Anmeldungswirrwarr

Ich bin ja mittlerweile einer stationären Therapie gegenüber nicht abgeneigt. Die Horrorklinik legte mir vor Jahren nahe, mich für ein spezielles Therapieverfahren zu bewerben, welches nicht ganz so weit entfernt stationär angeboten wird.

Ich habe mich damals auch beworben. Was damals sehr umständlich war und die besagte Klinik mehr über mich wusste, als die Horrorklinik. Anders kam ich an keinerlei Infos ran. An die kam ich aber dann auch nicht dran. Ich kam immerhin zum Vorgespräch. Dort fiel dann auf, dass ich ja Zopiclon nehme und das regelmäßig und seit Jahren. Ich habe es sowohl in einer Medikamentenliste angegeben, wie auch im Fragebogen. Und hätten die vorher mal gesagt, dass sie Benzos ausschließen, hätte ich erst nachgefragt, wie es mit Benzoderivaten aussieht.

Schlussendlich war das der Ablehnungsgrund. Der mir aber erst mitgeteilt wurde, als ich dem Arzt vom Vorgespräch hinterher telefoniert hatte. Der Arzt, der beim Vorgespräch nicht wusste, ob es auf der Ausschlussliste steht. Das sollte man an sich schon wissen, denn damals lief die Therapie als Studie und die Studienbedingungen sollte man kennen.

Der Arztbericht dazu las sich auch super. Mein damaliger Arzt/Therapeut drückte mir den grinsend in die Finger und meinte, er will mal wissen, ob mir was auffällt. Oder sagte er mir das nach meinem Lesen? Am Anfang stand, ich habe keinerlei Suchterkrankungen und das sehr ausdrücklich. Am Ende riet man zu einer Entzugsbehandlung.

Faszinierend war außerdem, dass ich, wenn ich mein Zopiclon abgesetzt habe, erst noch zu einer Testung soll. Die Testung durfte ich aber nicht vorher machen.

Nun sind die aus der Studienphase raus. Mich interessiert das Konzept, weil es sich mehr in der Vergangenheit bewegt. Der Arzt, der damals wollte, dass ich das unbedingt mache, fand genau den Punkt doof. Ach ja, genau der Punkt ist der einzige Unterschied zur reinen DBT. Er, der mich für die DBT ungeeignet fand.

Nun soll man da an bestimmten Tagen zu einer bestimmten Uhrzeit anrufen. Da gibt man seine grobe Daten an und dann ruft einen irgendwann die Stationstherapeutin an. Das kann aber drei Wochen dauern. Wenn dann keiner angerufen hat, noch mal melden. Ich habe da vor Wochen angerufen. Nach vier Wochen noch mal. Am letzten Freitag wären die nächsten 3 Wochen um gewesen. Am Mittwoch riefen sie an, als ich arbeiten war. Ich bat um einen Anruf am nächsten Tag. Der mir auch versprochen wurde. Der aber nicht kam. Was ich ärgerlich empfinde.

Heute rief wieder jemand an. Der wusste vom Anruf letzte Woche nichts. Leider wusste er auch sonst nichts. Ok ich saß gerade bei Frau Sonnenschein. Aber ich sprach mit ihm. Er wollte aktuelle Probleme wissen. Welche Erkrankungen. Alles sehr oberflächlich und eigenartig. Meinte dann, ja dann würde ich nun auf die Warteliste kommen. Das könnte aber locker 3 Monate dauern.

Ich fragte dann mal, ob es keine Ausschlusskriterien gibt. Ok ich gebe zu, ich war bereits andersweitig wegen dem Zopiclon vorgewarnt. Ja, druckste er eher rum – so ala trifft auf mich ja nicht zu – keine Ahnung woher er das wissen wollte. Aber nun ja. Also Alkohol, Drogen, laber,laber, und Medikamente. Da rückte ich dann mal mit dem Zopiclon raus.

