Stimmenlos

Nachdem ich mir letzte Woche eine Grippeschutzimpfung habe verpassen lassen, bin ich seit Freitag Nacht so richtig krank. Immerhin habe ich mich freiwillig bei meiner Hausärztin blicken lassen. Sogar zweimal, was für mich echt eine Leistung ist. Immerhin anscheinend keine Nebenwirkung der Impfung.

Grippeimpfung ist generell sicherlich ein Thema für sich. Früher hätte ich die auch nicht machen lassen. In einem Winter vor wenigen Jahren hatte ich dann ein schönes Bettchen in der örtlichen Psychiatrie. Ein paar Tage vor Entlassung hatte ich dann plötzlich keine Stimme mehr. Ok es kamen noch andere Dinge dazu und man beschloss mich gleich über Weihnachten und Silvester da zu behalten.

Aus dem keine Stimme wurde Husten, Schnupfen und so weiter. Richtig dolle und mir ging es gar nicht gut. Kommentar der Ärztin: Mit Medis dauert die Grippe ne Woche und ohne Medis 7 Tage. Ja klar ok. Aber Erleichterung hätte man mir geben können. Die Pflege hat mir dann zeitweise unter der Hand Nachts was gegeben, damit ich schlafen konnte. Das ganze zog sich über Wochen, die Kommentare der Ärztin schwankten. U.a. lag es dann angeblich am Rauchen. Klar soooo urplötzlich und so.

Nach über 4 Wochen meinte man dann mal, man würde mich mal zum Röntgen schicken. Ahja… ich war noch nicht auf Station zurück, zerrte man mich ins Arztzimmer, denn das Bild sah wohl nicht gut aus. Komisch, wochenlang hat es keine interessiert. Ende vom Lied Ultraschall. Sehr berauschend. Ein junger männlicher!!!! Arzt. Der dann gleich mal anfing von wegen er hat eine Bekannte die Borderline hat. Deshalb hat er da nun DIE Fachkompetenz überhaupt. Ich hasse das. Irgendwann meinte er so, DAS haben sie aber nicht selbst gemacht?! Tatscht wie doof auf meinen Brüsten rum und sagt mir, dass ich das nicht selbst war. Ich hab schon gar nichts mehr gesagt.

Im Jahr drauf, Weihnachten und Silvester wieder Psychiatrie. Und ich war wieder krank. So richtig. Ok da hatten es dann auch fast alle. Mit wir messen nun mal bei allen Patienten Fieber (machen die sonst NIE). Zum Glück fing es im Tagesurlaub an und ich nahm gleich nen Päckchen Grippostad C mit in die Klinik. Die ich auch nahm, ohne das die das wussten. Wieder gab es von den Pflege unter der Hand was, Arzt habe ich deswegen nicht zu sehen bekommen und mir ging es dann ja auch wieder besser. Grippostad sei Dank. Ach ja ich habs aber später meiner Anna gesagt. Die war im Jahr davor ja auch dabei und war eher ungläubig gewesen, dass man nichts machte.

Vor meinem Aufenthalt im Jahr drauf, habe ich mich dann impfen lassen. Das Risiko ist mir einfach zu groß gewesen, gerade weil dort eben auch Patienten direkt von der Straße aufgenommen werden. Das soll nun nicht negativ klingen- aber gerade Menschen die kein eigenes Zuhause haben, sind halt eher richtig krank. Wobei ich Psychiatriepatienten eh eher für anfälliger halte. Bzw. sie haben halt öfters den Background, kein Geld, Arztbesuche deshalb selten. Und in der Psychiatrie wird ja körperlich gar nicht untersucht.

Da ich außerdem eben auch zur Tafel gehen, mehrmals in der Woche im Krankenhaus bin und so weiter- sprich die Ansteckungsflächen heikler sind, lasse ich mich halt impfen. Wobei mir an sich klar ist, Klinik nur mit absolutem Zwang.

Ich bin heute zwar zur Hausärztin, weil es wirklich mies war. Obwohl ich am Montag erst war. Ich hatte so Angst, sie schickt mich weg mit einem ich soll mich nicht so anstellen oder so. Irgendwie denke ich, das kann es doch nicht wirklich sein? Also das ich ständige solche Ängste habe.

Ich hab den Termin bei Frau Sonnenschein absagen müssen. Hab ich telefonisch und krächzend gemacht. Aus Angst, man bezweifelt später, dass ich wirklich krank war. Ich sehe sie am nächsten Montag fragen, ob ich beim Arzt war usw.

Ich fahre deswegen gerade innerlich Karussell. Sie wird klar sagen, dass es gut war, dass ich zum Arzt bin. Auf der anderen Seite denke ich, ich habe dort im Haus schon mit ähnlichen Sachen um Hilfe gebeten und mir nonstop weg geschickt worden. Mal abgesehen von den Situationen, in denen es nicht um körperliche Beschwerden ging. Warum gehe ich dann in ein Krankenhaus, wenn noch nicht mal das klappt? Es macht mich wütend, traurig, aber auch verzweifelt. Und ich verstehe es auch nicht mehr, warum mit so zweierlei Maß gemessen wird.

Außerdem stelle ich fest, dass mir Kleinigkeiten immer schwerer fallen, die ich an sich können müsste. Ich bekomme nun zwar Antibiotika, weiß aber nicht, was ich wirklich habe. Hab das auch ohne Abhören oder in den Hals sehen bekommen. Ok Montag hat sie in den Hals gesehen. Das Antibiotika muss ich halbieren, was für mich ein Problem ist. Obwohl das ja kein Akt ist.

Und nachdem ich dieses Jahr mich teilweise komplett abgekapselt habe, fällt mir das gerade total schwer. Also das Alleine sein und wissen ich kann nicht raus. Ok klar kann ich raus. Aber ich hab Angst andere anzustecken. Somit fallen viele Dinge eben flach und ich mache nur das Nötigste außer Haus. Was mir aber gerade psychisch gar nicht gut tut.

 

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