Stumme Schreie…

Da meine Erkältung nicht wirklich besser ist, fuhr ich heute morgen nochmals zu meiner Hausärztin. Ok Stimme war ein wenig besser, gut aber immer noch nicht. Und ich lag die halbe Nacht hustend wach. Sehr passend, wenn man ein Schlafmittel nimmt.

Da es mir seit Tagen psychisch eher mies geht- naja seit gestern habe ich meine Periode. Irgendwie ist das öfters so und halt richtig extrem mies. Dann die Erkältung dazu- hochexplosive Mischung.

Schon im Bus fingen die Tränen an zu laufen. Ist es richtig zur Hausärztin zu gehen, dir geht es ja ein wenig besser? Sprechstundenhilfe- Du es ist voll… kann dauern. Ja ok kein Problem. Setz mich in Wartezimmer und irgendwie ging das gar nicht. Also zur Sprechstundenhilfe, ich geh doch noch mal spazieren. Heulend durch die Gegend gelaufen. Außerdem war mir kalt. Konnte mich aber beruhigen.

Wieder im Wartezimmer, welches immerhin leerer war. Irgendwann kommt die Kollegin meiner Hausärztin und ruft mich auf. Ich will das aber gar nicht. Denke auch, meine kennt mich doch und weiß worum es geht. Ich darf weiter warten, aber irgendwie erschien die Kollegin sauer? Und da war es ganz aus und die Tränen liefen. Nicht kontrollierbar, immerhin konnte ich mir mein Buch vors Gesicht halten. Hab überlegt, ob ich wieder gehe. Denn sooo sehr schlimm ist es ja an sich nicht mehr.

Hausärztin nur so, was denn los ist. Ich weiß es nicht. Sage halt, dass ich da durcheinander bin, weil die Kollegin mich behandeln wollte. Sie erklärte mir dann, dass in der Notfallsprechstunde eben die Patienten von beiden behandelt werden. Die Kollegin auch keine Patienten mehr hätte, aber das Wartezimmer eben voll sei. Klar kann ich ja irgendwie verstehen. Nun im nach hinein, als die ihre Praxis gemeinsam aufmachten, fragte ich auch, ob ich weiter von ihr behandelt werde. Ja das bleibt alles. Verwundert mich, verunsichert mich. Soll ich demnächst noch mal fragen, ob man mir da eine klare Aussage geben kann? Aber wenn man mir das zugesteht, dass sie mich alleine behandelt, dann wäre das ja mal wieder Sonderbehandlung oder? Btw. hätte ich das gewusst, hätte ich mich wahrscheinlich gegen die Praxis entschieden.

Ich fragte die Ärztin dann auch, ob ich wieder kommen kann oder mich schämen muss. Die andere Ärztin kam zufällig rein und ich fragte sie, ob sie mir böse ist. Nein- sei auch kein Grund zum Heulen. In dem Moment ok, gerade denke ich- selbst wenn? Ach egal.

Frau Sonnenschein hatte ich morgens abgesagt, bzw. sie gefragt, ob sie mich sehen mag. Nein besser nicht. Was irgendwie ja doch weh tat. Aber ich weiß ja an sich, ich muss die Klinik schützen und da kann ich unmöglich dort hin gehen und evt. jemand anstecken (schön wenn die Hygiene in dem Haus das auch so sehen würde).

Da es mir weiter mies ging, ich das Heulen zeitweise gar nicht abstellen konnte, fragte ich sie via Mail, ob wir statt dem Termin telefonieren können. Sie rief dann auch an. Im Laufe des Gesprächs fiel mir dann noch ein, dass die Wunderärztin mich gebeten hatte, eine Sache mit Frau Sonnenschein zu besprechen. Und da das an sich eilt und so, habe ich es getan. Und seit dem ist es ganz aus.

Ach ja ich wollte an sich ein Schriftstück, ganz grob gesagt. Die Möglichkeit, dass psychisch kranken Menschen genau dieses ausgestellt wird, ist gegeben. Ich hatte den Arzt letzte Jahr gefragt, wir sprachen darüber- er sagte nein. Wobei die Begründung sehr schwammig war. Ok dachte ich, fragste die neue Wunderärztin. Mehr als ein Nein war ja nicht möglich. Frau Sonnenschein wusste schon Bescheid. Ok. Der Wunsch wurde abgelehnt. Aber die Begründung ist der Hammer. Es sei im Team besprochen worden, mir das eben nicht zu geben, weil sich daraus ableitet, dass jeder kommen kann. Außerdem hätte ja mein Arzt das bereits letztes Jahr abgelehnt.

