Wenn einem alles zu viel wird….

Termin fürs EEG steht. Ich konnte die überzeugen, dass sie mir einen Termin an einem Tag geben, an dem ich eh im Haus bin. Immerhin etwas. Aber es ist nicht möglich die Ergebnisse gleich in die PIA zu schicken. Also turne ich weiter den Ergebnissen hinter her.

Mieterschutzbund hat eine nette Rechnung geschickt. Für die Schreiben wollen die ja extra Geld. Über 40 Euro für zwei Schreiben? Wobei bei einem nur das erste Schreiben kopiert wurde. Soll meine Betreuerin mit mir klären.

Ansonsten geht es mir nicht wirklich gut und ich weiß nicht wirklich warum es so ist. Ok ich habe meine Periode und da ticke ich ja öfters mal anders. Aber irgendwie ist es gerade wieder extrem. In einer Community habe ich nun mitgeteilt, dass es mir nicht gut geht und ich entweder jemand ungespitzt in den Boden ramme oder hier mein persönliches Blutbad anrichte und ich deshalb erst mal Abstand brauche. Immer noch besser als jetzt jeden anzuzicken.

Ok da gabs am Wochenende auch ein wenig Unstimmigkeiten. Ich habe zu Weihnachten eine kleine Wichtelrunde organisiert. Bereits zum dritten Mal. Die ersten beiden Jahre ging an sich auch alles relativ glatt. Ich gebe zu, ich hatte ein wenig den Überblick verloren, wer schon was hat und wer nicht. Zeitgleich haben wohl ein paar der Leute noch in einer anderen Gruppe gewichtelt. Da überschnitten sich die Sendungen und keiner wusste, aus welcher Gruppe die nun sind.

Ich habe extra darum gebeten, bis spätestens am 17. die Päckchen zu versenden. Könnte ja sein das Schnee liegt und vor Weihnachten sind die Postlaufzeiten durchaus auch mal länger. Am 21.12. bekomme ich eine Mail, die ich natürlich auch erst spät Nachmittags bekommen habe, weil ich an dem Tag erst spät ins Netz bin. In der Mail die Info, dass da was nicht verschickt ist und man es auch vor Weihnachten nicht mehr schafft.

Bei ihr lief wohl schon vorher einiger im Leben falsch. Ich hatte das nicht auf dem Schirm usw. Nur wo so schnell noch ein Geschenk bis Weihnachten verschicken? Also Empfängerin benachrichtigt und angeboten ich schicke noch was, schicke was zwischen den Jahren, schicke was nach Weihnachten…. wollte sie nicht.

Man versprach mir, es wird auf alle Fälle noch was verschickt. Letztes Wochenende von der Empfängerin ein enttäuschter Post sie habe immer noch nicht. Versenderin hatte mir die Woche geschrieben sie schickt es nun weg. Ich dachte ja, das sei schon längst weg. Nun holt die Post dort die Päckchen wohl erst Montags usw.

Der Post der Empfängerin und die Enttäuschung sind nachvollziehbar. Prompt stiegen aber andere ein und es kamen Sprüche ala man habe es ja auch geschafft, man kann auch jemand beauftragen usw. Ohne die Hintergründe zu kennen. Die ich ebenfalls nicht kannte. Die ich mittlerweile nur zum Teil kenne. Und ich hätte das unter den Umständen auch nicht hinbekommen. Mich hat diese ganze Art aufgeregt. Auch dieses einzelne Worte aus meinen Posts ziehen und die ganze Story anders darstellen.

Und immer wieder der Satz, DU verstoert kannst da ja nichts dafür. Ich denke ja schon, ich hätte da mehr drauf achten können. Nun ja. Wie ich mittlerweile gelesen habe, ist bereits eine Sendung von jemand anderen ebenfalls an die Empfängerin unterwegs. Natürlich mit einem bissigen Kommentar von wegen mal sehen ob das wirklich so lange zum Versenden dauert.

Egal, lässt sich gerade nicht ändern.

Heute war meine Perle da. Die kam ja Freitag nicht und kommt dafür diese Woche eben zweimal. An sich wollte ich heute die 3 Stunden auf den Speicher und Freitag die Wohnung machen. Meine Wohnung, die verboten aussah. Weil ich es mal wieder nicht auf die Reihe bekommen habe.

