Funktionieren…..

Physiotherapie war ok. Keine Fragen, keine Anmerkungen. War mir an sich ganz recht.

Dafür war der Termin mit meiner Betreuerin eher bescheiden. Meine Kommunikation setzte sich aus weiß nicht zusammen. Bzw. versuchte ich das weiß nicht zu vermeiden. Ohne Erfolg. Klare Frage, wie es denn weiter gehen soll. Weiß ich wirklich nicht. Ich weiß, dass ich mich total im Kreis drehe, aber gerade auch kein Vertrauen zulassen kann. Alles endet immer in den Gedanken zum letzten Klinikaufenthalt.

Sie meint ja, eine andere Klinik würde mich aufnehmen, wenn ich denen nichts von meinen Suizidgedanken erzähle. Halte ich weiterhin für sinnlos. Ich will keine Behandlung mehr, in der ich lügen muss!

Ansonsten weiß ich wirklich nicht wie es weitergehen soll. Momentan funktioniere ich.

Die neuen Tabletten machen auf alle Fälle müde. Aber ich war eh die letzte Zeit dauermüde. Aber immerhin hab ich die letzte Nacht eine halbe Schlaftablette weg gelassen.

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Drehen…. drehen…drehen….

Die Beerdigung ist rum. Ich weiß nun auch, wer in die Wohnung zieht, was vorerst ein wenig die Angst nimmt. Zumindest muss ich scheinbar nicht aus meiner Wohnung raus.

Ansonsten fühle ich mich eher nicht so gut. Ok das zieht sich gerade mal wieder seit ein paar Tagen. Auslöser fallen mir nicht wirklich ein. Aber die Gedanken drehen sich gerade wieder viel um Anna. Immer wieder sind die Gedanken im Kopf. An sich seit dem Erstgespräch in der Tagesstätte? Oder dem Besuch der Schreibwerkstatt am Tag danach?

Der Freitag Abend war an sich relativ gut. Wobei ich vieles an mir bemerkt habe, was ich nicht wirklich gut finde. Ich habe jedes Mal wenn ich rauchen gegangen bin xmal gefragt und hinterfragt, ob ich das darf, ob ich fragen muss und so weiter. Ich glaube auf ganz fremde Menschen hätte ich eigenartig gewirkt. Gut die kannten mich auch anders, wissen aber, dass was nicht stimmt.

Schwierig empfand ich, dass auch eine Freundin von früher dabei war. Keine Ahnung, wann sich unsere Wege wirklich trennten. Aber irgendwie tat es weh. Also das Gefühl, wir gehen keinen gemeinsamen Weg mehr. Sie meinte zu mir, sie kann sich das nicht vorstellen, in dem Alter nicht mehr Arbeiten zu gehen. Ich meinte nur, es sei schon ein Unterschied, ob man entscheidet nicht mehr Arbeiten gehen zu wollen oder ob man nicht mehr Arbeiten gehen kann. Ich würde so normal wirken, was auch andere am Tisch bestätigt haben.

Gestern war dann einiges an Programm angesagt. Beerdigung, dann nach Hause, dann Frau Sonnenschein und Abends noch Trauergottesdienst. Die Beerdigung war ok. Zumindest hat mein Vater sich nicht mit seinen Schwestern gestritten und sich auch jeden Kommentar verkniffen. Daheim hat mich dann eine Mail von Frau Sonnenschein erwartet, die den Termin absagte. Da ging fast die Welt unter. Irgendwie ist meine Hauptbeschäftigung, mir zu überlegen, was ich ihr erzählen darf (und was nicht) und so weiter. Nun ja. Gottesdienst- naja ich kann dem nichts mehr abgewinnen. Ging aber irgendwie auch um das Verzeihen. Ich dachte sofort an Anna. Werde ich ihr je verzeihen können? EInfach so zu ihr sagen, ich verzeihe ihr? Spontane Antwort: Nein.

