Abschätzen können

Ich stelle immer wieder fest, dass es mir schwer fällt abzuschätzen, ob ich Hilfe brauche. Im psychiatrischen Bereich eh. Was mich auch nicht verwundert, da ich nun schon 3 Jahre damit zubringe mir zu sagen, ich darf nicht um Hilfe bitten. Wobei ich auch weiß, dass andere immer denken ich schaffe das schon. Andere sind in dem Fall eben Menschen aus dem helfenden Bereich.

Vorhin aufgestanden. An sich geht es mir besser als gestern. Zumindest beim Aufstehen. Nun grüble ich, ob ich meiner Haushaltshilfe absage oder nicht. Denn wirklich gut ist was anderes. Aber gestern wäre die Begründung gewesen, dann kann ich Freitag zum Arzt. Brauche ich einen Arztbesuch? Wenn ich meiner Haushaltshilfe absage, könnte ich länger schlafen. Was mir in Anbetracht der folgenden Tage gefallen würde.

Ich kann mich aber gerade auch nicht aufraffen was in meiner Wohnung zu machen. Wobei sie ausnahmsweise nicht ganz so schlimm aussieht. Ok ich bin im Wohnzimmer am Basteln und da liegt eben alles rum. Müsste ich zum Großteil beseitigen, falls ich meiner Haushaltshilfe nicht absage.

Ich merke, wenn ich so was machen soll, also jemand absagen oder um was bitten, ich Ewigkeiten jede Situation durch spiele die möglich wäre. Meistens kommt es dann anders. Aber oftmals scheue ich dann auch den Weg, weil ich Angst vor der Reaktion habe.

Was wird meine Haushaltshilfe sagen? Denn ich höre mich nicht krank an. Glaube ich zumindest. Wobei ich eben gerade auch nicht abschätzen kann, wie schlecht es mir geht oder ob ich nur zu faul bin?

Am meisten graut es mir davor, wenn ich mein Hilfsangebot am Samstag absagen muss. Ich würde das gerne machen. So wie es mir aber jetzt geht, wird das einfach nicht funktionieren. Ich habe Angst, dass man denkt, ich habe kein Interesse oder scheue vor schwerer Arbeit. Aber die volle Leistung könnte ich heute nicht bringen. Und die wäre Samstag erforderlich. Wobei, vielleicht regnet es auch und dann würde eh alles abgesagt werden.

Würde ich meiner Haushaltshilfe für morgen absagen, könnte ich morgen die Zeit nutzen um gesünder zu werden. Ich könnte vorm ins Bett gehen überlegen, ob ich morgen zum Arzt gehe oder nicht und mir entsprechend einen Wecker stellen. Allerdings wird meine Haushaltshilfe wenig begeistert sein, wenn sie nächste Woche das Chaos sieht.

Ach ja die neue Haushaltshilfe ist toll. Der alten Haushaltshilfe hätte ich gestern schon abgesagt. Bei der neuen Haushaltshilfe wüsste ich oder würde darauf hoffen, dass sie einfach ein wenig eine klare Linie rein bringt und mir somit die Backerei am Sonntag erleichtern würde. Ich allerdings auch mithelfen müsste. Auch wenig Kraft habe irgendwas zu erklären.

Nun ja ich denke mal weiter darüber nach, wie ich das nun am geschicktesten mache oder so….

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Mal wieder krank….

Ich nehme gerade die dritte Grippe für die Wintersaison 2012/2013 mit und es kotzt mich an. Das erste Mal hatte ich ja knappe 6 Wochen damit rum gemacht. Und aufgrund der Planung fürs Wochenende, passt mir das gerade so gar nicht in den Kram.

