Umzugschaos 20

Vor einer Woche bin ich endlich umgezogen oder schon umgezogen? Denn eigentlich ist die Wohnung noch nicht wirklich fertig gewesen. Und es riecht heute noch nach Farbe.

Freitags sollte die Küche umgezogen werden, was ziemlich chaotisch von statten ging. Dann die Küche nicht so wieder aufgebaut werden konnte, weil der Elektriker die Leitungen so doof gelegt hat. Der hat die Küche ja nicht xmal ausgemessen. Also auch noch Teile besorgt, was nicht hätte sein müssen.

Die Handwerker, die die Küche abgebaut haben, haben in der neuen Wohnung auch die Malerarbeiten und so gemacht und waren gleichzeitig noch mit allem möglichen anderem beschäftigt. Ich hab denen ein wenig geholfen, weil sie mir Leid taten.

Samstag der eigentliche Umzugstag. Ging an sich erstaunlich flott. Diverse Vorträge zu der Menge der Sachen gab es auch. Wobei die Kisten zum Großteil ja bereits auf dem Speicher standen. Meinen Vermieter habe ich mehrfach gefragt, wann die Handwerker denn noch mal kommen. Das wusste er nicht.

Montag morgen klingelt das Telefon. Die Heizung wird gewartet. Ich nur so, ich denke, das ist bereits geschehen? Nein, das wird jetzt gemacht. Ich habe mich tierisch geärgert, denn das hat mein Vermieter doch bereits am Samstag gewusst.

Dienstag war die Übergabe. Die alte Wohnung haben sie wortlos übernommen. Was mich ja verwundert, aber ich habe es schriftlich. Oben gab es einiges von mir. U.a. fehlen die Rollläden. Kommentar meiner Vermieter, wenn ich was an die Fenster will, muss ich mich selber drum kümmern. Klar, sind ja nur da wieder ein paar Euro und so weiter. Kotzt mich an, denn an sich waren hier Rollläden drin. Und an sich war auch vereinbart und ich habe das schriftlich, dass die Rollläden überprüft werden. Das die Rollläden dann ganz entfernt wurden, war mir nicht klar.

Mein Vermieter fotografierte diverse Schäden in der Wohnung. Alles in allem ist er sehr kleinlich. Ok ich nun auch. Allerdings warte ich immer noch auf diverse Handwerkerarbeiten.

Einen neuen Mietvertrag wollten sie auch. Ich hab den nur grob überflogen und dann gesagt, ich nehme den mit und lasse den prüfen. War denen nicht ganz recht und mir war das dann egal. Sie haben den ja auch prüfen lassen. Allerdings läuft der neue Mietvertrag darauf hinaus, dass sie die neue Wohnung so zurück wollen, wie ich sie übernommen habe. Was eigentlich unmöglich ist, wenn man in einer Wohnung auch lebt.  Noch dazu wollen sie, dass ich den Speicher räume. Was ja ebenfalls schriftlich fest gehalten war, dass ich den Speicher für alles nutzen darf, was ich in der jetzigen Wohnung nicht unter bekomme. Da sind sie zwar ein wenig zurück gerudert, aber ich glaube da nicht mehr dran.

Alles in allem bin ich enttäuscht. Denn mir wurden viele Versprechungen gemacht und die Punkte, die mir am wichtigsten waren, wurden nicht eingehalten. Da wurde kräftig zurück gerudert. Hauptargument in vielen Punkten ist mittlerweile das liebe Geld. Aber scheinbar ist der Etat für die Sanierung meiner Wohnung und der Zusammenlegung mit der Nachbarwohnung sehr groß. Was ja auch ok ist und mich ja eigentlich auch nichts angeht. Aber ich bin nicht freiwillig umgezogen. Habe dafür immens viel aufgeben müssen und so weiter. Und höre dann noch ständig das Argument, was man alles für mich getan hat. Sorry es ist nur Geld in Sachen investiert worden, die auf Dauer meinen Vermietern von Nutzen sind.

Mit meiner Betreuerin gab es dann auch noch eine nette Diskussion. Wegen der Rollläden an sich. Sie fand mich kleinlich. Mir waren die aber wichtig. Und es bestand eine Vereinbarung, die von der Gegenseite mal wieder nicht gehalten wurde. Sie erzählte mir dann was von den armen Kindern in Indien. Ich hasse solche Vergleiche.

Mit der neuen Wohnung haben sich auch neue Suizidmöglichkeiten ergeben. Ich wollte ihr das irgendwie bei bringen. Sie flippte eher aus. Also sehe ich halt selbst wie ich damit umgehe. Aus dem Fenster schauen ist ein Highlight. Der Gedanke, wenn ich hier runter „fallen“ würde… er macht mir Angst. Angst, vor dem was ich tun könnte. Wäre ich tot?

Vor dem nächsten Termin mit ihr letzte Woche habe ich versucht hier noch was zu schaffen. Dabei fiel mir ein kleines Wodkafläschen (Puschkin schwarz) in die Hände. Das räume ich seit Jahren im Kühlschrank rum. Beim ersten in die Finger bekommen an dem Tag dachte ich nur so, das kannst du jetzt nicht trinken. Um die Uhrzeit. Später habe ich es dann doch getrunken, kurz bevor meine Betreuerin kam. Mir ging es gut damit.

Ich, die Alkohol seit Jahren ablehnt. Macht mir nun ebenfalls Angst. Ich hatte in der Zeit auch Besuch. Der hat meine Alkoholvorräte der letzten Jahre mitgenommen. An sich wollte ich die letzte Woche alle weg kippen. War eigentlich auch froh, sie endlich los zu sein. Ein wenig bedauere ich es jetzt.

 

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