Familienbande

Die Woche läuft gerade mal alles irgendwie wieder schief. Pfingsten habe ich in einer kochend heißen Wohnung verbracht und habe es mal wieder bereut, dass ich dem Umzug zugestimmt habe. Dafür war ich dann eben im Park, was bei der Hitze kein angenehmer Fußmarsch ist. Aber besser als hier einzugehen.

Dienstag Abend rief dann Vatern an. Zu einer Uhrzeit, zu der er nie telefonieren mag, weil er da ja kochen muss. Ach ja ich koche da an sich auch. Er wollte nun wissen, wie der Fernbus fährt usw. Dann ging es um die Frage nach einer Unterkunft. Ich meine die Beerdigung ist schon nächste Woche Dienstag. Fällt ihm also früh ein.

Er meinte dann, er bringt mir das Geld für den Bus am Mittwoch vorbei. Da bin ich arbeiten Papa. Wie arbeiten? Ei ja, ehrenamtliche Tätigkeit. Ja wann ich den weg gehe. Dann kommt er dann vorher. Wie ich das hasse. Ich bat ihm an, ich brauche das Geld nicht schon am Mittwoch morgen und er kann es auch in den Briefkasten schmeißen. Nein er bringt mir das Geld morgens, bevor ich aus dem Haus gehe. Widerspruch war sinnlos und ich kochte.

Abgesprochen war, er kommt, wir sehen kurz nach einer Unterkunft. Mittwoch morgen klingelt es. Ich drücke auf und mache mich weiter fertig. Seiten mit Unterkünften schon geöffnet. Kein Vater in Sicht. An die Sprechanlage: Papa? Ja! Kommst du nicht hoch? Ei er dachte ich muss weg. Hätten wir auch angeblich so abgesprochen. Ich nur so, dann muss er warten. Eilte mich, schrieb von der nähsten Unterkunft die Telefonnummer auf und bin runter. Drückte ihm das in die Hand und er fängt noch ein Gespräch an, welches ich dann mit einem: Ich muss los! abwürgte.

Zwischenzeitlich teilte er mir mit, er kommt am Freitag wegen der Unterkunft. Papa, da ist meine Haushaltshilfe da. Ja das sei ja egal, er bringt auch Fisch mit. Ich noch mehrfach, dass ich da nicht kann. Doch, doch er kommt und bringt Fisch mit.

Donnerstag Abend rief ich ihn an, von wegen ob er bei der Unterkunft angerufen hat, von der ich ihm die Nummer gegeben habe. Die ich ihm gegeben hatte, weil die Preise im Internet sich auf längere Aufenthalte bezogen, er aber nur eine Nacht bleibt. Er weiß nicht wo er die Nummer hin hat. Aber wir hätten ja abgesprochen, dass er morgen kommt und wir das machen. Ich hätte am liebsten gebrüllt: DU hast das entschieden und das gegen meinen Willen. Ich habs über mich ergehen lassen. Sagte ihm, dass ich keinen Fisch will. Warum denn nicht? In einem beleidigtem Ton. Ich habe ihm vorher schon erklärt, ich will Mittags auf ein Fest und würde gerne dort was essen.

Wir haben abgesprochen, er kann um 12 Uhr kommen, weil um 13 Uhr meine Haushaltshilfe kommt. Er kam um 12.15 Uhr. Wie immer also. Ich habe da auch keine langen Diskussionen mehr geführt und war kurz angebunden. Zwischendurch teilte er mir noch mit, wann er und mein Bruder sich auf dem Fest treffen und wo. Ich gab ihm noch das Hemd, welches ich besorgt und gewaschen und gebügelt hatte. Außerdem die 2 andere Hemden, die ich nicht sauber bekommen habe, die aber unbedingt behalten wollte. Die knüllte er in seinen Rucksack und packte das gebügelte Hemd dazu. Entlockte mir dann ein: Dann hätte ich es auch nicht bügeln brauchen! Ja, wir er das denn sonst in den Rucksack packen soll. War mir dann auch egal, er muss es tragen.

Fest war so naja. Meine Schwägerin sprach mich dann an, ich soll ein wenig freundlicher zu meinem Vater sein. Dabei habe ich mich echt zusammen gerissen. Und dann auch ein Großteil dessen was los war aus mir raus brach. Ja dein Vater wird halt älter, ihre Eltern werden auch älter und damit schwieriger und das muss ich akzeptieren usw. Ich soll halt nein sagen, wenn ich was nicht will. Also zumindest was meinen Geburtstag betrifft. Was ich bisher keine Ahnung wie oft versucht habe. Und er immer seinen Kopf in irgendeiner Form durch gesetzt hat.

Muss ich wirklich alles immer akzeptieren? Ist es wirklich zu viel verlangt, wenn ich nur erwarte oder eher erwünsche, dass er einfach mich mal akzeptiert? Auch mal ein Nein akzeptiert? Und ich bin zeitweise echt am überlegen ob ich ihm zu liebe das Problem zwischen uns an meinem Geburtstag einfach löse. Dann wäre das Theater, dass er mir ständig diktiert, wie er meinen Geburtstag mit mir verbringen mag, endlich gelöst.

 

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