Absturz, Filmriss und Chaos

Die Geschichte mit meinem Vater nun ja, wir konnten sie bisher nicht bereinigen. Ich fragte ihn am Samstag, warum er nun urplötzlich ausmistet und bekam was in der Art zur Antwort, dass es bei ihm wie gebrannt aussieht. Er meinte, er meldet sich – da warte ich noch drauf.

Den vermuteten Reiseföhn wollte ich zumindest mal prüfen. Packte ihn Samstag Morgens aus und stellte fest, es ist ein Lockenstab. Noch dazu klebte das Ding so sehr, dass ich es lieber nicht in die Steckdose steckte. Ich habe das meinem Vater mitgeteilt und ich darf das Ding weg schmeißen. Ich hab ihm aber gesagt, dass er doch weiß, dass ich keinen Lockenstab benutze.

In der Woche drauf ging es leider ähnlich mies weiter. Ok ich kam erst gar nicht wieder auf die Beine und mich zog dann einfach noch mehr runter.

Termin bei der Wunderärztin. Laut Frau Sonnenschein, sollte ja Wunderärztin mit mir die Patientenvereinbarung besprechen. Die wieder rum war der Meinung Frau Sonnenschein macht das. Habe ich aber irgendwie erwartet.

Wunderärztin stellte aber klar, dass das Ding mehr oder weniger kein Wunschkonzert ist (und eben auch nicht dazu dienen soll der Klinik eins auszuwischen – was eh nicht meine Absicht war). Die Klinik könnte mir das anbieten, was im Vordruck steht. Ich kanns nehmen und wählen oder sein lassen. So ganz grob gesagt. Von ihrer Aussage zu Asylanten wusste sie nichts mehr. Nur doof, dass mich genau diese Aussage am meisten runter gezogen hat.

Es ging auch um den ITP (Hilfeplan für die Betreuung), den ich mit meiner Betreuerin fertig gestellt hatte. Da tauchten nämlich Fragen zur Diagnose auf. Meine Betreuerin hat die Diagnose schädlicher Gebrauch von Benzos raus gelassen, weil wir beide der Meinung sind, es besteht in dem Sinn keine Suchtproblematik.

Irgendwie war der ganze Termin „komisch“. Wunderärztin hat ein paar Sachen gesagt, die ich nicht nachvollziehen kann. U.a. das sie eben ein Problem mit meinem Zopiclon hat. Das Zopiclon Thema für sich ist, war mir vorher bewusst. Bisher hat sie mir aber gegenüber sich eher in die Richtung geäußert, sie findet es generell nicht gut, sieht aber, dass ich da bewusst mit umgehe. Ich es nicht auf Dauer missbrauche und so weiter.

Auf einmal hat sie nun ein riesiges Problem damit. Sie hätte mir das ja nur weiter verschrieben aus Respekt vor dem Kollegen, der es mir vorher verschrieben hat. Bla Bla Bla usw. Irgendwann kam auch Respekt vor mir – verstehe ich zwar nicht, aber gut. Sie hätte keinen Überblick wie viel ich daheim habe usw. Genau dafür gab es mit ihr eine Absprache, wie viel ich bekommen kann. Und ich habe ihr IMMER gesagt, wenn ich mehr genommen habe. Und ich kann schon irgendwie verstehen, wenn ihr das Bauchweh macht, da sie mich eben nicht einschätzen kann, weil ich wenig Auskunft darüber gebe, wie es mir geht. Aus Angst vor dem was passieren könnte. Ich kann es ja ein wenig verstehen, aber sie war generell so unfreundlich/unwirsch – keine Ahnung wie ich es nennen soll.

Es ist nun nicht so, dass ich es in den letzten Jahren nicht versucht habe abzusetzen. Mit mässigem Erfolg. Ich aber weiß, wenn ich nicht schlafen kann, werden die Suizidgedanken so drückend…. Sie ist der Meinung, eine Nacht ohne Schlaf macht nichts. Das es bei mir dann aber mehr Nächte werden und ich phasenweise über Wochen hinweg kaum, nicht oder sehr schlecht geschlafen habe… nun ja. Sie meinte irgendwas von wenn man die eine Nacht nicht schläft, schläft man die nächste Nacht. Ich weiß aber leider, dass dem nicht so ist. Und ich weiß, dass ich ihr schon erzählt habe, was schlechter/kaum Schlaf mit mir macht.