Somit treffen mit einer Freundin morgen abgesagt. Wenn ich morgen weiter so in der Kurve hänge, wird auch der Haushaltshilfe abgesagt. Wäre auch die einzige Möglichkeit einen Arzt aufzusuchen. Und da kann ich nur um 11 Uhr kommen. Wobei ich mal in Erfahrung bringen könnte, ob meine Ärztin am Freitag überhaupt da ist. Kann ich noch drüber nachdenken.

Die Kuchen muss ich auf alle Fälle machen. Zu der Feier auch. Will ich ja aber auch. Und ich freue mich da an sich auch drauf. Und ich konnte sogar meinen Bruder um Hilfe bitten. Wobei ich befürchte, mein Vater wird sich noch was einfallen lassen, was ich wenig witzig finden werde. Der reagierte schon recht pikiert, als ich ihm sagte, wenn er noch ein Geschenk sucht, dann keinen Alkohol. Er kann so absolut nicht verstehen, dass es Menschen gibt, die keinen Alkohol trinken.

Ansonsten sollte ich mich um mich kümmern, damit ich gesund werde. Was mir ziemlich schwer fällt. Wozu auch? Wobei es so einfach wäre es zu einer Lungenentzündung werden zu lassen und so weiter. Aber ich trink sogar freiwillig mehr Tee und rauche weniger. Einfach weil es sich mies anfühlt. Mein Selbstzerstörungsdrang scheint auch krank zu sein.

Besuch beim Chinamann

Ich habe ja seit ein paar Monaten wieder öfters Kontakt zu einer Klassenkameradin gehabt. Nun ja ein kleines Missverständnis ließ uns zum Teil wieder halbwegs getrennte Wege gehen. Wohl dann auch Unsicherheit auf beiden Seiten.

Sonntag hatte sie Geburtstag und lud mich zum Chinesen ein. Außerdem einen weiteren Klassenkameraden mit seiner Frau, die wir noch nicht kannten. Eine weitere Klassenkameradin kam spontan mit.

Eigentlich war der Abend ja nett. Aber ich war tierisch angespannt und weiß an sich nicht warum. Vielleicht weil jemand absolut unbekanntes mit dabei war? Ich weiß es nicht. Früher habe ich so Sachen locker weg gesteckt. Aber so was wird immer mehr zum Problem.

Eigentlich hätte ich gerne meinen 40., der bald naht, gerne mit ein paar Leuten gefeiert. Vor allem Leute, die ich bisher nur Online kenne. Aber die kommen alle von weiter weg. Sprich ich müsste fast welche bei mir übernachten lassen. Was ebenfalls früher kein Problem war. Aber alleine der Gedanke, ich kann nicht einfach aufstehen und gehen oder kann sagen, Leutchen es reicht mir. Angebunden dann quasi in der Wohnung mit anderen Menschen.

Es tut weh zu sehen, wie die einfachsten Sachen zum Problem werden.

Und generell das Gefühl, ich schaffe das alles nicht mehr. Wenn ich ein paar Tage hinter einander einen dichten Zeitplan habe, ist mir das an sich schon zu viel. Bps. ab nächsten Freitag. Freitag Morgen Haushaltshilfe. Ich merke, mich strengt das an. Vor allem weil ich früh aufstehen muss. Danach muss ich noch wo hin. Einkaufen muss ich auch, weil ich nicht weiß, wie Geld auf dem Konto ist, da ich bis vorhin der Meinung war, Freitag ist der Erste. Da ich die Geheimnummer meiner Karte nicht kenne, muss ich das Geld bar abheben. Was heißt, das muss noch vor der Haushaltshilfe geschehen. Mit viel Glück ist bereits Mittwoch das Geld auf dem Konto, dann würde das weg fallen.

Samstag habe ich jemand versprochen was zu helfen. Zeitfaktor fast unkalkulierbar. Ich bin an sich froh, wenn ich bis 20.15 Uhr daheim bin. Trotzdem ist mir die Sache wichtig.

Sonntag zwei Kuchen backen, was an sich kein Problem ist. Mache ich gerne usw. Mir graut es allerdings vor dem Chaos in der Küche.

