alles doof

Irgendwie läuft gerade alles Scheiße, denn ich komme aus dem Loch nicht raus. Ich könnte nur heulen, wahlweise auch mich selbst verletzten. Wobei ich zweiteres als weniger schlimm empfinden würde.

Montag Termin beim Sozialdienst. Wobei ich ja so nett war und vorher bei meiner Hausärztin war, damit die mir bestätigt, dass ich nicht mehr ansteckend bin. Ich habe nur noch im Kopf: Ich muss die Klinik schützen. Gleichzeitig denke ich mir, schützt die Klinik mich- NEIN- also muss ich auch nicht. Total wirr.

Lunge hört sich immerhin besser an. Der Rest braucht Zeit.

Der Termin bei Frau Sonnenschein war auch nicht wirklich der Hit. Ich eher angespannt. Irgendwie eh nicht wirklich da. Auf das Donnerwetter gewartet. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, Frau Sonnenschein schweigt vieles einfach nur noch tot. Früher hätte sie gefragt.

Ich war eh am überlegen, mal anzusprechen, warum wir die Gespräche noch machen. Von den wirklich für mich schlimmen Sachen, erzähle ich ihr eh schon nichts mehr. Ich erinnere mich an diverse Phasen ist mit ihr, vor meinem letzten Klinikaufenthalt. Wie sie mich total verheult vor der Klinik aufsammelte. Sie fragte, was sie denn mit mir machen soll und ich um eine Pistole bat. Sie wusste was ich damit sagen wollte. Ich danach zu einem Termin mit meinem Therapeut/ Arzt ging. Er mit keinem Wort ansprach, wie ich aussah. Ich aber mittlerweile weiß, dass Frau Sonnenschein das dokumentiert hat. Ich auch weiß, dass sie ihm in brenzligen Phasen gemailt oder gar angesprochen hat. Er wusste das was nicht stimmte und hat nichts getan. Er hatte Tagebuchkarten die über Monate hinweg mies ausgefüllt waren. Es schien ihm egal zu sein.

Frau Sonnenschein hat damals mit mir vereinbart, dass wir telefonieren. Ich habs innerlich Kontrollanrufe genannt. Weiß noch, wie es sich angefühlt hat, als ich heulend vor einer ihrer Urlaube anrief und von ihr im Endeffekt die Absolution wollte. Bin ihr bis heute dankbar, dass sie mir nie die Polizei geschickt hat. Aber sie auch nie wieder in die Situation bringen mag. Bzw. sie heute sicherlich auch anders reagieren würde. Ich deshalb lieber schweige.

Ich viele Monate nach dem Klinikaufenthalt nur dafür lebte, ein fröhliches Gesicht aufzusetzen, wenn ich in die Klinik ging. Vorspielen das es mir gut geht. Was ich einfach nicht mehr schaffe. Aber auch weiß, wenn ich sagen würde, wie mies es mir geht…. ja was an sich dann? Werde ich wieder weg geschoben? Wird man mich wieder weg schicken? Wird man mich einfach weg sperren? Ich hab so Angst und mag auch nicht mehr vertrauen.

Sie fragte, wann meine Betreuerin Urlaub hat. Weiß ich nicht. Mit Sicherheit zwischen den Jahren. Ja dann könnte ich zu ihr kommen. Mir lag ein bitteres: Das ist aber Sonderbehandlung, auf der Zunge. Ich meinte dann nur, bevor ich nun verbal zuschlage, soll sie mir die Frage/ Auskunft noch mal geben, wenn ich ansprechbarer bin.

Die Wunderärztin drängt ja auf eine Therapie. Etwas was die letzten Jahre in der Klinik nie Thema war. Ich mich mittlerweile frage, ob sie mich los werden will. Ich den Sinn nicht verstehe. Denn was kann ein ambulanter Therapeut machen, wenn ich vor Suizidgedanken nicht mehr ein und aus weiß? Der kann mich dann auch nur einweisen, bzw. das veranlassen. Im Endeffekt müsste ich dem Therapeuten auch immer wieder sagen wie toll es mir geht. Wieder lügen. Mich wieder allein gelassen fühlen.

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4 Gedanken zu „alles doof

  1. Deine Situation scheint mir sehr verfahren zu sein, mir fällt es schwer, etwas dazu zu sagen… nur ein Gedanke: Vielleicht könnte ein guter ambulanter Therapeut dir helfen, so viel Stabilität zu erreichen, dass du nicht mehr in die Situation kommst, Angst vor einer Einweisung haben zu müssen…? Ich kenne leider nicht deine komplette Geschichte, aber ich sehe aktuell in deinen Beiträgen nicht, dass du irgendeinem Ziel folgen würdest, etwas für dich tust… vielleicht wäre eine Therapie da der bessere Ansatz, ein frischer Start mit jemandem außerhalb der Klinik, der dir und dem du unvoreingenommen gegenüber ist/bist um eine dauerhafte Besserung zu erreichen.

