Rücken kontra Weihnachten

Mein Rücken plagt mich weiterhin. Meine Hausärztin hat mich zwischenzeitlich an ihren Mann, einen Schmerztherapeut weiter verwiesen. Fand ich irgendwie total süß. Ich kam in ihr Sprechzimmer, hatte ein tierisch schlechtes Gewissen. Sagte ihr halt mein Rücken wird nicht besser. Das war eine halbe Woche vor Heilig Abend. Sie steht auf, sagt sie kommt gleich wieder und verschwand aus dem Sprechzimmer. Dann kam sie wieder und meinte, ob ich mich auch von ihrem Mann untersuchen lassen würde. Wobei ich ja zwischenzeitlich schon bei ihrer Kollegin war, weil ich eben zufällig an ihrem freien Tag in der Praxis war.

Die Spritze half nicht wirklich. Die Tabletten leider auch nicht und ich rief am Freitag vor Weihnachten noch mal an. Da die Sprechstundenhilfe in einer Praxis sitzen, die Ärzte aber in unterschiedlichen Praxen… naja als ich kam, fragte mich seine Sprechstundenhilfe, ob ich zu ihm will. Er habe wohl schon gesagt, könnte sein, dass ich noch mal komme.

Im Januar habe ich einen Termin bei ihm. Ich hab ja öfters Rückenschmerzen. Ich befürchte aber, es wird ein ist ja alles psychosomatisch draus werden. Aber ich kann es ja mal abwarten.

Weihnachten war also von Rückenschmerzen begleitet. Emotional ging es. Zumindest bis zu dem Moment, in dem ich das Geschenk meines Vaters auspackte. Zum Glück als er nicht da war. Er prahlt immer damit, wie er Obdachlosen und anderen Bedürftigen Sachen schenkt, die er einfach nur los werden will. Ein Großteil der Sachen gehört eher auf den Müll. Ist ihm auch egal, was die damit machen, Hauptsache er ist es los und die sollen froh sein, dass sie was bekommen. An Weihnachten traf es mich, was mich sehr verletzt hat. Ich kann dem Geschenk auch nichts positives abgewinnen. Ich stehe für ihn also auf der selben Stufe wie ein Obdachloser und sollte froh sein, dass ich was bekomme?

Mir geht es nicht um das Geschenk an sich. Mir geht es um die Art Respekt die er mir damit zeigt. Nämlich keinen. Auch die Form von Wertschätzung, die er mir damit zeigt. Ebenfalls keine. Mir war vorher schon klar, egal was ich mache, ich werde nie so sein, wie er es gerne hätte. Aber das tat dann doch verdammt weh.

Klar ist er ein wenig unbeholfen und so weiter und hat sicherlich… ist mir aber im Endeffekt egal. Ich kann es nicht ändern.

Dafür haben mich Leute, die ich aus dem Internet kenne, reichlich bedacht. Und alles mit so viel Liebe ausgesucht und es hat auch echt alles gepasst. Was mich zugleich erfreut, aber halt auch traurig macht, dass im Endeffekt fremde Menschen so was hinbekommen. Ok so fremd sind sie nicht, denn viele die mir was geschenkt haben, keine ich auch in Natur und Farbe und mit Anfassen und so. Auch wenn ich sie lange nicht mehr real gesehen habe.

Auch Frau Sonnenschein drückte mir heute ein Päckchen in die Hand. Was mir an sich nicht wirklich recht ist oder ich es eben skeptisch betrachte. Im Endeffekt hat die Klinik doch klar Stellung gegen mich bezogen? Bis Weihnachten letztes Jahr sind Frau Sonnenschein und ich immer zu Weihnachten und zu meinem Geburtstag Essen gegangen. Sie hat mich eingeladen. Ich habe das irgendwie schon genossen und auch als große Ehre wahr genommen. Das gab es zum Geburtstag schon nicht mehr. Ich habe auch nie gefragt, denn ich wollte mich nicht selbst einladen.