Montag bin ich bereits um 11.30 Uhr zu einem runden Geburtstag eingeladen. Zum Glück werde ich abgeholt. Was aber auch heißt, früh aufstehen und zusehen das ich fertig werde. Vor Wochen habe ich mich für den besagten Montag verabredet. Mein Besuch kommt von weit her und muss nachher auch wieder weit weg. Sprich Zeitfenster ist klein. Somit sehe ich zu, dass ich von der Feier bald verschwinde. Aber ich muss an den Heimatort zurück. Mit dem Bus. Da Bus dorthin sehr teuer, brauche ich vorher einen Fahrschein, den ich grundsätzlich ausleihe. Also den noch bevor ich abgeholt werde organisieren. Treffen mit dem Freund und dann Fahrschein zurück bringen.

Am Dienstag muss ich was erledigen, was ich Montag nicht mehr schaffe. Das geht aber nur vor 12 Uhr. Also wieder früh aufstehen. Und Nachmittags dann der Termin bei der Wunderärztin. Und ich sehe kommen, dass ich bis dahin nicht mehr ansprechbar bin, falls ich es überhaupt so weit packe.

Klingt nicht wirklich viel, für mich das reinste Chaos.

Geschichten aus der Psychiatrie 1

Gestern rief mich ein Ex- Mitpatient an, zu dem lange Zeit eine engere Bindung bestand. Der Kontakt ist loser geworden, was sicherlich auch seine Vorteile hat. Ich nenne ihn mal Klaus, denn ich denke, ich werde öfters von ihm schreiben.

Klaus geht auf die 50 zu, was man ihm eigentlich nicht ansieht. Klaus ist Alkoholiker mit einer psychischen Erkrankung, die aber in der örtlichen Psychiatrie nicht wirklich behandelt wird. Meistens ist er nur zum Entzug dort und wird so schnell wie möglich wieder entlassen. Ich lernte ihn als hochgebildeten Mann kennen. Merke aber immer mehr, welchen Schaden der Alkohol bei ihm anrichtet. Zeitweise war er mehr in der Psychiatrie zum Entzug als daheim

Klaus lebt bei seinen Eltern. Beide recht alt. Vater ein Pflegefall, der im Heim lebt. Mittlerweile hat selbst Klaus eingesehen, sein Vater wird nie wieder nach Hause können. Die Mutter ist, entsprechend dem Alter, auch nicht mehr wirklich mobil und baut mächtig ab. Er trägt also nicht nur die Verantwortung für sich, sondern kümmert sich eben um die Eltern. Außerdem hat Klaus eine Freundin, die von den Eltern nicht akzeptiert wird und die er außerhalb der elterlichen Wohnung treffen muss. Noch dazu ist die Freundin auch nicht gesund. Da trägt er auch einen Teil der Verantwortung.

Klaus erzählt gestern, wie sehr ihm gerade mal wieder alles über den Kopf wächst. Vor allem wohl die Situation mit seinen Eltern. Die ist aber Thema, seit dem ich ihn kenne. Da gab es immer Probleme und Spannungen und er kann sich nicht distanzieren und fühlt sich noch dazu eben verantwortlich.

Irgendwann meinte Klaus gestern zu mir, ob ich ihm zutrauen würde, dass er seiner Freundin Schaden würde? In Richtung Gewalt antun würde. Ich nur so nein. Selbst ich, die engere Freunde schon mal liebevoll provoziert, hätte nie Angst vor ihm gehabt. Er wäre der friedliebende  Mensch den ich kenne.  Und dann erzählte er eine Story, die mich auf der einen Seite sprachlos macht, aber auch wütend und die mir klar auch Angst macht.

Seine Freundin war vor kurzem im Krankenhaus. Auf einer anderen Station im Haus und wurde da wohl auch operiert. So machte Klaus einen Spagat zwischen Eltern und Freundin. Sowohl Klaus, wie auch seine Partnerin, sind allerdings in der Psychiatrie bekannt.

