Dem Gedankenkarusell mal wieder entkommen?

Das Zusammentreffen mit Anna, das „neue“ Medikament, zweimal sehr frühes Aufstehen… forderte irgendwie seinen Tribut. Ich war am Dienstag Nacht schon mies drauf. Am Mittwoch hatte meine Betreuerin ihren Spaß an mir.

Gesprächsthema im Endeffekt, ob ich Anna nun schreibe oder nicht. Sie meint weiterhin, ich soll es lassen, weil ich dann wieder voll drin bin. Außerdem würde Anna mir eh nicht antworten. Bzw. befürchtet sie, dass ich egal wie Anna reagiert enttäuscht sein werde. Sie befürchtet, ich würde trotzdem auf eine Antwort von Anna hoffen und wäre enttäuscht, wenn keine Antwort kommt. Oder ich wäre enttäuscht, wenn eine Antwort kommen würde. Wobei mir eigentlich klar ist, falls sie antwortet, dass da kein bisschen Vertrauen mehr da ist und ich ihr wahrscheinlich kein Wort glauben würde.

Thema war somit auch der letzte Klinikaufenthalt. Mal wieder. Sie meint, ich wüsste doch für mich, dass Fehler gemacht worden sind. Nur mir persönlich bringt das wenig, weil es mich so sehr verletzt, dass ich eben ständig Vorwürfe gemacht bekam. In jedem Ratgeber für Patienten der Psychiatrie steht, dass Patienten dort abgeholt werden sollten, wo sie sind. Geschah bei mir eindeutig nicht. Warum hat das keiner gesehen? Warum bekam ich immer wieder gesagt: Das wissen Sie doch!

Und ich kanns drehen und wenden wie ich will. Ich muss an sich aus der Schleife raus. Was sich so einfach sagt. Wird man mir wieder sagen, dass ich das doch weiß? Wird man wieder Wissen voraussetzen, welches ich nicht habe?

Mindestens bin ich nicht mehr ganz so mies drauf wie am Mittwoch. Allerdings zeigte mir das auch, dass ich es nicht schaffe, auf Dauer früh aufzustehen. Wobei ich durchaus früher ins Bett bin. Aber Schlaf gerade auch nicht wirklich mein Ding ist. Meistens werde ich wegen meinem Rücken wach, kann aber immerhin meistens wieder einschlafen.

Nächste Woche ist der nächste Termin bei Wunderärztin. Da geht es dann wohl mit der Diagnostik weiter. Ich habe Frau Sonnenschein angerufen, damit sie Wunderärztin bitte mitteilt, dass sie dafür Sorge tragen soll, dass ich mir nicht den Schuh anziehe, dass ich ein schlechter Mensch bin, weil ich nun mal so bin, wie ich bin. Das befürchte ich nämlich, dass ich mal wieder genauso reagieren werde. Nach dem xten Mal erklären, kam glaube ich auch an, was ich an sich will.

Meine Vermieter habe ich heute auch mal getroffen. Nächsten Monat gibt es Rauchmelder. Ich bin gespannt. Ich frage mich allerdings, wann sie mir das mitgeteilt hätten, wenn sie mich nicht zufällig gesehen hätten? Und natürlich mal wieder ein Mittwoch. Mit viel Glück kommt der Mensch früh genug, damit ich zu meinem ehrenamtlichen Job gehen kann.

Advertisements

Schizophrenes Tourette

Die Überschrift klingt ein wenig provokant, betrifft aber ein Erlebnis heute, welches mich beschäftigt.

Ich ging heute Einkaufen. Voll beladen betrat ich den Laden, weil ich vorher noch Verpackungsmaterial organisiert hatte. Vorm Laden fiel mir schon eine Frau auf. Vielleicht so alt wie ich? Plus/Minus 5 Jahre. Irgendwie redete die vor sich hin. Wirkte aber ansonsten nicht so, wie hier fiele wirken. Leider haben wir hier in der Gegend viele Besoffene, die teilweise eben auch orientierungslos sind.

