Allein geht besser als gedacht- Wunderärztin Part 2

Gestern stand mal wieder ein Termin bei der Wunderärztin an. Faszinierend finde ich ja immer noch, dass die Termine mir als vierwöchentliche Termine angekündigt wurden und ich nun schon das zweite Mal erst 8 Wochen später einen Termin bekommen habe.

Meine Betreuerin weigerte sich ja, noch mal mitzukommen. Angekündigt waren drei gemeinsame Besuche. Ich dachte, sie war nun viermal mit. Bei der Wunderärztin stellte sich nun raus, sie war sogar fünfmal mit *staun*

Meine Gedanken im Vorfeld waren vielfältig. Erster Gedanke, Termin absagen. Einfach um auch mal zu zeigen, Frau Verstoert ist doch nicht soo zuverlässig. Fand ich kindisch und sah auch keinen wirklichen Grund. Sah aber auch keinen Grund dort hin zu gehen. Denn weiter begreife ich nicht, wozu ich eine nervenärztliche Anbindung brauche. Gut zum Verschreiben meines Schlafsmittels. Da sich da aber eh keiner mit auseinander setzt, reicht mir ein Rezept. Ansonsten wurde mir in der PIA an sich ja klar verständlich gemacht, dass ich mit meinen psychischen Problemen dort mit niemand reden darf.

Klar machte es mir Angst, das erste Mal mit ihr alleine zu sein. War auch am überlegen, ob ich nur rein gehe, Rezept geben lasse und wieder gehe. Halt auch mit so Kommentaren, ich hätte Sorge, man würde so ohne Zeugen wieder sonst was behaupten und es sei schwierig das Er sei ein Schwein an einen Oberarzt zu überbieten- da müsste ja schon so was kommen wie, ich habe die Ärztin sexuell belästigt und darauf hätte ich keinen Bock.

Da es mir ja generell irgendwie schon anders geht, als die letzten Monate (und Jahre), fing an sich erst am Wochenende das Gedankenkarusell wieder an, was ich anderen erzählen soll. Denn auch Frau Sonnenschein war ja im Urlaub gewesen. Und auch sie will ja immer irgendwas wissen.

So war ich ein klein wenig verunsichert, wie ich nun mit der Wunderärztin umgehen soll. Hatte klar auch Sorge, dass sie mir gegenüber alleine ganz anders ist, als bei den gemeinsamen Besuchen mit meiner Betreuerin. Noch dazu hatte ich akuten Schlafmangel. Prompt lief mir dann auch noch der Oberarzt auf dem Weg in die Psychiatrie über den Weg. Endete dann auch erst mal mit Klingen auf der Dachterrasse.

Ich war am Anfang des Gespräches eher schweigsam, was die Ärztin verwundert hat. Irgendwann taute ich auf, weil sie halt auch die passenden Fragen stellte. Endlich mal kein Arzt, der sich mir gegenüber setzt und von mir die Gesprächsführung erwartet.

Irgendwie war die Ärztin sehr erstaunt, dass ich mich ziemlich häufig im Internet bewege. Für mich ist das ein Teil meines Lebens. Sie freut sich sehr darüber, dass ich doch soziale Kontakte habe. Denn sie dachte, ich habe keine sozialen Kontakte und das hat ihr wohl Sorgen gemacht. Ob ich soziale Kontakte übers Internet als sinnvoll erachte, stelle ich mal hintenan*zugeb*. Ich hab ihr aber auch gesagt, so Sachen kann man ja fragen.

Das Gespräch war eher Plauderei, aber an sich recht gut. So gut, dass ich zum Schluss meinen Mut aufnahm und sie fragte, ob ihr was einfallen würde, damit ich mein Schlafmittel los werde. Das wollte ich an sich beim 3. Termin schon fragen, das ging dann aber unter in der Aktion, was dieses Team nun an sich macht. Was das Team macht, weiß ich aber immer noch nicht*g*.

