Stumme Schreie…

Da meine Erkältung nicht wirklich besser ist, fuhr ich heute morgen nochmals zu meiner Hausärztin. Ok Stimme war ein wenig besser, gut aber immer noch nicht. Und ich lag die halbe Nacht hustend wach. Sehr passend, wenn man ein Schlafmittel nimmt.

Da es mir seit Tagen psychisch eher mies geht- naja seit gestern habe ich meine Periode. Irgendwie ist das öfters so und halt richtig extrem mies. Dann die Erkältung dazu- hochexplosive Mischung.

Schon im Bus fingen die Tränen an zu laufen. Ist es richtig zur Hausärztin zu gehen, dir geht es ja ein wenig besser? Sprechstundenhilfe- Du es ist voll… kann dauern. Ja ok kein Problem. Setz mich in Wartezimmer und irgendwie ging das gar nicht. Also zur Sprechstundenhilfe, ich geh doch noch mal spazieren. Heulend durch die Gegend gelaufen. Außerdem war mir kalt. Konnte mich aber beruhigen.

Wieder im Wartezimmer, welches immerhin leerer war. Irgendwann kommt die Kollegin meiner Hausärztin und ruft mich auf. Ich will das aber gar nicht. Denke auch, meine kennt mich doch und weiß worum es geht. Ich darf weiter warten, aber irgendwie erschien die Kollegin sauer? Und da war es ganz aus und die Tränen liefen. Nicht kontrollierbar, immerhin konnte ich mir mein Buch vors Gesicht halten. Hab überlegt, ob ich wieder gehe. Denn sooo sehr schlimm ist es ja an sich nicht mehr.

Hausärztin nur so, was denn los ist. Ich weiß es nicht. Sage halt, dass ich da durcheinander bin, weil die Kollegin mich behandeln wollte. Sie erklärte mir dann, dass in der Notfallsprechstunde eben die Patienten von beiden behandelt werden. Die Kollegin auch keine Patienten mehr hätte, aber das Wartezimmer eben voll sei. Klar kann ich ja irgendwie verstehen. Nun im nach hinein, als die ihre Praxis gemeinsam aufmachten, fragte ich auch, ob ich weiter von ihr behandelt werde. Ja das bleibt alles. Verwundert mich, verunsichert mich. Soll ich demnächst noch mal fragen, ob man mir da eine klare Aussage geben kann? Aber wenn man mir das zugesteht, dass sie mich alleine behandelt, dann wäre das ja mal wieder Sonderbehandlung oder? Btw. hätte ich das gewusst, hätte ich mich wahrscheinlich gegen die Praxis entschieden.

Ich fragte die Ärztin dann auch, ob ich wieder kommen kann oder mich schämen muss. Die andere Ärztin kam zufällig rein und ich fragte sie, ob sie mir böse ist. Nein- sei auch kein Grund zum Heulen. In dem Moment ok, gerade denke ich- selbst wenn? Ach egal.

Frau Sonnenschein hatte ich morgens abgesagt, bzw. sie gefragt, ob sie mich sehen mag. Nein besser nicht. Was irgendwie ja doch weh tat. Aber ich weiß ja an sich, ich muss die Klinik schützen und da kann ich unmöglich dort hin gehen und evt. jemand anstecken (schön wenn die Hygiene in dem Haus das auch so sehen würde).

Da es mir weiter mies ging, ich das Heulen zeitweise gar nicht abstellen konnte, fragte ich sie via Mail, ob wir statt dem Termin telefonieren können. Sie rief dann auch an. Im Laufe des Gesprächs fiel mir dann noch ein, dass die Wunderärztin mich gebeten hatte, eine Sache mit Frau Sonnenschein zu besprechen. Und da das an sich eilt und so, habe ich es getan. Und seit dem ist es ganz aus.

Ach ja ich wollte an sich ein Schriftstück, ganz grob gesagt. Die Möglichkeit, dass psychisch kranken Menschen genau dieses ausgestellt wird, ist gegeben. Ich hatte den Arzt letzte Jahr gefragt, wir sprachen darüber- er sagte nein. Wobei die Begründung sehr schwammig war. Ok dachte ich, fragste die neue Wunderärztin. Mehr als ein Nein war ja nicht möglich. Frau Sonnenschein wusste schon Bescheid. Ok. Der Wunsch wurde abgelehnt. Aber die Begründung ist der Hammer. Es sei im Team besprochen worden, mir das eben nicht zu geben, weil sich daraus ableitet, dass jeder kommen kann. Außerdem hätte ja mein Arzt das bereits letztes Jahr abgelehnt.

Mich kotzt nicht an, dass ich den Schrieb nicht bekomme. Mich kotzt an, dass keiner mich mal gefragt hat, warum ich das haben will. Mich kotzt an, dass da irgendein ominöses Team Entscheidungen über mich und mein Leben trifft und mir vollkommen unbekannt ist, wer alles zu diesem Team gehört. Wie gesagt gab es einen Arztwechsel. Der Arzt vorher hat alleine gearbeitet. Da wurde nie was im Team besprochen. Das sich das nun ändert, darüber hätte man mich aufklären können.

Auf mein Frage an Frau Sonnenschein, ob im letzten Jahr auch das Team die Entscheidung getroffen hat- nein natürlich nicht. Ich glaube ich werde mir nicht verkneifen können, sie nächste Woche zu fragen, mit welcher Begründung denn der Arzt letztes Jahr abgelehnt hat. Ich wette, ich bekomme als Antwort, dass sie das nicht weiß. Da ich aber mit Sicherheit weiß, dass sie in diesem ominösen Team ist, dort ja aufgrund der Entscheidung im letzten Jahr entschieden wurde, müsste man die Gründe ja kennen.

Oder muss ich nun jede Entscheidung von ihm (dem Arzt vorher) wieder in mein Gedächtnis rufen- irgendwie sollte ja mit dem Arztwechsel alles anders werden, wurde mir gesagt. Warum basieren dann so viele Dinge noch auf seinen Aussagen und Entscheidungen?