Da sie recht spät kommen wollte, musste ich nicht ganz so früh raus. Wecker klingelt. Ich wache auf. Monsterlärm vor meiner Wohnungstür. Irgendwelche Handwerker die irgendwie arbeiten.

Machte mir gleich Angst. Machen die nun doch den Treppenaufgang? Haben die meinen Wecker gehört und urteilen wieder über mich? Doch Speicher und die urteilen über die Sachen, die da von mir stehen? usw.

Mittwochs gehe ich ja mittlerweile regelmäßig ehrenamtlich arbeiten. Das wurde zum Glück für morgen/heute abgesagt. Somit kann ich ausschlafen, was mir eigentlich immer gut tut. Ich hoffe zumindest, dass ich von den Handwerkern nicht wach werde.

Scheinbar werden/wurden in der Toilette vor meiner Wohnungstür nämlich neue Fenster eingesetzt. Der Schreiner soll ja eigentlich auch bei mir für Gardinenstangen sorgen. Allerdings kann man ja Handwerker auch mal ankündigen.

Sarkasmus pur beim Neurologen

Ich würde gerne ein Medikament noch mal versuchen. Nebenwirkung ist, dass es zur Rauchentwöhnung genutzt wird. Ich habe das schon mal genommen, allerdings suizidal drauf reagiert. Ok das lief bei fast jedem Medikament so. Ok bei diesem extrem. Faszinierend daran war, dass mein damaliger Arzt relativ klar sagte, dass ich da sein Versuchskanninchen bin. Von der Suizidalität habe ich ihm auch nichts gesagt. Frau Sonnenschein wusste, dass es mir damit mies geht. Ich soll mit dem Arzt darüber sprechen. Musste ich ihr auch versprechen. Sie hat ihn allerdings auch noch informiert.

Ich saß bei ihm, las von einem Zettel ab, dass Frau Sonnenschein mich gebeten hat, ihm zu sagen, dass es mir damit mies geht. Er wollte wissen ob ich Suizidgedanken habe. Ich saß da, heulte, dachte nur ich will tot sein, ich will tot sein …. und sagte ihm brav, dass der Tag schön ist, es mir gut geht und ich mich von Suizidgedanken distanzieren kann. Hätte er nur ein Wort dazu gesagt, hätte ich ihm an den Kopf geknallt, dass er mit seiner Aktion meiner Verlegung auf eine Geschlossen mit allem drum und dran doch genau das wollte. Aber er sagte dazu nichts.

Mittlerweile gibt es in der Horrorklinik die Anweisung, vor der Gabe des Medikamentes ist ein EEG zu machen. Erst hieß es, dass muss bei einem ambulanten Neurologen gemacht werden. Dann hieß es, man kann mich quasi hausintern an das Medizinische Versorgungszentrum überweise und die machen das EEG. Ich dackelte also Anfang Dezember mit der Überweisung dort hin. Nein ein EEG machen sie nicht. Ich muss erst dort zu einem Neurologen. Eine anwesende Psychiaterin, die mich zumindest vom Sehen kannte, sagte mir das auch noch mal. Und wenn der Neurologe mit mir gesprochen hat, dann würde man mich zum EEG überweisen, welches allerdings nicht bei ihnen statt findet, sondern auf einer anderen Station. Weiteres Highlight, besagter Neurologe ist nur Freitags im Versorgungszentrum. Ich bekam einen Termin für Gestern.

Mittlerweile hatte die PIA auch rum telefoniert, ob man mich nicht direkt zum EEG schicken kann. Denn es kam allen unsinnig vor, dass es ja eine klare Anweisung vom Chef der Psychiatrie gibt, dass eben vor Gabe des Medikamentes ein EEG gemacht werden muss und ich trotzdem vorher zu einem Neurologen musste. Was aber nichts änderte.

Der Name des Arztes kam mir bekannt vor. Ein Arzt der früher auf einer der Geschlossenen gearbeitet hat. Jeder der mit ihm Kontakt hatte, berichtete nur Gutes. Auch meine Betreuerin bestätigte das. Und ich harrte der Dinge.

