Hoffnungslosigkeit….

Irgendwie war alles chaotisch. Ich war noch nie in der Gegend, in der die Praxis ist. Zumindest nicht wissentlich. Busverbindung doof, laufen… naja weit- dachte ich. Laut Google Maps 21 Minuten. Naja ich bin langsamer als der Durchschnitt, außerdem liegt Schnee, könnte glatt sein usw. Also eine gute Stunde vorher aus dem Haus. Durch die Stadt eher geschlendert. Noch ne Brezel gekauft. Straße gleich gefunden. Haus auch gleich gefunden und da waren es noch 45 Minuten bis zum Termin und gute 35 Minuten, bis ich mit meiner Betreuerin vor dem Haus verabredet war.

Die Gegend ist hübsch und seit gestern trage ich auch wieder meine Digicam mit mir rum. So machte ich halt ein paar Fotos von der verschneiten Gegend. Was mich in eine lockere und entspanntere Stimmung kommen ließ. Ich hatte mich ja schon fast mit der Psychiaterin abgefunden, weil eben die Gegend so toll. Im Sommer sicherlich noch toller.

Betreuerin ausnahmsweise pünktlich :-). Wir rein. Sagt mal ist es normal, dass Psychiaterpraxen nachmittags nur zur vollen Stunde die Türen öffnen? Stand da zumindest dran. Naja Termin war ja vormittags. Aber ich liebäugle generell lieber mit Nachmittagsterminen. Aber egal, erst mal abwarten. Aufnahmezimmer chaotisch, aber sympathisch.

Im Wartezimmer war ich gar nicht, weil ich dringend aufs stille Örtchen musste. Nicht sonderlich sauber, aber ging. Sprechzimmer relativ groß, gemütlich mit Sesseln und Couch eingerichtet.

Sie fragte halt, ob ich vorher schon in Behandlung war. Ja seit etwa 2004 an sich durchgehend. Die Frage nach der Diagnose habe ich nicht beantwortet, die gab es ja erst viel viel später. Sie schrieb auch fleißig mit, bis ich meinte, ob ich nett sein soll, ich hätte das schriftlich mit dabei. Schien sie zu erfreuen.

Warum ich eigentlich da sei oder so. Naja weil ich eine fachärztliche Anbindung brauche, bzw. das eben von anderen gefordert wird. Ich wüsste nicht, warum ich da bin. Ja das klingt total schräg- aber ich weiß es selbst nicht wirklich.

Was ich an Medikamenten nehme. Ja *NamedesSchlafmittels*. Sonst nichts? Nein nur noch L- Thyroxin. Konnte sie gar nicht glauben. Auch hier konnte ich dann einen Zettel zücken. Irgendwie hatte ich den Eindruck, sie würde gerne was mit Medikamenten machen? Irgendwie habe ich dazu einer komischen Eindruck gewonnen- kann ich nicht beschreiben. Betreuerin meint es sei nicht so.

Irgendwann fiel das böse Wort Suizidalität. Da meinte ich dann, da hätte ich dann doch ne Frage oder so. Ich fragte ganz direkt, was sie im Falle von akuter Suizidalität machen würde. Dann würde sie mich einweisen. Kein Wort ala Absprachen oder warum ich frage. In mir zog der letzte Klinikaufenthalt und die Monate danach an mir vorbei. Die Tränen liefen. Meine Betreuerin hat dann versucht einzulenken, ich soll sagen, was nun los ist oder so. Halt erzählen, was war. Schien die Ärztin irgendwie nicht wirklich zu interessieren.

In mir ging nur vor, die Klinik hat doch Recht. Warum versuche ich darüber noch zu reden. Es wird alles wie die letzten Monate sein, ich werde weiterhin brav irgendwas versichern müssen, was ich weder versichern kann, noch versichern mag. Die Ärztin ist der Meinung, ich würde von ihr verlangen, dass sie mir verspricht mich nicht einzuweisen. Sorry hab ich mit keinem Wort gesagt. Ich würde sie austesten. Generell neige ich dazu andere auszutesten, das weiß ich auch. Und ich saß in einer Situation, in der das Austesten nicht meine Absicht war. Wobei generell klar ist, denke ich zumindest, ein Erstgespräch ist auch dafür da, andere einzuschätzen???

Ich saß irgendwann da und hatte das Gefühl ich muss mich verteidigen. Ein äußerst ungutes Gefühl. Sie kann dafür was passiert ist Nichts. Aber ich hatte auch nicht das Gefühl, dass sie nur irgendwie versucht auf mich einzugehen oder mir in irgendeiner Weise das Gefühl zu vermitteln, dass ich willkommen bin und mit ihr reden darf.

Meine Betreuerin hat noch gefragt, wie denn die Behandlung aussehen würde. Irgendwie kam die Ärztin nicht auf den Punkt, bis ich die Frage meiner Betreuerin erklärte.