Telefonat irgendwann beendet. Wobei Frau Sonnenschein schon ziemlich sauer wirkte. Sauer, weil ich sauer war. Wobei ich noch nicht mal wirklich böse war, aber doch tatsächlich mal wieder gewagt habe, was zu hinter fragen. Aufgelegt, mich ausgezogen, ins eiskalte Badezimmer, Klinge gesucht. Beeinflussen Antibiotika die Blutgerinnung? Aber ausnahmsweise nur einen Arm. Bleibt mehr für die Tage- denn die Phase ist nicht rum*befürcht* (und sorry an die Leser für den Sarkasmus)

Ich frage mich immer mehr, warum ich mir das alles noch antue. Habe ich als psychisch kranker Mensch keine Rechte mehr? Darf jeder mit mir machen was er will? Immer wieder dreht es sich im Kopf, ich darf nicht in der Klinik um Hilfe bitten. Gerade auch so Gedanken, nun alles was besagter Arzt gut fand, halt zu machen. Er war bis zum Schluss sauer, weil ich eines seiner Medis nach einem halben Jahr Hölle abgesetzt habe. Die Nebenwirkungen waren unerträglich, er streitet sie weiter ab. Komisch das sie weg sind, seit dem ich das Zeug nicht mehr nehmen. Ich sollte es also wieder nehmen. Weil er es gut fand.

Immerhin habe ich mich an die Ratschläge des letzten Klinikaufenthalts gehalten. Bei dem ja alles richtig lief und so ( hier schwimmt die Ironie). Wenn es mir mies geht, ist Selbstverletzung doch richtig und ich soll es ruhig machen (und da schwamm keine Ironie oder Sarkasmus bei der Person mit, die das empfohlen hat!).

Und ich saß heulend und versuchte vor Wut und Enttäuschung zu brüllen im Bad. Wobei brüllen ja nicht geht. Was sich noch mieser anfühlte.

Ich fühle mich sooo verdammt hilflos. Bin so sauer und traurig und keine Ahnung. Ich kann einfach nicht mehr. Aber ich weiß, dass ich mich an die zuständige Klinik nicht wenden darf. Super Sache. Mich keine andere Klinik nimmt. Und es immer wieder in mir tickt, ich hätte das nicht sagen sollen ( Aussage einer Klinikmitarbeiterin). Ich nur noch denke, nein ich hätte das nicht sagen sollen, dann wäre ich heim gegangen und hätte mir das Leben genommen. Scheinbar wäre das der Klinik lieber gewesen.

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Heute heirate ich…

Leute, die besonders nett zu mir sind, die will ich immer sofort heiraten. Deshalb ist die Überschrift gerade passend. Heute ist es meine Betreuerin. Für die ich immer noch keinen netten Namen weiß.

Außer das ich immer noch kaum nen Ton raus bekomme und erkältet bin und und und, schlägt die miese Stimmung gerade richtig zu. Nachdem ich dann vorhin nur noch heulend da saß und über ein Ganzkörpercutting nachdachte, was ich eh nicht befriedigend hin bekommen hätte, es eh absolut sinnlos wäre und ich auch zum Versorgen nicht wirklich in der Lage bin (ok ich versorge eh kaum, aber so wie es mir zurzeit körperlich geht, werden die Wunden sicherlich zicken), habe ich mich entschieden meine Telefonjoker anzurufen. Sehr sinnig, wenn man kaum sprechen kann.

Telefonjoker 1 ist Frau Sonnenschein. Ok mittlerweile ist sie der zweite Telefonjoker. Allerdings sind die Gedanken an sie eher Auslöser für meine Gefühle zurzeit. Was eigentlich ja schwachsinnig ist, aber doch wieder nicht? Dort war aber eh nur der AB dran und kurz vor ihrem Feierabend.

Telefonjoker 2 ist meine Betreuerin. Die aber recht schwer zu erreichen ist. Erst auch AB, aber irgendwann ging jemand dran und zum Glück gleich sie. Ich musste zwar mehr reden als ich wollte (und wohl auch sollte). Aber es tat gut.

Egal wie schwarz alles ist, sie gibt mir irgendwie immer wieder Hoffnung. Wobei ich wahrscheinlich auch zum ersten Mal halbwegs klar formuliert habe, wovor ich Angst habe. Ich habe gerade so Angst davor, was aus mir wird. Ich sehe mich auf der Straße lebend. Am Rande der Gesellschaft. Sie sieht positive Dinge und nennt mir die auch.

Positiv sehe ich- als ich sie kennen lernte, war ich in absoluter Kontraeinstellung. Einer Betreuerin würde ich nie wieder vertrauen. Trotzdem wusste ich, ich bin auf eine Betreuerin angewiesen. Ich sah sie, es passte. Trotzdem habe ich ihr lange nicht wirklich vertraut. Sie auf Abstand gehalten. Mittlerweile…. 100% Vertrauen sicher nicht. Aber ich kann sagen was ich fühle. Wir haben beide an der Beziehung gearbeitet. Und es fühlt sich gut an.

Es ist schön, dass es sie gibt.

Stimmenlos

Nachdem ich mir letzte Woche eine Grippeschutzimpfung habe verpassen lassen, bin ich seit Freitag Nacht so richtig krank. Immerhin habe ich mich freiwillig bei meiner Hausärztin blicken lassen. Sogar zweimal, was für mich echt eine Leistung ist. Immerhin anscheinend keine Nebenwirkung der Impfung.

Grippeimpfung ist generell sicherlich ein Thema für sich. Früher hätte ich die auch nicht machen lassen. In einem Winter vor wenigen Jahren hatte ich dann ein schönes Bettchen in der örtlichen Psychiatrie. Ein paar Tage vor Entlassung hatte ich dann plötzlich keine Stimme mehr. Ok es kamen noch andere Dinge dazu und man beschloss mich gleich über Weihnachten und Silvester da zu behalten.