Ich konnte auch ein wenig Kritik los werden. Denn ich sagte ihr halt auch, dass ich es schon ein wenig eigenartig finde, wenn man mir sagt, ich muss/soll alle vier Wochen zu ihr kommen, es noch dazu Weihnachten war und im Haus bekannt ist, dass Weihnachten bei mir schwierig ist und man mir dann nur einen Termin 8!! Wochen später gibt. Fand sie auch eigenartig.

Zum Schlafmittel meinte sie, dass ich da weg will ist ihr Recht. Sie hat sich nicht getraut was zu sagen. Es sei ja alles sehr reglementiert gewesen. Also bezogen auf meine Behandlung. Etwas was ich ja auch faszinierend fand, denn sie sagte mir zum Beginn der Behandlung schon, welche Anweisungen sie bekommen hat, was sie bei mir machen darf und was nicht. Irgendwie finde ich es gut, dass sie da doch ein wenig handelt, wie sie es für richtig hält. Auf der anderen Seite weiß ich halt auch, dass sie in ihren Entscheidungen leider nicht so frei ist. Sie hätte mir auch Atosil verschrieben. Etwas was mir die Klinik bisher verweigert hat- die Gründe sind mir nicht bekannt. Ich meinte dazu dann nur, dass ich dann aber damit Probleme hätte, wenn ich im stationären Bereich wäre. Deshalb haben wir das gelassen.

Ansonsten bin ich zwar zurzeit relativ gut und zum Teil auch optimistisch drauf. Was mich sehr verwundert und es auch keine Auslöser gibt. Es einfach so passiert. ABER ich stehe wohl auch ziemlich neben mir. Gestern schickte mir meine Betreuerin eine Mail, dass sie unseren gemeinsamen Termin für ein Vorgespräch zu einer Tagesstätte nicht einhalten kann. Ich konnte mich spontan noch nicht mal daran erinnern, dass wir da gemeinsam einen Termin haben. Ganz dunkel taucht da wieder was auf- aber ich hätte das echt gedanklich verpeilt. Und da ich das morgen mit ihr besprechen wollte- eben kam ne Mail einer Kollegin, meine Betreuerin ist krank. Super Sache. Denn die Termine für nächste Woche sind für mich gerade mal nicht klar. Und gedanklich falle ich da leider auch gerade in ein großes Loch.

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Aufstehen… 1

Ich glaube die Serie an Beiträgen kann ich einfach nummerieren. Irgendwie finde ich das Finden von Überschriften nämlich schwierig.

Ich war gestern ziemlich verstoert, was man sicherlich auch raus gelesen hat. Ich bin auch erst sonst wann ins Bett. War gedanklich auch dabei, gerade mal wieder alles hin zu schmeißen.

Entsprechend lange geschlafen. Aufgestanden und nur so gedacht: Die kann mich mal! – ja klingt böse, unflätig und was weiß ich. Aber irgendwie tat mir das gut. Ach ja mit Die meine ich die gestrige Ärztin.

Dieses Jahr fing ja irgendwie für mich komisch an. Ich bin einer hoffnungsvollen Stimmung, was an sich sonst nicht mein Ding ist. Ich dachte echt, die Phase ist (mal wieder) vorbei. Sie hielt aber lange. Aber irgendwie fange ich wieder an Hoffnung zu haben und bleibe nicht mehr einfach liegen. Nach dem ich Ende letzten Jahres festgestellt hatte, ich habe keinen Bock mehr aufs Kämpfen. Irgendwie funktioniert zumindest das Aufstehen wieder besser. Also Aufstehen im Sinne von wenn einen was psychisch nieder gestreckt hat wieder neu beginnen.

Ich versuche mal wieder mit dem Rauchen aufzuhören. Zumindest hatte ich das bis gestern versucht. Gestern mal wieder gedacht, schaff ich ja eh nicht. Und heute den nächsten Versuch gestartet. Ok Aufhören sofort schaffe ich nicht und das frustriert und ich habe mich zum Minimieren entschieden, was zeitweise auch ganz gut klappt.

