Es ist so weit

Ich plane ja einen Klinikaufenthalt. In der Klinik stehe ich seit März/April auf der Warteliste. Der Versuch da drauf zu kommen startete bereits im Februar. Und man nimmt mich trotz Medikamentenabhängigkeit.

Nun habe ich es letzte Woche endlich mal geschafft, mir die Klinik mal anzusehen. Dort kann man sich jederzeit einfach die Klinik ansehen. Ich war gespannt und dachte mir, mehr als weg schicken, kann mir nicht passieren.

Ich war sehr angenehm überrascht. Das Personal war mehr als sehr nett. Das kenne ich aus der Klinik vor Ort gar nicht. Mich hat ein Ex-Mitpatient begleitet, der ebenfalls sehr angetan war.

An sich wäre es mir wichtig gewesen, dass ich halbwegs einen Termin bekomme. Denn es hieß im Frühjahr nur, ab Juli/August und ich bekomme etwa eine Woche vorher telefonisch Bescheid. Die Dame meinte letzten Woche, dass es eher Ende Juli/Anfang August werden könnte.

Ende letzter Woche klingelte dann das Telefon, man könnte mich nächste Woche aufnehmen. Es machte sich leichte Panik breit und man beruhigte mich, ich soll mir das eine Stunde überlegen und dann noch mal anrufen.

Ich habe mich dann dafür entschieden. Denn die Entscheidung wird mir auch Ende Juli nicht leichter fallen. Und ich möchte ja auch die Sommerhitze in meiner Dachgeschosswohnung umgehen. Somit habe ich zugesagt.

Ich schwanke zwischen Panik, Panik, Panik. Habe natürlich auch Angst. Wobei klar das Thema DBT und Skills auch dabei sein wird und ich mit Beidem eher wenig anfangen kann. Der Hauptbestandteil aber eine andere Therapieform ist.

Nun saß ich da und musste Koffer packen. Kein wirklich einfaches unterfangen. Dort gibt es aber immerhin eine Waschmaschine. Aber ich kenne mich ja. Ich mache das anderswo nicht soo gerne. Ich werde aber definitiv zu viel Sachen dabei haben. Und ich wäre froh, das Zeug wäre aus dem 4.Stock schon unten und vor allem in 8 Wochen wieder hier oben.

In dem Rahmen habe ich dann auch diverse Listen ausgedruckt. Welche Medikamente ich bisher genommen habe, wer mich wann wo behandelt hat usw. Die Listen führe ich schon länger und sie sind immer hilfreich. Die habe ich damals von meinem alten PC auf einer externen Festplatte gespeichert und irgendwann auf meinen jetzigen PC gezogen. Beim Sortieren stellte ich fest, dass ich ja auch irgendwann Tagebuchkarten selbst gemacht hatte. Die Vordrucke fand ich immer doof. Die Klinik vor Ort arbeitete mit meinen Vordrucken.

Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich die Dinger noch mal brauchen werde. Ich habe sie aber nun gesucht und ausgedruckt. Besonders erfreut bin ich nicht darüber, sie evt. wieder nutzen zu müssen. Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, wenn ich konstant darüber nachdenke, ob es mir schlecht geht oder gut geht, dann geht es mir eher schlechter. Manchesmal möchte ich einfach nicht hinterfragen, wie es mir geht.

Somit werde ich die nächste Zeit mit Sicherheit hier nicht schreiben. Ok so viel schreibe ich eh nicht mehr – sorry. Hat aber jemand Interesse an einem Erfahrungsbericht?

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Lebenszeichen

Irgendwie bin ich hier nachlässig geworden. Sorry.

Das Betreuungschaos zieht sich noch. Ich habe nun Persönliches Budget beantragt. Was äußerst schwierig war. Denn vor Ort ist es total schwer an eine Betreuerin zu kommen, die nicht an eine Organisation gebunden ist. Ich habe nun jemand, bei der ich hoffe, dass es klappt. Sie ist anders als meine bisherigen Betreuerinnen. Allerdings könnte das ja auch andere Sichtweisen bringen. Allerdings warten wir nun auf ein Gespräch mit dem Kostenträger, welches Anfang August statt finden soll.

Ich hatte zwischenzeitlich Geburtstag. War enttäuschend, wie fast jedes Jahr. Bruderherz im Urlaub und mein Vater wollte mit mir essen gehen. Ich soll was aussuchen. Als ich ihm meine Wahl mitteilte, kam mal wieder eine ellenlange Liste mit Vorschläge die er besser fand und dem Hinweis, ich soll noch mal darüber nachdenken. Als er das nächste Mal fragte, sagte ich ihm, dass er entscheiden soll, weil ich es Leid bin, dass er mir jedes Jahr wieder sagt, was wir doch besseres machen könnten. Er war sauer, ich war sauer. Schlussendlich sollte es dann doch dorthin gehen, wo ich zuerst hin wollte. Die hatten dann Ruhetag. Ich entschied mich für was anderes, was er vorher aufgezählt hatte und in dem Moment in dem wir los gingen, kam er wieder damit, dass wir doch auch da und da hin gehen könnten.

