Mutters Todestag

Irgendwie fällt mir gerade kein passender Titel ein, vielleicht kommt er mir beim Schreiben.

Die Woche stand mal wieder der Todestag meiner Mutter an. Unglücklicherweise auf einen Montag. Montag kann Vatern nie, weil da muss er in die Sauna. Etwas was mich immer wieder zur Weißglut bringt. Nein ich habe nichts gegen seine Saunabesuche, aber ich fand es als Teenager schon unschön, wenn ich Montags Geburtstag hatte oder mein Bruder oder meine Mutter oder gar der Hochzeitstag auf einen Montag fiel und Vatern in die Sauna ging. Damals vielleicht noch nachvollziehbar, aber mittlerweile ist er Rentner und hat an sich Zeit.

Zwei Wochen vorher fragte ich ihn, wie er sich das am Todestag vorstellt. Ei ja, er dachte, wir holen ihn an der Sauna ab und fahren dann auf den Friedhof. Ich nur so, ich kann das nicht entscheiden, ich habe kein Auto. Innerlich dachte ich nur so, wieder richtet sich alles nach ihm und für ihn ist es selbstverständlich, dass mein Bruder mal wieder xfach quer durch die Stadt fährt. Ich kommentierte das nur mit einem, aber du kannst mir gerne dein Auto geben, dann hole ich dich auch. Wie immer schlug mir hier nur Schweigen entgegen.

Letzte Woche fragte ich dann meinen Bruder, ob er mit Papa gesprochen hat. Ja hat er. Wir sollen ihn um 16.30 Uhr abholen. Hat mich sehr verwundert, denn wir hatten ihn schon mal abgeholt und hatten regelrecht darum gekämpft, dass wir ihn um 17 Uhr abholen und er eigentlich später wollte. Aber nun ja.

Dann fragte ich, wo wir danach hingehen. An sich haben wir ein Gutscheinbuch, was gerade zu solchen Anlässen genutzt wird. Aber nun ja, Bruder meinte, wir gehen in ein bestimmtes Chinalokal. Ok er druckste eher rum, weil er weiß, genau dort gehe ich nicht mehr gerne hin. Ja er hätte Papa gefragt, wo er denn hin will und Papa habe gesagt, er dürfe ja nie entscheiden und es sei ja nie recht.

Da hätte ich platzen können.

Revue: Im Mai 2007, kurz nach dem Tod meiner Mutter und meinem ersten stationären Aufenthalt ruft er an und meint, Kind du hast ja demnächst Geburtstag. Ja Papa. (Waren zwar noch fast 4 Wochen- aber egal). Er würde mich zum Essen einladen und meinen Bruder und Partnerin auch. Er zahlt. Ich dürfte mir aussuchen wohin. Ich strahlend CHINESISCH. Das liebe ich wirklich und damals war es finanziell immer knapp und nun ja Essen generell war Thema für sich.

Schon nach der Aussage meinte er, wir könnten auch italienisch essen gehen. Ich weiß nicht wie oft ich ihm bereits gesagt hatte, dass ich nicht gerne italienisch essen gehe, weil es bei mir phasenweise ständig TK- Pizza gibt. Und da ich ja wählen sollte usw. Ich ging nicht weiter darauf ein.

Ein paar Tage später will er mir Geld in die Hand drücken, damit ich meinem Bruder sagen kann, ich würde das von meinem Geld bezahlen. Ich sagte nur, nein das mache ich nicht. Ich kann meinem Bruder nicht ständig sagen, ich habe kein Geld und dann lade ich ihn zum Essen ein. Die Sache war geklärt.

Bis zu meinem Geburtstag kam immer wieder, ja wir könnten ja auch zum Italiener gehen. Ich ließ mich nicht beirren. Das Lokal passte ihm nicht und so weiter. Dann kam, ja aber nicht so spät, weil er muss ja früh raus. Also früh verabredet- wer kam zu spät? Er. Wie immer an sich. Aber das Lokal fand er dann Klasse.

Wir waren auch später noch ein paar Mal in dem Lokal. Ein guter Bekannter von mir ging dort auch öfters hin und hat sich da eine ziemlich gefährliche und meldepflichtige Magensache zugezogen. Er war dann eh in der Psychiatrie und die haben ihn in ein Einzelzimmer gelegt und er durfte nicht raus und die Pflege ließ sich dick vermummt nur für das Nötigste blicken. Und ja er hat sich das nachweislich bei dem Chinesen geholt. Ach ja Bufettessen. Ich vermute, die Sachen werden nicht heiß genug gehalten.

Mittlerweile gehe ich wenn eher zu einem anderen Chinesen, der auch wesentlich mehr Auswahl hat. Und ich habe auch ein wenig Ekel vor dem anderen Chinesen.

Vor drei Jahren lud ich meine Familie zu meinem Geburtstag zu mir zum Essen ein. Ich koche gerne und wollte die Gelegenheit nutzen. Ich rief dann Vater an, um die Einladung auszusprechen. Er nur so, wir können doch auch Essen gehen. Aber schon in einem Ton. Ich war eh schon genervt, weil ich gerade versuchte es allen Recht zu machen, da ja passend zu meinem Geburtstag mal wieder WM oder EM war. Ich meinte dann nur, wohin denn? Er nannte den Chinesen. Ich nur so, Papa ich mag da nicht mehr hingehen. Von meinem Bekannten habe ich ihm erzählt. Vatern sagt, das kann nicht sein, sonst hätte man das in der Zeitung gelesen. Laut meinem Bekannten war das Lokal aber sogar ein paar Tage geschlossen.