Nachdem mich aber mein Arzt im Mai raus geschmissen hat und das mit Mein Verhalten müsste Konsequenzen haben erklärt hat, gehe ich davon aus, dass eben so Sachen wie das Essen gehen mit Frau Sonnenschein damit auch gestrichen wurden. Etwas, was ich ebenfalls bis heute nicht verstehe. Ich stelle eine Frage, er flippt aus, wir werden beide sauer und ich alleine muss die Konsequenzen tragen? Inklusive der Behauptung, ich hätte ihn ein Schwein genannt? Aber egal.

Die Gedanken drehen sich weiterhin viel um die Klinik. Wobei mir gerade generell der Abstand zu allem scheinbar ein wenig gut tut. Auch das Wissen, Betreuerin bis nächstes Jahr im Urlaub und so weiter. Wobei die letzte Woche generell stressig war und wir auch nur einen Termin für eine Stunde alleine hatten. Was klar mal wieder von Tränen unterbrochen war. Aber ich glaube sie hat zum ersten Mal klar gesagt, dass sie nicht denkt, dass ich in der Klinik weiterhin glücklich werde, da ich es gar nicht mehr schaffe da irgendwas zu trennen. Sie bezog sich hier auf die ambulante Anbindung. Wie das im Falle eines stationären Aufenthalts aussehen würde, ist weiter fraglich. Also sie sagt, dass kann man mit nieder gelassenen Ärzten absprechen. Meine Erfahrungen sagen mir aber, im Falle akuter Suizidalität ist diese Klinik zuständig.

Lügen ist nicht gut

Lügen sind keine tolle Sache und ich bin da auch ziemlich kleinlich. Was durchaus auch von Nachteil sein kann. Immerhin gelte ich im Kreis der Behandler als superzuverlässig, was ich nicht immer als angenehm empfinde. Und im Zweifelsfall nutzt mir das eh nichts :-(.

Schon am Donnerstag Abend fing ich an, die Lüge an meine Betreuerin zu bereuen. Zweifelte ob der Weg der Richtige war. Haderte auch am Freitag mit mir. Irgendwann dachte ich so, rufste mal an. Wenn sie dran geht und da ist, dann erzählst du es ihr und schleppst es nicht durch das Wochenende. Natürlich erreichte sie nicht.

Samstag ereilte mich ein Hexenschuss. Der mir dann ein bewegungsloses Wochenende ohne Ablenkung bescherte. Ich lag nun weinend vor Schmerzen im Bett oder der Wohnung. Noch dazu war ich bei meinem Bruder eingeladen, dem ich absagte, wegen Wetter und Hexenschuss. Was mir einen Anruf meines Vaters einbrachte, dass er absolut keine Probleme mit dem Bus hatte.

Montag beschloss ich doch zu meiner Hausärztin zu gehen. Deren Budget hab ich dieses Quartal echt sehr strapaziert. Deswegen war ich ein wenig besorgt. Mir graute es außerdem vor der Busfahrt dahin. Irgendwann rief ich dann doch mal meinen Vater an, ob er mich fahren kann. Was er auch tat.

Spritze und nun warte ich ab. Meine Hausärztin nimmt ohne Termin nur zur Notfallsprechstunde Patienten. Die ist von 11 bis 11.30 Uhr. Miese Zeit für mich, die eher Nachtmensch ist. Diese Woche ein weiteres Problem, da ich außer Freitag um 11 Uhr bereits andere Termine habe.

Somit habe ich vorhin mit meiner Betreuerin telefoniert. Wir treffen uns nun dort beim Arzt. Dann sehen wir weiter. Dabei erzählte ich ihr auch meine Lüge. Sie hinterfragte mindestens die Gründe. Sie meint, wenn ich mich auf eine Therapie nicht einlassen kann, hat sie eh keinen Sinn. Und ihr wäre so halbwegs klar gewesen, dass ich die Therapie, die ich ja angeblich hatte, nur machen würde, anderen zu liebe.

Im Gespräch kam sie auch darauf, dass ich ja viel zu sehr auf Absprache bestehen würde. Als Beispiel führte sie die Situation am Donnerstag an. Ist es wirklich so, dass ich mich nicht mehr auf Absprachen verlassen soll? Ich führte als Gegenargument an, im stationären Bereich würde man mich raus schmeißen, wenn ich gegen Absprachen verstoßen würde. Ach stationärer Bereich, es geht um den ambulanten Bereich. Ich meinte dann nur, was sie denn machen würde, wenn ich zu einem Termin nicht käme. Im Endeffekt nichts. Was mich sehr wundert, da das so absolut ungewöhnlich für mich wäre.