Erst mal durfte ich 30 Minuten warten. Zum Glück habe ich mir keinen Fahrschein geliehen, denn damit wäre ich nie pünktlich zurück gewesen. Der Arzt war sehr nett. Ich war so frei und habe in der PIA darum gebeten, mir eine Überweisung ohne Diagnosen zu geben. Die standen auf der ersten nämlich drauf. Faszinierend war allerdings, dass das reichlich Diagnosen waren, zum Teil Verdachtsdiagnosen. Alle verschlüsselt. Leider habe ich die Überweisung verloren. Ich hätte da gerne nach gegoogelt.

Der Arzt fand die Aktion und das hin und her auch doof. Sagt aber, die dürfen nur ein EEG machen, wenn ein Neurologe überwiesen hat. Ansonsten haben wir sehr nett geplaudert. Ein paar sarkastische Bemerkungen konnte ich mir auch nicht verkneifen. Diagnosen durfte ich klar auch nennen. Borderline, Depressionen, Medikamentenabhängigkeit.

Wir hatten unseren Spaß. Ich bedaure es, dass der Arzt damals nicht auf der Geschlossenen war, als ich dort war. Dann wäre manches anders gelaufen. Und irgendwie macht das wehmütig.

Wir sprachen auch darüber, warum Borderlinepatienten gerne generell erst mal abgelehnt werden. Er meinte, dass es eben so sei, dass viele im Team eben frustriert seien, weil man bestimmten Patientengruppen nicht wirklich helfen kann. Ich konnte mir kurz vor Abschluss nicht verkneifen zu sagen, dass Wunderärztin die Borderlinediagnose anzweifelt und die Klinik auch nie eine Testung gemacht hat.

Besonderen „Spaß“ hatten wir an der Medikamentenabhängigkeit. Ich nannte das Medikament und er fragte prompt nach Tavor. Der typische ungläubige Blick wenn ich sage, das Zeug hat Null Wirkung. U.a. sagte ich aber auch, dass ich Diclofenac nicht vertrage. Ich dann so, statt dem nehme ich nun Medikament X. Dieses macht ebenfalls hochgradig abhängig und das weiß ich auch. Allerdings bleibt nach Diclofenac nicht mehr viel. Und ich nehme es an sich nicht regelmäßig.

Er machte sich Sorgen von wegen macht abhängig usw. Allerdings meinte er, ich habe ja klar gesagt, dass ich das Schlafmittel nicht genommen hätte, wenn ich gewusst hätte, dass ich so abhängig davon werde. Deshalb sei die Gefahr noch mal von was anderem abhängig zu werden wahrscheinlich nicht so groß.

Ich meinte dann, er soll es mal so sehen. Die Chancen das ich einen Arzt finde, der mir dieses Schlafmittel in solchen Massen unkontrolliert verschreibt, wie mir die Horrorklinik mein Schlafmittel in unkontrollierten Mengen verschreibt, seien sehr gering. Der Blick sprach Bände ala ihm ist bewusst, wie sorglos dort Medikamente verschrieben werden. An irgendeinem Punkt meinte ich, ich könnte damit handeln*g*

Ach ja nun brauche ich nur noch den Termin fürs EEG. Ich befürchte, ich werde auch daran meine Freude habe. Ach ja der Neurologe war aber froh das ein EEG gemacht wird, da sowohl das Schlafmittel, von dem ich abhängig bin, wie auch das zur Zeit eingenommene Antidepressiva Krampfanfälle wohl vermeidet oder das Risiko minimiert.

Wohnungschaos- vor erst Ruhe?

Meine Vermieter gehen mir seit neustem aus dem Weg. Wenn sie mich im Hausflur sehen oder hören, verschwinden sie schnell wieder in ihrer Wohnung. Die vom Mieterschutzbund gesetzte Frist ist ebenfalls abgelaufen. Aber immerhin ist das mit den Vorhängen hoffentlich am Laufen.

Mieterschutzbund rät, mich nun ruhig zu verhalten, es sei denn ich würde auf irgendwas bestehen wollen. Mir ist es mittlerweile egal, ob sie mir meine Lampen anschließen oder nicht. Licht habe ich ja. Die Sockelleisten sind mir an sich auch egal. Da ich das alles in einem Protokoll fest gehalten habe und dafür eine Zeugin habe, kann man mir da auch nichts wollen. Sprich man kann mir die Mängel bei Auszug nicht vorwerfen.