Die Frau betrat quasi mit mir den Laden. Irgendwie dachte ich da irgendwie, sie könnte Tourette haben? Keine Ahnung, an was ich das fest gemacht habe. Einfach ein Gefühl. Auch im Geschäft murmelte sie vor sich hin. Ich hatte irgendwie das Gefühl, ob ich sie mal fragen soll, ob alles ok ist. Habe mich dann aber doch nicht getraut.

Ich stand dann in einer der zwei Schlangen an der Kasse an. Irgendwann hörten wir alle nur eine Frau brüllen und mit Beschimpfungen um sich werfen. So was in der Art: Geh weg! Lass mich in Ruhe! Gesehen haben wir nichts. Aber es machte schon irgendwie Angst.

In dem Moment dachte ich, dass könnte die Frau sein? Das ist nicht zwingend nur Tourette, dachte ich. Schizophrenie evt? Oder beides zusammen? Geht das? Und ja sie machte auch mir Angst. Ich hatte keine Angst vor ihr, sondern Angst davor, auch mal so hilflos zu sein.

Das Verkaufspersonal muss sich wohl in irgendeiner Form um sie gekümmert haben? Der Securitymensch tauchte zumindest wieder im Kassenbereich auf. Die Filialleiterin stand auch neben einer Kasse und wartete. Ich wollte mich nicht länger dort rum drücken. Auch aus Angst davor, was ich evt. zu sehen bekomme? Zu sehen, wie „Normalos“ mit ihr umgehen? Hätte ich was tun können?

Ich habe durchaus auch Momente, in denen ich komisch reagiere oder eigenartig bin. Wenn es mir ganz schlecht geht zum Beispiel. Ich kann dann zwar die einfachen Dinge befolgen. Sprich meine Ware holen, an die Kasse gehen, bezahlen…. dabei freundlich zu den Verkäuferinnen sein. Aber ich bin auch sehr leicht reizbar. Und wirke sicherlich in den Momenten auch so, als wenn ich neben mir stehe. Was ja durchaus stimmt. Alles andere ist einfach jahrelang trainiert.

Ich habe Angst, auch mal mit meinen paranoiden Gedanken laut zu werden. Damit „unangenehm“ in der Öffentlichkeit aufzufallen.

Gleichzeitig frage ich mich gerade, ob ich zu den Verkäuferinnen hätte was sagen sollen? Wobei die eher die Schiene fahren dürften, wenn sie alleine nicht einkaufen gehen kann, ist das nicht deren Problem?

Wie hättet ihr gehandelt?

Allein, Allein

Hymne meines letzten Klinikaufenthalts war Allein, Allein von Polarkreis 18. Das dudelte mein iPod ständig. Und genauso fühlte ich mich auch.

Gestern Abend schaltete ich in einen Film, in den es u.a. um alte Menschen im Altenheim ging. Da merkte ich mal wieder, wie alleine ich mich manches mal fühle. Bzw. an sich fühle ich mich im normalen Alltag nicht wirklich alleine. Klar bin ich alleine, aber es belastet mich meistens wenig.

Was mir aber Angst macht, alleine zu sterben. So doof es klingt. An sich könnte ich doch froh sein, wenn da keiner ist, der mich betrauert. Dann hätte ein Suizid doch seine Berechtigung? Oder nicht?

Ich merke aber auch, wie sehr ich, wenn auch oft unbewusst, andere Menschen von mir stoße. Auch irgendwie nicht mehr bereit bin, mehr Nähe zu zu lassen. Mir auch die körperliche Liebe gar nicht fehlt. Auch weil ich es nicht kenne? Oder weil es mir zu „anstrengend“ ist, was eben so eine Beziehung mit sich bringt?

Trotzdem wäre es schön, wenn mal jemand da wäre. Wobei ich mich eh nicht trauen würde, mich jemand anzuvertrauen. Den ganzen Tag drehen sich die Gedanken schon um das Thema und um Anna. Ich hab ihr vertraut, sie hat mich erst weg geschickt und mich dann bestraft (und wurde dafür auch noch bezahlt). Wie soll mich jemand mögen/schätzen/lieben, wenn es noch nicht mal Menschen schaffen, die beruflich mit Menschen, wie mir zu tun haben?

Wie kann ich jemand erklären, dass mir manche Dinge einfach fehlen?

Allein, Allein…..

