Horrortage

Man merkt, Weihnachten nähert sich. Wobei alles halbwegs in trockenen Tüchern ist. Zumindest was die Feierlichkeiten an sich an geht.

Dienstag kurz nach 14 Uhr das Haus verlassen. Briefkasten geleert. Nichts drin. Termin Wunderärztin, in Begleitung meiner Betreuerin. Der Termin war nicht der Hit, da ich ja eh durch den Wind war, durch das Schreiben meiner Vermieter von Sonntag. Ich saß dann auch die meiste Zeit heulend da.

Thema war klar die wie soll ich es nennen Unterbringung? in einer Klinik??? Oder eh was möglich ist im stationären Bereich. Wunderärztin ist ganz angetan von einer psychosomatischen Einrichtung. Die mich weiterhin suizidal nicht nehmen. Was irgendwie schön geredet wird. Klar war auch die Klinik in der Nachbarstadt Thema. Die nehmen mich nur nach Anmeldung zur Schematherapie. Die ich an sich dort nicht machen möchte. Chef dort ist mit dem Oberarzt von hier per Du und die beiden Kliniken gehören auch irgendwie zusammen.

Ärztin war zweimal draußen. Betreuerin nutzte die Zeit mir mal wieder zu sagen, dass es ja auch ganz anders laufen kann, als ich es (mittlerweile) erwarte. Ich müsste los lassen. So was in der Art. Ich nur so, als ich das letzte Mal Vertrauen zugelassen habe und los gelassen habe, saß ich ne Woche auf einer Geschlossenen, ohne das jemand mit mir geredet hat und man macht mir bis heute Vorwürfe dafür, dass ich vertraut habe.

Sie sagt, dass ich klar über Suizidalität sprechen darf und das ich nicht davon ausgehen muss, dass man mich dann weg sperrt. Auch hier sagte ich nur, dass ich vier Jahre brauchte bis ich mich jemand anvertraut hatte und man sperrte mich weg und sagte mir, dass ich das doch gewusst habe und das ich das nie hätte sagen dürfen.

Betreuerin ist weiterhin fest der Meinung, dass man mich überall mit Handkuss mit akuter Suizidalität nimmt. Ok nicht ganz so krass. Sie meint, dass die kein Hinderungsgrund wären und es auch Optionen gibt, Patienten, die suizidal sind auf einer offenen Station zu behandeln. Klar habe ich ja erlebt. Ich, die Patientin die immer wieder als superzuverlässig angepriesen wurde und gelobt wurde wird nach einer suizidalen Ankündigung erst mal zwei Tage sich selbst überlassen, dann wird alles aus ihr raus geprügelt und dann sperrt man mich weg und man macht mir noch Vorwürfe? Wie soll ich je wieder jemand anvertrauen, wenn es mir wirklich mies geht?

Ich soll nicht ständig das schlimmste erwarten. Ich nur so, der Hauptteil meiner Behandlung setzte sich aber zusammen aus, was ich denn an Stelle anderer machen würde? Ich fragte auf der Geschlossenen total desorientiert immer wieder warum das passiert ist. Konstante Antwort: Das Wissen Sie doch Frau Verstoert! Ist es nicht auch Aufgabe einer Psychiatrie einen Patienten aufzufangen?

Während dem Gespräch mit Wunderärztin ging es dann auch um die Blutentnahme vier Wochen vorher. An sich zur Bestimmung eines Medikamentenspiegels. Ein Blutbild hat man dann gerade mit gemacht. Die Werte waren ok. Ok Cholesterin ist immer erhöht. Tja den Medikamentenspiegel hat man vergessen. Also noch mal Blutabnahme. Ich liebe diese Klinik*ironie*.

Betreuerin weg und es war ganz aus. Ich saß mal wieder heulend auf der Toilette, packte die Klinge aus usw. Konnte mich auch gar nicht beruhigen. Irgendwann klopfte Ärztin an die Tür, weil sie wissen wollte, wer da so heult. Ich versicherte das alles ok sei. Sie hätte noch eine Patientin, dann könnte ich noch mal.

Was hätte ich ihr erzählen sollen? Ich hätte eh immer wieder gesagt das es mir gut geht. Hätte mich tausendmal entschuldigt und versichert, dass ich das nächste Mal eine andere Toilette nehme. Also ging ich. Dann dachte ich, hoffentlich schickt die mir nun nicht die Polizei. Also wieder hoch, den Damen in der Anmeldung gesagt ich wolle mich abmelden und mir geht es gut.

