersten Feiertag waren wir Essen. Ich habe kurz entschlossen doch Geschenke für meine Familie gemacht, weil ich das Gefühl hatte, das wird erwartet. Vater war wie gewohnt generell eigen, um es nett zu umschreiben, aber im allgemeinen nicht so schwierig wie sonst.

Silvester war ich mal wieder alleine daheim. Dank Dachgeschosswohnung war es auch mal wieder nichts mit den Jahresanfang verschlafen. Wobei es dieses Jahr ruhiger war als im Jahr zuvor und ich wohl hätte schlafen können? Mich hat aber auch zum ersten Mal das Alleinsein belastet.

Im neuen Jahr wird es wohl einige Änderungen geben, die mich ebenfalls beschäftigen. Allem voran werde ich versuchen mit der Horrorklinik eine Behandlungsvereinbarung aufzusetzen. Wie sich nun raus stellte, hat die Klinik einen Vordruck. Ich selber habe mittlerweile Abstand davon genommen, den kompletten Aufenthalt durch zu planen. Im Vordruck sind einige Punkte drin, bei denen ich eigentlich weiß, dass die Klinik das nicht leisten kann. Ich bin also gespannt. Die Woche gibt es deshalb einen Termin mit Wunderärztin, Frau Sonnenschein, meiner Betreuerin und mir. Bisherige Versuche meinerseits mich damit auseinander zu setzen endeten nicht so gut.

Vor wenigen Tagen hatte ich ein Erstgespräch zur Psychotherapie. Das war relativ gut. Die Dame hat sich sehr viel Zeit genommen. Was mir vorher nicht klar war, dass die Chefin der Organisation das Gespräch macht und ich nicht von ihr therapiert werden, sondern eben von jemand anderem.

Die Organisation bildet Therapeuten aus. Keine Ahnung ob ich das will. Anna war ja auch in der Ausbildung und ich glaube, manches wäre anders gelaufen, wenn sie fertig ausgebildet gewesen wäre.

Problematisch könnte da aber auch meine Krankheitsgeschichte und vor allem die Anzahl der Therapien sein. Die Krankenkassen würden mir dort eventuell gar keine Therapie bewilligen, weil ich schon so viele Therapien hatte und bei dem Krankheitsbild und so weiter. Wobei es eigentlich gar nicht so viele offizielle Therapien waren.

Die Leiterin der Organisation schaut nun mal, ob sie intern jemand hat der passt und fragt auch mal ihre ambulanten Kontakte durch. Immerhin ein Lichtblick oder nicht? Wobei das Thema Suizidalität wohl weiter ein Problem sein wird.

Ansonsten merke ich in letzter Zeit, dass ich irgendwie aus dem schlimmsten raus bin, wenn ich es nicht gerade wieder mal aufwühle. Leider werde ich einiges aufwühlen müssen, wenn ich die Behandlungsvereinbarung möchte und auch wenn ich einen Therapieplatz möchte.

Chancen auf einen Therapieplatz

Meine Hausärztin, die ich dann Donnerstag doch mal aufgesucht habe, weil immer noch heiser, hat mir ein Antiobiotika verpasst. Ich hoffe ich kann dann die Woche wieder Bäume ausreißen :-)

Die Wochen war mal wieder ein Termin bei meiner Wunderärztin. An sich mit meiner Betreuerin, die zu spät kam. Wunderärztin meinte gleich, dass wir wohl mit der Diagnostik fertig werden. Und sie meinte dann zu mir, dass mir wohl klar sei, dass sie mir dann wieder sagen wird, dass ich eine Therapie machen muss.

Statt das gleich mal wieder abzulehnen, habe ich meine Taktik geändert. Ich meinte zu ihr, ob sie mit denn einen Therapeuten empfehlen kann. Eigentlich weiß ich, dass die Klinik/PIA eben keine Therapeuten empfiehlt und eben die Wartelisten überall lang sind.

Nun ja Wunderärztin hatte am Vormittag mit jemand telefoniert, die hier bei einer Organisation arbeitet, die eben Therapeuten hat und Therapien anbietet. Da sucht gerade jemand noch Patienten für eine tiefenpsychologische Therapie. Ich glaube die ist in der Weiterbildung oder so.