Aus dem keine Stimme wurde Husten, Schnupfen und so weiter. Richtig dolle und mir ging es gar nicht gut. Kommentar der Ärztin: Mit Medis dauert die Grippe ne Woche und ohne Medis 7 Tage. Ja klar ok. Aber Erleichterung hätte man mir geben können. Die Pflege hat mir dann zeitweise unter der Hand Nachts was gegeben, damit ich schlafen konnte. Das ganze zog sich über Wochen, die Kommentare der Ärztin schwankten. U.a. lag es dann angeblich am Rauchen. Klar soooo urplötzlich und so.

Nach über 4 Wochen meinte man dann mal, man würde mich mal zum Röntgen schicken. Ahja… ich war noch nicht auf Station zurück, zerrte man mich ins Arztzimmer, denn das Bild sah wohl nicht gut aus. Komisch, wochenlang hat es keine interessiert. Ende vom Lied Ultraschall. Sehr berauschend. Ein junger männlicher!!!! Arzt. Der dann gleich mal anfing von wegen er hat eine Bekannte die Borderline hat. Deshalb hat er da nun DIE Fachkompetenz überhaupt. Ich hasse das. Irgendwann meinte er so, DAS haben sie aber nicht selbst gemacht?! Tatscht wie doof auf meinen Brüsten rum und sagt mir, dass ich das nicht selbst war. Ich hab schon gar nichts mehr gesagt.

Im Jahr drauf, Weihnachten und Silvester wieder Psychiatrie. Und ich war wieder krank. So richtig. Ok da hatten es dann auch fast alle. Mit wir messen nun mal bei allen Patienten Fieber (machen die sonst NIE). Zum Glück fing es im Tagesurlaub an und ich nahm gleich nen Päckchen Grippostad C mit in die Klinik. Die ich auch nahm, ohne das die das wussten. Wieder gab es von den Pflege unter der Hand was, Arzt habe ich deswegen nicht zu sehen bekommen und mir ging es dann ja auch wieder besser. Grippostad sei Dank. Ach ja ich habs aber später meiner Anna gesagt. Die war im Jahr davor ja auch dabei und war eher ungläubig gewesen, dass man nichts machte.

Vor meinem Aufenthalt im Jahr drauf, habe ich mich dann impfen lassen. Das Risiko ist mir einfach zu groß gewesen, gerade weil dort eben auch Patienten direkt von der Straße aufgenommen werden. Das soll nun nicht negativ klingen- aber gerade Menschen die kein eigenes Zuhause haben, sind halt eher richtig krank. Wobei ich Psychiatriepatienten eh eher für anfälliger halte. Bzw. sie haben halt öfters den Background, kein Geld, Arztbesuche deshalb selten. Und in der Psychiatrie wird ja körperlich gar nicht untersucht.

Da ich außerdem eben auch zur Tafel gehen, mehrmals in der Woche im Krankenhaus bin und so weiter- sprich die Ansteckungsflächen heikler sind, lasse ich mich halt impfen. Wobei mir an sich klar ist, Klinik nur mit absolutem Zwang.

Ich bin heute zwar zur Hausärztin, weil es wirklich mies war. Obwohl ich am Montag erst war. Ich hatte so Angst, sie schickt mich weg mit einem ich soll mich nicht so anstellen oder so. Irgendwie denke ich, das kann es doch nicht wirklich sein? Also das ich ständige solche Ängste habe.

Ich hab den Termin bei Frau Sonnenschein absagen müssen. Hab ich telefonisch und krächzend gemacht. Aus Angst, man bezweifelt später, dass ich wirklich krank war. Ich sehe sie am nächsten Montag fragen, ob ich beim Arzt war usw.

Ich fahre deswegen gerade innerlich Karussell. Sie wird klar sagen, dass es gut war, dass ich zum Arzt bin. Auf der anderen Seite denke ich, ich habe dort im Haus schon mit ähnlichen Sachen um Hilfe gebeten und mir nonstop weg geschickt worden. Mal abgesehen von den Situationen, in denen es nicht um körperliche Beschwerden ging. Warum gehe ich dann in ein Krankenhaus, wenn noch nicht mal das klappt? Es macht mich wütend, traurig, aber auch verzweifelt. Und ich verstehe es auch nicht mehr, warum mit so zweierlei Maß gemessen wird.

Außerdem stelle ich fest, dass mir Kleinigkeiten immer schwerer fallen, die ich an sich können müsste. Ich bekomme nun zwar Antibiotika, weiß aber nicht, was ich wirklich habe. Hab das auch ohne Abhören oder in den Hals sehen bekommen. Ok Montag hat sie in den Hals gesehen. Das Antibiotika muss ich halbieren, was für mich ein Problem ist. Obwohl das ja kein Akt ist.

Und nachdem ich dieses Jahr mich teilweise komplett abgekapselt habe, fällt mir das gerade total schwer. Also das Alleine sein und wissen ich kann nicht raus. Ok klar kann ich raus. Aber ich hab Angst andere anzustecken. Somit fallen viele Dinge eben flach und ich mache nur das Nötigste außer Haus. Was mir aber gerade psychisch gar nicht gut tut.

 

Mein 3. Mal- Wunderärztin Part 1

Ich durfte am Dienstag zu meinem 3. Termin bei meiner neuen Psychiaterin. Und irgendwie bekomme ich meine Eindrücke so gar nicht wirklich zu fassen. Sie schwanken zwischen Begeisterung und totaler Panik.

Wie ich bereits erwähnte, schmiss mich mein letzter Arzt ja mehr oder weniger raus. Bat als Alternative halt eben die gute Frau an. Ok ich hatte eher die Wahl zwischen ihr oder keiner und einiges lief da auch nicht wirklich gut.