Nun ging er mit seiner Freundin rund um die Klinik spazieren. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten muss man an der Psychiatrie vorbei. Was für beide an sich kein Problem ist. Plötzlich muss einer der Stationsärzte auf das Paar zugestürzt sein. Man sah Klaus wohl auch eindeutig an, dass es ihm ziemlich mies geht. Die Freundin sah auch nicht besser aus. Man warf aber Klaus nun vor, er würde seiner Freundin körperliche Gewalt antun und nur das wäre die Erklärung für u.a. den Beutel Blut den sie mit sich trug (irgendwie so nen Beutel, wo Wundflüssigkeit abläuft?). Er müsse sofort mitkommen, die Freundin müsse ja geschützt werden.

Klaus versuchte mehrfach dem Arzt klar zu machen, dass dieser doch bitte auf der Station anrufen soll, auf der seine Freundin zur Zeit untergebracht ist. Was ihm nicht geglaubt wurde. Beide zwar freiwillig mitgingen – was blieb ihnen auch anderes übrig. Klaus durch Security-Personal von seiner Freundin abgeschirmt wurde. Bis irgendwann wohl endlich ein Pfleger sich traute den Mund aufzumachen und anmerkte, dass Klaus seiner Freundin nie was antun würde. Woraufhin man dann wohl auch endlich auf besagter Station anrief.

Der Arzt hat sich zwar bei Klaus entschuldigt, was ihm aber absolut nichts mehr bedeutet und ich kann das verstehen. Ist es wirklich nötig, so mit psychisch kranken Menschen umzugehen? Muss man psychisch kranke Menschen so aburteilen? Kann man ihnen nicht einfach mal zuhören? Dann wäre die Situation innerhalb weniger Minuten geklärt gewesen.

Neues Design

Sodele es gibt mal ein neues Design, auch wenn mir gar nicht so farbenfroh zu mute ist.

Pfingstsonntag lang geschlafen. Naja eindeutig zu lang. Und an sich wollte ich mal richtig was machen. Basteln, Nähen, endlos DVDs ansehen. Und was mache ich schlaues Kind? Statt meinen Morgenmedis schmeiße ich mir mein Schlafmittel ein. So war ich gleich wieder müde. Wirklich geschlafen habe ich dann nicht mehr, war danach aber zumindest wacher, als die letzten Tage.

Dafür war die folgende Nacht richtig mies. Erst konnte ich nicht einschlafen. Eine zweite Schlaftablette wollte ich aber nicht mehr nehmen, weil ich an sich ja genug intus gehabt haben müsste. Somit bin ich relativ früh aufgestanden. Aber irgendwie kam ich nicht zu Potte.

Irgendwie komme ich gerade mal wieder in so ne richtig schöne depressive Phase. Letztes Jahr um die Zeit war die richtig doll :-(. Da habe ich Wochen an sich nur im Bett zugebracht. Würde ich gerne wieder machen. Was nicht geht, weil ich es tatsächlich mal geschafft habe, für Verpflichtungen zu sorgen. Die ich allerdings auch als deprimierend empfinde.

Harren wir der Dinge die da kommen…. wobei ich gerade alles als total perspektivlos empfinde. Die Gedanken weiter um den letzten Klinikaufenthalt kreisen. Wie kann man Gedanken einfach los lassen? Alleine dadurch, dass man mir verbietet, über das Thema zu sprechen…. davon gehen doch die Gedanken nicht weg?

Rentenwunder

Ab und an bin ich ja relativ motiviert. An anderen Tagen mache ich mir klar Gedanken darum, was aus mir werden soll. Im erlernten Beruf werde ich nicht mehr arbeiten können. So langsam werde ich aber auch älter und sollte mal in die Pötte kommen, falls ich noch einen neuen Weg gehen will.