Ich hab das kurz gegenüber meiner Betreuerin angesprochen. Die ja eigentlich gegen was tiefenpsychologisches ist, ich aber mit dem Hier und Jetzt der Verhaltenstherapie nicht wirklich was anfangen kann. Und DBT möchte ich ja auf keinen Fall mehr machen. Nun ja schlussendlich rief Wunderärztin da an. Sagte halt, sie hat da eine Patientin, mit einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, die eine Therapie machen will. Beschrieb mich auch charmant als nicht einfach (ich hätte sie killen können) und erzählte halt grob das es im Haus Probleme gab, sie mich übernommen hat, weil der letzte Arzt mich nicht mehr wollte und so.

Ich kann mich dort melden. Zu einem Erstgespräch oder quasi den 5 Probesitzungen. Donnerstag habe ich da keinen mehr erreicht und Freitag war ich nicht wirklich daheim. Also werde ich da morgen noch mal anrufen und mein Glück versuchen. Ansehen kann ich mir das mal, denn ich habe nichts zu verlieren.

Ich bin mittlerweile auch nicht mehr ganz gegen eine Therapie eingestellt. Wollte allerdings an sich nicht, dass die Klinik das weiß. Wobei ich der Wunderärztin ja vertraue. Aber keine Ahnung wer sonst noch regelmäßig in meine Akte sieht. Die Therapeutin will wohl auch Arztberichte und das will ich an sich nicht. Und meine Erfahrungen mit einer Therapeutin in Ausbildung ist auch Thema für sich.

Ich sollte wohl auch mal mit Anna abschließen, die immer noch Thema für mich ist. Ich weiter überlege, ob ich mit ihr Kontakt aufnehmen soll oder nicht. Bzw. ihr eben schreiben soll, wie es mir mit dem Ganzen ging. Reagieren wird sie eh nicht.

Wichtig wäre auch zu wissen, wie die Therapeutin eben mit Suizidalität umgeht. Wobei ich so weit bin, wenn sie was in der Art sagt, dass sie mich dann einweisen muss oder so was in der Art, dass ich ihr eben knallhart sage, dass ich es gewohnt bin, den Menschen zu dem Aspekt das zu sagen, was sie hören wollen. … aber innerlich denke ich, das kann keine Lösung sein.

Gedankenwirrwarr

Mal wieder durcheinander und ich weiß nicht wirklich warum.

Diagnostik ging letzte Woche weiter. Zumindest habe ich (bisher) keine negativistische Persönlichkeitsstörung. Da fiel ich raus. Wobei ich einige Fragen nur so beantworten konnte, wie ich sie beantwortet habe, weil sich da meine generelle Einstellung geändert hat.

Eine Online-Bekannte hat am WE ihr drittes Kind bekommen. Ich freue mich durchaus für sie. Aber mir gehen klar auch Gedanken durch den Kopf, dass ich mir meinen Kinderwunsch abschminken kann.

Thema ist sowohl bei Frau Sonnenschein, wie auch bei Wunderärztin ansonsten Patientenvereinbarung. Vielleicht liest hier jemand mit, der bereits eine hat? Ich scheue ja noch davor. Stellte die Woche auch die Frage in den Raum, wie weit die rechtlich bindend ist. Denn es geht ja darum, so Situationen, wie beim letzten Klinikaufenthalt zu vermeiden.

Endergebnis an sich, die Klinik ist in allen Fällen fein raus, falls wieder was schief läuft. Denn die Klinik kann ja jederzeit sagen, dass das eben nicht möglich war. Also das nicht möglich war, was vorher mit ihr schriftlich vereinbart wurde.

Generell finde ich es eh nun ja zum Kotzen, dass schriftliche Dinge fest gehalten werden müssen, die selbstverständlich sein sollten. Die zum Teil auch in Psychiatrieratgebern stehen.