Termin 1 verschob ich 2x. Ok man sollte Termine vielleicht auch einfach mit mir absprechen und mir nicht unaufgefordert Termine hinlegen. Ich war an sich noch am Überlegen, die Anbindung an die Klinik komplett hin zu schmeißen. Im weiteren Verlauf taten sich dann noch so Sachen auf wie, die gute Frau hat eine Stelle mit noch nicht mal 15 Wochenstunden. Was mich ehrlich gesagt schon ein wenig stört, weil eben kein Ansprechpartner. Aber die gute Frau wurde so hoch gelobt, dass ich mir die Wunderärztin mal ansehen musste.

Heute weiß ich, zum Glück habe ich die ersten zwei Termine abgesagt. Denn zu unserem ersten Termin habe ich sie nur angepampt.Wäre schlimmer ausgefallen, wenn ich den ersten Termin genommen hätte- so lief ich nur auf halbschlimm .

Mein Verhalten an sich auch kein Wunder ist. Unter anderem halt so Sachen, wir wussten beide, sie behandelt mich nur, weil sie mich behandeln muss. Bzw. weil mich andere in der PIA nicht wollten. Ich eine enorme Wut auf die Klinik hatte und habe. Sie klar Angestellte der Klinik ist. Und eine Akte von mir vorliegt, die ziemlich dick ist. In der u.a. auch steht, ich hätte den Oberarzt ein Schwein genannt ( was ich weiterhin nicht getan habe). Der Hauptteil des Klinikpersonals auf Borderliner mit Abwehr reagiert.

Beim zweiten Termin stellte sich raus, dass sie mir scheinbar fast nichts Übel nimmt. Heute sagte sie mir dann auch, dass sie das Gefühl hat ich sei ziemlich verletzt und meine ganze Haltung resultiert daraus. Also so in etwa. Wow dachte ich nur, endlich jemand der das sieht und begreift (und nicht persönlich nimmt ?).

Allerdings drängt sie auf eine ambulante Therapie. Meine Kontraliste aber enorm lang ist. Die sie nur stückweise kennt. Und ich konnte die Liste um einen weiteren, für mich sehr wichtigen Punkt, erweitern. Ich meine mich erinnern zu können, dass ich für meine letzte ambulante Therapie ein Attest oder so was vom Psychiater brauchte. Eben ob ich eine Therapie machen kann/darf oder so.

Ich fragte sie danach. Läuft im Endeffekt darauf hinaus. So und nun kommt das, was mich daran so sehr beschäftigt und es klingt total doof. Ich möchte einfach nicht, dass die Klinik weiß, was ich außerhalb der Klinik mache. Von meinen ambulanten Terminen bei der Telefonseelsorge weiß sie ja auch nichts. Generell bin ich eine, die Ewigkeiten nach Transparenz gebrüllt hat. Mittlerweile sehe ich es so, die Klinik arbeitet mir gegenüber nicht transparent, warum soll ich dann Transparenz zeigen? Klar klingt das kindisch. Aber im Endeffekt ist es mal wieder irgendwie ein weiter schieben. Also Klinik sagt nicht zuständig usw. Warum soll sie sich dann aber einmischen dürfen? Kann das jemand verstehen?

Davon mal abgesehen, bin ich ja nun jahrelang vom weltbesten Therapeuten behandelt worden ( würde er sagen- ich hätte das schon zu Behandlungszeiten nicht gesagt). Warum mich ambulant umsehen? Wie soll mir denn jemand mit weniger Kompetenz als er, weiterhelfen können? Bei Problemen die er nicht mal annähernd in den Griff bekommen hat?

Hauptproblem weiterhin Suizidalität ist. Was man mit maximal einer Stunde in der Woche sicherlich nicht beheben kann. Bzw. ist es ja eh chronisch oder doch nicht- ich hab da ja recht unterschiedliche Aussagen zu- vor allem wenn ich danach nicht gefragt habe. Und läuft doch im Endeffekt wieder auf ein irgendwas versichern raus.

Klar drehen sich da die Gedanken dann auch um Anna. Ok sie hat meine ambulante Behandlung ja abgelehnt. Wobei ich ihr die Gründe immer noch nicht glaube, weil sie sich so sehr widersprechen. Somit da Fragen offen sind, die mir kein fremder Therapeut beantworten kann.

Und klar ganz viel um den letzten Klinikaufenthalt fraglich ist. Etwas, zu dem mir jemand Fremdes auch keine Auskunft geben kann.

Naja was ich an sich schreiben wollte- ich schweife wieder ab. Sie ist total nett. Hat sich Zeit genommen und so weiter. Wir haben auch nur 45 Minuten gemacht, statt der angesetzten 30 Minuten. Beim zweiten Termin waren wir bei über einer Stunde.

Leider merke ich, dass sie ein typisches Klammeräffchenopfer ist. Also für mich. Was nicht gut ist. Ich weiß, dass ich zurzeit einfach enorm redselig und anhänglich wäre. Was immer im Chaos geendet hat. Und mir einfach total Angst macht.

7 Jahre

Heute vor 7 Jahren stand ich das letzte Mal an meinem letzten Arbeitsplatz, bevor alles seinen Lauf nahm.

Im Januar fing ich einen neuen Job an. Schon am Probearbeitstag sagte man mir, ich sei ein schlechter Mensch, weil ich das falsche Sternzeichen habe. Den Job hab ich dann trotzdem genommen, besser als weiter arbeitslos sein. Leider zog sich mein Sternzeichenproblem bis zum Schluss.

Anfangs versuchte ich noch mich weiter zu bewerben, dann kam die Diagnose Krebs bei meiner Mutter. Und das meiste blieb an mir hängen. So blieb ich in dem Betrieb. Am Anfang der Diagnose war es mir egal. Ich dachte oft, was wollt ihr eigentlich und regte mich nicht mehr weiter auf. Der Psychiater fuhr das Antideprissiva hoch und erst mal war es einfach wie es ist. Dann kam der Druck der Familie dazu.

Irgendwann im Oktober fing es an. Schon Ende September waren meine Suizidgedanken enorm. Ok die waren auch vorher nie weg. Aber ich war total eingenommen von meinem Job und der Pflege von meiner Mutter. Das ich irgendwann nur noch dachte, wenn Mama weg ist, dann habe ich keinen Lebensinhalt mehr. Wenn sie geht, gehe ich mit. Usw.