Wegen meiner Heizung war immerhin nun mal jemand da. Aber auch nur, weil es mein Vater noch mals direkt beim Vermieter angesprochen hat. Der Handwerker war ganz erstaunt, welch alte Therme hier drin hängt. Mal sehen ob das Teil ausgetauscht wird. Ansonsten heißt es weiter Wasser auffüllen. Was mich zwar an meine Grenzen bringt, aber das ist machbar.

Meine Vermieter haben mir ja kurz bevor das Chaos begann eine Nebenkostenabrechnung für 2012 zukommen lassen. Mit einer nicht unerheblichen Forderung an mich. Da sie aber falsche Abschläge genutzt haben, habe ich das mitgeteilt. Endstand war, wenn sie kein Geld bekommen, dann ist das in Ordnung. Sprich nun ruht das. Laut denen geht es nun Null auf Null aus.

Ich hab mich nun beim Mieterschutz kundig gemacht. Ich kann da noch bis Ende 2015 was zu sagen. Bzw. habe ich auch keine Abrechnung für 2011 bekommen. Wären für 2012 schon einige Euros gewesen. Ich vermute für 2011 auch. Falls ich bald eine Wohnung finde, bzw. vor Ende 2014, werde ich das nach dem Auszug mal einfordern. Immerhin muss ich ja auch einen Makler zum Teil bezahlen, den sie mir an sich bezahlen wollten. Und diverse andere Nettigkeiten die dieses Jahr gelaufen sind, waren ja auch nicht wirklich in Ordnung.

Wohnungssuche ist Thema für sich. Die Woche war eine tolle Wohnung in einem Vorort zu vermieten. Gute Infrastruktur. Gute Busanbindung. Nur nicht mehr im Einzugsgebiet meiner Betreuerin. Daraufhin habe ich nun mal generell Frau Sonnenschein gefragt, ob sie nicht mal mit der Organisation dort einen Kontakt herstellen kann. Einfach um heraus zu finden, ob ich mir das vorstellen kann. Sie meinte, da wäre meine Betreuerin die bessere Ansprechpartnerin.

Meine Betreuerin nun ja… sie sagte mir heute, dass in absehbarer Zeit eh ein Betreuerwechsel anstehen würde. Sie haben wohl beschlossen, dass eine Betreuung durch den selben Betreuer, sich nicht über Jahre ziehen soll. Damit die Betreuer unbefangener an die Sache ran gehen. Auf der einen Seite nachvollziehbar. Aber es macht mir Angst. Löst klar das Gefühl von allein gelassen werden aus.

Wobei es schon mal einen Betreuerwechsel gab und der nur mies lief. Bis ich halt zu meiner jetzigen Betreuerin kam. Ich die anderen Betreuer in ihrem Team an sich auch nicht sonderlich mag. Zwei sind glaube männlich und scheiden deshalb für mich aus. Von den Kolleginnen…. mit einer gibt es immer Probleme, wenn ich dort mal anrufe. Eine Kollegin mag ich sehr. Allerdings habe ich da schon lange Sorge und das auch vor längerem schon angesprochen, dass da so ein Anna Ding draus wird. Im letzten Jahr hat sie die Vertretung nicht gemacht. Mir wurde gesagt, weil sie die Vertretung für eine andere Klientin übernommen hat, die auf keinen Fall von einem Mann betreut werden soll. Meine Einwände, dass ich das an sich auch ablehne, wurden überhört.

Ich habe meine Betreuerin gebeten, dass sie sich da mal Gedanken macht, mir das anders zu erklären mit dem Betreuerwechsel, weil ich da eh bald wieder in einem Gedankenkarussell drin bin. Sie meinte, ich würde das sicherlich wieder auf mich münzen. Das die Betreuung wegen meiner Person abgegeben wird. Da hat sie ziemlich mit getroffen, was mir vorher nicht so bewusst war.

Generell ist sie mir schon wichtig. Im Endeffekt kann mir ein Wechsel aber auch Vorteile bringen. Und alles brüllt wieder innerlich: Will nicht!