In einer der halbwegs motivierten Phasen habe ich mit meiner Betreuerin einen Beratungstermin bei der Rentenversicherung ausgemacht. Ziel war es, dass ich weiß, welche Perspektiven ich habe. Noch dazu würde ich mich halt gerne mit meinem Hobby selbstständig machen, mit einem Nebengewerbe. Wie weit ich das halt darf.

Der Ansprechpartner war nicht sonderlich motiviert. Immerhin weiß ich nun, dass Einkommen durch Nebengewerbe sich nach Gewinn rechnet. Immerhin etwas. Aber über irgendwelche Perspektiven konnte er mir nichts sagen. Ich muss erst einen Antrag stellen auf Rehabilitation oder so und dann bekomme ich evt. einen Termin bei einem Rehasachbearbeiter. Dazu wird natürlich ein ärztliches Attest benötigt. Liegt ja nicht erst ein relativ neues Attest vor. Naja evt. reicht das. Ich finde es frustrierend. Ich will doch nur die Möglichkeiten wissen und nicht gleich einen Antrag stellen!

Dafür sind nun Frau Sonnenschein und meine Betreuerin drei Wochen nicht da. Was nicht gerade zu meiner Freude beiträgt. Für meine Betreuerin gibt es theoretisch zumindest eine Vertretung. Ich habe Vertretungen bis vor etwa 2 Jahren abgelehnt. Die Vertretungen davor waren nicht der Hit. An meinem Geburtstag anrufen und noch nicht mal gratulieren, finde ich z.B. weniger toll. Irgendwann hatte ich eine total nette Kollegin am Telefon, als ich versuchte meine Betreuerin zu erreichen. Daraufhin sagte ich meiner Betreuerin, die würde ich als Vertretung nehmen. Das gin nun zwei Jahre. Dieses Jahr geht es angeblich nicht. Das ich einen großen Schritt gemacht habe und Vertretung zugelassen habe, das sieht niemand. Und ich bin nicht mehr bereit mich auf irgend jemand einzulassen. Der gute Mann hatte im Frühjahr schon mal Vertretung gemacht. Eines Tages kam eine E-Mail von ihm. Er habe eben versucht mich zu erreichen, aber ich sei ja nicht da gewesen. Boah da könnte ich platzen. Wohlbemerkt lief die Vertretung da schon ein paar Tage und ich war an genau dem Tag Nachmittags mal relativ kurz aus dem Haus. Und dann muss ich so was lesen. Soll ich jeden Tag den ganzen Tag daheim sitzen und warten?

Gut ein wenig ist es nun eine Trotzreaktion. Die Kollegin mag ich eben und die jetzige Vertretung ist ein Mann. Ich umgehe wenn irgend möglich eben das Männer Bezugspersonen irgendwelcher Art sind. Kommentar meiner Betreuerin, ja sie hat eine Klientin, da geht nun mal nur eine Frau und deshalb muss ich nun eben mit dem männlichen Kollegen vorlieb nehmen. Meine Einwände zählen da nichts. Ich hasse dieses ich muss Rücksicht nehmen Argument!

Nun ja ich harre halt mal der Dinge die nächsten zwei Wochen. Besonders gut gelaunt bin ich generell eh nicht wirklich…..

Wunderärztin mal wieder….

Heute oder eher gestern, stand mal wieder der allmonatliche Termin bei der Wunderärztin an. Etwas, mit dem ich immer noch nicht weiß, wie ich damit umgehen soll. Wäre sie nicht gerade Angestellte der Klinik, wäre alles wunderbar.

Besprochen wurden die Blutwerte, die relativ in Ordnung sind. Für die Abweichungen gab es schnell eine Erklärung. Leider kam niemand auf die Idee, den Vitamin B 12 Wert zu bestimmen. Nun ist es zu spät.