Ich gebe klar zu, ich konnte nicht definieren, was ich eigentlich bei ihr will. Vorrangig wäre mir wichtig gewesen, man gibt mir das Gefühl, dass man mich versteht und man gibt mir ein wenig das Gefühl von Sicherheit. Und das sind eindeutig Dinge, die passieren müssen, die ich nicht auf Abruf haben will. Das passt oder es passt nicht.

Mir wurde überlassen ob ich wieder kommen mag oder nicht. Wenn ich gewusst hätte, wie ich da nun aufstehen kann und gehen kann, hätte ich es getan.

Meine Betreuerin fand die Ärztin toll (?). Ich hab mich weder verstanden gefühlt, noch hatte ich das Gefühl, auf mich wird eingegangen. Auch wenn ich an sich meine Diagnose nicht genannt habe, habe ich mich abgeurteilt gefühlt. Ich denke, auch bei akuter Suizidalität gibt es mehr, als jemand einzuweisen. Meine Betreuerin hatte irgendwas eingeworfen von wegen, ja aber wenn die Patientin absprachefähig ist. Die Ärztin sagte was in der Art, wenn sie als Betreuerin dabei sitzt und die Verantwortung übernimmt,dann wäre das ok. Nur weiß ich, dass meine Betreuerin maximal 3x mit geht. Und ich fand das ziemlich die Verantwortung abgegeben.

Für mich würde sich durch die Anbindung an diese Ärztin nur eines ändern- das mir jemand gegenübersitzt, der außer meinen Klinikaufenthalten und den verschriebenen Medis nichts von mir weiß. Dem ich dann ebenfalls immer wieder erzählen müsste, dass ich mich klar von Suizidalität distanzieren kann.

Meine Betreuerin hat mich zumindest gelobt…. ich wäre ziemlich gut gewesen. Also ich sei zumindest nicht so pampig gewesen wie zur Wunderärztin- hat sie mir bestätigt. Auch sonst sei ich relativ locker und gelassen gewesen.

Wisst ihr was? Die letzten Wochen ging es mir mal relativ gut. Mieser wurde es erst, als ich mich jetzt wieder damit auseinandersetzen musste, was ich anderen erzählen darf/kann. Irgendwie fand ich den Abstand toll. Als ich das meiner Betreuerin sagte, meinte sie nur, dass sei aber auch nicht gut. Komisch- irgendwie wollen doch alle das ich den letzten Klinikaufenthalt und alles was damit verbunden ist als nie geschehen ansehe. Hab ich ja im Endeffekt damit getan.

Ja ich weiß natürlich, bei akuter Suizidalität und so, muss gehandelt werden. Trotzdem hätte ich mir eben gewünscht, dass man sich da mit mir auseinandersetzt. Meine Betreuerin meint, die Ärztin wäre davon ausgegangen, da ich ja schon solange mit dem Thema Psychiatrie zu tun hätte, wären mir alle Abläufe bekannt und sie hätte eben nur das Standardverfahren genannt. Leider ist mir eben nicht alles bekannt… aber egal.

Die Ärztin meinte, dass man mit mir überfordert gewesen sei und deshalb generell so gehandelt hat. Warum aber macht man mir dann Vorwürfe, weil ich es doch tatsächlich gewagt habe, Suizidgedanken zu haben?

Nein ich weiß auch nach fast 9 Jahren Behandlung nicht, wie eine Behandlung beim Psychiater laufen muss. Was aber logischerweise jeder voraussetzt. Ich habe in meiner bisherigen Behandlung aber gelernt, wenn ich Wünsche äußere oder je klarer ich formuliere was ich brauche- naja im Endeffekt wirft man mir eh Sonderbehandlung vor.

Ich für mich habe nur noch das Gefühl, ich muss machen was andere sagen. Ganz speziell halt, dass ich keine Suizidgedanken haben darf. Wozu brauche ich dann aber eine Anbindung an einen Psychiater?

Klar mag es sein, dass man mit mir überfordert gewesen sein mag. Dann kann man das aber auch sagen, statt mich erst abzuschieben, mich dann auf eine Geschlossen zu verlegen, nach dem mir vorher alle versichert haben, genau das wird NIE passieren und dann noch stationsübergreifend die Behandlung meines Falles zu übernehmen, mit dem man überfordert ist. Und auf Nachfragen mich dann konstant abblocken. Davon lerne ich sicherlich nicht, wie ich mit meinen Suizidgedanken umgehe. Ich hab nur eines gelernt, immer wieder zu sagen:
Tag war gut, mir geht es gut, das Leben ist schön,ich kann mich glaubhaft von Suizidgedanken distanzieren.

Und ich bin somit seit Dienstag Nachmittag kaum noch ansprechbar…….

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