Ich fragte sie zum Abschluss, was es für Möglichkeiten an Bedarfmedikamenten gibt. Seroquel lehne ich mittlerweile ab. Alle anderen hatte ich an sich schon und teilweise mit unschönen Wirkungen und Nichtwirkungen. Mir war es aber gerade einfach egal, weil ich nur aus dem Loch raus wollte. Ich hätte fast alles noch mal versucht. Ach ja Atosil, was mal geholfen hat, lehnt die Klinik ab. Würde ich gerade auch nicht drauf bestehen.

Sie meinte dann, sie hat in Prüfungszeiten Tee getrunken gegen gesteigerte Anspannung und pflanzliche Sachen hätten auch geholfen. Näher geraten hat sie nichts. Ich erzählte in dem Zusammenhang, dass man im stationären Bereich schon versucht hat, ob ich mit so einem Einschlaftee schlafen kann. Ok ein paar Mal wurde ich genötigt das Zeug zu trinken. Ich habs halt gemacht, damit Ruhe war. Auch mit der Hoffnung das Zeug hilft. Egal – sie erwähnte nicht, welche Tees ich trinken soll.

Am Vortag hatte mir die Therapeutin geschrieben, bei der ich in der Woche noch einen Kennenlerntermin haben sollte. Von der Stelle, die mich an sich vermittelt hatte, hatte ich einen Fragebogen, von dem ich aber nicht wusste, ob ich den zu ihr mitbringen soll. Ich hatte extra gefragt, ob ich was mitbringen soll. So fragte ich via Mail halt nach dem Fragebogen und schrieb an sich auch klar, dass ich damit gerade überfordert wäre.

Sie hat mir geantwortet, dass sie den Fragebogen braucht und ich den ausfüllen soll, so weit es geht. Sehr sinnig wenige Tage vor dem Termin. Endete auch mit Betreuerin hat mich heulend am Telefon. Die dann zu mir meinte, ich muss ja nicht alles machen und so weiter. Schlussendlich hab ich den Fragebogen fertig gemacht. Jede Frage abgetippt und am PC ausgefüllt. 14 Seiten. Und meiner Betreuerin geschickt.

Der Fragebogen hat mich auch noch mal runter gerissen (ok das war vor Wunderärztin). Ich habe mit erschrecken fest gestellt, dass mir keine guten Worte zu meinen Eltern einfielen. Auf die Frage zur Beziehung zu meiner Mutter habe ich nur schwierig geschrieben. So viele Sachen kochten hoch.

Nun ja Betreuerin rief dann nach dem Termin bei Wunderärztin an, hatte mich total verstoert und hat den Fragebogen kurz besprochen. Ich war zeitweise wohl kaum mehr zu beruhigen und war mehr am Heulen, als am Reden. Noch während des Telefonats habe ich mich selbst verletzt. Nicht das erste Mal in der Woche. Aber das erste Mal seit Jahren, dass ich zumindest überlegt habe, ob ich zum Nähen gehen muss. Etwas was ich bisher vermieden habe.

Den Termin bei der Therapeutin hätte ich am Liebsten abgesagt. Aber ich bin hin. Darüber erzähle ich ein anderes Mal.

In der folgenden Woche taten die letzten Wunden weh, die vorher eben nicht weh getan haben. Da ich keinen gültigen Tetanusschutz hatte, besuchte ich meine Hausärztin. Nun habe ich einen Tetanusschutz und die Wunde sei ok.

Mein linkes Auge zickte auch. Tränte seit Wochen. Die Tropfen der Augenärztin halfen nicht wirklich. Die ich dann auch im Chaos zwischen Wunderärztin und Kennenlerngespräch abgesetzt hatte, weil sie eh nichts brachten und ich es nicht auf die Reihe bekam, sie regelmäßig zu nehmen. Augenärztin hatte aber gesagt, wenn es nicht besser wird, muss ich in eine Augenklinik und den Tränenkanal spülen lassen.

Nun ja die Wunde war erst mal wichtiger. Hausärztin meinte aber, Tränenkanal wird auch ambulant gespült. Also wollte ich am nächsten Tag zur Notfallsprechstunde der Augenärztin und die noch mal fragen. Abends habe ich mit warmen Kompressen rum gemacht. Stehe am nächsten Morgen extra früh auf und bin fit wie ein Turnschuh. Augen schmerzte nicht mehr und auch psychisch fühlte ich mich wie zum Bäume ausreißen. Augenarzt gestrichen und lieber zur ehrenamtlichen Tätigkeit gefahren (die ich vorher halbwegs abgesagt hatte).