Vater nur so: ABER ICH! Da dachte ich nur so, ist doch mein Geburtstag? Warum soll ich an meinem Geburtstag in ein Lokal, dessen Essen ich nicht mag? Naja ich rief ihn zurück und sagte, wenn er das so gerne möchte, gehen wir halt dahin. Er soll mir mitteilen, wann ich da sein soll. Er nur so, ich soll einen Tisch bestellen. Ich nur so, nein mache ich nicht. Ja aber, sei doch mein Geburtstag und ich soll mich nicht so anstellen oder so.

Am späten Nachmittag am Tag vor meinem Geburtstag, es war ein Samstag Nachmittag, rief er an, er müsse mir unbedingt was vorbei bringen. Ich dachte nur, hätte er ja auch morgen mitbringen können. Aber ok. Ich ging runter und wartete auf ihn. Er fing wieder an, ich soll einen Tisch bestellen und so. Sei ja mein Geburtstag und ich soll meine Wünsche äußern. Ich sah ihn nur an und meinte, mein Wunsch wäre es gewesen, dass sie zu mir zum Essen kommen und ich koche. Den hätte ich ja auch geäußert. Er schluckt und meint dann, ja ob man das nun noch ändern könnte? Ich nur so, es ist Samstag Abend ich hab nichts daheim und sei nicht vorbereitet.

Ich erzählte ihm dann auch, dass ich am Ende der Woche dann noch von Frau Sonnenschein eingeladen wäre und wir in mein Lieblingsrestaurant gingen. Er meinte nur, er sagt mir noch Bescheid, wo wir hingehen. Ja ok.

Wenig später ruft er an, ja wir gehen zu meinem Lieblingschinesen. Ich nur trocken ist ok. Ja er ruft mich an, wenn mein Bruder losfährt und die holen mich dann da und da ab. Ich nur, ja ok. Wann in etwa? Wurde mir gesagt.

Sonntag morgen also früh aufgestanden, was nicht gerade meiner Natur entspricht. Geduscht etc. Sitze hier noch halb angezogen, klingelt das Telefon. Vatern. Ja er geht nun los. Ich nur so, ja wohin gehst du denn? Ja Bruder müsste gleich bei ihm sein. Ich wäre bald geplatzt, denn er wollte ja anrufen, wenn Bruder losfährt- da hätte ich noch 30 Minuten gehabt. Somit warf ich mich in meine Kleidung und rannte zum Treffpunkt.

Im Auto schlug mir schon eisiges Schweigen von allen entgegen. Klar hat Vatern erzählt, dass ich wieder rum zicke. Warum zum Teufel kann man an sich nicht mal mich fragen, was los war? Ich habs meinem Bruder erzählt und er konnte meine Wut und Enttäuschung verstehen. Essen durfte Bruder auch selber zahlen. Wie hat Vatern vorher gesagt, er zahlt für alle? Ich kam mir so verarscht vor.

Seit 2006 feiere ich meinen Geburtstag so wie mein Vater es will und es kotzt mich an. Egal welche Wege ich versuche, er findet immer etwas, damit ich irgendwas an dem Tag rein nach seinen und gegen meine Wünsche mache. Immer.

Als ich das nun hörte, dass er ja nie entscheiden dürfte und er ja soooo gerne zu dem Chinesen wollte und so….. da sage ich an meinem Geburtstag ich mag da nicht hingehen und er macht da ne Sache draus ala er darf NIE entscheiden. Davon mal abgesehen, hatte er zwischenzeitlich ja auch Geburtstag. Warum waren wir da nicht bei dem Chinesen?

Zurück zum Todestag meiner Mutter.

Wir wartetet vor der Sauna, Bruder stand im Parkverbot, weil es dort kaum Parkplätze gibt. Wer kam erst um 16.45 Uhr raus? Vatern. Erzählte dann was von die Dame zum Bezahlen sei nicht da gewesen und er hat 5 Minuten auf sie gewartet. Ich verkniff mir den Kommentar, dass der dann trotzdem zu spät gewesen wäre.

Der Abend verlief naja Thema für sich. Wir kamen auf dem Friedhof an, er musste noch Blumen kaufen. Wir warteten. Bruder hatte was im Auto vergessen, also er ans Auto, während dessen kam Vater zurück. Gekauft hat er eine Kerze. Statt auf Bruder zu warten, läuft er im Marschschritt vor aus. Generell rannten wir eher über den Friedhof.

Das Lokal machte statt um 17.30 Uhr erst um 18 Uhr auf. So standen wir davor und warteten. Nun ja. Im Lokal war es eisig kalt, was sich auch später nicht änderte. Das Essen war ok. Trotzdem finde ich die Auswahl im anderen trotzdem besser. Aber den ganzen Abend stand Vater ständig mitten im Gespräch auf, was ich als äußerst unhöflich empfunden habe. Vor allem wenn geplant wurde, was wir Ostern machen.

Ach ja Ende vom Lied war, Vater muss ja Montag in die Sauna, deshalb können wir uns Montag nicht treffen. Bruder kann Sonntag nicht. Samstag Abend gibt es Fußball, ging also auch nicht. Somit habe ich mich, wie jeden Samstag, mit meinem Vater zum Bratwurstessen getroffen und Bruder + Frau kamen mit.

Somit habe ich Ostern für mich :-) Hat alles sein Vor- und Nachteile :-)

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