Mich kotzt nicht an, dass ich den Schrieb nicht bekomme. Mich kotzt an, dass keiner mich mal gefragt hat, warum ich das haben will. Mich kotzt an, dass da irgendein ominöses Team Entscheidungen über mich und mein Leben trifft und mir vollkommen unbekannt ist, wer alles zu diesem Team gehört. Wie gesagt gab es einen Arztwechsel. Der Arzt vorher hat alleine gearbeitet. Da wurde nie was im Team besprochen. Das sich das nun ändert, darüber hätte man mich aufklären können.

Auf mein Frage an Frau Sonnenschein, ob im letzten Jahr auch das Team die Entscheidung getroffen hat- nein natürlich nicht. Ich glaube ich werde mir nicht verkneifen können, sie nächste Woche zu fragen, mit welcher Begründung denn der Arzt letztes Jahr abgelehnt hat. Ich wette, ich bekomme als Antwort, dass sie das nicht weiß. Da ich aber mit Sicherheit weiß, dass sie in diesem ominösen Team ist, dort ja aufgrund der Entscheidung im letzten Jahr entschieden wurde, müsste man die Gründe ja kennen.

Oder muss ich nun jede Entscheidung von ihm (dem Arzt vorher) wieder in mein Gedächtnis rufen- irgendwie sollte ja mit dem Arztwechsel alles anders werden, wurde mir gesagt. Warum basieren dann so viele Dinge noch auf seinen Aussagen und Entscheidungen?

Telefonat irgendwann beendet. Wobei Frau Sonnenschein schon ziemlich sauer wirkte. Sauer, weil ich sauer war. Wobei ich noch nicht mal wirklich böse war, aber doch tatsächlich mal wieder gewagt habe, was zu hinter fragen. Aufgelegt, mich ausgezogen, ins eiskalte Badezimmer, Klinge gesucht. Beeinflussen Antibiotika die Blutgerinnung? Aber ausnahmsweise nur einen Arm. Bleibt mehr für die Tage- denn die Phase ist nicht rum*befürcht* (und sorry an die Leser für den Sarkasmus)

Ich frage mich immer mehr, warum ich mir das alles noch antue. Habe ich als psychisch kranker Mensch keine Rechte mehr? Darf jeder mit mir machen was er will? Immer wieder dreht es sich im Kopf, ich darf nicht in der Klinik um Hilfe bitten. Gerade auch so Gedanken, nun alles was besagter Arzt gut fand, halt zu machen. Er war bis zum Schluss sauer, weil ich eines seiner Medis nach einem halben Jahr Hölle abgesetzt habe. Die Nebenwirkungen waren unerträglich, er streitet sie weiter ab. Komisch das sie weg sind, seit dem ich das Zeug nicht mehr nehmen. Ich sollte es also wieder nehmen. Weil er es gut fand.

Immerhin habe ich mich an die Ratschläge des letzten Klinikaufenthalts gehalten. Bei dem ja alles richtig lief und so ( hier schwimmt die Ironie). Wenn es mir mies geht, ist Selbstverletzung doch richtig und ich soll es ruhig machen (und da schwamm keine Ironie oder Sarkasmus bei der Person mit, die das empfohlen hat!).

Und ich saß heulend und versuchte vor Wut und Enttäuschung zu brüllen im Bad. Wobei brüllen ja nicht geht. Was sich noch mieser anfühlte.

Ich fühle mich sooo verdammt hilflos. Bin so sauer und traurig und keine Ahnung. Ich kann einfach nicht mehr. Aber ich weiß, dass ich mich an die zuständige Klinik nicht wenden darf. Super Sache. Mich keine andere Klinik nimmt. Und es immer wieder in mir tickt, ich hätte das nicht sagen sollen ( Aussage einer Klinikmitarbeiterin). Ich nur noch denke, nein ich hätte das nicht sagen sollen, dann wäre ich heim gegangen und hätte mir das Leben genommen. Scheinbar wäre das der Klinik lieber gewesen.

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Ein Gedanke zu „Stumme Schreie…

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