Thema war dann auch, was Trauma sind. Klar landeten wir beim letzten Klinikaufenthalt. Sie wünscht mir, dass ich das alles vergessen kann. Es einfach hinnehmen kann. Aber mal ehrlich? Muss man wirklich alles hinnehmen? Vor allem in Hinblick darauf, dass man mir immer wieder sagt, Frau Verstoert DAS Wissen Sie doch!

Faszinierend sind auch so Momente, in denen mir klar ist, dass sie ganz anders handeln würde. Ich meinte nur so, ich würde z.B. bei einem Klinikaufenthalt von vorneherein sagen, dass ich nicht mit jedem reden mag. Fand sie ok. Problem ist nur, in der Klinik muss man mit jedem reden, ob man will oder nicht. Ich meinte auch, ich würde verlangen, dass ich täglich die Doku sehen darf. Was zum Problem werden würde. Sie meinte nur, ich hätte doch ein Recht darauf, da gäbe es auch Urteile zu. Ich nur so, sie hätte mal miterleben sollen was war, als ich das tatsächlich mal getan habe. Also in die Doku über mich gesehen. Da war die Hölle los. Sorry geht ja um mich, warum darf ich das nicht sehen?

Thema waren auch Medikamente. Mit dem neuesten kann ich zwar besser schlafen, bin aber den ganzen Tag platt. Schlafmittel weiter reduzieren hat zur Folge, dass ich nicht einschlafen kann. Ob ihr noch was einfällt. Sie nannte im Endeffekt zwei. Das eine war mir vorher bewusst. Das hatte ich mit wechselnden Dosierungen und als Bedarf und so schon. Komisch das keinem auffiel, dass die Patientin da ein stimmungsstabilisierendes Medikament nimmt und immer suizidaler wird und auf eine Geschlossene verlegt werden musste. Nun habe ich die Hoffnung, wenn ich es in Minimaldosierung nehme und das neue dazu, dass sich das irgendwie aufhebt. Sie nannte noch ein zweites (ok das nannte sie zuerst). Vom dem schwärmte sie regelrecht. Ich nur, da habe ich suizidal drauf reagiert.

Sie meinte, wenn ich merke, dass ich so reagiere, könnte ich es ja absetzen. Problem daran ist aber, ich merke es erst, wenn es zu spät ist. Somit keine Option. Wir gehen nun erst mal mit dem anderen hoch. Am Schlaf wird sich nichts ändern, da nur die niedrigste Dosierung sich auf den Schlaf auswirkt. Aber ich hoffe ja noch auf die antidepressive Wirkung.

Danach durfte ich noch einen Termin auf Vorrat ausmachen. Dieses Mal saß da jemand, der mich schon ewig kennt, aber in die Wunderwerke der Behandlung bei der Wunderärztin scheinbar nicht eingeweiht ist. Für Juni habe ich einen Termin. Für Juli auch. Beide immer am Anfang des Monats. Nun suchten wir den August Termin. Ich nur so, alle 4 Wochen wäre der 30.Juli. Ne geht nicht, da ist sie im Urlaub. Nun habe ich Ende August einen Termin und wir wären somit wieder bei sechs Wochen.

Ich „amüsier“ mich darüber ja köstlich. Auf der einen Seite reglementieren die alles was geht. Ich wollte je wenig oft kommen und bekam gesagt, nein ich muss alle vier Wochen kommen. Nur doof, wenn die Klinik mir nicht alle vier Wochen einen Termin anbieten kann.

Alles in allem hat mich der Termin schon sehr mitgenommen. Irgendwie finde ich alles nur noch frustrierend. Im Endeffekt darf jeder mit mir machen was er will. Wobei die Wunderärztin echt super ist. Aber auch sie kann mir viel versprechen und wird es nicht halten können, weil sie nicht wirklich weisungsberechtigt ist.

Wenn andere ähnlich fühlen….