Heute stand dann der Termin mit der Wunderärztin auf dem Plan. Bei dem ich mal wieder viel am weinen war. Sie aber verstehen kann, dass ich viel erlebt habe und deshalb so reagiere. Das Therapiethema hat sie auch wieder auf den Tisch gebracht. Ich hab ihr erzählt, dass ich aus dem letzten Gespräch dazu resultierend meine Betreuerin angelogen habe. Habe ihr auch gesagt, dass mir die letzte Therapeutin doch gesagt hat, dass ich mich halt selbst verletzten soll, wenn es mir schlecht geht und ich würde der Anweisung fleißig nachkommen.

Ich glaube ihr ist nun spätestens klar, dass ich nicht bereit bin zu reden. Zu klar sind die Anweisungen, dass ich nichts erzählen darf. Zu klar ist mir, was passiert, wenn ich darüber rede, was in mir vorgeht. Wobei ich ihr auch geschildert habe, dass ich bei fast jedem Termin mit Frau Sonnenschein Angst habe, was ich ihr erzählen darf, denn man könnte mir ja das Gespräch mit ihr (also der Wunderärztin) verweigern. Und ja mir war bewusst, der Gedanke ist abgedreht- aber so sind eben meine Gefühle.

Wir versuchen nun ein neues Medikament. Sie hofft auf die antidepressive Wirkung, ich will es, um vom Schlafmittel runter zu kommen. Obwohl- irgendwie will ich das gar nicht. Es garantiert zumindest Schlaf.

Leider habe ich gedacht, ich habe noch Termine auf Vorrat. Da die Wunderärztin ja nur ein paar Stunden dort arbeitet, ist der Zeitraum in dem ich Termine wahr nehmen kann sehr begrenzt. An sich soll ich ja alle vier Wochen zu ihr. Was schon zweimal in einem Abstand von 8 Wochen war. Und prompt gibt es den nächsten Termin erst in 6 Wochen. Ich hab mir Kommentare verkniffen, da sie eh in Vorwürfen mir gegenüber enden.

Wunderärztin meinte, wenn es zu Problemen mit dem Medikament kommen würde, soll ich mich melden. Ich meinte zu ihr, mir sei klar gesagt worden, dass ich mich nur an Frau Sonnenschein wenden darf. Diese aber nun mal keine ärztliche Ausbildung hat und ich ihr deshalb nichts sagen würde. Mal davon abgesehen, dass alles aus der Reihe eh Sonderbehandlung ist. Ja Frau Sonnenschein würde sie dann schon ansprechen. Coole Sache wenn man Medikamente nimmt und im Endeffekt keinen Ansprechpartner hat. Fühlt sich wirklich toll an.

Bei der Terminvergabe stand ich nur weinend da. Bin dann auch gegangen. Unten im Haus in der Tagesklinik noch auf die Toilette. Heulend. Da saß ich mal wieder, verletzte mich selbst. Verbandszeug hatte ich natürlich keines dabei. Egal Toilettenpapier tut es auch. Da klopfte es auch schon an der Tür. Alles in Ordnung Frau X. Ach Sie sind es Frau Verstoert. Ich hab mich durch die Tür entschuldigt, versichert das es nicht wieder vorkommt. Sei schon ok und sie ging wieder.

Ich verließ die Toiletten dann und hoffte so, hoffentlich stehen die nun nicht draußen und warten. Was soll ich denen sagen? Peinlich war mir das auch. Also raus und zugesehen das ich verschwinde. Man ist mir zum Glück auch nicht hinter her. Trotzdem ein Scheißgefühl. Und sicherlich wird mich nächste Woche jemand darauf ansprechen. Wisst ihr, ich verstehe es nicht. Ich saß schon stundenlang heulend im stationären (und geschütztem) Aufenthalt und es hat keinen interessiert. Aber nun interessiert es jemand?

