Die Patienten sind nicht wirklich schuld….

Meine Betreuerin war heute toll <3. Wobei ich zum ersten Mal strukturiert vorgegangen bin. Ihr gesagt habe, wir reden erst, aber ich stell einen Wecker, weil wir noch Papierkram machen müssen. Sie hatte auch noch einige Punkte auf ihrer Liste. Witzigerweise deckten die sich zum Teil mit den Sachen die auf meiner Liste standen.

Sie selbst empfand die Situation bei der Psychiaterin in Ordnung. Hat sie nicht gestört. Aber sie fand auch gut, dass ich mich entschuldigt habe, auch wenn kein Bedarf bestanden hätte.

Sogar den Antrag haben wir fast fertig. Finde ich Klasse. Und meine Kontoauszüge hat sie auch abgeheftet, was sie weniger toll fand. Eine Aufgabe, um die ich mich immer erfolgreich drücke, gebe ich zu.

Klar gab es auch unschöne Sachen. Aber ich saß mal nicht nur heulend da. Sie durfte mich dann auch zur Schreibwerkstatt bringen. Ok so halb. Unterwegs kam das Gespräch auch mal wieder auf meinen letzten Klinikaufenthalt oder generell den Umgang der Klinik. Sie hält sich ja generell bedeckt, steht aber nicht hinter der Klinik, aber irgendwie auch nicht wirklich hinter mir- bzw. sie würde den Schritt wohl mitgehen, wenn ich der Klinik Adieu sagen würde. Mehr aber eben nicht.

Eben habe ich was passendes gelesen. Ich möchte es nur sinngemäß zitieren. Ich finde es irgendwie passend. Es ging generell darum, dass ein Psychiatriepatient aus der Psychiatrie ausbüchste, zur Tanke fuhr und sich betrank. Die Klinik dann wohl sagte, das Risiko ist zu groß und die Weiterbehandlung so halbwegs ablehnte. Der Betreuer sprach dann mit dem Person. Man sagte ihm wohl, dass es nicht wirklich so sei, dass die Patienten an solchen Situationen schuld seien. Sondern das es eben einfacher ist, wenn man nicht weiter weiß, den Ball an die Patienten zurück zu geben und dem Patienten Unfähigkeit oder mangelnden Willen zu unterstellen.

Mein Problem ist ja an sich auch, dass ich kein Problem damit hätte (ok mittlerweile habe ich sie), dass eben Fehler gemacht wurden. Mich stört aber enorm, dass sie auf mich abgewälzt wurden. Ganz klassisches Beispiel: Frau Verstoert hat eine Nachtmedikamentation von einer Schlaftablette. Bei Bedarf gibt es eine zweite Tablette dazu. Allerdings sollte gemeinsam das Ziel erreicht werden, auf Dauer nur eine Tablette zu brauchen. Trotzdem steht Frau Verstoert jede Nacht bei der Pflege und holt sich die zweite Tablette. Was auch kein Problem ist, da ja angesetzt.

Oberarztvisite und Frau Verstoert sagt von sich aus, der Versuch klappte leider nicht, denn sie brauchte jede Nacht die zweite Tablette. Oberarzt flippt aus, von wegen, dann hätte sie ja selbst mitgebrachte Medikamente genommen. Frau Verstoert sitzt wahrlich verstoert vor dem Oberarzt. Denn mitgebrachte Medikamente hatte Frau Verstoert bis dahin nie während eines stationären Aufenthalts eingenommen. Die hat sie immer brav bei Aufnahme abgegeben.

Es kommt dann raus, dass die Nachtpflege die zusätzliche Tablette wohl mehrfach nicht dokumentiert hat. Auch auf Nachfrage an die betreffenden Pfleger kam nur, ach kann mal passieren. Ja kann mal passieren, aber nicht so oft. Eine Entschuldigung an Frau Verstoert wegen dem Vorwurf, der absolut nicht zum sonstigen Bild passte, kam nie.
Das ist leider nur einer der eher harmloseren Sachen. Am liebsten haben ich ja immer noch die Aussage, was für eine böse Patientin ich doch bin, weil ich doch tatsächlich Suizidgedanken hatte und man mich auf eine Geschlossene verlegen musste. Wie viel Arbeit das machte. Und ich das ja aus heiterem Himmel, einfach mal so über meine Suizidgedanken gesprochen habe. Über 2 Jahre später und einen Blick in die Akte später stellt sich raus, die Patientin hat ja tatsächlich bereits seit Tagen darüber gesprochen. Trotzdem wurde die Entlassung in die Wege geleitet. Aber Stop da ist ja eine einzige Person, die noch dazu nicht zum direkten Behandlungsteam gehörte und mit der hat die Patientin nicht darüber gesprochen und deshalb ist die Patientin ja selber schuld.

Ich dreh mich mal wieder im Kreis. Immer wieder stelle ich mir die Frage, was ich hätte machen sollen. Hätte ich mit Edding an die Hauswand schreiben sollen, wie mies es mir geht? Wäre dann zwar Sachbeschädigung, aber… Oder hätte ich mir statt die Arme aufritzen, was natürlich keinem auffiel, mit den Klingen Böse auf die Stirn ritzen sollen?

Was ist das Problem, wenn ich eindeutig zeige, ich kann mit dem was war nicht umgehen, sich mit mir hinzu setzen und alles durch zu gehen und gemeinsam!!! zu besprechen, wie man gemeinsam!!!! in weiteren Situationen handeln könnte. Was mir gerade bleibt ist mein Mantra: Tag war gut, mir geht es gut. Und: Ich kann mich glaubhaft von Suizidgedanken distanzieren. Antworten die ich mittlerweile auf fast jede Frage runter bete. Damit ist mindestens die Klinik geschützt. Ich hab nicht das Gefühl, dass es da noch jemand um meinen Schutz geht. Hauptgrund für die Verlegung war, wie man mir später mehrfach erklärte: Meinen Sie, wir wollen die Strafvollzugsbehörden im Haus haben? Ich komme da irgendwie nicht vor.

Und für meine Betreurin habe ich immer noch keinen passenden Namen :-(

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