Und ganz besonderes Highlight: Wunderärztin und Frau Sonnenschein sollen/wollen das mit mir gemeinsam machen. Wunderärztin ist aber nur Ambulanzärztin. Nun meinte man zu mir, man setzt mit mir so ein Ding auf und dann legt man es den Stationen vor und die sollen noch ihr ok geben. Ich sehe hier kommen, dass der Oberarzt nur lacht und sagt, dass geht nicht. Mit dem Unterschied, dass aus dem Ding ja auch klar meine Ängste hervor gehen. Somit Angriffsfläche biete. Sprich, die wissen dann, mit was man mich bestrafen kann.

Frau Sonnenschein tendiert eh eher zu einem Vordruck. Ich habe mir mal Vordrucke angesehen. Das meiste würde in der Klinik vor Ort gar nicht gehen, weil die Gegebenheiten eben nicht gegeben sind.

Betreuerin meinte mal dazu, ich hätte nichts zu verlieren. Ich habe ganz große Sorge, dass wieder was schief läuft… und ich dann wieder falle. Woher soll denn Vertrauen kommen? Btw. warum muss ich ehrlich zu Menschen sein, die mich zum Teil offen (und nachweisbar) angelogen haben?

Heute erzählte mir die Vertretung meiner Betreuerin, dass eine Ärztin, die ich auch kannte, gestorben ist. So alt war die doch noch gar nicht. Die lernte ich bei meinem ersten Aufenthalt in der Tagesklinik kennen. Sie war für mich der erste Mensch in dem Rahmen, dem ich vertraut habe. Auch einer der Menschen, der mich bitter enttäuscht hat. Immerhin war sie der Meinung, meine ach so schlimme Essstörung, die bis dahin niemand interessiert hatte, sei schlimmer als Borderline. Btw. stellte im Endeffekt sie die Borderline-Diagnose.

Fakt ist, sie wechselte irgendwann die Klinik. Leider nur in das nächste Haus, welches mich evt!!! aufnehmen würde müssen. Ein Grund für mich, da nie Patientin sein zu wollen. Anna wechselte später auch dort hin. Anna wird wohl noch da sein. Aber immerhin hätte ich das Problem mit der Ärztin los? Öffnet sich da gerade eine neue Tür?

Heute wollte ich zum Sport und habe verschlafen. Mein Körper fordert wohl gerade alles mögliche ein. Ich bin gespannt.

Gammelwoche

Ich habe die Woche tatsächlich nur rum gegammelt, obwohl ich ja sooo viel machen wollte. Nun ja, ist passiert. Die nächste Woche habe ich schon wieder mehr Termine und noch dazu kommt ein Handwerker der Stadtwerke, der auch in die Wohnung muss. Also ist aufräumen angesagt.

Die Woche war ich bei einer Wohnungsbesichtigung. Ich wusste zwar vorher, dass ich die Wohnung eher nicht nehmen werde, aber ich dachte mir, die Übung tut mir gut. Ich konnte mich erstaunlich gut verkaufen. Zumindest stehe ich nun auch bei der Dame auf der Liste.

Hier im Haus ist es weiter Thema für sich. Zurzeit sind die Handwerker in der Nachbarwohnung. Vor meiner Wohnungstür sieht es wüst aus. Aber macht ja nichts, denn Frau Verstoert wird den Dreck natürlich mal wieder weg machen (müssen). Vor erst bleibt er liegen!

Gedanklich hänge ich sonst wo. Immerhin habe ich einen Brief an Anna angefangen. Werde ich den je beenden?

Die Tage habe ich mit zwei Frauen geskypt, die ich schon länger kenne. Naja wir haben nebenbei gespielt. Ich weiß nicht, wie man ein Gespräch beginnt und somit war eher schweigen angesagt. Irgendwie kamen wir auf das Thema Jurastudium zu sprechen. Etwas was mich schon lange wirklich reizt. Da ich aber nur die Fachhochschulreife habe, nicht so ganz einfach. Noch dazu würde ich eben wenn gerne am Wohnort studieren. Eventuell noch in der Nachbarstadt. Jura ist aber eben ein Hochschulstudium. Nächste Uni ist in der Nachbarstadt und dann eben noch mal etwa eine Stunde weg.

Ein Weg, den viele Studenten und auch Berufspendler auf sich nehmen. Ich aber weiß, dass ich das nicht lange mitmache. Deshalb lohnt der Kampf nicht, um eben an der Uni in der Stadt weiter weg studieren zu dürfen.