Die Kollegen änderten sich auch. Wobei das generell schwankte. Wenn einzelne miese Laune hatten, musste jemand dran glauben und ich war das schwächste Glied. Eine ganze Zeit lief es dann so, dass die „Kollegin“ die mir an sich zu arbeiten sollte, genau das Gegenteil machte. Ich mehrfach bat, sie soll das sein lassen. Und ich täglich den Ärger dafür einstecken musste. Sagte ich, dass ich das nicht war, war die Hölle los.

Irgendwann sprach ich jemand an, wie ich mich verhalten kann. Ich wollte nur einen Tipp. Man würde die Kollegin ansprechen. Ich sagte, ich wolle das nicht. Man tat es trotzdem. Die besagte Kollegin putzte mich dann Freitag vor Kunden runter. Keiner stand hinter mir. Eine Kollegin sagte später zu mir, sie fand das auch nicht ok, wolle aber nichts sagen. Auch ich versuchte das Gespräch noch mal zu suchen. Keine Chance.

Samstag bin ich nur noch hin, weil ich dachte, kann ich nicht bringen auf einen Samstag und eine Krankmeldung hätte ich wohl auch nirgends bekommen. Es war die Hölle. Alle schwiegen mich an. Besagte Kollegin, auf deren Zuarbeit ich angewiesen gewesen wäre, machte nichts. Dafür wurde ich dann wiederrum runter gemacht.

Ich saß das halbe Wochenende weinend daheim. Schon am Freitag auf der Heimfahrt ging mir nur durch den Kopf, was wäre, wenn ich mit meinem Auto gegen die Brücke fahren würde? Dachte darüber nach, mein Auto stehen zu lassen, meinen Vater anzurufen, er soll mich wo holen. Und ich wusste, er wird es nicht tun. Noch bei Mama gewesen, die jeden Abend wartete. Ich lag heulend in ihren Armen. Papa kam dazu. Was denn los sei. Schon in einem Ton. Und hat mir dann gesagt, ich soll mich nicht so anstellen.

Seit Monaten verletzte ich mich selbst. Damit ich arbeiten gehen konnte. An dem Samstag hoffte ich soooo sehr verzweifelt, dass mir die Wunden nicht durch den Kittel bluten. Gleichzeitig hatte ich das erste Mal den Drang, mich am Arbeitsplatz selbst zu verletzen. Dachte schon darüber nach, wo ich am besten einen Cutter unterbringen könnte.

Sonntag auf Montag kaum geschlafen. Montags zum Glück erst später Dienst. Lange überlegt. Dann zur Hausärztin, die im Urlaub war. Dann zum Psychiater und zum ersten Mal von Selbstverletzung gesprochen. Krankmeldung. Am liebsten hätte er mich in einer Klinik gesehen. Ich wollte aber erst mal zur Ruhe kommen. Nach zwei Wochen habe ich der Klinik doch zugestimmt. Und entschied mich für eine Tagesklinik. Noch während ich dort war, wurde mir gekündigt. Passenderweise erst dann, als die Lohnfortzahlung über Krankengeld der Krankenkasse lief.

Irgendwie macht es mich immer noch traurig. Klar hätte einiges anders laufen können. Klar lag es sicherlich auch an mir. Wobei der geschilderte Vorfall leider nicht der Einzige war.

Außerdem hat Anna heute Geburtstag. Auch wenn sie das nicht Lesen wird: Happy Birthday!

Wenn Extreme aufeinander treffen

Nachdem unsere Ergogruppe vor ein Wochen aufgelöst wurde und wir alle stocksauer sind, vor allem über die Art, treffen wir uns nun scheinbar regelmäßig. Ich schlug vor, wir könnten uns ja alle mal zum Kaffee treffen. Was wir auch vier Wochen nach der letzten gemeinsamen Ergostunde gemacht haben. Und uns noch mal verabredet haben. Ok einen Mitpatienten können wir nicht erreichen. Eine sagte für heute ab. Aber die anderen waren da.

Mal abgesehen davon, dass wir eher zufällig wohl über das genialste Cafe vor Ort gestolpert sind, war es sehr nett. Und der Kuchen megalecker. Die anderen beiden waren sehr redselig und an sich fand ein netter Austausch statt. Wobei wir weiterhin keine gute Meinung vom Ende der Ergo haben.

Auf dem Heimweg traf ich eine ehemalige Klassenkameradin. Sie fragte mich nach einem ehemaligem Klassenkameraden. Sie habe eine Todesanzeige gelesen, sei sich aber nicht sicher. Ich hab sie raus gesucht. Er ist es. Und seitdem bin ich einfach nur endlos traurig. Er war ein netter Klassenkamerad, mit dem an sich alle zurecht kamen. Wir haben ein paar Mal nach unserem Abschluss in irgendeiner Form miteinander Kontakt gehabt und der war durchaus angenehm.

Irgendwie hatte ich die Woche mal an ihn gedacht. Mit einem Schmunzeln. Aber irgendwie war gerade er für mich unsterblich. Er ist im Ausland verstorben, wie weiß ich nicht. Aber mir gehen schon Gedanken durch den Kopf. Ich empfinde es gerade total schlimm, dass er so weit entfernt von seiner Heimat verstorben ist. Und mich verwundern solche Gedanken immer wieder.

Ich, der der eigene Tod so was von egal ist. Und da das blühende Leben, denke ich zumindest von ihm. So viele Gedanken. Immerhin hat meine Klasse relativ viele Todesfälle zu verzeichnen. Ein Klassenkamerad, den ich als Jugendliche total toll fand (ok ich war total verknallt), hat sich das Leben genommen. Er, der so viele Freunde hatte- dachte ich zumindest. Er, der soooo angesehen war (zumindest in unserer Klasse). Und so weiter. Und klar die Frage, warum lebe ich noch?

