Wertlos fühlen/ wertlos sein?

Ich fühle mich irgendwie total wertlos. Schäme mich mal wieder was ich bin und auch was aus mir geworden ist usw.

Ich bastle, mache Handarbeiten und bekomme da an sich auch Lob für. Das ich auf Dauer das Leben was ich zurzeit führe nicht weiter führen kann, ist mir irgendwie bewusst. Das u.a. auch die Hobbys eben Geld kosten usw. Ich aber auch gerne mal was von den Sachen verkaufen würde, eben um die Unkosten wieder drin zu haben. Was aber nicht wirklich geht, weil es eine gewerbliche Handlung wäre usw. Aber an sich war ein Nebengewerbe irgendwann mal „geplant“. Scheitert zurzeit an meiner Raucherei. Und das ich eben den amtlichen Teil nicht geregelt bekomme.

Gestern Nacht las ich in diversen Blogs von Leuten die Nähen, Handarbeiten machen usw. Ich war blass vor Neid und Bewunderung. Leider wurde mir auch klar, an die Werke werden meine nie ran reichen. Sehe ich meine „Ziele“ als realistisch an? Ich weiß es nicht mehr. Wobei mir klar ist, ich werde mit meinen Bastlereien nie meinen kompletten Lebensunterhalt finanzieren können. Oder sehe ich mich gerade zu kritisch? Ok die Seiten die ich angesehen habe, da ging es dann schon bewusst teilweise um Sachen, zu denen mir einfach die Ausstattung fehlt. Sicherlich auch teilweise Dinge, die mir zu aufwendig sind oder so. Keine Ahnung.

Meine Betreuerin „nervt“- nein nervt drückt es nicht wirklich aus. Sie regte an, ob ich in eine Tagesstätte will/soll. Ich schwankte zwischen ablehnen oder als Möglichkeit ansehen. Nun ja, heute war das Vorgespräch. Oder eher gestern?

Generell verstehe ich den Sinn und Zweck nicht, gebe ich ja ehrlich zu. Tagesstruktur- etwas, an dem mir nie was gelegen hat. Betreuerin meinte, ich würde sicherlich auch besser schlafen, wenn ich feste Strukturen habe. Was ich weiter bezweifle, denn mein Schlafrhythmus war auch während meiner Arbeitszeiten nie wirklich regelmäßig.

Problem ist auch, dass ich mich vor längerem entschieden habe, meinem Nachtmenschendasein nicht mehr entgegen gesetzt zu handeln. Ich hab mich da unheimlich unter Druck setzen lassen, weil es ja normal so ist, dass man halt früh aufsteht. Ich war aber schon immer eher Nachtmensch. Die Tagesstätte beginnt um 8.30 Uhr. Eine Zeit, zu der ich kaum wach bin. Ab und an lässt es sich nicht vermeiden, dann ist aber auch der ganze Tag gelaufen. Ende wäre um 15 Uhr. Mittagsschlaf klappt bei mir nicht.

Programm…hmmm… 8.30 Uhr bis 9.30 Uhr Frühstücken. Montags dann so was wie eine Gruppenrunde mit Befindlichkeit und so nem Kram. Erinnerte mich sehr an Klinik. Danach stehen drei Gruppen zur Auswahl: Küche, Ergo oder Mosaikwerkstatt. Kochen kann ich eindeutig und nachweislich. Mosaik ist nicht mein Ding. Und naja die letzten Ergotherapeuten konnten mir nicht mehr wirklich viel zeigen. Ja das mag gerade arrogant klingen, aber ich habe leider oft genug erleben dürfen, wie man davon ausging, dass ich ja alles kann usw. (bis hin zu, die Patienten fragten lieber mich).

Einmal die Woche alle zwei Wochen (oder so) Außenaktivität. Fußball oder Schwimmen. Never geh ich in eine Schwimmbad. Und ich hasse Fußball.

Die sind dort zu Dritt. Auf 15 Patienten/ Klienten. Ich war ja auch schon zweimal in einer Tagesklinik und empfand da mehr als 10 Patienten als zu viel. Meine Betreuerin hat mir im Anschluss noch die Therapieräume gezeigt. Keine Ahnung wie da 7-8 Leute drin arbeiten sollen.

Irgendwie hatte ich den Eindruck, ein Mensch muss Arbeit haben? Warum eigentlich? Ja ich klinge gerade faul- was aber eher nicht der Grund für diese Aussage ist. Ich sehe im Arbeiten gehen nicht meine Erfüllung. Könnte aber auch daran liegen, dass ich nie wirklich glücklich mit meinem Beruf war (und mich wahrscheinlich, wenn auch unbewusst, meine Erkrankung/ Psyche schon gepiesackt hat).

Sehr funny war der Teil mit: Welche Diagnose haben Sie denn? Die schob ich erst mal auf. Dann so, kommt drauf an, welchen Arzt Sie fragen: Borderline, Depressionen, chronisch suizidal, Essstörungen und ach ja, irgendwas war da noch mit Schizophrenie*glaub*.

Man hat mir sicherlich generell angemerkt, dass ich nennen wir es geprägt bin. Ich schwanke auch gerade zwischen, das Angebot annehmen, damit man mir nicht (mehr) vorwerfen kann, ich lehne ja alles ab- oder Angebot ablehnen, weil es mir (mal wieder) als Sonderbehandlung ausgelegt wird. Beides im Endeffekt Aussagen des Oberarztes, von dem ich schon mehrfach geschrieben hatte.

Ich hab mich nicht wirklich wohl gefühlt. Bei dem Thema von wegen diese Runde Montags- ich dachte an sich nur, toll, da darf ich dann wieder erzählen wie gut es mir geht, obwohl es nicht so ist. Erwartungen erfüllen. Ja nichts preisgeben und so. Darf ich ja nicht.

Alles in Allem hat das Gespräch in mir eher ein Gefühl von Wertlosigkeit ausgelöst. Meine Betreuerin will wahrscheinlich damit bezwecken, dass ich auch andere Seiten als die bisher erlebten kennen lerne. Trotzdem befürchte ich, ich werde wieder untergehen. War immer so. Ein weiteres Problem wird sein, dass das was mich beschäftigt eben in den therapeutischen Rahmen gehört. Über kurz oder lang wird man mich zur Therapie drängen. Klar wird man mich wieder mal weg schicken, weil nicht zuständig. Was ich in dem Fall verstehen könnte- so vom reinen  logischen her, aber emotional nicht.

Ich stehe somit mal wieder neben mir. In mir tickt es laut: ich will das nicht! Weiß nicht, wie ich gegenüber meiner Betreuerin argumentieren soll. Kommt ja eh wieder, ich soll es doch erst mal probieren. Ich mag nichts mehr probieren. Mag mich nicht fallen lassen und nachher wieder alleine da stehen und die Scherben alleine zusammen kehren müssen. Scherben die ich hätte vermeiden können.

Ich denke, es gibt Menschen, die das wirklich wollen. Denen würde ich einen Platz weg nehmen. Wobei ich eh nur in Kontrastellung wäre. Ich kann schon gar nicht mehr anders. Aber immerhin wäre ich offen und ehrlich. Leider wohl dann auch mit so Sprüchen wie: Wozu soll ich sagen wie es mir geht, wenn ich dann eh nur versichern muss, wie toll es mir geht!

Vielleicht wäre ich da raus, wenn ich mir einen Job suche? Dann wäre ich beschäftigt und hätte Struktur. (Und realistisch betrachtet, würde ich das eh nie schaffen, aber andere wären glücklich)

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