Ruhige Weihnachten

Irgendwie hatte ich keine Lust viel zu schreiben.

In der Woche vor Weihnachten zu meiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Mich zu Extraarbeiten überreden lassen. Dann aber schnell heim, weil ich irgendwie dachte, sicherlich wollen meine Vermieter wieder was von mir. Kam heim, hing eine Visitenkarte an der Wohnungstür, ich soll den Schreiner mal anrufen.

Erst mal zur Luft kommen und einen Moment abschalten. Da klingelte er dann auch schon an der Haustür und kam dann hoch. Schlug mir verschiedene Variationen mit Jalousien vor, die alle irgendwie doof waren und wollte sofort eine Entscheidung. Die schob ich auf den nächsten Tag.

Ich fragte ihn aber, ob er als Handwerker mir nicht was raten könnte, wie ich den Raum abdunkeln kann UND die Fenster öffnen kann. Denn beides wäre mit den Jalousien nicht möglich.

Am Folgetag probte ich sicherlich über 30 Minuten mit meiner Betreuerin, was ich wie dem Schreiner sagen kann. Denn mir war klar, ich will die Entscheidung nicht treffen, denn dann würden mir meine Vermieter das ständig aufs Butterbrot schmieren. Schreiner meinte aber gleich, er habe sich Gedanken um meine Fragen gemacht und er meint, eine Vorhangschiene sei die beste Lösung. Was in meinem Sinne ist.

Weihnachten war ok. Zumindest nicht wirklich stressig. Wobei mir zwei Tage früh aufstehen doch schwer fallen. Heilig Abend zum Mittagessen bei mir mit der Familie. Am ersten Feiertag waren wir essen. War beides ganz nett.

Ich hing später trotzdem meinen Gedanken nach. Wie gerne würde ich Weihnachten ganz mit der Familie verbringen. Bruderherz hat zwar angeboten, wir können zu ihm kommen, aber das war mir zu aufwendig. Ist halt auch nicht meine Familie. So fühlte ich mich wieder alleine.

Die Gedanken kreisten klar um Anna und den letzten Klinikaufenthalt. Soll ich Anna noch mal schreiben? Wird eh nichts bringen. Sie hat nun eine Praxis. Auf der Webseite dazu spricht sie von professioneller Distanz von Therapeuten zum Patienten. Tja die Grenze hatte sie bei mir überschritten.

Irgendwie tut es weh zu sehen das sie ihren Weg geht und ich immer noch an den Scherben, die sie mit verursacht hat, auf kehre. Ob sich die Konsequenzen je für mich ändern werden? Ich weiß es nicht. Ich denke ich werde immer davor Angst haben, noch mal jemand zu vertrauen. Was mich zwar schützt, aber verdammt weh tut.

Horrortage

Man merkt, Weihnachten nähert sich. Wobei alles halbwegs in trockenen Tüchern ist. Zumindest was die Feierlichkeiten an sich an geht.

Dienstag kurz nach 14 Uhr das Haus verlassen. Briefkasten geleert. Nichts drin. Termin Wunderärztin, in Begleitung meiner Betreuerin. Der Termin war nicht der Hit, da ich ja eh durch den Wind war, durch das Schreiben meiner Vermieter von Sonntag. Ich saß dann auch die meiste Zeit heulend da.

Thema war klar die wie soll ich es nennen Unterbringung? in einer Klinik??? Oder eh was möglich ist im stationären Bereich. Wunderärztin ist ganz angetan von einer psychosomatischen Einrichtung. Die mich weiterhin suizidal nicht nehmen. Was irgendwie schön geredet wird. Klar war auch die Klinik in der Nachbarstadt Thema. Die nehmen mich nur nach Anmeldung zur Schematherapie. Die ich an sich dort nicht machen möchte. Chef dort ist mit dem Oberarzt von hier per Du und die beiden Kliniken gehören auch irgendwie zusammen.

Ärztin war zweimal draußen. Betreuerin nutzte die Zeit mir mal wieder zu sagen, dass es ja auch ganz anders laufen kann, als ich es (mittlerweile) erwarte. Ich müsste los lassen. So was in der Art. Ich nur so, als ich das letzte Mal Vertrauen zugelassen habe und los gelassen habe, saß ich ne Woche auf einer Geschlossenen, ohne das jemand mit mir geredet hat und man macht mir bis heute Vorwürfe dafür, dass ich vertraut habe.