Wie ich nun weiter mit der Psychiatersuche verfahre, weiß ich noch nicht. Wird sich finden. Immerhin liebäugle ich damit, doch mal bei der Krankenkasse anzurufen und nach zu fragen. Was immerhin schon mal einen Schritt weiter wäre. Ginge ja anonym aus dem Büro meiner Betreuerin.

Es geht langsam irgendwie in eine andere und hoffentlich bessere Richtung *sichselbstmutmach*

Hoffnungslosigkeit….

Irgendwie war alles chaotisch. Ich war noch nie in der Gegend, in der die Praxis ist. Zumindest nicht wissentlich. Busverbindung doof, laufen… naja weit- dachte ich. Laut Google Maps 21 Minuten. Naja ich bin langsamer als der Durchschnitt, außerdem liegt Schnee, könnte glatt sein usw. Also eine gute Stunde vorher aus dem Haus. Durch die Stadt eher geschlendert. Noch ne Brezel gekauft. Straße gleich gefunden. Haus auch gleich gefunden und da waren es noch 45 Minuten bis zum Termin und gute 35 Minuten, bis ich mit meiner Betreuerin vor dem Haus verabredet war.

Die Gegend ist hübsch und seit gestern trage ich auch wieder meine Digicam mit mir rum. So machte ich halt ein paar Fotos von der verschneiten Gegend. Was mich in eine lockere und entspanntere Stimmung kommen ließ. Ich hatte mich ja schon fast mit der Psychiaterin abgefunden, weil eben die Gegend so toll. Im Sommer sicherlich noch toller.

Betreuerin ausnahmsweise pünktlich :-). Wir rein. Sagt mal ist es normal, dass Psychiaterpraxen nachmittags nur zur vollen Stunde die Türen öffnen? Stand da zumindest dran. Naja Termin war ja vormittags. Aber ich liebäugle generell lieber mit Nachmittagsterminen. Aber egal, erst mal abwarten. Aufnahmezimmer chaotisch, aber sympathisch.

Im Wartezimmer war ich gar nicht, weil ich dringend aufs stille Örtchen musste. Nicht sonderlich sauber, aber ging. Sprechzimmer relativ groß, gemütlich mit Sesseln und Couch eingerichtet.

Sie fragte halt, ob ich vorher schon in Behandlung war. Ja seit etwa 2004 an sich durchgehend. Die Frage nach der Diagnose habe ich nicht beantwortet, die gab es ja erst viel viel später. Sie schrieb auch fleißig mit, bis ich meinte, ob ich nett sein soll, ich hätte das schriftlich mit dabei. Schien sie zu erfreuen.

Warum ich eigentlich da sei oder so. Naja weil ich eine fachärztliche Anbindung brauche, bzw. das eben von anderen gefordert wird. Ich wüsste nicht, warum ich da bin. Ja das klingt total schräg- aber ich weiß es selbst nicht wirklich.

Was ich an Medikamenten nehme. Ja *NamedesSchlafmittels*. Sonst nichts? Nein nur noch L- Thyroxin. Konnte sie gar nicht glauben. Auch hier konnte ich dann einen Zettel zücken. Irgendwie hatte ich den Eindruck, sie würde gerne was mit Medikamenten machen? Irgendwie habe ich dazu einer komischen Eindruck gewonnen- kann ich nicht beschreiben. Betreuerin meint es sei nicht so.

Irgendwann fiel das böse Wort Suizidalität. Da meinte ich dann, da hätte ich dann doch ne Frage oder so. Ich fragte ganz direkt, was sie im Falle von akuter Suizidalität machen würde. Dann würde sie mich einweisen. Kein Wort ala Absprachen oder warum ich frage. In mir zog der letzte Klinikaufenthalt und die Monate danach an mir vorbei. Die Tränen liefen. Meine Betreuerin hat dann versucht einzulenken, ich soll sagen, was nun los ist oder so. Halt erzählen, was war. Schien die Ärztin irgendwie nicht wirklich zu interessieren.