Zumindest bin ich gerade ziemlich fertig. Morgen habe ich Physiotherapie. Werde wohl die Wunden am Bauch erklären müssen. Danach treffe ich meine Betreuerin. Der ich letzte Nacht eine komische Mail schickte. Die noch dazu ab Freitag im Urlaub ist und somit morgen nur eine Stunde hat. Heute Nachmittag rief ich sie im Büro an. Dachte vielleicht hilft es mir. Sie nicht da. Aber der Mann der Vertretung machen wird. Ich sei so still, so würde er mich gar nicht kennen.

Was solls…. es dreht sich alles weiter. Vor allem die Gedanken.

Aufstehen oder Liegenbleiben?

Heute Gespräch mit meiner Betreuerin. Die nur eine Stunde hatte, da wir die zweite Stunde mit meiner Haushaltshilfe verbracht haben.

Thema war das Gespräch zur Tagesstätte. Ich weiß immer noch nicht was ich da wirklich soll…. es wurden auch so viele Gedanken los getreten. Ich sagte ihr halt auch, mein Kopf sagt mir gerade, ich soll es annehmen, weil mir sonst wieder jemand vorwirft, ich boykottiere ja alles und dann sagt mein Kopf, mir wird eh wieder jemand sagen, das ist alles Sonderbehandlung. Und ich kann nun entscheiden, welcher Vorwurf leichter zu verkraften ist.

Tja dann hat das alles keinen Sinn. Sie kann so Sachen auch nicht mehr hören. Kann ich irgendwo ja verstehen, aber es tut verdammt weh. Ich weiß was ich alles getan habe, um irgendwas zu ändern. Was für mich auf einer Geschlossenen endete und man mir dafür Vorwürfe macht, wenn ich krankheitstypische Symptome zeige.

Ich habe Angst, noch mal zu versuchen zu vertrauen. Ich versuche alles vorher abzuschätzen. Ich muss ja schließlich wissen, wie andere handeln. Ich würde mich gegen das was war gerne wehren, aber ich weiß nicht wie. Meine Betreuerin weiß es auch nicht? Vielleicht sieht sie auch keinen Sinn darin?

Warum dürfen Menschen, die man um Hilfe bittet, deren Beruf es ist, sich um Leute wie mich zu kümmern, einen so verletzten, die Schuld auf den Patienten abwälzen und werden dafür noch bezahlt?

Nein ich mag nicht mehr aufstehen. Nicht mehr um Hilfe bitten, denn das darf ich nicht! Ich mag an sich nur noch tot sein. Was ich ihr auch irgendwie gesagt habe. Im Endeffekt würde es wenig bringen, mich nun in DER Klinik unterzubringen, meinte sie. Das würde sich alles wiederholen. Aber man könnte sich langfristig um die Unterbringung in einer anderen Klinik kümmern. Denen ich dann natürlich nicht sagen darf, dass ich akute Suizidgedanken habe. Tolle Sache.

Was wäre es toll, wenn ich beim letzten Klinikaufenthalt nicht mehr um Hilfe gebeten hätte und statt dem einfach gegangen wäre. Welche Ersparnis- die Klinik, die weniger Sonderbehandlung hätte machen müssen, keiner der sich belästigt gefühlt hätte, weil ich bis heute nicht verstehe, warum man mir nicht geholfen hat, keiner der sich hätte überlegen müssen, wie man alles dreht, damit ich als Patientin als Böse da stehe usw.

So werde ich mich nachher zusammen reißen, mit meinen Angehörigen Kaffee trinken gehen. Vorhin bekam ich eine Einladung zur Beerdigung. Was meinen Vater wahrscheinlich zur Weißglut bringen wird, weil er keine bekommen hat. Soll ich ihn fragen, was er meint, warum er hätte eine bekommen sollen?

Morgen treffe ich mich mit Klassenkameraden von früher. Auch hier werde ich wohl versuchen zu funktionieren. Mir graut es davor. Vielleicht lindert es aber auch das Leid. Vielleicht lenkt es ab?