Gute Vorsätze [short stories #1]

Hier Short Stories wurde die Aktion Short Stories gestartet. Jeden Monat Geschichten zu einem vorgegebenen Thema. Für Januar das Thema Gute Vorsätze und hier mein Beitrag dazu.

Short Stories 2014 – Gute Vorsätze

Rückblende

2009 ein Jahr welches geprägt wurde durch den Wunsch meines Vaters, seinen 65. Geburtstag mit seinen Kindern zu verbringen. Soweit an sich in Ordnung. Nur wollte er auf keinen Fall am Wohnort feiern, sondern verreisen. Ich davor nur Panik hatte, aber zumindest am Anfang noch zu Kompromissen bereit war. Also näher am Wohnort. Kommentar meines Vaters dazu: Es ist sein Geburtstag und er sucht aus! So in der Art.

Hinzukam, dass ich keinen Cent hatte. Er gleich sagte er kommt für alles auf. Ich ihn aber auch kenne. Hätte wahrscheinlich geheißen, ich schlafe mit ihm in einem Zimmer. Was ich absolut nicht wollte. Auch hatte ich wenig Lust dem zu erwartendem Besäufnis bei zu wohnen.

Je näher der Geburtstag kam, umso größer wurde der Druck. Ich war zu keinen Kompromissen mehr bereit. Er bestand weiter drauf, dass er seine Tochter an seinem Geburtstag in den Arm nehmen will. Ich kochte immer mehr innerlich, denn ich wusste, würde Mama noch leben würde er keinen Gedanken an uns Kinder verschwenden.

Schon wenige Wochen vor dem Geburtstag wurde klar, ich brauche einen stationären Aufenthalt in einer Psychiatrie. Zwangsmaßnahmen konnte ich bis da aus dem Weg gehen. Aber da ja nun Weihnachten auch nahte, Weihnachten für mich die Hölle ist, drängte es langsam. Es war dann auch absehbar, ich würde schon zum Geburtstag meines Vaters in einer Klinik sein. Was sich dann doch verschob.

Bis kurz vor seinem Geburtstag Ende November drängte er. Bis hin zu so Sprüchen: Hast du mich denn nicht mehr lieb? Da stehe ich total drauf. Klar habe ich ihn lieb, bin aber nun mal aufgrund meiner psychischen Erkrankung eben nicht mehr so flexibel. Wobei ich meine Familie aus dem Thema generell raus ließ.

Der Geburtstag war rum, ohne dass ich mit verreist war. Dafür befand ich mich kurze Zeit später auf einer offenen psychiatrischen Station und es war absehbar, beziehungsweise geplant, diese vor dem neuen Jahr auch nicht wieder zu verlassen.

Der Aufenthalt generell nicht der Hit war. Mir fiel es schwer mit dem Team warm zu werden und das Team machte mir die Arbeit auch nicht leichter. Ich generell eher schweigsamer wurde. Wir den Noro-Virus auf Station hatten, der sogar eine Zimmerquarantäne nötig machte und die Station so aber zumindest nur knapp belegt war. Mein Bruder zum Jahresende noch heiratete. Mein Vater zur Hochzeit krank war und versuchte die Grippe mit Hustenbonbons in den Griff zu bekommen und sich halt irgendwie dorthin schleppte.

Nach der Hochzeit, bei der er stinknormale Paracetamol meiner Schwägerin annahm, die er von mir verweigerte hatte, rief mich mein Vater an. Es ginge ihm besser und so weiter. Für mich waren die Stunden vorher die ersten Stunden seit Jahren, in denen ich wieder Mut fasste und Vorsätze für das neue Jahr und mein Leben hatte. Vater nur so, er will im nächsten Jahr mit mir verreisen. Ich nur so, ich will das nicht. Er redete endlos auf mich ein und die Ärzte würden das sicherlich auch gut finden etc. Ich habe ihm wie oft gesagt, ich will das nicht. Er war weiter von seiner tollen Idee überzeugt.

Für mich brach die Welt zusammen. Ich war so froh das sein Geburtstag rum war und das Thema gemeinsame Reise vom Tisch war. Nun sollte das nächste Jahr wieder damit beginnen, dass er mich damit wieder pausenlos unter Druck setzt? Und das ganze über mindestens 12 Monate?

