Willkommen Suizidalität

Da ist sie wieder und fast kommt sie mir vor, wie eine alte Bekannte. Die Suizidalität. Gerade raubt sie mir wieder mal die Kraft und vor allem auch den Lebensmut. Und eigentlich weiß ich, das geht rum. Aber die Zeit bis es rum geht, ist so verdammt hart.

Irgendwie wird mir auch bewusst, das zieht sich gerade schon über eine Woche. Wirkliche Auslöser? Ich weiß es nicht.

Samstag zickte mal wieder meine Waschmaschine. Die Sicherung flog mal wieder raus und das zieht mich immer runter. Weil das Geld für eine Neue nicht da ist. Ich mit dem Kauf enorme Probleme hätte. Mit viel Glück war es „nur“ die Steckdose. Was nun aber auch heißt, ich muss das meinen Vermietern bei bringen, die mir so oder so wieder mal sagen werden, dass das ja gar nicht sein kann.

Wohnungssuche ist auch Thema für sich. Ich habe dazu an sich keine wirkliche Kraft. Mir graut es vorm Umzug, vor der Umstellung und so weiter. Ich weiß aber auch, dass ich hier auf Dauer nicht glücklich werde. Mir graut es regelmäßig davor, die vier Stockwerke hoch zu steigen. Ich versuche die Gänge zu vermeiden.

Die Gedanken kreise um vieles. Klar auch um den letzten Klinikaufenthalt. Auch um den Gedanken, evt. doch wieder Therapie zu machen. Traue mich nicht.

Momentan kann ich es nicht ändern. Aber es strengt an. Und es ist gerade mal wieder so eine Phase, bei der ich nicht wirklich weiß, wie lange ich es aushalten kann (aushalten muss?)

Gedankenwirrwarr

Mal wieder durcheinander und ich weiß nicht wirklich warum.

Diagnostik ging letzte Woche weiter. Zumindest habe ich (bisher) keine negativistische Persönlichkeitsstörung. Da fiel ich raus. Wobei ich einige Fragen nur so beantworten konnte, wie ich sie beantwortet habe, weil sich da meine generelle Einstellung geändert hat.

Eine Online-Bekannte hat am WE ihr drittes Kind bekommen. Ich freue mich durchaus für sie. Aber mir gehen klar auch Gedanken durch den Kopf, dass ich mir meinen Kinderwunsch abschminken kann.

Thema ist sowohl bei Frau Sonnenschein, wie auch bei Wunderärztin ansonsten Patientenvereinbarung. Vielleicht liest hier jemand mit, der bereits eine hat? Ich scheue ja noch davor. Stellte die Woche auch die Frage in den Raum, wie weit die rechtlich bindend ist. Denn es geht ja darum, so Situationen, wie beim letzten Klinikaufenthalt zu vermeiden.

Endergebnis an sich, die Klinik ist in allen Fällen fein raus, falls wieder was schief läuft. Denn die Klinik kann ja jederzeit sagen, dass das eben nicht möglich war. Also das nicht möglich war, was vorher mit ihr schriftlich vereinbart wurde.

Generell finde ich es eh nun ja zum Kotzen, dass schriftliche Dinge fest gehalten werden müssen, die selbstverständlich sein sollten. Die zum Teil auch in Psychiatrieratgebern stehen.

Und ganz besonderes Highlight: Wunderärztin und Frau Sonnenschein sollen/wollen das mit mir gemeinsam machen. Wunderärztin ist aber nur Ambulanzärztin. Nun meinte man zu mir, man setzt mit mir so ein Ding auf und dann legt man es den Stationen vor und die sollen noch ihr ok geben. Ich sehe hier kommen, dass der Oberarzt nur lacht und sagt, dass geht nicht. Mit dem Unterschied, dass aus dem Ding ja auch klar meine Ängste hervor gehen. Somit Angriffsfläche biete. Sprich, die wissen dann, mit was man mich bestrafen kann.

Frau Sonnenschein tendiert eh eher zu einem Vordruck. Ich habe mir mal Vordrucke angesehen. Das meiste würde in der Klinik vor Ort gar nicht gehen, weil die Gegebenheiten eben nicht gegeben sind.