Montag die Beerdigung. Die mir doch ein wenig Angst macht. Aber ein Ziel ist, dass ich erreichen mag. Ziele sind, glaube ich, gut.

Auf ein neues im Kampf um das Leben…..

(und nein, das ist keine Suizidankündigung!)

Der Tod- ein ständiger Begleiter

Ich wohne schon recht lange in meiner Wohnung. Meine Vermieter und deren Familie kenne ich, so lange ich denken kann. Ich bekam die Wohnung damals nur, weil mein Seniorvermieter mit meinem Großvater im Schützengraben lag.

Im Juli wäre mein Seniorvermieter 100 Jahre alt geworden. Am Donnerstag Nacht ist er verstorben. Etwas, mit dem zu rechnen war, was aber auch gleichzeitig traurig stimmt. Es gibt wenige Menschen, die nicht mit mir verwandt sind, die mich schon so lange kennen.

Hin zu kommen so Sachen, wie mein Vater, der in dem Zusammenhang nun gerade sehr stressig ist und die Gedanken, was aus meiner Wohnung wird. Ist hier alles baulich ein wenig eigen und nun ja im Endeffekt habe ich mir mit dem Seniorvermieter fast die Wohnung geteilt. – Schwer zu beschreiben- die Wohnungen sind schon abgetrennt, aber auf einem Stockwerk und ein Teil meiner Wohnung gehört seit Jahrzehnten zu seiner usw.

Mein Vater möchte auf die Beerdigung. Ich auch, deshalb nun gut. Als ich ihm sagte, er muss da schon im Anzug kommen- naja fast Land unter. Großes Gegrummel usw. Scheinbar hat aber Bruderherz auch was zu ihm gesagt. Seit Jahren juckt es ihn nicht wie ich auf den Friedhof komme. Juckte ihn auch nicht, bevor klar war, er trägt zur Beerdigung doch einen Anzug. Ja WIR müssten nun mal sehen, wie wir das am Beerdigungstag machen. Ich denke nun nur noch- bisher hat es dich doch auch nicht gejuckt. Aber im Anzug kann er ja unmöglich bis dorthin laufen. Ich wäre da mit dem Bus hin. Als ich fragte, ob er dann mit dem Auto fährt- am Friedhof ist voll und er bekommt da keinen Parkplatz und wenn er heim kommt, bekommt er bei sich keinen Parkplatz.

Alles andere rund um den Trauerfall stört ihn auch gerade und seine Sprüche dazu sind nur noch nervig. Kann man nicht mal akzeptieren, dass andere Menschen anders trauern? Da wir morgen zum Kaffeetrinken verabredet sind, bin ich auf das was kommt gespannt.

Da ich eh gereizt bin und enorm angespannt, kann ich mir manche Kommentare nur schwer verkneifen. Wobei ich fest gestellt habe, ich habe enorm viel Abstand zu ihm bekommen. Könnte das an dem tollen Weihnachtsgeschenk gelegen haben?

Aber im Endeffekt ist mir gerade auch alles einfach egal…..

Weinen statt Schreiben

Vor Monaten überzeugte mich meine Betreuerin, doch mal zu der Schreibwerkstatt zu gehen, die ihr „Verein“ anbietet. Bzw. war es eher so, dass ich für die wegfallende Ergotherapie für Ersatz sorgen musste. Bisher fand ich es auch ganz nett. Wobei die Gruppe maximal alle 2 Wochen statt findet, eher seltener.