Silvester. Am Morgen Gruppenvisite. Wir, ein paar wenige Patienten, zwei Schwestern und die Stationsärztin sitzen zusammen im Aufenthaltsraum und es erzählt jeder so wie es einem geht, wie er dem neuen Jahr entgegen sieht und so weiter.

Meine Mitpatienten sind in freudiger Erwartung. Im neuen Jahr wird alles besser, alles toller, es wird sich so viel verändern. Nur ich sitze da, schweige, werfe dem Team Brocken hin. Ich mache alles um die anderen in ihrer freudigen Stimmung nicht mit runter zu ziehen. Dabei habe ich Angst vor dem neuen Jahr. Vor den Erwartungen meines Vaters, der ein Nein nicht akzeptieren kann. Habe Angst nun 12 Monate regelmäßig die Diskussion zu führen. Mir immer wieder anhören zu müssen, ob ich ihn nicht mehr lieb habe. Ich für mich da keinen Zusammenhang sehe. Immer depressiver werden würde. Mal wieder nur Suizid als Ausweg sehen werde…..

Das neue Jahr wurde keine 8 Tage alt, bis man mich nicht ganz freiwillig auf eine geschlossene Station verlegte und mir bis heute Vorwürfe macht, weil ich doch tatsächlich und absolut krankheitstypisch Suizidgedanken hatte und um Hilfe gebeten hatte.

Seit den Ereignissen gehe ich Vorsätzen für das neue Jahr aus dem Weg. Aus meinen Vorsätzen, dass sich im neuen Jahr mal was bewegt wurde erst mal wieder Angst vorm Vater, dann extreme Suizidgedanken, Tage die ich mit dem Schreiben eines Abschiedsbriefes in der angeblichen Sicherheit einer Psychiatrie zubrachte und es keiner merkte und dem Abgeschoben werden, weil ich Suizidgedanken hatte. Bis heute belasten mich die Vorwürfe. Für mich ist aus diesen Vorsätzen geworden, dass ich jedem Behandler immer wieder versichere, dass der Tag gut war, es mir gut geht und ich mich glaubhaft von Suizidalität distanzieren kann. Wie eine Schallplatte und mit meinen Suizidgedanken bleibe ich allein, wissend, dass die Klinik vor Ort mich damit ungerne behandeln wird, aber nur diese Klinik mich aufnehmen darf.

Und so beginne ich auch das Jahr 2014 wieder mit dem Wissen, ich darf nicht um Hilfe bitten.

Lichtblicke

Mir fällt es gerade wieder mal schwer mich aufzuraffen. Keine Ahnung warum. Trotzdem schaffen gerade Kleinigkeiten Licht im Dunkel.

Heute war meine Betreuerin da. Der erste volle Termin in diesem Jahr. Zu erledigen war endlich die Zuzahlungsbefreiung. Der Antrag kam irgendwann kurz nach meinem Umzug und ich hab den verschusselt. Dann noch mal beantragt und bis ich dann die Papiere zusammen hatte. Da noch der Schrieb vom Arzt fehlte, konnten wir das letztes Jahr nicht mehr fertig machen und ich habs alleine nicht auf die Reihe bekommen.

Neuer Betreuungsvertrag. So was schiebe ich ja auch immer. Hab den aber immerhin mal gelesen, bevor meine Betreuerin kam. Schweigepflichtsentbindung für Frau Sonnenschein, meine Perle und Wunderärztin. An sich will ich das nicht unterschreiben. Ich habe gerne die Kontrolle darüber wer mit wem wann über mich kommuniziert. War in Ordnung, dass ich den Schrieb nicht unterschrieben habe.

Klar kam das Gespräch wieder auf den letzten Klinikaufenthalt. Meine Gedanken Anna zu schreiben. Betreuerin meint weiterhin das bringt eh nichts. Hat sie sicherlich Recht mit. Sie sagte aber auch, dass die Ereignisse mit mir hätten aufgearbeitet werden müssen und sie das auch nicht gut findet. Aber es sei nun mal vorbei.