Und am Montag werde ich es Frau Sonnenschein sagen müssen. Und ich hasse dieses, ach Tod und schlimm und bla und so- also eher in dem Zusammenhang, dass dann jeder meint zu verstehen, warum es einem mies geht. Die ganzen typischen Psychofragen, die man dann runter spult: Wie geht es Ihnen damit, Frau verstoert? Was macht es mit Ihnen? Und so weiter. Da zeigt jeder Verständnis.

Da ich generell ja viel Zeit damit verbringe, diverse Situationen, vor allem halt im Bereich meiner Behandlung, Revue passieren zu lassen, denke ich in so Situationen immer daran, wie es nach dem Tod meiner Mutter mit Anna war. Einer meiner unzähligen Aufsätze. Frau Verstoert schreiben Sie mal einen Aufsatz zum Thema X. Klar macht Frau Verstoert ja auch. Ergebnis mit der Trauerbewältigung war damals an sich: Sehen Sie Frau Verstoert, Sie können es eh nicht ändern. Was mich sooo angekotzt hat.

Somit hatte ich dann heute/gestern Beides: Ich war relativ gelöst und endlos traurig und kenne ausnahmsweise für beides auch den Auslöser. Leider.

In Gedenken an meinen Klassenkameraden.

Die Patienten sind nicht wirklich schuld….

Meine Betreuerin war heute toll <3. Wobei ich zum ersten Mal strukturiert vorgegangen bin. Ihr gesagt habe, wir reden erst, aber ich stell einen Wecker, weil wir noch Papierkram machen müssen. Sie hatte auch noch einige Punkte auf ihrer Liste. Witzigerweise deckten die sich zum Teil mit den Sachen die auf meiner Liste standen.

Sie selbst empfand die Situation bei der Psychiaterin in Ordnung. Hat sie nicht gestört. Aber sie fand auch gut, dass ich mich entschuldigt habe, auch wenn kein Bedarf bestanden hätte.

Sogar den Antrag haben wir fast fertig. Finde ich Klasse. Und meine Kontoauszüge hat sie auch abgeheftet, was sie weniger toll fand. Eine Aufgabe, um die ich mich immer erfolgreich drücke, gebe ich zu.

Klar gab es auch unschöne Sachen. Aber ich saß mal nicht nur heulend da. Sie durfte mich dann auch zur Schreibwerkstatt bringen. Ok so halb. Unterwegs kam das Gespräch auch mal wieder auf meinen letzten Klinikaufenthalt oder generell den Umgang der Klinik. Sie hält sich ja generell bedeckt, steht aber nicht hinter der Klinik, aber irgendwie auch nicht wirklich hinter mir- bzw. sie würde den Schritt wohl mitgehen, wenn ich der Klinik Adieu sagen würde. Mehr aber eben nicht.

Eben habe ich was passendes gelesen. Ich möchte es nur sinngemäß zitieren. Ich finde es irgendwie passend. Es ging generell darum, dass ein Psychiatriepatient aus der Psychiatrie ausbüchste, zur Tanke fuhr und sich betrank. Die Klinik dann wohl sagte, das Risiko ist zu groß und die Weiterbehandlung so halbwegs ablehnte. Der Betreuer sprach dann mit dem Person. Man sagte ihm wohl, dass es nicht wirklich so sei, dass die Patienten an solchen Situationen schuld seien. Sondern das es eben einfacher ist, wenn man nicht weiter weiß, den Ball an die Patienten zurück zu geben und dem Patienten Unfähigkeit oder mangelnden Willen zu unterstellen.

Mein Problem ist ja an sich auch, dass ich kein Problem damit hätte (ok mittlerweile habe ich sie), dass eben Fehler gemacht wurden. Mich stört aber enorm, dass sie auf mich abgewälzt wurden. Ganz klassisches Beispiel: Frau Verstoert hat eine Nachtmedikamentation von einer Schlaftablette. Bei Bedarf gibt es eine zweite Tablette dazu. Allerdings sollte gemeinsam das Ziel erreicht werden, auf Dauer nur eine Tablette zu brauchen. Trotzdem steht Frau Verstoert jede Nacht bei der Pflege und holt sich die zweite Tablette. Was auch kein Problem ist, da ja angesetzt.

Oberarztvisite und Frau Verstoert sagt von sich aus, der Versuch klappte leider nicht, denn sie brauchte jede Nacht die zweite Tablette. Oberarzt flippt aus, von wegen, dann hätte sie ja selbst mitgebrachte Medikamente genommen. Frau Verstoert sitzt wahrlich verstoert vor dem Oberarzt. Denn mitgebrachte Medikamente hatte Frau Verstoert bis dahin nie während eines stationären Aufenthalts eingenommen. Die hat sie immer brav bei Aufnahme abgegeben.

Es kommt dann raus, dass die Nachtpflege die zusätzliche Tablette wohl mehrfach nicht dokumentiert hat. Auch auf Nachfrage an die betreffenden Pfleger kam nur, ach kann mal passieren. Ja kann mal passieren, aber nicht so oft. Eine Entschuldigung an Frau Verstoert wegen dem Vorwurf, der absolut nicht zum sonstigen Bild passte, kam nie.
Das ist leider nur einer der eher harmloseren Sachen. Am liebsten haben ich ja immer noch die Aussage, was für eine böse Patientin ich doch bin, weil ich doch tatsächlich Suizidgedanken hatte und man mich auf eine Geschlossene verlegen musste. Wie viel Arbeit das machte. Und ich das ja aus heiterem Himmel, einfach mal so über meine Suizidgedanken gesprochen habe. Über 2 Jahre später und einen Blick in die Akte später stellt sich raus, die Patientin hat ja tatsächlich bereits seit Tagen darüber gesprochen. Trotzdem wurde die Entlassung in die Wege geleitet. Aber Stop da ist ja eine einzige Person, die noch dazu nicht zum direkten Behandlungsteam gehörte und mit der hat die Patientin nicht darüber gesprochen und deshalb ist die Patientin ja selber schuld.