Das Hoch hält so halbwegs. Ich stelle aber mal wieder fest, dass ich zeitweise rund um meine Periode so reagiere. Dieses Mal waren es fast drei Wochen Ausnahmezustand. Und ich habe teilweise einen Filmriss – wo ich nicht weiß, was da alles gelaufen ist.

Das heutige Gespräch mit Frau Sonnenschein war auch nicht wirklich prickelnd. In mir ist nämlich der Gedanke gereift, dass ich vielleicht nicht die richtigen Worte gefunden habe, um beim letzten Klinikaufenthalten klar zu machen, dass ich Suizidgedanken/absichten habe. Ich wollte von ihr wisse, was ich sagen muss, wenn ich so bin. Erklärte es mit, ob es einen Zaubersatz gibt. An dem Wort biss sie sich leider fest. Und sie ist ziemlich angepisst, weil mal wieder der letzte Klinikaufenthalt Thema war. Und ich bin kein Stück weiter mit dem Problem: Was mache ich, wenn es mir wirklich schlecht geht?!

Väterliche Ignoranz oder das Eindringen in meine Welt

Das Verhältnis zwischen mir und meinem Vater ist nicht einfach. War es sicherlich auch nie. Er hat seine eigene Art, die nicht ganz einfach ist. Ich habe (leider) auch meine eigene Art und irgendwie prallen immer wieder zwei Welten aufeinander.

Meine Eltern mussten vor über zehn Jahren nicht ganz freiwillig umziehen. Mein Vater hat die neue Wohnung nicht wirklich gefallen und ich frage mich bis Heute, warum er damals nichts zu seiner Frau gesagt hat. Allerdings ist die Wohnung recht groß. Vor und bei dem Umzug hieß es aber immer wieder, man könne nicht alles mitnehmen. Was klar war, da die vorherige Wohnung größer war, beziehungsweise es damals eben noch eine zweite Wohnung und einen Speicher gab. Daraufhin trennte sich meine Mutter von vielem was ihr lieb geworden ist. Mein Vater hingegen hat alles mögliche mit genommen.

Meine Mutter erkrankte da wohnten sie noch keine 2 Jahre dort. Schon im Jahr nach dem Umzug kam es zum großen Erwachen, als die Nebenkostenabrechnung kam und mein Vater wollte umziehen. Kind such mal eine Wohnung für uns. Nichts war recht usw. Bis dahin waren auch noch lange nicht alle Umzugskartons ausgepackt.

Dann erkrankte meine Mutter. Da kam mein Vater irgendwann, wir müssen umziehen, die Wohnung ist zu teuer. Wie er bitte mit einer krebskranken Frau umziehen will – interessierte ihn recht wenig. Ich war dazu nicht bereit. U.a. weil ich den Umzug vorher gemacht habe, dafür fast meinen ganzen Jahresurlaub geopfert habe und im Endeffekt nur Vorwürfe gemacht bekam. Somit wurde das Thema erst mal zu den Akten gelegt.

Nach dem Tod meiner Mutter sprachen sowohl mein Bruder, wie auch ich einen Umzug an. Ich bekam so was in der Art zu hören, dass er sich den Umzug nicht leisten kann. Das eine neue Wohnung wesentlich günstiger ist und er die Umzugskosten innerhalb weniger Monate raus hat, interessierte ihn nicht.

Ganz großer Kritikpunkt meines Vaters ist immer, was Mama alles angeschafft hat und vieles xfach vorhanden ist. Er ist genau so. Da wird nicht ein Teil gekauft, sondern x. War ja so günstig, kann man sicherlich mal brauchen.

Als meine Mutter Fasching 2007 ins Krankenhaus kam und absehbar war, sie kommt nie wieder heim….. naja sie konnte Monate vorher schon nicht mehr wirklich. Mein Vater war immer ein Mensch, der alles fallen ließ und es blieb liegen. Meiner Mutter mal Hausarbeit abnehmen? Nein er doch nicht. Auch hier baten wir beiden Kinder an, wir helfen ihm nach dem Tod unserer Mutter. Nein braucht er nicht.

Nun ist er seit Jahren in Rente. Ich war seit Jahren nicht in der Wohnung. Die sah beim letzten Mal schon schlimm aus. Ich habe einmal zusammen mit ihm die Küche gemacht, was sich so gestaltet hat, dass er sagte wir machen das gemeinsam und mich dann alleine machen ließ, mir aber xfach sagte, ich solle ja nicht an seine Zeitschriften gehen. Die sich im Wohnzimmer bis sonst wohin stapeln. Das war wenige Monate nach dem Tod meiner Mutter und da lag immer noch die Tischdecke auf dem Esstisch, die meine Mutter aufgelegt hatte. Die entsprechend aussah.