Mit dem Hexenschuss bricht aber auch gerade meine Planung zusammen. Ich habe keine Plätzchen gebacken, mit meinen Einkäufen hänge ich auch hinter her, Weihnachtsgeschenke habe ich auch noch keine gebastelt, meine Wäsche stapelt sich und die Wohnung sieht nicht viel besser aus. Leider nichts, was ich an meine Haushaltshilfe abgeben kann. Mir graut es vor Weihnachten, weil ich auch noch nicht weiß, wie sich meine Angehörigen das für dieses Jahr vorgestellt haben.

Ich nehme aber gerade mal halbwegs erleichtert mit, dass meine Betreuerin nicht gleich gesagt hat, sie schmeißt die Betreuung hin. Was aber noch kommen könnte? Ich könnte es dann zwar vom Intellekt her verstehen, aber sonst wahrscheinlich mal wieder nicht.

Neben sich stehen

Irgendwie stehe ich immer noch neben mir. Gestern war ich bei dem Mensch von der Telefonseelsorge. Irgendwie liefen dann auch nur die Tränen. Aber im Endeffekt muss er sich absichern, was mir durchaus bewusst ist. Aber er war mindestens so nett und hat keine Absprache mit mir erwartet. Ich glaube ihm war klar, dass ich den Spruch eh nur runter rasseln würde.

Heute lief ich eher auf ferngesteuert. Geplant war ein Termin mit meiner Betreuerin, denn wir in die Stadt verlegt hatte. Geplant war, da heute auch eine Veranstaltung der Organisation des Betreuten Wohnens war, zu der ich seit kurzem regelmäßig hingehe, dass sie mich dort hin bringt. Liegt in der Nähe ihres Büros und wir haben den Termin heute extra so gelegt. Mir war das auch wichtig, weil ich es einfach nett finde. Ein wenig wie ein Ritual. Und von der Stadt aus, ist das ein ganzes Stück zu laufen. Wäre das nicht so geplant gewesen, hätte ich mir eine Busfahrkarte geliehen und wäre gefahren.

Ich plante also, ich geh früher aus dem Haus, weil ich noch zur Bank muss. Dann könnte ich noch in einem bestimmten Laden vorbei schauen. Dann treffen mit meiner Betreuerin, dass machen was abgesprochen war. Damit wir pünktlich zum Ende der Stunde vor ihrem Büro sind, könnten wir noch einen Buchladen aufsuchen, weil ich ein bestimmtes Buch wollte und dann noch in Laden X vorbei gehen und dann eine Schleife zu ihrem Büro laufen.

Wir waren das erledigen, waren dann im Buchladen und ich schlug vor, wir laufen nun so und so. Da kam von ihr, nein sie käme nicht mit, sie hätte noch einen Termin in der Stadt und würde in der Stadt bleiben und nicht mehr ins Büro gehen. Ich schluckte innerlich, wandte mich ab und murmelte vor mich hin, so viel zum Thema Absprachen. Sie hat es mitbekommen und meinte nur, ich solle nicht schon wieder alles so eng sehen und so weiter. Das sei kindisch usw.

Auch wenn es doof klingt. Mir fällt das total schwer. Da fand eine Absprache statt, die hieß, wir haben einen Termin zusammen, den wir bewusst so legen, dass sie mich danach zu dem nächsten Termin bringt. Ich habe ihr auch durchaus klar gemacht, dass mir das gut tut. Hätte sie das die Woche schon gesagt oder zumindest irgendwann mal, wäre das was anderes gewesen, als einfach irgendwann zu sagen, ne mache ich nun plötzlich doch nicht mehr. Aber wir hätten ja noch 30 Minuten von unserem Termin. Sehr sinnig, wenn der Termin so geplant war, dass ich direkt!!! im Anschluss quasi am anderen Ort gewesen wäre. Nun aber mitten in der Stadt stand, mit einem wesentlich weiterem Fußweg.