Ich stand vor der Klinik und war nicht in der Lage in einen Bus zu steigen. Also zur nächsten Haltestelle gelaufen. Was ein ganzes Stück ist. Bis dahin hatte ich mich halbwegs beruhigt. Drückte mich eine gefühlte Ewigkeit rum, weil ich irgendwie Angst hatte heim zu gehen.

Daheim Briefkasten geleert. Wird immer mehr zur Marotte, bei jedem Betreten und Verlassen des Hauses den Briefkasten zu leeren, könnte ja was von meinen Vermietern drin sein. War es auch. Am Mittwoch gegen 13 Uhr käme ein Schreiner wegen der Jalousie. Ich solle gefälligst zusehen, dass ich daheim bin. Mittwoch wollte ich zu meiner ehrenamtlichen Arbeit, die mir enorm wichtig ist. Also geklingelt. Gesagt ich gehe Morgen an sich arbeiten. Ob der Schreiner nicht die Woche eh im Haus ist und wann anders kommen könnte. Der Schreiner habe morgen 13 Uhr gesagt. Ok ich sage Arbeiten ab.

Ich kochte innerlich, dass ich mich mal wieder so kurzfristig auf einen Termin eingelassen hatte. Noch dazu hätten die das auch erst mal mit mir besprechen können. Ob ich das überhaupt will. Statt simpler Jalousien kommt ein Schreiner. Und dann wundert man sich über die Kosten.

Ich saß nur heulend hier. Suizid erschien weiter die einzige Lösung. Tausend wenn und abers. Die größte Sorge ist immer noch, man findet mich lebend und ich lande in der Horrorklinik und der Oberarzt steht hämisch vor mir.

Mittwoch früh aufgestanden, Wohnung aufgeräumt und so weiter. So aufgeräumt war die Wohnung seit meinem Einzug nicht mehr! Dafür wartete ich dann auf den Schreiner. Zwischenzeitlich mit dem Mieterschutzbund telefoniert. Mein Mitarbeiter ist krank, so also jemand anderes. Doof ist nur, dass sich die Aussagen widersprechen.

Es war fast 14 Uhr und ich hatte mir gesagt, 14.30 Uhr gehe ich aus dem Haus. So lange muss ich nicht warten. Er kam dann aber auch bald. Ich rechnete an sich damit, dass ich das Haus verlasse und meine Vermieter mir eine Nachricht in den Briefkasten geworfen haben, dass der Termin verschoben wurde, damit ich Arbeiten gehen kann.

Schreiner schaute sich das an. Sagte was wegen Innenjalousien. Ich kommentierte nur, Außenrollläden geht ja nicht? Mit einem großen Fragezeichen. Doch das wäre gegangen, dann hätte man kleinere Fenster einbauen müssen. Ich kam mir sooo verarscht von meinen Vermietern vor, die mir ja immer wieder sagen, wegen der neuen Fenster gingen Rollläden nicht.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Denn ich bin ja nicht wirklich gefragt worden. Heute wurde mir klar, dass mir Innenjalousien im Sommer nichts bringen. Vor allem nicht, wenn sie direkt an der Scheibe montiert werden. Fenster offen geht dann nämlich nicht…. zumindest nicht, ohne das mir die Sonne rein knallt.

Meine Heizung zickt auch. Da haben wir nun zweimal Wasser nachgefüllt und die bräuchte schon wieder Wasser. Und ich heize damit nur. Normal reicht mir das über ein Jahr. Samstag habe ich es meiner Vermieterin gesagt.

Samstag war auch der Strom weg. FI Schalter. Ich bekam den nicht mehr rein. Ende vom Lied Vermieter musste kommen. Und es fiel mir schwer dort zu klingeln und um Hilfe zu bitten. Endlose Vorträge da muss ein Gerät kaputt sein und das man Samstag Abend natürlich niemand erreicht.

Nach einigem hin und her und Telefonat von ihm mit dem Elektriker: Waschmaschine kaputt. Nur doof das ich die gerade angemacht hatte und wichtige Sachen drin sind. Da denke ich dann die Tage drüber nach.

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