Im Rahmen des ambulanten betreuten Einzelwohnens, habe ich die Möglichkeit auch an Gruppen teil zu nehmen. So gehe ich nun schon seit ein paar Monaten zu einer Schreibgruppe. Hier geht es eher ums kreative Schreiben und die Gruppe wird von einer Sozialarbeiterin geleitet. Und sie ist nicht so schlimm, wie ich es befürchtet habe.

Die Gruppenleiterin fragte beim letzten Mal, ob wir Interesse an einer Zeitung hätten. Also dem Erstellen einer Zeitung. Empfängerkreis noch unbekannt. Auf alle Fälle halt an andere psychisch Kranke. Ich regte an, dass auf alle Fälle eine Seite rein muss, die in jeder Ausgabe enthalten ist und die Möglichkeiten nennt, wo man Hilfe finden kann. So Sachen wie am Wohnort kann man dort im Zweifel was zum Essen bekommen, dort kann man Gespräche bekommen und so weiter.

In der Gruppe sitzt eine Frau, die ich von meinem letzten Klinikaufenthalt her kenne. Obwohl sie einiges sicherlich anders erlebt hat als ich, bringt sie auch viele Dinge zur Sprache, die mich an der Klinik stören. Letzte Woche meinte sie, sie findet es nicht gut, dass man einfach entlassen wird und nichts mit an die Hand bekommt. Etwas was ich zwar nicht selbst erlebt habe, da es bei mir halt eben immer im Hintergrund was gab. Aber ich habe es miterlebt, wie man Mitpatienten eine Liste mit Therapeuten gab und verlangte, dass sie während dem stationären Aufenthalt einen Therapieplatz bekommen. Telefonieren kann man ja vom Handy aus. So Aussagen sind hier echt normal. Ich finde sie nicht in Ordnung. U.a. halt auch das Voraussetzen eines Handys. Mal abgesehen von den Kosten. Und während den Therapiezeiten durfte auch nicht telefoniert werden.

Ich sprach Frau Sonnenschein an, ob sie generell Interesse an einem Merkblatt von Betroffenen für Betroffene hat. Mit eben Anlaufstellen vor Ort. Sie würde das sogar wahrscheinlich unterstützen. Also mal drüber lesen und sagen ob ihr was einfällt.Sie fand die Idee also „gut“.

Nun brachte ich das heute noch mal zur Sprache in der Schreibwerkstatt. Im Laufe des Gesprächs meinte die besagte Mitpatientin, dass sie auch das Gefühl hat, wer kritisiert, den versucht man los zu werden. Oder das eben speziell in dieser Klinik gerne Kritiker mundtot gemacht werden. Und das sie auch das Gefühl hat, man wird nicht als mündiger Bürger behandelt.

Die Gruppenleiterin meinte nämlich, man könnte doch so Sachen (die genannt wurden, bevor die Einwände kamen) mal der Klinik gegenüber äußern, die seien ja auch daran interessiert, Sachen zu verbessern. Tja, den Eindruck habe ich nicht und besagte Mitpatientin wohl auch nicht.

Auch wenn es doof ist, tut es irgendwie gut, wenn andere ähnlich oder gleich empfinden. Und besagte Mitpatientin hat sich geäußert, ohne meine Geschichte wirklich zu kennen. Sie wurde entlassen, bevor man mich auf die Geschlossene verfrachtet hatte. Und sie war auch nie dabei, wenn ich in der Schreibgruppe darüber gesprochen hatte.

Bewegung…

Irgendwie ist gerade mal wieder Bewegung in meinem Leben, ich bin gespannt.

Das ich nun halbwegs ehrenamtlich wo helfe, habe ich ja bereits berichtet. Ich empfinde vieles weiterhin als chaotisch. Trotzdem macht es Spaß. Am Samstag ist Flohmarkt. Dafür haben wir die Woche Kisten gepackt. Wobei es schon gepackte Kisten gab, die nun mit genommen werden.