Betreuerin meinte mal dazu, ich hätte nichts zu verlieren. Ich habe ganz große Sorge, dass wieder was schief läuft… und ich dann wieder falle. Woher soll denn Vertrauen kommen? Btw. warum muss ich ehrlich zu Menschen sein, die mich zum Teil offen (und nachweisbar) angelogen haben?

Heute erzählte mir die Vertretung meiner Betreuerin, dass eine Ärztin, die ich auch kannte, gestorben ist. So alt war die doch noch gar nicht. Die lernte ich bei meinem ersten Aufenthalt in der Tagesklinik kennen. Sie war für mich der erste Mensch in dem Rahmen, dem ich vertraut habe. Auch einer der Menschen, der mich bitter enttäuscht hat. Immerhin war sie der Meinung, meine ach so schlimme Essstörung, die bis dahin niemand interessiert hatte, sei schlimmer als Borderline. Btw. stellte im Endeffekt sie die Borderline-Diagnose.

Fakt ist, sie wechselte irgendwann die Klinik. Leider nur in das nächste Haus, welches mich evt!!! aufnehmen würde müssen. Ein Grund für mich, da nie Patientin sein zu wollen. Anna wechselte später auch dort hin. Anna wird wohl noch da sein. Aber immerhin hätte ich das Problem mit der Ärztin los? Öffnet sich da gerade eine neue Tür?

Heute wollte ich zum Sport und habe verschlafen. Mein Körper fordert wohl gerade alles mögliche ein. Ich bin gespannt.

Gammelwoche

Ich habe die Woche tatsächlich nur rum gegammelt, obwohl ich ja sooo viel machen wollte. Nun ja, ist passiert. Die nächste Woche habe ich schon wieder mehr Termine und noch dazu kommt ein Handwerker der Stadtwerke, der auch in die Wohnung muss. Also ist aufräumen angesagt.

Die Woche war ich bei einer Wohnungsbesichtigung. Ich wusste zwar vorher, dass ich die Wohnung eher nicht nehmen werde, aber ich dachte mir, die Übung tut mir gut. Ich konnte mich erstaunlich gut verkaufen. Zumindest stehe ich nun auch bei der Dame auf der Liste.

Hier im Haus ist es weiter Thema für sich. Zurzeit sind die Handwerker in der Nachbarwohnung. Vor meiner Wohnungstür sieht es wüst aus. Aber macht ja nichts, denn Frau Verstoert wird den Dreck natürlich mal wieder weg machen (müssen). Vor erst bleibt er liegen!

Gedanklich hänge ich sonst wo. Immerhin habe ich einen Brief an Anna angefangen. Werde ich den je beenden?

Die Tage habe ich mit zwei Frauen geskypt, die ich schon länger kenne. Naja wir haben nebenbei gespielt. Ich weiß nicht, wie man ein Gespräch beginnt und somit war eher schweigen angesagt. Irgendwie kamen wir auf das Thema Jurastudium zu sprechen. Etwas was mich schon lange wirklich reizt. Da ich aber nur die Fachhochschulreife habe, nicht so ganz einfach. Noch dazu würde ich eben wenn gerne am Wohnort studieren. Eventuell noch in der Nachbarstadt. Jura ist aber eben ein Hochschulstudium. Nächste Uni ist in der Nachbarstadt und dann eben noch mal etwa eine Stunde weg.

Ein Weg, den viele Studenten und auch Berufspendler auf sich nehmen. Ich aber weiß, dass ich das nicht lange mitmache. Deshalb lohnt der Kampf nicht, um eben an der Uni in der Stadt weiter weg studieren zu dürfen.

Gegen ein Studium spricht außerdem meine finanzielle Situation. Mit Studium bin ich aus dem Leistungsbezug raus. Klar konnte ich mich auch schon ohne Leistungen ernähren. Aber dann noch Semestergebühren bezahlen? Und so kleine Dinge, wie eben Druckerpapier etc pp sind auch nicht drin.

Würde ich ein Studium schaffen? Anna meinte mal, dass sie Probleme hatte. Deshalb hat sie mir das auch nicht zugetraut? Keine Ahnung. Aber was zählen Annas Worte noch?

Nun habe ich mal wieder den Faden verloren. Eine meiner Skypekontakte meinte, ob ich den Jura würde studieren wollen. Als ich ja sagte, meinte eine nur: OH Gott. Keine Ahnung welche von Beiden. Aber es beschäftigt mich sehr.