Ja, das ginge dann wohl nicht. Ich sagte gleich, was ich schon alles als Ersatz durch habe. Ob ich mir einen Entzug bei ihnen vorstellen könnte. Ich habe mal ja gesagt. Wie das denn abläuft. Naja man würde halt langsam reduzieren und durch was anderes unterstützen. Dauer so 3-4 Wochen. Ich nehme das Zeug nun seit 9 Jahren regelmäßig – ich wäre echt gespannt, wie die das schaffen würden.

Ich wollte von ihm auch wissen, wie eine Krisenintervention über Warteliste ablaufen würde. Das die Klinik mich akut nicht nimmt, weiß ich nämlich schon. Mir ging es hauptsächlich um den Zeitraum der Therapeutengespräche. Er schwallte irgendwie rum. Im Endeffekt wusste er es nicht. Aber beim Entzug wären es mindestens 50 Minuten in der Woche. Ich weiß rein zufällig, dass man in der Horrorklinik beim reinen Entzug nur mit Glück überhaupt mal längere Gespräche mit einem Therapeuten hat.

Auf alle Fälle könnte ich eben 3-4 Wochen Entzug und dann direkt in das Programm rein. Wobei er das auch nicht weiß. Aber das klärt er ab und ruft mich morgen noch mal an. Wobei das Programm 8-12 Wochen läuft. Das wären also bis zu 16 Wochen Klinik.

Will ich das wirklich? Momentan kommt mir alles sehr chaotisch vor. Da wurde nichts wirklich besprochen noch sonst was. Und zumindest mal Sucht abklären, wäre schon wichtig oder nicht? Also das man die Bewerber danach fragt.

Ich vermute ja mal stark, dass ist ein Therapeut in Ausbildung, der noch nicht lange da ist. Ich glaube ich frage den morgen mal danach.

Advertisements

Verstoert im Betreuungschaos

Eigentlich wollte ich über meine Versuche als Normalo zu Leben berichten. Ich habe beim Schreiben aber gemerkt, dass alleine das Betreuungschaos ein abendfüllender Bericht werden würde. Deshalb nur ein Bericht über das momentane Betreuungschaos.

Ich versuche weiterhin, eine Betreuung zu finden. Mittlerweile habe ich die Versuche schon schriftlich aufgelistet, um nicht konstant antworten zu müssen, habe ich schon gemacht. Das ist mittlerweile über eine DIN A 4 Seite. Leider ohne Ergebnis.

Der Kostenträger zuckt eher mit den Schultern. Man kennt das Problem. Aber ich muss mich halt weiter drum kümmern. Und wenn ich niemanden finde, habe ich eben Pech gehabt.

Meine momentane Betreuung? Ich habe bereits Anfang Dezember angekündigt, dass ich Akteneinsicht will. Das habe ich vor ein paar Wochen dann eingefordert. Mit dem Hinweis, wir fangen bei 2006 an. BeWo habe ich seit irgendwann 2006. Meine Betreuerin war erstaunt, wusste davon auch nichts. Wie war das mit fachlichem Austausch?

Man hat einen Teil meiner Akte bei geschafft.Im Laufe der Jahre hat es eine Umstellung des Computersystems gegeben. Auf die alten Sachen hätte nur eine Kollegin Zugriff und die kann meine Akte nicht finden. Auch hier fragte ich mich, wie es sein kann, dass man von mir fordert, dass ich alle Daten frei gebe, mit dem Argument, JEDER muss über mich informiert sein oder die Möglichkeit haben, sich zu informieren und nun hat nur eine Person überhaupt Zugriff.