Vor vielen Jahren äußerte mein Vater mehrfach den Wunsch nach Internet. Ich besorgte einen gebrauchten PC, kaufte mit Mamas Geld einen Drucker, besorgte sonst noch alles mögliche. Der PC wurde nie aufgebaut, stand bei mir, ich hab ihn entsorgt, weil der eindeutig irgendwann zu alt war. Mein Bruder besorgte zwischenzeitlich dann einen PC, der ebenfalls nie aufgebaut wurde, aber immerhin im elterlichen Haushalt steht.

Vor kurzem rief mein Vater an. Er kommt nun vorbei und holt irgendwas. Und er habe da noch Teile von dem PC, den ich ihm geschenkt habe, das bringt er mir auch, ich kann es ja sicherlich besser gebrauchen. Ich war soooo sauer. Er brachte den Kram auch. Wahllos irgendwelche einzelnen Stecker, ein uraltes Modem usw. Gut das man keine Modems in dem Sinne mehr benutzt, kann er nicht wissen. Aber die lieblose Art…. WIR haben uns da Gedanken gemacht. Ich war in x Geschäften wegen dem Drucker (der PC hatte ein altes Betriebssystem und die Drucker alle nur auf neuere PCs ausgelegt). Und er knallt mir die Sachen einfach hin. Zum letzten Geburtstag habe ich ihm einen Receiver besorgt, den er dringend brauchte. Angeblich geht der nicht. Meint er zu mir, er bringt mir den vorbei, dann kann ich den zurück geben, dann hat er keine Arbeit mit dem Entsorgen. Ich nur so: Dann muss ICH den entsorgen. War ihm egal, Hauptsache er hat keine Arbeit damit. Btw. derjenige, der mir den verkauft hat, der hätte den auch bei meinem Vater angeschlossen. Dazu hätten wir aber wissen müssen, dass der nicht geht.

Vorhin hustet es im Hausflur bei mir oben. Ich dachte so: Mein Vermieter? Dann klopft es. Ich überlegte so, was der wohl nun jetzt von mir will? Auf unangekündigt stehe ich gerade so gar nicht. War es mein Vater. Der Glück hatte, dass ich überhaupt daheim war. Aber nun ja. Während ich eine Jeans suchte, die ich für ihn geflickt hatte, packte er aus. Als erstes drückte er mir einen Adventskalender in die Finger. Den habe ich vor drei Jahren selbst gemacht in wochenlanger Kleinarbeit. An sich sammel ich die im November ein und fülle die wieder. Der ist in einem Schuhkarton für Stiefel verpackt. Nimmt also in meiner kleinen Wohnung auch richtig viel Platz weg.

Dann packte er weiter aus. Einen Reiseföhn. Super ich hab hier schon einen von ihm, der nicht geht. Ich nur so: Geht der noch? Er nur: Keine Ahnung. Wird wohl auch so eine Aktion ala Hauptsache weg gewesen sein. Dann noch Schneebesen. Ich war soooo froh mal einige los geworden zu sein und er knallt mir wieder welche hin.

Er hat gemerkt das ich sauer bin. Fragte dann auch. Ich sagte dann zu ihm, dass ich nicht weiß, warum er mir JETZT den Adventskalender bringt, ich hätte eh keinen Platz, will umziehen und zehr den nun überall mit. Er drehte sich wortlos um und ging.

Er hätte mindestens mal fragen können. Ist das zu viel verlangt? Statt dem steht er unangekündigt hier, knallt mir irgendwelchen Kram hin und ist angepisst, weil ich ihm nicht um den Hals falle.

Ich habe meinem Bruder das vor Kurzem mit dem PC erzählt. Er meinte dann, Vater hätte ihm schon gesagt, dass er ihm die Fonduetöpfe bringt. Die mein Bruder nicht brauchen kann.

Keine Ahnung, warum er nun Knall auf Fall alles mögliche los werden will. Würde er es irgendwie erklären, als einem seinen Abfall wortlos hin zu knallen, könnte ich damit evt. leben. Aber so tut es gerade nur weh.

