Anna und ihr Einsatz für mich

Irgendwie lässt mich Anna ja nicht los. Zurzeit hänge ich irgendwo dazwischen. Gerade mal ein Moment, in dem ich nicht monsterwütend bin. Aber auch nicht in die Zukunft blickend. Es läuft vor sich hin. Aber ich vermisse sie weiterhin sehr.

Anna hatte mein Leben sehr beeinflusst. Auch mit Dingen, die ich weder verlangt, noch gefordert hatte. Die mir aber in irgendeiner Form das Genick brachen.

Nach einem meiner Klinikaufenthalte war klar, ich werde danach keine fachärztliche Anbindung haben. Niedergelassene Ärzte behandelten mich nicht mehr, meine Fachärztin wechselte während meinem Klinikaufenthalt ihren Arbeitsplatz und die PIA, die zur behandelnden Klinik gehörte, hatte meine Behandlung im Vorfeld bereits abgelehnt. Ich fragte zwar noch mal. Allerdings standen dort nur zwei Ärztinnen zur Verfügung. Und eine davon – drücken wir es so aus, wir zicken uns gegenseitig an. Die andere lehnte meine Behandlung ab. Damals mit der Aussage, sie hätte keine Plätze mehr. Da aber Patienten, die im selben Zeitraum wie ich dort stationär waren, nach einer kurzen Wartezeit von ihr behandelt wurden, denke ich mir heute meinen Teil.

Anna setzte sich dann für mich ein. Eines Tages stand sie vor mir, sie sei beim Oberarzt gewesen und habe gefragt, ob er mich ambulant behandeln würde. Er ist ja an sich nur für den stationären Bereich zuständig. Wollte er tun. Was mir von ihr ein: Sehen Sie, Frau Verstoert, ich kümmere mich auch außerhalb um Sie. So was in der Art. Was mich tierisch angekotzt hat.

Ich hatte dann eine Art Vorgespräch bei ihm. Da meinte er zu mir, er braucht für seine DBT- Schulung noch einen Schein und für den braucht er ambulante Patienten. Da er zwar alles kann, aber das halt nachweisen muss, ob ich das machen würde. Somit bat er mir eine ambulante Psychotherapie an. Da ich mittlerweile in der 2jährigen Therapeutensperre der Krankenkasse war, war mir das halbwegs recht.

Ich meinte nur zu ihm, Anna würde diese Schulung ja auch gerade machen, ob sie dann nicht mit mir Therapie machen könnte. Zu der Zeit war er halbwegs ihr Vorgesetzter. War aber klar, sie wird, nach einem kurzen Aufenthalt in der Tagesklinik, wieder unter ihm stationär arbeiten. Er meinte nur, da müsste ich sie selber fragen. Aber mir soll klar sein, wenn ich zu ihr gehe, ein hin und her gäbe es nicht.

Am nächsten Morgen fragte ich sie. Sie sagte mir so was in der Art sie darf das nicht. War für mich ok. Zwei Tage später wurde ich von der Oberärztin in der Visite runter gemacht, dass das auf keinen Fall geht und so weiter. Da war ich schon enttäuscht. Mir hätte die Aussage von Anna gereicht. Heute denke ich, da kann irgendwas nicht stimmen, denn ihr Oberarzt sagte ja. Ich habe heute X Fassungen der Sache, dass ich selbst nicht mehr weiß was ich denken soll.

Im selben Jahr ging ich eine Sache an, die mich stark beschäftigt hat, die ich aber mit meinem Arzt (besagter Oberarzt)/ Therapeut nicht besprechen wollte. Bat um eine stationäre Aufnahme. Möglichst zu Anna, da ich sie halt kannte. Er sagte, er fragt sie. Er sagte mir dann, er soll mir ausrichten, mir soll vorher klar sein, dass daraus keine ambulante Einzeltherapie wird. Da hatte ich doch gar nicht nach gefragt. Ich hab auf den Aufenthalt verzichtet.

Heute bereue ich bitter, das Angebot der Behandlung durch den Oberarzt, inklusive ambulanter Therapie angenommen zu haben. Klar wäre ich damals wahrscheinlich zu keinem Facharzt. Eine Psychotherapie wäre aufgrund der Sperre der Krankenkasse auch nicht drin gewesen. Damals dachte ich, naja er ist Oberarzt, noch dazu an einer Klinik mit Schwerpunkt Borderliner als Assistenzarzt gewesen und so weiter. Klar fühlte ich mich auch geehrt, denn er ist schon so was wie ein Gott in der Klinik. Man spricht mit Ehrfurcht von ihm. Wobei mir heute klar ist, dass das nicht alles Ehrfurcht ist.

Heute werde ich nicht mehr von ihm behandelt. Aber mir wird quasi vorgeworfen, dass ich da eine Sonderbehandlung bekommen habe und so wie sich das anhört, habe ich darum gebettelt. Etwas was nicht den Tatsachen entspricht.

Anna schaffte es auch, mich in einer Skillsgruppe der Klinik unterzubringen. Etwas was ebenfalls im Chaos endete. Und fast in einer Magersucht. Keine Ahnung, wie sie es schaffte, dass ich in die Gruppe durfte. Der leitenden Ärztin schien das nicht recht zu sein. Aber die Skillsgruppe ist generell ein Thema für sich, der ich mich an anderer Stelle widmen sollte.

 

 

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