Ich habe für mich nun entschieden, dass ich das nicht mehr will. Das Spiel spielen wir nämlich seit Jahren. Ich lade zum Essen ein und er erzählt mir, dass wir doch besser essen gehen sollten. Als ich fragte wo er denn hin will, nannte er ein Lokal, welches ich gar nicht mehr mag. Als ich das, zum wiederholten Male, ansprach kam nur: Aber er geht da gerne hin. Ich habe dann halt ja gesagt und dann gings rund. Ich soll einen Tisch bestellen. Nein Papa. Ja aber. So hat er mich dann tagelang terrorisiert. Ich soll einen Tisch bestellen.

Am Tag vor meinem Geburtstag rief er dann an, er muss mir nun unbedingt was bringen. Ja ok. Da fing er dann wieder an. Ich soll einen Tisch bestellen. Nein Papa. Er nur: Ich soll endlich mal sagen, was ich denn will. Ich nur so, dass ich das doch klar gesagt hätte und zum Essen eingeladen hätte. Großes Schweigen… dann die Frage ob man das jetzt noch ändern kann.Samstag Abend kurz vor Ladenschluss – nein kann man nicht.

Ich habe ihm erzählt, dass ich ein paar Tage später mit Frau Sonnenschein in mein Lieblingsrestaurant gehe. Er meinte zu meinem Geburtstag dann nur, er ruft mich später noch mal an und teilt mir mit, was wir am nächsten Tag machen. Er rief dann freudestrahlend an und teilte mir mit, dass wir in mein Lieblingslokal gehen würden. Klar welche Freude. *ironie*… er würde anrufen, wenn mein Bruder bei sich los fährt.

Was für mich an sich heißt, ich habe noch 20-30 Minuten. Ich nur so, wann das in etwa ist. Rumgedruckse, aber ich hatte eine Auskunft. Am nächsten Morgen halt aufgestanden, um ein braves Kind zu sein und zum Mittagessen da zu sein. Klingelt mein Telefon, während ich noch in Unterwäsche da sitze. Mein Vater. Er geht jetzt los. Ich nur wohin denn? Ja Bruderherz sei ja gleich bei ihm. Ich hab das schon gar nicht mehr kommentiert, hab mich angezogen und bin zum Treffpunkt los gerannt. Bruderherz und Frau stocksauer – keine Ahnung was Vatern ihnen erzählt hat. Mein Bruder meinte nur zu mir, nachdem ich ihm erzählt habe was los war, dass Vatern eben so ist.

Und das war nun nur ein Geburtstag vor Jahren. So läuft es aber seit Jahren. In den WM und EM Jahren sehe ich bereits im Dezember nach, wer an meinem Geburtstag spielt. Plane dann mit ein, wer evt. wann welches Spiel sehen möchte. Plane Freizeitaktivitäten meines Vaters, Schlafbedürfnis meines Vaters, Arbeitszeiten meines Bruders und evt. Fernsehprogramm meines Vaters mit ein, bevor ich mir Gedanken mache, was wir wann wie machen könnten. Und meistens endet es damit, dass mein Vater irgendwie mir immer sein Ding aufdrängt.

Ab sofort feiere ich an meinem Geburtstag nicht mehr. Noch wissen meine Angehörigen das nicht. Die werden richtig sauer sein. Was mir egal ist. Ich will an meinem Geburtstag machen was ich will und zu den Uhrzeiten, zu denen ich will.

Die geplante stationäre Therapie rückt auch in greifbare Nähe. Letzte Woche wollte man mich von einem Tag auf den anderen aufnehmen. Ich hatte aber im Vorfeld bereits gesagt, dass ich Vorlauf brauche. Nun stehe ich halt weiter auf der Warteliste. Es macht mir Angst. Aber ich habe auch Hoffnung auf Veränderung.

Laut Frau Sonnenschein merkt sie mir an, dass ich ein Soziales Kompetenztrainig gemacht habe. Ich hätte mich zum Vorteil verändert. Ich nehme es einfach mal als Kompliment.

Dafür klappt es an anderen Stellen gar nicht. Ich habe ja auch eine Haushaltshilfe. Die mir an sich helfen sollte. Meistens wischt sie nur kurz durch und im Bad mal dünn drüber und labert mich voll. Wenn ich nicht aufpasse, labern wir über 2 Stunden. Absolut witzig finde ich (Achtung Ironie), dass sie mir zeitweise mehr abrechnen. Eine Abrechnung habe ich gesehen, da steht eine ganze Stunde mehr drauf. Kommentierte meine Haushaltshilfe damit, dass mir ja kein Nachteil entsteht, da ich ja die Leistungen nicht aus eigener Tasche bezahle und der Kostenträger mir nicht verbrauchte Beträge ja auch nicht auszahlt.

Dafür waren meine Vermieter zugänglich, als ich erzählte, dass ich demnächst längere Zeit zur Therapie weg bin und niemand habe, der die Treppe putzt.

Es kann also nur aufwärts gehen :-)

Und apropos Grenzen setzen – eben bei meiner Familie oder meiner Haushaltshilfe, mit einer Freundin gibt es gerade auch das Problem, dass sie mir was aufdrücken möchte, was ich nicht will. Hier: Grenzen setzen finden sich ein paar wirklich gute Tipps.