Ich weigere mich ja standhaft weiterhin in irgendeiner Form zu verkaufen. Mal sehen wie lange ich damit Erfolg habe. Dafür das ich in einem meiner früheren Leben mal Verkäuferin war…. nun ja wirklich Spaß hat das reine Verkaufen nicht gemacht. Und ich glaube, ich könnte mich auch nur schwer zusammen reißen und wäre recht schnell pampig.

Am Montag Vormittag hatte ich im Lager geholfen und bin dann zum Termin mit Frau Sonnenschein. Ich kam gerade so pünktlich. Frau Sonnenschein nur, ich würde nicht gut aussehen. Ich habe standardgemäß mein Sprüchlein runter geleiert. Allerdings war ich kurz davor, sie mal zu fragen, was sie nun eigentlich von mir erwartet.

Irgendwie macht es Klick, so bald ich die Klinik betrete. Klar mag ich Frau Sonnenschein. Trotzdem komme ich nicht darüber hinweg, dass sie mir vor ziemlich genau einem Jahr gesagt hat, sie kann meine Gefühle verstehen und dann putzt sie mich quasi im Beisein des Oberarztes und meiner Betreuerin runter.

Selbst wenn sie mir heute sagen würde, sie unterstützt mich, hätte ich Angst, dass sie mich wieder fallen lässt. Klar wäre ansprechen eine Option. Wahrscheinlich kämen dann aber wieder Sprüche ala ich arbeite für die Klinik und muss hinter der Klinik stehen. Im Zweifelsfall wird mal wieder alles auf verschobene Wahrnehmungen geschoben.

Mit meiner Betreuerin bin ich weiterhin auf der Suche nach einer ambulanten Psychiaterin. Wir haben vor Ort leider nur ein paar weibliche Ärzte des Fachgebietes. Drei fallen weg, bei einer war ich, die hat mir nicht zugesagt, eine weitere hat keine Plätze und nun versucht es meine Betreuerin gerade bei einer, die nie zu erreichen ist.

Betreuerin meinte nun, ob ich nicht in die andere PIA vor Ort möchte. Da war ich schon und möchte da an sich nicht mehr hin. Die Ärztin damals war nett, arbeitet dort aber nicht mehr. Die Ärztin die mich dann behandeln sollte… da war ich nie, durfte sie aber bereits kennen lernen und sie war mir ziemlich unsympathisch. Betreuerin verwies auf eine Ärztin dort, die sehr nett sei. Die ist nett, ohne Zweifel. Allerdings hatte die mal die Skills-Gruppe geleitet und die endete weniger schön.

Damals wollte ich in eine PIA. Beide lehnten mich ab. Diese sogar mehrfach. Bis ich mit meiner ersten Betreuerin bei einer Ärztin saß, die sich weigerte, mich zu behandeln und mich an eine PIA verwies. Betreuerin damals setzte sich dann dafür ein. Ergebnis: Ärztin der Skills-Gruppe rief bei mir an. Sie nehmen mich nur, weil sie mich nehmen müssen. Und mir solle ja klar sein, dass ich maximal alle 4-6 Wochen einen Termin für ein paar Minuten bekomme. Mehr wollte ich damals auch gar nicht. Trotzdem hat die Art enorm verletzt.

Betreuerin meinte zu mir, meine jetzige Ärztin soll den Wechsel in die Wege leiten. Ich nur so, ich will nicht, dass die Klinik weiß, wo ich hingehe. Das geht die NICHTS an.

Gegen die andere PIA spricht auch, dass dort auch eine Gemeinschaftsbehandlung statt finden würde, die ich an sich nicht mehr will. Und diese PIA ist ebenfalls an eine Klinik angebunden. Nur das die Klinik eben nicht vor Ort ist. Und ratet mal wer da jetzt arbeitet. Anna. Also absolut keine Option.