Anna-Kreisel

Irgendwie war ich dank Inventur berauscht. Mir ging es psychisch halbwegs gut. Das Gefühl gebraucht zu werden vielleicht? Ich weiß es nicht. Trotzdem plagt mich weiter mein Rücken. Ansonsten fühle ich mich gerade so ohne Ziel oder so.

Eigentlich müsste ich in meiner Wohnung was machen. Aber Irgendwie weiß ich mal wieder nicht wo anfangen und eigentlich will ich hier raus.

Ansonsten drehen sich die Gedanken wieder mal um Anna. So viele Gedanken. Wie würde ich reagieren, wenn ich sie sehen würde? Was würde ich ihr sagen? Und eigentlich weiß ich, dass ich wahrscheinlich wortlos vor ihr stehen würde.

Ich überlege weiter ihr einen Brief zu schreiben. Immerhin wäre er wohl weniger umfangreich als zu den Zeiten, als ich diesen Blog hier begonnen hatte. Trotzdem würde ich wahrscheinlich immer noch keine Antworten bekommen. Für sie geht das Leben weiter und ich kehre noch an den Scherben zusammen. Klingt gerade vorwurfsvoll? Klingt so nach: Anna ist die Therapeutin, die mein Leben versaut hat. Klar denke ich das manches Mal. Allerdings spielen da wohl viele Faktoren mit rein, für die sie nicht direkt verantwortlich ist.

Ich hänge in Gedanken, denn irgendwie …. fangen wir anders an. Ich suchte irgendwann mal Hilfe. Diese Hilfe stellte sich als Katastrophe heraus. Ich zog mich mehr zurück, hatte aber immerhin die Diagnose Borderline. Ich brauchte vier Jahre um wieder relativ klar und deutlich zu sagen, dass es mir wirklich mies geht. Ich brauchte vier Jahre. um dieses Vertrauen zu haben. Und nun ja das Vertrauen endete für mich auf einer Geschlossenen mit irre vielen Vorwürfen mir gegenüber.

Die Aktion jährt sich demnächst zum vierten Mal. Und ich merke das ich gerade wieder bereit wäre jemand zu vertrauen. Mir z.B. eben auch einen ambulanten Therapieplatz zu suchen. Da ich aber ja weiß, dass diese vier Jahre ein mieser Turnus sind usw. (ja ich drehe mich mal wieder im Kreis).

Heute stand der erste Termin dieses Jahr bei Frau Sonnenschein an. Da ich letztes Jahr die Schiene gefahren bin, ihr weitgehendst die Antworten zu geben, die sie hören möchte, dachte ich mir, ich kann die „Taktik“ ja auch mal ändern. Denn im Endeffekt weiß ich mittlerweile, dass ich gut geübt jedem versichern kann das es mir gut geht und ich keine Suizidgedanken habe und mich davon distanzieren kann. Egal wie mies es mir geht.

Ich dachte mir, ich kann ihr klar sagen, dass ich meine Taktik nun ändere und nun mal nach dem handle, was ich in der Horrorklinik gelernt habe. So wäre die Standardantwort eben: Das wissen Sie doch! …. ja irgendwie kindisch, aber gleichzeitig auch Ausdruck davon, was in mir vorgeht.

Man/Ich lese immer wieder, dass man den Patienten dort abholen sollte, wo er eben steht. Ich war total hilflos und wusste gar nicht was passiert. Ich bekam auf meine Fragen nur: Das wissen Sie doch! zu hören. Außerdem eben Vorwürfe, dass ich das nie hätte sagen dürfen.

Vorfälle und Aussagen, die mich heute daran hindern, noch mal Hilfe zu suchen. Hätte ich wirklich anders handeln können? Ist es wirklich meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Therapeuten, Ärzte und Team sich gut fühlen? Tief in meinem innersten denke ich, ich darf über Suizidgedanken sprechen. Tief in meinem innersten denke ich, es gibt sicherlich Wege solche Situationen gemeinsam zu lösen. Aber ganz oben drauf schwimmt immer noch, ich darf nie wieder darüber sprechen, denn ich werde dafür bestraft.

Ach ja im Gespräch mit Frau Sonnenschein ging es auch um das Thema neue Wohnung. Ich meinte, dass ich teilweise auch in der Nachbarstadt schauen. Was aber dann eben ein absoluter Bruch mit meinem jetzigen Umfeld wäre. Denn dann fiele die Betreuung weg. Die Termine bei ihr wahrscheinlich auch. Wobei es kein Problem wäre eben die Institutsambulanz der Klinik weiter als behandelnde Stelle zu haben. Allerdings sagte ich zu ihr, hätte ich dann wieder Chancen auf einen stationären Akutaufenthalt. Denn zur Zeit würde mich die Klinik dort ja nicht nehmen.

Irgendwie zerbreche ich daran, bzw. fresse wieder alles in mich rein. Genau das hat an sich Ende 2005 den Stein ins Rollen gebracht. Und ich bin gerade kein Stück weiter, was ich nun mit Anna mache. Zeitweise war ich auch am Überlegen, ob ich ihr nicht einfach den Link zu dem Blog hier schicken. Sie kann sich dann ja recht schnell zusammen reimen, dass mit Anna sie gemeint ist….

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