Ich dreh mich mal wieder im Kreis. Immer wieder stelle ich mir die Frage, was ich hätte machen sollen. Hätte ich mit Edding an die Hauswand schreiben sollen, wie mies es mir geht? Wäre dann zwar Sachbeschädigung, aber… Oder hätte ich mir statt die Arme aufritzen, was natürlich keinem auffiel, mit den Klingen Böse auf die Stirn ritzen sollen?

Was ist das Problem, wenn ich eindeutig zeige, ich kann mit dem was war nicht umgehen, sich mit mir hinzu setzen und alles durch zu gehen und gemeinsam!!! zu besprechen, wie man gemeinsam!!!! in weiteren Situationen handeln könnte. Was mir gerade bleibt ist mein Mantra: Tag war gut, mir geht es gut. Und: Ich kann mich glaubhaft von Suizidgedanken distanzieren. Antworten die ich mittlerweile auf fast jede Frage runter bete. Damit ist mindestens die Klinik geschützt. Ich hab nicht das Gefühl, dass es da noch jemand um meinen Schutz geht. Hauptgrund für die Verlegung war, wie man mir später mehrfach erklärte: Meinen Sie, wir wollen die Strafvollzugsbehörden im Haus haben? Ich komme da irgendwie nicht vor.

Und für meine Betreurin habe ich immer noch keinen passenden Namen :-(

Gammeltage sind doof

Ich hätte nie gedacht, dass ich Gammeltage mal als doof empfinden würde. Ich befürchte, ich werde die Aussage auch nächste Woche zurück ziehen.

Ein Mittwoch ohne Termine. Auch ohne Vorhaben. Was eindeutig nicht gut ist.

Dank meiner Haushaltshilfe sieht mein Haushalt manierlicher aus. An sich wollte ich Nähen, hab aber Stunden damit zugebracht, noch was anderes zu machen. Wobei sich das was anderes machen, auf irgendwas im Netz lesen bezog. Aber ne gute Stunde habe ich mich heute Nachmittag (oder eher gegen Abend) dann doch an die Maschine gesetzt.

Ansonsten habe ich das Gefühl, eher verpeilt zu sein. Gestern zu faul zum Einkaufen gewesen. Heute musste ich dann und wollte an sich nicht. Passiert mir an sich eher sehr selten.

Morgen ist meine Betreuerin wieder da. Und an sich fällt mir nichts wirklich sinnvolles ein. Was die drei Wochen ihres Urlaubs auch schon anders war, aber ich es nicht mehr weiß. Klar sind manche Dinge zu regeln und das dringendst. Vielleicht würde es mir aber auch mal gut tun, auf die Schnauze zu fallen. Was in dem Fall heißen würde, ich bekomme demnächst kein SGB 12 mehr. Weil ich den Arsch mal wieder nicht hoch bekomme. Mir das aber auch gerade Angst macht. Die Bürokratie und so.

Ich muss mich dringendst bei meiner Betreuerin entschuldigen. Habe ich mir zumindest vorgenommen. An sich habe ich innerliche klare Absprachen und Ansagen mit mir. U.a. eben das ich mit ihr nicht spiele. Spielen klingt so doof *seufz* und klar mache ich das auch. Aber dann auch bewusst und auch so, dass mein Gegenüber es merkt.

Beim letzten Termin mit der Psychiaterin war sie ja dabei. Ich saß die meiste Zeit eh heulend da. Es ging unter anderem auch um das Thema Therapie. Meine Betreuerin irgendwann, ob sie erklären soll, warum ich keine Therapie machen möchte. Ich bekam ein Lächeln ins Gesicht, lehnte mich fast entspannt zurück und meinte, ja kann sie machen, würde mich auch interessieren. Also so was in der Art. Und ich irgendwie kam ich mir in dem Moment schon schäbig vor. Aber mich hat es so brennend interessiert, wie sie das nun in Worte fasst, beziehungsweise was bei ihr angekommen ist. Aber im Endeffekt war mir bewusst, ich spiele gerade mit ihr.

Ich meine, ich weiß, dass ich das könnte, wenn ich wollte. Also mit Menschen spielen. Ich mache es sicherlich auch unbewusst. Klar sind mir auch Situation bewusst, in denen ich das mache. Aber dann auch so, dass mein Gegenüber an sich merkt was Sache ist. Ich neige da zu einem ganz bestimmten Lächeln. Aber ich habe mit mir die feste Absprache, ich mache das nicht mit Menschen, an denen mir was liegt. Also eher hintenrum spielen.

Das Anna mir nicht mehr aus dem Kopf geht, sollte ich ihr auch sagen. Was wohl wieder zum leidigen Thema Therapie führen wird. Aber vielleicht trotzdem gut, es direkt anzusprechen.

Und eigentlich sollte ich schon lange im Bett liegen. Was gerade auch so gar nicht klappt. Den ganzen Tag/ Abend bin ich eher ruhig. Aber wenn es in die Richtung, ich sollte mal ins Bett gehen geht, dann ist die Ruhe vorbei.

Und ich brauch nen schönen Namen für meine Betreuerin. Spontan würde mir ja Sklaventreiber einfallen. So spreche ich sie auch manchmal an. Mit einem Grinsen im Gesicht und sie grinst dann auch. Aber fände ich für hier ja unpassend. Und Frau Sonnenschein hab ich ja schon vergeben. Aber mit der Grübelei zu einem Namen, wäre ich abgelenkt.

 

 

Das erste Wiedersehen….

Im Frühjahr hat mich mein Arzt/ Therapeut ja gewissermaßen raus geschmissen. Keine Ahnung, wie ich es sonst nennen soll. Weil als Behandlung beendet, sehe ich das nicht wirklich an. Ist aber eine längere Geschichte.

Die Gedanken kreisen ja generell um meinen letzten Klinikaufenthalt, Anna und was daraus folgte. Und er spielt da schon eine sehr entscheidende Rolle. Oder die entscheidende Rolle?