In mir ging nur vor, die Klinik hat doch Recht. Warum versuche ich darüber noch zu reden. Es wird alles wie die letzten Monate sein, ich werde weiterhin brav irgendwas versichern müssen, was ich weder versichern kann, noch versichern mag. Die Ärztin ist der Meinung, ich würde von ihr verlangen, dass sie mir verspricht mich nicht einzuweisen. Sorry hab ich mit keinem Wort gesagt. Ich würde sie austesten. Generell neige ich dazu andere auszutesten, das weiß ich auch. Und ich saß in einer Situation, in der das Austesten nicht meine Absicht war. Wobei generell klar ist, denke ich zumindest, ein Erstgespräch ist auch dafür da, andere einzuschätzen???

Ich saß irgendwann da und hatte das Gefühl ich muss mich verteidigen. Ein äußerst ungutes Gefühl. Sie kann dafür was passiert ist Nichts. Aber ich hatte auch nicht das Gefühl, dass sie nur irgendwie versucht auf mich einzugehen oder mir in irgendeiner Weise das Gefühl zu vermitteln, dass ich willkommen bin und mit ihr reden darf.

Meine Betreuerin hat noch gefragt, wie denn die Behandlung aussehen würde. Irgendwie kam die Ärztin nicht auf den Punkt, bis ich die Frage meiner Betreuerin erklärte.

Ich gebe klar zu, ich konnte nicht definieren, was ich eigentlich bei ihr will. Vorrangig wäre mir wichtig gewesen, man gibt mir das Gefühl, dass man mich versteht und man gibt mir ein wenig das Gefühl von Sicherheit. Und das sind eindeutig Dinge, die passieren müssen, die ich nicht auf Abruf haben will. Das passt oder es passt nicht.

Mir wurde überlassen ob ich wieder kommen mag oder nicht. Wenn ich gewusst hätte, wie ich da nun aufstehen kann und gehen kann, hätte ich es getan.

Meine Betreuerin fand die Ärztin toll (?). Ich hab mich weder verstanden gefühlt, noch hatte ich das Gefühl, auf mich wird eingegangen. Auch wenn ich an sich meine Diagnose nicht genannt habe, habe ich mich abgeurteilt gefühlt. Ich denke, auch bei akuter Suizidalität gibt es mehr, als jemand einzuweisen. Meine Betreuerin hatte irgendwas eingeworfen von wegen, ja aber wenn die Patientin absprachefähig ist. Die Ärztin sagte was in der Art, wenn sie als Betreuerin dabei sitzt und die Verantwortung übernimmt,dann wäre das ok. Nur weiß ich, dass meine Betreuerin maximal 3x mit geht. Und ich fand das ziemlich die Verantwortung abgegeben.

Für mich würde sich durch die Anbindung an diese Ärztin nur eines ändern- das mir jemand gegenübersitzt, der außer meinen Klinikaufenthalten und den verschriebenen Medis nichts von mir weiß. Dem ich dann ebenfalls immer wieder erzählen müsste, dass ich mich klar von Suizidalität distanzieren kann.

Meine Betreuerin hat mich zumindest gelobt…. ich wäre ziemlich gut gewesen. Also ich sei zumindest nicht so pampig gewesen wie zur Wunderärztin- hat sie mir bestätigt. Auch sonst sei ich relativ locker und gelassen gewesen.

Wisst ihr was? Die letzten Wochen ging es mir mal relativ gut. Mieser wurde es erst, als ich mich jetzt wieder damit auseinandersetzen musste, was ich anderen erzählen darf/kann. Irgendwie fand ich den Abstand toll. Als ich das meiner Betreuerin sagte, meinte sie nur, dass sei aber auch nicht gut. Komisch- irgendwie wollen doch alle das ich den letzten Klinikaufenthalt und alles was damit verbunden ist als nie geschehen ansehe. Hab ich ja im Endeffekt damit getan.

