Wenn Weihnachten naht

War ja ne nette Idee mit meinem Plan jedes Wochenende zu bloggen. Sorry.

Ich war ein wenig im Stress. Einmal weil mein Vater einen runden Geburtstag hatte. An einem Wochenende und auch wenn er keine Gäste einladen wollte, waren wir morgens frühstücken und Abends Essen und in seiner Stammkneipe. Was man nicht alles macht. Ab und an würde ich mir wünschen, man würde das auch sehen. Ich bin weder Frühaufsteher, noch mag ich Kneipenbesuche, noch einen betrunkenen Vater. Aber er war meinem Bruder so dankbar, weil der den Tag finanziert hat + Fresskorb. Da kann ich nicht mithalten. Aber nun ja, was solls.

An dem Wochenende war auch ein Freund zu Besuch. Also nach den Feierlichkeiten. Der Abend mit ihm war super toll, aber eben gepaart mit Vaters Geburtstag anstrengend.

Wobei ich mir gerade auch nicht wirklich klar darüber bin, wie ich die Beziehung zu diesem Freund definieren soll. Ich mag ihn, vermisse ihn auch. Will ich mehr? An sich ist er nicht mein Typ, hat auch Verhaltensweisen, die nicht meine Welt sind. Aber ich fühle mich sicher. Allerdings weiß ich mit Sicherheit, dass ich nicht bereit bin mit einem Mann zu schlafen. Wäre also unfair ihm gegenüber.

Ansonsten bin ich ein wenig im Weihnachtsstress. Da ich ja im Oktober und November so lange krank war, hinke ich hinterher. Wobei meine Familie ja eh nichts mehr bekommt, die haben einen dicken Adventskalender bekommen. Aber so Kleinigkeiten für Betreuerin, Frau Sonnenschein, Wunderärztin usw. Also habe ich noch ein paar stressige Tage vor mir.

Psychisch ging es mir relativ gut. Momentan habe ich eher einen Durchhänger. Keine Ahnung warum. Weil Weihnachten naht? Weil ich gerade mal wieder merke, wie alleine ich bin? Weil es mir irgendwie vor Weihnachten graut? Heilig Abend Mittagessen bei mir. Würstchen und Kartoffelsalat – weil es meine Familie will, ich hasse Würstchen und Kartoffelsalat. Was für mich auch heißt, ich muss früh aufstehen. Erster Feiertag gehen wir Mittag Essen. Also noch mal früh aufstehen.

Die Gedanken kreise nun natürlich wieder um Weihnachten. Um die letzten Lebensmonate meiner Mutter. Um Erinnerung an alte Weihnachtsfeste, die teilweise so schlimm waren, dass ich heulend das Elternhaus verlassen habe und heulend in meiner Wohnung saß und mir damals nur das Leben nicht genommen habe, weil ich dachte, ich brauche ein Testament. Heute denke ich oft, warum habe ich Rücksicht genommen? Warum wollte ich meiner Mutter das nicht antun? Heute denke ich, das größte Problem meiner Familie wäre gewesen, dass ihr Kind sich an Weihnachten das Leben genommen hat. Welch ungünstiger Zeitpunkt.

Ansonsten geht hier gerade alles kaputt, was sicherlich auch zu meiner schlechten Laune beiträgt. Mein Trockner, gerade mal 4 Jahre alt und ein Markengerät „trocknet“ nur noch kalt – sprich der läuft über Stunden und ich hole dann die klatschnasse Wäsche raus. Zum Glück ist mein Bad groß, der Wäscheständer stört trotzdem.

Warmes Wasser habe ich auch keines mehr in der Küche. Das Gerät dafür habe ich vor 5 Jahren ersetzen müssen. Durch einen Handwerker. Der Spaß hat mich damals 300 Euro gekostet. Wobei ich vermute, der ist nicht richtig angeschlossen worden hier oben. Aber wie beweise ich das? Nun hab ich jemand gebeten, da mal nach zu sehen und das klappt irgendwie gerade nicht. Und es nervt, Spülwasser entweder mit dem Wasserkocher heiß zu machen oder im Bad in einem kleinen Eimer zu holen.

Ich stopfe seit Jahren nur irgendwelche Löcher. Vor 5 Jahren das Warmwassergerät und mein Herd. Im Jahr drauf den Trockner. Dieses Jahr neue Waschmaschine. Letztes Jahr der Umzug und an sich suche ich weiter eine Wohnung. Mein Kühlschrank wird es auch nicht mehr lange machen.

Ich bin so weit mich zu fragen, ob ich es mir finanziell noch leisten kann, krank zu sein. Von einem Einkommen, welches mit Sozialleistungen auf Hartz 4 Niveau ist, ist das auf Dauer nicht möglich. Da Hartz 4 an sich ja auch keine Dauerleistungen sein soll, ist es eben nur für das Nötigste ausreichend.