Wenn andere ähnlich fühlen….

Im Rahmen des ambulanten betreuten Einzelwohnens, habe ich die Möglichkeit auch an Gruppen teil zu nehmen. So gehe ich nun schon seit ein paar Monaten zu einer Schreibgruppe. Hier geht es eher ums kreative Schreiben und die Gruppe wird von einer Sozialarbeiterin geleitet. Und sie ist nicht so schlimm, wie ich es befürchtet habe.

Die Gruppenleiterin fragte beim letzten Mal, ob wir Interesse an einer Zeitung hätten. Also dem Erstellen einer Zeitung. Empfängerkreis noch unbekannt. Auf alle Fälle halt an andere psychisch Kranke. Ich regte an, dass auf alle Fälle eine Seite rein muss, die in jeder Ausgabe enthalten ist und die Möglichkeiten nennt, wo man Hilfe finden kann. So Sachen wie am Wohnort kann man dort im Zweifel was zum Essen bekommen, dort kann man Gespräche bekommen und so weiter.

In der Gruppe sitzt eine Frau, die ich von meinem letzten Klinikaufenthalt her kenne. Obwohl sie einiges sicherlich anders erlebt hat als ich, bringt sie auch viele Dinge zur Sprache, die mich an der Klinik stören. Letzte Woche meinte sie, sie findet es nicht gut, dass man einfach entlassen wird und nichts mit an die Hand bekommt. Etwas was ich zwar nicht selbst erlebt habe, da es bei mir halt eben immer im Hintergrund was gab. Aber ich habe es miterlebt, wie man Mitpatienten eine Liste mit Therapeuten gab und verlangte, dass sie während dem stationären Aufenthalt einen Therapieplatz bekommen. Telefonieren kann man ja vom Handy aus. So Aussagen sind hier echt normal. Ich finde sie nicht in Ordnung. U.a. halt auch das Voraussetzen eines Handys. Mal abgesehen von den Kosten. Und während den Therapiezeiten durfte auch nicht telefoniert werden.

Ich sprach Frau Sonnenschein an, ob sie generell Interesse an einem Merkblatt von Betroffenen für Betroffene hat. Mit eben Anlaufstellen vor Ort. Sie würde das sogar wahrscheinlich unterstützen. Also mal drüber lesen und sagen ob ihr was einfällt.Sie fand die Idee also „gut“.

Nun brachte ich das heute noch mal zur Sprache in der Schreibwerkstatt. Im Laufe des Gesprächs meinte die besagte Mitpatientin, dass sie auch das Gefühl hat, wer kritisiert, den versucht man los zu werden. Oder das eben speziell in dieser Klinik gerne Kritiker mundtot gemacht werden. Und das sie auch das Gefühl hat, man wird nicht als mündiger Bürger behandelt.

Die Gruppenleiterin meinte nämlich, man könnte doch so Sachen (die genannt wurden, bevor die Einwände kamen) mal der Klinik gegenüber äußern, die seien ja auch daran interessiert, Sachen zu verbessern. Tja, den Eindruck habe ich nicht und besagte Mitpatientin wohl auch nicht.

Auch wenn es doof ist, tut es irgendwie gut, wenn andere ähnlich oder gleich empfinden. Und besagte Mitpatientin hat sich geäußert, ohne meine Geschichte wirklich zu kennen. Sie wurde entlassen, bevor man mich auf die Geschlossene verfrachtet hatte. Und sie war auch nie dabei, wenn ich in der Schreibgruppe darüber gesprochen hatte.

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