Gegen ein Studium spricht außerdem meine finanzielle Situation. Mit Studium bin ich aus dem Leistungsbezug raus. Klar konnte ich mich auch schon ohne Leistungen ernähren. Aber dann noch Semestergebühren bezahlen? Und so kleine Dinge, wie eben Druckerpapier etc pp sind auch nicht drin.

Würde ich ein Studium schaffen? Anna meinte mal, dass sie Probleme hatte. Deshalb hat sie mir das auch nicht zugetraut? Keine Ahnung. Aber was zählen Annas Worte noch?

Nun habe ich mal wieder den Faden verloren. Eine meiner Skypekontakte meinte, ob ich den Jura würde studieren wollen. Als ich ja sagte, meinte eine nur: OH Gott. Keine Ahnung welche von Beiden. Aber es beschäftigt mich sehr.

Nicht mehr auf die Beine kommen….

Kennt ihr das auch? Man fällt in ein Loch und kommt einfach nicht raus?

So geht es mir zumindest momentan. Ok ich habe mich vom letzten Klinikaufenthalt nie ganz erholt. Aber ich war zumindest zeitweise besser drauf. Und gerade ist der Wurm drin. Seit eben dem mit meinem Vater. Mal davon abgesehen, dass ich (mal wieder) meinen Geburtstag als Todestag gewählt hatte und mein Geburtstag mal wieder rum ging.

Ich weiß, dass ich Hilfe bräuchte. Nur ich weiß nicht, wie ich an diese Hilfe komme. Bzw. würde ich mir wohl selbst im Weg stehen, weil ich eben ständig mit irgendwelchen Erfahrungen wedeln würde?

Und somit wäre ich dann wieder bei Anna. Ich denke mal wieder darüber nach, ihr doch zu schreiben. Ihr auch zu sagen, was ihr Behandlung oder die Behandlung, die durch sie mit in die Wege geleitet wurde, in mir ausgelöst haben. Allerdings weiß ich, dass auch sie mir keine Antworten geben wird.

Ob sie nicht kann oder nicht will ist dabei nebensächlich. Für sie ist das vorbei. Sie hatte mit Sicherheit Supervision. Selbst wenn nicht, was ich an sich nicht glaube, wird ihr der Oberarzt den Rücken gestärkt haben.

Morgen geht es zum ersten Mal zum Rehasport. Was zieht man da an? Hose hab ich. Schuhe sind Thema für sich. Wenn sie die nicht erlauben oder sie mir zu unbequem werden, kann ich immer noch welche kaufen. Was mir gerade nicht wirklich ins Budget passt. Aber das Shirt? Langärmlig wird wohl arg warm. Kurzärmlig sieht man die Narben. Wobei ich mich da evt. auch nur anstelle? Aber was ist, wenn es frische Verletzungen gibt?

Selbstverletzung ist eh gerade wieder Thema. Noch zögere ich, eben wegen dem Problem. Allerdings weiß ich auch, wenn ich es noch lange raus schiebe, wird es nur schlimmer werden.

 

Dem Gedankenkarusell mal wieder entkommen?

Das Zusammentreffen mit Anna, das „neue“ Medikament, zweimal sehr frühes Aufstehen… forderte irgendwie seinen Tribut. Ich war am Dienstag Nacht schon mies drauf. Am Mittwoch hatte meine Betreuerin ihren Spaß an mir.

Gesprächsthema im Endeffekt, ob ich Anna nun schreibe oder nicht. Sie meint weiterhin, ich soll es lassen, weil ich dann wieder voll drin bin. Außerdem würde Anna mir eh nicht antworten. Bzw. befürchtet sie, dass ich egal wie Anna reagiert enttäuscht sein werde. Sie befürchtet, ich würde trotzdem auf eine Antwort von Anna hoffen und wäre enttäuscht, wenn keine Antwort kommt. Oder ich wäre enttäuscht, wenn eine Antwort kommen würde. Wobei mir eigentlich klar ist, falls sie antwortet, dass da kein bisschen Vertrauen mehr da ist und ich ihr wahrscheinlich kein Wort glauben würde.

