Die Nacht vorm Heizungsmenschen

Doch um 9.30 Uhr aufgestanden. Hätte ich mir schenken können. Es ist fast 13 Uhr und der Heizungswartungsmensch ist nicht zu sehen. Ich liebe es.

Die Nacht war eher schwierig. War eh schon spät. Ich lag im Bett und war nur am Grübeln. Keine Chance da auszusteigen. Gedanken an den letzten Klinikaufenthalt. Obwohl es nur Gedanken an einen der kleineren Super Gaus war.

Erinnerungen

Neue Station, neue Pflege. Etwas was generell schwer für mich ist. Ich einiges versuchte, mit der Pflege warm zu werden.

Im Vorfeld gegen alles Mögliche impfen lassen. Inklusive der umstrittenen Schweingrippeimpfung. Und was passiert? Es gibt eine andere Erkrankung. Zimmerquarantäne für 48 Stunden für alle. Meine Zimmernachbarin ging daraufhin, was mein Glück war. Somit Einzelzimmer. Bastelzeug dabei gehabt, Bücher und iPod. Das war es. Die Pflege ließ sich kaum sehen, Therapeutin kam aber täglich für 30 Minuten oder so.

Quarantäne endlich rum. Statt 20 Patienten sind wir nur noch 13. Die anderen haben sich entlassen oder wurden eh entlassen. Also kleine, beschauliche Runde.

Irgendwann bekomme ich mit, die Zimmer müssen gewechselt werden, damit man die Reinigen kann. Wegen der Quarantäne. Ich hab damit ein großes Problem. Ich brauche Sicherheit, habe versucht die in dem Zimmer zu finden. Ein Umzug wäre die Hölle. Ich spreche daraufhin mit mehreren Personen der Pflege. Erkläre, warum ich in dem Zimmer bleiben will. Erkläre sehr ausführlich und das mehrfach. Biete an, ich kann auch einen Tag aus dem Zimmer draußen bleiben und so weiter.

Die Nacht ist mies. Ich stehe auf, bitte um Schlafbedarf. Der Nachtpfleger fragt, ob ich erst den anderen Bedarf will. Meinen Tagesbedarf hatte ich mir immer für Nachts aufgespart, um auf mehr Schlafmittel zu verzichten. Ich nehme den Tagesbedarf. Es ist kurz nach 12 Uhr. Danach kann ich halbwegs schlafen.

Nächster Morgen. Zwischen Morgenrunde und Laufrunde sucht mich eine Schwester. Ich eh noch nicht ganz wach. Ich müsste in Zimmer X umziehen. Heute noch. Ich hätte bis 12 Uhr Zeit. Kein Angebot mir zu helfen. Nichts. Eher im Kommandoton, machen sie mal Frau verstoert.

Im Normalfall wird halt das Zeug aufs Bett gepackt und in ein anderes Zimmer geschoben. Geht ja aber nicht, weil Quarantänezimmer. Also alles Einzeln tragen. Ich hatte massig Zeug. Das rüber räumen war kein Problem. Aber das Gefühl, rum geschoben zu werden, die mühsam erlangte Sicherheit aufzugeben. Von der Pflege ließ sich keiner blicken. Bis ich fertig war, war ich nur noch am Heulen. Fühlte mich sooooo allein gelassen.

Therapeutin kommt, fragt was los ist. Redet so lange auf mich ein, bis ich Rede. Unter Tränen versuche ich zu erklären. Sage auch klar, ich kann verstehen, dass die Pflege viel Arbeit hat (hatte ich am Rande mitbekommen). Aber mich einfach stehen lassen und so. Ich hätte eh keine Hilfe angenommen. Aber es wäre schön gewesen, wenn man sie mir angeboten hätte. Sie wird sauer und meint nur, ich müsste halt mehr kommunizieren. Das hat gesessen. Dann rauschte sie ab. Wie oft hätte ich es vorher! erklären müssen?

Die Therapeutin sagte mir dann auch, da ich erst gegen 2 Uhr Nachts den Tagesbedarf bekommen habe(hat die Nachtpflege so dokumentiert), wird der heute abgezogen. Meine erste Dosis hatte ich da schon. Sie meinte, wenn es gar nicht anders geht, lässt man halt den Arzt vom Dienst kommen und der soll mir mehr geben. Ich kämpfe mich durch den Tag. Irgendwann denke ich nur, was solls, ich nehme nun den letzten Bedarf, bringt nichts mit aufschieben. Gehe zur Pflege. Dort werde ich gleich angepampt, mir soll klar sein, dass ist der letzte Bedarf, man würde wegen mir keinen Arzt vom Dienst kommen lassen. Ich sprach den Nachtpfleger wegen der Zeit an. Ja er war sich nicht mehr sicher oder so. Aber wenn ich mehr Bedarf brauch, gibt er mir den trotzdem. Naja nachts brauchte ich den Tagesbedarf dann auch nicht mehr. Ab da habe ich den Tagesbedarf auch nicht mehr zum Schlafen aufgehoben und mich lieber mit Zopiclon abschießen lassen. Wobei ich den Zopiclon Bedarf auf der Station bis zwei Uhr bekommen hätte. Warum rechnet man dann aber den Tagesbedarf bis 12 Uhr? Ich verstehe es bis heute nicht.

Da das nicht der einzige Quarantänefall blieb- in allen anderen Fällen wurden die Mitpatienten beim Umzug gefragt, ob man helfen soll. In einem Fall konnte die Patientin im Zimmer bleiben. Man brachte ihre Sachen raus, Zimmer wurde gereinigt und danach durfte sie wieder rein.

Zusammengefasst: Ich hab mehrfach klar gesagt, was ich brauche. In dem Fall, eben kein Umzug. Da das angeblich nicht anders ging. Ich habe klar formuliert, dass mir das Probleme macht. Hätte man sich da nicht zumindest mal mit nachsehen und nachfragen drum kümmern können? War ja auch sichtbar, dass ich nur am Heulen war. Statt dem schickt man dann die Therapeutin vor, die eh nur eine halbe Stelle hatte und am Nachmittag ging.

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