Treffpunkt Vergangenheit

Vor wenigen Wochen schrieb ich ja von dem Klassenkameraden, der unerklärlich und plötzlich im Ausland verstorben ist. Heute haben ein paar meiner Klassenkameraden und ich das Grab besucht.

Generell war da schon Bewegung drin, nach dem die Mail von mir raus war. Einige die mich kontaktierten. Eine kam dann auf die Idee, wir fahren auf den Friedhof und wir suchten einen Termin, den wir verschoben. Heute war es dann so weit.

Erst waren wir an seinem Grab. Dann fragte eine, ob wir nicht noch zum Grab von dem anderen Klassenkameraden fahren wollen. Dieser hat ich vor wenigen Jahren das Leben genommen. Meine Jugendliebe und irgendwie- komische Gefühle. Tat mir auch nicht wirklich gut. Denn eigentlich sollte ich da liegen und nicht er, denke ich.

Klar flammten die Gedanken wieder auf, ob er nicht hätte Hilfe bekommen können. Klar wurde mir bewusst, wie es mir auf dem Weg geht, den ich gehe, um Hilfe zu bekommen. Der im Moment an der Stelle unterbrochen ist, weil ich nur noch jedem erzähle, dass ich mich klar von Suizidgedanken distanzieren kann. Was meistens nicht der Wahrheit entspricht. Auf der anderen Seite, den anderen geht es damit gut und da ich ja noch lebe, kann es nicht so schlimm gewesen sein.

Ich weiß noch, wie ich ihn das letzte Mal gesehen habe. Da galt ich noch als gesund. Klar war mir bewusst, dass ich nicht mehr alle habe usw. Er mir auch erzählte, dass er wohl Probleme hat und so. Er mir auch seine Nummer gab, die ich dann verlegte. Als ich von seinem Suizid erfuhr, geht mir immer wieder durch den Kopf, hätte ich was verändern können?

Auch wenn der Anlass ein trauriger war, war der Nachmittag ganz nett. Zumindest im Komplettpaket. Wir waren nur zu fünft. Und eigenartig, wenn man mitbekommt, wie viele aus meiner ehemaligen Klasse ebenfalls psychische Probleme haben. Ich meinte irgendwann, es sei einfacher die aufzuzählen, die noch nie bei einem Psychologen/Psychiater waren.

Einer der Klassenkameraden hat Eltern die die Generation meiner Eltern sind. Ähnliches Umfeld und so weiter. Ich fragte irgendwann, wie denn die Eltern mit der Erkrankung umgehen. Scheint ähnlich zu laufen wie bei mir.

Tat aber ganz gut auch mal erzählen zu können. Immerhin haben die mein halbes Leben mit mir verbracht. Auch ohne mal schief angesehen zu werden. Irgendwie war ich früher eher immer der Außenseiter.

Wobei jeder für sich auch seine Probleme hat. Und ich auch ein wenig neidisch bin, dass scheinbar alle einen Anlaufpunkt haben, der sie auffängt. Ich muss eindeutig mehr unter Menschen und stehe für mich damit wieder zwischen den Stühlen, wie weit kann ich andere mit mir belasten? Da Menschen, die beruflich mit mir zu tun hatten (und haben) es ja scheinbar nicht auf die Reihe bekommen.

Trotzdem kann ich auch schöne Sachen mit aus dem Nachmittag nehmen. Klar haben wir alte Sachen aufgetischt. Die sich zum Teil nett ergänzten und aus unlogischen Storys logische Storys wurden.

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