Bratwurst ohne Anna

Samstag stand das allsamstägliche Bratwurstessen mit Vatern an. Das machen wir an sich jeden Samstag, wenn ich nicht gerade einen unpassenden Tafeltermin habe. Heute klappte es mal wieder. Während wir da standen und aßen und plauderten schweift mein Blick durch die Gegend. Auch zur Schlange am Stand. Und da nickt mir eine junge Frau freundlich zu. ANNA.

Damit habe ich gar nicht gerechnet, gebe ich zu. Irgendwie hatte sie mich auch so lange angeschaut, bis ich geschaut habe? Bisher war ich auch der Meinung, sie ernährt sich zumindest vegetarisch, wenn nicht sogar vegan.

Komisch das ich in den letzten Tagen wieder vermehrt an sie denke. Schreib ich den Brief nun oder nicht? Gedanklich am verfassen bin. Immer wieder die Frage an mich, was ich erwarte? Ich würde ja sagen, ich hoffe auf Kontakt…. mache ich das? Irgendwie würde ich einfach gerne verstehen, warum es damals so passiert ist. Warum sie mich verlegt hat. Warum mir immer wieder gesagt wurde, man sei ja aus allen Wolken gefallen, weil ich von jetzt auf gleich Suizidgedanken geäußert habe. Warum mir niemand wirklich zugehört hat. Immerhin beweist die Dokumentation ja, dass ich im Vorfeld mehrfach darüber gesprochen habe.

Die Ehrenamtaktion klappte ganz gut. Ich kam zum Aufbauen und ging wieder und kam zum Abbauen und blieb da auch nicht bis zum Schluss. Wurde akzeptiert. Und ich bin gelobt worden. Was mir ziemlich gut tut.

Entgegen meiner Gewohnheiten bin ich vor 6 Uhr aufgestanden. Da war ich auch richtig stolz drauf. Hatte das auch wo anders gepostet. Es kamen die üblichen Hinweise, dass ja andere Menschen jeden Tag so früh aufstehen. Ich hasse das. Ich habe nun lange genug gebraucht, um einfach zu akzeptieren, dass ich eben einen anderen Tagesrhythmus habe und mich nicht zwanghaft dem anpassen muss, was andere für richtig halten. Schlussendlich habe ich für mich nun daraus gezogen, dass ich mich dort zurück ziehen werde und lieber hier anonymer schreiben werde.

Im Zusammenhang mit der Aktion des Ehrenamts habe ich aber auch gemerkt, dass mir das eindeutig zu viel war. Ich war den ganzen Tag wie erschlagen. Allerdings habe ich wegen meinem Rücken auch Schmerzmittel genommen, die eindeutig müde machen. Ich bin gespannt, wann der endlich wieder richtig gut ist. Immerhin habe ich Samstag keine Schmerzmittel mehr genommen. Da die ebenfalls abhängig machen sicherlich eine weise Entscheidung.

 

Psychischer Rücken

Auf mein Tagebuch kann ich immer noch nicht zugreifen und bekomme scheinbar auch keine Antwort, was ich irgendwie verstoerend finde. Aber noch warte ich halt mal ab.

Ich habe mit meiner Betreuerin darüber gesprochen, was ich da gelesen habe. Was mich schon beschäftigt hat und wohl immer noch beschäftigt. Mich beschäftigt aber auch die Aussage von Wunderärztin, dass die eine „Erkrankung“ schon in den ersten 6 Lebensmonaten ihren Anfang findet. Bisher dachte ich die Geburt meines Bruders brachte den Stein ins Rollen? Meine Betreuerin meinte zu mir, vielleicht hatte meine Mutter Wochenbettdepressionen. Papa brauche ich danach nicht fragen. Nun grüble ich, ob seine Schwester was bemerkt hat? Oder ob meine Patentante was weiß?

Ich helfe ja seit ein paar Monate ehrenamtlich. Ok es ist mittlerweile sicherlich ein Jahr. Ich habe auch endlich einen Ausweis und bin darauf total stolz. Allerdings verstoert mich vieles an der Tätigkeit. Es ist teilweise ein einzige Chaos. Teilweise werden sich widersprechende Aussagen innerhalb von 30 Minuten gemacht. Ich kann damit nicht umgehen.