Ja ich weiß natürlich, bei akuter Suizidalität und so, muss gehandelt werden. Trotzdem hätte ich mir eben gewünscht, dass man sich da mit mir auseinandersetzt. Meine Betreuerin meint, die Ärztin wäre davon ausgegangen, da ich ja schon solange mit dem Thema Psychiatrie zu tun hätte, wären mir alle Abläufe bekannt und sie hätte eben nur das Standardverfahren genannt. Leider ist mir eben nicht alles bekannt… aber egal.

Die Ärztin meinte, dass man mit mir überfordert gewesen sei und deshalb generell so gehandelt hat. Warum aber macht man mir dann Vorwürfe, weil ich es doch tatsächlich gewagt habe, Suizidgedanken zu haben?

Nein ich weiß auch nach fast 9 Jahren Behandlung nicht, wie eine Behandlung beim Psychiater laufen muss. Was aber logischerweise jeder voraussetzt. Ich habe in meiner bisherigen Behandlung aber gelernt, wenn ich Wünsche äußere oder je klarer ich formuliere was ich brauche- naja im Endeffekt wirft man mir eh Sonderbehandlung vor.

Ich für mich habe nur noch das Gefühl, ich muss machen was andere sagen. Ganz speziell halt, dass ich keine Suizidgedanken haben darf. Wozu brauche ich dann aber eine Anbindung an einen Psychiater?

Klar mag es sein, dass man mit mir überfordert gewesen sein mag. Dann kann man das aber auch sagen, statt mich erst abzuschieben, mich dann auf eine Geschlossen zu verlegen, nach dem mir vorher alle versichert haben, genau das wird NIE passieren und dann noch stationsübergreifend die Behandlung meines Falles zu übernehmen, mit dem man überfordert ist. Und auf Nachfragen mich dann konstant abblocken. Davon lerne ich sicherlich nicht, wie ich mit meinen Suizidgedanken umgehe. Ich hab nur eines gelernt, immer wieder zu sagen:
Tag war gut, mir geht es gut, das Leben ist schön,ich kann mich glaubhaft von Suizidgedanken distanzieren.

Und ich bin somit seit Dienstag Nachmittag kaum noch ansprechbar…….

Neuer Versuch

Nach dem ich nun ziemlich genau 5 Jahre an die PIA angebunden bin, habe ich morgen einen Termin zum Erstgespräch bei einer niedergelassenen Psychiaterin. Irgendwie bin ich damit aber gerade nicht wirklich glücklich. Ok war auch mal wieder ein wenig chaotisch und ich hätte mich vielleicht nicht spontan darauf einlassen sollen? (Randinfo ich wollte zu einer anderen Ärztin der Praxis, die aber nun weg geht….mir wurde dann ein Termin bei dieser Ärztin gegeben).

Ich weiß nicht wirklich was mich erwarten wird.Das ich Borderline habe, wird sie schon wissen. Ich hab ja auch gleich am Telefon gesagt, dass ich eine schwierige Patientin bin. Aber bin ich das wirklich oder ist das nur meine Reaktion auf die Aussagen diverser PIA Mitarbeiter?

Momentan stehe ich der Ärztin leider nicht mehr wirklich neutral gegenüber. Sie hat mal in der anderen PIA gearbeitet. Genau das wollte ich an sich vermeiden. An Angestellte der PIAs zu geraten.

Mehr als abwarten kann ich nicht. Nächste Chance für einen neuen Termin bei einer anderen Ärztin wäre dann leider erst im April. Und irgendwie bin ich da gerade ungeduldig.

Heute war ich beim Schmerztherapeut. Boah der war so nett. Hat mir nun doch Krankengymnastik verschrieben. Meinte, wenn das nicht hilft, fällt ihm noch mehr ein. So viel Einsatz habe ich bisher nie erlebt. Egal ob es nun wegen dem Rücken oder der Psyche war.

