Drehen…. drehen…drehen….

Die Beerdigung ist rum. Ich weiß nun auch, wer in die Wohnung zieht, was vorerst ein wenig die Angst nimmt. Zumindest muss ich scheinbar nicht aus meiner Wohnung raus.

Ansonsten fühle ich mich eher nicht so gut. Ok das zieht sich gerade mal wieder seit ein paar Tagen. Auslöser fallen mir nicht wirklich ein. Aber die Gedanken drehen sich gerade wieder viel um Anna. Immer wieder sind die Gedanken im Kopf. An sich seit dem Erstgespräch in der Tagesstätte? Oder dem Besuch der Schreibwerkstatt am Tag danach?

Der Freitag Abend war an sich relativ gut. Wobei ich vieles an mir bemerkt habe, was ich nicht wirklich gut finde. Ich habe jedes Mal wenn ich rauchen gegangen bin xmal gefragt und hinterfragt, ob ich das darf, ob ich fragen muss und so weiter. Ich glaube auf ganz fremde Menschen hätte ich eigenartig gewirkt. Gut die kannten mich auch anders, wissen aber, dass was nicht stimmt.

Schwierig empfand ich, dass auch eine Freundin von früher dabei war. Keine Ahnung, wann sich unsere Wege wirklich trennten. Aber irgendwie tat es weh. Also das Gefühl, wir gehen keinen gemeinsamen Weg mehr. Sie meinte zu mir, sie kann sich das nicht vorstellen, in dem Alter nicht mehr Arbeiten zu gehen. Ich meinte nur, es sei schon ein Unterschied, ob man entscheidet nicht mehr Arbeiten gehen zu wollen oder ob man nicht mehr Arbeiten gehen kann. Ich würde so normal wirken, was auch andere am Tisch bestätigt haben.

Gestern war dann einiges an Programm angesagt. Beerdigung, dann nach Hause, dann Frau Sonnenschein und Abends noch Trauergottesdienst. Die Beerdigung war ok. Zumindest hat mein Vater sich nicht mit seinen Schwestern gestritten und sich auch jeden Kommentar verkniffen. Daheim hat mich dann eine Mail von Frau Sonnenschein erwartet, die den Termin absagte. Da ging fast die Welt unter. Irgendwie ist meine Hauptbeschäftigung, mir zu überlegen, was ich ihr erzählen darf (und was nicht) und so weiter. Nun ja. Gottesdienst- naja ich kann dem nichts mehr abgewinnen. Ging aber irgendwie auch um das Verzeihen. Ich dachte sofort an Anna. Werde ich ihr je verzeihen können? EInfach so zu ihr sagen, ich verzeihe ihr? Spontane Antwort: Nein.

Heute stand dann der Termin mit der Wunderärztin auf dem Plan. Bei dem ich mal wieder viel am weinen war. Sie aber verstehen kann, dass ich viel erlebt habe und deshalb so reagiere. Das Therapiethema hat sie auch wieder auf den Tisch gebracht. Ich hab ihr erzählt, dass ich aus dem letzten Gespräch dazu resultierend meine Betreuerin angelogen habe. Habe ihr auch gesagt, dass mir die letzte Therapeutin doch gesagt hat, dass ich mich halt selbst verletzten soll, wenn es mir schlecht geht und ich würde der Anweisung fleißig nachkommen.

Ich glaube ihr ist nun spätestens klar, dass ich nicht bereit bin zu reden. Zu klar sind die Anweisungen, dass ich nichts erzählen darf. Zu klar ist mir, was passiert, wenn ich darüber rede, was in mir vorgeht. Wobei ich ihr auch geschildert habe, dass ich bei fast jedem Termin mit Frau Sonnenschein Angst habe, was ich ihr erzählen darf, denn man könnte mir ja das Gespräch mit ihr (also der Wunderärztin) verweigern. Und ja mir war bewusst, der Gedanke ist abgedreht- aber so sind eben meine Gefühle.

Wir versuchen nun ein neues Medikament. Sie hofft auf die antidepressive Wirkung, ich will es, um vom Schlafmittel runter zu kommen. Obwohl- irgendwie will ich das gar nicht. Es garantiert zumindest Schlaf.

Leider habe ich gedacht, ich habe noch Termine auf Vorrat. Da die Wunderärztin ja nur ein paar Stunden dort arbeitet, ist der Zeitraum in dem ich Termine wahr nehmen kann sehr begrenzt. An sich soll ich ja alle vier Wochen zu ihr. Was schon zweimal in einem Abstand von 8 Wochen war. Und prompt gibt es den nächsten Termin erst in 6 Wochen. Ich hab mir Kommentare verkniffen, da sie eh in Vorwürfen mir gegenüber enden.

Wunderärztin meinte, wenn es zu Problemen mit dem Medikament kommen würde, soll ich mich melden. Ich meinte zu ihr, mir sei klar gesagt worden, dass ich mich nur an Frau Sonnenschein wenden darf. Diese aber nun mal keine ärztliche Ausbildung hat und ich ihr deshalb nichts sagen würde. Mal davon abgesehen, dass alles aus der Reihe eh Sonderbehandlung ist. Ja Frau Sonnenschein würde sie dann schon ansprechen. Coole Sache wenn man Medikamente nimmt und im Endeffekt keinen Ansprechpartner hat. Fühlt sich wirklich toll an.

Bei der Terminvergabe stand ich nur weinend da. Bin dann auch gegangen. Unten im Haus in der Tagesklinik noch auf die Toilette. Heulend. Da saß ich mal wieder, verletzte mich selbst. Verbandszeug hatte ich natürlich keines dabei. Egal Toilettenpapier tut es auch. Da klopfte es auch schon an der Tür. Alles in Ordnung Frau X. Ach Sie sind es Frau Verstoert. Ich hab mich durch die Tür entschuldigt, versichert das es nicht wieder vorkommt. Sei schon ok und sie ging wieder.

Ich verließ die Toiletten dann und hoffte so, hoffentlich stehen die nun nicht draußen und warten. Was soll ich denen sagen? Peinlich war mir das auch. Also raus und zugesehen das ich verschwinde. Man ist mir zum Glück auch nicht hinter her. Trotzdem ein Scheißgefühl. Und sicherlich wird mich nächste Woche jemand darauf ansprechen. Wisst ihr, ich verstehe es nicht. Ich saß schon stundenlang heulend im stationären (und geschütztem) Aufenthalt und es hat keinen interessiert. Aber nun interessiert es jemand?

Zumindest bin ich gerade ziemlich fertig. Morgen habe ich Physiotherapie. Werde wohl die Wunden am Bauch erklären müssen. Danach treffe ich meine Betreuerin. Der ich letzte Nacht eine komische Mail schickte. Die noch dazu ab Freitag im Urlaub ist und somit morgen nur eine Stunde hat. Heute Nachmittag rief ich sie im Büro an. Dachte vielleicht hilft es mir. Sie nicht da. Aber der Mann der Vertretung machen wird. Ich sei so still, so würde er mich gar nicht kennen.

Was solls…. es dreht sich alles weiter. Vor allem die Gedanken.

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