Auf meinem Speicher waren wir auch. Mir graut es ja noch davor, wenn meine Vermieter kommen, ich soll den Speicher ganz räumen. Wenn die mir den ersten Teil lassen, würde mir das ja reichen. Ok den großen Kleiderschrank müsste man wo anders unterbringen. Was aber denen ihre Sache sein wird.

Somit immerhin ein Lichtblick. Wichtigen Papierkram erledigt. Nächste Woche ist der Mieterschutz noch mal dran. Denn meine Vermieter haben immer noch nicht das Übergabeprotokoll unterschrieben und ich nicht den Mietvertrag. Ich nehme mal an die holen zum Großkampf auf, wenn Sohnemann umgezogen ist. Was scheinbar noch dauert. Hier oben turnen die Handwerker auch gerade ständig rum und werkeln irgendwas in der Nachbarwohnung und in der Toilette auf dem Hausflur. Ich bin gespannt.

Anna-Kreisel

Irgendwie war ich dank Inventur berauscht. Mir ging es psychisch halbwegs gut. Das Gefühl gebraucht zu werden vielleicht? Ich weiß es nicht. Trotzdem plagt mich weiter mein Rücken. Ansonsten fühle ich mich gerade so ohne Ziel oder so.

Eigentlich müsste ich in meiner Wohnung was machen. Aber Irgendwie weiß ich mal wieder nicht wo anfangen und eigentlich will ich hier raus.

Ansonsten drehen sich die Gedanken wieder mal um Anna. So viele Gedanken. Wie würde ich reagieren, wenn ich sie sehen würde? Was würde ich ihr sagen? Und eigentlich weiß ich, dass ich wahrscheinlich wortlos vor ihr stehen würde.

Ich überlege weiter ihr einen Brief zu schreiben. Immerhin wäre er wohl weniger umfangreich als zu den Zeiten, als ich diesen Blog hier begonnen hatte. Trotzdem würde ich wahrscheinlich immer noch keine Antworten bekommen. Für sie geht das Leben weiter und ich kehre noch an den Scherben zusammen. Klingt gerade vorwurfsvoll? Klingt so nach: Anna ist die Therapeutin, die mein Leben versaut hat. Klar denke ich das manches Mal. Allerdings spielen da wohl viele Faktoren mit rein, für die sie nicht direkt verantwortlich ist.

Ich hänge in Gedanken, denn irgendwie …. fangen wir anders an. Ich suchte irgendwann mal Hilfe. Diese Hilfe stellte sich als Katastrophe heraus. Ich zog mich mehr zurück, hatte aber immerhin die Diagnose Borderline. Ich brauchte vier Jahre um wieder relativ klar und deutlich zu sagen, dass es mir wirklich mies geht. Ich brauchte vier Jahre. um dieses Vertrauen zu haben. Und nun ja das Vertrauen endete für mich auf einer Geschlossenen mit irre vielen Vorwürfen mir gegenüber.

Die Aktion jährt sich demnächst zum vierten Mal. Und ich merke das ich gerade wieder bereit wäre jemand zu vertrauen. Mir z.B. eben auch einen ambulanten Therapieplatz zu suchen. Da ich aber ja weiß, dass diese vier Jahre ein mieser Turnus sind usw. (ja ich drehe mich mal wieder im Kreis).

Heute stand der erste Termin dieses Jahr bei Frau Sonnenschein an. Da ich letztes Jahr die Schiene gefahren bin, ihr weitgehendst die Antworten zu geben, die sie hören möchte, dachte ich mir, ich kann die „Taktik“ ja auch mal ändern. Denn im Endeffekt weiß ich mittlerweile, dass ich gut geübt jedem versichern kann das es mir gut geht und ich keine Suizidgedanken habe und mich davon distanzieren kann. Egal wie mies es mir geht.

Ich dachte mir, ich kann ihr klar sagen, dass ich meine Taktik nun ändere und nun mal nach dem handle, was ich in der Horrorklinik gelernt habe. So wäre die Standardantwort eben: Das wissen Sie doch! …. ja irgendwie kindisch, aber gleichzeitig auch Ausdruck davon, was in mir vorgeht.

Man/Ich lese immer wieder, dass man den Patienten dort abholen sollte, wo er eben steht. Ich war total hilflos und wusste gar nicht was passiert. Ich bekam auf meine Fragen nur: Das wissen Sie doch! zu hören. Außerdem eben Vorwürfe, dass ich das nie hätte sagen dürfen.