    • Knapp zusammengefasst:
      1. Therapie mit 17/18. Beendet durch die Therapeutin. Ich fühlte mich unverstanden und wollte das nie wieder- gebe aber zu, geredet habe ich auch nicht (ist eines meiner Grundprobleme)
      2. Therapie mit Anfang 30. Die Therapeutin nur genommen, weil ich keine andere bekam. Sie war nett. Da ging es aber auch noch um andere Sachen als heute. War aber eher bezahltes Kaffeetrinken. Beendet weil Therapeutin in Rente ging.
      3. „Zusammenbruch“ quasi im selben Jahr. Tagesklinik. Die im Endeffekt die Hölle war. Diagnosestellung oder so was in der Art. Danach kein Vertrauen in Irgendwen.
      4. Reha- zu kurz
      5. Ambulante Therapie- konnte ich mich nicht drauf einlassen. Sie hat mich noch dazu in einer Krisensituation allein gelassen. Irgendwann „klärendes“ Gespräch, der mit dem Rausschmiss endete. Danach schickte sie mir die Polizei.
      6. Klinikaufenthalt Akutpsychiatrie. Nur raus, egal wohin. Thera kennen gelernt, die total nett war.
      … daraus resultierend, diese Thera eben. Die mich aber ambulant nicht behandeln wollte/konnte.
      7. Ärztliche Anbindung an die PIA dort, inklusive Behandlung durch den Oberarzt, der mit mir auch Therapie machte. Die im Endeffekt für die Katz war. Mir wurden Gefühle abgesprochen, über wichtige Sachen durfte ich nicht reden, wurde ausgelacht usw.
      8. Letzter Klinikaufenthalt. In einer absoluten Krisensituation mich der Thera und dem Oberarzt anvertraut. Endstation geschlossene. Begleitet von Sprüchen ala ich hab vorher ja nie was gesagt (hatte ich) usw.
      9. Abbruch der Therapie bei dem OA durch mich. Ich konnte ihm nicht mehr vertrauen.
      10. OA schmeißt mich auch aus der ärztlichen Behandlung, weil ich es gewagt habe, Dinge zu hinterfragen.

      Ziele gab es. Das wichtigste war wohl: Ich würde gerne wieder leben wollen. Endete das letzte Mal auf der Geschlossenen. Und ich bekomme noch Vorwürfe dafür gemacht, dass ich es gewagt habe um Hilfe zu bitten. Ziel zurzeit ist, eben dort nicht mehr hinzu kommen.

      Ich wäre auch nicht mehr in der Lage, zu jemand vertrauen aufzubauen. Ich
      habe da wirklich viel Energie rein gesteckt, der Klinikthera und dem Oberarzt zu vertrauen.

      Und eines hat mich konstant begleitet: Ach das ist doch chronisch, kann man eh nichts gegen tun. (bezogen auf Suizidalität). Diejenige die das abstritten, haben mir aber auch nicht wirklich geholfen …

      • Oh nein, das klingt wirklich sehr verfahren und kompliziert :( Ich wollte dir mit meinem Kommentar nicht zu nah treten! Kann gut verstehen, dass Klinik-Vermeiden das oberste Ziel ist – ich habe es bisher nicht getestet und weiß ungesehen, dass ich dort nicht hin will. Aber ich denke trotzdem, dass es vielleicht gut für dich wäre, nach den ganzen negativen Erfahrungen dort eine Unterstützung außerhalb der Klinik-Ambulanz zu haben…

  2. Keine Sorge, dein Kommentar war total ok :-) (ich neige dazu, alles tot zu diskutieren- ich brauch das aber für meine Entscheidungsfindung irgendwie).

    Klar wäre es toll, Unterstützung zu finden oder so. Aber ich habe keine Kraft mehr es neu zu versuchen, da mir eines bewusst ist, noch einen Rückschlag verkrafte ich nicht. … und hin zu kommt, ich kann nur in diese Klinik. Eine andere nimmt mich mit der Problematik nicht.

    Generell sehe ich Klinik nicht wirklich negativ. Meine Erfahrungen gelten ja nicht für alle. Sicherlich habe auch ich Fehler gemacht. Ist auch nicht so, dass ich ein Mensch bin, der mit niemand zurecht kommt. Ein Teil der Pflege grüßt mich freudig in der Stadt (also so, dass man fühlt, die machen das nicht nur, weil sie müssten).

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