Er empfahl mir, falls ich Bedenken habe wegen der Krankengymnastik, soll ich dort eben offen ansprechen, dass ich da eventuell Probleme habe. Ich soll ruhig sagen, dass er und seine Frau (meine Hausärztin) sich viel Zeit genommen haben. Nun muss ich mich nur aufraffen, dort einen Termin zu machen.

Auf dem Heimweg dachte ich nur, ich hätte ihn fragen müssen, ob das Sonderbehandlung ist. Wollte ich ja an sich auch vorher. Ok ich wollte ihm auch sagen, dass ich psychische Gründe ausschließen kann und das habe ich auch vergessen. Aber das Sonderbehandlungsding geht mir nicht aus dem Kopf- also so generell. Warten wir es einfach mal ab :-)

Machtlosigkeit….

Irgendwie beschäftigt mich das seit Tagen, auch wenn es mich nicht direkt betrifft und wohl nie direkt selbst betreffen wird.

Rückblende- ein Klinikaufenthalt vor wenigen Jahren

Eine Mitpatientin. Jung, hübsch, schlank. An sich haben wir uns gut verstanden. Wie das halt ist, wenn man die selbe Erkrankung hat. Wir traten an sich nur zusammen auf.

Die Pflege war ihr auch eher sehr zugetan. U.a. weil sie eben so jung war. Manche Pfleger waren ihr mehr zugetan, weil sie eben auch sehr hübsch ist. Kam auch vor, dass wir beide uns unterhielten, einer der zwei jungen Pfleger dazu kam und man mich mitten im Wort unterbrach und man sich ihr zu wendete. Oder Bezugspflegerwechsel bei uns beiden (vorher hat man uns gesagt, das geht grundsätzlich nicht, dann hat man uns Nachts zwischen Tür und Angel jeweils neue Bezugspfleger zugeteilt)- meiner hat mir immer zu verstehen gegeben, dass er lieber sie gehabt hätte.

Besagte Patientin merkte natürlich auch, dass die beiden Herren naja nennen wir es schwanzgesteuert orientiert gehandelt haben. Irgendwann erzählte sie mir, der eine hätte Nachtschicht gehabt und wäre Nachts bei ihr im Zimmer gewesen und habe zu ihr gesagt, sie soll doch mal aufstehen, damit er sie in HotPants bewundern kann. Für mich eindeutig ein sehr großer Schritt zu weit. Des weiteren hat er sie mehrmals Nachts wach gemacht mit so Worten wie: Wenn ich wach sein muss, kannst du auch wach sein.

Noch während unserem Aufenthalt vertraute ich mich jemand an. Klare Ansage, Patientin soll sich bei meiner Vertrauensperson melden. War keiner der direkt auf Station arbeitet und wir kannten die Person beide. Wollte meine Mitpatientin nicht, auch aus Angst.

Nach ihrer Entlassung erzählte ich die Sache einem anderen Pfleger. Der war stocksauer. Sagte dann aber, er kann nur was machen, wenn sie selbst was sagt. Und sie sei halt eben nun auch entlassen.

Monate später, ich war zu einem ambulanten Termin im Krankenhaus, traf ich sie. Sie sei wieder mal auf Station. Da erzählte sie auch, besagter Pfleger macht wieder ihre Bezugspflege. Man merkte ihr auch klar ihre Angst an. Der Pfleger mit dem ich gesprochen hatte, der hatte leider gerade Urlaub, sonst hätte der was gemacht.

Ich überlegte, wie ich damit umgehen kann. Im Endeffekt kann sie vom Alter her fast meine Tochter sein. Somit sprach ich meinen Therapeuten erst grob an. Therapeut war in dem Fall auch der zuständige Oberarzt. Naja Ende vom Lied, ich erzählte ihm alles. Auch ihn machte das sprachlos. Aber auch er konnte nur handeln, wenn sie was sagt. In der Oberarztvisite hat er wohl zu ihr gesagt, er habe gehört, sie will was mit ihm besprechen. Er hat ihr quasi die Kuppe seines Zeigefingers gereicht- mehr nicht. Sie wusste aber, dass ich es ihm erzählt habe. Aber sie hatte weiterhin Angst, dass sie dafür bestraft wird. Was ich durchaus nachvollziehen kann.