Wisst ihr, ich würde mich gerne in kleinen Dingen sicher fühlen. Wissen, da kann ich mich verlassen. Wenn Kleinigkeiten schon nicht klappen, wie sieht es dann mit schwierigen Sachen aus? Im Endeffekt egal.

Aber da ich ja mein bisheriges Verhalten eh ändern wollte- ich finde es an sich durchaus richtig, seine Bedürfnisse zu äußern und so weiter…. ich nehme es so hin, gehe aber nun erst Recht davon aus, ich kann mich nicht auf sie verlassen. Was ich vorher an sich schon wusste.

Ich habe ihr erzählt, ich hätte am Montag ein Erstgespräch bei einem Therapeuten. Wie ich das gemacht hätte? Ja angerufen. Wo ich den her habe. Ja ich hab gegoogelt. War das eine blaue Seite? Ja war es.

Später fragte sie dann, ob der Therapeut mein Krankheitsbild denn behandeln würde und ob er wäre, wie ich mir das wünsche. Oder ob ich das alles beim Ersttermin erfahren würde. Und naja sei ja gut, dass ich so schnell einen Platz gefunden habe.

Als wir uns verabschiedeten, fiel ihr ein, mich mal zu fragen, ob ich Begleitung brauche. Ich meinte nur, ob sie am Montag arbeitet. Nein natürlich nicht. Sie könnte ja nicht wissen, dass der Termin am Montag ist. Doch habe ich ihr gesagt. Dann hat sie das wohl nicht mitbekommen.

Aber ich war generell irgendwie abwesend. Die ganze Zeit. Lief dann wie fern gesteuert zum nächsten Termin. Weinend, herum irrend. Zum Glück lebe ich hier schon so lange, dass so was meistens klappt. Dort erst mal aufs Klo. Heulen. Leider Klingen daheim vergessen.

Ich rede mir gerade ein, dass Sachen, die ich als schlimm empfinde (gerade was im professionellen Rahmen), nicht schlimm und richtig sind. Für Leute die das Gebiet gar nicht kennen, ich empfinde es auch als richtig, wenn wir Patienten Sachen essen müssen, die andere Patienten vorher abgelutscht haben. Wenn mich das stört, bin ich ja eh zu dick und kann auf die Nahrungsaufnahme verzichten- wie kann ich mich nur so anstellen*tztzttz* (für Kundige- das ist eines der harmloseren Sachen, die mich beschäftigen).

Und nein, mich bringt das gerade kein Stück weiter. Es mag auf andere auch total kindisch wirken. Ich kann aber immer noch nicht verstehen, warum mir keiner erklären kann, warum etwas gelaufen ist, wie es gelaufen ist. Ich kann weiterhin nicht verstehen, warum ich zwar klar formuliere, ich kann damit nicht umgehen, bitte helft mir da raus zu kommen und ich nur als Antwort bekomme, wie böse und schlecht ich bin, weil ich wage was zu hinterfragen, was mir die Lebensgrundlage genommen hat. Ich mache nun einfach was andere wollen. Braves Kind sein. Ich wäre ja schon lange gesund, wenn ich mich an alles gehalten hätte, was man mir gesagt hat.

Alles umdrehen?

Die Gedanken kreisen weiter. Ich hab auch nicht mehr viel wirklich auf die Reihe gebracht. So viele Gedanken. Auch Wut. Und Hoffnungslosigkeit.

Ich soll nicht an vergangenen Sachen „hängen“. Verstehe ich nicht wirklich. Klar wenn ich nicht ständig argumentieren würde, aber das ist beim letzten Mal in der und der Situation passiert…. klar wäre dann manches anders. Auf der anderen Seite wird aber auch vorausgesetzt, dass man/ich aus bestimmten Dingen, andere Sachen ableitet. Ich vergleiche es ja gerne mit einer heißen Herdplatte. Als Kind lernt man, wenn man da drauf fasst und sie ist an, kann man sich die Finger verbrennen. Falls man es macht, dann vielleicht zweimal, eventuell dreimal. Beim vierten Mal weiß man spätestens was passiert. Man verbrennt sich die Finger. Immer wenn ich vertraut habe, habe ich mir die Finger verbrannt. Wie oft also noch versuchen?