Die Gruppenleiterin erklärt dann immer irgendeine Aufgabe. Solange ich keine Gedichte schreiben muss, ist das auch ok. Ich hasse Gedichte! Ansonsten klappt das recht gut. Wobei ich mich an das Tippen am PC gewöhnt habe und die handschriftliche Arbeit schon mühsam ist. Gerade weil ich nicht so schnell schreiben kann, wie ich denke*g*

Heutige 1. Aufgabe: Sie erklärte, es gibt sicherlich Situationen, in denen man durch ein Missverständnis oder so mit jemand Streit bekommt. Oftmals erwartet dann einer eine Entschuldigung. Man sollte sich jetzt in die Situation dessen versetzen, der eine Entschuldigung erhofft und aufschreiben, wie die aussehen sollte. Also was man sich wünschen würde.

Während sie erklärte, meinte eine Teilnehmerin, wir anderen hätten das letzte Mal gesagt, wir wollen sie nicht, weil sie so alt ist. Zur Erklärung, wir anderen beiden Teilnehmerinnen sind in etwa in einem Alter und flapsen oft auch ziemlich rum. Die besagte Teilnehmerin war beim letzten Mal für mich das erste Mal dabei (sie war aber früher scheinbar schon dabei?). Ich kannte sie aber bereits aus der Klinik. Und wir haben uns mit Sicherheit nicht über ihr Alter ausgelassen.

Die Leiterin erklärte dann weiter. Ich schob die Aussagen der Teilnehmerin dann auch erstmal weg und konzentrierte mich auf das gesagte. Pling- die Gedanken kamen. Wann fand ich mich ungerecht behandelt, sicherlich auch resultierend auf Missverständnissen? Ja, bei allem was irgendwie zum letzten Klinikaufenthalt gehörte. Wobei ich sonst eh noch den Gedanken von gestern nach hing.

Ich saß nur da und dachte so, ich darf keine Entschuldigung erwarten. Jeder darf mit mir machen was er will. usw. Leiterin irgendwann so, ob ich noch da sei? Ja. Ich möchte diese Aufgabe nicht machen. Liefen da schon die Tränen? Keine Ahnung mehr. Ich sagte dann, ich geh eine Rauchen. Leiterin hinter her, was ich an sich nicht wollte.

Sie dachte, es geht um die Diskussion mit der anderen Teilnehmerin. Ich hab ihr dann erklärt um was es geht. Zumindest grob? Später sicher auch teilweise im Detail. Heulend, fix und fertig. Und immer wieder frage ich/ frage ich mich: Warum darf eine Klinik so was machen? Warum kommen die damit durch? Warum darf eine Klinik dem Patienten noch Vorwürfe dafür machen, weil der Patient es wagt, krankheitstypische Symptome zu haben?

Ich hab mal gesagt, man kann mich mit wirklich wenig Sachen richtig bestrafen. Die Klinik hat während der Behandlung auf der Geschlossenen restlos alle Dinge erwischt, mit denen man mich bestrafen kann. Mittlerweile denke ich nur, bestrafen und verletzten kann man jemand nur, wenn man weiß mit was. Was lerne ich daraus? Ich darf meine Ängste niemand anvertrauen, denn man bestraft mich damit!

Die Leiterin meinte, ich sei doch nun so lange nicht mehr in der Klinik gewesen, darauf kann ich stolz sein. Bin ich aber nicht. Denn ich war nur nie mehr dort, aus Angst. Es wäre ein nennen wir es tröstliches Gefühl, zu wissen, ich kann wohin gehen und um Hilfe bitten, wenn es mir schlecht geht. Statt dem lauere ich in Habachtstellung, leiere runter wie gut es mir geht, distanziere mich von Suizidgedanken etc. Das kostet soooo sehr viel Kraft. Es macht Angst. Und es tut verdammt weh.

Ein endloses Karussell und ich finde den Ausstieg nicht. Zwischenzeitlich überlege ich mal wieder, meine Heimatstadt zu verlassen. Denn dann wäre eine andere Psychiatrie für mich zuständig. Ich hänge aber sehr an meiner Heimatstadt…

Und mich kotzt gerade alles mal wieder tierisch an….