Thema war somit auch der letzte Klinikaufenthalt. Mal wieder. Sie meint, ich wüsste doch für mich, dass Fehler gemacht worden sind. Nur mir persönlich bringt das wenig, weil es mich so sehr verletzt, dass ich eben ständig Vorwürfe gemacht bekam. In jedem Ratgeber für Patienten der Psychiatrie steht, dass Patienten dort abgeholt werden sollten, wo sie sind. Geschah bei mir eindeutig nicht. Warum hat das keiner gesehen? Warum bekam ich immer wieder gesagt: Das wissen Sie doch!

Und ich kanns drehen und wenden wie ich will. Ich muss an sich aus der Schleife raus. Was sich so einfach sagt. Wird man mir wieder sagen, dass ich das doch weiß? Wird man wieder Wissen voraussetzen, welches ich nicht habe?

Mindestens bin ich nicht mehr ganz so mies drauf wie am Mittwoch. Allerdings zeigte mir das auch, dass ich es nicht schaffe, auf Dauer früh aufzustehen. Wobei ich durchaus früher ins Bett bin. Aber Schlaf gerade auch nicht wirklich mein Ding ist. Meistens werde ich wegen meinem Rücken wach, kann aber immerhin meistens wieder einschlafen.

Nächste Woche ist der nächste Termin bei Wunderärztin. Da geht es dann wohl mit der Diagnostik weiter. Ich habe Frau Sonnenschein angerufen, damit sie Wunderärztin bitte mitteilt, dass sie dafür Sorge tragen soll, dass ich mir nicht den Schuh anziehe, dass ich ein schlechter Mensch bin, weil ich nun mal so bin, wie ich bin. Das befürchte ich nämlich, dass ich mal wieder genauso reagieren werde. Nach dem xten Mal erklären, kam glaube ich auch an, was ich an sich will.

Meine Vermieter habe ich heute auch mal getroffen. Nächsten Monat gibt es Rauchmelder. Ich bin gespannt. Ich frage mich allerdings, wann sie mir das mitgeteilt hätten, wenn sie mich nicht zufällig gesehen hätten? Und natürlich mal wieder ein Mittwoch. Mit viel Glück kommt der Mensch früh genug, damit ich zu meinem ehrenamtlichen Job gehen kann.

Allein, Allein

Hymne meines letzten Klinikaufenthalts war Allein, Allein von Polarkreis 18. Das dudelte mein iPod ständig. Und genauso fühlte ich mich auch.

Gestern Abend schaltete ich in einen Film, in den es u.a. um alte Menschen im Altenheim ging. Da merkte ich mal wieder, wie alleine ich mich manches mal fühle. Bzw. an sich fühle ich mich im normalen Alltag nicht wirklich alleine. Klar bin ich alleine, aber es belastet mich meistens wenig.

Was mir aber Angst macht, alleine zu sterben. So doof es klingt. An sich könnte ich doch froh sein, wenn da keiner ist, der mich betrauert. Dann hätte ein Suizid doch seine Berechtigung? Oder nicht?

Ich merke aber auch, wie sehr ich, wenn auch oft unbewusst, andere Menschen von mir stoße. Auch irgendwie nicht mehr bereit bin, mehr Nähe zu zu lassen. Mir auch die körperliche Liebe gar nicht fehlt. Auch weil ich es nicht kenne? Oder weil es mir zu „anstrengend“ ist, was eben so eine Beziehung mit sich bringt?

Trotzdem wäre es schön, wenn mal jemand da wäre. Wobei ich mich eh nicht trauen würde, mich jemand anzuvertrauen. Den ganzen Tag drehen sich die Gedanken schon um das Thema und um Anna. Ich hab ihr vertraut, sie hat mich erst weg geschickt und mich dann bestraft (und wurde dafür auch noch bezahlt). Wie soll mich jemand mögen/schätzen/lieben, wenn es noch nicht mal Menschen schaffen, die beruflich mit Menschen, wie mir zu tun haben?

Wie kann ich jemand erklären, dass mir manche Dinge einfach fehlen?

Allein, Allein…..