Sie sagt, dass ich klar über Suizidalität sprechen darf und das ich nicht davon ausgehen muss, dass man mich dann weg sperrt. Auch hier sagte ich nur, dass ich vier Jahre brauchte bis ich mich jemand anvertraut hatte und man sperrte mich weg und sagte mir, dass ich das doch gewusst habe und das ich das nie hätte sagen dürfen.

Betreuerin ist weiterhin fest der Meinung, dass man mich überall mit Handkuss mit akuter Suizidalität nimmt. Ok nicht ganz so krass. Sie meint, dass die kein Hinderungsgrund wären und es auch Optionen gibt, Patienten, die suizidal sind auf einer offenen Station zu behandeln. Klar habe ich ja erlebt. Ich, die Patientin die immer wieder als superzuverlässig angepriesen wurde und gelobt wurde wird nach einer suizidalen Ankündigung erst mal zwei Tage sich selbst überlassen, dann wird alles aus ihr raus geprügelt und dann sperrt man mich weg und man macht mir noch Vorwürfe? Wie soll ich je wieder jemand anvertrauen, wenn es mir wirklich mies geht?

Ich soll nicht ständig das schlimmste erwarten. Ich nur so, der Hauptteil meiner Behandlung setzte sich aber zusammen aus, was ich denn an Stelle anderer machen würde? Ich fragte auf der Geschlossenen total desorientiert immer wieder warum das passiert ist. Konstante Antwort: Das Wissen Sie doch Frau Verstoert! Ist es nicht auch Aufgabe einer Psychiatrie einen Patienten aufzufangen?

Während dem Gespräch mit Wunderärztin ging es dann auch um die Blutentnahme vier Wochen vorher. An sich zur Bestimmung eines Medikamentenspiegels. Ein Blutbild hat man dann gerade mit gemacht. Die Werte waren ok. Ok Cholesterin ist immer erhöht. Tja den Medikamentenspiegel hat man vergessen. Also noch mal Blutabnahme. Ich liebe diese Klinik*ironie*.

Betreuerin weg und es war ganz aus. Ich saß mal wieder heulend auf der Toilette, packte die Klinge aus usw. Konnte mich auch gar nicht beruhigen. Irgendwann klopfte Ärztin an die Tür, weil sie wissen wollte, wer da so heult. Ich versicherte das alles ok sei. Sie hätte noch eine Patientin, dann könnte ich noch mal.

Was hätte ich ihr erzählen sollen? Ich hätte eh immer wieder gesagt das es mir gut geht. Hätte mich tausendmal entschuldigt und versichert, dass ich das nächste Mal eine andere Toilette nehme. Also ging ich. Dann dachte ich, hoffentlich schickt die mir nun nicht die Polizei. Also wieder hoch, den Damen in der Anmeldung gesagt ich wolle mich abmelden und mir geht es gut.

Ich stand vor der Klinik und war nicht in der Lage in einen Bus zu steigen. Also zur nächsten Haltestelle gelaufen. Was ein ganzes Stück ist. Bis dahin hatte ich mich halbwegs beruhigt. Drückte mich eine gefühlte Ewigkeit rum, weil ich irgendwie Angst hatte heim zu gehen.

Daheim Briefkasten geleert. Wird immer mehr zur Marotte, bei jedem Betreten und Verlassen des Hauses den Briefkasten zu leeren, könnte ja was von meinen Vermietern drin sein. War es auch. Am Mittwoch gegen 13 Uhr käme ein Schreiner wegen der Jalousie. Ich solle gefälligst zusehen, dass ich daheim bin. Mittwoch wollte ich zu meiner ehrenamtlichen Arbeit, die mir enorm wichtig ist. Also geklingelt. Gesagt ich gehe Morgen an sich arbeiten. Ob der Schreiner nicht die Woche eh im Haus ist und wann anders kommen könnte. Der Schreiner habe morgen 13 Uhr gesagt. Ok ich sage Arbeiten ab.

Ich kochte innerlich, dass ich mich mal wieder so kurzfristig auf einen Termin eingelassen hatte. Noch dazu hätten die das auch erst mal mit mir besprechen können. Ob ich das überhaupt will. Statt simpler Jalousien kommt ein Schreiner. Und dann wundert man sich über die Kosten.

Ich saß nur heulend hier. Suizid erschien weiter die einzige Lösung. Tausend wenn und abers. Die größte Sorge ist immer noch, man findet mich lebend und ich lande in der Horrorklinik und der Oberarzt steht hämisch vor mir.

