Die Ruhe nach dem Sturm

Heute ist der erste Tag seit langem, an dem ich überhaupt nichts an festen Terminen haben und es ist zum ersten Mal ein komisches Gefühl. Wobei keine Termine haben ja an sich immer was Tolles war.

Ich habe vor kurzem angefangen, einer gemeinnützigen Organisation zu helfen. Das hatte sich eher durch einen Zufall heraus ergeben. So half ich nun ein paar Mal den Flohmarktstand abzubauen. Zur Freude der Betreiberin und zum Ärger von jemand anderem. Naja nicht wirklich Ärger, aber er versucht sich da an Regeln zu halten, die mal jemand anderes aufgestellt hat. Nun ja…

Es stellte sich dann auch heraus, dass die Betreiberin des Flohmarktstandes und ihr Mann quasi zum Vorstand gehören. Was ein komisches Gefühl war. Aber die Mitarbeit durchaus erleichtert, da nicht erst sonst jemand gefragt werden muss.

Am letzten Freitag half ich im Lager Dinge zu sortieren. Unter Anderem für den großen Flohmarkt am Sonntag. Da wurde dann auch gefragt, ob ich den Samstag beim Aufbauen helfen kann. Klar kann ich und habe ich dann auch gemacht. Wobei ich einiges als echt chaotisch empfand. Auf der einen Seite bin ich selbst ja absolut chaotisch. Aber irgendwie brauche ich da einfach mal System. Aber daran kann ich ja für mich arbeiten. Wobei ich ein Mensch bin, dem man einfach einen Auftrag geben kann und ich mache den.

Sonntag war ich dann zum Abbauen dort. Chaotisch wie der Aufbau. Aber nun gut. Als fast alles aus dem Raum raus war, stand die Frage im Raum, dass die Laster ja im Lager ja auch wieder ausgepackt werden müssen und ob ich helfe. So ne Situation hatten wir schon mal. Ich mache das. Aber mir wäre es schon lieber, man sagt mir das vorher.

An sich wird Montag, Mittwoch und Freitag was im Lager gemacht. Falls die Betreiberin kann, denn ohne sie kommt keiner ins Lager rein. Nun konnte ich Montag und Mittwoch nicht. Gestern rief sie an, dass sie Freitag auch nicht kann.

Das Gespräch war ein wenig eigenartig. Sie meinte, wir wollten auf dem Gelände aufräumen, auf dem mehrfach die Woche Flohmarkt gemacht wird. Kann ich mich nicht dran erinnern. So meinte ich, von mir aus können wir auch dort was machen. Sie hat aber Vormittags einen Termin. Scheinbar will sie Nachmittags nichts machen? Ich weiß es nicht und warte ab. Aber es war irgendwie eigenartig.

Ansonsten hatte ich die Woche halt Termine. Unter anderem bei der Wunderärztin. Der war auch eigenartig. Irgendwie kamen wir aufs Trinken zu sprechen. Also die tägliche Flüssigkeitszufuhr. Ich nur so, da braucht sie sich wenig Gedanken machen, ich trink um die 10 Liter am Tag. Schock, schweigen. Typische Reaktion. Ich war mit dem Problem auch schon bei anderen Ärzten. Ihr Vorgänger fand es gut, Hausärztin hat nur Zucker getestet, der ok war. Und ich mich mit dem Problem ebenfalls allein gelassen fühlte. Wunderärztin aber nun auch nichts machen wollte, weil alle anderen es ja ok fanden. Allerdings stellte sie fest, dass sie keine neuerer Blutwerte vorliegen hat. Ich nur so, entweder nimmt sie mir Blut ab, denn sonst wird das in dem Haus keiner machen (weil ich keinen ran lasse) oder es gibt kein Blut. Sie musste erst fragen, ob sie das darf. Hat sie dann auch getan.

Ihr Vorgänger war auch schon mal zu dem Vergnügen gekommen. War nur doof, dass ich mich am Abend vorher selbst verletzt habe. Ich glaube vorher war ihm nicht bewusst, dass Selbstverletzung statt findet. Er band den Arm ab und die Wunden gingen auf und das Blut lief mir die Arme herunter. Mich stört das nicht wirklich. Er hat es vorsichtig abgewischt. Dieses Mal waren die Wunden älter und das passierte nicht.

Morgen steht ein Klassentreffen an, was mich, vermute ich zumindest, auch unruhig macht. Wie geht man damit um, dass man gar nicht mehr arbeiten geht? Die meisten wissen das eh. Aber es ist trotzdem ein komisches Gefühl. Meistens teilt sich die Gruppe eh in Eltern, die dann über ihre Kinder sprechen. Auch eine Gruppe, zu der ich kinderlos nicht dazu gehöre. Und mich das auch belasten wird, da ich mir meinen Kinderwunsch wohl abschminken kann.

Gestern suchte ich für das Klassentreffen Fotos raus. Fotos aus einem anderen Leben. Das tat irgendwie weh. Und ich hab echt viele Fotos. Von allen möglichen Gelegenheiten. An die ich mich zum Teil auch erinnere, dass ich da glücklich war. Obwohl das damals schon oft nur oberflächlich war.

Auf alle Fälle ist es heute vom Gefühl her komisch. Ängstlich? Keine Ahnung. Ich kanns mal wieder nicht beschreiben, aber es fühlt sich nicht gut an.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s