Ich denke leider in der letzten Zeit viel über meine Kindheit und meine Beziehung zu meinen Eltern nach. Mit meinem Vater war das Verhältnis nur richtig gut, als ich im selben Beruf gearbeitet habe. Aber auch nur dann, wenn wir uns nicht ins Gehege kamen. Sprich ich seiner Ansicht war. Ich kann mich nicht erinnern, dass mein Vater mich irgendwie mal richtig gelobt hat. Bis heute sagt er nie von sich aus, dass ich was gut gemacht habe. Die Jeans hat er mit einem Danke angenommen. Mehr nicht. Ich höre immer nur, was man besser machen kann. Wenn was nicht klappt wie er will, dann kann das gar nicht sein.

Letzte Woche kam er, er sucht einen Artikel aus der Zeitung. Er weiß aber nicht von wann. Ich soll im Internet schauen. Ich komme da aber gar nicht ran. Evt. kostenpflichtig. Was ich irgendwie nicht einsehe, weil er sich so Sachen auch einfach raus schneiden könnte. Er hat zwischenzeitlich schon mal nachgefragt. Kann gar nicht verstehen, dass ich mit der und der Autor und das steht in der Zeitung immer auf Seite X auf der rechten Seite nichts anfangen kann. Denn laut ihm muss das gehen. Laut ihm, der vom Internet nur das weiß, was er in irgendeiner Zeitung gelesen hat.

 

 

Lichtblick im dunklen Chaos

Das Gespräch mit der Horrorklinik hat mich irgendwie dauerhaft runter gezogen. Immerhin komme ich zu der Erkenntnis, dass ich nicht wirklich los lassen kann. Somit die Klinik für mich zumindest im stationären Rahmen nicht mehr in Frage kommt. Nur doof, dass es die einzige Klinik ist, die mich im Akutfall behandeln darf. Was mich weiter ankotzt.

Ich merke auch, dass ich Schutzmechanismen habe, die andere vor den Kopf stoßen. Zum Beispiel eben das Tag ist gut, mir geht es gut, das Leben ist schön und ich kann mich glaubhaft von Suizidgedanken distanzieren. Es gibt aber mir Sicherheit. Oder auch Fragen mit eigenartigen Kommentare kommentieren. Bsp: Frau Verstoert Sie sollten eine Therapie machen. Antwort: Ja, aber ich bin doch schon vom weltbesten Therapeuten behandelt worden! Für mich eine Art des Umgangs damit. Klar stehe ich mir damit selbst im Weg. Aber sonst würde ich wohl ganz daran zerbrechen?

Frau Sonnenschein sagte letzte Woche zu mir, dass Wunderärztin das wohl weiter mit mir besprechen würde. Ich bin gespannt, denn eigentlich weiß ich, dass Wunderärztin sich da auf Frau Sonnenschein verlässt?

Immerhin gibt es wegen einer Therapie Lichtblicke. Die Chefin der Organisation, bei der ich vor Kurzem war, hat eine ambulante Therapeutin gefunden, außerhalb ihrer Organisation, die mich eventuell behandeln würde.

Dort habe ich auch schon angerufen und sie hat zurück gerufen und wir haben einen Termin für ein Erstgespräch gemacht. Sie klang sehr nett. Hatte auch kein Problem damit, dass meine Betreuerin mit kommt. Sie war an dem Punkt paranoide Persönlichkeitsstörung ein wenig komisch und bei dem „schädlichen Umgang mit Benzos“. Meine Betreuerin meinte zu dem schädlichen Umgang mit Benzos, dass ich an sich sehr verantwortungsvoll mit meinem Schlafmittel umgehe. Der Therapeutin habe ich auch gleich gesagt, dass es eben nur das Schlafmittel ist und ich Tavor und Konsorten ablehne.

Irgendwie freue ich mich darauf. Stecken sicherlich auch Hoffnungen mit drin. Problematisch wird, dass die Therapeutin keine Kassenzulassung hat. Was dann heißt, ich muss ins Kostenerstattungsverfahren. Meine Krankenkasse hat vor längerem mal signalisiert, dass man mir auch eine Therapie bei jemand ohne Kassenzulassung bewilligen würde. Ich überlege nun, ob es sinnvoller ist, erst bei der Krankenkasse nach zu fragen oder eben Therapeuten anzurufen, von denen ich weiß, dass sie mich nicht nehmen werden. Wobei ich eine Absage schon schriftlich habe.

Ganz große Sorge macht mir der Punkt Suizidalität. Wird sie mich deshalb ablehnen? Mir erst zu einer stationären Therapie raten? Immerhin wäre ich bereit weiter mein Sätzchen runter zu rattern. Was ja auch nicht immer so war.