Vorfälle und Aussagen, die mich heute daran hindern, noch mal Hilfe zu suchen. Hätte ich wirklich anders handeln können? Ist es wirklich meine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Therapeuten, Ärzte und Team sich gut fühlen? Tief in meinem innersten denke ich, ich darf über Suizidgedanken sprechen. Tief in meinem innersten denke ich, es gibt sicherlich Wege solche Situationen gemeinsam zu lösen. Aber ganz oben drauf schwimmt immer noch, ich darf nie wieder darüber sprechen, denn ich werde dafür bestraft.

Ach ja im Gespräch mit Frau Sonnenschein ging es auch um das Thema neue Wohnung. Ich meinte, dass ich teilweise auch in der Nachbarstadt schauen. Was aber dann eben ein absoluter Bruch mit meinem jetzigen Umfeld wäre. Denn dann fiele die Betreuung weg. Die Termine bei ihr wahrscheinlich auch. Wobei es kein Problem wäre eben die Institutsambulanz der Klinik weiter als behandelnde Stelle zu haben. Allerdings sagte ich zu ihr, hätte ich dann wieder Chancen auf einen stationären Akutaufenthalt. Denn zur Zeit würde mich die Klinik dort ja nicht nehmen.

Irgendwie zerbreche ich daran, bzw. fresse wieder alles in mich rein. Genau das hat an sich Ende 2005 den Stein ins Rollen gebracht. Und ich bin gerade kein Stück weiter, was ich nun mit Anna mache. Zeitweise war ich auch am Überlegen, ob ich ihr nicht einfach den Link zu dem Blog hier schicken. Sie kann sich dann ja recht schnell zusammen reimen, dass mit Anna sie gemeint ist….

Silvester… Jahresende…

Zwischen den Jahren habe ich mich mal wieder als kostenlose Inventuraushilfe zur Verfügung gestellt. Immerhin tut es meinem Ego gut und ich kann jederzeit gehen. Allerdings spielt mein Rücken nicht wirklich mit.

Silvester war an sich geplant, ich treffe mich mit Bruder zum öffentlichen Feuerwerk. Nun ist seine Frau krank und ich sitze alleine daheim. Die letzten Jahre bin ich gegen 23 Uhr ins Bett und habe den Jahreswechsel verschlafen. Da ich aber nun in einer Dachgeschosswohnung lebe, noch dazu ohne Rollläden und auch noch in der Innenstadt, dachte ich mir, ist besser wach zu bleiben, da es sicherlich extrem laut wird.

Meine Erwartungen an die Lautstärke wurden weit übertroffen. Hier hörte es sich an wie im Dritten Weltkrieg. Die Dächer der Stadt verschwinden unter einem Nebel. Und ich hab es nur als unangenehm empfunden. Wäre draußen sicherlich noch schlimmer geworden.

Wehmütig hat mich die Absage meines Bruders schon gemacht. Da raffe ich mich einmal auf und dann klappt es nicht. Wobei es mir natürlich für meine Schwägerin Leid tat. Hier vors Haus gehen wollte ich nicht, die Stimmung meiner Vermieter hätte ich nicht ertragen können.

Eigentlich lasse ich immer das alte Jahr Revue passieren. Für 2013 fällt mir nicht viel ein. Ich bin umgezogen und das nicht ganz freiwillig. Meine sichere Wohnung wurde unsicher. Es ist kein Mietvertrag unterschrieben und auch das Übergabeprotokoll ist nicht unterschrieben.

Die Aktion hat klar auch alte Wunden aufgerissen. Denn sie war mal wieder ein gutes Beispiel dafür, wie schnell ich anderen unterlegen bin, obwohl ich im Recht bin. Das man mit Geld und gesundem Geist andere leicht erpressen und unter Druck setzen kann und immer am längeren Hebel sitzen wird.

Ich würde gerne sagen, es kann nur besser werden. Leider weiß ich nur zu gut, dass es immer noch schlechter gehen kann. Deshalb hantiere ich erst gar nicht mehr der Option es könnte besser werden.

In diesem Sinne ein gutes neues Jahr allen Lesern :-)