In meinem Umfeld wissen ein paar von der Sache. Also im professionellen Umfeld. Irgendwann wurde ich darauf angesprochen. Ob ich Namen wüsste. Klar weiß ich die. Man hätte da wohl noch einen Fall einer Patientin. Ende vom Lied, auch diese Patientin traut sich nicht was zu unternehmen und allen sind die Hände gebunden. Wobei die Klinik in dem Fall wohl nichts davon weiß.

Letzte Woche plaudere ich mit einer Patientin vorm Haus. Irgendwie meine ich zu ihr, ach du bist ja eh immer auf Station X(nicht die Station von der ich vorhin sprach!) behandelt worden. Sie nur, nicht mehr, seit dem sie einen Pfleger angezeigt hat.

Dort war es wohl so, dass es keine Besprechungszimmer gab. Einer der Pfleger stand daraufhin im Zimmer jüngerer Patientinnen, passender weise immer wenn sie sich umzogen…. er dürfe das, weil er ja Bezugspfleger sei und so weiter. Die Patientinnen hatten auch Angst. Wandten sich aber an eine Mitpatientin. Diese ist dann zur Verwaltung. Ende vom Lied: Es gibt nun ein Besprechungszimmer. Der betroffene Pfleger hat eine Abmahnung bekommen. Mehr ist nicht passiert.

Ich war nur sprachlos. Meinte die Frau die mir die Sache erzählte- der Mann sei seit über 15 Jahren im Haus. Noch dazu Fachkrankenpfleger. Noch dazu haben die Personalmangel. Dem kann man nicht kündigen.

Da werden Pfleger übergriffig gegenüber Patientinnen, die dort unter ihrem Schutz stehen und es passiert absolut NICHTS. Ich war bei meiner „Freundin“ schon sprachlos, dass absolut Null passiert ist. Besagter Pfleger ist dort immer noch. Ich habe keine Sorge, dass mir das mal passieren wird, dazu passe ich einfach in kein Beuteschema. Bin zu alt, zu dick und hässlich. Aber wenn bei so Dingen, die ich persönlich nicht mehr als harmlos empfinde, Null gemacht wird, wie wird dann bei kleineren Sachen gehandelt?

Meine „Freundin“ hat nach einem ihrer Klinikaufenthalte eine Beziehung mit einem anderen Pfleger begonnen. Ich habs auch erst mitbekommen, als die Sache quasi aufflog. Ergebnis: Er musste auf eine andere Station- eine nicht- psychiatrische Station. Auslegungssache, wie man das findet. Sie ist weiter ambulant an die Klinik angebunden gewesen. Ob es noch so ist, weiß ich nicht. Aber die beiden leben immer noch zusammen, so weit ich das weiß. Auf alle Fälle hatte sie die behandelnde Ärztin mal angesprochen wegen einem geplanten stationären Aufenthalt, bevor sie abdreht. Diese hat sich an den Oberarzt gewendet und naja, meine Freundin wird nicht aufgenommen. Begründung: Sie hat eine Beziehung mit einem Pfleger angefangen.

Ich hab ihr noch ein oder zwei Optionen nennen können, wie man sie trotzdem nehmen müsste. Sie will das nicht, da sie Angst hat dann darunter leiden zu müssen, dass man sie hat nehmen müssen. Kann ich verstehen. Mittlerweile wird sie im Notfall wohl aufgenommen- Notfall heißt hier, ihr BMI ist so niedrig, dass es lebensbedrohlich ist.