Ganz eigenartig ist, dass ein Teil der Doku ab 2008 handschriftlich ist und man dann scheinbar doch am PC dokumentiert hat. War aber teilweise ganz witzig zu lesen. Weniger witzig fand ich, dass in der Akte auch ausgedruckte Mails von mir waren. Als meine damalige Betreuerin endlich auch Mails nutzte, hatten immer zwei Mitarbeiter Zugang zu einer Mailadresse. Mir wurde aber versichert, nur SIE liest meine Mails. Das habe ich auch mehrfach hinterfragt. Und nun finde ich meine Mails in der Akte, auf die jeder Zugriff hat. Ich hätte die Mails zwar entfernen dürfen. Aber meine neue Betreuerin sagte mir auch, dass sie! jederzeit Zugriff auf die Mails hat. Und die Mailadresse wurde NIE von ihr genutzt. Aber sie hat Zugriff. Und das sei ja auch wichtig, weil sie ja über mich informiert sein müsste. Ganz ehrlich? Ich hätte manche Mail nicht geschrieben, wenn ich gewusst hätte, dass da alle Mitarbeiter meine Mails lesen können und dürfen.

Und ich habe der damaligen Betreuerin vertraut  und nun sitze ich da und mein Vertrauen fühlt sich mit Füßen getreten an. Erster Gedanke war, ich schreibe ihr eine Mail. Dann fiel mir ein, dass auch die dann in meiner Akte landen wird.

Meine Betreuerin meinte zu mir, dass ich mich in meiner Akte ja jetzt besser auskenne als sie. Ich dachte, ich höre nicht richtig. Ich konnte mir ein: Nicht mein Problem! nicht verkneifen. Immerhin kann sie ja drin lesen, wenn sie das will und ich kann absolut nichts dagegen machen.

Faszinierend war dann das Thema nächster Termin. Bisher arbeitete sie nur Vormittags und an einem Tag, an dem ich Nachmittags eh nicht könnte, auch am Nachmittag. Was für mich ein ganz großes Problem war. Nun teilte sie mir mit, dass sie ihre Stunden erhöht hat und an dem einzigen Tag, an dem ich kann eben auch Nachmittags arbeitet. Nur doof, dass ich da auch meine Arzttermine hinlege und noch ein anderes Angebot einmal im Monat Nachmittags an dem Tag statt findet. Mittlerweile war ich sogar bereit in den für mich sauren Apfel zu beißen und an dem Tag mit dem zusätzlichen Angebot eben Vormittags zur Betreuung gegangen wäre. Was an sich selten dämlich ist, weil ich gegen 11 Uhr den Termin gehabt hätte, der bis 13 Uhr gegangen wäre. Ich danach nach Hause wäre, um mich kurze Zeit später wieder auf den Weg in die selbe Richtung zu machen, um den Termin um 15 Uhr wahr zu nehmen.

Nun ja, statt Vormittags arbeitet sie an dem Tag Nachmittags. Wie sie da auf eine Stundenerhöhung kommt, weiß ich nicht. Ich fühle mich da mal wieder angelogen. Im Laufe der Terminsuche wollte sie einen anderen Tag versuchen. Ich zählte, mal wieder, auf, wann ich was mache und ihr wurde klar, dass nur der Tag geht. Und dann meinte sie, sie kann sich ja nicht merken, was ihre Klienten an Terminen haben. Nur doof, dass in meiner Akte ganz vorne drauf ein Zettel hängt, auf dem meine festen Termine stehen. Und ich erwarte an sich schon, dass ich nicht bei jedem Termin von Neuem erklären muss, welche Termine ich sonst noch so habe.

Vieles erledige ich mittlerweile alleine. Nicht wirklich immer gut. Ich merke, dass ich Unterstützung und Hilfe brauchen würde. Aber ich würde auf keinen Fall meine jetzige Betreuerin fragen.

Am Liebsten würde ich die Betreuung hin schmeißen. Der Kostenträger rät gerade dazu, dass ich die Betreuung nicht hin schmeißen soll. Wohl auch, weil es scheinbar so gut wie unmöglich ist, vor Ort eine Betreuung zu finden, die nicht an eine Organisation gebunden ist.