Und warum veröffentlicht Word Press den Beitrag nicht? *grübel*- ich war mir sicher, den die Nacht abgeschickt zu haben. Nun ja.

 

Wertlos fühlen/ wertlos sein?

Ich fühle mich irgendwie total wertlos. Schäme mich mal wieder was ich bin und auch was aus mir geworden ist usw.

Ich bastle, mache Handarbeiten und bekomme da an sich auch Lob für. Das ich auf Dauer das Leben was ich zurzeit führe nicht weiter führen kann, ist mir irgendwie bewusst. Das u.a. auch die Hobbys eben Geld kosten usw. Ich aber auch gerne mal was von den Sachen verkaufen würde, eben um die Unkosten wieder drin zu haben. Was aber nicht wirklich geht, weil es eine gewerbliche Handlung wäre usw. Aber an sich war ein Nebengewerbe irgendwann mal „geplant“. Scheitert zurzeit an meiner Raucherei. Und das ich eben den amtlichen Teil nicht geregelt bekomme.

Gestern Nacht las ich in diversen Blogs von Leuten die Nähen, Handarbeiten machen usw. Ich war blass vor Neid und Bewunderung. Leider wurde mir auch klar, an die Werke werden meine nie ran reichen. Sehe ich meine „Ziele“ als realistisch an? Ich weiß es nicht mehr. Wobei mir klar ist, ich werde mit meinen Bastlereien nie meinen kompletten Lebensunterhalt finanzieren können. Oder sehe ich mich gerade zu kritisch? Ok die Seiten die ich angesehen habe, da ging es dann schon bewusst teilweise um Sachen, zu denen mir einfach die Ausstattung fehlt. Sicherlich auch teilweise Dinge, die mir zu aufwendig sind oder so. Keine Ahnung.

Meine Betreuerin „nervt“- nein nervt drückt es nicht wirklich aus. Sie regte an, ob ich in eine Tagesstätte will/soll. Ich schwankte zwischen ablehnen oder als Möglichkeit ansehen. Nun ja, heute war das Vorgespräch. Oder eher gestern?

Generell verstehe ich den Sinn und Zweck nicht, gebe ich ja ehrlich zu. Tagesstruktur- etwas, an dem mir nie was gelegen hat. Betreuerin meinte, ich würde sicherlich auch besser schlafen, wenn ich feste Strukturen habe. Was ich weiter bezweifle, denn mein Schlafrhythmus war auch während meiner Arbeitszeiten nie wirklich regelmäßig.

Problem ist auch, dass ich mich vor längerem entschieden habe, meinem Nachtmenschendasein nicht mehr entgegen gesetzt zu handeln. Ich hab mich da unheimlich unter Druck setzen lassen, weil es ja normal so ist, dass man halt früh aufsteht. Ich war aber schon immer eher Nachtmensch. Die Tagesstätte beginnt um 8.30 Uhr. Eine Zeit, zu der ich kaum wach bin. Ab und an lässt es sich nicht vermeiden, dann ist aber auch der ganze Tag gelaufen. Ende wäre um 15 Uhr. Mittagsschlaf klappt bei mir nicht.

Programm…hmmm… 8.30 Uhr bis 9.30 Uhr Frühstücken. Montags dann so was wie eine Gruppenrunde mit Befindlichkeit und so nem Kram. Erinnerte mich sehr an Klinik. Danach stehen drei Gruppen zur Auswahl: Küche, Ergo oder Mosaikwerkstatt. Kochen kann ich eindeutig und nachweislich. Mosaik ist nicht mein Ding. Und naja die letzten Ergotherapeuten konnten mir nicht mehr wirklich viel zeigen. Ja das mag gerade arrogant klingen, aber ich habe leider oft genug erleben dürfen, wie man davon ausging, dass ich ja alles kann usw. (bis hin zu, die Patienten fragten lieber mich).