Leider ist das die einzige Klinik die hier behandelt. So viel zum Thema freie Klinikwahl. Wobei ich die Begründung zum Kotzen finde. Pfleger, die Patienten sexuell belästigen, denen passiert nichts. Patientinnen, die mit einem Pfleger außerhalb!!!! eines Klinikaufenthalts eine Beziehung haben, werden aber bestraft.

Als Patient fühlt man sich machtlos, wenn man von solchen Sachen hört oder sie halt live mitbekommt.

Neues Jahr- Neues Glück?

Die liebe verstoert geht seit Jahren an Silvester vor 0 Uhr ins Bett. Nur ja nicht den Jahreswechsel mit bekommen. Nicht abseits neben all den Feiernden stehen. Ja nicht neben glücklichen Pärchen stehen usw. Selbst als ich über Silvester im Krankenhaus war, blieb ich dem treu. Wenn auch mit zahlreichen Hilfsmittel, die ich daheim natürlich noch mehr ausnutze. Keine Sorge, ist weitgehenst ärztlich abgeklärt. Bzw. ist mir generell erlaubt, die Medis so weit hoch zu fahren.

Dieses Mal wirkte auch mein Ohropax. Im Jahr davor konnte ich wegen der Knallerei erst nicht einschlafen. Dieses Mal drehten sich mehr die Gedanken und die Angst. Aber die Dosis war wohl hoch genug und ich war früh genug weg. Dafür war ich dann auch dementsprechend früh wach.

Mittlerweile versuche ich wieder in den Alltag rein zu kommen. Irgendwie habe ich zwar keine Struktur, aber die Feiertage haben mich noch mehr aus der Bahn geworfen. Aber die Woche ist ja noch nicht zu Ende.

Die Gedanken sind zur Zeit einigermaßen still. Ich wette sie werden sich nächste Woche pünktlich zum ersten Termin mit Frau Sonnenschein wieder einstellen. Irgendwie laufe ich im Sparmodus *grübel*

Vorsätze habe ich nicht wirklich. Hoffnungen ala gesund werden etc., habe ich schon lange aufgegeben. Immerhin wollte ich mit dem Rauchen aufhören. Nikotinkaugummis schmecken echt scheiße- halten aber nur halb vom Rauchen ab. Also werde ich nun täglich neu starten. Ich habe mich nun für minimieren entschieden. Ganz klappt eh nicht.

Ich habe aber beschlossen, die ambulante Anbindung an die Klinik zu beenden. Ende Januar habe ich einen Termin bei einem niedergelassenen Arzt. Noch gefällt mir das nicht ganz und die Anbindung an die Klinik läuft auch noch. Eine Überweisung pro Quartal stellt mir meine Hausärztin aus. Vielleicht sollte ich beim ersten Termin mal fragen, ob man mir eine Überweisung zu einem weiteren Facharzt gibt? Kommt zwar doof- aber ich bin so weit, dass ich mich nicht mehr arrangieren mag, sondern eine Behandlung will, mit der ich Leben kann! Auch wenn das doof klingt. Somit denke ich, der Wechsel wird bis spätestens zum dritten Quartal 2013 über die Bühne sein.

Ansonsten steht mein 40. Geburtstag an. Meinen Kinderwunsch werde ich dann auch beerdigen können. Ja man kann mit über 40 noch Mutter werden usw. Aber für mich war das immer die Grenze.

Ansonsten lasse ich immer zum Jahresende das Jahr Revue passieren. Irgendwas positives finde ich immer. Aber für 2012 würde ich nur verzweifelt versuchen irgendwas schön zu reden. Gerade 2012 sind so viele Sachen passiert, die mir im Endeffekt den Boden unter den Füßen weg gezogen hat. Obwohl so viel ist nicht passiert. Nur das „Theater“ in der Klinik.

Meine Betreuerin meinte, es kann ja nur besser werden, als ich ihr sagte, 2012 war mein beschissenstes Jahr. Ich zweifle daran noch. Denn es wurde immer schlechter. Ein klein wenig Optimismus habe ich zwischenzeitlich. Mal sehen wie es weiter geht.