Die Wunderärztin die meint, dass eine Therapie mit einem Termin pro Woche alle meine Probleme lösen wird. Und was ist an den anderen sechs Tagen in der Woche? Und was soll ich den Therapeuten erzählen? Sage ich, dass ich Suizidgedanken habe, muss ich eh nur irgendwas versichern. Ich bin es Leid. Im Notfall werde ich so oder so weg geschickt.

Ich soll also nicht aus meinen Erfahrungen gelernt haben? Als ich es das letzte Mal anders macht, da landete ich auf einer Geschlossenen. Dorthin gebracht von den zwei Menschen, denen ich am meisten vertraute. Die ich auch irgendwie verzweifelt um Hilfe angebettelt habe. Ich nicht verstand was los ist. Aber das wissen Sie doch Frau Verstoert. Ich wusste es nicht- hier hat man es vorausgesetzt, dass ich was weiß. Eine Klinik dir mir fast 2, 5 Jahre erzählt hat, man sei aus allen Wolken gefallen, dass ich urplötzlich von jetzt auf gleich Suizidgedanken hatte. Ich immer wieder sagte, ich habs vorher mehrfach angesprochen. Dann lässt man sich doch mal die Doku kommen. Und Voila- ich hatte echt ne Menge erzählt. Aber halt Stop- da in dem einen kleinen Moment habe ich das nicht direkt angesprochen und deshalb bin ich nun die Böse?

Und so Sachen passieren natürlich laut der Meinung diverser anderer Menschen nie wieder. Und klar werden sie wieder passieren. Wenn sich eine Klinik oder ein Behandler schützen muss. Eine Antwort auf meine Frage nach dem Warum der Verlegung war: meinen Sie, wir wollen die Strafvollzugsbehörden im Haus haben!!! … irgendwie komme ich da als Mensch nicht vor. Und davon mal abgesehen, wenn man mir erzählt, ich habe vorher ja nie was gesagt, kann man das doch auch denen erzählen? Immerhin hätte die Strafvollzugsbehörde nicht mein Wissen gehabt.

Wünsche und Ziele oder so? Ich hab heute am Rande (und ich gebe zu eher sarkastisch) meinen Kinderwunsch erwähnt. Reaktion der Wunderärztin: Ach wissen Sie Frau Verstoert, ich bin x Jahre alt und habe X Kinder, aber heute würde ich die nicht mehr bekommen. Denn Kinder sind schon sehr eigene Persönlichkeiten. So was in der Art. Ist das echt ein Grund mir meinen Kinderwunsch auszureden? Ich würde diese Erfahrung gerne selber machen. Und ich will sicherlich kein KleinVerstoert haben und da kann auch ich drauf Einfluss nehmen! Thema ist damit für mich vom Tisch.

Ich denke, ich werde nun einfach sagen, ich habe einen ambulanten Therapieplatz. Dann habe ich in dem Punkt Ruhe. Das erste Mal das ich bewusst Lüge. Ich war auf meine Ehrlichkeit sooo stolz. Ok die Sache mit der Suizidalität ist auch nicht ehrlich…. aber hier folge ich einfach den Erwartungen anderer. Würde ich mit dem Therapieplatz ja auch machen*denk*. Denn was hat mir ehrlich sein bisher eingebracht? Alte Verhaltensmuster ändern!!!!

Nicht mir muss es gut gehen….

Nicht mir muss es gut gehen, anderes muss es mit mir gut gehen. Nicht meine Wünsche, Ziele, Hoffnungen oder gar Träume sind wichtig, sondern dass andere sie gut finden.

Kann man sicherlich in verschiedene Richtungen auslegen. Trifft aber auch im negativen Sinne das, wie ich mich gerade fühle. Ich darf keine Suizidgedanken haben- dann geht es den Behandlern gut. Ich darf keine Fragen stellen- auch dann geht es den Behandlern gut. Aber mir geht es damit mies. Aber das ist nicht wichtig. Runter plapper- Tag war gut, mir geht es gut, das Leben ist schön und ich kann mich glaubhaft von Suizidgedanken distanzieren. Immer und immer und immer wieder.