Nun steht die Tage eine größere Aktion in dem Rahmen an. Bisher war ich immer die, die außer den „Chefs“ quasi zum Schluss da war und das gemacht hat, was sonst keiner machen wollte. Kein Problem für mich. Allerdings eben mit viel körperlicher Arbeit, die an sich für eine Frau zu schwer ist, verbunden. Nun ist die Aktion die Tage wesentlich größer. Mir graute es davor wieder alleine da zu stehen. Sagte nun mehrfach klar, dass sie sich darum kümmern müssen, dass da noch ein paar Leute mehr zu da sind. Ja ja weiß man alles usw. Wusste man auch bei den anderen Aktionen. Da hieß es dann, ach da kamen so viele plötzlich nicht. So viele haben sich gar nicht gemeldet usw. Irgendwie alles komisch.

Nun habe ich seit dem letzten Wochenende wieder so Rückenschmerzen, dass ich mich kaum bewegen kann. Die Arbeit kann ich also nicht machen. Hatte nun Sorge, wie ich das am besten vermittle. Rief dann die Tage an und sagte es eben und das ich eben im kleinen Rahmen helfen, aber die Abschlussarbeit auf keinen Fall machen kann. Nun bin ich gespannt.

Ich überlege aber nun, ob das die körperliche Reaktion auf meine Sorge, dass ich da wieder alleine da stehe, ist. Denn ich habe sogar davon geträumt, wie alle verschwunden sind und ich wieder mit den „Chefs“ alleine da stehe.

Dann nehme ich ja mal wieder das Antidepressiva, welches eben auch zur Rauchentwöhnung dienen soll. Hatte ich zwischenzeitlich wegen der Nebenwirkungen abgesetzt und doch wieder angesetzt. Und nun gerade geht es mir damit nicht gut. Passend eben zur Monatsblutung.

Bei Ebay verkaufe ich zur Zeit auch ein paar Sachen. Die meisten Sachen gehen für einen Euro weg. Ich sage mir halt, mindestens Platz. Aber Bücherkisten mit über 20 Büchern für einen Euro, da schlucke ich dann schon. Egal, Hauptsache weg.

Manche Punkte ärgern mich trotzdem. Ich bereichere mich nicht an den Versandkosten. So nehme ich für eine Büchersendung, die 1 Euro Porto kostet 1,30 Euro. Ich muss die Versandtasche kaufen, verpacke das Buch in einem Gefrierbeutel, die Sendung wird mit Musterbeutelklemmen verschlossen, die ich ebenfalls kaufen muss, wird noch nett mit Aufklebern verziert (ok das ist mein Bier)…. ich finde da 30 Euro nun wirklich nicht zu viel. Aber meine Bewertungen bei den Versandkosten sind nicht die Besten.

Wobei das nun natürlich nicht nur die Bewertungen für die Büchersendungen sind. Ich habe auch andere Dinge verkauft, wie eben Bücherkisten mit bis zu 26 Büchern. Da klebt teilweise eine halbe Rolle Klebeband drauf. Eine Rolle kostet 1 Euro. Ich verlange einen Aufschlag von um die 50 Cent. Dafür ist Polstermaterial im Paket, das Paket muss besorgt, wenn auch nicht gekauft werden, das Versandetikett muss gedruckt werden, ich schleppe die Pakete aus dem 4. Stock runter und so weiter. Und meine Pakete sind wirklich sehr ordentlich verpackt.

Warum erwartet eigentlich jeder, dass Privatverkäufer kostenlos versenden. Wenn ich nun mal rechne. Bücherkiste mit 26 Büchern. Verkaufspreis 1 Euro. Da gehen die Ebaygebühren von 10% noch runter. Meine Bank nimmt für jede Buchung Geld. Das Versandetikett druckt sich auch nicht allein. Stromkosten habe ich auch. der Karton muss besorgt werden. Das Klebeband muss bezahlt werden. Ich lege bei den Paketen immer noch was dazu. Klar das müsste ich nicht, aber ich finde dann kann man auch fair bewerten. Also wenn ich nun sagen wir eben weiter Bücherkisten mit um die 20 Bücher versteigere. Keine Versandkosten nehme. Dann lege ich noch drauf :-(. Es ärgert mich einfach.