Um es kurz und knapp auszudrücken, seine Gründe für die Beendigung der Behandlung waren an sich, dass er sagt, ich hätte ihn beim Termin vorher ein Schwein genannt. Etwas was ich NIEMALS getan hätte. U.a. weil ich vor ihm auch unheimliche Angst hatte. Aber mein Verhalten muss Konsequenzen haben, sagte er. Das war halt die Beendigung der Behandlung.

Ich weiß, dass ich ihn nie ein Schwein genannt habe. Vor allem da die Äußerung auf die Frage die er gestellt hat auch unpassend gewesen wäre. Ich fühle mich ganz klar ungerecht behandelt (leider nicht nur in dem Punkt). Fühlt sich auch berauschend an, über eine PIA behandelt zu werden, in der groß in der Akte prangt, dass ich ihn ein Schwein genannt haben soll. Wer kann da noch unvoreingenommen mit mir umgehen?

Da ich nun mal weiterhin dort im Haus verkehre, machte ich mir schon lange Gedanken darum, wie ich reagieren würde, wenn er mir über den Weg läuft. Lässt sich ja leider nicht wirklich vermeiden. Wenn ich gerade innerlich am abdrehen bin, dann überlege ich, ob es vielleicht sein Wunschdenken ist, dass er Schwein genannt werden will. Klar gehen mir auch provokante Reaktionen durch den Kopf, wie ihn eben mit Herr Schwein anzusprechen- dann hätte ich es mindestens mal gesagt.

Heute war es so weit. Allmontäglicher Termin bei Frau Sonnenschein. Ich eh schon nicht gut drauf. Eher mit mir beschäftigt, schießt ein weißer Kittel um die Ecke, begleitet von ihm. Ich bin wortlos weiter. Doofe Situation. Die mich aber beschäftigt hat. Auf dem weiteren Weg war ich schon am überlegen wie und wo ich mich nun selbst verletzten kann. Weil damit klar auch Erinnerungen hoch kochen.

In der PIA saß dann zum Glück eine Bekannte. Kurz geplaudert, jede zu ihrem Termin, uns danach getroffen und geplaudert. Sie weiß grob was los ist. Ich nur so, er ist mir über den Weg gelaufen. Ja sie hatte ihn auch gesehen. Ansonsten scheinen wir über viele Leute einen ähnlichen Eindruck zu haben.

Wobei nun eh die PIA Gerüchteküche kocht, woher wir uns kennen und so weiter. Irgendwie waren wir nie zusammen auf Station- ich glaube, wir kennen uns über gemeinsame Bekannte?

Btw. manche Sachen sind faszinierend von außen zu beobachten. Bekannte fragte Ärztin (ich stand quasi dabei), wann sie denn wieder kommen soll. Da es ihr nicht gut geht und das auch Thema bei ihrem Termin war, rechnete sie wohl mit einem schnelleren Termin. Ärztin nur so von wegen, sie vergeben alle 4-6 Wochen einen Termin, die Sprechstundenhilfe würde nachsehen, wann ein Termin frei ist. Ich dachte nur so: Hmmmm? Da hat sich die Ärztin aber geschickt aus der Affäre gezogen.

 

 

 

 

 

 

 

Bin ich wirklich paranoid?

Freitag auf Samstag Nacht endete eher verstoert mit einem Telefonat mit der Telefonseelsorge. Wobei das auf der einen Seite erleichternd war, aber irgendwie doof endete. Ich glaube, die Frau hat mir nicht wirklich geglaubt? Sie hat mich eher abgewürgt, was ich eher erschreckend empfand.

Was mich aber auch wieder in die Richtung treibt, ob ich nicht doch paranoid und somit schizophren bin. Kein schöner Gedanke. Und keinen den ich fragen kann- was es für mich irgendwie noch schwerer zu ertragen macht.

Morgen (oder eher heute) steht mein wöchentlicher Termin mit Frau Sonnenschein wieder an. Ich würde ihr gerne sagen, wie mies es mir zeitweise geht. Im Endeffekt würde sie mir zuhören. Würde mir auch helfen wollen. Aber leider kann ich nicht ausklammern, dass ich weiter um den letzten Klinikaufenthalt und dem was folgte, kreise. Das Tabuthema schlechthin. Also wieder schlucken, Klinik glücklich machen und innerlich daran ersticken.

Ich würde sie gerne fragen, ob die Klinik informiert worden ist, dass die Polizei hier war. Ist zwar schon länger her, aber ich würde es gerne wissen. (und für Außenstehende ist hier der Punkt, an dem mir niemand folgen kann *seufz*)

Samstag war, passend zur Nacht, eher mies. Dafür war der Sonntag mit ein wenig mehr Antrieb verbunden. Was leider nicht immer positiv ist. Ich habe eine Kiste mit Sachen sortiert. Viele Sachen vom letzten Klinikaufenthalt. Die habe ich fast unbesehen weg gepackt. Skills- Manual- will ich ebenfalls zur Zeit einfach nicht sehen. Aber auch der letzte Therapievertrag mit meinem letzten Arzt/Therapeuten. Der u.a. einer der Gründe war, die Therapie bei ihm nicht fortzusetzen. Nachdem er sich ja mittlerweile auch als Arzt „weigert“ mich zu behandeln, nehmen die Punkte in dem Schrieb noch mal andere Dimensionen an.

Die Gedanken drehen sich auch klar weiter um Anna. Um Anna und die Klinik. Nicht so intensiv wie oft, aber es pocht. Was wohl für Frau Sonnenschein ebenfalls ein Tabuthema sein dürfte (?).

Ich stelle fest, dass ich an einem Punkt bin, an dem ich gerne Hilfe annehmen würde. Aber ich nicht weiß, wie ich sie bekommen kann. Aber mir genügend Gegenargumente einfallen würden. Ich will nicht wieder verletzt werden.

 

Und eigentlich weiß ich auch nicht, warum ich das hier alles schreibe. Schreiben tut gut. Aber… aber… aber…