Termin Wunderärztin. Ich verließ heulend das Zimmer. Wortlos. Rauchen, SVV!!! unbedingt. Irgendwo vor der Klinik sitzen, abseits, auf kaltem Boden, ohne Jacke. Das erste Mal seit Tagen das mir nicht kalt ist, obwohl ich wesentlich weniger an habe. Klingen auspacken. Mal nicht durch die Jacke behindert sein. Am liebsten sich die Klamotten vom Leib reißen und den Körper ganz malträtieren. Erleichterung? Nicht wirklich. Die Kippe zieht auch nicht wirklich. Ein Auto fährt in die Parkbucht gegenüber. Früher habe ich das immer im Blick gehabt. Das erste Mal nicht. Klingen weg gepackt, wieder Richtung Klinik. Irgendwann mal umgedreht- Mist auch noch ein Pfleger den ich nicht mag. Der mich auch prompt vor der Klinik anspricht. Frau Versteort? Hallo Herr Pfleger! Sind sie gefallen? Nein. Ich überlege, ob ich ihm hin knalle, ich hab mich nur selbst verletzt. Lasse es bleiben. Der rafft das eh nicht. Alles ok Frau Verstoert. Ja alles ok. Er geht. Ich geh wieder rein.

Was wohl meine Betreurin und die Wunderärztin in der Zeit gesprochen haben? Immerhin hatte sie den letzten Entlassbericht vor sich liegen. Naja immerhin stimmten da die Medikamente- der Rest ist Thema für sich. Ich wäre glücklich, wenn ein Teil der dort beschriebenen Behandlung auch statt gefunden hätte. Aber wer glaubt mir schon?

Als das Wort Klinik nur annähernd ausgesprochen wurde, plapperte ich munter meinen Satz runter. Dann war immerhin Ruhe (boah hört sich das beschissen an).

Ich soll eine Therapie machen. Meine Argumente sind immer noch sehr umfangreich. Ich meinte nur irgendwann, sie kann mir gerne einen Therapeuten besorgen, ich geh dann auch hin und rede mit dem, wenn sie das will. Vielleicht hätte man auch im Haus noch einen der Therapeuten in Ausbildung. Dann könnte man die Sache doch prima im Team besprechen.

Und ich glaube das ist gerade alles ziemlich wirr. Ich fühle mich ziemlich hilflos und machtlos. Jeder kann mit mir machen was er will. Ich fühle mich auch allein gelassen. Und da bin ich zum Teil selbst schuld. Ich blocke vieles durchaus ab. Wozu auch annehmen, wenn hinter jedem Angebot doch steht: Sie machen alles verkehrt! Sie bekommen ja nur Sonderbehandlung! Und seit heute weiß ich nun auch, dass da regelmäßig über mich gesprochen wird, mit Leuten, mit denen ich zum Teil nichts mehr zu tun haben möchte. Ich verstehe nicht, warum eine Ärztin, die zu mir in der Notaufnahme (nach dem sie mir vorher die Polizei geschickt hatte und wusste das ich komme- allerdings freiwillig und ohne Polizei) gesagt hat, sie wäre auch lieber daheim, als sich nun mit mir abzugeben- warum hat diese Ärztin nun plötzlich Einfluss auf meine Behandlung, ohne das man mich darüber aufklärt?

Meine Betreuerin packte irgendwann ihren Kram, sie müsste leider los, weil sie ja Teamsitzung hat. Super Sache! Ich hab noch gefragt, ob sie zum nächsten Termin mit kommt. Nein tut sie nicht. Ich stand heulend in der PIA, Betreuerin weg und man ließ mich gehen. Ich bin zwar froh, dass man mich nicht da behalten hat (wofür keine rechtliche Handhabe bestand), aber es wäre schön gewesen zu wissen, da macht sich jemand Gedanken. Aber so wie ich die Klinik erlebt habe, sind die froh mich mal wieder los zu sein!

Und wie erkläre ich dem nächsten die Schnittwunden im Gesicht?

Und ja alles sehr konfus…. sorry….