Mittwoch früh aufgestanden, Wohnung aufgeräumt und so weiter. So aufgeräumt war die Wohnung seit meinem Einzug nicht mehr! Dafür wartete ich dann auf den Schreiner. Zwischenzeitlich mit dem Mieterschutzbund telefoniert. Mein Mitarbeiter ist krank, so also jemand anderes. Doof ist nur, dass sich die Aussagen widersprechen.

Es war fast 14 Uhr und ich hatte mir gesagt, 14.30 Uhr gehe ich aus dem Haus. So lange muss ich nicht warten. Er kam dann aber auch bald. Ich rechnete an sich damit, dass ich das Haus verlasse und meine Vermieter mir eine Nachricht in den Briefkasten geworfen haben, dass der Termin verschoben wurde, damit ich Arbeiten gehen kann.

Schreiner schaute sich das an. Sagte was wegen Innenjalousien. Ich kommentierte nur, Außenrollläden geht ja nicht? Mit einem großen Fragezeichen. Doch das wäre gegangen, dann hätte man kleinere Fenster einbauen müssen. Ich kam mir sooo verarscht von meinen Vermietern vor, die mir ja immer wieder sagen, wegen der neuen Fenster gingen Rollläden nicht.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Denn ich bin ja nicht wirklich gefragt worden. Heute wurde mir klar, dass mir Innenjalousien im Sommer nichts bringen. Vor allem nicht, wenn sie direkt an der Scheibe montiert werden. Fenster offen geht dann nämlich nicht…. zumindest nicht, ohne das mir die Sonne rein knallt.

Meine Heizung zickt auch. Da haben wir nun zweimal Wasser nachgefüllt und die bräuchte schon wieder Wasser. Und ich heize damit nur. Normal reicht mir das über ein Jahr. Samstag habe ich es meiner Vermieterin gesagt.

Samstag war auch der Strom weg. FI Schalter. Ich bekam den nicht mehr rein. Ende vom Lied Vermieter musste kommen. Und es fiel mir schwer dort zu klingeln und um Hilfe zu bitten. Endlose Vorträge da muss ein Gerät kaputt sein und das man Samstag Abend natürlich niemand erreicht.

Nach einigem hin und her und Telefonat von ihm mit dem Elektriker: Waschmaschine kaputt. Nur doof das ich die gerade angemacht hatte und wichtige Sachen drin sind. Da denke ich dann die Tage drüber nach.

Umzugsdingens die xte

Meine Vermieter haben auf das Schreiben des Mieterschutzbundes nicht reagiert. Zweimal habe ich sie im Hausflur danach kurz gesehen und sie haben mich nur mühevoll gegrüßt.

Mieterschutzbund meinte dazu nun, er schickt nun das Schreiben als Einschreiben. Ein Übergabeprotokoll in dem Sinne gab es ja auch nicht. Ich hab eines, was aber von meinen Vermietern nicht unterschrieben wurde. Das hat er beigelegt. Wobei es mir hier darum ging, dass die Arbeiten, die zugesichert, gemacht werden oder zumindest vermerkt wird, dass sie nicht gemacht werden.

Leidiges Thema waren klar die fehlenden Rollläden. Hier ging es mir am Anfang eher darum, dass mir auf mein Nachfragen nur komische Antworten gegeben wurden. Bis hin zu, ich soll mir selbst da was hin machen. Der Umzug hat bei mir ja auch Kosten verursacht, die nicht hätten sein müssen.

Ich glaube ich versuche mich nun mal in einem Telefonat mit der Telefonseelsorge.

Nun ja seit dem sie das Einschreiben haben, habe ich ihn einmal gesehen, da hat er gar nicht gegrüßt. Heute war die Antwort im Briefkasten. Mir sei ja gar nicht an einem guten nachbarschaftlichen Verhältnis gelegen. Ich hätte sie ja mal ansprechen können, nachdem meine Betreuerin unseren letzten Termin mit den Vermietern abgesagt hatte. Und die Form der Absage sei ja auch nicht ok.

Sinnlos nun alles aufzuzählen. Mir geht es damit ziemlich mies. Denn ich weiß weder ein noch aus. Wieder in allem nach geben? Den neuen Mietvertrag unterschreiben? Auf die zugesagten Leistungen verzichten? Was im schlimmsten Fall auch heißen würde, wenn ich mal ausziehe, muss ich u.a. eben anteilig einen Handwerksbetrieb bezahlen, Schäden, die ich nicht verursacht habe bezahlen usw?.

