Einfach Bummeln

Gestern habe ich mich aufgerafft und war in der Nachbarstadt. Ziel war es Stoff zu kaufen. Ein Ansinnen welches ich innerhalb der letzten 10 Tage xmal in Betracht zog und genauso oft wieder verworfen habe. Da aber die Stoffgeschäfte vor Ort nicht wirklich hatten was ich wollte und so weiter.

Mit der Nachbarstadt verbinde ich sowohl gute, wie auch wirklich schlechte Erinnerungen. Als ich ein Kind und Teenager war, ist unsere Mutter oft mit mir dorthin zum Shoppen gefahren. Das war immer was Besonderes. Zumindest damals. Denn irgendwie war es auch eine Befriedigung ihrer Bedürfnisse. Aber egal, ich halte mich hier gerne an den schönen Erinnerungen fest.

Als die Zeit kam, zu der es um einen Ausbildungsplatz ging, entschied ich, ich will mal im Betrieb meines Vaters einsteigen. Nun ja, er wollte dann nicht, dass ich vor Ort meine Ausbildung mache. So suchten wir was in der Nachbarstadt. Es war die Hölle. Ich durfte dann auch abbrechen und durfte am Heimatort eine Ausbildung machen. Was mich in der Entwicklung weiter brachte. Die allerdings meinen Eltern nicht immer passte, gebe ich zu.

Ich habe viele Jahre im Betrieb meines Vaters gearbeitet und bin dann doch gegangen. Ihm war es dann ganz recht, weil er eh Probleme hatte meinen Lohn zu bezahlen. Es folgte ein kurzes Gastspiel bei einem Discounter und dann blieb mir nichts anderes übrig, als wieder im erlernten Beruf zu suchen. So hatte ich dann auch zwei Anstellungen in Betrieben der Nachbarstadt. Beide waren nicht der Hit. Im letzten Betrieb endete das Ganze mit einer Krankmeldung, Tagesklinik und Diagnose Borderline. Wobei mir der Betrieb in der Zeit kündigte. Als ich bereits aus der Lohnfortzahlung draußen war!

Nun ja, der Betrieb liegt direkt im Stadtbereich und ich habe an sich immer Angst, ich begegne jemanden. Dieses Mal war es eher locker und mir machte das Bummeln auch Spaß. Ich habs auch zeitweise genossen, gebe ich zu.

Ich habe dann durch Zufall dann auch den genialsten Stoffladen der Welt entdeckt. Zumindest empfand ich es so. Und ich habe dort reichlich eingekauft. Dazu hatte ich extra mehr oder weniger hart Erspartes. Einen Zweck gibt es auch. Also ich hab an sich nicht unsinnig gekauft. Kaum war ich auf dem Weg in Richtung Bus, schlug das schlechte Gewissen zu. Die Busfahrt war auch eher unangenehm. Bin ich froh, dass ich die Strecke nicht täglich pendeln muss!

Das schlechte Gefühl lässt mich leider auch nicht mehr los. Fühlt sich innerlich total doof an. Ich habe meine Betreuerin erzählt, dass ich wegen dem Stoff ein schlechtes Gewissen habe. Sie meinte nur, ich sei sonst sehr vernünftig und könnte mir das ruhig mal ohne schlechtes Gewissen gönnen.

Nun hängt seit gestern Abend wieder so eine Traurigkeit über mir. Noch dazu könnte ich heute Nacht den großen Medikamentenwechsel beginnen. Ich nehme ja zur Zeit ein Antidepressiva und nur die halbe Dosis meines Schlafmittels. Das AD allerdings sehr hoch dosiert. Ich werde den ganzen Tag nicht wach und so weiter. Nun ist an sich gedacht, ich nehme eben weniger. Zusätzlich habe ich nun noch was anderes zum Schlafen. Der Entschluss letzte Woche nur noch die halbe Dosis Schlafmittel zu nehmen klappte irgendwie. Von dem was ich nun zusätzlich nehme, hatte ich im letzten Einnahmezeitraum trotzdem enorme Suizidgedanken. Was keinem wirklich auffiel. Warum auch, ich war ja nur in einer Klinik und davon noch eine ganze Zeit auf einer Geschlossenen. Das ich trotz dieses Mittels immer suizidaler wurde, fiel keinem auf. Ok da steckt gerade mal wieder viel Sarkasmus drin.

Nun habe ich Angst, dass die Suizidgedanken wieder voll zu schlagen. Wobei ich das nun zum Schlafen nur in der niedrigsten Dosierung nehme. Erfahrungsgemäß macht das am Anfang enorm müde, bis sich mein Körper dran gewöhnt hat. Ich habs ja auch lange als Bedarf genommen. Ohne das ich den halben Tag davon gepennt habe.

Und irgendwie wird mir gerade alles zu viel. Ob das wirklich nur mit dem Stoffkauf zusammen hängt? Ich merke aber, dass ich wieder in den Funktionier-Modus umschalte. Funktionieren um jeden Preis. Und ich befürchte, die nächsten Tage werden vor allem davon geprägt sein, irgendwie zu überleben. Und es kotzt mich an!

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