Einmal die Woche alle zwei Wochen (oder so) Außenaktivität. Fußball oder Schwimmen. Never geh ich in eine Schwimmbad. Und ich hasse Fußball.

Die sind dort zu Dritt. Auf 15 Patienten/ Klienten. Ich war ja auch schon zweimal in einer Tagesklinik und empfand da mehr als 10 Patienten als zu viel. Meine Betreuerin hat mir im Anschluss noch die Therapieräume gezeigt. Keine Ahnung wie da 7-8 Leute drin arbeiten sollen.

Irgendwie hatte ich den Eindruck, ein Mensch muss Arbeit haben? Warum eigentlich? Ja ich klinge gerade faul- was aber eher nicht der Grund für diese Aussage ist. Ich sehe im Arbeiten gehen nicht meine Erfüllung. Könnte aber auch daran liegen, dass ich nie wirklich glücklich mit meinem Beruf war (und mich wahrscheinlich, wenn auch unbewusst, meine Erkrankung/ Psyche schon gepiesackt hat).

Sehr funny war der Teil mit: Welche Diagnose haben Sie denn? Die schob ich erst mal auf. Dann so, kommt drauf an, welchen Arzt Sie fragen: Borderline, Depressionen, chronisch suizidal, Essstörungen und ach ja, irgendwas war da noch mit Schizophrenie*glaub*.

Man hat mir sicherlich generell angemerkt, dass ich nennen wir es geprägt bin. Ich schwanke auch gerade zwischen, das Angebot annehmen, damit man mir nicht (mehr) vorwerfen kann, ich lehne ja alles ab- oder Angebot ablehnen, weil es mir (mal wieder) als Sonderbehandlung ausgelegt wird. Beides im Endeffekt Aussagen des Oberarztes, von dem ich schon mehrfach geschrieben hatte.

Ich hab mich nicht wirklich wohl gefühlt. Bei dem Thema von wegen diese Runde Montags- ich dachte an sich nur, toll, da darf ich dann wieder erzählen wie gut es mir geht, obwohl es nicht so ist. Erwartungen erfüllen. Ja nichts preisgeben und so. Darf ich ja nicht.

Alles in Allem hat das Gespräch in mir eher ein Gefühl von Wertlosigkeit ausgelöst. Meine Betreuerin will wahrscheinlich damit bezwecken, dass ich auch andere Seiten als die bisher erlebten kennen lerne. Trotzdem befürchte ich, ich werde wieder untergehen. War immer so. Ein weiteres Problem wird sein, dass das was mich beschäftigt eben in den therapeutischen Rahmen gehört. Über kurz oder lang wird man mich zur Therapie drängen. Klar wird man mich wieder mal weg schicken, weil nicht zuständig. Was ich in dem Fall verstehen könnte- so vom reinen  logischen her, aber emotional nicht.

Ich stehe somit mal wieder neben mir. In mir tickt es laut: ich will das nicht! Weiß nicht, wie ich gegenüber meiner Betreuerin argumentieren soll. Kommt ja eh wieder, ich soll es doch erst mal probieren. Ich mag nichts mehr probieren. Mag mich nicht fallen lassen und nachher wieder alleine da stehen und die Scherben alleine zusammen kehren müssen. Scherben die ich hätte vermeiden können.

Ich denke, es gibt Menschen, die das wirklich wollen. Denen würde ich einen Platz weg nehmen. Wobei ich eh nur in Kontrastellung wäre. Ich kann schon gar nicht mehr anders. Aber immerhin wäre ich offen und ehrlich. Leider wohl dann auch mit so Sprüchen wie: Wozu soll ich sagen wie es mir geht, wenn ich dann eh nur versichern muss, wie toll es mir geht!

Vielleicht wäre ich da raus, wenn ich mir einen Job suche? Dann wäre ich beschäftigt und hätte Struktur. (Und realistisch betrachtet, würde ich das eh nie schaffen, aber andere wären glücklich)