Knapp gesagt ich kann nicht mehr. Ich hab den Brief gelesen, als ich auf dem Weg zur Geburtstagsfeier meines Bruders war. Innerlich hatte ich abgeschlossen. Wie viel einfacher wäre das Leben meiner Vermieter, wenn ich nicht mehr wäre? Ich habe keine Kraft mehr zum Kämpfen. Für was auch?

Am Dienstag geht meine Betreuerin mit zur Wunderärztin. Sie hätte gerne geklärt, wohin im Notfall. Wobei die Aussagen für mich klar sind. Ich darf, dank Psychiatriegesetz, nur in die Klinik vor Ort. Davon rät Wunderärztin nach dem was war ab. Betreuerin meint, Wunderärztin kann sich doch dafür einsetzen, dass mich eine andere Klinik aufnimmt. Was diese ja bereits versucht hat, was aber nicht geht. Betreuerin meint aber, dann soll ich eben über meine Suizidgedanken schweigen. Finde ich ja weiterhin weniger sinnvoll.

ER

Irgendwie habe ich ihn verdrängt, obwohl er irgendwie auch mein Leben ein wenig geprägt hat und die Erinnerungen nicht gerade toll sind. Ich zu ihm auch ziemlich viele schräge Gedanken habe.

Mit 16 begann ich eine Ausbildung. Etwa ein halbes Jahr nach Ausbildungsbeginn begann es zwischen mir und meinen Eltern zu kriseln. Vielleicht weil ich merkte, das eben nicht alles normal war? Ich weiß es nicht. Kurze Zeit später baten mir meine Ausbilder an, ab und auch Abends auszuhelfen. Das machte mir dann an sich auch Spaß und ich fühlte mich eigentlich dort auch wohl. Außerdem brachte es ein paar Euro.

Der Betrieb lag außerhalb. Nachts fuhren zwei, manchmal drei Mal die Stunde ein Bus in die Stadt. Der fuhr noch dazu ewig, weil er überall hielt. So empfand ich es damals. Mit dem Wissen von Heute würde ich Bus fahren.

Damals war auch immer ein Freund meines Chefs anwesend. Der fuhr eh über die Stadt nach Hause und nahm mich mit. So war ich in guten 10 Minuten daheim. Meine Ausbilder waren froh das ich sicher daheim war. Nur fing ER immer an mich zu betatschen. Im Schritt. Ich wollte das gar nicht und es fühlte sich auch nicht gut an. ER selbst war auch alles andere als mein Typ.

Wobei ich eher wenig an Jungen interessiert war. Das ging irgendwie ganz an mir vorbei. Klar habe ich für Jungen geschwärmt. Aber mehr Interesse hatte ich damals nicht. Heute vermute ich, dass ich da in der Entwicklung einfach zurück war. Wobei damals nicht alle meine Altersgenossen einen Freund hatten. Also noch nicht wirklich unnormal.

Ich erzählte davon irgendwann meiner Chefin. Die war total sauer, wie ich so was von einem solchen rechtschaffenen Menschen erzählen könnte. Nie würde ER so was tun. Als ich es irgendwann noch mal erwähnte glaubte man mir. Denn ich galt als ehrlich. Was mir nur nicht viel brachte, denn mein Chef fand das eher witzig. Und weiter waren meine Arbeitgeber froh, dass ihr minderjähriges Lehrmädchen gut heim gebracht wurde.

Meine Mutter wusste davon. Gemacht hat sie nichts. Sie war eher der Meinung, ich kann ja mit dem Bus fahren oder mir eben von den paar DM die ich Abends verdiente ein Taxi leisten. Das Vatern mich holte war ein Ding der Unmöglichkeit. Dann hätte er ja auf sein Bier verzichten müssen. Damals war das alles logisch für mich. Heute denke ich darüber anders. Denn ich war nun mal noch minderjährig. Noch dazu nicht aufgeklärt usw. Kann auch hier meine Ausbilder nicht verstehen, die sonst auf ihre Fürsorgepflicht so viel Wert legten.

An sich fuhr er wie der Bus eben auch. So wusste ich an sich, ich kann jederzeit aussteigen. Was ich aber nie tat. Einmal fuhr er vollkommen anders und das hat mir total Angst gemacht. Ich hab zwar mit meiner Mutter drüber gesprochen, dass sie eben wenn nicht heim kommen würde meine Ausbilder fragen würde….. aber mehr eben nicht.

Mein erstes Mal hatte ich mit 31 Jahren. Auch nur um es hinter mich zu bringen. Mehr als Anfassen hat ER nie gemacht. Trotzdem hat es mich geprägt. Alles in allem fällt er mehr in die Kategorie fett, fettig und hässlich. Zumindest empfand ich ihn als eklig. Auch wenn ich sonst eher nicht so krass über Menschen urteile.

Als klar war, dass ich evt. doch meinen beruflichen Weg nicht weiter gehen mag, suchte sein Arbeitgeber Auszubildende. ER hätte mir geholfen eine Stelle zu bekommen. Wahrscheinlich im Austausch für sexuelle Gefälligkeiten. Ich habs damals gelassen. Ich wäre heute Beamtin. Aber der Preis war mir zu hoch.

ER begleitete meinen Weg noch eine ganze Zeit lang. Auch als ich schon volljährig war. Ich glaube ich habe es damals als normal empfunden, dass ältere Männer Frauen im Intimbereich oder an der Brust anfassen. Heute weiß ich, dass ich viel früher hätte lernen müssen, dass man sich bei so was wehren kann. Vor allem wenn man es als unangenehm empfindet. Und ich würde es heute sicherlich immer noch mit mir machen lassen?

Er ist tot, wie ich heute erfahren habe. An sich trifft es mich, wenn jemand stirbt, den ich näher kannte. Aber ich empfand nichts. Ein wenig ein Gefühl von geschieht ihm recht. Die Traueranzeige ist der reinste Hohn. Noch dazu weiß ich, dass ich nicht die Einzige war, die von ihm betatscht wurde.

Ich habe mal mit besagten Oberarzt über die Geschehnisse gesprochen. Er nannte es nur sexuell übergriffig. Reicht das wirklich? Ich finde es klingt nur niedlich. Denn es hat mich eben geprägt und auch ein wenig geformt. Und ich weiß, dass ist sicherlich für viele Missbrauchsopfer ein Schlag ins Gesicht. Ich wünsche mir manches Mal es wäre mehr passiert. Dann hätte ich was in der Hand. Dann könnte ich meine Borderline Diagnose auf sexuellem Missbrauch begründen. Aber auch hier ist es wie bei allem anderen auch, ich habe nur ein Teil von dem was wirklich alles ist. Klingt doof. Ich finde es frustrierend. Und ich kann das auch gerade nicht wirklich klar beschreiben. Ich entschuldige mich aber bei allen Opfer von sexuellem Missbrauch!

Damit abschließen können?

Eben bin ich in einem Forum über Gedanken zu Kindheitserinnerungen gestoßen. Da ging es dann auch darum, schlechte Erlebnisse zu verarbeiten und abschließen zu können. Ist ein allgemeines Forum. Ich möchte mich da nicht wirklich äußern.

Ich frage mich aber, wie das funktioniert? Vielleicht weiß das hier jemand?

Wenn Kleinigkeiten zur riesigen Hürde werden

Irgendwie bin ich immer noch krank, was mich total annervt. Meine Hausärztin wird mich zum HNO schicken und ich will das gar nicht. Geht gerade einfach nicht.

Ich habe angefangen zu backen. Von meinen üblichen 30 Sorten habe ich schon Abstand genommen. Aber die paar Sorten heute dauerten ewig und ich bin fix und fertig. Früher ging das ohne Probleme. So langsam macht mir das Sorgen. Also das Kleinigkeiten mir auf einmal so schwer fallen.

Die Gedanken kreisen wieder viel um den letzten Klinikaufenthalt. Ich würde Anna gerne schreiben. Ich vermisse sie und habe gleichzeitig voll die Wut auf sie. Aber bringt es noch was? Der letzte professionelle Kontakt ist nun fast 4 Jahre her. Der letzte sonstige Kontakt fast 3 Jahre her. Aber muss ich immer alles einfach stehen lassen?

Die Gedanken drehen sich auch um den Oberarzt. Auf den bin ich an sich nur wütend. Vermisse ihn auch nicht wirklich. Obwohl er so lange und so intensiv meinen Weg begleitet hat. Wahrscheinlich war einfach die Verletzung einfach zu groß.